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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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Rino
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Verfasst: Freitag 29. Oktober 2004, 11:24 |
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Registriert: Samstag 8. Mai 2004, 12:12 Beiträge: 3258 Wohnort: Bern
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Der «Löwe» aus Kamerun
FC-Thun-Verteidiger Armand Deumi trägt viel zur soliden Defensive der Berner Oberländer bei
Der FC Thun, am Sonntag um 14.30 Uhr im Neufeld Gegner der Young Boys, hat nicht nur am zweitmeisten Punkte gesammelt, sondern auch am wenigsten Tore erhalten. Der Grund dafür ist unter anderem bei Armand Deumi zu suchen.
stefan schmid
Armand Deumi ist kein Mann der lauten Töne. Im Interview spricht er mitunter so leise, dass man ihn kaum versteht. Manchmal scheint es, als würde er lieber gar nichts sagen. Auch auf dem Fussballplatz ist der 25-Jährige kein verbaler Leader. Dies hat freilich nichts damit zu tun, dass er der deutschen Sprache nur mangelhaft mächtig ist.
Deumi ist ein ruhiger Zeitgenosse, darauf bedacht, durch seine Tätigkeiten und Äusserungen keinen Staub aufzuwirbeln. Dafür hinterlässt der hart, aber meist fair agierende Verteidiger umso grössere Spuren auf dem Platz. Es gibt kaum einen Stürmer, der sich nicht an ihn erinnern könnte. Es ist offensichtlich: Ohne ihn wäre Thuns Abwehr deutlich weniger stabil.
Vor zweieinhalb Jahren, als es mit dem FC Sion bergab ging, meldete sich Deumi auf Anraten seines Freundes Hervé Tum bei Hanspeter Latour. Wie es seiner schüchternen Art entspricht, fragte er diesen, ob er einmal ein Probetraining beim FC Thun absolvieren dürfe. Latour belustigt das damalige Telefongespräch noch heute: «Ich habe ihm nur gesagt, dass dies nicht nötig sei, weil ich ihn ja aus der Meisterschaft kannte.» Damit war Deumis Wechsel über den Alpenhauptkamm perfekt. Seither gehört der Kameruner, dessen Vertrag noch bis 2007 gültig ist, zu den Teamstützen der Thuner.
Schnell und wendig
Im Gegensatz zu anderen zentralen Abwehrspielern zeichnet sich Deumi durch seine Wendigkeit und Schnelligkeit aus. Selbst der als pfeilschnell bekannte St. Galler Alex sah unlängst im Direktduell mit dem Thuner wie ein durchschnittlicher Mittelstreckenläufer aus. Für seine Gegenspieler ist auch rasch klar, wer die Lufthoheit inne hat. Fussballer aus Kamerun werden gemeinhin mit «unzähmbaren Löwen» verglichen. «In diesem Sinne ist Deumi für mich ein typisches Beispiel eines zähen und starken Spielers aus dem zentralafrikanischen Land», sagt Latour.
Thuns Sportchef Werner Gerber bewies im Sommer ein feines Händchen, als er dem Kameruner einen Dreijahresvertrag zu stark verbesserten Konditionen anbot. Der Kontrakt enthält freilich eine Ausstiegsklausel, sollte dereinst wieder einmal ein ausländischer Klub am Verteidiger interessiert sein. Der Transfer zu 1860 München ist bekanntlich nicht zustande gekommen.
Bayern und das Nationalteam
«Wir sind uns bewusst, dass Deumi höhere Ambitionen hat als einen längerfristigen Verbleib im Oberland», sagt Latour. Sollte ein lukratives Angebot vorliegen, werde ihm der FC Thun keine Steine in den Weg legen. In der Tat: Des Kameruners Lieblingsverein ist Bayern München. Er sei schon als Kind stets mit dem Trikot der Süddeutschen im Training erschienen, gesteht er. Deumi wäre indes nicht Deumi, würde er seine Ambitionen nicht sogleich wieder herunterspielen. Vorerst wolle er sich ganz auf den FC Thun konzentrieren, schliesslich habe man sich eine gute Ausgangslage geschaffen. Und die Nationalmannschaft? Winfried Schäfer habe sich noch nicht bei ihm gemeldet. «Vielleicht, so fügt er an, weil der FC Thun halt doch nur ein kleiner Verein ist.» Der Mann der leisen Töne träumt somit im Stillen weiter von einer Rolle in einem grossen Orchester.
Bund, 29.10.2004
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Rino
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Verfasst: Freitag 29. Oktober 2004, 11:29 |
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Registriert: Samstag 8. Mai 2004, 12:12 Beiträge: 3258 Wohnort: Bern
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Gertschen: «Dann hats für Thun keinen Platz mehr»
Der FC Thun hat YB diese Saison sportlich überflügelt. Das wird in der Hauptstadt nicht gern gesehen. Die Berner wollen deshalb am Sonntag Revanche für die 1:3-Niederlage im Hinspiel.
«Wir werden eine Reaktion zeigen, denn im Hinspiel waren wir nicht gut», verspricht Reto Gertschen. Der YB-Sportchef stört die momentane Situation mit Thun auf Rang 2 und YB auf Rang 3 noch nicht. Thun habe nur mehr Punkte gemacht, spiele aber nicht den besseren Fussball, so Gertschen. «Wir streben diese Saison einen Rang unter den ersten fünf an. Erst im neuen Stadion wollen wir in den Top 3 sein. Dann hats für Thun dort keinen Platz mehr.»
Wie reagiert Thuns Trainer Hanspeter Latour auf diese verbale Provokation? «Ich habe mich über solche Aussagen noch nie auch nur eine Sekunde aufgeregt.» Als Antwort verspricht die Kultfigur am Sonntag einen «Riesenkampf» auf dem Rasen. «Denn uns interessiert das Drum und Dran in Bern weniger. Wir wollen einfach gewinnen.» Dann sagt Latour doch noch etwas zu Gertschens Prognose: «Solche Sprüche braucht man gar nicht zu machen.» Zu unterschiedlich lang seien die Spiesse, zu unterschiedlich das Potential der Vereine. «Darum bleibt YB bei einem Derby immer der Favorit.»
Latour hat sich in Spiez mit dem Team eine Diashow von Extrembergsteiger Thomas Ulrich angesehen. «Auch wir haben nicht immer Boden unter den Füssen», so Latour. «Und auch wir brauchen Kraft, um uns festzuhalten. Sonst stürzen wir ab.» Aber auf genau das hoffen die Stadtberner.
Peter Berger
20min.ch
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Rino
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Verfasst: Freitag 29. Oktober 2004, 11:30 |
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Registriert: Samstag 8. Mai 2004, 12:12 Beiträge: 3258 Wohnort: Bern
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Rendezvous der «Derby-Senioren»
Am Sonntag empfängt YB den Kantonsrivalen Thun (14.30 Uhr). Die beiden «Derby-Senioren» Thomas Häberli (YB) und der Thuner Ersatzspieler Adrian Moser trafen sich schon vor dem Schlagerspiel im Neufeld.
Thuns Stürmer Adrian Moser ist nicht alleine ins Neufeldstadion gekommen, zum «Gipfeltreffen» der dienstältesten Teilnehmer des Berner Fussballderbys. Im Schlepptau hat er Michel Renggli, seinen Teamkollegen. Renggli hat Moser nach dem Training ins Neufeld chauffiert, nun treffen sie im Stadionrestaurant auf YB-Stürmer Thomas Häberli. «Du bist also der amtsälteste YB-Spieler?», fragt Renggli seinen alten Weggefährten. Renggli und Häberli haben in der Saison 99/00 zusammen bei Kriens gekickt, jetzt klatschen sie gegenseitig ab. «Kaum zu glauben», antwortet Häberli. «Aber so ist es.» Häberli lacht.
Der 20-jährige Adrian Moser ist Häberlis Pendant auf Thuner Seite. Er ist trotz seines jugendlichen Alters bereits der Dienstälteste in den Reihen der Berner Oberländer. Der schnelle Stürmer war blutjung, zählte 16 Lenze, als er im Februar vor drei Jahren sein Debüt im Thuner Fanionteam gab. Thun spielte in der Nationalliga B und verlor das Heimspiel gegen Etoile Carouge 0:1.
Brisantes Derby
Zur Zeit liegen die Young Boys auf dem dritten Tabellenrang – vier Punkte hinter den zweitplatzierten Oberländern. Selbst ein Sieg reicht den Stadtbernern nicht aus, um den Kantonsrivalen zu überholen. Trotzdem sagt Adrian Moser: «Für mich ist YB der Favorit.» Thun sei nach den zwei Niederlagen gegen Servette und Zürich in einem kleinen Loch, die Young Boys nach dem historischen Auswärtssieg gegen die Grasshoppers wieder im Aufwind. «Zudem hat YB Heimvorteil.»
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Grizzly
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Verfasst: Samstag 30. Oktober 2004, 01:49 |
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Registriert: Samstag 26. Juni 2004, 00:48 Beiträge: 566 Wohnort: Bern
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ich will einen derbysieg! 
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Gonzo
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Verfasst: Samstag 30. Oktober 2004, 11:15 |
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Registriert: Freitag 21. Mai 2004, 10:37 Beiträge: 3822 Wohnort: Bern
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Gas geben – in eigener Sache
Den Young Boys dient das sonntägliche Kantonalderby gegen Thun auch der sportlichen Weichenstellung
Es ist kein Spiel wie jedes andere. Das sonntägliche Kantonalderby zwischen den Young Boys und dem FC Thun (14.30 Uhr, Neufeld) findet insbesondere für die Stadtberner unter besonderen Vorzeichen statt.
charles beuret
Es geht mitnichten um die «sportliche Vorherrschaft im Kanton Bern», wie da und dort moniert wird. Mit einer «Kantonalmeisterschaft» lässt sich nichts kaufen – auch für die Young Boys nicht. Ihr Ziel aber ist es nach wie vor, die laufende Meisterschaft auf den ersten drei (oder vier) Rängen zu beenden – und deshalb heisst es für sie: Es muss gesiegt werden, insbesondere auf eigenem Terrain – und insbesondere in Spielen gegen direkte Konkurrenz.
Der FC Thun ist für YB eine solche. Mit ausgezeichneten Leistungen halten sich die Oberländer allen anders lautenden Prognosen zum Trotz seit Wochen auf einem Spitzenrang. Dorthin, wo Thun (zurzeit 21 Punkte) momentan ist, nämlich auf Rang 2, möchten eigentlich die Stadtberner (17). «Es ist erst ein Drittel des Pensums gespielt», sagt Trainer Hans Peter Zaugg, «da kann noch einiges passieren. Für uns hoffe ich, dass unser Tief jetzt endgültig überwunden ist.»
Bald wieder mit Francisco Neri
Zwei Siege «zu null» (je 1:0 gegen GC in Zürich und im Cup in Wohlen) könnten in der Tat darauf schliessen lassen – allein: Mit der spielerischen Leistung der Young Boys stand es noch immer nicht zum Besten. Noch fehlte der alte Schwung.
Was freilich verständlich ist: Verletzungen, Krankheiten und Sperren haben das Team seit Saisonbeginn immer wieder geschwächt. Und die Misere ist nicht ausgestanden. Die Liste der Abwesenden reicht fast zu einer kompletten Mannschaftsaufstellung: Wölfli (verletzt); Eugster (krank); Coubagéat (verletzt), Sermeter (krank), Magnin (gesperrt); De Napoli, Neri, Berisha (alle verletzt) – sie alle werden am Sonntag auch im Kantonalderby noch fehlen. Beim Brasilianer Neri kündigt sich allerdings das Comeback an. Seit ein paar Tagen trainiert er wieder voll. In zwei Wochen – Heimspiel gegen Aarau – sollte er wieder mit dem Fanionteam einlaufen können. «Am liebsten», sagt er, «wäre ich allerdings schon gegen Thun dabei.»
Gegen Thun: Nebst dem Prestige (vor allem der Zuschauer) und der kurzfristigen sportlichen Herausforderung (Tabellensituation) geht es für die YB-Spieler nun auch um ihre Zukunft.
Peter Jauch, der CEO des Stade de Suisse (die bei der YB-Betriebs-AG das Sagen hat), kündigte es Anfang Woche im «Bund»-Interview an: In den Wochen bis zur Winterpause erhalten die «Neufeld-Young-Boys» die Gelegenheit, sich auch als «Wankdorf-Young-Boys» zu empfehlen. Das heisst: Nun werden auf der Chefetage zusammen mit Trainer Zaugg die Überlegungen gemacht, wie jene Mannschaft zusammengestellt werden soll, die im nächsten Jahr (2005/06) im neuen Stadion spielen wird. Für Jauch ist klar: «Jeder darf sich aufdrängen.»
So sieht es auch Sportchef Reto Gertschen, der als Verhandler trotz engen finanziellen Leitplanken eine bessere Ausgangslage hat als in den letzten Jahren: Das neue Stadion macht YB zur gefragten Adresse. Gertschen kann auf eine Reihe von Spielern zählen, deren Verträge noch weiterlaufen – allerdings könnte der eine oder andere dieser «Bisherigen» auch verkauft oder ausgeliehen werden. Deshalb ist bisher noch gar nichts «genagelt», obschon gewisse Tendenzen (etwa die Goaliefrage mit Wölfli und Bettoni) klar sind.
Offen ist zum Beispiel, ob sich die Young Boys erneut mit Alain Rochat einigen können. Der U-21-Nationalspieler wird national umworben, und er träumt – zu Recht – von einer Karriere im Ausland. «Mindestens ein weiteres Jahr bei uns würde ihm gut tun», findet Reto Gertschen. Am liebsten möchte man den Romand natürlich länger an YB binden.
Offen ist auch, was mit dem «Vorkämpfer» Fernando Carreño und mit dem eleganten Yao Aziawonou passiert: Carreño, der einer Privatperson «gehört», müsste «zu 50 Prozent» übernommen werden, während Aziawonou (bisher Basel) ablösefrei zu haben wäre – eine Einigung mit dem Spieler (dessen Berater auch über die Landesgrenzen schielen) vorausgesetzt.
Doch vorerst einmal geht es um Punkte: Noch gibt es für das sonntägliche Derby Eintrittskarten. Der Vorverkauf läuft heute Samstag bis 16 Uhr.
Bund, 30.10.2004
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shalako
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Verfasst: Sonntag 31. Oktober 2004, 20:20 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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news.ch, 31.10.2004
Thun bei YB weiter sieglos
Bern - Der FC Thun hat seinen fünften Auftritt bei den Young Boys mit 1:2 verloren und bleibt damit bei YB weiter sieglos.
Stéphane Chapuisat und Thomas Häberli brachten die Stadtberner 2:0 in Front, Mauro Lustrinelli gelang nur noch das Anschlusstor.
YB glänzte im Berner Duell mit einer optimalen Chancenauswertung, während die Thuner diesbezüglich schwer sündigten und damit einen verdienten Punktgewinn verpassten.
Die Berner Oberländer vermochten auch ihre zahlenmässige Überlegenheit in den letzten 24 Minuten nicht auszunützen, nachdem Torschütze Häberli wegen einer Tätlichkeit an Selver Hodzic vom Platz gestellt worden war.
Mit dem 2:1-Sieg kehrte YB im Neufeld zum Erfolg zurück. Das Team von Hanspeter Zaugg blieb im eigenen Stadion zuletzt viermal sieglos. Ein Erfolgserlebnis verzeichnete auch Stéphane Chapuisat, der nach 685 torlosen Minuten endlich wieder ins Netz traf. Sein Foulfreistoss war freilich noch von einem Thuner Verteidiger abgefälscht worden.
Thun dagegen hat seinen 4:1-Heimsieg gegen Meister Basel schlecht verkraftet. Seither glückte dem einstigen Leader in vier Spielen kein Vollerfolg mehr. Dennoch verbleiben die Thuner weiterhin auf dem zweiten Platz.
Young Boys - Thun 2:1 (2:0)
Neufeld. - 10´600 Zuschauer. - SR Einwaller (Ö). - Tore: 24. Chapuisat 1:0. 43. Häberli 2:0. 63. Lustrinelli 2:1.
Young Boys: Bettoni; Geiser, Carreño, Disler, Rochat; Urdaneta, Friedli (81. Knez), Aziawonou, Melunovic; Häberli, Chapuisat.
Thun: Coltorti; Zanni, Deumi, Hodzic (77. Ferreira), Cerrone (85. Moser); Gerber, Baykal, Renggli, Aegerter (46. Dos Santos); Lustrinelli, Raimondi.
Bemerkungen: Young Boys ohne Kehrli, Eugster, Neri, Coubagéat, De Napoli, Berisha, Wölfli (alle verletzt), Sermeter (krank) und Magnin (gesperrt). Thun ohne Sinani, Milicevic (beide verletzt) und Ojong (U19). Platzverweis: 66. Häberli (Tätlichkeit an Hodzic). Verwarnungen: 26. Melunovic (Foul), 37. Urdaneta (Foul), 41. Gerber (Foul), 54. Hodzic (Foul), 68. Chapuisat (Foul), 68. Baykal (Foul), 89. Lustrinelli (Hands).
_________________ For Ever
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Grizzly
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Verfasst: Sonntag 31. Oktober 2004, 23:08 |
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Registriert: Samstag 26. Juni 2004, 00:48 Beiträge: 566 Wohnort: Bern
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jawohl. die nummer 1 im kanton sind wir!!!

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shalako
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Verfasst: Montag 1. November 2004, 10:50 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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BZ, 1.11.2004
Meine Güte, welch ein Derby!
Ein abgefälschter Freistosstreffer, ein Traumtor und Glück in der Schlussphase – YB hat gegen Thun 2:1 (2:0) gewonnen. Es war eines der besten Berner Derbys aller Zeiten. Und es wird noch zu reden geben.
Thun-Trainer Hanspeter Latour wandelt Richtung Kabine. Sein Blick: traurig und gegen den Boden gerichtet. Hinter ihm feiern Berner Fans und YB-Spieler den Derbysieg, strahlen und lachen. Kantonsrivale Thun ist geschlagen, der Abstand auf die Oberländer auf einen Punkt geschrumpft.
10 600 Zuschauer sahen ein hart umkämpftes, emotionsgeladenes Derby: Sie sahen Rudelbildungen, sich schubsende Spieler und einen Ellenbogenschlag mitten in Selver Hodzics Gesicht. Zur Strafe sah «Täter» Thomas Häberli die rote Karte. Was die Zuschauer allerdings nicht mehr mitbekamen, waren die Rassismusvorwürfe aus Selver Hodzics Mund an die Adresse Stéphane Chapuisats.
Gerber verzweifelt
Ein richtiges Derby wars, ein Spitzenkampf – gut gesalzen und mit Pfeffer. YB-Goalie Patrick Bettoni sagte: «Ich glaube, für die Zuschauer wars ein Spektakel.» Und auch für ihn sei es ein sehr schönes Spiel gewesen. Bettoni selber hatte viel zum Sieg der Seinen beigetragen. Reflexe und Paraden – Thuns Captain Andres Gerber verzweifelte schier: «Bettoni war heute sackstark», sagte Gerber und fügte augenzwinkernd an: «Mit Wölfli im Tor der Berner hätten wir bestimmt einen Punkt geholt.»
Wie dem auch sei: Gerber und seine Teamkameraden hätten auch so mindestens einen Punkt verdient gehabt. Von Beginn an hatten sie die klareren Skoremöglichkeiten. In der ersten Halbzeit waren es Silvan Aegerter (3. und 35. Minute), dreimal Mario Raimondi (8./22./33.) und Mauro Lustrinelli (30.), die den Ball aus aussichtsreicher Position nicht ins gegnerische Tor brachten. Er habe noch nie eine Partie erlebt, in der sein Team derart gut gespielt und trotzdem verloren habe, meinte Gerber.
YB wehrte sich gut
Thuns Trainer Latour, dessen Gemütslage sich bis zur Medienkonferenz etwas aufgehellt hatte, analysierte die Partie in zwei Sätzen: «Das war eines der besten Derbys. Leider haben wir ein Tor zu wenig geschossen und eines zu viel erhalten.» YB-Trainer Hans-Peter Zaugg sprach von einem «Kampfderby» und lobte die Einsatzbereitschaft seiner Schützlinge, die zum zweiten Mal in Serie ein Spiel in Unterzahl beenden mussten: «Sie wehrten sich, und sie hielten gut dagegen.» Die Gelb-Schwarzen haben allerdings nicht nur dagegengehalten: Sie erzielten auch zwei Tore. Während beim abgelenkten Freistosstreffer Chapuisats noch Glücksgöttin Fortuna Pate stand, war das 2:0 eine Augenweide: Yao Aziawonou flankte zur Mitte, wo Häberlis Kopf dem Ball die entscheidende Rich- tungsänderung ins Tor verlieh – ein Genuss für Fussballgourmets. Dank des 1:2-Anschlusstreffers Lustrinellis (63., eben- falls ein Kopftor) blieb das Derby spannend: In Überzahl fuhren die Oberländer einen Angriff nach dem anderen in Richtung YB-Tor – und scheiterten Mal für Mal. Entweder am eigenen Unvermögen, an Torhüter Bettoni oder an der vielbeinigen YB-Abwehr.
Zu den Mängeln im Abschluss meinte Latour: «Ich mache da keinem einen Vorwurf.» Das sei absolut nicht nötig. «Nein, nein!» Im Gegenteil, er sei zufrieden: «Ich mache meiner Mannschaft sogar ein Kompliment: Wenn wir so weiterspielen, mit dieser Frische und Moral, dann wird sich der Erfolg bestimmt wieder einstellen.»
Solche Gedanken musste YB-Trainer Zaugg gestern nicht anstellen. Sein Team hat den Aufwärtstrend bestätigt.
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Ist Chapuisat wirklich ein Rassist?
Hektisches Berner Derby: Eine rote Karte und Rassismusvorwürfe gegen Stéphane Chapuisat sorgen für Gesprächsstoff.
Zusammen mit YB-Captain Mark Disler, Thomas Häberli und Francisco Neri posiert Stéphane Chapuisat auf einer Postkarte mit dem Slogan «Gemeinsam gegen Rassismus». 5000fach wird diese am Berner Kantonalderby verteilt, um auf die fünfte Aktionswoche gegen Rassismus und Diskriminierung im europäischen Fussball hinzuweisen, an welcher sich die Young Boys zusammen mit Fare (Football Against Racism in Europe) beteiligen. Eine edle Haltung der Gelb-Schwarzen.
Und dann dies: Im Anschluss an das Spiel trüben Rassismusvorwürfe des Thuner Innenverteidigers Selver Hodzic gegen den ehemaligen Schweizer Internationalen Stéphane Chapuisat die ganze Aktion. «Chappi hat mich während des Spiels mindestens zehn Mal als ‹Scheiss-Jugo› bezeichnet und hat mir gesagt, ich solle wieder zurück in mein Land gehen», so Hodzic. Er habe vor diesem Vorfall grossen Respekt vor dem YB-Spieler gehabt, doch nun sei er einfach enttäuscht von ihm.
Was die ganze Angelegenheit für Hodzic, der ursprünglich aus Bosnien stammt, noch schlimmer macht, ist, dass dieser Vorfall ausgerechnet bei der gestrigen Antirassismusaktion passiert ist. «Unter normalen Umständen kann ich mit diesen Beleidigungen leben, doch am Aktionstag gegen Rassismus finde ich das einfach das Letzte», so Hodzic. Chapuisat solle sich besser überlegen, was er sage, wenn er für so etwas einstehe.
Chappi dementiert nicht
Mit diesem Vorwurf konfrontiert, wirkte Stéphane Chapuisat nervös, antwortete aber relativ gelassen: «Ich lasse mich nicht auf das Niveau von Hodzic herab. Er hat mir auch unschöne Ausdrücke an den Kopf geworfen, die ich hier nicht nennen mag. So etwas passiert auf dem Platz und sollte danach vergessen sein.» Zudem habe Hodzic ihm noch den Ellenbogen ins Gesicht geschlagen, «aber für mich ist so etwas nach der 90. Minute vergessen».
Eine Stunde lang wurde das Berner Derby mehr oder weniger ruhig und fair geführt, bis in der 60. Minute YB-Verteidiger Fernando Carreño nach einem Foul auf den Thuner Antonio Dos Santos losgehen wollte. Was darauf folgte, war ein heftiges Gerangel zwischen mehreren Spielern beider Mannschaften. Und kaum hatten sich die Gemüter wieder beruhigt, brachte eine hart ausgesprochene rote Karte gegen YB-Stürmer Thomas Häberli die Berner Spieler wieder in Rage.
Der Ursprung des Übels
Was aber war passiert? Thun-Verteidiger Selver Hodzic und Häberli stiegen gemeinsam in den Luftkampf. Während Häberli normal landete, blieb Hodzic von Häberlis Ellenbogen getroffen am Boden liegen und hielt sich das Gesicht. Der österreichische Schiedsrichter Thomas Einwaller zögerte nicht lange, zeigte dem Berner Angreifer die rote Karte und schickte ihn vorzeitig unter die Dusche. Verärgert über den Platzverweis mochte Thomas Häberli nach Spielschluss keinen Kommentar zur umstrittenen Szene geben. Auch für Selver Hodzic war nicht klar, ob die rote Karte gegen seinen Gegenspieler gerechtfertigt war. «Ich bin mit ihm zum Kopfballduell hochgestiegen und habe dann seinen Ellenbogen in meinem Gesicht gespürt. Ich kann aber nicht sagen, ob er es mit Absicht gemacht hat», sagte der Thuner.
Diese umstrittene Szene war es denn auch, die Chapuisat dazu brachte, dermassen verbal zu entgleisen. «Das war für mich niemals eine rote Karte. Der Schiedsrichter wollte ja zuerst nicht einmal Foul pfeifen», sagte Chappi. Mag sein. Eine derartige Entgleisung rechtfertigt aber auch ein Fehlentscheid nicht. Antonio Milelli
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Young Boys - Thun 2:1 (2:0)
Neufeld. - 10 600 Zuschauer. - SR Einwaller (Ö). - Tore: 24. Chapuisat 1:0. 43. Häberli 2:0. 63. Lustrinelli 2:1.
Young Boys: Bettoni; Geiser, Carreño, Disler, Rochat; Urdaneta, Friedli (81. Knez), Aziawonou, Melunovic; Häberli, Chapuisat.
Thun: Coltorti; Zanni, Deumi, Hodzic (77. Ferreira), Cerrone (85. Moser); Gerber, Baykal, Renggli, Aegerter (46. Dos Santos); Lustrinelli, Raimondi.
Bemerkungen: Young Boys ohne Kehrli, Eugster, Neri, Coubagéat, De Napoli, Berisha, Wölfli (alle verletzt), Sermeter (krank) und Magnin (gesperrt). Thun ohne Sinani, Milicevic (beide verletzt) und Ojong (U19). Platzverweis: 66. Häberli (Tätlichkeit an Hodzic). Verwarnungen: 26. Melunovic (Foul), 37. Urdaneta (Foul), 41. Gerber (Foul), 54. Hodzic (Foul), 68. Chapuisat (Foul), 68. Baykal (Foul), 89. Lustrinelli (Hands).
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Montag 1. November 2004, 10:54 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Bund, 1.11.2004
Punkte für YB, Komplimente für Thun
10 600 Zuschauer sahen ein spannendes Berner Kantonalderby, das die Young Boys glücklich mit 2:1 (2:0) gewannen
Ein echtes Derby voller Emo-tionen – mit einem glücklichen Sieger. Die Young Boys verdankten ihren 2:1-Erfolg nicht nur ihrer eigenen Fleissleistung, sondern auch der Thuner Schwäche im Abschluss.
charles Beuret
Nun, es war ja nicht der Fehler der Young Boys, dass die Thuner nur eine von vielleicht sechs ausgezeichneten, ja aufgelegten Torchancen ausnützten. Für die Schwäche im Abschluss büssten die Oberländer mit einer eigentlich unverdienten Niederlage, denn sie waren im spannenden und mitunter auch gehaltvollen Derby keineswegs die schlechtere Mannschaft – sie überzeugten vielmehr mit einer ausgezeichneten Organisation, grossem Engagement und gradlinigem Spiel aus der Defensive heraus. Auf diese Weise gelangten die Thuner nicht nur zu mehr Spielanteilen, sondern auch zu einem Chancenplus.
Die Young Boys hingegen konnten sich über Abschlussschwäche nicht beklagen; überdies durften sie mit der Entwicklung der Partie lange sehr zufrieden sein: Sie waren es, die – notabene entgegen dem Spielverlauf – mit viel Glück den Führungstreffer erzielten. In der Folge steigerten sie sich, etwa eine halbe Stunde lang, zu einer in jeder Beziehung ausgezeichneten Leistung. Sie kamen prompt zum zweiten Tor (Häberli verwertete eine Massflanke Aziawonous mit dem Kopf) – ihr Sieg schien nicht mehr gefährdet. Denn vorne blieben sie gefährlich, hinten standen sie sicher.
Doch dann kam plötzlich alles anders. Statt die drei angestrebten Punkte sicher «nach Hause zu fahren», resultierte nach fast vier Minuten Nachspielzeit ein mit viel Glück erzitterter 2:1-Sieg.
Fataler Ausschluss Häberlis
Es war der (viel zu strenge) Platzverweis Häberlis (66.), der die vorher so selbstsicheren Young Boys vollends aus dem Konzept warf. Zwar war die YB-Gala schon wenige Minuten zuvor mit zwei Thuner Top-Chancen beendet worden: Zuerst vermochte der überzeugende Bettoni einen Kopfball Lustrinellis mit unglaublichem Reflex zwar noch abzuwehren, in der 63. Minute aber hatte auch der Berner Torhüter keine Abwehrchance mehr: Flanke Raimondi, Kopfball Lustrinelli – eine knappe halbe Stunde vor Schluss stand die Partie 2:1, sie war neu lanciert.
Und sie wurde hektisch. Zahlreiche, mit Haken und Ösen geführte Zweikämpfe, ein paar umstrittene Entscheide des österreichischen Schiedsrichters (der insgesamt siebenmal Gelb und einmal Rot zog) und der Ausschluss Häberlis führten dazu, dass die Young Boys in der letzten halben Stunde trotz Heimvorteil den Ball kaum mehr monopolisieren konnten und bös unter Druck gerieten. Nun, mit vereinten Kräften überstanden sie die Abwehrschlacht ohne weitere Verluste – und feierten im Neufeld ihren . . . erst zweiten Heimsieg.
Es war kein Spaziergang, diesen FC Thun zu bezwingen. Bis es gestern so weit war, brauchten die Young Boys nebst den spielerisch guten Momenten (in der halben Stunde nach dem 1:0) auch eine grosse Portion Einsatz und Stehvermögen. In dieser Beziehung liessen sie gestern gar keine Wünsche offen, weshalb sie die drei Punkte sicherlich nicht ganz unverdient für sich beanspruchten. Wie heisst es doch so schön: Man kann das Glück auch erzwingen.
Nach zwei Siegen in Serie (je 1:0 auswärts gegen die Grasshoppers und Wohlen im Cup) war der YB-Trainer gezwungen, den gesperrten Magnin rechts im Mittelfeld durch den Linksfüsser Urdaneta zu ersetzen. Dies war nebst der verletzungsbedingten Torhüter-Rochade der einzige Wechsel im Team der Stadtberner, das im Vergleich zu den drei schwächeren Spielen im Frühherbst einen wieder kompakteren Eindruck hinterliess. Die Abwehr (mit einem immer besser werdenden Geiser) stand gut, im Mittelfeld überzeugte Aziawonou als gerissener Ballverteiler, im Sturm waren der nimmermüde Häberli und der schwer zu kontrollierende Chapuisat für die Thuner stete Gefahrenherde. Chapuisat erzielte nach einer längeren Durststrecke (letzter Treffer am 21. August in Aarau) endlich wieder ein Tor – dass es ein halbes Eigentor der Thuner war (der Freistoss wurde von Lustrinelli abgelenkt), dürfte den YB-Topskorer kaum gestört haben.
Ohne Nebenmann Häberli wurde in der letzten Spielphase allerdings auch Chapuisat ungefährlich. Aber der Routinier war in der Schlussphase einer der wenigen Stadtberner, die den Ball zu halten vermochten. Das war gegen diese Thuner schon viel – und mitentscheidend zum ebenso glücklichen wie wichtigen YB-Sieg in einem nicht nur spannenden, sondern auch rassigen und abwechslungsreichen Derby.
«Der Vorsprung war tückisch»
Das zweite Berner Derby dieser Saison zwischen YB und Thun machte seinem Namen alle Ehre. Viele Zuschauer, häufige Torszenen, eine rote Karte (Thomas Häberli) und leidenschaftliche Zweikämpfe prägten das Aufeinandertreffen zwischen Stadtbernern und Oberländern, wobei Erstere angesichts von Thuner Chancen in Hülle und Fülle den Platz eher glückhaft als Sieger verlassen konnten.
Einiges zur Emotionalität, vorab in der zweiten Halbzeit, trug der österreichische Schiedsrichter Thomas Einwaller bei. In der 66. Minute taxierte er einen Ellenbogenschlag Häberlis ins Gesicht von Thun-Verteidiger Selver Hodzic als Tätlichkeit und stellte den YB-Stürmer vom Platz. Häberli wollte sich nach der Partie zur besagten Szene nicht äussern. Für Hodzic war es ein normaler Zweikampf. Er wolle Häberli keine Absicht unterstellen, aber getroffen habe er ihn schon. Nach dieser Szene schien es für kurze Zeit, als würde dem Spielleiter die Kontrolle über das bisher faire Derby entgleiten, zumal sich YB mit Händen und Füssen gegen die nun vehementen Thuner Angriffe zu wehren hatte.
Rassismus-Vorwurf an Chapuisat
In der aufgeladenen Atmosphäre gerieten offenbar Stéphane Chapuisat und Hodzic mehrmals verbal aneinander. Anders ist die Empörung Hodzics über das Verhalten des ehemaligen Nationalstürmers nicht zu erklären.
«Nach der roten Karte für Häberli hat mich Chapuisat mehrmals mit rassistischen Sprüchen beleidigt», sagte der Thuner mit ex-jugoslawischen Wurzeln. Dies gebe ihm umso mehr zu denken, weil sich der Romand an vorderster Front an der YB-Antirassismus-Kampagne beteilige. «Ich habe Chapuisat stets geachtet, aber nach diesem Spiel bin ich sehr enttäuscht über ihn.» Der YB-Stürmer wollte sich zu den Rassismus-Vorwürfen nicht äussern, gab indes zu, dass sie gegenseitig keine Freundlichkeiten ausgetauscht hatten. «Ich lasse mich aber nicht auf dieses Niveau herunter.» Die Sache sei für ihn gelaufen, und er sehe keinen Anlass, sich bei Hodzic zu entschuldigen.
Das Duell Chapuisat gegen Hodzic lieferte indes nicht den einzigen Gesprächsstoff bei diesem spannenden und intensiven Derby. YB habe gegen einen sehr starken Gegner gewonnen, meinte Mark Disler. Die Überlegenheit der Gäste nach dem Seitenwechsel erklärte der YB-Captain mit dem Resultat: «Der 2-Tore-Vorsprung war tückisch. Wir wiegten uns bereits in Sicherheit, doch das Gegentor brachte den FC Thun ins Spiel zurück und uns aus dem Tritt.» Insgesamt könne YB mit dem Spielausgang sehr zufrieden sein.
Die Enttäuschung war den Oberländern ins Gesicht geschrieben. «Wir haben eigentlich gut gespielt, aber einfach keine Tore geschossen», sagte Mario Raimondi. «Ich muss mich selber an der Nase nehmen.» In der Tat: Raimondi wusste – freilich nicht als einziger Thuner – mehrere hochkarätige Chancen nicht zu nutzen. Dennoch sei es nicht angebracht, sich angesichts vier siegloser Partien in Serie den Kopf zu zerbrechen, meinte der offensive Mittelfeldspieler. «Wir werden nun nicht nervös und setzen unsere Arbeit ruhig fort.» Auch Captain Andres Gerber versuchte nach der Niederlage, Optimismus zu verbreiten. Sie hätten Pech gehabt und unglücklich verloren. Und weiter: «Immerhin spürte ich erstmals bei einem Derby, dass YB Respekt vor uns hatte.»
Die Fragen des Spiels
Drei Tore, viele Zuschauer, ein spannendes Spiel – das Derby hat sein Versprechen gehalten. Mit dem Resultat allerdings vermochte sich nur einer der beiden Trainer zu befreunden . . .
Die Ansichten von Hans Peter («Bidu») Zaugg (YB) und Hanspeter («Budi») Latour zu den Fragen des Spiels:
Das Resultat
Zaugg: «Für uns ein glückliches Ergebnis, das gebe ich zu. Allerdings hat die Mannschaft für die drei Punkte viel leisten müssen – und zu viel mehr ist sie zurzeit aufgrund unserer riesigen Absenzenliste nicht fähig.»
Latour: «Wir haben ein Tor zu viel erhalten – und möglicherweise eines zu wenig geschossen. Bisher waren wir allerdings defensiv so stark, dass wir mit einem erzielten Treffer meist gepunktet haben.»
Das Spielniveau
Zaugg: «Es war vor allem viel Kampf im Spiel – was wir auch erwartet hatten. Anderseits aber gab es auch fussballerisch einiges zu sehen – die Thuner haben dabei bewiesen, dass sie in der Tabelle nicht zufällig so weit oben stehen.»
Latour: «Es war die beste Leistung, die wir – seit ich Trainer bin in Thun – je in Bern gezeigt haben. Ich muss meiner Mannschaft trotz der Niederlage ein Kompliment machen: Sie hat stark gespielt und viel Moral bewiesen. Dass sie zuletzt verloren hat, war sicherlich unglücklich – aber so ist nun einmal der Sport.»
Der Schiedsrichter
Zaugg: «Es war keine leichte Aufgabe für ihn – insgesamt hat er seinen Job gut gemacht. Ob der Platzverweis Häberlis richtig war, bezweifle ich allerdings: Häberli ist kein unfairer Spieler – er würde einen Gegner nie willentlich verletzen.»
Latour: «Wir haben verloren – aber an der Niederlage war der Schiedsrichter sicherlich nicht schuld.» (cb)
YOUNG BOYS - THUN 2:1 (2:0)
Neufeld. – 10 600 Zuschauer. – SR Einwaller (Ö). – Tore: 24. Chapuisat 1:0. 43. Häberli 2:0. 63. Lustrinelli 2:1. – Verwarnungen: 26. Melunovic (Reklamieren), 37. Urdaneta, 41. Gerber, 54. Hodzic, 68. Chapuisat, 68. Baykal (alle wegen Fouls), 89. Lustrinelli (Handspiel). – Platzverweis: 66. Häberli. – Bemerkungen: YB ohne Kehrli, Neri, Coubagéat, De Napoli, Berisha, Wölfli (alle verletzt), Eugster, Sermeter (beide krank) und Magnin (gesperrt). Thun ohne Sinani, Milicevic (beide verletzt) und Ojong (U19).
YB: Bettoni; Geiser, Carreño, Disler, Rochat; Urdaneta, Friedli (81. Knez), Aziawonou, Melunovic; Häberli, Chapuisat.
Thun: Coltorti; Zanni, Deumi, Hodzic (77. Ferreira), Cerrone (85. Moser); Gerber, Baykal, Renggli, Aegerter (46. Dos Santos); Lustrinelli, Raimondi.
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shalako
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Verfasst: Montag 1. November 2004, 10:59 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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NZZ, 1.11.2004
Mässige Leistung - grosser Zahltag
Ein glückhafter 2:1-Sieg von YB gegen starkes Thuner Team
rwe. Bern, 31. Oktober
Die grösste Gefahr für ein Team ist oft der Erfolg von gestern. Dies gilt dieser Tage nicht zuletzt für den FC Thun, der seit dem erstaunlichen 4:1-Sieg gegen Meister Basel und der anschliessend landesweit beachteten «Läckerli-Aktion» nie mehr gewinnen konnte. Auch im Berner Neufeld fand die Negativserie ihren Fortgang. Vor 10 600 Zuschauern gewannen die Young Boys, die ab der 66. Minute nach dem Platzverweis von Häberli zu zehnt spielen mussten, gegen die Equipe von Trainer Latour 2:1. Als der österreichische Schiedsrichter Einwaller den Match nach 93 Minuten abpfiff, war das kollektive Aufatmen im YB-Lager spürbar. Denn der Match glich zuletzt nur noch einem Einbahn-Spiel in Richtung Keeper Bettoni, und dieser trug denn auch mit mirakulösen Paraden massgeblich zum knappen, glückhaften Erfolg des Platzklubs bei. Damit ist auch angedeutet, dass der YB-Sieg an einem äusserst dünnen Faden hing.
Diese Ansicht vertrat auch YB-Trainer Zaugg, der kein Hehl daraus machte, dass seine Equipe Fortunas Hilfe oft habe in Anspruch nehmen müssen. Er verwies aber auf die heikle personelle Situation, hatte er doch nur noch drei Feldspieler auf der Bank. Aufgrund dieser Konstellation mit den vielen Verletzten sei es ohnehin schwierig gewesen, spielerisch zu glänzen. Zudem habe YB darauf spekuliert, von der zurzeit etwas schwächeren Phase der Thuner (auch im mentalen Bereich) zu profitieren. Es mag tatsächlich sein, dass der Gastklub in diesen Tagen nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzt - was sich auch in der miserablen Chancenauswertung zeigte -, doch hinsichtlich Raumaufteilung, Geschlossenheit und physischer Stärken musste sich der Tabellenzweite nicht den geringsten Vorwurf machen. Trainer Latour wollte denn auch nichts von einer Kritik an die eigene Formation wissen: «Im Gegenteil, sie hat für diesen Auftritt ein dickes Kompliment verdient.»
Tatsächlich konnte die Thuner Equipe für sich in Anspruch nehmen, den Match auf dem Neufeld wie ein Heimteam gespielt zu haben. Weite Verlagerungen des Geschehens mittels Diagonalpässen sowie flüssige Kombinationen trugen dazu bei, dass die Berner Oberländer dem Platzklub arg zusetzen konnten. Was auffiel: Gerber (anfänglich über rechts, später mehr zentral) sowie Aegerter (links) fanden in ihren Korridoren immer wieder Platz für sehenswerte Vorstösse. Ein Beispiel dafür bot die 22. Minute. Gerber drang unbedrängt vor, doch sein präziser Rückpass drosch Raimondi völlig freistehend aus elf Metern über das Ziel. Diese Szene war gewissermassen symptomatisch für die Angriffsbemühungen der Thuner während des gesamten Matches. Bis an den 16-m-Raum war gegen das Spiel wenig einzuwenden, verspürte man für das Vorgehen geradezu Bewunderung, doch der letzte Pass oder der Abschluss missrieten mit derartiger Regelmässigkeit, dass selbst neutralen Beobachtern nur noch das Kopfschütteln blieb. Das Tor Lustrinellis (63. Minute) war jene Ausnahme, die letztlich die Regel von der Unfähigkeit der Thuner Angreifer bestätigte.
Angesichts dieser Schwächen (Raimondi und Lustrinelli waren die grössten «Sünder») wunderte man sich wenig, dass das Team Latours in den letzten Matches kaum noch Tore erzielt hatte. Besser machten es diesbezüglich die Stadtberner. In der 24. Minute fand ein Freistoss Chapuisats (von einem Thuner noch abgelenkt) den Weg zum 1:0 ins Netz, und kurz vor der Pause lenkte Häberli mit dem Kopf einen Flankenball von Aziawonou zum 2:0 ins Tor. Es war der schönsten Treffer an diesem kalten Nachmittag. Auf Seiten des Platzklubs hatte damit ein sehr geringer Aufwand zu einem (zu) grossen Zahltag geführt. Dass die Young Boys kaum ins Spiel fanden, hatte viel mit der Schwäche im Mittelfeld zu tun, wo die Thuner Renggli, Gerber, Baykal und Aegerter ihren Kontrahenten meist deutlich überlegen waren. Doch weil im Fussball nicht die Überlegenheit eines Teams und die optischen Eindrücke, sondern immer nur die erzielten Tore gewertet werden, war es schliesslich doch der Platzklub, der jubelte.
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