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(Matchthread) Roter Stern Belgrad - YB
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Seite 1 von 5

Autor:  Rino [ Sonntag 1. August 2004, 00:08 ]
Betreff des Beitrags:  (Matchthread) Roter Stern Belgrad - YB

Eröffnung des Matchthreads zum Rückspiel in Belgrad.

ZFDRS ist wiederum Live vor Ort

Mittwoch, 4. August

20:00, SF2
Fussball: UEFA Champions League Qualifikation

Roter Stern Belgrad - BSC Young Boys

Direkt aus Belgrad

Kommentar: Dani Wyler (leider) :evil:
Moderation: Matthias Hüppi

Autor:  Hotzenplotz [ Montag 2. August 2004, 11:40 ]
Betreff des Beitrags: 

Houet se wäg di Belgrader!!!

:hoppyb:

Autor:  El Buitre [ Montag 2. August 2004, 17:41 ]
Betreff des Beitrags: 

Ich hab ein gutes Gefühl für Mittwoch. Neri wird zwei Tore machen!

Hopp YB

Autor:  old boys [ Montag 2. August 2004, 21:43 ]
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Nord Kurve+Westtribüne schon ausverkauft :D

Autor:  RayBan [ Montag 2. August 2004, 21:57 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo.....

Wie Ihr wisst bin ich RS Fan :lol: :lol: :lol:
Ich hab jetzt paar Kumpels in Belgrad angerufen und die sagten mir das "MArakana" ausferkauft wird (52.000).Die Karten verkaufen sich wie verrückt.
Ich hoffe wir sehen ein schöner Match wo die bessere Manschaft gewinnen wird.

Autor:  Gonzo [ Dienstag 3. August 2004, 11:01 ]
Betreff des Beitrags: 

YB-Gegner ist spürbar nervös

Kurz vor dem Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation steigt auch im Lager von Roter Stern die Nervosität.
Die Trainings finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt - am Samstag gab es sogar ein geheimes Testspiel gegen einen unterklassigen Verein - die Mannschaft ist im Klubhotel beim Stadion kaserniert. Sogar eine kurzfristige Übersiedlung in ein Trainingslager ausserhalb von Belgrad wurde in Erwägung gezogen.

Mit Los zufrieden
Die Reaktionen auf das Los für die dritte Runde in der Champions-League-Qualifikation waren überaus positiv. «Zuerst springe, und dann sag' Hopp», lautet jedoch ein serbisches Sprichwort. Ganz in diesem Sinne gilt bis Mittwochabend für Zigic und Co. das Verbot, über PSV Eindhoven auch nur nachzudenken, geschweige denn über das eventuelle Duell gegen die Holländer zu sprechen.

Alle Spieler sind fit und einsatzbereit. Wer den gesperrten Dragan Stancic im defensiven Mittelfeld ersetzen wird, ist nach den Worten von Coach Ljupko Petrovic noch ungewiss. Dejan Milovanovic scheint dem Trainer für diese Rolle zu offensiv zu sein. Deshalb ist es gut möglich, dass ein Abwehrspieler (Djordjevic, Bisevac) im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommt.

Trainerkritik nach 2:2
Obwohl sich Roter Stern mit dem 2:2 im Zürcher Hardturm eine ideale Ausgangsposition geschaffen hat, sind sich alle - vor allem natürlich der Cheftrainer - im Klub einig, dass das Ergebnis besser war als die eigene Leistung. «Ich wünsche mir, dass sich eine solche Vorstellung nie mehr wiederholt. Unsere Fehler aus dem ersten Spiel müssen eine gute Lehre sein. In unseren Reihen hat vieles nicht gestimmt; und obwohl wir ein gutes Resultat erreicht haben, ist noch lange nicht alles fertig. Meine Aufgabe ist es, die Spieler davon zu überzeugen, dass erst die zweite Hälfte unseres Duells gegen YB auf uns wartet», warnt Coach Ljupko Petrovic.

Bei den Spielern hält sich die Selbstkritik allerdings in Grenzen. Alle sind optimistisch und erwarten am Mittwoch einen Triumph. So auch Dusan Basta (19), im ersten Match einer der Besten beim Roten Stern. «Wir haben gesehen, was im Hinspiel nicht so gut war. Wir haben auch kapiert, dass YB ein starker Gegner ist. Aber wir wissen auch, was wir können, und werden alles geben, um die nächste Runde zu erreichen», verkündet Basta optimistisch.

Für die morgige Partie ist das Interesse sehr gross. Obwohl Belgrad wegen der Sommerferien «halb ausgestorben ist», wurden 50'000 Tickets zum Verkauf bereitgestellt. Man kann davon ausgehen, dass etwa 30'000 heissblütige Belgrader Fans ins Marakana-Stadion kommen dürften.

BZ, 3.8.04

Autor:  Gonzo [ Dienstag 3. August 2004, 11:04 ]
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«Harmonie nicht optimal»

Vor dem wichtigen Rück- spiel in Belgrad sagt Ivan Knez: «Die YB-Verteidigung harmoniert noch nicht optimal.»

Heute fliegen die Young Boys nach Belgrad. Ihre Mission: Roten Stern besiegen oder, im Falle eines Unentschiedens, mindestens drei Tore schiessen. Dann nämlich ziehen die Berner in die dritte Runde der Champions-League-Qualifikation ein. Dort würden sie auf den holländischen Spitzenklub PSV Eindhoven treffen.
Die Gelb-Schwarzen glauben fest daran, die Hürde Belgrad zu überspringen. Gestern Abend trudelten bereits eine Stunde vor Trainingsbeginn die ersten YB-Spieler in Schönbühl ein. Sie wirkten selbstsicher, waren gut gelaunt und quatschten mit den Leuten, die beim Platzgerhäuschen sassen und Kaffee tranken. Stéphane Chapuisat versicherte ihnen, dass «wir fest an unsere Chance glauben». Mark Disler meinte: «Wenn wir keine Fehler machen, kommen wir eine Runde weiter.»

«Nichts Ausserirdisches»

Keine Fehler machen - wenn das immer so einfach wäre! Im Hinspiel jedenfalls haben Dislers Teamkollegen nicht fehlerlos agiert, als sie gegen zehn Belgrader eine 2:0-Führung in der Schlussphase noch verspielten. «Das 1:2-Anschlusstor geht auf meine Kappe», sagt Ivan Knez, der gerade von der Physiotherapie kommt. Er hat am letzten Mittwoch einen Schlag in den Rücken bekommen und ist nicht sicher, ob er morgen spielen kann.
Knez weiss: «Es war ein Stellungsfehler von mir gewesen, der das Kontertor ermöglichte.» Ein Fehler, wie er im Fussball halt nun einmal vorkommen könne. «Gang und gäbe» sei das. «Jedenfalls nicht ausserirdisch!»
Dass die YB-(Innen)verteidigung in der noch jungen Saison bis jetzt nicht immer den besten Eindruck hinterlassen hat, weiss auch Knez. Er gibt zu: «Wir harmonieren noch nicht optimal.» Auch das aber sei normal, «schliesslich ist Fernando Carreño noch nicht lange bei YB». Das Hauptproblem sei: «Wir sind beides eher langsame Spieler. Deshalb ist unser System die absolute Absicherung nach hinten.» Die Feinabstimmung stimme noch nicht. «Wir brauchen Zeit und viele Trainings - Zeit, die wir wegen der Champions-League-Qualifikation im Moment leider nicht haben.»

Auch zu Hause defensiv

Am Sonntag hat Knez Lothar Matthäus getroffen. Von ihm, dem früheren Trainer Partizan Belgrads, hat er einiges über deren Stadtrivale Roter Stern erfahren. Matthäus sagte: «Sie sind heimstark, spielen aber auch vor eigenem Publikum sehr defensiv.»
Der Matchplan für die Young Boys dürfte klar sein: Irgendwer - egal wer - soll irgendwann - egal wann - irgendwie - egal wie - die starke Belgrader Defensive durchbrechen und den Ball ins gegnerische Tor schiessen. Dann aber bitte keine Fehler machen. Auch nicht solche, die im Fussball «Gang und gäbe» sind.

Tobias Habegger

BZ, 3.8.04

Autor:  Gonzo [ Dienstag 3. August 2004, 11:13 ]
Betreff des Beitrags: 

Vom Stadion in den Krieg

Über die gewaltbereiten Fans von Roter Stern Belgrad, YB-Gegner in der Champions-League-Qualifikation

Die Anhänger von Roter Stern Belgrad werden zu den meistgefürchteten Hooligans auf europäischen Fussballplätzen gezählt. Nicht zu Unrecht: Ihre Vergangenheit ist eng mit dem Kriegsgeschehen auf dem Balkan verbunden.

Nick Lüthi

Eine demolierte Imbissbude und zwei verletzte Personen – die Sicherheitsbilanz des Champions-League-Qualifikationsspiels zwischen den Young Boys und Roter Stern Belgrad vom vergangenen Mittwoch in Zürich hätte durchaus negativer ausfallen können. Laut Communiqué rechnete die Polizei mit «undisziplinierten Fans beider Klubs». Dass es unter den YB-Fans böse Buben gibt, ist bekannt. Beim Gegner der Berner aus der serbischen Hauptstadt indes geht es um ganz andere Dimensionen.


Nationalistische Gewalt

Wie der Belgrader Sportjournalist Pedja Vujic gegenüber dem «Bund» erklärt, gehören gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fangruppen in den serbischen Fussballligen zum Alltag. Während es bei Spielen zwischen Erzrivalen wie den beiden grössten Belgrader Klubs Roter Stern und Partizan zu arrangierten Keilereien zwischen organisierten Hooligangruppen kommt, arten sonst die Gewalttätigkeiten regelmässig dann aus, sobald der Gegner nicht serbischer Herkunft ist.
Für die WM-Qualifikationsspiele des serbisch-montenegrinischen Nationalteams gegen Bosnien-Herzegowina befürchtet Vujic deshalb das Schlimmste. Obwohl im letzten Jahr in Serbien ein Anti-Hooligan-Gesetz in Kraft getreten sei, habe sich bislang noch nicht viel getan. Die Sicherheitskräfte unternehmen wenig. «Wohl aus politischen Gründen», mutmasst der Belgrader Journalist. Die Verflechtung zwischen organisierten Fangruppen, Klubführung und Politik sei traditionell sehr eng.


Arkan, der Fanbeauftragte

Als der Bundesstaat Jugoslawien Anfang der 90er-Jahre auseinander brach und die mit nationalistischen Ressentiments aufgeladenen Konflikte zwischen den Teilstaaten immer grausamere Formen annahmen, spielten auch die Fans von Roter Stern Belgrad eine denkwürdige Rolle: 1990 wurde ein gewisser Zeljko Raznatovic, bekannter unter seinem Kriegsnamen Arkan, als «Fanbeauftragter» zu Roter Stern geholt. Er sollte auf Geheiss des Sicherheitschefs von Staatspräsident Milosevic der anti-kommunistischen Stimmung, die sich auf den Stadionrängen des traditionell nationalistischen und serbischen Klubs breit gemacht hatte, Einhalt gebieten. Arkan hatte Erfolg: Bald hatte der in mehreren europäischen Ländern verurteilte Kriminelle das Geschehen im Stadion unter Kontrolle. Gleichzeitig stand seine paramilitärische Truppe «Tiger» im Feldzug gegen Kroatien an der Seite der jugoslawischen Armee im Einsatz. Fortan kombinierte Arkan seine beiden Engagements: Direkt aus dem Stadion von Roter Stern rekrutierte er Kämpfer für seine irreguläre Miniarmee, die sich unter anderem an der Eroberung der ostkroatischen Stadt Vukovar beteiligte.


Im Hass vereint

Strassenschilder der eingenommenen Stadt präsentierten Arkan und seine Truppe in voller Kriegsmontur im März 1992 anlässlich des Belgrader Derbys zwischen Roter Stern und Partizan. Mit einem Schlag verstummten die Sprechchöre der rivalisierenden Fangruppen im Stadion. Anhänger von Partizan und Roter Stern waren als Serben vereint im Hass auf die Kroaten. Und das sei bis heute so, erklärt Sportjournalist Pedja Vujic.


Schritt aus der Isolation

Die serbischen seien die einzigen Fussballfans, deren Hass einen blutigen Konflikt mitentzündet hätte, schreibt der britische «Observer» in einem Essay zur Verbindung von Fussball und Krieg im ehemaligen Jugoslawien. Die jüngsten Kriege auf dem Balkan sind Geschichte, Arkan wurde vor vier Jahren ermordet. Von Roter Stern hatte er sich nach dem Krieg abgewandt und einen eigenen Klub gekauft. Sollte Roter Stern Belgrad morgen Abend gegen YB gewinnen, wäre dies für den serbischen Fussball ein Schritt aus der selbst verschuldeten Isolation und eine Möglichkeit, sich auf dem europäischen Rasen wieder zu empfehlen.
Mit nationalistischen Gewalttätern im Schlepptau dürfte das aber ein schwieriges Unterfangen werden.

Unternehmen «Sieg»

Die Ausgangslage lässt den Young Boys morgen keinen Spielraum: Nach dem etwas gar leichtsinnig verspielten möglichen Vollerfolg im Match in Zürich (sie führten nach 65 Minuten 2:0, zuletzt gab es ein 2:2) brauchen die Berner in Belgrad einen Sieg, um die dritte Runde in der Qualifikation zur Champions League zu erreichen. Einen Sieg auswärts gegen Roter Stern – nicht mehr und nicht weniger . . .


«Auf dem Papier», sagt Sportchef Reto Gertschen, «haben wir wohl keine grosse Chance. Auf dem Spielfeld aber könnte alles plötzlich ganz anders aussehen, denn wir sind sicherlich nicht schlechter als unser Gegner.»
Da hat Gertschen wohl Recht, aber die Frage wird natürlich sein, ob YB morgen Abend dem gewaltigen Druck der Fans gewachsen sein wird. Im Hinspiel in Zürich jedenfalls zeigten die Berner Nerven – was letztlich den Sieg und die gute Ausgangslage fürs Rückspiel gekostet hat. Dennoch macht man sich gegenseitig Mut: «Verloren ist überhaupt noch nichts. Möglich, dass uns der Gegner nach dem Remis in Zürich nicht ganz so entschlossen entgegentritt, wie er das bei einem Rückstand getan hätte», sagt YB-Trainer Hans-Peter Zaugg.


Abflug heute Vormittag

Zaugg hat gestern Abend mit seinem Kader letztmals in der Schweiz trainiert, heute Vormittag fliegen die Young Boys mit 19 Spielern und 13 Trainern, Betreuern und Funktionären nach Belgrad, wo am Abend im Marakana Stadium das Abschlusstraining vor dem Spiel am Mittwoch (20.15 Uhr) stattfinden wird.
Mit von der Partie ist auch Innenverteidiger Ivan Knez, dessen Einsatz nach einer Stauchung am Nackenwirbel noch ungewiss ist. Für alle Fälle erhielt auch Sandro Burki ein Belgrad-Aufgebot. Nach wie vor nicht dabei ist hingegen Gürkan Sermeter. (cb)


Bund, 4.8.04

Autor:  shalako [ Mittwoch 4. August 2004, 12:09 ]
Betreff des Beitrags: 

BZ, 4.8.2004

Chapuisats Schuhe sind dabei

Heute geht es für YB um Millionen. Der Einzug in die 3. Qualifikationsrunde zur Champions League lockt. Aber die Ausgangslage in der «Hölle von Belgrad» ist nach dem enttäuschenden 2:2 im Hinspiel schwierig.

Hektisch waren die ersten Minuten nach der YB-Ankunft in Belgrad. Stéphane Chapuisat vermisste seine Schuhe, und auf der Suche nach dem wichtigsten Arbeitsgerät des Stürmers geriet der Zeitplan der Berner am Flughafen in Verzögerung.
Auch sportlich ist YB nach dem 2:2 gegen Belgrad in Zürich im Hinspiel der 2. Qualifikationsrunde zur Champions League nicht im Soll. «Wir haben einige Tage gebraucht, um das zu verdauen», sagte Trainer Hans-Peter Zaugg, «aber jetzt sind wir gut aufs Rückspiel vorbereitet.»

Ein bedeutendes Spiel

Aus den Köpfen der Spieler verdrängt soll die Schlussphase vor einer Woche sein, als YB zwei Tore in personeller Überzahl kassiert hatte. «Wir haben gesehen», sagte Mark Disler, «dass wir Belgrad schlagen können.» Er ist nach seiner Verletzung wieder belastbar, und weil noch leicht unsicher ist, ob Ivan Knez spielen kann, darf sich Disler Hoffnungen machen, heute dabei zu sein. «Wir entscheiden am Matchtag über die Aufstellung», sagte Zaugg, der den «Sündern» aus dem Hinspiel die Chance zur Korrektur geben möchte. «Knez war nicht der Einzige, der die Erwartungen nicht erfüllt hatte», sagte Zaugg. «Aber wir haben noch die Chance, einen grossartigen Erfolg zu erreichen.»
Der Trainer weiss um die Bedeutung des heutigen Spiels. «Es ist sehr wichtig für die Zukunft des Vereins.» Die Millionen locken, die ein Heimspiel gegen Eindhoven und (mindestens) der Einzug in den Uefa-Cup versprechen. Sportchef Reto Gertschen sagte gar: «Das Spiel ist ein Höhepunkt in der YB-Vereinsgeschichte.»

Mit der Prämie zufrieden

Doch auch wenn die Spieler unter Druck stehen - Aufregung war am Reisetag ein Fremdwort. Thomas Häberli, Knez und Chapuisat sassen im Swiss-Flugzeug in einer Reihe jassend nebeneinander. Keine Sonderbehandlung der serbelnden Airline gab es für die Berner Vizemeister - der Verein musste Speisen und Getränke der YB-Spieler bezahlen. Wird die nächste Runde erreicht, die Akteure würden auf dem morgigen Rückflug ein Gläschen Champagner wohl noch so gerne selber bezahlen. Mit der Prämie bei einem Weiterkommen seien sie jedenfalls sehr zufrieden, sagte Captain Disler, ehe er lachend ergänzte: «Aber in der Schweiz redet man nicht über Geld, deshalb bleibt die Summe geheim.» Geschäftsführer Rolf Bachmann meinte, dass die Prämie sowieso noch davon abhänge, wie die Rechnung aus dem Hinspiel ausfalle. Für den Verein also gehts heute um Millionen, für die Spieler immerhin um einige tausend Franken. «Aber Geld wird sicher nicht unsere Motivation sein», sagte Mittelfeldspieler Roman Friedli, und auch Disler freute sich auf die Vorstellung in der «Hölle von Belgrad», wie Partien in der Balkanmetropole der heissblütigen Anhänger wegen oft auch genannt werden. «Noch sind wir nicht nervös», sagte Disler, «aber das wird schon ein spezielles Erlebnis.» Auch für Angreifer Francisco Neri, der in Rio de Janeiro aufgewachsen ist, wo das berühmte Maracana steht, die bekannteste Arena der Welt. Das Stadion des Roten Sterns heisst Marakana, doch Neri sagt, dies sei nicht wichtig: «Wir sind nach Belgrad geflogen, um hier zu siegen.»

Chapuisats letzter Auftritt?

Am gestrigen Abend schliesslich haben die Young Boys ein leichtes Training im Marakana bestritten. Stéphane Chapuisat hatte seine Schuhe auch wieder dabei - seine Tasche war mit einer späteren Maschine in Belgrad eingetroffen. «Nun kann ja nichts mehr schief gehen», sagte der Stürmer, der heute möglicherweise den letzten internationalen Einsatz seiner famosen Karriere bestreitet.

Fabian Ruch, Belgrad

Autor:  shalako [ Mittwoch 4. August 2004, 12:14 ]
Betreff des Beitrags: 

BZ, 4.8.2004

Fünf Cars nur für Boban Maksimovic

Der Besuch von YB wirft in Belgrad keine hohen Wellen. Für YB-Youngster Boban Maksimovic ist es heute ein spezielles Spiel.

In der Innenstadt Belgrads weist wenig auf den heutigen Match zwischen dem Roten Stern und YB hin. Das Leben nimmt seinen Lauf, Touristen sitzen in den gemütlichen Stassenbeizen und lassen es sich bei herrlichem Wetter gut gehen. An Plakatwänden wird auf ein Basketballturnier hingewiesen. Aber YB? Champions League? Weit und breit nichts zu sehen. Auch in den Zeitungen wird das Rückspiel nicht gross angeheizt. Belgrad scheint sich sicher zu sein, nach dem 2:2 in der Schweiz die Weichen fürs Erreichen der 3. Qualifikationsrunde gegen Eindhoven gestellt zu haben. «Wer soll denn Zigic stoppen?», fragt ein Verkäufer in einem Sportladen, «er ist super und wird bald in einer grossen europäischen Liga spielen.» In der Tat dürfte es der Schlüssel zum YB-Erfolg sein, den 2,02-m-Riesen Nikola Zigic zu stoppen.

Der «Anti-Zigic»

Auch wenn die 50 000-Plätze-Arena in Belgrad heute kaum ausverkauft sein dürfte, wird es für die YB-Spieler eine aussergewöhnliche Ambiance sein. Nicht nur, weil bloss rund 150 eigene Anhänger im Stadion anwesend sein werden. Vor allem Boban Maksimovic ist ein wenig nervöser als sonst. Der 18-jährige Stürmer hat bei seinen Einsätzen meistens überzeugt und steht laut Experten trotz seiner geringen Grösse (1,70 m) vor einer grossen Zukunft. «Meine Familie kommt aus dieser Region», sagte der «Anti-Zigic» gestern nach der Ankunft in Belgrad. Der U17-Europameister mit der Schweiz vor zwei Jahren ist dribbelstark und wirblig. Er sagt: «Es macht viel Spass, von den erfahrenen Stürmern zu profitieren. Und es wäre natürlich ein Traum, ausgerechnet in Belgrad gegen den Roten Stern zum Einsatz zu kommen.»
Einmal im Jahr reist Maksimovic, der in der Schweiz aufgewachsen ist, für einige Wochen zu seinen Verwandten in einen Vorort Belgrads. Auch in diesem Sommer war der Youngster zu Besuch. «Wir haben noch Witze gemacht, dass YB bald hier spielen wird.» Aus dem Witz ist Realität geworden. «Es kommen fünf Cars voll mit Leuten, die ich kenne, an den Match», sagt Maksimovic. Und: «Sie werden nicht gegen YB sein.» So schlecht wird die Unterstützung für die Young Boys also doch nicht sein.

Fabian Ruch, Belgrad

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