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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 28. Oktober 2004, 20:28 
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BZ, 28.10.2004

Young Boys bauen auf Sand

YB hat bald ein 350-Millionen-Stadion, aber kein rechtes Trainingsfeld. Das soll sich ändern. Der Klub plant ein riesiges Trainingszentrum. Gebaut wird das neue Zuhause aber nicht in Bern, sondern im Sand bei Schönbühl.
Sportzentrum Sand in Schönbühl / Walter Pfäffli »BSC Young Boys
»Video TeleBärn
«YB trainiert wie Bettler», titelte der «Blick» vor kurzem. Zwar dauert es nur noch neun Monate, bis die Young Boys erstmals in ihrem neuen, 350 Millionen Franken teuren Stade de Suisse spielen können. Doch just diesem Stadion fielen ihre einstigen Trainingsfelder zum Opfer. Und so müssen sie heute auf einem Feld in Schönbühl trainieren, das mehr an einen Acker erinnert als an einen Rasen.

Dort, im «Sand», wie die Gegend um den Waffenplatz Grauholz heisst, bekommen die Berner nun aber ein Trainingszentrum, wie es einer Super-League-Mannschaft gebührt: eine Anlage mit vier Rasenplätzen, einem Kunstrasenfeld, Finnenbahn, Mehrfachturnhalle, Klubhaus und Kindertrainingsplätzen: das Sportzentrum Sand-Schönbühl.

Bis im Sommer neue Felder
Das Zentrum, das auch dem Breitensport dient, soll bis in zehn Jahren in drei Schritten erstellt werden. «In der ersten Phase geht es darum, einen zusätzlichen Trainingsplatz und ein allwettertaugliches Kunstrasenfeld samt Garderobe zu bauen», sagte YB-Sportchef Reto Gertschen gestern an einer Medienkonferenz. Das Ziel ist sportlich: Schon im kommenden Sommer will Gertschen seinen Verein auf den neuen Plätzen trainieren sehen.

Die Kosten für diesen ersten Ausbau werden auf 2,6 Millionen Franken veranschlagt. Der Kanton steuert 500 000 Franken aus dem Lotteriefonds bei, die Stadt Bern 100 000 Franken. Der Rest geht zu Lasten des Fussballklubs und seiner Partner. Das Militär, als Grundeigentümerin, stellt das Land zur Verfügung, und die Gemeinden Urtenen-Schönbühl und Moosseedorf wollen, wo nötig, zusätzliches Land umzonen.

Stadt baut für die Euro 08
«Im Moment trainieren unsere Mannschaften verzettelt im Weissenstein und Neufeld, in Grafenried und Schönbühl», sagte Reto Gertschen. «Wenn wir in Schönbühl wieder alle acht Mannschaften zusammenziehen können, dann machen wir das und bauen hier unser neues Zuhause.» Der Heimat Bern dreht der Verein damit endgültig den Rücken. Jahrelang hat er dort mit den Behörden erfolglos nach einer Trainingsmöglichkeit gesucht. In Schönbühl dagegen baut er mit Unterstützung von Unternehmer Daniel Eicher innert Jahresfrist zwei Trainingsfelder.

Das gibt dem städtischen Sportamtchef Roland Schaffer zu denken. Gerne hätte er den Heimklub gehalten. Auf der Kleinen Allmend, in unmittelbarer Nähe zum Wankdorfstadion, wollte er für YB zwei Trainingsfelder bauen, dazu vier Fussballfelder sowie zwei Kunstrasenfelder für den Breitensport. Doch bei der Umsetzung dieses Projekts kam Schaffer nicht vom Fleck. Grund: Auf der Kleinen Allmend geniesst das Militär ein Nutzungsrecht, das im so genannten Waffenplatzvertrag verbrieft ist. Erst 1999 haben Stadt und Kanton diesen Vertrag mit der Eidgenossenschaft um 30 Jahre verlängert. Ein fataler Fehler. «Seither versucht die Stadt, den Vertrag aufzulösen», erklärte Schaffer, «doch der Kanton sträubte sich bisher dagegen.» Erst letzte Woche, nachdem der Umzug von YB beschlossene Sache war, habe der Kanton sich bereit erklärt, über die Vertragsauflösung zu sprechen.

Zwar hat sich YB mittlerweile von Bern verabschiedet. Doch für Roland Schaffer ist das Projekt Kleine Allmend dennoch von grosser Bedeutung. Schliesslich möchte er die Allmenden fit machen für die Fussballeuropameisterschaften Euro 08 und den Gästen dannzumal auch genügend Trainingsmöglichkeiten in der Stadt anbieten können.
Doch ob das Militär bis dahin das Feld räumt, ist fraglich. «Im Moment ist die militärische Nutzung der Kleinen Allmend praktisch gleich null», sagte gestern der zuständige Oberst, Hans Neuenschwander. Angesichts der laufenden Umstrukturierungen im VBS sei jedoch nicht absehbar, ob die Allmenden künftig wieder als Übungsplatz gebraucht würden. «Aus diesem Grund können wir das Gelände zurzeit nicht aus der Hand geben», so Neuenschwander. «Frühestens 2006 lässt sich darüber diskutieren.»


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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 28. Oktober 2004, 20:33 
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Bund, 28.10.2004

Ein Fussballzentrum direkt an der A 1

Für YB und den FC Schönbühl werden auf dem Waffenplatz Sand neue Fussballplätze und eine Mehrfachturnhalle gebaut

YB trainiert nach der Fertigstellung des neuen Wankdorfs weiterhin in Schönbühl. Bereits auf die neue Saison hin werden dem Verein ein neues Rasen- und ein Kunstrasenfeld zur Verfügung stehen. Vom Sportzentrum Sand profitiert auch der lokale Fussballklub.


Ruedi Kunz

Im neuen Fussballstadion Stade de Suisse Wankdorf Bern hat es für allerhand Platz. Es gibt ein Einkaufszentrum mit 35 Läden, mehrere Restaurants, Büros, zwei Schulen, Tagungsräume und eine Besucherplattform auf dem Stadiondach. Was hingegen völlig fehlt: Trainingsmöglichkeiten ausserhalb des Stadions für die erste Mannschaft von YB und die acht Juniorenequipen. Lange Zeit hofften die Klubverantwortlichen, es lasse sich auf der Kleinen Allmend ein Trainingszentrum realisieren. Die Stadt stellte sich nicht grundsätzlich gegen das Projekt, gab allerdings immer zu bedenken, dass neue Fussballfelder auch für den Breitensport gedacht sind. Damit hätte YB laut Sportchef Reto Gertschen unter Umständen leben können. Nicht aber mit dem Zeitpunkt, auf den hin die neuen Fussballplätze in Aussicht gestellt wurden. Vor 2010 ist an eine Umnutzung der heute vorwiegend militärisch genutzten Allmend nicht zu denken, da Stadt und Kanton erst 1999 für dieses Terrain den Waffenplatzvertrag um 30 Jahre verlängert haben.

Was innerhalb der Stadtgrenzen ein Ding der Unmöglichkeit war, lässt sich nun auf dem Boden der Gemeinden Moosseedorf und Schönbühl-Urtenen im Schnellzugstempo realisieren: Auf dem Waffenplatz Sand werden bis im nächsten Sommer ein zweites Trainingsfeld, ein Kunstrasen, eine Finnenbahn und zusätzliche Umkleidekabinen gebaut. Sie sind Teil des neuen Sportzentrums Sand, mit dem die Bedürfnisse von YB und dem schon viel länger dort beheimateten FC Schönbühl besser abgedeckt werden als heute, wo sich die beiden Vereine zwei Spielfelder teilen.
Die erste Etappe des Zentrumsprojekts kann einzig noch durch Einsprachen verzögert werden, da das betroffene Areal bereits eingezont ist. Auf gutem Weg sei auch die Finanzierung, erklärte der Moosseedorfer Gemeinderat Hans-Ulrich Wegmüller, der als Projektleiter amtet. 500 000 Franken kommen aus dem Lotteriefonds des Kantons Bern, für den Rest dürften die Betreiber des neuen Wankdorfstadions sowie YB aufkommen.


Ein Klubhaus und eine Piazza

Informationen gab es gestern auch zu den zwei weiteren geplanten Ausbauschritten auf dem Waffenplatz Sand. Entwicklungsphase zwei umfasst einen weiteren Rasenplatz, ein YB-Klubhaus mit Begegnungs- und Verweilzone davor, Parkplätze und eine neue, direkte Erschliessungsstrasse, die nicht mehr durch das ans Zentrum angrenzende Wohnquartier Moos führt. Bevor sie in Angriff genommen werden kann, muss jedoch der Souverän der betroffenen Gemeinden der entsprechenden Umzonung des Terrains zustimmen. Er sei optimistisch, dass die Moosseedorfer dem Vorhaben zustimmen werden, sagte Wegmüller. Noch nicht geklärt ist, wie die Baukosten von rund 2,5 Millionen Franken aufgeteilt werden. Laut Wegmüller werden sich die Standortgemeinden in irgendeiner Form beteiligen.
Noch mehr Fragezeichen gibt es zur Bauphase drei, die die Realisierung eines fünften Rasenplatzes sowie eine Mehrfachturnhalle anstelle der heutigen VBS-Mehrzweckhalle vorsieht. Der Ausbau ist nur möglich, wenn die Armee das heutige Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere und die Truppenunterkünfte aufgibt. Vor 2011 werde der Standort nicht aufgegeben, erklärte Hans Neuenschwander, Kommandant des Waffenplatzes Bern-Sand. Was danach sei, lasse sich im Moment beim besten Willen nicht abschätzen. Neuenschwander betonte, er begrüsse das Projekt als Ganzes, «weil es auf mehreren Modulen aufbaut, die sich unabhängig voneinander umsetzen lassen».
Die Profiteure des Sportzentrums Sand sind erleichtert über die jüngste Entwicklung. Hugo Borgognon vom FC Schönbühl erklärte, er sei froh, dass der Verein nicht länger Konzessionen machen müsse und ab Sommer 2005 wieder gleich viele Terrains zur Verfügung habe wie vor der Ankunft von YB im Jahre 2001. «Wir sind sehr froh über diese Lösung, denn für uns ist es zeitmässig brutal eng geworden», sagte YB-Präsident Peter Mast. Ende Juni 2005, das war mit dem FC Schönbühl vereinbart worden, hätte sich der Super-League-Verein nach neuen Trainingsmöglichkeiten umschauen müssen, hätte sich an der aktuellen Situation nichts geändert.


HIV-Preisträger 2004 als Initiant

Das Projekt Sportzentrum Sand ist innert weniger Monate aus dem Boden gestampft worden. Mitte Juni haben sich alle Beteiligten erstmals getroffen. An dieser Sitzung seien die Standpunkte dargelegt und Differenzen ausgeräumt worden; dann sei beschlossen worden, zügig und pragmatisch die bestmögliche Lösung für YB und den FC Schönbühl zu suchen, erzählte Wegmüller.
Eine zentrale Rolle spielt Daniel Eicher, der Geschäftsführer des ABC-Kartenverlags in Schönbühl. Der angefressene Fussballer initiierte die Schaffung der Projektgruppe und übernahm auch die Leitung einer fünfköpfigen Kerngruppe, die sich um die Finanzierung der ersten Bauetappe kümmert. Er sei «gerne am Netzwerken», sagte der HIV-Preisträger 2004 (siehe «Bund» vom Dienstag). Es sei ihm aber auch wichtig gewesen, dass YB wieder ein «Zuhause» bekomme. Das habe im neuen Wankdorf nämlich höchstens die erste Mannschaft.


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