YB setzt Zeichen gegen Rassismus
Europaweit finden in diesen Tagen Aktionen gegen Fremdenhass im Fussball statt. Auch YB macht beim Kantonsderby gegen Thun (31. Oktober) aktiv mit.
Die YB-Spieler Thomas Häberli, Francisco Neri, Stéphane Chapuisat und Mark Disler demonstrieren gegen Rassismus in den Fussballstadien. /
Um Gewalt, Diskriminierung und Fremdenhass in den Fussball-Stadien zu bekämpfen, wurde vor fünf Jahren FARE («Football Against Racism in Europe») gegründet. Das Netzwerk geniesst für seine bisherigen Tätigkeiten im Anti-Rassismus-Bereich hohes Ansehen: Vor drei Jahren gewann es beispielsweise den mit einer Million Franken dotierten «Uefa-Charity-Award».
Aushängeschild Pavel Nedved
Mehrere hundert Fussballvereine und Fanclubs in 33 Ländern schliessen sich in diesen Tagen zusammen, um gegen Fremdenfeindlichkeit zu demonstrieren. Kein geringerer als Juventus-Star Pavel Nedved ist das Aushängeschild dieser fünften Aktion von FARE, die bis Ende Oktober europaweit andauert. «Nicht die Hautfarbe oder die Religion eines Spielers ist entscheidend, sondern einzig die Leistung auf dem Feld. In meinem Herzen ist kein Platz für Rassismus», lässt sich «Europas Spieler des Jahres 2004» in einem FARE-Prospekt zitieren.
YB-Aktion im Neufeld
Dem Ruf von FARE gefolgt ist auch der BSC Young Boys. Das verwundert nicht. Bereits im Jahre 1996 machte der vorbildliche Berner Traditionsverein mit der Trikotaufschrift «Gemeinsam gegen Rassismus» auf sich aufmerksam. Nun werden beim kommenden Kantonsderby gegen Thun 5000 Postkarten mit dem Slogan «Gegen Rassismus und Gewalt im Stadion» kostenlos an die Matchbesucher verteilt. «In den Zeiten von Globalisierung und Völkervereinigung ist Rassismus ein zentrales Thema. Die FARE-Aktion ist eine gute Sache, die wir gerne unterstützen», sagte YB-Captain Mark Disler.
Auf Notfallstation beleidigt
Schlechte Erfahrungen mit fremdenfeindlichen Fans machte YB-Spieler Francisco Neri in den Champions-League-Qualifikationsspielen gegen Roter Stern Belgrad. Belgrader-Anhänger beleidigten den dunkelhäutigen Brasilianer bei jeder Ballberührung mit Urwaldrufen. Nachdem sich der Stürmer im Auswärtsspiel eine Schulterverletzung zugezogen hat, spielte sich im Spital folgende Szene ab: Ein Hooligan von Roter Stern, der sich bei einer Schlägerei vor der Partie den Arm gebrochen hat, beleidigte Neri auf der Notfallstation wegen seiner Hautfarbe. «Anschliessend lachte er mich noch wegen meiner ausgekugelten Schulter aus. Dabei war er doch selber verletzt», empört sich der 28-Jährige. Neri selber bezeichnet Rassismus an seiner Person nach unzähligen Vorfällen auf den Schweizer Fussballplätzen bereits als «normal». Übrigens: Wegen dem unsportlichen Verhalten ihrer Fans in den Spielen gegen YB wurde der serbische Verein von der Uefa mit insgesamt 30 000 Franken gebüsst. Dank Intervention von FARE.