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Bieler Tagblatt, 11.12.2004
Harte Zeiten für Wölfli
YB-Torhüter Marco Wölfli erlebt harte Zeiten: Der Grenchner hat sich nach seinem Muskelfaserriss noch nicht erholt und fällt mittlerweile seit sieben Wochen aus. Erst im Frühjahr spielt er wieder.
Patric Schindler
Nächsten Sommer wird das neue Wankdorf-Stadion eröffnet. Marco Wölfli, Grenchner Torhüter in Diensten der Berner Young Boys, möchte dann als Nummer eins in der Fussballarena zwischen den Pfosten stehen. Vor «der Sonne» könnte ihm der von Xamax zu YB gestossene Patrick Bettoni stehen, der aus Wölflis Verletzung «Kapital» schlagen konnte und nun Stammgoalie des Super-League-Vereins ist. Im Cupspiel gegen Wohlen zog sich Wölfli einen Muskelfaserriss zu, und dies ohne Einwirkung des Gegners.
«Ungünstiger» Zeitpunkt
Der Grenchner kann nach wie vor nicht voll trainieren. In diesem Jahr will er nichts mehr riskieren. «Ich spiele erst in der Rückrunde wieder», sagt Wölfli. Es habe keinen Sinn, etwas zu erzwingen. Schliesslich sei er wegen der Verletzung noch nicht voll belastbar. Deshalb wird die Schweizer Goaliehoffnung im Hinblick auf die Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und in Österreich im letzten Meisterschaftsspiel dieses Jahres morgen um 14.30 Uhr zuhause gegen Neuenburg Xamax auch nicht auf der Ersatzbank sitzen. Der Torhüter war in seiner Karriere während einer Saison noch nie so viele Spiele nacheinander verletzt. «Es ist eine neue Erfahrung, die ich durchmachen muss. Damit muss man immer rechnen. Ich sehe aber auch Positives in dieser unfreiwilligen Auszeit. Es ist nicht selbstverständlich, dass man als Spitzensportler permanent gesund ist. Ich denke, dies lernt man in solchen Situationen erst recht zu schätzen», sagt Wölfli.
Der Muskelfaserriss kam gerade in jenem Moment, als Wölfi drauf und dran war, sich als Nummer eins gegen seinen Konkurrenten Bettoni durchzusetzen. «Der Zeitpunkt meiner Verletzung war tatsächlich sehr unglücklich, aber schliesslich kann man sich jenen ja nicht aussuchen.»
Stadion-Neubau berührt
Wölfli hat noch eine harte Zeit vor sich. Zuerst muss er wieder völlig gesund werden und sich dann als Stammgoalie aufdrängen. «Dies kann ich nur durch überzeugende Trainingsleistungen und Testspiele.» Denn Wölfli will sich nächstes Jahr seinen Traum erfüllen und im neuen Wankdorf auflaufen. «Jedes Mal, wenn ich an diesem Stadion vorbeifahre oder ich es mir von innen im Rohbau anschaue, berührt es mich schon sehr. Da werden viele Emotionen geweckt. Ich freue mich sehr auf die Eröffnung», sagt Wölfli.
Um im neuen Stadion als Spitzenmannschaft zu spielen, muss sich YB aber leistungsmässig noch steigern. Platz sechs entspricht nicht den Erwartungen. «Es lief uns bislang nicht wunschgemäss. Andererseits muss man diesen sechsten Rang auch richtig einordnen, denn die Teams in der Super League liegen eng beieinander», meint Wölfli. Deshalb verspreche die Rückrunde sehr spannend zu werden.
_________________ For Ever
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