sportalplus.com, 12.02.2010
Hakan Yakin - Ein Stern am FussballhimmelSein Trainer Rolf Fringer ist überzeugt davon: „Hakan gehört in die Nationalmannschaft". Und viele Fussballkenner sehen das gleich. Aber wie stark ist Yakin wirklich im Vergleich zu früher? sportal.ch versucht, dies statistisch zu analysieren.
Ein aufgehender SternIn Basel geboren, durchlief Hakan Yakin seine gesamte fussballerische Ausbildung in der Nordwestschweiz, weswegen es nicht verwuderlich war, dass er zuerst beim FC Basel anheuerte. Nach drei Saisons mit einer stattlichen Anzahl Spiele (59) für einen Lehrling, verbrachte er seine weiteren Jugendjahre bei den Grasshoppers, mit einem kurzen Abstecher nach St. Gallen dazwischen. Sein Potential entfaltete sich zum ersten Mal in seinen Jahren beim Rekordmeister, als er zwischen 1999-2001 in 54 Spielen 22 Tore erzielte.
Dies entging auch dem FC Basel nicht, der ihn daraufhin zurückhaben wollte - und Yakin liess sich nicht zweimal bitten. Als Dank für die genossene Ausbildung erzielte er bei seinem Stammverein in 66 Spielen 31 Tore, was einem Schnitt von 0.54 Punkten pro Spiel gleichkommt.
Der Stern glüht erneutDanach folgte die bekanntermassen als Fiasko geltende Auslandodyssee (mit kurzem Zwischenhalt in Basel), welche ihn 2005 zu den Young Boys nach Bern spülte. Mundart scheint Hakan zu gefallen. Jedenfalls blühte er dort wieder auf und schoss die gelb-schwarzen mit 40 Toren und 30 Assists in 83 Spielen von Mitteldfeld der Super League in die Top-Etage. Damit kam er auf den unglaublichen Schnitt von 0.84 Skorerpunkten pro Spiel
Der Stern erstrahlte nie hellerDiese Quote kann er nun bei Luzern halten. Das ist aus zwei Gründen erstaunlich: Zum einen, da er ein Jahr in Arabien das Fussballspiel mehr zum Zeitvertreib betrieben hat, dafür Geld en masse kassierte aber nicht wirklich gefordert wurde. Zum anderen heissen seine Mitspieler bei Luzern nicht Häberli, Varela oder Raimondi sondern Îanu, Chiumento und Frimpong. Und die haben nicht die gleiche Offensivklasse wie das YB-Trio, womit Hakan viel enger gedeckt wird von seinen Gegenspielern.
Haki wird heiss sein auf das YB-Spiel. In der Vorrunde hat er weder einen Assist noch ein Tor geschossen gegen die Berner, somit ist YB das einzige Team (neben Sion, gegen die er aber nur ein Match absolviert hat) gegen welches Haki noch nicht gescort hat.
Ein Assist oder gar ein Tor würde ihn auch für Othmar Hitzfeld noch interessanter machen. Der hat momentan die Qual der Wahl: Bunjaku, Streller, Derdiyok, Frei und Kufo sind alle in Topform. Doch Yakin ist ja kein ausgewiesener Stürmer, sondern Spielgestalter, obwohl er in letzter Zeit bei praktisch jedem Einsatz auch getroffen hat und bekanntlich an der EM einziger Torschütze für unser Land war.
Ein Stern für Südafrika?Kommt der Natitrainer überhaupt an Hakan vorbei? Anscheinend schon. Denn Hakan Yakin als reiner Stürmer macht nicht viel Sinn, dann bliebe noch die Variante 4-4-2 oder ein 3-5-2 mit den zwei Sechsern Huggel und Inler.
Allerdings würden beide Varnaiten mit dem gesetzten Flügel Tranquillo Barnetta und entweder Johan Vonlanthen oder Marco Padalino auf rechts doch viel zu offensiv ausgerichtet sein. Somit bleibt Hakan Yakin wohl trotz seiner überragenden Leistungen in der Nationalmannschaft nur die Rolle des Edeljokers. Es sei denn, er sammelt weiterhin fleissig Argumente, um den Coach von sich zu überzeugen. Am liebsten natürlich schon beim Spiel gegen seinen Ex-Klub.
Von Fabian Vogt
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