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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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Rino
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Verfasst: Mittwoch 13. Oktober 2004, 11:15 |
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Registriert: Samstag 8. Mai 2004, 12:12 Beiträge: 3258 Wohnort: Bern
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Jetzt ist das heilige Grün drin
In nur 48 Stunden wird im neuen Wankdorfstadion der Rasen verlegt. Die dünne grüne Schicht Natur liegt auf einem hochtechnischen Unterbau: Bewässerungsleitungen und Heizung inklusive.
Geldtransporte sind kaum weniger gut bewacht: Breitbeinig steht der Securitas-Mann neben dem Tor und kontrolliert den Eingang des Wankdorfstadions. Angeliefert wurde gestern im Nordquartier zwar kein Bargeld, dafür ein ebenso kostbarer Schatz: der neue Rasen fürs Stade de Suisse.
Das künftige Berner Fuss-ballheiligtum kommt per Sattelschlepper aus Deutschland: 2.20 Meter breite Rasenrollen, jede 1,3 Tonnen schwer. Ausgerollt bedecken die 30 Meter langen Bahnen jeweils eine Fläche von 66 Quadratmetern. Mehr als 120 Rollen sind nötig, um den 111 Meter langen und 74 Meter breiten «Acker» zu begrünen.
In Deutschland gewachsen
Angesät wurde der Wankdorf-Rasen vor rund einem Jahr in Ingolstadt. Am vergangenen Montag begann eine Spezialmaschine, die extrabreiten Bahnen vom deutschen Boden abzuschälen. Dann folgte der Transport in die Schweiz. Heute Mittwoch werden bereits die letzten Stücke der drei Zentimeter dicken Rasenschicht auf den Berner Boden gelegt.
Johannes Fuchs, Baustellenleiter der Firma Schwab, steuert die Raupenmaschine mit viel Fingerspitzengefühl. Für ihn ist die «Rasenlegung» im Wankdorf eigentlich ein Auftrag wie jeder andere. Die Rasenspezialisten haben schon in ganz Europa auf Spielfeldern ihren Rollrasen verlegt. Dann leuchten Fuchs’ Augen doch noch ein bisschen: «Das Wankdorf hat halt schon eine spezielle Geschichte. Die WM 1954 …».
Natur ohne Kunststoff
Der Rollrasen ist ein reines Naturprodukt. «Die Rasenbahnen werden ausschliesslich von den Wurzeln zusammengehalten», erklärt Bernhard Billing von der Firma Hauenstein Samen. Das Gartenbauunternehmen aus dem Kanton Zürich ist der Händler für den deutschen Rasen. «Es gibt auch Rasen mit einem Kunststoffnetz als Unterlage», sagt Billing. Dies würden die Akteure auf dem Grün, die Fussballspieler, aber nicht schätzen: «Da hängen sie beim harten Einsatz ein mit ihren Stollenschuhen.»
Dass im Wankdorf Fertigrasen zum Einsatz kommt, hat auch mit dem knappen Zeitbudget zu tun. Schon im Sommer 2005 wird im neuen Stadion aufgespielt. Bis dann muss der Rasen mit seiner Unterlage, einem komplexen Mix aus Sand und Humus (siehe Kasten) verwachsen sein. Bis jetzt sei alles reibungslos verlaufen, sagt Caspar Sgier, Abteilungsleiter Sportplatzbau bei der Firma Bächler und Güttinger, die den Unterbau erstellt hat. In einer Ecke, wo der Rasen bereits verlegt ist, wässert schon ein Gärtner das frische Grün.
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«Eigentlich ist ein Stadion keine ideale Umgebung für einen Rasen», sagt Herwig Münster. Der deutsche Ingenieur ist der «Rasenarchitekt» für das Wankdorfstadion. Einerseits müsse der Rasen einen trittfesten Untergrund haben, anderseits müsse das Wasser ablaufen können, so Münster. Keine leichte Aufgabe an einem Ort, wo der Rasen keine Verbindung zum natürlichen Boden hat: Unter dem Wankdorf-Rasen liegt die 60 Zentimeter dicke Betondecke des Einkaufszentrums im Untergeschoss. Gelöst wurde das Problem mit einem 80 Zentimeter dicken Rasenunterbau aus Schotter, Split, Quarz, Humus und porösem Lavasand. Darin eingebettet ist ein 13 Kilometer langes Rohrsystem für die Befeuchtung und Belüftung des Bodens. «In einem hoch gebauten Stadion gibt es nur geringe Luftbewegungen und wenig Licht», erklärt Münster. Der Unterbau soll diese Mängel ausgleichen.
Ebenfalls eingebaut wurde im Wankdorf eine Rasenheizung, die mit Abwärme betrieben wird. Diese soll den Boden frostfrei halten und die Vegetationszeit des Rasens verlängern helfen, damit er auch im Winter fest und bespielbar ist. Entwickelt wurde die Bodenzusammensetzung und die ideale Gräsermischung im Labor. Berücksichtigen musste Münster auch die geografische Lage von Bern: «In Kiew braucht es einen anderen Untergrund als in Saudiarabien.» Abgestimmt auf die Verhältnisse in Bern wurde auch der Anzuchtboden für den Rasen im deutschen Ingolstadt. Rollrasen und ein technischer Unterbau sind laut Münster heute Standard in allen grösseren Stadien. «Schliesslich ist der Rasen das Wichtigste.»stp
BZ, 13.10.2004
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Rino
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Verfasst: Mittwoch 13. Oktober 2004, 11:16 |
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Registriert: Samstag 8. Mai 2004, 12:12 Beiträge: 3258 Wohnort: Bern
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Der neue Teppich für YB ist da
Seit Montagabend wird im neuen Fussballstadion Stade de Suisse Wankdorf Bern der Rasen ausgelegt
ruedi Kunz
Das Stade de Suisse Wankdorf Bern, bisher ein riesiges graues Beton- und Stahlungetüm, bekommt diese Woche einen unübersehbaren Farbfleck. Die Rede ist vom Rasen, der seit Montagabend ausgerollt wird. Der «Rasenteppich» wurde in Ingolstadt (Bayern) angesät, ein halbes Jahr gehegt und gepflegt und schliesslich mit einem Spezialgerät herausgeschnitten und zu Rollen verpackt.
Die deutschen Rollrasenleger arbeiten im Akkordtempo. Mit einem umgebauten Hubstapler werden die Rollen von neun Sattelschleppern ins Stadion transportiert und dort zwischengelagert. Alle paar Minuten fährt das kleine Raupenfahrzeug vor, das zum Auslegen des Rasenteppichs benutzt wird. Flugs ist die schwere Last auf der Ladefläche so befestigt, dass sie beim Rückwärtsfahren problemlos abgerollt werden kann. So wird Bahn für Bahn der zwei Meter breiten, 25 Meter langen und 5 Zentimeter dicken Rollen auf dem Unterbau ausgelegt. Handarbeit ist nur von den beiden Männern verlangt, die mit einem Rechen kleine Unebenheiten auf dem Rasen «ausglätten».
Das Gastspiel der Deutschen ist nur von kurzer Dauer. Heute am frühen Nachmittag werden die letzten Rasenstücke verlegt. Danach übernehmen wieder die lokalen Landschaftsgärtner von Bächler & Güttinger das Zepter. Sie haben bereits die Vorarbeiten ausgeführt und sind nun auch für die Pflege des Rasengevierts zuständig.
Für den Wankdorfrasen gilt noch eine ganze Weile «Fussball spielen verboten». Offiziell eingeweiht wird er erst Ende Juli 2005, wenn das Stadion mit einem dreitägigen Fest eröffnet wird. Wer vorher Lust verspürt, den deutschen Rasen einem fussballerischen Belastungstest zu unterziehen, dem stellen sich mehrere Hindernisse in den Weg. Erst muss er sich unbemerkt an den Securitaswächtern vorbeischleichen. Ist das einmal geschafft, steht ein Sprungkrafttest auf dem Programm. Um ungebetene Gäste vom Teppich fernzuhalten, wird rund um das Spielfeld ein ein Meter hoher Elektrozaun montiert…
Der Bund, 13.10.2004
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