 |
 |
Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
|
| Autor |
Nachricht |
|
Rino
|
Verfasst: Samstag 28. August 2004, 09:26 |
|
Registriert: Samstag 8. Mai 2004, 12:12 Beiträge: 3258 Wohnort: Bern
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Samstag 28. August 2004, 10:12 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
|
Bund, 28.8.20
YB-Trainer Zaugg war beeindruckt
Damit hatte wirklich niemand ernsthaft gerechnet: Servette, mit neuer Mannschaft, neuem Elan und grossen nationalen Zielen in die neue Meisterschaft gestartet und gar als Titelkandidat gehandelt, ist nach sechs Runden noch immer abgeschlagener Tabellenletzter der Super League. Zudem sind die Genfer, mittlerweile ohne den entlassenen Trainer Marco Schällibaum, aus dem Uefa-Cup ausgeschieden. Das ist die triste Realität von Servette, das als nächster YB-Gegner am Sonntag um 16 Uhr im Neufeldstadion gastiert. Eine leichte Beute also für die Young Boys?
Vielleicht, vielleicht auch nicht. Denn von den Namen ihrer Spieler her müssten die Genfer im Schweizer Fussball eine Spitzenrolle spielen. Die Frage ist nur: Wann finden sich Edu, Karambeu, Furo, Alicarte, Leonardo, Moldovan, Hassli, Beausejour und wie sie alle heissen zu einer torgefährlichen Mannschaft?
YB-Trainer Hans-Peter Zaugg hat Servette am Donnerstag im Match gegen Ujpest Dosza beobachtet – und war beeindruckt: «Die Mannschaft ist nicht sang- und klanglos aus dem Europacup ausgeschieden», sagt er, «sondern nach einer lange Zeit sehr guten Leistung.» Besonders angetan war Zaugg vom ehemaligen französischen Nationalspieler Karambeu, der als Patron in der Genfer Abwehr «einen sensationellen Match» gespielt habe, bevor Servette in der Schlussphase alles auf die Karte Offensive gesetzt habe und untergegangen sei. Man habe aber gesehen, dass in diesem Team grosse Substanz stecke – irgendwann komme bei Servette die Trendwende.
Der YB-Trainer sieht keine Veranlassung, an seiner Formation (1:1 am Mittwoch gegen GC) etwas zu ändern. Immerhin gibts auf der Ersatzbank wieder gute Alternativen: Sermeter wird wieder zu einem längeren Teileinsatz kommen, ferner wären auch Aziawonou und Kehrli, die im Nachwuchs gegen Etoile Carouge stark spielten, erneut ein Thema.
Nach der sonntäglichen Partie ruht die Meisterschaft für zwei Wochen infolge der Länderspiele (Faröer und Irland). Klar, dass die Young Boys (9 Punkte) die Pause auf einem der drei ersten Plätze überbrücken möchten: Bei einem Sieg gegen Servette winkt der Vorstoss auf Platz 3. (cb)
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Samstag 28. August 2004, 10:16 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
BZ, 28.8.2004
Sermeter hat hohe Ziele
Gürkan Sermeter ist zurück. Nach dreieinhalb Monaten Verletzungspause ist der 30-Jährige wieder voll belastbar. Er dürfte aber morgen gegen Servette noch einmal auf der Bank Platz nehmen (Neufeld, 16 Uhr).
Der Applaus war beachtlich, und er galt einem, auf den die Bezeichnung «Publikumsliebling» perfekt zutrifft. Zur Pause wurde Gürkan Sermeter am letzten Mittwoch im Heimspiel gegen GC (1:1) eingewechselt. Und die Berner Zuschauer haben den Wirbelwind im rechten Mittelfeld sofort wieder in ihr Herz geschlossen. Engagiert, druckvoll, aber auch noch fehlerhaft und mit viel Risiko – so meldete sich Gürkan Sermeter nach dreieinhalbmonatiger Verletzungspause in der ersten YB-Mannschaft zurück.
Noch auf der Bank
«Ich kann im Training wieder Vollgas geben», sagt Sermeter, «und ich habe am letzten Sonntag auch neunzig Minuten mit der U21 gespielt.» Beim 3:0-Sieg bei Chenois erzielte der Techniker einen wunderschönen Freistosstreffer. Aber Sermeter weiss auch, dass seine Vorstellung gegen GC noch nicht restlos überzeugend war. «Ich kann dominanter spielen», sagt er, «und ich brauche auch noch einige Einsätze, bis ich mein früheres Level erreicht habe.»
Eine nächste Gelegenheit bietet sich dem 30-Jährigen morgen gegen Servette. «Ich bin bereit», erklärt Sermeter, «aber der Trainer entscheidet.» Der Trainer sagt: «Sermeters Einsatz gegen GC hat mir gefallen. Ich denke aber, dass er noch nicht so weit ist, um bereits in der Startformation zu stehen. Vor allem defensiv muss er seine Position noch finden.» Trotzdem ist Hans-Peter Zaugg froh, dass er Sermeter wieder zur Verfügung hat. Der dribbelstarke Rechtsfuss ist in den letzten Jahren in Bern zu einer Leaderfigur geworden. Der Verein hat sich die Vertragsverlängerung mit ihm einiges kosten lassen. Sermeter soll im neuen Wankdorf eine tragende Säule im Spitzenteam sein. «Wir freuen uns alle wahnsinnig auf die Arena», sagt er. Doch man dürfe die aktuelle Saison nicht vergessen.
Nach dem Ausscheiden im Europacup verfolgt YB zwei Ziele. «Wir wollen endlich im Schweizer Cup weit kommen», sagt Sermeter. Und: «Wir wollen uns in der Tabelle der Liga oben festsetzen.» Rangmässig will er sich nicht festlegen, und auch zu einem Angriff auf Basel in dieser Saison möchte sich Sermeter in den Medien nicht äussern: «Es geht darum, dass wir uns oben etablieren. Welcher Platz am Ende herausspringt, werden wir ja sehen.»
Politisches Engagement
Gürkan Sermeter ist nicht nur als Fussballer, sondern auch als Persönlichkeit gereift. Er sagt zwar, er sei kein politischer Mensch. Trotzdem stellt sich der gebürtige Türke zur Verfügung, um für die erleichterte Einbürgerung, über die am 26. September abgestimmt wird, zu werben. In der aktuellen Ausgabe der Gewerkschaftszeitung «work – die Zeitung zur Arbeit» erinnert sich Sermeter an seine Einbürgerung vor zehn Jahren: «Das war sehr mühsam.» Er empfiehlt bei der Abstimmung ein doppeltes Ja. Denn: «Wer hier geboren oder aufgewachsen ist, fühlt sich als Schweizer. Den Secondos fehlt nur der Pass.»
Der Doppelbürger will sein politisches Engagement indes nicht überbewerten: «Ich finde das in der heutigen Zeit einfach notwendig.» Aber lieber spricht Sermeter in der Öffentlichkeit über Fussball: «Das ist mein Beruf. Und ich bin froh, dass ich YB auf dem Spielfeld wieder helfen kann.»Fabian Ruch
http://194.209.226.170/pdfdata/bz_neu/2 ... 8081_1.pdf
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
Grizzly
|
Verfasst: Samstag 28. August 2004, 10:47 |
|
Registriert: Samstag 26. Juni 2004, 00:48 Beiträge: 566 Wohnort: Bern
|
es wird bestimmt kein einfaches spiel gegen die angeschlagenen grenats!

|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Samstag 28. August 2004, 19:30 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
@ Rino
Schlimmer Finger! 
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
Haribo
|
Verfasst: Sonntag 29. August 2004, 10:43 |
|
Registriert: Mittwoch 5. Mai 2004, 15:29 Beiträge: 1036
|
mues ig jetzt no dr fäldstächer mitnäh wäg dere Chatz. 
|
|
 |
|
 |
|
Grizzly
|
Verfasst: Sonntag 29. August 2004, 21:08 |
|
Registriert: Samstag 26. Juni 2004, 00:48 Beiträge: 566 Wohnort: Bern
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 30. August 2004, 10:21 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
Bund, 30.8.2004
Das war nichts für Geniesser
Zum dritten Mal in Folge 1:1 im Neufeld: Die Young Boys schafften den Ausgleich gegen Servette erst in der Nachspielzeit
Da sind die Young Boys mit einem blauen Auge davongekommen: Erst in der Nachspielzeit (92.) realisierte Häberli mit einem Energie-anfall das 1:1 gegen Servette. Das war mehr als nach dem 0:1-Rückstand befürchtet werden musste, aber weit weniger als sich die Berner noch bei Spielbeginn erhofft hatten.
charles Beuret
Die zwei Wochen Pause kommen den Young Boys sicherlich gelegen: Gestern, im Spiel gegen Servette, wirkten sie lange müde und ausgelaugt, sie liessen sowohl die gedankliche Frische als auch die physische Spritzigkeit vermissen. So wurde den Zuschauern im Neufeld bald einmal klar, dass die vermeintlich leichte Partie gegen den Tabellenletzten für die Berner zu einem mühsamen Kraftakt werden würde.
So kam es denn auch, allerdings gabs aus YB-Sicht zuletzt doch noch so etwas wie ein Happyend, wenn man den Ausgleichstreffer gegen den Tabellenletzten so bezeichnen will. Das 1:1 nach 1:30 Minuten in der Nachspielzeit erzielte der wenigstens kämpferisch überzeugende Thomas Häberli mit einem wahren Energieanfall. Er setzte sich im gegnerischen Strafraum mit einem imponierenden Dribbling gegen zwei Mann – zuletzt gegen den stark spielenden Franzosen Karembeu – durch und liess dem Servette-Hüter mit seinem satten Schuss keine Chance. Die drohende Niederlage war praktisch in letzter Minute abgewendet.
Am besten war das Publikum
So verständlich der grosse YB-Jubel nach dem nicht mehr erwarteten Ausgleichstreffer auch war, irgendwie empfand man ihn als deplaziert. Es war in der Tat schwer verständlich, weshalb sich die Berner Mannschaft erst in den Schlussminuten, nachdem Servettes Hassli ein Bettoni-Geschenk zum 0:1 hatte verwerten dürfen (78.), zu einem einigermassen akzeptablen Angriffsspiel fand und so etwas wie Druck entwickelte. Vorher hatten die Gelb-Schwarzen jegliche Spielfreude vermissen lassen: Sie überliessen den Ball meistens dem Gegner und tauchten nur höchst selten im Servette-Strafraum auf.
Dass sich auf diese Weise die Zahl der Torszenen und -chancen in engen Grenzen hielten, liegt auf der Hand. Umso erstaunlicher war es, dass das Publikum die Geduld nicht verlor und lange vor der YB-Mannschaft «erwachte». Anderswo hätten die Zuschauer wohl vor allem gepfiffen und in Zürich hätte sich das Stadion vorzeitig geleert – nicht aber im Neufeld. Weder die lange sehr schwache YB-Leistung noch ein plötzlich einsetzendes heftiges Gewitter vermochte die Fans zu demoralisieren: Mit Anfeuerungsrufen trieben sie ihre Mannschaft in den Schlussminuten nach vorn – und ebneten damit den Weg zum Ausgleich.
So kamen die Young Boys zum dritten Mal in Folge im Neufeld zu einem 1:1. Konnte man das Remis gegen den FC Basel noch halbwegs als Erfolg verbuchen, so waren die beiden Unentschieden gegen GC und Servette aufgrund der gebotenen Berner Leistungen eher als Enttäuschung zu betrachten. Wie gesagt: Es ist gut für Zauggs Mannschaft, dass nun eine Pause folgt.
Servette besser als sein Ruf
Natürlich hatte der wenig überzeugende Auftritt der Young Boys auch mit der Qualität des Gegners zu tun. Die Servettiens traten wenige Tage nach dem Uefa-Cup-Out erneut mit einer völlig umgekrempelten Mannschaft (und einem neuen Spieler, dem Chilenen Jorge Valdivia) an und sahen in keinem Moment wie ein Abstiegskandidat aus. Dennoch überraschte es, dass sie die Gelb-Schwarzen fast problemlos kontrollierten, obschon sie völlig auf ein Forechecking verzichteten. Die technische Überlegenheit der Servette-Spieler hatte eben zur Folge, dass die durch Karembeu (dem besten Mann auf dem Platz) ausgezeichnet organisierte Abwehr kaum ernsthaft in Schwierigkeiten geriet. Das war die Basis zu einem geordneten Spiel im Mittelfeld – bis YB zu seinem verzweifelten Endspurt ansetzte.
Bei diesem Finale gingen die Berner übrigens sehr grosszügig mit ihren Torchancen (die sich jetzt plötzlich einstellten) um. Bevor Häberli mit dem 1:1 den Schluss-punkt setzte, hatten eben dieser Häberli, Sermeter, Chapuisat und Disler in den letzten zehn Minuten vier mögliche Ausgleichsmöglichkeiten vergeben . . .
Übrigens: Die allerbeste Goalchance vergaben nicht die Young Boys, sondern Servette in der 31. Minute: Nach einem Fehlpass Chapuisats (er hatte wie die meisten seiner Mitspieler gestern nicht seinen besten Tag) zog Kader allein gegen den Berner Goalie Bettoni, trickste diesen und den zurückgelaufenen Carreno aus und schoss den Ball statt ins leere Tor . . . an die Latte.
YB - SERVETTE 1:1 (0:0)
Neufeld. – 7600 Zuschauer. – SR Laperrière. – Tore: 78. Hassli 0:1. 92. Häberli 1:1.
Bemerkungen: YB ohne Neri (verletzt), Servette ohne Cravero, Bah, Moldovan, Domoraud (alle verletzt). – 31. Schuss von Kader an die Latte.– De Napoli bei YB nach Einwechslung im Sturm, Häberli im zentralen Mittelfeld und Urdaneta links. – Verwarnungen: 35. Häberli und Valdivia (beide wegen Unsportlichkeit), 50. Edu (Foul), 86. Furo (Foul), 88. Sermeter (Unsportlichkeit).
Young Boys: Bettoni; Eugster (75. Coubagéat), Carreño, Disler, Rochat; Magnin (46. Sermeter), Friedli, Urdaneta, Melunovic (46. De Napoli); Häberli, Chapuisat.
Servette: Roth; Toni, Furo, Karembeu, Edu; Calla, Portillo, Valdivia (53. Merino), Kata, Beausejour (57. Diogo); Kader (64. Hassli).
Zauggs Direktabnahme
«Ich habe mich 90 Minuten nur genervt!» Die Aussage stammt von YB-Trainer Hans Peter Zaugg, der von seiner Mannschaft schwer enttäuscht wurde, wie er sagte. Enttäuscht, weil er den Spielern haargenau vorausgesagt hatte, wie Servette zu spielen pflegt und was dagegen zu tun sei. «Die Botschaft», sagt Zaugg, «hat man offenbar nicht gehört.»
Dafür hat man gesehen, wie sich Zaugg aufregte: Bei einer Mittelfeldszene (als der übrigens sehr gute Schiedsrichter ein Servette-Foul nicht mit Gelb ahndete), knallte der YB-Trainer den heranfliegenden Ball mit einer sehenswerten Volley-Direktabnahme weit ins Feld zurück. Es war dies die spektakulärste Aktion der ganzen ersten Halbzeit . . .
Nach dem Spiel waren alle wieder gefasst. Auch die Trainer. Zaugg sprach von einem sehr glückhaft gewonnenen Punkt, sein Kollege Ursea von einem «wichtigen Resultat», das der Moral seiner Mannschaft förderlich sein werde. «Wir waren tief unten – aber in Bern haben wir gezeigt, dass das Team jetzt heranwächst. Wir sind zufrieden, trotz Häberli . . .» (cb)
http://www.ebund.ch/artikel_35968.html
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 30. August 2004, 10:23 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
|
BZ, 30.8.2004
Die Bratwurst und das Glück
78 Minuten Langeweile. Eine Viertelstunde Spannung und Dramatik. YB und Servette trennten sich nach zwei späten Toren 1:1. Oder wie die Bratwurst doch noch als Protagonist des Nachmittags verdrängt wurde.
Irgendwann hatte der Tribünenbesucher genug. «Das Beste an diesem Spiel war die Bratwurst.» Der Fussballfan hatte nicht – wie auch die 7599 anderen, vom müden Geschehen masslos enttäuschten, Zuschauer – mit der Schlussviertelstunde gerechnet. Zuerst war YB-Torhüter Patrick Bettoni derart irritiert, dass sich in der zweiten Halbzeit ein Ball in seinen Strafraum verirrte, dass er das Spielgerät vor Schreck fallen liess. «Das 0:1 war mein Fehler», gab Bettoni zu, «das darf mir nicht passieren.» Paulo Diogo flankte zur Mitte, und Eric Hassli schaffte es, den Ball aus wenigen Metern ins leere Tor zu köpfen (78. Minute). Chapeau – denn bei der einzigen anderen Servette-Chance hatte es Kader nach einer halben Stunde fertig gebracht, aus vier Metern, völlig unbedrängt und nur noch das 7,32 m breite und 2,44 m hohe Tor vor sich, die Latte zu treffen.
Harmlos, farblos, ideenlos
Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als ob Kaders Fehlschuss des Jahres die einzige erwähnenswerte Szene des Spiels bleiben sollte. Servette verteidigte sich unter der Regie des ehemaligen Weltmeisters Christian Karembeu geschickt. Den technisch starken Genfern gelang es, YB mit unendlich langen Ball-stafetten zu zermürben.
Mühsam sei die Partie gewesen, sagte Hans-Peter Zaugg, ein «Scheissmatch» sogar. Der YB-Trainer entschuldigte sich sofort für seinen Kraftausdruck. «Doch ich habe mich heute eigentlich das ganze Spiel nur geärgert», sagte der frustrierte Fussballlehrer.
Den Gelb-Schwarzen wohl gesinnte Menschen erlebten in der Tat einen tristen Nachmittag. In der ersten Halbzeit agierte YB harmlos, farblos, ideenlos. «Irgendeinisch fingt ds Glück eim», sangen die wunderbaren Züri West zur Pause tapfer über die Lautsprecher. Zuerst aber kam ein heftiger Regen. Immerhin: Mit taktischen Umstellungen stellte Zaugg seine Equipe endlich wirkungsvoller auf die defensiven Gäste ein. Servette zog sich weit zurück, und die Berner waren lange nicht in der Lage, die Freiräume auszunutzen.
Also musste sich Zaugg weiter ärgern: über seine Verteidiger, die in der Spieleröffnung stümperhaft agierten; über seine Mittelfeldspieler, die zu wenig liefen; über seine Stürmer, die sich lange nicht durchsetzen konnten. «Wir haben keine Geduld gehabt und den Ball immer nur sinnlos nach vorne gehauen», erklärte Zaugg zynisch, «also mussten wir wieder drei Minuten dem Ball nachrennen, ehe wir ihn nach zehn Sekunden wieder verloren.»
Die vielen späten Chancen
Erst in der Schlussphase, also nach dem Bratwurst-Zitat, kam YB zu Torchancen – und gleich im Minutentakt. Patrick De Napoli köpfte aus drei Metern Servette-Torhüter Sébastien Roth in die Arme (83.). Ein Kopfball des diesmal blassen Stéphane Chapuisat strich Zentimeter am Tor vorbei (87.). Thomas Häberli und Gürkan Sermeter vertändelten eine ausgezeichnete Schussmöglichkeit (88.). Sermeters Schuss wurde auf der Linie abgeblockt (90.). «Eigentlich verliert man solche Spiele», sagte Zaugg. Doch weils für Häberli gestern ein spezieller Tag war, mutierte der Offensivspieler in der Nachspielzeit zum dynamischen Slalomfussballer, umlief die Servette-Verteidiger wie Stangen und erzielte das 1:1. Das Glück hatte ihn und die Young Boys nicht «irgendeinisch», sondern in der 92. Minute gefunden.
«Ein gerechtes Ergebnis» nannte Zaugg die Punkteteilung. Er ärgerte sich aber auch eine halbe Stunde nach Spielschluss über den schwachen Auftritt seiner Akteure: «Wir werden den Spielaufbau in den zwei Wochen Länderspielpause ausgiebig trainieren.» Die sich gestern fürchterlich langweilenden Zuschauer wirds freuen. Und es klang wie eine Drohung an die Spieler, die lange auf die Chance zur Korrektur warten müssen. In den nächsten zwei Monaten gibts nur zwei Heimspiele, das erste Ende September. Eigentlich schade – denn die Bratwurst war gestern wirklich sehr gut.
--------------------------------------------------------------------------------
Telegramm
Young Boys – Servette 1:1 (0:0)
Neufeld. – 7600 Zuschauer. – SR Laperrière. – Tore: 78. Hassli 0:1. 92. Häberli (Vorarbeit Rochat) 1:1.
Young Boys: Bettoni (Note 2,5); Eugster (3,5; 75. Coubadja), Carreño (3,5), Disler (4), Rochat (3,5); Magnin (3; 46. Sermeter/4), Friedli (3,5), Urdaneta (4), Melunovic (3; 46. De Napoli/3); Häberli (4,5), Chapuisat (3,5).
Servette: Roth; Toni, Furo, Karembeu, Edu; Calla, Portillo, Valdivia (53. Merino), Kata, Beausejour (57. Diogo); Kader (64. Hassli).
Bemerkungen: YB ohne Neri, Berisha, Geiger (alle verletzt), Kehrli und Burki (im U21-Team). Servette ohne Cravero, Bah, Moldovan, Domoraud (alle verletzt), Ziani und Pont (beide nicht im Aufgebot). – 31. Schuss von Kader an Lattenunterkante. – De Napoli bei YB nach Einwechslung im Sturm, Häberli im zentralen Mittelfeld und Urdaneta links im Mittelfeld. – Verwarnungen: 35. Häberli und Valdivia (beide wegen Unsportlichkeit), 50. Edu (Foul), 86. Furo (Foul), 88. Sermeter (Unsportlichkeit).
Baut Pont die Brücke zur Nati?
Nach der Absage Stéphane Chapuisats liess Nati-Trainer Köbi Kuhn gestern YB-Angreifer Thomas Häberli beobachten.
«Ich hoffe, dass Michel Pont bis zum Schluss im Neufeld geblieben ist», sagte YB--Sportchef Reto Gertschen. Denn: Michel Pont ist der Assistent von Nati-Trainer Köbi Kuhn. Seine gestrige Mission: YB-Stürmer Thomas Häberli beobachten und dem Chef, also Köbi Kuhn, berichten, ob der Innerschweizer als Spieler für die Nationalmannschaft in Frage käme. Dass Gertschen hofft, Pont sei bis zum Schluss geblieben, hat seinen Grund: Der von ihm beobachtete Häberli liess sein Können erst in der Nachspielzeit aufblitzen. Er umkreiste vier Servette-Abwehrspieler, als wären es Elefanten, und erzielte das 1:1.
Ob ihm solches auch gegen die Färöer-Inseln gelingen könnte? Das akute Stürmerproblem der Schweizer Nati vor dem Beginn der WM-Qualifikation jedenfalls ist bekannt: Alex Frei (Rennes) ist noch für zwei Spiele gesperrt, Marco Streller (Stuttgart) und André Muff (Grasshoppers) sind verletzt. Am Samstag hat Altmeister Chapuisat dem Selektionär definitiv abgesagt. Also muss Kuhn in seinen Überlegungen auf Namen zurückgreifen, die unter normalen Umständen kein Thema wären: Dies sind Rainer Bieli (Aarau), Mauro Lustrinelli (Thun) und eben Thomas Häberli. Wobei der Berner die besten Karten hat. Ist er doch der Einzige dieser drei, der sein «Bewerbungsschreiben» mit einem Tor krönte. Und heute wohl auch nominiert wird.
Zaugg empfiehlt Häberli
Häberli selbst hat noch nichts von Köbi Kuhn gehört. «Zeit für die Nati hätte ich schon», sagte er lachend. «Obwohl – jetzt kommt mir gerade in den Sinn: Am nächsten Wochenende bin ich zu einer Hochzeit eingeladen.» Na ja: Die Heiratenden würden es sicher verstehen.
Mehr als Häberli wusste Reto Gertschen: «Pont hat mich nach Häberlis Handynummer gefragt», sagte er. Baut Pont etwa schon die Brücke, die Häberli in die Nationalmannschaft führt?
YB-Trainer Hans-Peter Zaugg jedenfalls kann Häberli empfehlen: «Wenn ich höre, was da sonst noch für Namen genannt werden …» Spieler zu empfehlen ist das eine, sie aufzubieten das andere. Ob er als Nationaltrainer Häberli aufbieten würde? «Zum Glück bin ich nicht mehr Nationaltrainer», antwortet Zaugg.
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 30. August 2004, 10:31 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
NZZ, 30.8.2004
Gefährliche Gewohnheiten
Die in der Offensive gleichermassen harmlosen Teams von YB und Servette trennen sich 1:1
bsn. Bern, 29. August
Die Spiele im Neufeld verlaufen allmählich stereotyp. Am Sonntag trennten sich die Young Boys von ihrem Gast zum dritten Mal in Folge 1:1. Nach dem FC Basel und den Grasshoppers reiste auch der Servette FC dank einem Tor mit einem Punkt nach Hause. Just der Tabellenletzte aus Genf kam dem Auswärtssieg in Bern aber am nächsten: YB glich erst in der 92. Minute aus, als Häberli mit einer schönen Einzelleistung zwei Servettiens ausspielte und Goalie Roth bezwang. Häberlis Tor waren 80 Minuten Berner Harmlosigkeit, danach im 3-Minuten-Takt hochkarätige Chancen für De Napoli, Chapuisat und Sermeter vorausgegangen. Allein: Keiner traf. YB-Trainer Hans-Peter Zaugg sagte nach dem Schlusspfiff, wer derart gute Möglichkeiten nicht verwerte, schiesse danach in der Regel kein Tor mehr. Zaugg täuschte sich, doch eine Niederlage der Berner hätte zu «seinem» Nachmittag gepasst, der ihm höchstens in der 92. Spielminute für wenige Augenblicke zur Freude gereichte. Zaugg sagte: «Das war ein mühsamer Match für mich - ich nervte mich während 90 Minuten.»
Grund für Zauggs Ärger war - nein, nicht der Schiedsrichter, sondern der Gegner. Der Trainer erzählte, er habe seine Mannschaft darauf vorbereitet, dass sich Servette entweder «mit 20 Pässen» vors Tor kombiniere oder - falls Hassli spiele - hohe Bälle auf den gross gewachsenen Stürmer forciere. Hassli spielte nicht - also mussten Zauggs Spieler irgendwie versuchen, die langen Ballstafetten zu unterbinden. Was den Young Boys nicht gelang. Zaugg: «Wir konnten den Ball höchstens für zehn Sekunden in unseren Reihen halten - Servette hingegen liess ihn während zweier bis dreier Minuten zirkulieren.» Diese Einschätzung des YB-Trainers mag leicht übertrieben sein, zeigt aber zweierlei. Erstens: Zauggs Ärger ist nachvollziehbar. Zweitens: Servette war, zumindest bis zur Pause, besser. Die Überlegenheit der Gäste basierte einerseits auf der Ballsicherheit vieler Spieler (diesbezüglich gefiel namentlich der debütierende Chilene Valdivia), anderseits auf einem taktischen Schachzug von Coach Adrian Ursea. Er nominierte im Mittelfeld fünf Spieler, und diese waren den vier YB-Antipoden nicht nur zahlenmässig, sondern auch bezüglich Disziplin überlegen: Im YB-Mittelfeld verrichteten Melunovic (links) und Urdaneta (zentral offensiv) kaum Defensivarbeit, «Scheibenwischer» Friedli war allzu oft auf sich allein gestellt.
Nach der Pause versuchte Zaugg, Impulse zu setzen, indem er die Flanken neu besetzte - rechts mit dem eingewechselten Sermeter, links mit Urdaneta; hinter den Spitzen spielte fortan der fleissige Häberli. So gewann das YB-Spiel an Breite, aber nur bedingt an Gefährlichkeit. Doch es wurde offensichtlich, dass die Mannschaft sicherer auftritt, wenn Schlüsselpositionen gleich besetzt sind wie in der Vorsaison: Friedli statt Aziawonou im defensiven Mittelfeld, Häberli statt Urdaneta als Regisseur, der lange Zeit verletzte Sermeter im rechten Couloir.
Eine zentrale Position ist erst seit zwei Wochen anders besetzt: Im Tor steht nicht mehr Wölfli, sondern Bettoni. Ausgerechnet er - gegen Basel, Aarau und GC ein sicherer Wert - beging in der 78. Minute «einen unglaublichen individuellen Fehler» (Zaugg), als er einen Flankenball Merinos nicht zu behändigen vermochte. Diogo war zur Stelle und bediente Joker Hassli, der per Kopf traf. Womit den YB-Spielern vor Augen geführt wurde, was Zaugg ihnen im Vorfeld prophezeit hatte: Auf Hassli kämen hohe Bälle. Der Franzose verwertete die einzige gute Chance seiner Mannschaft. Mit dem vor Hasslis Einwechslung praktizierten Vorgehen - 20-Pass-Ballstafetten und mitunter ein feiner Trick eines neu engagierten Künstlers - vermochte Servette zwar den Zuschauern zu gefallen, den Gegner aber selten zu beunruhigen. Wollen die Genfer das Tabellenende verlassen, darf «l'art pour l'art» nicht zur Gewohnheit werden.
http://www.nzz.ch/2004/08/30/sp/page-article9TNVL.html
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
Mitglieder in diesem Forum: Baidu [Spider] und 25 Gäste |
| |
|
|
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.
|
|
 |