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 Betreff des Beitrags: (Matchthread) GC - YB
 Beitrag Verfasst: Freitag 15. Oktober 2004, 20:08 
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YB wirds schwer haben am sonntag gegen GC. aber wir glauben an den sieg. :victory:

:auswaertssieg:


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 Beitrag Verfasst: Freitag 15. Oktober 2004, 20:09 
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Tagesanzeiger, 15.10.2004

Nervosität im Hardturm

Unterschiedliche Stimmungslagen in Zürich vor der 12. Runde der Super League: Während beim FCZ Zuversicht herrscht, brauchen die Grasshoppers dringend Punkte und sind entsprechend nervös.

Super League

Nur fünf Punkte trennen nach elf Runden den Dritten Aarau vom Letzten Servette. Entsprechend wegweisenden Charakter haben die Partien vom Wochenende.
Seit zwei Wochen und der Niederlage gegen Servette führt Interimstrainer Carlos Bernegger das Ensemble der Grasshoppers. Und nach zuletzt sechs Spielen ohne Sieg ist die Nervosität im Hardturm vor dem Spiel gegen die Young Boys offensichtlich. Ein weiteres Treten an Ort brächte die Stadtzürcher wohl noch näher ans Tabellenende. Bernegger reagierte auf seine Weise und duldet seit Donnerstag keine Zaungäste mehr bei seinen Trainings auf dem Förrlibuck.

Deutlich gelöster präsentiert sich die Stimmung derweil im wenige hundert Meter entfernten Letzigrund, wo sich Trainer Lucien Favre über jeden Zuschauer am Spielfeldrand freut. Der FC Zürich strahlt nach zwei Siegen und vor dem Gastspiel bei Co-Leader Thun wieder (einmal) viel Zuversicht aus. «Wir wollen eine grosse Serie machen», erklärte Favre. Auch in Aarau (gegen Xamax) hofft man auf eine Fortsetzung der positiven Serie (5 Spiele ohne Niederlage).

Basels Trainer Christian Gross glaubt, dass sein Team die zuletzt wenig überzeugenden Auftritte überwunden hat. Im St.-Jakob-Park trifft der nationale Branchenleader mit internationalen Ambitionen auf das stärker werdende Servette. Die Genfer waren in den letzten sechs Partien ohne Niederlage geblieben. Zum eigentlichen Kellerduell kommt es im Espenmoos zwischen St. Gallen und Schaffhausen. Das Team von Heinz Peischl ist aktuell das schwächste Heimteam, Schaffhausen weist die schlechteste Bilanz auf fremdem Terrain auf. (rom/si)


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 Beitrag Verfasst: Freitag 15. Oktober 2004, 20:11 
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fussball.ch, 15.10.2004

Grasshoppers - Young Boys (1:1). -- Sonntag, 17. Oktober (16.15 Uhr/live Sat.1). -- SR Salm. -- Abwesend: Lichtsteiner, Rogerio (beide gesperrt), Eduardo, Muff, Schwegler (alle verletzt), Villarreal (wird Vater, in Argentinien); Berisha, De Napoli, Coubageat, Neri (alle verletzt), Eugster, Sermeter (krank). -- Fraglich: Chihab, Stepanovs; Bettoni. -- Statistik: Die Grasshoppers warten nunmehr schon sechs Spiele auf einen Sieg; überhaupt gewannen die Zürcher in den ersten elf Runden nur zweimal. Die Young Boys sind mit zwei Siegen und zwei Remis im Moment das stärkste Team auf fremdem Terrain. Im Hardturm liegt der letzte Erfolg jedoch schon zwölf Jahre zurück. Seither resultierten in 13 Spielen acht Niederlagen mit einem Torverhältnis von 15:38.


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 Beitrag Verfasst: Samstag 16. Oktober 2004, 10:52 
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Der Bund, 16.10.2004

. . . und ausgerechnet jetzt zu GC

Am Sonntag spielen die zuletzt wenig erfolgreichen Young Boys auswärts gegen die Grasshoppers (16.15 Uhr), die einen Trainerwechsel hinter sich haben

«Wir spielen auswärts wie daheim!» – das war in der letzten Saison das Erfolgsrezept von YB-Trainer Hans-Peter Zaugg. Eigentlich war es nie die Absicht Zauggs, an dieser Strategie etwas zu ändern, doch die personelle Situation zwang ihn dazu: «Seit Wochen fehlen mir für ein schwungvolles und erfolgreiches Angriffsspiel die Stürmer», sagt er, «und hinter der Spitze tun wir uns aufgrund von Verletzungen, Krankheiten, Formschwankungen und entsprechender Verunsicherung auch viel schwerer als vor einem Jahr.»

In der Tat: In der Saison 2003/04 griffen die Young Boys in einer allgemeinen Euphorie meist 90 Minuten an – und vorne schossen Chapuisat und Leandro die Tore. Heute kommt von hinten wenig, und vorne gibt es keinen Leandro mehr. Sein brasilianischer Ersatz, Francisco Neri, ist seit dem Europacup-Rückspiel in Belgrad ausser Gefecht. Neben Chapuisat, der zuletzt auch nicht mehr überzeugte und lustlos wirkte, hat jüngst wenigstens der junge Maksimovic im YB-Sturm mitunter für ein Lebenszeichen gesorgt.
Die Liste der nicht einsetzbaren Akteure ist bei den Young Boys in der Länderspielpause nicht kleiner geworden, im Gegenteil: Inzwischen fällt auch Sermeter mit einer Lungenentzündung aus, ferner kehrt Urdaneta erst heute Samstag aus Südamerika zurück – er stand mit Venezuela in der WM-Qualifikation im Einsatz und dürfte morgen in Zürich kaum spielen. Weil neben Sermeter und Neri auch Eugster, Coubageat, de Napoli und Berisha weiterhin fehlen, wird Trainer Zaugg möglicherweise vier Nachwuchsspieler auf die Ersatzbank setzen müssen: «Liechti, Gerhard, Schneuwly und Cökmüs haben in dieser Woche mit uns trainiert. Vielleicht kommt einer von ihnen im Lauf des Spiels gegen GC zum Zug.»
Im Test gegen den FC Bern (10:1) haben die Young Boys am letzten Dienstag endlich wieder ein paar Tore geschossen, allerdings war die Partie gegen den interregionalen Zweitligisten «kein echter Test», wie sich Zaugg ausdrückt. Letzterer finde nun in Zürich statt, gegen die Grasshoppers: «Wir haben in den letzten drei Runden schlecht gespielt und viel zu wenig Punkte geholt – nun müssen wir daran gehen, den angerichteten Schaden zu korrigieren.» Zaugg erwartet von seinen Schützlingen auf dem Hardturm nicht eine «Galaleistung», sondern 90 Minuten ehrliche und einsatzvolle Arbeit. Wenn es danach einen oder drei Punkte geben sollte – umso besser.


GC: Von Geiger zu Bernegger

Die Tatsache, dass seine Young Boys ausgerechnet jetzt, nach einer miserablen Serie und geschwächt durch viele Absenzen, gegen die Grasshoppers anzutreten hätten, sei alles andere als ideal, sagt Zaugg. Die Erfahrung lehre, dass eine Mannschaft nach einem Trainerwechsel besonders motiviert aufspiele. «Das wird auch diesmal so sein», meint der Trainer, «schliesslich kenne ich GC. Die Zürcher Spieler haben vielleicht nicht direkt gegen Alain Geiger gespielt, aber sie sind bestimmt froh, dass er nicht mehr ihr Chef ist. Das wird sie besonders beflügeln».
Was YB die Aufgabe auch nicht erleichtern wird. (cb)

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 17. Oktober 2004, 19:18 
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news.ch, 17.10.2004

YB stürzt die Grasshoppers ins Elend

Zürich - Die Krise der Grasshoppers hält auch unter Interimscoch Carlos Bernegger an. Im Heimspiel gegen die Young Boys verloren die Zürcher 0:1; es war die dritte Niederlage in Serie. Das entscheidende Tor für YB markierte Elvir Melunovic (19.).
Melunovic überwand GC-Torhüter Marco Ambrosio nach einem Corner aus spitzem Winkel. Der italienische Goalie der Zürcher trägt dabei eine Mitschuld an diesem Gegentreffer. Für Melunovic, der einst das Fussball-ABC auf dem Hardturm gelernt hatte, war es der erste Saisontreffer.

Die Grasshoppers hatten nach dem frühen Rückstand genügend Gelegenheiten, die Wende zu schaffen. Doch vor allem Richard Nuñez vergab beste Gelegenheiten. Vor der Pause setzte er den Ball zweimal aus kurzer Distanz über das Tor. In der zweiten Halbzeit war zunächst ein Lobball des Südamerikaners zu unplatziert, dann scheiterte Nuñez sieben Minuten vor dem Ende an YB-Torhüter Marco Wölfli.

Überzahl nicht ausgenutzt

Die letzte Chance vergab Touré Sekunden vor dem Abpfiff. Auch der Mittelstürmer brachte den Ball aus wenigen Metern nicht an Wölfli vorbei. Damit bleiben die Grasshoppers seit 320 Minuten ohne Torerfolg.

Die Niederlage ist für die Zürcher umso bitterer, weil sie ab der 38. Minute und der Gelb-Roten Karte gegen Joël Magnin sogar noch mit einem Spieler mehr agieren konnten. Für die Berner, die nun auf Rang 3 klassiert sind, war es der erste Triumph auf dem Hardturm seit dem 4. April 1992. Damals siegte YB sogar mit 3:0.

Grasshoppers - Young Boys 0:1 (0:1)
Hardturm. -- 7500 Zuschauer. -- SR Salm. -- Tor: 19. Melunovic 0:1.

Grasshoppers: Ambrosio; Sutter (77. Aiello), Chihab, Stepanovs (67. Lütolf), Jaggy; Salatic (46. Seoane), Cabanas, Spycher; Da Silva, Touré, Nuñez.

Young Boys: Wölfli; Geiser, Carreño, Disler, Rochat; Friedli, Aziawonou; Joël Magnin, Häberli (88. Burki), Melunovic; Chapuisat (79. Maksimovic).

Bemerkungen: Grasshoppers ohne Lichtsteiner und Rogerio (beide gesperrt) sowie Eduardo, Schwegler, Muff (alle verletzt) und Villarreal (weilt aus persönlichen Gründen in Argentinien), Young Boys ohne Eugster, Neri, Sermeter, De Napoli, Berisha und Coubageat (alle verletzt). 40. Gelb-Rote Karte gegen Joël Magnin wegen wiederholten Foulspiels. Verwarnungen: 25. Geiser (Foul). 35. Joël Magnin (Foul). 30. Salatic (Foul). 48. Seoane (Foul).

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 17. Oktober 2004, 19:22 
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NZZ, 17.10.2004

Die Grasshoppers tief in der Krise

0:1-Niederlage der Zürcher in der Super League gegen dezimiertes YB-Team
Die Krise der Grasshoppers hält auch unter Interimscoach Carlos Bernegger an. Im Heimspiel gegen die Young Boys verloren die Zürcher 0:1; es war die dritte Niederlage in Serie. Das entscheidende Tor für die Berner Young Boys markierte Elvir Melunovic bereits in der 19. Minute.


(si)/zz. Elvir Melunovic überwand GC-Torhüter Marco Ambrosio nach einem Corner aus spitzem Winkel. Der italienische Goalie der Zürcher trägt dabei eine Mitschuld an diesem Gegentreffer. Für Melunovic, der einst das Fussball-ABC im Hardturm gelernt hatte, war es der erste Saisontreffer.

Die Grasshoppers hatten nach dem frühen Rückstand genügend Gelegenheiten, die Wende zu schaffen. Doch vor allem Richard Nuñez vergab beste Gelegenheiten. Vor der Pause setzte er den Ball zweimal aus kurzer Distanz über das Tor. In der zweiten Halbzeit war zunächst ein Lobball des Südamerikaners zu unplaciert, dann scheiterte er sieben Minuten vor dem Ende an YB-Torhüter Marco Wölfli. Die letzte Chance vergab Touré Sekunden vor dem Abpfiff. Auch der Mittelstürmer brachte den Ball aus wenigen Metern nicht an Wölfli vorbei. Damit bleiben die Grasshoppers seit 320 Minuten ohne Torerfolg.

Diese Niederlage ist für die Zürcher um so bitterer, weil sie ab der 38. Minute und der gelb-roten Karte gegen Joël Magnin sogar noch mit einem Spieler mehr agieren konnten. Für die Berner, die nun im dritten Rang klassiert sind, war es der erste Triumph auf dem Hardturm seit dem 4. April 1992. Damals siegten die Young Boys sogar 3:0.

Bild
Jaggy (links) im Laufduell mit Melunovic (Bild key)

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 Beitrag Verfasst: Montag 18. Oktober 2004, 10:25 
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BZ, 18.10.2004

YB mit viel Kampfgeist und Siegeswille

Die Young Boys spielten während 50 Minuten mit nur zehn Mann, gewannen bei den Grasshoppers dank viel Kampf aber 1:0.
YB-Verteidiger Carreno (oben) kommt gegen GC-Nunez zu spät. / Keystone »BSC Young Boys

Mehr auf espace.ch:
YB-DossierAls Schiedsrichter Martin Salm die Partie abpfiff, lagen sich YB-Trainer Hans-Peter Zaugg und sein Assistent Erminio Piserchia in den Armen, als hätten sie soeben geheiratet. Die Freude war gross, sehr gross. YB hatte letztmals vor zwölfeinhalb Jahren, am 4. April 1992, auswärts gegen GC gewonnen (3:0). Und dass die Gelbschwarzen just an diesem Wochenende wieder einmal drei Punkte auf dem Hardturm gewinnen, war in Anbetracht der letzten Auftritte nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Nach drei Spielen mit nur einem Punktgewinn befanden sich die Berner in einer Minikrise.

Was die mitgereisten Fans von ihrer Mannschaft erwarteten, hatten sie auf ein Transparent gepinselt und beim Einlauf der Spieler in die Höhe gehalten: «Kampfgeist und Siegeswille» wollten sie sehen. Zwei Tugenden, die sie bei den YB-Spielern zuletzt so sehr vermisst hatten. «Mit einer Leistung wie zuletzt gegen Xamax, St. Gallen oder Schaffhausen hätten wir gegen GC verloren», sagte Zaugg. Doch nun könne er wieder einmal so richtig stolz auf sein Team sein.


YB mit nur einem Stürmer

YB war zu Beginn der Partie wenig in Ballbesitz, hatte kaum Torchancen – und ging in der 19. Minute durch Elvir Melunovic in Führung. Nach einem Eckball, den er selber geschlagen hatte, landete ein Abpraller in seinen Füssen. Melunovic drosch den Ball aus sieben Metern und spitzem Winkel in die Maschen. Obschon weniger in Ballbesitz, hatten die Berner das Spielgeschehen unter Kontrolle, und die Platzherren hatten Mühe, sich Skoremöglichkeiten zu erspielen. Das neue System mit Stéphane Chapuisat als einziger Sturmspitze, dafür mit zwei defensiven Mittelfeldspielern (Roman Friedli und Yao Aziawonou) funktionierte auf Anhieb.

Bis zur 39. Minute. Dann sah YBs rechter Flügel Joël Magnin für sein zweites Foul innerhalb von drei Minuten die gelb-rote Karte – ein harter, aber vertretbarer Entscheid des Referees. Roman Friedli rückte für Magnin auf die rechte Flanke und seine Teamkollegen einen Schritt zusammen. «Wie die Spieler auf den Platzverweis reagiert haben, macht mich ganz besonders glücklich», sagte ein zufriedener Trainer Zaugg. So blöd es tönen mag, aber vielleicht habe es diesen Platzverweis gebraucht.


Starke Abwehr

Auch Keeper Marco Wölfli, der mit zwei Paraden massgeblich am YB-Sieg beteiligt war, sagte zufrieden: «Nicht einer oder zwei Spieler haben hier gewonnen. Das war ein Sieg der ganzen Mannschaft. Ein verdienter und hart erkämpfter Sieg.»

In seiner Spielanalyse wollte Zaugg keinen Akteur hervorheben. Trotzdem kann man sagen, dass vor allem die Verteidiger Bestnoten verdienten. Der junge Fabian Geiser agierte nach einer kurzen «Aufwärmphase» erstaunlich stilsicher und abgeklärt. Captain Mark Disler war wieder einmal ein richtiger Abwehrchef, der die in der zweiten Halbzeit druckvoll anstürmenden «Hoppers» sowohl am Boden wie auch in der Luft in Schach hielt. An seiner Seite stellte auch Fernando Carreño eindrucksvoll seinen Mann, und Linksverteidiger Alain Rochat war viel spritziger und einsatzfreudiger als zuletzt.


Zaugg bleibt am Boden

Ausgerechnet nach einem der seltenen Siege im Hardturm hat YB wieder Oberwasser und vor der Cup-Partie vom nächsten Wochenende in Wohlen wieder mehr Luft zum Atmen als zuvor. Doch Zaugg bleibt auf dem Boden. «Wir hatten auch Glück», sagte er. Glück, dass sie sich hart erkämpft hätten. Von einer überstandenen Krise wollte der YB-Trainer nichts wissen: «Wir sind nach wie vor in einer schwierigen Phase. Die nächsten Spiele werden zeigen, wo wir stehen.» Momentan steht YB auf Rang drei, und eines ist gewiss: Beim nächsten Spiel wird kein Fan ein Transparent mit der Aufschrift: «Kampfgeist und Siegeswille» in die Höhe halten. Obs auch ohne Fan-Forderung klappt?


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Grasshoppers – Young Boys 0:1 (0:1)

Hardturm. – 7500 Zuschauer. – SR Salm. – Tor: 19. Melunovic (Vorarbeit Chapuisat) 0:1.
Grasshoppers: Ambrosio; Sutter (77. Aiello), Chihab, Stepanovs (67. Lütolf), Jaggy; Salatic (46. Seoane), Cabanas, Spycher; Da Silva, Touré, Nuñez.
Young Boys: Wölfli (Note 5); Geiser (5), Carreño (5), Disler (5,5), Rochat (4,5); Friedli (4,5), Aziawonou (4,5); Magnin (4), Häberli (4,5; 88. Burki), Melunovic (5); Chapuisat (4; 79. Maksimovic).
Bemerkungen: Grasshoppers ohne Lichtsteiner und Rogerio (beide gesperrt) sowie Eduardo, Schwegler, Muff (alle verletzt) und Villarreal (weilt aus persönlichen Gründen in Argentinien). Young Boys ohne Neri, De Napoli, Berisha, Coubadja (alle verletzt), Eugster und Sermeter (beide krank). – 40. Gelb-rote Karte gegen Magnin wegen wiederholten Foulspiels. – Verwarnungen: 25. Geiser (Foul). 35. Magnin (Foul). 30. Salatic (Foul). 48. Seoane (Foul).

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 Beitrag Verfasst: Montag 18. Oktober 2004, 10:45 
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Der Bund, 18.10.2004

Abschied vom Misserfolg

Die Young Boys bleiben erstmals in dieser Saison ohne Gegentor – 1:0-Auswärtssieg gegen GC

Nach einer Serie schwacher Leistungen haben sich die Young Boys mit einem über-raschenden Sieg zurückgemel-det: Ihr Auswärtserfolg gegen die Grasshoppers kam nach einer spielerisch guten ersten Halbzeit und einer Abwehr-schlacht nach der Pause zustande – letztlich war er ein Produkt des Teamworks.


charles Beuret

Von den Young Boys hatte man nach den drei missglückten Auftritten gegen Xamax, St. Gallen und Schaffhausen mit einer Ausbeute von einem einzigen Punkt nicht viel erwartet. Deshalb ist ihre gestern auf dem Hardturm gezeigte (spielerische und vor allem auch kämpferische) Leistung als positive Überraschung zu werten. YB spielte viel besser als erwartet, GC – nach dem Trainerwechsel von Geiger zu Bernergger – liess hingegen viel mehr Wünsche offen, als sich die Zürcher Fans erhofft hatten. Daran änderte auch nichts, dass Trainer Carlos Bernegger nach 90 hart umkämpften Minuten mit seinem Team sehr zufrieden war (!) und eigentlich nur mit dem Resultat haderte: «Es war ungerecht – wir waren die bessere Mannschaft.»

Das freilich stimmte höchstens für die letzten 20 Minuten, in denen die Young Boys – nach 40 Minuten und dem unnötigen Ausschluss Magnins auf zehn Mann dezimiert – dem Gegner eine veritable Abwehrschlacht liefern mussten. In der kritischen Schlussphase besassen die Berner allerdings die eine oder andere Konterchance – sie standen dem 0:2 gemessen an den klaren Möglichkeiten näher als die Grasshoppers dem 1:1.


Die Einstellung stimmte

Im Gegensatz zu den enttäuschenden Partien aus der jüngsten Vergangenheit stimmte bei den Young Boys diesmal die Einstellung: Jeder rannte für jeden, man entwickelte Initiative und stellte sich frei – alles Dinge, die man zuletzt etwa in Schaffhausen nicht hatte beobachten können.
Diesmal bewies Trainer Hans-Peter Zaugg bei der Zusammenstellung seiner Formation ein geschicktes Händchen: Der «kreative» Aziawonou spielte – insbesondere in der ersten Halbzeit – im Zentrum einen starken Match, indem er die Bälle geschickt hielt oder verteilte und gleichzeitig seinen Gegenspieler – es war meistens Nationalspieler Cabanas – zum Statisten degradierte. War Aziawonou der YB-Organisator, so waren Carreno und Häberli die eigentlichen Vorkämpfer, die die Young Boys dazu mitrissen, endlich wieder einmal «totales Engagement» zu zelebrieren. Was herausschaute, durfte sich sehen lassen: Über den Kampf steigerte sich die ganze Abwehrlinie (mit den starken Aussenverteidigern Geiser und Rochat) derart, dass die Grasshoppers in den insgesamt 95 Minuten Spielzeit nur etwa drei oder vier gute Torchancen besassen.
Dass diese für YB keine nachteiligen Folgen hatten, dafür sorgte der aufmerksame Goalie Marco Wölfi mit einer Handvoll starker Paraden. Und so kam es, dass die Young Boys ausgerechnet bei ihrem Gastspiel bei «Angstgegner» GC erstmals in dieser Meisterschaft eine Partie ohne Gegentor beendeten.


Das wichtige Tor Melunovics

Die defensive Stabilität war die Basis zum überraschenden Sieg der Young Boys. Die drei Punkte aber brachte das einzige Tor ein, das der ehemalige Schweizer U-21-Nationalspieler Elvir Melunovic bereits nach 19 Minuten erzielte.
Es fiel im Anschluss an einen Eckball und eine unübersichtliche Situation im GC-Strafraum. Ein abgewehrter Ball landete auf der linken YB-Seite beim frei stehenden Melunovic, der aus spitzem und «unmöglichen» Winkel mit vollem Risiko den Abschluss suchte und reüssierte. Dass die Berner bei diesem Treffer auch Glück hatten (der Ball flog zwischen gegnerischen Beinen ins Tor), ist nicht zu leugnen – aber es war, wie sich im Verlauf des Spiels bestätigen sollte, eben das Glück der Tüchtigen.


Zaugg: Die richtige Reaktion

Wie schnell es im Fussball geht, zeigte sich nach dem Spiel: Statt im Tabellenkeller finden sich die Young Boys plötzlich wieder auf Platz 3 wieder, was Trainer Zaugg veranlasste, seinen etwas vorschnellen Kritikern einen Seitenhieb zu verpassen: «Sind wir jetzt plötzlich nach einem Sieg sogar die Weltmeister?» fragte er in die Runde . . .
Die drei Punkte waren für Zaugg auch aus anderen Gründen hochwillkommen: «Die Mannschaft», sagte er, «benötigte diesen Aufsteller. Es wird ihr wieder den so wichtigen moralischen Auftrieb geben.» Der Trainer mochte gestern übrigens keinen seiner Spieler besonders loben: Jeder habe seine Aufgabe erfüllt und jeder sei ein wenig über sich hinausgewachsen – das sei nach einer Periode von schwächeren Phasen «die richtige Reaktion» gewesen.
Bleibt noch eine kleine Klammer zu öffnen: Nach seiner ersten Verwarnung (35.) liess sich ausgerechnet Routinier Joël Magnin wenig später im («ungefährlichen») Mittelfeld zu einem unmotivierten Revanchefoul hinreissen – er sah die rote Karte und erwies damit seinem Team einen Bärendienst.
Vielleicht war es aber gerade dieser Platzverweis, der die Young Boys zu einem Sondereffort motivierte . . .


GC - YB 0:1 (0:1)
Hardturm. – 7500 Zuschauer. – SR Salm. – Tor: 19. Melunovic 0:1. –Verwarnungen: 25. Geiser. 35. Magnin. 30. Salatic. 48. Seoane (alle Foul). – Gelb-rote Karte: 40. Magnin (Foul). –Bemerkungen: GC ohne Lichtsteiner, Rogerio (beide gesperrt), Eduardo, Schwegler, Muff (alle verletzt) und Villarreal (aus persönlichen Gründen in Argentinien). YB ohne Eugster, Neri, Sermeter, De Napoli, Berisha und Coubageat (alle verletzt).
GC: Ambrosio; Sutter (77. Aiello), Chihab, Stepanovs (67. Lütolf), Jaggy; Salatic (46. Seoane), Cabanas, Spycher; Da Silva, Touré, Nuñez.
YB: Wölfli; Geiser, Carreño, Disler, Rochat; Friedli, Aziawonou; Magnin, Häberli (88. Burki), Melunovic; Chapuisat (79. Maksimovic).


kommentar


Sicherungen einbauen

Eigentlich müsste Bern jetzt förmlich dem neuen Stadion entgegenfiebern: Viele tun es, doch mit der grossen allgemeinen Euphorie steht es im Moment nicht gerade zum Besten. Zu hartnäckig zeigte die sportliche Leistungskurve der Young Boys lange nach unten, bis vor dem gestrigen Exploit auf dem Hardturm war von der Begeisterung für Gelb-Schwarz – vor einem Jahr noch bevorzugte Modefarben in der Bundesstadt – nicht mehr viel zu spüren.

Nicht nur die Phase des sportlichen Krebsgangs im September und Anfang Oktober hat in Bern zu einer gewissen Ernüchterung geführt, für eine solche sorgten zuletzt auch die Vorgänge innerhalb des Vereins- bzw. des Stadion-Managements. Die geplanten Umstrukturierungen verlaufen mitnichten in Minne und Harmonie, das Gegenteil ist der Fall. Sie haben – zwei Wochen nachdem der alte Konflikt mit den ehemaligen Funktionären Fischer und Bickel ad acta gelegt worden ist – innerhalb der eigenen Reihen neue Gräben aufgerissen. Die «Bisherigen», die vor allem den Sport und YB repräsentieren, haben zwar die geplante Neuorganisation mit ausgeheckt (Letztere aber weder gefordert noch gefördert), mit ihrer persönlichen Ablösung tun sie sich nun freilich schwer. Ihr Argument: Die Interessen des Vereins, des BSC Young Boys, stünden künftig nicht mehr im Vordergrund.
Diese Feststellung ist richtig – weshalb in die sicherlich zum Teil sinnvollen Umstrukturierungen (Stadion und YB gemeinsam praktisch als Holding geführt) entsprechende Sicherungen eingebaut werden müssten. Etwa: Vergrösserung des Verwaltungsrats durch mindestens zwei nicht vollamtliche YB-Vertreter, wobei es sich bei dem einen um den Vereinspräsidenten handeln müsste.
Mit einer solchen Massnahme könnte die aufkommende Krise im Keime erstickt werden.

PS: Die so genannte Krise im Bereich Fussball scheint hingegen bereits bewältigt zu sein. Es hat sich bezahlt gemacht, dass die Verantwortlichen in den Wochen des sportlichen Misserfolgs ihre Gelassenheit bewahrt haben.

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