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Bund, 5.8.2004
YB und SCB «gemeinsam»?
Geschäftsführer Rolf Bachmann über seine Zeit bei den Young Boys
In Belgrad hat er seinen «Letzten»: Geschäftsführer Rolf Bachmann wird den BSC Young Boys heute oder morgen – nach Erledigung der letzten Pendenzen – bereits nach einem Jahr wieder verlassen. Und zwar mit «einem weinenden und einem lachenden Auge», wie er sich ausdrückt.
Charles Beuret
In Belgrad hat er seinen «Letzten»: Geschäftsführer Rolf Bachmann wird den BSC Young Boys heute oder morgen – nach Erledigung der letzten Pendenzen – bereits nach einem Jahr wieder verlassen. Und zwar mit «einem weinenden und einem lachenden Auge», wie er sich ausdrückt.
Das lachende Auge, das blickt auf die Erfahrungen, die er nach vielen Jahren Eishockey nun auch im Fussball habe machen dürfen, und auf die Freundschaften, die er bei den Young Boys habe schliessen können. Dazu geselle sich die Freude über das Erreichte; er verlasse ein YB, das professionell geführt werde und über moderne Strukturen verfüge. Natürlich sei noch einiges zu verbessern, und die administrativen Schnittstellen zwischen YB und dem Management des neuen Stadions müssten zum Teil noch bereinigt werden. Aber dies seien Kleinigkeiten, verglichen mit jenen Problemen, die den Berner Grossklub noch vor ein paar Jahren beschäftigt hätten.
Das «weinende Auge», das sieht jene Momente, die kommen werden, wenn er eines Tages realisiere, dass er nicht mehr dazugehöre, sagt Rolf Bachmann. Eigentlich wäre er ja gerne bei den Young Boys geblieben, aber vor einem halben Jahr hat er sich anders entschieden: «Weil es im Zusammenhang mit dem neuen Stadion Veränderungen geben wird und geben muss, ist es nichts als recht, wenn ich schon jetzt aus meinem Amt ausscheide. Mein Nachfolger muss sich ein Jahr vor dem Umzug ins neue Stadion einarbeiten können.»
Der Nachfolger Bachmanns wird übrigens sein Vorgänger sein: Interimistisch wird Präsident Peter Mast – geplant ist ein 50-Prozent-Pensum – auch das Amt des Geschäftsführers übernehmen.
Prognosen und Visionen
Bachmann weiss noch nicht, welcher Beschäftigung er künftig nachgehen wird. Sicher aber gibt es für ihn keine Rückkehr zum Eishockey, denn der Fussball und dessen Möglichkeiten auf internationaler Ebene haben es ihm angetan. «Bis jetzt», sagt der abtretende Geschäftsführer, «hatte ich gar keine Zeit, mich um meine Zukunft zu kümmern. Es gibt verschiedene Dinge, die mich reizen könnten, aber konkret ist noch nichts.»
Seine Gedanken in Belgrad kreisten natürlich um die Young Boys, denen er eine sehr gute Zukunft voraussagt: «Ich denke, die positive Entwicklung wird sich im neuen Stadion fortsetzen – YB wird sich dort refinanzieren.» Und im Jahr 2010, so vermutet Bachmann, sei man in Bern so weit, auf Dauer einen nationalen Spitzenklub mit regelmässiger internationaler Präsenz zu haben. «Aber zu den europäischen Topklubs wird man mit den vorhandenen finanziellen Möglichkeiten nie mehr gehören.»
Apropos Topklubs: Auf lokaler Ebene gäbe es in Bern bereits deren zwei, den SCB und YB, die künftig vermehrt miteinander arbeiten sollten: «Eishockey und Fussball dürfen sich nicht konkurrenzieren – in unserer Stadt haben beide ihren festen Platz. Ich denke, eines Tages könnte die Idee der Berner Sport-Holding mit individuellen Eigenständigkeiten der Vereine, die mir zu meinen SCB-Zeiten überhaupt nicht gefiel, wieder aktuell werden. Es gibt zahlreiche gemeinsame Probleme – und es könnten Synergien genutzt werden.» Und wer weiss: Vielleicht ist dann Rolf Bachmann sowohl bei YB als auch beim SCB wieder an Bord.
_________________ For Ever
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