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 Beitrag Verfasst: Dienstag 23. November 2021, 10:01 
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YB hat in der Champions League drei Mal verloren – doch die Berner zehren vor dem Heimspiel gegen Atalanta Bergamo immer noch im Manchester-Bonus

YB schliesst die Gruppenphase der Champions League am Dienstag (21 Uhr) mit dem Heimspiel gegen Atalanta Bergamo ab. Obschon die Young Boy zuletzt nicht gepunktet haben, haben sie Chancen auf das Überwintern in der Europa League.

Auch wenn der Gedanke aus der Optik der Schweizer Fussballliga verwegen ist, darf er in diesem Fall ausgesprochen werden. Eigentlich müsste YB in der Champions League nach 4 Spielen mehr haben als 3 Punkte und den letzten Tabellenplatz. Der 2:1-Startsieg gegen Manchester United gibt noch immer Rückenwind, doch er ist schwächer geworden und könnte zum Erliegen kommen, sollten die Berner am Dienstagabend auf dem Wankdorf-Kunstrasen gegen Atalanta Bergamo verlieren. In dem Fall wäre der 3. Rang weg, und YB würde nicht wenigstens in der Europa League überwintern.

Andersherum wären die Berner mit einem Erfolg gegen Atalanta wieder im Rennen, selbst im Kampf um die Achtelfinals der Champions League. Das allein zeigt die Bedeutung des überraschenden, in letzter Minute realisierten Heimsiegs gegen Manchester United. YB steht punktemässig besser da als Klubs wie Dynamo Kiew, Schachtjor Donezk, Leipzig, die AC Milan, Besiktas Istanbul oder Malmö FF. Aber das ändert nichts daran, dass YB gerade im Vergleich mit dem derzeit beileibe nicht übermächtigen Villarreal CF (1:4, 0:2) zu wenig herausgeholt hat. Da könnte sogar mehr als «nur» Rückenwind sein.

Aebischer, einer der Serienmeister

Dessen ist sich auch der 24-jährige Mittelfeldspieler Michel Aebischer bewusst. Er gilt als YB-Dauerläufer, fehlt fast nie und reiht sich wie Christian Fassnacht, Jean-Pierre Nsame, Miralem Sulejmani, Nicolas Moumi Ngamaleu und David von Ballmoos unter jene Spieler ein, die seit 2018 Serienmeister sind. Aebischer rätselt über die Gründe, weshalb die Berner im Moment nicht in der Verfassung ihres Lebens sind. Niederlagen in der Königsklasse sind das eine, solche in der Meisterschaft gegen St. Gallen (1:3) oder im Cup gegen Lugano (1:2) das andere.

Aebischer spricht von «fehlendem Wettkampfglück» in Lugano, von «fehlender Effizienz» gegen Villarreal und sagt irgendwann: «Wir wissen es selbst nicht.» Auf jeden Fall präsentiert sich YB in diesen Wochen nicht mehr als Übermannschaft wie in der letzten Saison, als sie die Meisterschaft mit 31 Punkten Vorsprung abschloss. Doch das ist zu relativieren: YB hat in der Meisterschaft im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt 2020/21 zwar doppelt so viele Tore erhalten, hat aber trotzdem nur fünf Punkte weniger. Und die Konkurrenz ist stärker als in der Corona-Geister-Saison.

Wie Christian Fassnacht gehört Michel Aebischer zu jenem Teil des YB-Personals, bei dem vor allem eine Frage im Raum steht: Wann folgt der Transfer? Aebischer ist Stammspieler, zeigt sich in der Champions League und rückte dem inneren Kreis der von Verletzungen geplagten Nationalmannschaft näher. Und er ist 24. Ursprünglich lief sein Vertrag 2022 aus, er hätte warten – und im nächsten Sommer ablösefrei ins Ausland abspringen können. Doch er weiss, was er in Bern hat. Deshalb geht es in seinem Fall auch um Loyalität zum Klub, der etwas erhalten will, sollte Aebischer den nächsten Schritt tun.

Der versiegte Transfermarkt

Als Kompromiss wurde der Vertrag unlängst bis 2023 verlängert. Die Wetterlage ist weiterhin von Unsicherheiten geprägt, weil der Transfermarkt wegen Corona fast zum Erliegen gekommen ist, zumindest in jenem Segment, das für Schweizer Klubs und Spieler von Interesse ist. Ob, wie und wann sich das wieder ändert, ist schwer abzuschätzen. In normalen Zeiten wäre ein Spieler wie Aebischer wahrscheinlich längst nicht mehr in Bern.

Der naheliegendste Zeitpunkt für den Absprung ist der nächste Sommer. Stand jetzt. Aebischer kann derweil für sich selbst werben. Dafür steht ihm im Minimum noch zweimal das Schaufenster der Champions League zur Verfügung, zuerst gegen Atalanta und am 8. Dezember in Manchester.

Während Villarreal im Moment im spanischen Mittelfeld anzusiedeln ist, gehört Atalanta zur italienischen Spitze. Am Wochenende schossen die Bergamasken gegen La Spezia fünf Tore. Aebischer sagt, dass der Respekt bei der 0:1-Niederlage von YB in Bergamo «vielleicht zu gross» gewesen sei. Die Losung für das Rückspiel liest sich einfach: «Sie müssen schnell merken, was sie hier erwartet.»

Wenn’s nur so einfach wäre, wie es klingt. In einem Match der Königsklasse, die für jeden Sieg eine Uefa-Prämie von drei Millionen Franken parat hat.


https://www.nzz.ch/sport/champions-leag ... ld.1656544

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 23. November 2021, 10:04 
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YB-Trainer David Wagner: «Wahrscheinlich bin ich nicht schlau genug, um mir darüber Gedanken zu machen.»

Der YB-Motor stottert. Ausgeschieden im Cup. In der Meisterschaft nicht souverän. Und in der Champions League bietet sich am Dienstag im Heimspiel gegen Atalanta Bergamo die wohl letzte Chance, um im Europacup zu überwintern. Trainer David Wagner spricht über Überlebens-Camps, Arbeitslosengeld und die delikate Situation bei YB.

David Wagner hat eine spannende Biografie. Erst wird der Sohn einer Deutschen und eines Thailänders Profifussballer. Danach folgt der Einstieg in eine akademische Laufbahn. Wagner studiert Biologie und Sport. Er hat zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Töchter, aber nicht Unmengen an Ersparnissen. Es wird knapp. Als er das Studium beendet, befolgt er den Rat seines Kumpels Jürgen Klopp und steigt ins Trainerbusiness ein. Es läuft nicht gut. Wagner ist bald mal ohne Job und auf Arbeitslosengeld angewiesen. Die zweite Chance aber nutzt er. Über die Reserven Dortmunds kommt er bei Huddersfield unter, einem englischen Zweitligisten. Wagner steigt überraschend auf, hält mit dem Aussenseiter sensationell die Liga. Danach arbeitet er erst erfolgreich, danach sehr erfolglos (17 Spiele in Serie ohne Siege) auf Schalke. Seit Sommer ist der 50-jährige Deutsche Trainer bei YB.

Wie passt das Wetter zur derzeitigen Stimmung rund um YB?

Dass die Stimmung trüb und grau ist, nehme ich so nicht wahr. Aber es ist auch klar, dass nicht mehr alle so euphorisiert sind wie vor fünf Wochen. Diese Stimmungswechsel kenne ich, seit ich in diesem Spiel mitspiele. Das ist Normalität. In so einer Phase geht es darum, möglichst viel zu investieren, damit die Stimmungslage dreht.

Vor der letzten Nationalmannschaftspause im Oktober war YB in einem kleinen Rausch. Seither gab es kaum noch Erfolgserlebnisse. Was ist in diesen Wochen passiert?

Wir haben weniger gewonnen, weniger Tore geschossen.

Sagen Sie bitte etwas, das wir nicht an der Tabelle ablesen können.

Wir hatten viel mehr verletzte Spieler, hatten Rotsperren, hatten Spieler, die nicht so frisch aus den Nationalteams zurückgekehrt sind. Wir alle haben einfach nicht mehr so gut performt. Wir arbeiten daran, das zu ändern. Was mir gefällt, dass allen voran die Spieler aber auch alle Angestellten im Verein sich gegen die Situation wehren, nicht einfach alles hinnehmen. Ich bin überzeugt, dass uns diese Erfahrung für den Rest der Saison helfen wird.

Spüren Sie eine Schwere?

Generell fällt alles leichter, wenn man erfolgreich ist. Aber das bedeutet nicht, dass im Umkehrschluss nun alles so wahnsinnig schwer ist bei uns. Ich spüre die Herausforderung, eine schwierige Phase anzunehmen und sie zu drehen. Das ist schon ein anderes Gefühl als beispielsweise nach dem Sieg gegen Manchester United. So wenig ich das damals Rosarot gesehen habe, so wenig sehe ich heute alles in Grau.

Ist in einer solchen Situation die Champions League immer noch Segen, oder auch ein bisschen Fluch?

Für jeden Klub ist die Champions League ein Segen, für einen Teilnehmer aus einer kleineren Liga erst recht.

Klar, reinkommen und kassieren. Aber jetzt, wo man schon drin ist und der Motor stottert?

Es gibt extrem viele Dinge, für die es sich lohnt, Champions League zu spielen. Es hilft jedem einzelnen Spieler, wenn er sich auf einem Niveau messen kann, das er sonst nicht regelmässig antrifft. Und was unsere Fans für Reisen machen können oder die Choreographien zu Hause. Ausserdem: Den Sieg gegen Manchester United will garantiert kein YB-Sympathisant missen. Und es ist ganz klar: Wenn du dich auf diesem Niveau misst, kann es passieren, dass du Niederlagen kassierst.

Und genau das drückt auf die Stimmung und die Leistung. Oder nicht?

Niederlagen sind auch in der Champions League nicht angenehm. Aber wenn wir uns die Leistungen anschauen: Bei Villarreal waren wir nahe am Punktgewinn dran. Zu Hause gegen Villarreal waren wir keine drei Tore schlechter. In Bergamo haben wir verdient verloren und gegen Manchester verdient gewonnen. Und jetzt haben wir zu Hause gegen Bergamo die Chance, mit einem Sieg an diesem sehr guten Gegner vorbeizuziehen. Allein das ist doch verrückt. Gefühlt ist die Partie gegen Bergamo das grösste internationale Spiel der Vereinsgeschichte. Weil wir sehr viel erreichen können.

Warum haben sie beim 1:4 gegen Villarreal kurzfristig das System von Vierer- auf Dreierabwehr umgestellt?

Wir wollten das Zentrum schliessen und wollten etwas offensiver agieren als sonst.

Sie sind ein Mann, der gerne Routine mag. Ist das dann kein Widerspruch?

Nein, weil ich auch ein Mann bin, der gerne gewinnt. Und wenn das Gewinnen bedingt, dass ich Routine breche, dann tue ich das. Wir spielten gegen Manchester United das erste Mal überhaupt mit drei Sechsern und gewannen.

Und keiner fragt warum.

Im Gegenteil. Jeder sagt hinterher: Wie schlau war das denn. Wir spielen gegen Villarreal mit drei Innenverteidigern, verlieren und jeder sagt hinterher: Wie doof war das denn. Mit Verlaub, aber wenn man da einen Zusammenhang herstellt, ist mir das zu einfach, zu wenig reflektiert.

Ist der Vorwurf, Sie hätten zu wenig rotiert, weshalb der Mannschaft nun die Frische fehlt, auch zu wenig reflektiert?

Da kenne ich die Statistik nicht. Wer sagt, was viel und was wenig ist? Wir machen uns auf jeden Fall sehr viele Gedanken darüber.

Was sagt Ihnen das Gefühl?

Es gibt einen sehr grossen Block an Spielern, die 40 bis 60 Prozent der maximalen Einsatzminuten absolviert haben. Und so sollte es auch sein.

18 Spieler sind bei der Hälfte aller Partien oder mehr eingesetzt worden. In der letzten Saison waren es unter Trainer Gerardo Seoane 20 Spieler.

Sehen Sie! Wir liegen gar nicht so weit auseinander. Der Vorwurf, ich hätte wenig rotiert, ist aus meiner Sicht haltlos.


Haben Sie das Gefühl, Sie werden härter angefasst als andere Trainer in der Super League?

Nein, ich werde der Erwartungshaltung entsprechend angefasst. Wir haben ambitionierte Ziele formuliert. Das war mit ein Grund zu YB zu kommen. Den Cup müssen wir leider abschreiben, was enttäuschend ist. International haben wir die Champions League erreicht, was herausragend ist. Und in der Meisterschaft sind wir vorne dabei.

Sie sagen Cup statt Pokal wie in Deutschland. Sie sind schon beinahe assimiliert.

Ich sage auch Corner und Goal (lacht).

Echt?

Nicht immer. Aber ich lerne dazu.

Wie fühlen Sie sich hier?

Gut. Wie ich es mir erhofft habe nach den ersten Gesprächen mit den Verantwortlichen. Der Verein und seine Leute sind ambitioniert und verlässlich.

Gibt es für Sie kein Leben ausserhalb des Fussballs?

Das ist in Bern auch toll, klar. Ich habe Restaurants in der Stadt, wo ich gerne essen gehe. Ich war schon auf dem Augstmatthorn und auf dem Stockhorn wandern. Und ich war auch schon am Murtensee. Aber das wars dann auch schon. Der gedrängte Spielkalender lässt nicht viel mehr zu. Ich weiss nicht, ob ich in den letzten vier Monaten acht freie Tage hatte.

Sind Sie froh, dass bei dieser Arbeitsbelastung Ihre beiden Töchter schon erwachsen sind?

Ja, ich bin generell froh, dass Sie gut erwachsen geworden sind. Aber nicht wegen der Arbeitsbelastung. Ich kenne das nicht anders. Die vier Jahre in England waren ganz ähnlich.

Aber da waren Ihre Töchter auch nicht mehr in einem Alter, in dem Sie ihnen die Schuhe schnüren mussten.

Stimmt. Um den Bezug zum Fussball herzustellen: Ich bin froh, dass ich Ihnen nie einen Schulwechsel zumuten musste. Und sie gingen nie in der Stadt zur Schule, wo der Papa Trainer ist. Ich weiss von anderen, dass das nicht immer lustig ist. Diese zwei Komponenten spielen für mich eine Rolle in Bezug auf meinen Beruf. Und nicht, ob ich viel oder nicht so viel gearbeitet habe.

Sie sind früh Vater geworden.

Damals habe ich nicht so viel darüber nachgedacht. Im Nachhinein kann ich sagen: Das war eine der besten Entscheidungen, die meine Frau und ich getroffen haben. Denn früh Vater zu werden bedeutet, als junger Vater erwachsene Kinder zu haben. Da gibt’s nichts Schöneres.

Vor einem Monat sind Sie 50 geworden. Was hat das in Ihnen ausgelöst?

Nichts. Ich finde die Zahl schrecklich, wenn ich sie höre oder lese.

Sie haben mehr Berufsjahre hinter als vor sich. Haben Sie sich darüber Gedanken gemacht?

Wahrscheinlich bin ich nicht schlau genug, um mir darüber Gedanken zu machen. Ich habe vor einigen Jahren gesagt, dass ich diesen Job mit 60 nicht mehr machen werde.

Wieso?

Die Zeit rast, wenn man in diesem Job drin ist. Ausserdem glaube ich, dass es noch ganz viele andere tolle Sachen gibt ausserhalb der Fussball-Welt. Ich habe diese Blase schon mal bewusst verlassen und wollte etwas anderes kennenlernen. Mir würde nicht der Boden unter den Füssen weggerissen, wenn ich nicht mehr in der Fussball-Blase wäre.

Denken Sie nicht, dass es beim zweiten Mal schwieriger wird, die Blase zu verlassen?

Wieso? Ich kann Ihnen Argumente liefern, warum es für mich viel einfacher sein wird als damals mit 30. Ich bin als Persönlichkeit viel gereifter. Ich habe das Leben ausserhalb des Fussballs kennengelernt und weiss, dass ich mich da zurechtfinden kann. Und ich bin mittlerweile finanziell unabhängig. Das sind drei starke Argumente, die ich mit 30 nicht hatte.

Wie war es damals mit 30? Sie beenden die Profi-Karriere, haben finanziell aber noch nicht ausgesorgt, bereits eine Familie mit zwei Kindern und wagen etwas total Neues. Das ist mutig.

Und ich hatte keine Ahnung vom Leben ausserhalb des Fussballs. Heute finde ich es auch krass, was ich gemacht habe. Aber es gab damals für mich keine andere Option. Fussball hat mir keinen Spass mehr gemacht.

Was war mit Existenzängsten. Ich habe gelesen, Sie haben zwischenzeitlich auch Arbeitslosengeld bezogen.

Das war danach. In den Jahren als Profi gelang es uns schon, ein Polster anzusparen. Damit konnte ich mein Studium (Biologie und Sport; Red.) finanzieren und die Familie über Wasser halten. Wenn man wie ich das zweite Staatsexamen macht und sieben Jahre null Einkommen hat, ist das Ersparte aufgebraucht. Das war uns klar. Danach musste wieder etwas passieren. Aber ich habe dann nicht als Gymnasiallehrer gearbeitet, sondern bin als Trainer wieder zum Fussball zurück. Und als mein Vertrag in Hoffenheim als Nachwuchs-Trainer nicht verlängert wurde, war praktisch kein Geld mehr da.

Hat Ihnen der Druck, aus existenziellen Gründen das Studium in der kürzest möglichen Zeit abschliessen zu müssen geholfen beim Einstieg ins Trainergeschäft?

Es ist eher umgekehrt. Der Umgang mit Druck, den ich aus dem Fussball kannte, hat mir beim Studium geholfen. Wenn man schon mal vor 50000 Zuschauern gespielt hat, ist eine Prüfung kein grosses Ding mehr. Ich spürte Druck, als ich mich nach Hoffenheim arbeitslos melden musste und nicht gleich einen neuen Job gefunden habe.

Mit Huddersfield haben Sie mit den Spielern mal ein viertägiges Überlebens-Camp in absoluter Wildnis gemacht. Können Sie sich so was auch bei YB vorstellen?

Ich habe das zuvor auch mit den Reserven von Dortmund gemacht, nachdem wir in die 3. Liga aufgestiegen sind. Ich sagte zu Sportdirektor Michael Zorc: Ich will keine Prämie, aber lass uns so ein Ding machen. Denn wir werden in einer Liga spielen, in der wir krasser Aussenseiter sind. Deshalb müssen wir etwas kreieren, das uns als Gruppe zusammenschweisst, um irgendwie bestehen zu können. Immerhin haben wir drei Jahre lang in der 3. Liga gespielt. Und bei Huddersfield waren es nach dem sensationellen Aufstieg in die Premier League ähnliche Beweggründe.

Und bei YB?

Hier habe ich einerseits eine sehr homogene Mannschaft angetroffen. Andererseits sind wir Favorit und nicht Aussenseiter. Trotzdem muss man sich immer wieder neue Ziele setzen. Jetzt, wo ich die Jungs kenne, bin ich hundertprozentig davon überzeugt, dass ich so was auch mit dieser Gruppe machen könnte. Denn die Spieler mögen Widerstände. Sie mögen, wenn es hart ist, weil sie hungrig und willig sind.

Und sie mögen es, fern von Luxus und Komfort vier Tage in der Wildnis zu verbringen?

Nein, das mögen sie nicht. Aber sie mögen Widerstände. Man darf das nicht so plakativ betrachten. Es geht darum, sich mit Extremsituationen auseinanderzusetzen und die Komfortzone zu verlassen, um als Gruppe zusammenzuwachsen. Nichts anderes machen wir im Fussball. Wir können nicht immer Mainstream sein. Wir müssen auch mal querdenken und aus der Komfortzone raus, um das nächste Level zu erreichen. Ich habe gleich zu Beginn meiner Zeit in Bern gesagt: Das Niveau von letzter Saison wird nicht mehr reichen, um erfolgreich zu sein. Wir müssen besser werden, weil die anderen sich gesteigert haben.

Wie geht die Gruppe um, wenn es wie zuletzt stockt?

Reflektiert. Auf eine ruhige und positive Weise enttäuscht. Aber mit der klaren Zielsetzung: Wir können und wollen das drehen.


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/in ... ld.2217651

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 23. November 2021, 10:07 
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Ist der Meister reif für einen Achtelfinal?

So viel Erfahrung steckt im YB-Team

2018 stiegen die Young Boys euphorisiert, aber auch naiv in die Champions League. Wie die aktuelle Kampagne in Erinnerung bleibt, entscheidet das heutige Spiel gegen Atalanta.

Die Vergangenheit sitzt ganz oben, unter dem Dach. Vor den Logen des Wankdorfstadions reiht sich an den Wänden Bild an Bild: Marco Wölfli ballt seine Faust, als er auf dem Weg zum ersten Meistertitel seit 32 Jahren einen Penalty hält. Steve von Bergen wischt sich eine Träne aus dem Gesicht, als er 20 Profijahre mit seinem ersten YB-Tor im letzten Spiel beendet. Und Guillaume Hoarau jubelt nach seinem zweiten Tor gegen Juventus Turin, 2:1, der erste YB-Sieg in der Champions League.

Die Meilensteine aus der Vereinsgeschichte kommen ohne die Körnung aus grauen Vorzeiten daher, der Aufschwung der Young Boys zum Branchenprimus verleiht ihrer Ahnengalerie eine erfrischende Aktualität. Das nächste Kapitel, die nächste Stufe, auch das zeichnet die Dynastien eines Seriensiegers aus. Und als das durch zuletzt vier Meisterprüfungen gestählte YB am 14. September mit 2:1 gegen Manchester United gewann, rückte urplötzlich eine nächste Errungenschaft ins Zentrum: die Qualifikation für einen Champions-League-Achtelfinal.

«Das wäre ein riesiger Exploit», sagt Sportchef Christoph Spycher, «aber es waren auch in der Vergangenheit die hohen Ziele, die uns antrieben.» Dreimal haben die Young Boys seit dem erfolgreichen Start in der Königsklasse verloren, und doch ist vor dem Heimspiel am Dienstag gegen Atalanta Bergamo noch alles möglich. YB muss gegen die Italiener gewinnen, damit Rang 2 noch ein Thema ist, auch für Rang 3, das erklärte Ziel des Meisters in dieser Gruppe, ist das förderlich, aber nicht unabdingbar. Nur stellt sich vor diesem Anlauf zum zweiten Wurf auf grosser Bühne unweigerlich die Frage: Hat YB die internationale Reife für einen Einzug in die nächste Runde?

Die Erfahrensten sind verletzt

«Absolut», sagt Steve von Bergen. Der frühere Abwehrchef und 50-fache Nationalspieler ist heute Defensivtrainer im Nachwuchs der Berner und reist als solcher mit der U-19 von YB im Juniorenbewerb Youth League ebenfalls noch durch Europa. Er erinnert sich, wie die Mannschaft von 2018 damals in die erste Champions-League-Kampagne der Vereinsgeschichte stieg, «ich weiss noch, wie bei uns die internationale Erfahrung verhandelt wurde». Spieler mit Erlebnissen in der Königsklasse gab es gerade mal zwei. Man hielt sich an die Partien von Miralem Sulejmani mit Benfica und Ajax, man redete über die Spiele von Hoarau mit Paris St-Germain. Die Spuren aus der Sternenliga wirkten wie das Zeugnis aus einer anderen Fussballwelt.

«Und heute?», fragt von Bergen. Er zählt auf: Lauper, Ngamaleu, Aebischer, Garcia, Camara, Nsame, Fassnacht, von Ballmoos, auch Sulejmani ist noch da. Neun Spieler im aktuellen Kader waren schon 2018 dabei, «das ist der Unterschied, das hat Wert», findet von Bergen. Von diesen neun fehlen zumindest für die Partie gegen Atalanta noch vier verletzt – «das tut weh, keine Frage», sagt Sportchef Spycher.

Es sind die Träger der neuen YB-Achse, die da verletzt fehlen. Fassnacht, der Nationalspieler, der mit aktuell acht Saisontoren eigentlich gerade so viele seiner Chancen verwertet wie schon lange nicht mehr – was noch immer nicht heisst, dass er effizient agiert: Er fehlt noch bis Ende Jahr mit einer Kopfverletzung. Von Ballmoos, der stellvertretende Captain hinter dem zuletzt so lange verletzten Lustenberger, mit 177 Spielen für YB ein kleines Goalie-Monument: Wieder ist er, wie schon im Frühling 2018, an der Schulter verletzt. Nsame, mit 79 Ligatoren ein Fundament der letzten YB-Titel: Er peilt sein Comeback nach einem Achillessehnenriss für 2022 an.

Solche Namen hat Christoph Spycher genannt, als er im Corona-Sommer 2020 nach einem gegen viele Widerstände verteidigten Titel einen grösseren Umbau moderieren musste. Bedarf an neuen Führungsspielern gebe es gar nicht, sagte Spycher, als ein Jahr nach von Bergen auch Wölfli zurücktrat und Hoarau keinen neuen Vertrag mehr erhielt. «Sie sind schon da, sie müssen jetzt einfach in diese Rolle finden.»

Auch vor diesem Hintergrund haben sie bei den Young Boys im Sommer keinen zusätzlichen Verteidiger geholt, als klar war, dass Abwehrchef Lustenberger mit einer gerissenen Achillessehne den Grossteil der Vorrunde verpassen würde. «Wir haben internationale Reife», sagt Spycher und denkt in der Abwehr an Garcia, Lauper, Camara, Zesiger. «Sie sind nicht mehr die Spieler, die sie vor drei, vier Jahren waren.»

Mit dem Erfolg gegen Manchester brachte YB etwas ins Rollen, der Sieg hat etwas ausgelöst. Auch überzogene Erwartungen? «Nein, das war optimal, und davon profitiert das Team doch immer noch», sagt Guillaume Hoarau. Als Torjäger war er 2018 für drei von vier YB-Treffern in der Champions League verantwortlich, noch immer ist er mit grossem Abstand der beste Schütze für die Berner im Europacup. Das 2:1 gegen Manchester verfolgte Hoarau live im Stadion, neben Wölfli, neben von Bergen, dort, wo ihre Bilder noch von den letzten Heldentaten zeugen.

«Das kannst du nicht kaufen, das musst du erleben»

Der Start in die Kampagne von 2018 allerdings missriet mit einem 0:3 zu Hause, ebenso gegen Manchester United, im zweiten Spiel gab es ein 0:3 bei Juventus Turin. «Wir waren damals allein wegen der Qualifikation euphorisiert» erinnert sich Hoarau, «und auch ein wenig naiv.» Als «gewachsen» bezeichnet er hingegen die aktuelle Mannschaft, weil er ihre Spieler auch durch Minuten mit den Nationalteams in ihrem Reifeprozess beschleunigt sieht, neben Champions League, Europa League, Qualifikationsrunden. «Das kannst du dir nicht kaufen, das musst du erleben.»

Zwei Tore steuerte Hoarau einst zum 2:1 gegen Juventus bei. Ein 2:1 gab es gegen Manchester, auf ein 2:1 tippt Hoarau am Dienstag. Nach Atalanta wartet wieder United, die letzte Partie bestreitet YB in Manchester. «Ein Entscheidungsspiel im OId Trafford, daran willst du dich später erinnern», sagt Steve von Bergen.

Erlebnisse, Eindrücke, Erinnerungen, erst durch sie entsteht der Erzählungsschatz des Fussballs. Die Bilder oben unter dem Stadiondach stehen für vergangene, die Spieler auf dem Rasen für künftige Erfolge. Und von damals können die Young Boys vielleicht tatsächlich für heute profitieren.


https://www.bernerzeitung.ch/so-viel-er ... 4884738168

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Die Young Boys glauben trotz Verletzungspech an ihre Chance gegen Atalanta

Schweizer Meister YB muss gegen Atalanta Bergamo (21 Uhr) gewinnen, will er sich die Chance auf europäisches Überwintern sichern. Von Trainer David Wagner ist taktische Kreativität gefragt.

Die Pause dauert nur ein paar wenige Sekunden, aber sie ist aussagekräftiger als das meiste, was die Exponenten der Young Boys am Montagnachmittag in die Mikrofone diktieren. David Wagner sitzt auf dem Podium im Mediencenter des Stadions Wankdorf und wird gefragt, wie er im letzten Heimspiel der Champions-League-Gruppenphase gegen Atalanta Bergamo am Dienstagabend Christian Fassnacht ersetzen wolle.

Der Flügelspieler fehlt dem Schweizer Meister wegen eines Bruchs des Schläfenbeins, den sich der Nationalspieler am 6. November in der Super-League-Partie gegen GC zugezogen hat, noch bis Ende Jahr und stellt den YB-Trainer damit vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Denn eigentlich ist der 28-Jährige im Kader der Berner nicht zu ersetzen und die Flügel ohnehin die Problemzone.

«Wir müssen dafür sorgen, dass die Kräfteverhältnisse nicht so offensichtlich sind wie im Hinspiel.»

Wagner pausiert also kurz, schaut sich um, wiederholt die Frage und sagt: «Es ist schwer.» Aber natürlich habe er sich eine Idee zurechtgelegt, wie er seine Mannschaft ohne ihren mit acht Saisontoren wettbewerbsübergreifend besten Torschützen aufstellen will. Im Hinspiel in Bergamo Ende September (0:1) hatte Fassnacht auch verletzungsbedingt gefehlt, nachdem er sich am Wochenende zuvor gegen St. Gallen eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte.

Das misslungene Experiment

Der Deutsche entschied sich damals dafür, dem Problem auf den Seiten damit zu begegnen, gar keine klassischen Flügel aufzustellen, sondern die Mitte mit drei zentralen Mittelfeldspielern zu stärken. Das Experiment misslang insofern, als dass es nicht den gewünschten Effekt und YB nicht mehr Spielkontrolle gehabt hatte. Vielmehr blieben die Young Boys offensiv blass – bis auf eine grosse Torchance von Meschack Elia in der ersten Hälfte, und defensiv mussten sie sich immer weiter zurückdrängen lassen.

Im Heimspiel soll dies natürlich ungeachtet der taktischen Formation und des gewählten Personals anders sein. Wagner sagt: «Wir müssen dafür sorgen, dass die Kräfteverhältnisse nicht so offensichtlich sind wie im Hinspiel.» Will heissen: Die Young Boys wollen trotz der vielen Absenzen mutig auftreten, nach vorne spielen, die Offensive suchen. Captain Fabian Lustenberger wird nach seinem Riss der Achillessehne erstmals wieder im Aufgebot stehen, ist aber nach zwei Einsätzen im Nachwuchs kaum eine Option für 90 Minuten. Die Zuschauer im ausverkauften Wankdorf sollen YB zu einem weiteren Exploit tragen wie am ersten Spieltag mit dem Sieg in letzter Sekunde gegen Manchester United (2:1).

Das erwähnt Wagner mehrmals, und auch Guillaume Faivre, der neben ihm sitzt, spricht mehr als einmal von der Atmosphäre, welche dem Team helfen werde. Der Goalie steht nach der Partie am letzten Spieltag in Villarreal (0:2) vor seinem zweiten Einsatz in der Champions League. Nach der Schulterverletzung von David von Ballmoos ist der Neuenburger zur temporären Nummer 1 aufgestiegen, zittert aber nicht vor der grossen Bühne. «Wenn ich zwanzig wäre, wäre ich vielleicht nervös», sagt der 34-Jährige mit einem Schmunzeln.

Das Gedankenspiel

Es ist demonstrative Gelassenheit, welche die Young Boys an den Tag legen, und obwohl sie in den letzten Wochen verletzungsgeplagt waren und spielerisch selten überzeugten, weisen sie auf etwas hin, das in dieser Zeit ob all der Widrigkeiten vergessen werden könnte: Theoretisch können die Berner mit zwei Siegen gegen Atalanta und am 8. Dezember bei Manchester United die Gruppe F immer noch gewinnen und in die K.o-Phase einziehen.

Wahrscheinlich wird dieses Gedankenspiel irgendwann obsolet werden, aber mit einem Sieg gegen die Italiener, die am Samstag beim 5:2 gegen Spezia überzeugten, könnte YB immerhin auf Platz 3 vorrücken und ein Überwintern in der Europa League zum Thema werden. Wagner sagt, alles sei sehr eng, und selbst wenn die Resultate zuletzt gegen Villarreal nicht danach ausgesehen hätten, habe sein Team gegen die Spanier mithalten können. «Noch ist alles möglich.»


https://www.watson.ch/sport/fussball/58 ... n-atalanta

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YB: Wie die Atalanta-Fankultur 1964 Bern erreichte

YB gegen Atalanta Bergamo: Diese Partie gab es 1964 schon einmal. Und sie ist aus einem ganz bestimmten Grund legendär.

Das Wichtigste in Kürze

- Heute Dienstag (21 Uhr) spielt YB in der Champions League gegen Bergamo.
- Dieses Spiel gab es schon 1964 einmal. Es war nur ein Test, bleibt aber unvergessen.

Heute Abend trifft YB in der Champions League auf Atalanta Bergamo. Gewusst? Diese Duell gab es schon vor Jahren: Die Länderspielpause wegen Schweiz - Italien im Mai 1964 nutzen YB und Atalanta Bergamo kurzerhand für ein «kleines Länderspiel».

Am Abend vor dem grossen Länderspiel (1:3 in Lausanne) strömen 7000 Zuschauer ins Wankdorf – darunter auffallend viele Italiener. Schiedsrichter ist der Basler Godi Dienst, der zwei Jahre später mit dem berühmten Wembley-Tor England zum Weltmeister machen wird.

Atalanta, damals amtierender Pokalsieger, tritt mit den Dänen Christensen und Nielsen an, aber natürlich ohne ihren Stürmerstar, Nationalspieler Angelo Domenghini. Tausende von Bergamo-Fans sorgen für eine Stimmung, die man in Bern so noch nicht kannte.

Der «Bund» schrieb danach: «Die Stimmung unter den Zuschauern, unter denen man viele italienische Gastarbeiter sah und vor allen Dingen hörte, kam dem Siedepunkt nahe. Frenetischer Jubel ertönte, als bereits der erste Eckball in der 2. Minute zum ersten italienischen Treffer führte. Die Bergamasken schienen die Einheimischen geradezu erdrücken zu wollen.»

Aber die YB-Fans wollen nicht zurückstehen. Nachdem Stürmerstar Geni Meier mit scharfem Freistoss das 1:1 erzielt, tönt es immer wieder «Geni – Geni!» von den Rängen, wenn er in Schussposition kommt. «Und wahrlich, er geizte nicht mit seinen Versuchen. Torhüter Cometti wird voraussichtlich noch lange an diesen Abend zurückdenken», so der «Bund».

Urs Frieden (65), Nau.ch-Ausbildner, erinnert sich: «Man konnte damals nur wenig Partien am TV verfolgen und bekam von Fankultur wenig mit. Deshalb kam der überschwängliche Auftritt der Bergamo-Fans überraschend. Und er motivierte die YB-Fans, hier stimmlich mitzuhalten.»

Es sei zwar nur ein Testspiel gewesen (damals sagte man noch «Freundschaftsspiel»), aber es habe «insofern eine grosse Bedeutung gehabt, als die italienische Fankultur an diesem Abend die YB-Fans erreichte und animierte».

YB dreht das Spiel

Die wackeren YB-Mannen behalten im ungewohnten Hexenkessel die Nerven und drehen das Spiel: Am Schluss heisst es 4:3 und, so der Berichterstatter, «die südländische Galerie verstummte».

Die weiteren Tore zum Sieg schiessen die spätere FCZ-Legende Kurt Grünig, der zukünftige Fifa-Schiri André Daina (er wird 1985 beim Heysel-Drama pfeifen) und ein gewisser Peter Hug. Dieser war zwei Jahre zuvor bei einem 9:2-Sieg in Grenchen mit vier Toren aufgefallen. Wobei YB sieben Tore innert zwölf Minuten schoss – ein Liga-Rekord für die Ewigkeit.

Schon das Vorspiel zu YB-Atalanta hatte es in sich: Beim Meisterschaftsspiel der sogenannten Reserven, der zweiten Mannschaften von YB und Lausanne, weigern sich zwei vom Platz verwiesene Spieler, das Feld zu verlassen, worauf ein Tumult entsteht und der Schiedsrichter die Partie eine Minute vor Schluss abbricht. Möglicherweise ein Kommunikationsproblem. Denn Rote Karten gabs damals noch nicht.

https://www.nau.ch/sport/fussball-int/y ... e-66039695

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YB-Coach David Wagner vor dem Atalanta-Spiel: «Die Spieler hier mögen Widerstände»

Der YB-Motor stottert. Ausgeschieden im Cup. In der Meisterschaft nicht souverän. Und in der Champions League bietet sich am Dienstag im Heimspiel gegen Atalanta Bergamo die wohl letzte Chance, um im Europacup zu überwintern. Trainer David Wagner spricht über Überlebens-Camps, Arbeitslosengeld und die delikate Situation bei YB.

David Wagner hat eine spannende Biografie. Erst wird der Sohn einer Deutschen und eines Thailänders Profifussballer. Danach folgt der Einstieg in eine akademische Laufbahn. Wagner studiert Biologie und Sport. Er hat zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Töchter, aber nicht Unmengen an Ersparnissen. Es wird knapp.

Als er das Studium beendet, befolgt er den Rat seines Kumpels Jürgen Klopp und steigt ins Trainerbusiness ein. Es läuft nicht gut. Wagner ist bald mal ohne Job und auf Arbeitslosengeld angewiesen. Die zweite Chance aber nutzt er. Über die Reserven Dortmunds kommt er bei Huddersfield unter, einem englischen Zweitligisten. Wagner steigt überraschend auf, hält mit dem Aussenseiter sensationell die Liga. Danach arbeitet er erst erfolgreich, danach sehr erfolglos (17 Spiele in Serie ohne Siege) auf Schalke. Seit Sommer ist der 50-jährige Deutsche Trainer bei YB.

Wie passt das Wetter zur derzeitigen Stimmung rund um YB?

Dass die Stimmung trüb und grau ist, nehme ich so nicht wahr. Aber es ist auch klar, dass nicht mehr alle so euphorisiert sind wie vor fünf Wochen. Diese Stimmungswechsel kenne ich, seit ich in diesem Spiel mitspiele. Das ist Normalität. In so einer Phase geht es darum, möglichst viel zu investieren, damit die Stimmungslage dreht.

Vor der letzten Nationalmannschaftspause im Oktober war YB in einem kleinen Rausch. Seither gab es kaum noch Erfolgserlebnisse. Was ist in diesen Wochen passiert?
Wir haben weniger gewonnen, weniger Tore geschossen.

Sagen Sie bitte etwas, das wir nicht an der Tabelle ablesen können.
Wir hatten viel mehr verletzte Spieler, hatten Rotsperren, hatten Spieler, die nicht so frisch aus den Nationalteams zurückgekehrt sind. Wir alle haben einfach nicht mehr so gut performt. Wir arbeiten daran, das zu ändern. Was mir gefällt, dass allen voran die Spieler, aber auch alle Angestellten im Verein sich gegen die Situation wehren, nicht einfach alles hinnehmen. Ich bin überzeugt, dass uns diese Erfahrung für den Rest der Saison helfen wird.

Spüren Sie eine Schwere?
Generell fällt alles leichter, wenn man erfolgreich ist. Aber das bedeutet nicht, dass im Umkehrschluss nun alles so wahnsinnig schwer ist bei uns. Ich spüre die Herausforderung, eine schwierige Phase anzunehmen und sie zu drehen. Das ist schon ein anderes Gefühl als beispielsweise nach dem Sieg gegen Manchester United. So wenig ich das damals Rosarot gesehen habe, so wenig sehe ich heute alles in Grau.

Ist in einer solchen Situation die Champions League immer noch Segen, oder auch ein bisschen Fluch?
Für jeden Klub ist die Champions League ein Segen, für einen Teilnehmer aus einer kleineren Liga erst recht.

«Gefühlt ist die Partie gegen Bergamo das grösste internationale Spiel der Vereinsgeschichte.»

Klar, reinkommen und kassieren. Aber jetzt, wo man schon drin ist und der Motor stottert?
Es gibt extrem viele Dinge, für die es sich lohnt, Champions League zu spielen. Es hilft jedem einzelnen Spieler, wenn er sich auf einem Niveau messen kann, das er sonst nicht regelmässig antrifft. Und was unsere Fans für Reisen machen können oder die Choreografien zu Hause. Ausserdem: Den Sieg gegen Manchester United will garantiert kein YB-Sympathisant missen. Und es ist ganz klar: Wenn du dich auf diesem Niveau misst, kann es passieren, dass du Niederlagen kassierst.

Und genau das drückt auf die Stimmung und die Leistung. Oder nicht?
Niederlagen sind auch in der Champions League nicht angenehm. Aber wenn wir uns die Leistungen anschauen: Bei Villarreal waren wir nahe am Punktgewinn dran. Zu Hause gegen Villarreal waren wir keine drei Tore schlechter. In Bergamo haben wir verdient verloren und gegen Manchester verdient gewonnen. Und jetzt haben wir zu Hause gegen Bergamo die Chance, mit einem Sieg an diesem sehr guten Gegner vorbeizuziehen. Allein das ist doch verrückt. Gefühlt ist die Partie gegen Bergamo das grösste internationale Spiel der Vereinsgeschichte. Weil wir sehr viel erreichen können.

Warum haben sie beim 1:4 gegen Villarreal kurzfristig das System von Vierer- auf Dreierabwehr umgestellt?
Wir wollten das Zentrum schliessen und wollten etwas offensiver agieren als sonst.

Sie sind ein Mann, der gerne Routine mag. Ist das dann kein Widerspruch?
Nein, weil ich auch ein Mann bin, der gerne gewinnt. Und wenn das Gewinnen bedingt, dass ich Routine breche, dann tue ich das. Wir spielten gegen Manchester United das erste Mal überhaupt mit drei Sechsern und gewannen.

Und keiner fragt warum.
Im Gegenteil. Jeder sagt hinterher: Wie schlau war das denn. Wir spielen gegen Villarreal mit drei Innenverteidigern, verlieren und jeder sagt hinterher: Wie doof war das denn. Mit Verlaub, aber wenn man da einen Zusammenhang herstellt, ist mir das zu einfach, zu wenig reflektiert.

Ist der Vorwurf, Sie hätten zu wenig rotiert, weshalb der Mannschaft nun die Frische fehlt, auch zu wenig reflektiert?
Da kenne ich die Statistik nicht. Wer sagt, was viel und was wenig ist? Wir machen uns auf jeden Fall sehr viele Gedanken darüber.

«Der Vorwurf, ich hätte wenig rotiert, ist aus meiner Sicht haltlos.»

Was sagt Ihnen das Gefühl?
Es gibt einen sehr grossen Block an Spielern, die 40 bis 60 Prozent der maximalen Einsatzminuten absolviert haben. Und so sollte es auch sein.

18 Spieler sind bei der Hälfte aller Partien oder mehr eingesetzt worden. In der letzten Saison waren es unter Trainer Gerardo Seoane 20 Spieler.
Sehen Sie! Wir liegen gar nicht so weit auseinander. Der Vorwurf, ich hätte wenig rotiert, ist aus meiner Sicht haltlos.

Haben Sie das Gefühl, Sie werden härter angefasst als andere Trainer in der Super League?
Nein, ich werde der Erwartungshaltung entsprechend angefasst. Wir haben ambitionierte Ziele formuliert. Das war mit ein Grund zu YB zu kommen. Den Cup müssen wir leider abschreiben, was enttäuschend ist. International haben wir die Champions League erreicht, was herausragend ist. Und in der Meisterschaft sind wir vorne dabei.

Sie sagen Cup statt Pokal wie in Deutschland. Sie sind schon beinahe assimiliert.
Ich sage auch Corner und Goal (lacht).

Echt?
Nicht immer. Aber ich lerne dazu.

«Ich weiss nicht, ob ich in den letzten vier Monaten acht freie Tage hatte.»

Wie fühlen Sie sich hier?
Gut. Wie ich es mir erhofft habe nach den ersten Gesprächen mit den Verantwortlichen. Der Verein und seine Leute sind ambitioniert und verlässlich.

Gibt es für Sie kein Leben ausserhalb des Fussballs?
Das ist in Bern auch toll, klar. Ich habe Restaurants in der Stadt, wo ich gerne essen gehe. Ich war schon auf dem Augstmatthorn und auf dem Stockhorn wandern. Und ich war auch schon am Murtensee. Aber das wars dann auch schon. Der gedrängte Spielkalender lässt nicht viel mehr zu. Ich weiss nicht, ob ich in den letzten vier Monaten acht freie Tage hatte.

Sind Sie froh, dass bei dieser Arbeitsbelastung Ihre beiden Töchter schon erwachsen sind?
Ja, ich bin generell froh, dass Sie gut erwachsen geworden sind. Aber nicht wegen der Arbeitsbelastung. Ich kenne das nicht anders. Die vier Jahre in England waren ganz ähnlich.

Aber da waren Ihre Töchter auch nicht mehr in einem Alter, in dem Sie ihnen die Schuhe schnüren mussten.
Stimmt. Um den Bezug zum Fussball herzustellen: Ich bin froh, dass ich Ihnen nie einen Schulwechsel zumuten musste. Und sie gingen nie in der Stadt zur Schule, wo der Papa Trainer ist. Ich weiss von anderen, dass das nicht immer lustig ist. Diese zwei Komponenten spielen für mich eine Rolle in Bezug auf meinen Beruf. Und nicht, ob ich viel oder nicht so viel gearbeitet habe.

Sie sind früh Vater geworden.
Damals habe ich nicht so viel darüber nachgedacht. Im Nachhinein kann ich sagen: Das war eine der besten Entscheidungen, die meine Frau und ich getroffen haben. Denn früh Vater zu werden bedeutet, als junger Vater erwachsene Kinder zu haben. Da gibt’s nichts Schöneres.

Vor einem Monat sind Sie 50 geworden. Was hat das in Ihnen ausgelöst?
Nichts. Ich finde die Zahl schrecklich, wenn ich sie höre oder lese.

«Die Zeit rast, wenn man in diesem Job drin ist.»

Sie haben mehr Berufsjahre hinter als vor sich. Haben Sie sich darüber Gedanken gemacht?
Wahrscheinlich bin ich nicht schlau genug, um mir darüber Gedanken zu machen. Ich habe vor einigen Jahren gesagt, dass ich diesen Job mit 60 nicht mehr machen werde.

Wieso?
Die Zeit rast, wenn man in diesem Job drin ist. Ausserdem glaube ich, dass es noch ganz viele andere tolle Sachen gibt ausserhalb der Fussball-Welt. Ich habe diese Blase schon mal bewusst verlassen und wollte etwas anderes kennenlernen. Mir würde nicht der Boden unter den Füssen weggerissen, wenn ich nicht mehr in der Fussball-Blase wäre.

Denken Sie nicht, dass es beim zweiten Mal schwieriger wird, die Blase zu verlassen?
Wieso? Ich kann Ihnen Argumente liefern, warum es für mich viel einfacher sein wird als damals mit 30. Ich bin als Persönlichkeit viel gereifter. Ich habe das Leben ausserhalb des Fussballs kennengelernt und weiss, dass ich mich da zurechtfinden kann. Und ich bin mittlerweile finanziell unabhängig. Das sind drei starke Argumente, die ich mit 30 nicht hatte.

Wie war es damals mit 30? Sie beenden die Profi-Karriere, haben finanziell aber noch nicht ausgesorgt, bereits eine Familie mit zwei Kindern und wagen etwas total Neues. Das ist mutig.
Und ich hatte keine Ahnung vom Leben ausserhalb des Fussballs. Heute finde ich es auch krass, was ich gemacht habe. Aber es gab damals für mich keine andere Option. Fussball hat mir keinen Spass mehr gemacht.

Was war mit Existenzängsten. Ich habe gelesen, Sie haben zwischenzeitlich auch Arbeitslosengeld bezogen.
Das war danach. In den Jahren als Profi gelang es uns schon, ein Polster anzusparen. Damit konnte ich mein Studium (Biologie und Sport; Red.) finanzieren und die Familie über Wasser halten. Wenn man wie ich das zweite Staatsexamen macht und sieben Jahre null Einkommen hat, ist das Ersparte aufgebraucht. Das war uns klar. Danach musste wieder etwas passieren. Aber ich habe dann nicht als Gymnasiallehrer gearbeitet, sondern bin als Trainer wieder zum Fussball zurück. Und als mein Vertrag in Hoffenheim als Nachwuchs-Trainer nicht verlängert wurde, war praktisch kein Geld mehr da.

Hat Ihnen der Druck, aus existenziellen Gründen das Studium in der kürzest möglichen Zeit abschliessen zu müssen geholfen beim Einstieg ins Trainergeschäft?
Es ist eher umgekehrt. Der Umgang mit Druck, den ich aus dem Fussball kannte, hat mir beim Studium geholfen. Wenn man schon mal vor 50000 Zuschauern gespielt hat, ist eine Prüfung kein grosses Ding mehr. Ich spürte Druck, als ich mich nach Hoffenheim arbeitslos melden musste und nicht gleich einen neuen Job gefunden habe.

Mit Huddersfield haben Sie mit den Spielern mal ein viertägiges Überlebens-Camp in absoluter Wildnis gemacht. Können Sie sich so was auch bei YB vorstellen?
Ich habe das zuvor auch mit den Reserven von Dortmund gemacht, nachdem wir in die 3. Liga aufgestiegen sind. Ich sagte zu Sportdirektor Michael Zorc: Ich will keine Prämie, aber lass uns so ein Ding machen. Denn wir werden in einer Liga spielen, in der wir krasser Aussenseiter sind. Deshalb müssen wir etwas kreieren, das uns als Gruppe zusammenschweisst, um irgendwie bestehen zu können. Immerhin haben wir drei Jahre lang in der 3. Liga gespielt. Und bei Huddersfield waren es nach dem sensationellen Aufstieg in die Premier League ähnliche Beweggründe.

«Wir können nicht immer Mainstream sein.»

Und bei YB?
Hier habe ich einerseits eine sehr homogene Mannschaft angetroffen. Andererseits sind wir Favorit und nicht Aussenseiter. Trotzdem muss man sich immer wieder neue Ziele setzen. Jetzt, wo ich die Jungs kenne, bin ich hundertprozentig davon überzeugt, dass ich so was auch mit dieser Gruppe machen könnte. Denn die Spieler mögen Widerstände. Sie mögen, wenn es hart ist, weil sie hungrig und willig sind.

Und sie mögen es, fern von Luxus und Komfort vier Tage in der Wildnis zu verbringen?
Nein, das mögen sie nicht. Aber sie mögen Widerstände. Man darf das nicht so plakativ betrachten. Es geht darum, sich mit Extremsituationen auseinanderzusetzen und die Komfortzone zu verlassen, um als Gruppe zusammenzuwachsen. Nichts anderes machen wir im Fussball. Wir können nicht immer Mainstream sein. Wir müssen auch mal querdenken und aus der Komfortzone raus, um das nächste Level zu erreichen. Ich habe gleich zu Beginn meiner Zeit in Bern gesagt: Das Niveau von letzter Saison wird nicht mehr reichen, um erfolgreich zu sein. Wir müssen besser werden, weil die anderen sich gesteigert haben.

Wie geht die Gruppe um, wenn es wie zuletzt stockt?
Reflektiert. Auf eine ruhige und positive Weise enttäuscht. Aber mit der klaren Zielsetzung: Wir können und wollen das drehen.


https://www.watson.ch/sport/interview/6 ... -interview

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Wer ersetzt Fassnacht?

Die «MS YB»: Auch ohne Captain(s) auf Kurs Richtung Europa?

Die Berner brauchen fürs europäische Überwintern einen Sieg über Atalanta. Kann das trotz etlicher Absenzen gelingen?

Wenngleich die Young Boys nur eines ihrer letzten 7 Pflichtspiele gewinnen konnten, wäre es verfehlt, von einem sinkenden Schiff zu sprechen. Was jedoch auffällt: Wie oft zuletzt der Captain von Bord gehen musste.

Als sich Fabian Lustenberger in der finalen Phase der letzten Saison die Achillessehne riss, wanderte die Captain-Binde zu David von Ballmoos. Der Keeper musste das «Bändeli» kurzzeitig im August wegen einer Oberschenkelverletzung, dann Ende Oktober wegen einer lädierten Schulter an Christian Fassnacht abgeben. Auch dem besten Liga-Skorer der Berner brachte dieser Status kein Glück, ein Schläfenbeinbruch Anfang November bedeutete das vorzeitige Jahresende für Fassnacht.

Und sie fehlen, diese Captains, defensiv wie offensiv. Gegentorlose Partien sind für YB zur Ausnahme geworden. Hoffnung macht da langfristig, dass am Dienstag gegen Atalanta Bergamo Lustenberger in das Kader zurückkehrt. Mit knapp 200 Minuten Promotion League in den Beinen ist indes fraglich, wie bereit er für das kapitale Champions-League-Duell bereits ist.

Offensiv wiederum fällt der Ausfall von Jean-Pierre Nsame – auch er erlitt einen Achillessehnenriss – weiter ins Gewicht. In die Bresche springen konnte in Sachen Tor-Produktivität bislang kein YB-Stürmer. Und jetzt fehlt also auch noch Fassnacht. Der 28-Jährige hatte schon im Hinspiel gegen Atalanta aussetzen müssen, sein Team tat sich ohne den Flügelflitzer schwer, zu Chancen zu kommen.

"Jeder muss das Gefühl haben, etwas Einzigartiges schaffen zu können."
Autor:David Wagner

Wie reagiert Trainer David Wagner in der so wichtigen Partie auf den neuerlichen Ausfall? In der Lombardei scheiterte er mit dem Plan, keine klassischen Flügel aufzustellen, sondern die Mitte zu stärken. Gelernte Akteure auf dem Couloir wären neben Nicolas Ngamaleu Marvin Spielmann und Miralem Sulejmani, sie fielen unter Wagner jedoch ausser Rang und Traktanden. Auch der zuletzt angeschlagene Meschack Elia bekleidete schon die Position des Rechtsaussen.

Natürlich habe er sich eine Idee zurechtgelegt, meinte Wagner vielsagend. Die Formation sei ohnehin nicht zentral, betonte der Deutsche: «Es geht darum, die Energie, die Atmosphäre, die im Stadion herrscht, auf den Platz zu bringen. Jeder muss das Gefühl haben, etwas Einzigartiges schaffen zu können.»

Und nur schon wenn Wagner die «MS YB» vorbei am Eisberg Atalanta in die Europa League manövrieren würde, wäre dies «etwas Einzigartiges».


https://www.srf.ch/sport/fussball/champ ... ung-europa

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Gasperinis Meisterwerk – warum YB-Gegner Atalanta ein besonders mühsamer Gegner ist

Am Dienstagabend treffen die Young Boys in der Champions League auf Atalanta Bergamo. Für den Schweizer Meister geht es dabei um viel. Bei einem Heimsieg ziehen die Berner an den Norditalienern vorbei auf den dritten Platz und dürfen noch vom Einzug in den Achtelfinal träumen. Bei einer Niederlage hingegen wäre bereits klar, dass YB die Gruppe auf dem letzten Platz beendet und so nicht europäisch überwintern darf.

Mit Atalanta wartet auf YB eine schwierige Aufgabe. Beim 0:1 im Hinspiel in Bergamo blieben die Berner über weite Strecken chancenlos und mussten es ihrem starken Goalie David von Ballmoos verdanken, dass sie bis zum Schluss noch auf einen Punktgewinn hoffen durften.

Auch in Bern wird Atalanta somit als Favorit ins Spiel gehen, zumal sich die Bergamasken zuletzt gut in Form zeigten. Am Wochenende gab es gegen Spezia einen 5:2-Kantersieg, in der Liga ist Atalanta nach wie vor auf dem guten vierten Platz klassiert.

Mit den Norditalienern wartet also eine äusserst unangenehme Aufgabe auf YB. Gian Piero Gasperini hat aus seiner Mannschaft über die Jahre ein Team geformt, welches äusserst unangenehm zu bespielen ist – Manchester Citys Trainer Pep Guardiola verglich eine Partie gegen Atalanta einst mit einem Besuch beim Zahnarzt. Doch was ist am Spiel der Italiener derart speziell, dass es von vielen Gegnern als besonders unangenehm angesehen wird? Ein Erklärungsansatz in fünf Punkten.

1. Das Pressing

Atalanta versucht jeweils konsequent, das gegnerische Team am Aufbau zu hindern. Nicht nur die Stürmer, sondern auch die Mittelfeldspieler und Verteidiger stehen anfänglich sehr hoch, wenn etwa ein gegnerischer Goalie den Abstoss kurz spielt und versuchen will, das Spiel vom gegnerischen Strafraum aus aufzubauen. So soll der Ball möglichst schnell gleich wieder erobert werden.

Dieses Pressing setzt Atalanta oft erfolgreich um. Die Bergamasken schafften es in der Liga in dieser Saison bei 33,6 Prozent ihrer Versuche, den Ball nach maximal fünf Sekunden Pressing bereits wieder zurückzugewinnen. Dies ist der beste Wert aller Teams in der Serie A.

Mit dieser Strategie macht es Atalanta für die Gegner extrem schwierig, ein gepflegtes Offensivspiel aufzuziehen. Gegen die Norditaliener haben die Serie-A-Teams in dieser Saison die bisher höchste Fehlpassquote, was auch daran liegt, dass wegen des Pressings auffällig oft mit hohen Bällen operiert werden muss.

Dieses Pressing war auch eines der grössten Probleme der Young Boys im Hinspiel. Die Berner kamen mit dem hochstehenden Gegner überhaupt nicht klar, was auch die Zahlen belegen: So waren ganze 47,6 Prozent der Pressing-Versuche Atalantas in den ersten fünf Sekunden erfolgreich, was in einer hohen Fehlpass-Quote (30%) und schliesslich in geringem Ballbesitz (37%) und fast keinen Torchancen resultierte.

2. Die Aussen-Verteidiger-Stürmer

Gian Piero Gasperini lässt Atalanta meistens in einem 3-4-2-1 auflaufen. Eine besonders wichtige Rolle nehmen dabei die beiden Aussenläufer im Mittelfeld ein. Diese heissen normalerweise Hans Hateboer und Robin Gosens, da beide derzeit verletzt sind, werden sie derzeit von Davide Zappacosta und Joakim Maehle ersetzt.

Diese vier Spieler sind allesamt gelernte Aussenverteidiger, nehmen aber in Bergamo eine äusserst offensive Rolle ein. Kaum ist Atalanta im Ballbesitz, sprinten die Aussenläufer in die Nähe des gegnerischen Strafraums, wo sie quasi als zusätzliche Flügelstürmer agieren.

Damit stellen sie die gegnerischen Defensiven regelmässig vor Probleme. Greift Atalanta über die rechte Seite an, rückt die Defensive ebenfalls etwas auf diese Seite und lässt so den linken Aussenläufer in gefährlicher Position frei stehen.

Diese Situationen wusste vor allem Robin Gosens in den letzten Jahren hervorragend auszunutzen. In der vergangenen Saison kam der gelernte Aussenverteidiger in 32 Spielen auf elf Tore und sieben Vorlagen, somit auf mehr Torbeteiligungen als etwa Marco Reus beim BVB in gleich vielen Spielen.

In dieser Saison weiss vor allem Zappacosta auf rechts zu überzeugen. Der 29-Jährige kommt auf vier Torbeteiligungen in zwölf Ligaspielen, zudem hat er von allen Verteidigern der Serie A die meisten Ballberührungen im gegnerischen Drittel und im gegnerischen Strafraum pro 90 Minuten Spielzeit. Dazu gehört er auch bei den geschlagenen Flanken und abgefangenen Pässen zu den Besten der Liga.

Auf links schafft es Maehle hingegen noch nicht ganz, Gosens ebenbürtig zu ersetzen. Der Däne hat in dieser Serie-A-Saison noch keine Torbeteiligung, was nach seiner starken EM eine kleine Enttäuschung ist. Dafür ist Maehle aber im Spiel gegen den Ball und damit im Pressing von Atalanta äusserst wertvoll. So gehört er bei den Balleroberungen zu den stärksten Verteidigern der Liga.

3. Zapata, der Alleskönner

Auf den ersten Blick scheint Duvan Zapata eine klassische Neun zu sein – der Kolumbianer ist 189 Zentimeter gross und kräftig gebaut, womit er die Statur eines klassischen Strafraumstürmers hat.

Unter Gasperini hat sich Zapata allerdings zu einem absolut kompletten Stürmer entwickelt, der für jeden Gegner unangenehm zu verteidigen ist. Natürlich weiss er im Strafraum seine körperliche Stärke auszuspielen, dank der er in den bisherigen elf Serie-A-Spielen schon acht Tore erzielt hat. Doch in den letzten Jahren zeichnet sich der 30-Jährige auch insbesondere durch seine Unberechenbarkeit und Spielintelligenz aus.

So mag es der Kolumbianer, welcher bei Atalanta meist der einzige gelernte Mittelstürmer auf dem Platz ist, immer wieder auf die Flügel auszuweichen. Damit eröffnen sich den Norditalienern gleich mehrere Optionen: Einerseits zieht er oft Verteidiger mit sich und öffnet Räume für einen der offensiven Mittelfeldspieler oder den Aussenläufer auf der anderen Seite. Andererseits hat Zapata auf der Aussenbahn viel mehr Platz, wo er Tempo aufnehmen und mit seiner Wucht seinen direkten Gegenspieler vor noch grössere Probleme stellen kann.

Bestes Beispiel dafür ist die Szene, welche beim Sieg im Hinspiel gegen YB zum einzigen Tor des Abends führte: Zapata setzte sich auf rechts aufgrund seiner körperlichen Überlegenheit gegen Sandro Lauper durch und legte den Ball zur Mitte, wo der aufgerückte Matteo Pessina zum 1:0 traf.

Doch nicht nur solche Szenen, auch die Statistiken zeigen, dass Zapata mittlerweile zu den besten und komplettesten Spielern der Serie A gehört. So ist er in dieser Saison der Stürmer mit den meisten Vorlagen und gehört statistisch auch bei den Flanken, Dribblings und Ballkontrollen im gegnerischen Strafraum zu den besten zehn Prozent der Liga.

4. Die Mittelfeld-Balance

In Gasperinis 3-4-2-1 spielen meist vier gelernte Mittelfeldspieler, zwei zwischen den beiden Aussenläufern, zwei hinter der Spitze. Dabei sind die Rollen klar verteilt: Zwei, gegen YB wohl Remo Freuler und Marten de Roon, übernehmen den defensiven Part, womit die anderen beiden, wohl Mario Pasalic und Josip Ilicic, sich um die Offensive kümmern.

So ist es Gasperini gelungen, eine hervorragende Balance zwischen Sicherheit und Risiko zu finden. Freuler und de Roon sind die Arbeiter der Mannschaft. Sie kommen gemeinsam in dieser Saison nur auf eine Torbeteiligung, bestechen aber durch ihre Zuverlässigkeit. Beide gehören zu den 15 Spielern mit den meistabgespulten Kilometern pro 90 Minuten und haben die beste Passquote des Teams.

Ihre Aufgabe ist es, Lücken zu füllen und das Spiel aufzubauen, damit vorne die beiden kreativen Spieler – zwei aus dem Quartett aus Josip Ilicic, Mario Pasalic, Matteo Pessina und Ruslan Malinowskyj – sich entfalten können. Diesen Spielen wird im System Gasperinis die meiste Freiheit zugestanden. Sie lassen sich fallen, um Bälle zu holen, weichen auf die Flügel aus, um dort für eine Überzahlsituation zu sorgen, oder laufen immer mal wieder in die Spitze, vor allem dann, wenn Stürmer Zapata zur Seite ausweicht oder sich etwas fallen lässt.

Diese zwei Spieler sind für die Gegner deshalb jeweils äusserst schwierig auszurechnen. In dieser Saison wusste dies vor allem Mario Pasalic auf beeindruckende Art und Weise auszunutzen. Der Kroate kommt in dieser Serie-A-Saison in 13 Spielen auf zehn Torbeteiligungen. Dazu hat er in der Liga von allen offensiven Mittelfeldspielern pro 90 Minuten die meisten erfolgreichen Pässe, die meisten gewonnenen Luftduelle und die meisten Ballkontakte sowohl im defensiven als auch im mittleren Drittel.

5. System vor Spieler

Im Winter 2021 kam es für die Atalanta-Fans zum Schock: Nach einem Streit mit Trainer Gasperini verliess Klubikone und Captain Alejandro Gomez Bergamo nach über sechs Jahren. Gomez war davor einer der Leistungsträger der Norditaliener gewesen, in seiner letzten ganzen Saison für Atalanta kam er in 36 Spielen auf 23 Torbeteiligungen. So stellte sich in Italien die grosse Frage: Wie gross ist die Lücke, die Gomez in Bergamo hinterlässt?

Knapp ein Jahr später kann festgehalten werden: Überhaupt nicht gross. Denn während Atalanta die letzte Saison auf dem dritten Platz beendete und jetzt erneut auf einem Champions-League-Platz liegt, kommt Gomez in seinen bisherigen 34 Spielen für Sevilla nur auf fünf Torbeteiligungen.

Damit hat sich gezeigt: Die Stärke von Atalanta ist das System. Auf fast jeder Position bereits ein Akteur mit ähnlichen Qualitäten wie der Stammspieler unter Vertrag, somit kann jeder Spieler ersetzt werden. So übernahm Ruslan Malinowskyj, ein Ukrainer, der ebenfalls klein und wirblig und mit einer hervorragenden Technik ausgestattet ist, kurzerhand die Rolle von Gomez und setzte dort fort, wo der Argentinier aufgehört hatte.

Ähnliches bewies Atalanta auch im Sommer, als Cristian Romero durch Merih Demiral optimal ersetzt werden konnte. Und auch in den Jahren zuvor lassen sich mehrere Beispiele finden: Romero selbst ersetzte 2020 Gianluca Mancini, welcher einst Mattia Caldara beerbt hatte, Marten de Roon folgte nahtlos auf Bryan Cristante und auf den Aussenpositionen beerbten Robin Gosens und Hans Hateboer die beiden Italiener Leonardo Spinazzola und Andrea Conti. In keinem dieser Fälle hatte man das Gefühl, dass Bergamo einen Ersatz nicht ebenbürtig ersetzt hat.

Dies ist eine weitere Stärke Atalantas, welche die Norditaliener zu einem unbequemen Gegner macht. Auch wenn ein Spieler mal ausfällt oder während eines Spiels ausgewechselt wird, steht gleich ein Ersatz bereit, der weiss, wo sein Platz ist und was er zu tun hat. Damit kann Atalanta seine kräfteraubende Spielweise gut auch 90 Minuten lang durchziehen, vor allem seitdem fünf Wechsel erlaubt sind.


https://www.watson.ch/sport/analyse/886 ... -gasperini

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 24. November 2021, 01:30 
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Nun gehts um die Europa League: Wahnsinnige Schlussphase in Bern – YB erkämpft sich ein 3:3 gegen Atalanta

YB und Atalanta Bergamo lieferten sich ein wildes Spektakel in der Champions League. Der Traum von der Königsklasse ist gestorben, nun geht es um die Europa League.

Das Champions League Abenteuer von YB endet in der Gruppenphase. Die Berner Young Boys erkämpfen sich zwar einen Punkt gegen Atalanta, doch für ein Königsklassen-Finalspiel in Manchester fehlte ein Tor. Nun spielen die Berner am letzten Spieltag um einen Platz in der Europa League.

Bei klirrender Kälte im Wankdorf waren es die Gäste aus Bergamo, die besser in die Partie starteten. Wie schon im Heimspiel gegen Villarreal geriet YB früh in Rückstand. Für Atalantas Führungstreffer war Stürmer Zapata besorgt, der in der 10. Minute den Ball ins Netz beförderte. In der Folge wurde YB immer besser, doch lange verpufften die Angriffe der Berner bereits früh. In der 39. Minute jubelten die Berner trotzdem, als Siebatcheu nach einem Eckball von Aebischer am höchsten sprang und das Leder per Kopf unter die Latte - mit einem 1:1 ging es zum Pausentee.

Hefti erzielt das 3:2

Doch auch der Start in die zweite Hälfte misslang den Bernern. Palomino erzielte den zweiten Treffer der Italiener. Diese drückten weiter und YB hatte viel Glück, dass nicht ein weiterer Treffer fiel. Trainer Wagner reagierte und brachte Sierro in die Partie. In der YB-Viertelstunde drückten die Gastgeber auf den Ausgleich. Sierro erzielte diesen und nur vier Minuten später tobte das Berner Wankdorf. Hefti erzielte mit einem Distanzkracher das 3:2.

Atalanta gab sich aber nicht geschlagen. Mit einem Freistoss erzielte der eben erst eingewechselte Muriel das 3:3 aus Sicht von Atalanta. YB hatte noch die grosse Chance auf das 4:3, doch die Gäste aus Italien konnten den Einschlag verhindern. Nun geht es für die Berner in Manchester um das Ticket für die Europa League. Das Gute daran: Manchester gewann die Partie gegen Villarreal und ist bereits für den Achtelfinal der Champions League qualifiziert. Einmal mehr brachte Cristiano Ronaldo die Engländer auf die Siegesstrasse.


https://www.20min.ch/story/schafft-yb-d ... 5751656352

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Champions League

YB bietet ein Spektakel – scheidet aber aus der Champions League aus

Champions LeagueYB bietet ein Spektakel – scheidet aber aus der Champions League aus
Die Young Boys drehen gegen Atalanta spät auf und stehen vor dem grossen Triumph. Dann kassieren sie aber doch noch den Ausgleich.

Was für ein Spiel! Was für eine Schlussphase! Allein in der letzten Viertelstunde fallen zwischen den Young Boys und Atalanta Bergamo drei Tore. Am Ende steht es 3:3, es ist das Resultat, das reicht, um noch um den dritten Platz zu kämpfen – das Resultat aber auch, das nicht reicht, um auch nächstes Jahr noch in der Champions League zu spielen.

YB verschläft gleich zweimal den Start in die Halbzeit. Erst schauen vier Berner zu, wie Duvan Zapata nach nicht einmal zehn Minuten aus der Drehung das 1:0 erzielt. Und nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff trifft der Argentinier José Palomino zum 2:1, Goalie Guillaume Faivre ist zweimal chancenlos.

Die Young Boys aber geben an diesem Abend nicht auf, sie schaffen zweimal den Ausgleich. Nachdem sie vom 1:0 kurz durchgeschüttelt worden waren, köpfelt Jordan Siebatcheu kurz vor der Pause einen Eckball von Michel Aebischer zum 1:1 ein.

Muriel mit der ersten Ballberührung

Und auch auf das spätere 2:1 von Palomino gelingt eine Antwort. Silvan Hefti schaltet bei einem Einwurf schnell, Nicolas Moumi Ngamaleu spielt mit und legt in die Mitte auf Vincent Sierro. Der Eingewechselte schiesst das 2:2, die Young Boys leben, jetzt sind sie angestachelt. Vor allem gilt das für Hefti, den Mann, der in zuvor 64 Spielen für die Berner nur einmal traf. In der 85. Minute trifft er wunderbar ins Lattenkreuz.

Und dann dieser Pfiff. Noch ein Freistoss, kurz vor Schluss. Atalanta-Trainer Gian Piero Gasperini tätigt seinen letzten Wechsel, Luis Muriel läuft an, es ist sein erster Ballkontakt an diesem Abend. Ulisses Garcia und Ngamaleu springen hoch und vor allem so weit auseinander, dass Muriels Schuss den Weg durch die Mauer findet, 3:3, Endstand.

Damit scheiden die Young Boys aus. Sie können aber noch auf Rang 3 landen, dafür brauchen sie einen Sieg gegen Manchester United – und müssen gleichzeitig hoffen, dass Villarreal Atalanta im letzten Gruppenspiel anfangs Dezember schlägt.


https://www.bernerzeitung.ch/das-spiel- ... 7105113523

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