Registrieren    Anmelden    Forum    Suche    FAQ

 

 

 

     

 

 

Foren-Übersicht » www.ybfans.ch » BSC Young Boys Stammtisch




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 
Autor Nachricht
 Beitrag Verfasst: Sonntag 16. April 2006, 09:17 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
BZ, 15.04.2006

«Dieses Potenzial versteht jeder Investor»

YB ging es wirtschaftlich schlecht, als Benno E. Oertig vor fünf Jahren ins Projekt Stade de Suisse eingestiegen ist. Heute ist er Verwaltungsratspräsident des Stadions – und Mitbesitzer der Young Boys.


Benno E. Oertig, Sie sind kein Berner, sondern St. Galler. Was haben Sie für eine Beziehung zu den Young Boys?

Benno E. Oertig: Einerseits eine emotionale über den Sport. Ich war schon als Bub Fan der Young Boys. Andererseits bin ich als Präsident der Muttergesellschaft des Stade de Suisse im Rahmen der strategischen Fragen eng eingebunden. Das operative Geschäft läuft über den Sportbetrieb, geführt von Marcel Hottiger. Via den Verwaltungsrat lasse ich mir regelmässig über den Geschäftsgang berichten. Ausser bei den wichtigsten personellen Entscheiden – wie zum Beispiel der Einstellung des neuen CEO Stefan Niedermaier im letzten Sommer – bin ich im operativen Geschäft nicht aktiv.


Sie sagen also nicht, welche Spieler gekauft werden und welche nicht?

Nein, zum Sportbetrieb sagen wir gar nichts.


Wann sind Sie beim Projekt Stade de Suisse eingestiegen?

Bruno Marazzi hat mich 2001 um Mithilfe gebeten. Er wusste, dass ich schon einige sportliche Innovationen in die Umsetzung gebracht habe.


Welches waren Ihre Gründe, hier einzusteigen?

Als YB-Fan und überhaupt als Sportbegeisterter habe ich Möglichkeiten gesehen, aber auch bezüglich der Entwicklung des Stadions. Zusammen mit Urs Meile und Peter Jauch haben wir eine Projekt- und Businessplanung erstellt und in drei Jahren umgesetzt.


In welcher wirtschaftlichen Situation befanden sich Stadion und YB damals?

YB war zum Zeitpunkt unserer Übernahme in einem desolaten Zustand. Liquide Mittel haben gefehlt, die damalige Führung hat den Klub zwar sportlich gut geführt, wirtschaftlich aber unprofessionell. Man lebte einfach von der Hand in den Mund. Die Überbrückungszeit während der vier Saisons im Neufeld hat viele Mittel gebraucht. Trotzdem ist es uns gelungen, kaufmännisch wie sportlich gute Resultate zu erzielen. Neue Spitzenspieler wie Stéphane Chapuisat haben uns bis zum 2. Meisterschaftsrang geführt.


In Bern gibt es viel Misstrauen gegenüber den auswärtigen Investoren. Trifft Sie das?

Nein, überhaupt nicht. Wir sind der Region sehr verbunden. Schon seit Jahren. In Bern das Nationalstadion zu besitzen ist einmalig. Wir haben dieses Projekt gemeinsam gestemmt und sind stolz, es getan zu haben. Wirtschaftlich gesehen gehört das Stadion uns. Emotional und sportlich gehört es den Bernern und vor allem den Young Boys. Dass auch die Nationalmannschaft hier spielt, ist für uns ebenso selbstverständlich wie die Tatsache, dass der Cupfinal immer in Bern ausgetragen werden muss.


In dieser Sache ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen.

Das ist so, leider.


Warum muss der Cupfinal wieder fest in Bern stattfinden und nicht im St.-Jakob-Park in Basel oder in einem anderen neuen Stadion der Schweiz?

Bern ist die Hauptstadt. Und der Cupfinal hat in Bern eine grosse Tradition; seit 1930 wird er hier ausgetragen.


Mit Fritz Bösch sitzt der einzige Berner im Investorenkreis der Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG. Sollen es mehr werden? Sind Sie in Verhandlungen mit möglichen Berner Investoren?

Fritz Bösch ist nicht der einzige Berner in unserem Konsortium, Andy Rhis ist Bürger einer Berner Gemeinde.


Trotzdem ist der Berner Anteil eher gering.

Im Kreis der Investoren sind sechs Privatpersonen. Das ist eine gesunde Anzahl, die Entscheidungswege und Kommunikation vereinfacht. Wir haben bei YB und im Stadion sehr solide Partner und Sponsoren. Dort sind Berner Firmen wie auch internationale Konzerne dabei. Das zeigt deutlich, dass ein Engagement im Sport bei YB und im Stadion attraktiv ist. Wir denken zurzeit nicht laut darüber nach, Investoren zu suchen. Der Zeitpunkt ist noch zu früh. Wir sind noch immer in der Aufbauphase. Am Montag führen wir den ersten Cupfinal durch, Ende Mai das erste Konzert. Sollte sich jedoch ein Berner Unternehmer dafür interessieren, würden wir bestimmt ein Sondierungsgespräch führen. Es wäre doch eine schöne Geschichte, das Stadion und YB den Bernern und Bernerinnen eines Tages auch wirtschaftlich zurückzugeben.


Wie «verkaufen» Sie einem potenziellen Investor das Stade de Suisse? Warum soll man dort einsteigen?

Zum Stadion gehört ja auch YB. Diese Verbindung und unser Stadion sind einmalig. Es ist wunderschön, technologisch auf höchstem Niveau, und es glänzt dank seiner multifunktionalen Nutzung mit Möglichkeiten, die man in Europa suchen muss. Stichwort Europa: In zwei Jahren findet in der Schweiz und Österreich die Endrunde der Europameisterschaft statt. Das Land, die Stadt und natürlich auch unser Stadion werden international ausstrahlen. Ein Potenzial, das jeder kluge Investor auf Anhieb versteht.


Glauben Sie, dass YB auf Grund des heutigen Kaders in den nächsten Jahren an der Spitze mitspielen kann – oder braucht es dafür zusätzliche Investitionen?

Der Aufbau von YB ist ein Prozess und kein einmaliges Ereignis. Wir haben klare Vorstellungen über die nahe und ferne Zukunft von YB. Kurzfristig erwarte ich, dass sich YB für einen internationalen Wettbewerb qualifiziert. Die Ziele in der Meisterschaft sehe ich so, dass sich YB in den kommenden zwei bis drei Jahren ganz oben etabliert. Um das zu erreichen, schaffen wir die Voraussetzungen. Die Leistungen der Mannschaft und überhaupt ihr Auftritt haben sich in den letzten Monaten deutlich verbessert. Wenn wir so weitermachen, hat diese Truppe, mit punktuellen Verstärkungen, definitiv das Potenzial, an der Spitze in der Schweiz mitzuspielen.


Wie hoch ist das gegenwärtige Budget von YB?

Das ist natürlich abhängig von den Zuschauerzahlen im Stade de Suisse. Je höher der Andrang, desto höher das Budget. Wir werden im Sommer – nach dem ersten Betriebsjahr im neuen Stadion – erstmals in der Öffentlichkeit über Zahlen sprechen. Ich kann Ihnen aber versichern, dass YB ein angemessenes Budget hat.


Im einstelligen oder zweistelligen Millionenbereich?

Im tiefen zweistelligen Bereich.


Was muss sich im Schweizer Fussball ändern, damit einerseits das wirtschaftliche Risiko für die einzelnen Klubs kleiner wird, andererseits mehr Klubs auf europäischem Niveau mithalten können? Braucht es eine andere Liga mit vielleicht weniger Klubs?

Wir brauchen attraktive Stadien, in denen die Fans gerne zu den Spielen gehen. Ein Fuss-ballspiel findet nicht nur auf dem Platz statt. Auch der gesellschaftliche Aspekt ist wichtig. Fussball ist Erlebnis. Klubs wie Sion, Luzern und auch Servette gehören in die oberste Spielklasse. Wir brauchen attraktive Gegner mit gutem Fussball für volle Stadien.


Also braucht es mehr Klubs in der Super League, die heute auf zehn Teilnehmer beschränkt ist?

Ja, ich sehe eigentlich eher eine Aufstockung der Liga. Das wirtschaftliche Risiko muss jeder Klub für sich selbst tragen, und er muss auch selbst darüber entscheiden, welches Risiko er eingehen will. Fest steht jedoch, dass es auch für Sponsoren wesentlich attraktiver ist, in modernen Stadien präsent zu sein als in veralteten und maroden, wie es sie leider immer noch gibt in der Schweiz. Ebenso ist die Vermarktung der obersten Fussballliga von grösster Bedeutung. Fernseh- und Marketingrechte müssen einfach mehr zur Finanzierung der Klubs beisteuern.


Haben im Schweizer Fussball die Funktionäre noch zu viel zu sagen – und hat die Wirtschaft noch zu wenig Möglichkeiten?

Wissen Sie, solange die Funktionäre nicht Meisterschaften entscheiden, mache ich mir keine Gedanken darüber. Funktionäre und Verbände sind Dienstleister. Als das sollte sich jeder auch verstanden wissen. Fussballverbände sind halt nun mal mächtig. Ein Kreislauf Verband und Wirtschaft ist für den populärsten Sport der Schweiz jedoch sehr förderlich. Und genau dafür setze ich mich auch ein: dass unser Berner Beispiel Schule macht und mehr Investoren aus der Wirtschaft in den Fussball bringen wird. Alles für einen gesunden und erfolgreichen Schweizer Fussball. Denn im Fussball finden sich heute eindeutige Parallelen zur Wirtschaft eines Landes.


Was erwarten Sie am Cupfinal vom Montag? Einen diskussionslosen Sieg der Young Boys?

YB gewinnt – da bin ich mir ganz sicher.


Die Chefetage des Stadions

Namhafte Schweizer Unternehmen und private Investoren haben das Stade de Suisse erst möglich gemacht.
Nachdem ein erstes Neubauprojekt des Wankdorfs in den frühen Neunzigerjahren gescheitert war, weil es sich nicht finanzieren liess, nahm der damalige Verein Fussball-Stadion Wankdorf 1996 einen neuen Anlauf: Geplant wurde ein Stadion mit multifunktioneller Nutzung, das sich selber finanziert.

Zuständig für den Bau war die Marazzi Generalunternehmung AG. Im Auftrag des Stadionvereins suchte sie auch die Investoren für das 350 Millionen-Projekt. Eingestiegen sind Coop Bern, die Suva und die Winterthur Leben. Sie sind zu je einem Drittel an der Miteigentümergemeinschaft (MEG) beteiligt. Diese ist Eigentümerin der Dienstleistungsflächen im Stade de Suisse.
Besitzerin des Stadions ist die Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG. Diese wiederum ist Teil der Luzerner Sport & Event Holding AG. Die Holding ist im Stadion die übergeordnete Organisation, sie kontrolliert neben der Nationalstadion AG auch die Finanz und Verwaltungs AG Mibet und ist an der Gastro AG beteiligt. Der Holding gehört auch der BSC Young Boys.
Im Lauf der Neunzigerjahre schlitterte der 1898 gegründete, stolze Traditionsverein – elfmal Meister, sechsmal Cupsieger – in eine Krise. Einerseits sportlich – der Klub stieg in die Nationalliga B ab und wäre beinahe noch tiefer gefallen. Andererseits wirtschaftlich: Mehrmals drohte dem angeschlagenen Verein der Entzug der Spiellizenz. Dank dem finanziellen Engagement der Marazzi AG und der privaten Investoren, die Anfang dieses Jahrzehnts in das Projekt eingestiegen sind, konnte die Krise überwunden werden.
Die privaten Investoren sind die Aktionäre der Sport & Event Holding AG: VR-Präsident Benno E. Oertig, bekannt als VR-Präsident der Inkassofirma Intrum Justitia AG; Peter Jauch, Delegierter des VR, früher Manager der Eishockeyklubs ZSC und GC und Geschäftsführer des FC Basel; Andy Rhis, Chef des Hörgeräteherstellers Phonak, weltweit die Nummer 3 seiner Branche; der frühere Vögele-Chef Urs Meile, der österreichische Banker Michael Bona und der Berner Unternehmer Fritz Bösch, Gründer der Feintool Gruppe im Lyss.
Bösch ist zudem Präsident des BSC Young Boys. Oertig, Meile, Jauch und Bona bilden auch den Verwaltungsrat der Nationalstadion AG. CEO im Stade de Suisse ist seit dem letzten Sommer Stefan Niedermaier.bg

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
 
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 

Foren-Übersicht » www.ybfans.ch » BSC Young Boys Stammtisch


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 34 Gäste

 
 

 
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de