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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Samstag 9. Februar 2013, 09:25 
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Das ungleiche Paar soll für YB treffen

Mit den Verpflichtungen von Samuel Afum aus Ghana und Alexander Gerndt aus Schweden reagierten die Young Boys auf den Abgang von Raúl Bobadilla.

Mit zwei neuen Stürmern wollen die Young Boys in der Rückrunde zur Aufholjagd ansetzen. Der eine heisst Samuel Afum und ist 23 Jahre alt, der andere Alexander Gerndt und ist um 3 Jahre älter. Beide sind während der Winterpause zu YB gestossen: der Ghanaer Afum Anfang Jahr, der Schwede Gerndt vor einer Woche. Beide unterschrieben bei YB Verträge bis im Sommer 2016, beide wohnen zurzeit noch unter dem gleichen Dach im Hotel Ambassador, und beide hegen dasselbe Ziel: Sie wollen in Bern ihre Karrieren neu lancieren.

Auf dem Spielfeld fallen sie durch Schnelligkeit und eine beachtliche Ballbehandlung auf, neben dem Platz geben sie ein ungleiches Bild ab. Alexander Gerndt markiert den selbstbewussten, weltgewandten Nordländer. YB ist bereits der achte Verein, bei dem er anheuerte. Als Stürmer hat er sich eine gewisse Reputation geschaffen. Mit 20 Toren in 29 Spielen mit Helsingborg sowie Gävle wurde er 2010 Torschützenkönig in Schweden und gewann mit Helsingborg den schwedischen Cup. Bald darauf folgte das Aufgebot für die schwedische Nationalmannschaft. Im Sommer 2011 wechselte er nach Holland zu Utrecht. Dort erzielte er in 40 Meisterschaftsspielen 13 Tore. Auf die Frage, weshalb er ausgerechnet bei YB unterschrieben habe, meint er: «Mein Agent sagte, YB zeige Interesse. Das Angebot ist gut, deshalb bin ich hier.»Wenn Gerndt lächelt, bilden sich an den Mundwinkeln kleine Fältchen. Er gibt routiniert Auskunft, ohne den Eindruck zu erwecken, er suche die Mikrofone. Er kennt die Mechanismen des Journalismus, und er wirkte auch nicht verärgert, als er bei der ersten Begegnung mit den Journalisten in Bern gleich auf den Gerichtsfall im Dezember 2011 in Helsingborg angesprochen wurde. Der Richter erklärte ihn damals für schuldig, seine ehemalige Frau tätlich angegriffen zu haben, und Gerndt wurde zu 8800 Euro Geldstrafe verurteilt. Zudem musste er seiner Ex-Frau 7000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Darauf wurde er vom schwedischen Fussballverband für die Nationalmannschaft suspendiert. Gerndt will nicht in die Details gehen, er sagt: «Ich kann die Vergangenheit leider nicht ungeschehen machen, ich schaue nach vorne.»

Afum: Einsamkeit gehört zum Job

Auch Samuel Afum ist zurzeit bei Ghanas Nationalteam kein Thema, das am Mittwoch im Afrika-Cup durch die 0:1-Niederlage gegen Burkino Fasa den Einzug in den Final verpasst hat. Der Stürmer sieht den Grund für seine Nichtnomination in der Tatsache, dass er seit einem Jahr kein Wettbewerbsspiel mehr bestritten hat. Nachdem er vor zweieinhalb Jahren vom ghanaischen Verein Hearts of Oak aus der Hauptstadt Accra nach Ägypten zum SC Smouha gewechselt hatte, skorte er in 43 Spielen 14 Tore und servierte 6 Assists für den Club aus Alexandria. Doch dann geschah vor einem Jahr das Desaster: die Ausschreitungen beim Spiel zwischen dem Kairoer Club al-Ahly und dem Club al-Masry aus Port Said mit 74 Toten. Afum erlebte die Tragödie mit seinem damaligen Teamkollegen vor dem TV im Teamhotel. «Unser Spiel war auf den nächsten Tag angesetzt, aber nach diesem Unglück wurde alles anders.» Die Fussballmeisterschaft in Ägypten wurde ausgesetzt. Dabei sei das Leben bereits zuvor schwierig gewesen, erzählt er. «Wenige Monate nach meiner Ankunft in Ägypten begann die Revolution.»

Doch nach der Katastrophe in Port Said spielte sich sein Leben nur noch auf dem Fussballplatz und in der Wohnung ab. «Ich ging ins Training und danach zurück in die Wohnung, wieder ins Training und zurück in die Wohnung.» In die Stadt habe er keinen Fuss mehr gesetzt in diesen gefährlichen Zeiten. «Wir trainierten, es gab Testspiele unter Ausschluss der Zuschauer, sonst nichts. Das war sehr langweilig.»

Afum legt seine Hände auf den Tisch, scheint für einen Moment in Gedanken weit weg. Dann sagt er: «Ich bin froh, dass ich in der Schweiz bin. Die Leute sind nett, alles ist perfekt organisiert.» Erstmals in seinem Leben erlebt er Schnee, der kalte Wind macht ihm zu schaffen. Deshalb sind auch seine Frau und das sieben Monate alte Töchterchen noch nicht hier. «Es ist noch zu kalt, das ist nicht gut für die Kleine. Aber wenn es wärmer wird, kommen sie zu mir in die Schweiz.»

So stark wie seine Mutter

Er sei in seinem Leben schon oft alleine gewesen. «Als ich zehn Jahre alt war, starb mein Vater. Meine Mutter Alice sorgte danach alleine für meinen Bruder Asante und mich.» Afum spricht leise, er stockt, wischt sich verschämt eine Träne aus den Augenwinkeln. Er fühlt sich ertappt und murmelt: «Was soll ich sagen?» Um seine Mutter zu entlasten, sei er früh von zu Hause weggezogen. «Einsamkeit gehört zum Job des Fussballprofis», fügt er an. Nun habe er die Pflicht, seine Familie zu unterstützen.

Er sei stark wie seine Mutter, fügt er an. Und Heimweh? Darüber will er nicht sprechen. Er will in Bern Tore schiessen, doch solange seine Spielbewilligung aus Ägypten nicht eintrifft, heisst es wieder trainieren, warten und mit der Ungewissheit leben.

Alexander Gerndt dagegen wird heute sein Debüt mit YB gegen Luzern geben. «Ich weiss nichts über den Gegner. Aber das macht nichts. Ich kann mich schnell integrieren, ich habe solche Situationen schon erlebt», sagt der Schwede und lächelt. Samuel Afum aber hofft, der Papierkram werde bald erledigt und der Frühling komme schnell.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Da ... y/26555831

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 14. Februar 2013, 12:02 
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1,8 Millionen Fr. Lohn?

YB will klotzen – doch Berg sagt ab

Alexander Gerndt war nicht erste YB-Wahl. Es hätte ein viel Teurerer kommen sollen: HSV-Berg!

Als Ilja Kaenzig Ende Oktober bei YB sein Bündeli packen musste, hörte man einen Vorwurf immer wieder: Unter dem Luzerner CEO seien die Finanzen ausser Kontrolle geraten.

Als logischer Schluss liegt nun nahe, dass unter dem neuen Sportchef Fredy Bickel das Geld nicht mehr mit beiden Händen ausgegeben werden darf.

Eine Enthüllung von «Sport-Bild» belegt das Gegenteil. Bevor Gerndt zum heissesten Thema in Bern wurde, wollte YB laut dem Fachmagazin im Januar unbedingt HSV-Reservist Marcus Berg als Ersatz für Raul Bobadilla verpflichten.

Was Bickel den Deutschen gegenüber bestätigt: «Wir hatten ihn auf der Liste und bereits Einigung mit dem HSV erzielt.» Berg hätte laut «SportBild» keine Einbussen hinnehmen müssen. Das Gehalt des schwedischen Nationalstürmers beziffert das Magazin auf 1,8 Millionen Franken!

Doch es kam nicht zum Deal. Warum? «Es scheiterte an Berg. Er wollte nicht in die Schweiz wechseln», so Bickel in der «SportBild».

1,8 Millionen! Damit wäre Berg in die Lohnregion von Liga-Topverdiener Gennaro Gattuso geklettert. Von wegen YBSparkurs ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Freitag 15. Februar 2013, 17:46 
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Warum YB mit Rueda immer noch nicht verlängert hat

YB-Trainer Martin Rueda wartet bisher vergeblich auf eine Vertragsverlängerung. Hat der Zürcher in Bern überhaupt noch eine Zukunft?

«Ja, wir wollen mit Martin Rueda die Zukunft planen. Er geniesst mein uneingeschränktes Vertrauen und volle Rückendeckung», versichert YB-Sportchef Fredy Bickel gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet. Aber weshalb hat YB den Vertrag mit Rueda dann nicht schon längst und möglicherweise längerfristig verlängert? «Wir kamen bisher einfach nicht dazu. Wir haben zehn Transfers in sechs Wochen getätigt. Jeder im Geschäft weiss, wie viel Zeit das in Anspruch nimmt», sagt Bickel. Er stehe mit dem Trainer täglich in Kontakt. «Wir tauschen uns immer wieder aus und gehen regelmässig zusammen mittag- oder abendessen.» Die Vertragsverlängerung mit Rueda sei eine Frage der Zeit.

Rueda steht unter Druck

Aber wenn Bickel das Saisonziel ausgibt, könnte man daraus schliessen, dass Rueda mächtig unter Druck steht und seine Zukunft in Bern keineswegs gesichert ist. «Wir müssen einen Schlussrang erreichen, der uns in der kommenden Saison zur Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb berechtigt.» Und Bickel schiebt sogleich den Satz nach: «Bei YB wird vom Sportchef, dem Trainerstaff und der Mannschaft erwartet, dass dieses Ziel erreicht wird.»

«Ich muss Resultate vorweisen»

Das sieht auch Trainer Martin Rueda so. Er pflichtet seinem Sportchef bei. «Eine allfällige Vertragsverlängerung ist für mich zurzeit überhaupt kein Thema. Wir müssen zuerst Leistung zeigen und Resultate vorweisen. Das ist mir sehr wohl bewusst. Und damit habe ich auch überhaupt kein Problem», betont er gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet. Das Wichtigste seien die nächsten Spiele. «Wenn wir erfolgreich Fussball spielen, dann werden wir uns auch für das internationale Geschäft qualifizieren. Und dann wird sich das mit dem Vertrag von allein regeln.» Schon die beiden nächsten Spiele könnten für die Zukunft des Trainers wegweisend sein. Am Samstag absolvieren die Berner die Auswärtspartie bei Leader GC, eine Woche später geht es wieder in den Letzigrund gegen den FCZ. Stolpert der Zürcher Rueda ausgerechnet über zwei Zürcher Vereine? Zwei Niederlagen würden seine Chancen auf einen neuen Vertrag jedenfalls massiv schmälern.

Die grossen Leistungsschwankungen

Zur Erinnerung: Der Schweizer Meister und der Zweite dürfen die Qualifikation zur Champions League bestreiten. Der Dritt- und Viertplatzierte jene zur Europa League. YB belegt zurzeit den 5. Tabellenrang. Ob es auch für den Fünften reicht, hängt davon ab, wer Cupsieger wird. Die Leistungen von YB waren unter Martin Rueda bisher grossen Schwankungen unterworfen. In der Europa League konnten die Berner trotz dem unglücklichen Ausscheiden in der Gruppenphase in den Spielen gegen Liverpool, Udinese und Anschi mit zum Teil grandiosen Vorstellungen überzeugen. In der Meisterschaft waren die Leistungen hingegen durchzogen. Im Cup ist das Team von Martin Rueda gegen den Challenge League-Vertreter Wil sogar ausgeschieden. Die Leistung in der Ostschweiz war ein Spiegelbild des bis anhin Gebotenen. YB lag mit 0:3 zurück, kam durch eine fulminante Aufholjagd noch einmal heran und glich aus, bevor sich Wil dann in der Verlängerung doch noch durchsetzen konnte.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/23994906

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Samstag 23. Februar 2013, 13:51 
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Doch noch eine YB-Trainerdiskussion

Trainer werden in der Super League schnell entlassen. YB enttäuscht in dieser Saison schwer, doch Coach Martin Rueda steht überhaupt nicht in der Kritik. Er arbeitet gewissenhaft – und kämpft um einen neuen Vertrag.

Der Fussballtrainerberuf ist ein Hochrisikojob, in der Super League wechselten auch in dieser Saison bereits über die Hälfte der Klubs den Coach. Mal fehlte der Erfolg, mal die Akzeptanz, mal das Vertrauen der Vereinsführung, manchmal alles zusammen. So ist das im Fussball, wo der Trainer gerne als «schwächstes Glied in der Kette» bezeichnet wird.

Martin Rueda ist in dieser Saison nicht entlassen worden. Man muss das explizit erwähnen. Ja, es gab bisher nicht einmal Anzeichen für eine saftige (oder zumindest sanfte) Trainerdiskussion. Im Gegenteil. Ruedas Position bei YB war in den letzten Monaten ungefährdet, was einigermassen erstaunlich ist – schliesslich enttäuschen die Young Boys in dieser Saison schwer und laufen den eigenen Erwartungen deutlich hinterher. Und schliesslich ist Bern ein gefährlicher Ort für Fussballtrainer, die Young Boys stellten ihren Coach in den letzten Jahren regelmässig frei.

Von Rueda überzeugt

Der ungenügende Rang 5 und satte 16 Punkte Rückstand auf Leader GC würden bei YB normalerweise zu heftigen Trainerturbulenzen führen. Die relative Ruhe um Rueda hängt auch damit zusammen, dass im letzten Herbst andere Führungskräfte wie CEO Ilja Kaenzig für den sportlichen und wirtschaftlichen Misserfolg der Young Boys verantwortlich gemacht und aussortiert wurden.

Einerseits. Und andererseits genoss Martin Rueda zuerst nicht besonders viel Kredit. Vom Boulevard wurde er im Sommer 2012 als Nachfolger des teuren, prominenten Christian Gross sogar despektierlich als «Billiglösung» tituliert. So gesehen hat der Zürcher in Bern keinen schillernden Ruf zu verteidigen.

Zudem, und das ist letztlich der Hauptgrund für die ausbleibenden Diskussionen um Martin Rueda, arbeitet der Trainer gewissenhaft, engagiert und vorbildlich. Fundierte, hartnäckige Kritik gibt es weder aus Spielerkreisen noch dem Verein gross zu vernehmen. Ab und an heisst es, Martin Rueda sei ruhig, besonnen und nett, und vielleicht kann man ja zu ruhig, zu besonnen und zu nett sein als Fussballtrainer.

Rueda erhielt im letzten Sommer nur einen Einjahresvertrag, und jetzt geht es darum, ob und wann sein Kontrakt verlängert wird. Es gibt also doch noch eine Trainerdiskussion bei YB. Fredy Bickel, der neue starke Mann, ist von Rueda überzeugt. Er sagt: «Es gibt keinen Grund, nicht mit diesem Trainerteam weiterzuarbeiten.» Bickel schwärmt von der Arbeitsweise Ruedas und vom Klima im Kader. Die Bereitschaft ist auf beiden Seiten stark vorhanden, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Aber der Sportchef weiss auch, dass derzeit kaum der richtige Zeitpunkt ist, um den Vertrag zu erneuern. Bickel sagt das so: «Wir vertrauen dem Trainer und konzentrieren uns auf die Meisterschaft. Stimmen die Ergebnisse, ergibt sich vieles von selbst.»

Auf und ab und auf und ab

Martin Rueda sitzt am Freitagmittag im Stade de Suisse und spricht ruhig, besonnen und nett über seine Arbeit. Er sagt: «Ich brauche gute Resultate, das ist ja klar.» Und: «Aber jeder Trainer benötigt doch immer Erfolg.» Oder: «Wir müssen endlich konstanter und entschlossener werden.» Konstant und entschlossen will Rueda mit YB seit letztem Sommer agieren, bisher aber geht es für sein Team rasant auf und ab und auf und ab. Und deshalb muss der freundliche und tüchtige Fussballlehrer in den nächsten Wochen noch den Beweis erbringen, diese Young Boys nachhaltig verbessern und zu einem Spitzenteam formen zu können. Zuletzt enttäuschten die Berner vor einer Woche bei der 0:2-Niederlage in Zürich gegen GC schwer. Rueda fordert jetzt eine Reaktion seines Teams, aber er tobt nicht, das ist nicht seine Art. Er sagt sachlich: «Wir müssen in der Defensive deutlich konsequenter sein und dürfen nicht so viele Tore erhalten.»

Das ist zweifellos richtig. Und möglicherweise ist es ja so, dass der seit wenigen Wochen 50 Jahre alte Martin Rueda ein ausgezeichneter Trainer für Wohlen oder Lausanne war, bisher aber noch nicht bewiesen hat, ein ausgezeichneter Trainer für einen Grossklub zu sein. Und das sind die Young Boys in der Schweiz angeblich immer noch – selbst wenn im kalten Februar 2013 gerade eher wenig darauf hinweist.


Nur Resultate helfen

Fussballtrainer brauchen ein sehr dickes Fell. Das hat kürzlich auch der deutsche Bundestrainer Joachim Löw in einem Interview in der «Süddeutschen Zeitung» erklärt. Es gibt kaum einen anderen Berufsstand, der derart in der Öffentlichkeit steht und so scharf kritisiert wird. «Wir müssen uns nicht alles gefallen lassen», sagte Stuttgarts Coach Bruno Labbadia im letzten Herbst in einer Wutrede. «Es kann doch nicht sein, dass jeder frustrierte Journalist und unzufriedene Zuschauer uns Trainer beleidigen und die Schuhe an uns abputzen darf.»

Fussballtrainer sind von den Resultaten abhängig, Woche für Woche, und werden in den meisten Vereinen relativ schnell entlassen, wenn der Erfolg ausbleibt. Und läuft ein Vertrag aus, kommt es nicht selten vor, dass es von Spiel zu Spiel neue Wasserstandsmeldungen gibt, wie es um eine Vertragsverlängerung steht. Das war zuletzt eben auch in Stuttgart zu beobachten, wo Labbadia nach wochenlangem Zögern und Verhandeln Ende Januar den Kontrakt bis 2015 verlängerte – mitten in einer fünf Spiele dauernden Niederlagenserie. Martin Rueda sagt: «Verliere ich zehnmal nacheinander, hilft mir auch ein Zehnjahresvertrag überhaupt nichts.» Der YB-Trainer glaubt auch nicht, dass seine Position gegenüber den Fussballern in der Arbeit stärker wäre, wenn sein Vertrag länger als bis Ende Saison dauern würde: «Die Fussballer spielen ja nicht für einen Trainer.»


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/13222706

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Samstag 23. Februar 2013, 14:13 
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22.02.2013

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99 Prozent der YB-Fans fühlen sich sicher

Das Sicherheitsempfinden der YB-Fans im und um das Stade de Suisse ist gross, wie eine Umfrage zeigt. Das Resultat deckt sich mit Erkenntnissen aus Basel und Luzern.

Brandgefährliche Pyrofackeln, gewaltbereite Fussballfans, Polizei im Grossaufgebot, Familien, die sich nicht mehr in die Stadien trauen würden: Die Befürworter eines verschärften Hooligan-Konkordats zeichnen bisweilen ein düsteres Bild der Situation rund um den Schweizer Fussball.

Hohes Sicherheitsempfinden

Zumindest in Bern scheinen die regelmässigen Matchbesucher die Situation offenbar nicht so dramatisch zu sehen. Das zeigt eine Umfrage bei 3000 Fans, welche YB und die Fanarbeit Bern durchführten. 70 Prozent der Teilnehmer waren dabei Besitzer einer Saisonkarte. Die Auswertung übernahm das Institut für Sportwissenschaften (ISPW) der Universität Bern. Das Ergebnis: Ganze 99 Prozent der befragten Fans fühlen sich im eigenen Stadion während des Spiels sicher, vor und nach dem Spiel immerhin noch 97 Prozent.

In fremden Gefilden scheinen sich die Fussballfans jedoch nicht gleich wohlzufühlen wie im heimischen Stade de Suisse: 20 Prozent der fast 1700 befragten Fans, die YB auch auswärts unterstützen, gaben an, sich nach einem Spiel «nicht sicher» zu fühlen. Trotzdem sind viele Supporter skeptisch gegenüber verschärften Sicherheitsmassnahmen. Für fast die Hälfte wären solche Bestrebungen gar ein Grund, nicht mehr an die Matches zu gehen. In der Gewaltfrage zeigt sich aber ein Generationengraben. Fast drei Viertel der älteren Befragten würden bei vermehrten Gewaltvorfällen wohl nicht mehr ins Stadion pilgern. Bei den jüngeren Befragten beläuft sich dieser Anteil nur auf ein Drittel.

Erlebnis im Vordergrund

Was aber treibt die «gäubschwarzsüchtigen» YB-Fans immer wieder ins Stadion, auch bei Regen, Schnee und Kälte? Auch dazu wurden die Matchbesucher befragt. Ergebnis: Auch hier zählen unter anderem sportliche Faktoren. Die Erwartung eines spannenden Spiels ist für fast 97 Prozent der Matchbesucher der Grund, sich Fussballspiele live anzusehen. Dazu kommt aber auch der Event-Charakter: Mehr als 97 Prozent freuen sich auf eine gute Stimmung, gut 88 Prozent suchen ein «starkes Erlebnis». Gerade jüngere Fans würden den Matchbesuch auch als Ventil schätzen, «etwa um fluchen zu können», wie die Studienverantwortlichen der Uni Bern schreiben.

Auf der sportlichen Seite halten die Fans ihrem Club die Treue. Solange YB attraktiven und spannenden Fussball spielt, ist der sportliche Erfolg eher zweitrangig. Sorgen bereitet den YB-Fans offenbar aber die Kommerzialisierung des Fussballs. Höhere Ticketpreise würden gut zwei Drittel der Befragten aus dem Stadion vertreiben, eine «fortschreitende Kommerzialisierung» des Sports wäre für 47 Prozent der Befragten ein Grund, den Livespielen künftig den Rücken zu kehren.

Die Ergebnisse der YB-Umfrage stehen nicht für sich alleine. Ähnliche Befragungen gab es in letzter Zeit auch in Basel und Luzern. Die Resultate gleichen sich dabei: Auch in Luzern und Basel gaben gegen 99 Prozent der Fans an, sich sicher zu fühlen.


http://www.derbund.ch/bern/stadt/99-Pro ... y/15943537

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 27. Februar 2013, 10:08 
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27.02.2013

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Ruedas schlechte Bilanz, Affolters Verletzungspause

Nie hatten die Young Boys seit 2004 nach 21 Runden weniger Punkte als diese Saison. Nun fällt auch noch Verteidiger François Affolter rund zwei Monate verletzt aus.

Die schlechten Nachrichten für YB reissen einfach nicht ab, wobei bösartige Menschen behaupten können, es sei für YB gar keine schlechte Nachricht, wochenlang auf François Affolter verzichten zu müssen – wenn der Verteidiger so spiele wie in den ersten drei Rückrundenpartien. Gestern jedenfalls wurde bekannt, dass sich Affolter an der rechten Schulter eine Luxation sowie Bänderverletzungen zugezogen hat. Er musste bei der 0:4-Niederlage am Samstag in Zürich gegen den FCZ ausgewechselt werden. «Das ist bitter für mich», sagt Affolter. «Ich hätte dem Team unbedingt helfen wollen.»

Sehr schwierige Zeiten

François Affolter gilt als eines der grössten Schweizer Abwehrtalente. Der Bieler brillierte bereits als 18-Jähriger mit gutem Stellungsspiel und klugen Aufbaupässen bei den Young Boys, stagnierte in den letzten Jahren aber stark. Er vermochte sich bei Werder Bremen nicht durchzusetzen und kehrte in der Winterpause zu YB zurück. In den ersten drei Super-League-Begegnungen des neuen Jahres agierte Affolter sehr unglücklich und verschuldete mehrere Gegentore. «Ich werde hart für mein Comeback arbeiten», sagt er jetzt. «Wer hinfällt, muss wieder aufstehen.» Die Ärzte rechnen damit, dass eine konservative Behandlung möglich sein sollte, um eine Operation zu umgehen. Dennoch dürfte Affolter acht Wochen ausfallen.

Am Sonntag unter Druck

Ohne Affolter müssen die Young Boys in den nächsten Wochen den Weg aus der Krise finden. Team und Verein sind gerade schwer angeschlagen, aber immerhin geht es den beiden Winterpausenzugängen wieder besser: Die neuen Stürmer Samuel Afum (Oberschenkelprellung) und Alexander Gerndt (Kniebeschwerden) haben gestern grünes Licht bekommen, im Verlauf dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining einzusteigen. Ob sie am Sonntag beim Heimspiel gegen St.Gallen (13.45 Uhr) eingesetzt werden können, hängt von den Belastungstests ab.

Die YB-Verantwortlichen unternehmen derweil alles, um ihren Coach Martin Rueda aus der Schusslinie zu nehmen. «Wir denken nicht einmal im Ansatz an einen Trainerwechsel», sagte Fredy Bickel nach der Niederlage am Samstag in Zürich. Und Rueda meinte, er konzentriere sich jetzt auf das nächste Spiel gegen St.Gallen: «Wir können es deutlich besser, und das müssen wir jetzt endlich wieder beweisen.»

Vorerst ist Martin Rueda aber der YB-Coach mit der schlechtesten Bilanz in den letzten zehn Jahren – nie hatten die Young Boys seit 2004 nach 21 Runden weniger Punkte. Sein Vorgänger Christian Gross lag bis Mitte Februar 2012 sogar nur knapp hinter Basel, ehe es sehr steil bergab ging mit ihm und YB.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/11485649

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 28. Februar 2013, 11:51 
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Shoppingtour ohne Strategie

Während der «Phase 3» leisteten sich die damaligen Verantwortlichen der Young Boys sehr viele kostspielige Fehler.

Der tiefe Fall der Young Boys in den letzten 30 Monaten gibt ein Fallbeispiel ab, wie man einen Fussballklub in kurzer Zeit herunterwirtschaften kann. Mit zahlreichen Fehleinschätzungen (Transfermissgriffe und personelle Fehlbesetzungen) wurde aus einem Schweizer Spitzenklub in kurzer Zeit ein kriselnder Verein in tiefer Identitätskrise. In den Jahren vor der «Phase 3» waren ausgeglichene Jahresrechnungen keine Ausnahme. Im Sommer 2010 jedoch wurde die bemerkenswert mutige Offensivstrategie publikumswirksam und grossspurig lanciert. Und die neue Führung unter CEO Ilja Kaenzig durfte auf ausgedehnte Shoppingtour gehen.

Koste es beinahe, was es wolle

Gemessen an den gewaltigen Ausgaben für Spieler, Trainer und Administration seither, sollte YB heute auf Augenhöhe mit Branchenprimus Basel sein. Verpflichtet wurde im Sommer 2011 beispielsweise Startrainer Christian Gross, der aufgrund seiner vielen Erfolge einen hohen Marktwert besass und deshalb bis im Juni 2013 noch rund 75'000 Franken monatlich überwiesen erhält – obwohl er seit bald einem Jahr nicht mehr YB-Coach ist. Mit Prämien hätte Gross noch viel mehr verdienen können, er tat sich im nervösen Klub aber bald schwer. Doch Meistertitel, Pokalsiege und die Champions-League-Teilnahme waren sein Ziel und der Traum des Vereins.

Koste es beinahe, was es wolle.

Und so wurden etwa Vertragsverlängerungen mit Spielern mit massiver Lohnerhöhung versüsst. Die Teamzusammenstellung geriet derweil zur wirren Angelegenheit, die teilweise durchaus talentierten Spieler passten nicht zusammen. Das Kader aber wuchs und wuchs und wuchs.

Königstransfers als Beispiele

Und auch die teuren YB-Königstransfers enttäuschten. Stürmer Raul Bobadilla, mittlerweile bei Basel, etwa schoss einige Tore, war jedoch sehr oft gesperrt und mit seiner nicht einfachen Art umstritten. Und Mittelfeldspieler Michael Silberbauer besitzt strategische Fähigkeiten und bestimmt eine gewisse Klasse, sonst wäre er nicht der einzige Super-League-Teilnehmer an der Euro 2012 gewesen. Doch in Bern lief es für ihn enorm holprig, der Däne erwies sich als Flop und spielt längst leihweise bis Ende dieser Saison bei Odense – wobei YB immer noch einen beträchtlichen Teil seines netten Lohnes von weit über einer halben Million Franken jährlich übernimmt.

Der Vertrag Silberbauers läuft übrigens noch bis 2015. Es ist nur einer von unzähligen Fehlern der YB-Verantwortlichen zwischen 2010 und 2012.


Teure Inkompetenz

Für einen Fussballverein geht es nicht darum, einen finanziellen Gewinn zu präsentieren. Die harte Währung des Geschäfts sind Titel, und Pokale wollte YB in der «Phase 3» zusammenkaufen. Das ging gründlich daneben, weil die Verantwortlichen schlecht arbeiteten. Angefangen bei der Spielerauswahl über die Art der Kommunikation bis zur Kostenkontrolle lief unter Verwaltungsratspräsident Benno Oertig und CEO Ilja Kaenzig vieles schief.

In der Summe führten die Verfehlungen in den letzten 30 Monaten zum sportlichen und finanziellen Desaster. Die Misswirtschaft seit Sommer 2010 wird den Verein noch lange beschäftigen, weil beispielsweise viele üppig dotierte Verträge jahrelang bezahlt werden müssen. Zudem gilt es, das schlecht zusammengesetzte Team umzubauen, zu verkleinern und gleichzeitig die Kosten zu senken.

Die YB-Besitzer Andy und Hans-Ueli Rihs sind schlecht beraten worden und haben zuletzt auf die falsche Führung gesetzt. Dennoch muss ihnen Fussballbern dankbar sein, weil sie seit Jahren Stabilität bei YB garantieren und jetzt das Millionendefizit des Jahres 2012 übernehmen. Sie sind Geschäftsleute und wollen den Betrieb irgendwann verkaufen. Und das Geschäftsmodell mit Stade de Suisse und YB kann ja attraktiv sein – und finanziell funktionieren. Das bewies die Zeit vor der «Phase 3».


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/11340341

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 28. Februar 2013, 11:52 
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YB verliert 2012 über 12 Millionen Franken

Die Vorwärtsstrategie «Phase 3» der Young Boys war nicht nur sportlich ein Desaster – auch wirtschaftlich lief zuletzt sehr vieles aus dem Ruder. Der Verlust im Jahr 2012 betrug zwischen 12 und 15 Millionen.

Die unsägliche «Phase 3», die ins sportliche Desaster führte, beschäftigt YB weiter. Aus zuverlässigen Quellen ist zu vernehmen, dass die Young Boys im Kalenderjahr 2012 Verluste im tiefen zweistelligen Millionenbereich eingefahren haben. Die Summe beläuft sich auf 12 bis 15 Millionen Franken – und das, obwohl die Young Boys im letzten August beispielsweise den sambischen Stürmer Emmanuel Mayuka für knapp 4 Millionen Franken Ablösesumme zu Southampton in die englische Premier League verkauften.

Das Trio in der Kritik

Die Vorwärtsstrategie, ausgerufen 2010 vom damaligen Verwaltungsratspräsidenten Benno Oertig, erlitt also fussballerisch und wirtschaftlich Schiffbruch. Und es sind die Besitzer und Investoren Andy und Hans-Ueli Rihs, die jetzt für den gewaltigen Fehlbetrag im letzten Jahr geradestehen. Sie haben aber am Mittwoch nach Anfrage entschieden, keinen Kommentar zur finanziellen Situation abgeben zu wollen, was überhaupt nicht ungewöhnlich ist, weil bei den Young Boys seit Bezug des Stade de Suisse vor acht Jahren nie Zahlen zum Geschäftsgang bekannt gegeben oder erläutert werden.

YB erhält jetzt also auch noch auf dem Bankkonto knallhart die Rechnung für die eklatanten Sünden der letzten Jahre präsentiert. Unter der Regie von Oertig und Ilja Kaenzig (CEO) sowie Daniel Seiler (Finanzchef) wurde das Geld im Stade de Suisse mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen. Anders lässt sich die Misswirtschaft nicht beschreiben. Der Personalapparat in Kader, Trainerstab und Betrieb wurde mit teuren, prominenten Figuren besetzt und massiv aufgebläht. Und: Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben tat sich immer weiter auf.

So stiegen beispielsweise die Personalkosten für die erste Mannschaft inklusive Trainerstab von knapp 5 Millionen Franken jährlich 2009 auf letztes Jahr rund 15 Millionen Franken. Die Sponsoreneinnahmen dagegen sanken wie der Zuschauerschnitt – zudem wurden rund 300 VIP-Tickets weniger verkauft, was ein weiteres Minus von etwa 2,5 Millionen Franken bedeutete.

Grosser Fehler im August 2010

Die Young Boys sind nicht der einzige Verein im Fussball, der einen Millionenverlust erleidet. Im Gegenteil, das gehört beinahe zur Normalität in diesem Geschäft. Und auch viele von Oligarchen, schwerreichen Fussballliebhabern oder Grossindustriellen alimentierte kontinentale Spitzenvereine verloren zuletzt Jahr für Jahr Dutzende bis Hunderte von Millionen Franken, gewannen aber wenigstens ab und zu eine Trophäe. Und mit den gewaltigen Investitionen sowie den bemerkenswerten Transferoffensiven zwischen 2010 und 2012 hätte man bei YB ja endlich wieder einen Titelgewinn realisieren wollen. Wäre die Strategie aufgegangen und hätte man die sehr reizvolle Champions League erreicht, wäre die Bilanz sportlich fantastisch gewesen – und wirtschaftlich ausgeglichen.

Pikanterweise waren die Young Boys nie so nahe an der Champions League wie damals, als Oertig im August 2010 den Machtkampf gegen den früheren Stadionchef Stefan Niedermaier gewann – und den anerkannten Niedermaier vom Hof jagte. Das geschah just wenige Tage vor den YB-Qualifikationsspielen zur Königsklasse gegen Tottenham (3:2, 0:4).

Seither ging es für YB in jeder Beziehung rasant bergab: sportlich und wirtschaftlich, emotional und imagemässig. Die Stimmung im Betrieb zum Beispiel war lange Zeit ausgezeichnet, im letzten Jahr aber herrschte ein Klima der Unsicherheit. Die mittlerweile gescheiterten Verantwortlichen kommunizierten selten mit den Angestellten – und hinterliessen Baustellen, welche die neue Führungscrew aufräumen darf, sowie Altlasten, welche die Brüder Rihs bezahlen müssen.

Auch 2013 ein Millionenloch

Die finanzielle Belastung der «Phase 3» wiegt schwer. Fürs Jahr 2013 rechnet man bei YB – unvorhergesehene Transfereinnahmen ausgenommen – erneut mit einem Minus von mehreren Millionen Franken.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/28543987

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Samstag 2. März 2013, 16:46 
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Krise bei YB nach der Misswirtschaft

Knapp 15 Millionen Franken Verlust schrieb YB im Jahr 2012. In einigen Jahren wären die Berner mit so einem Ergebnis vom Europacup ausgeschlossen – theoretisch.

Die gestrige Meldung in dieser Zeitung, wonach YB im Kalenderjahr 2012 rund 15 Millionen Franken Verlust gemacht habe, schlug am Donnerstag in Bern natürlich sehr hohe Wellen.

Auch in Internetforen zeigten sich die User schockiert. Die ehemaligen Verantwortlichen Benno Oertig (Verwaltungsratspräsident), Ilja Kaenzig (CEO) und Daniel Seiler (Finanzchef) mussten letztes Jahr bei den Young Boys gehen – und verantworteten die Misswirtschaft mit zahlreichen Managementfehlern. Im Betrieb kursieren viele unschöne Geschichten über das Geschäftsgebaren in den letzten Jahren.

«YB ist für uns ein Investment»

Bei den Young Boys war auch am Donnerstag kein Kommentar zur wirtschaftlichen Lage zu vernehmen. «Wir geben wie immer keine Auskunft zu finanziellen Dingen», sagte beispielsweise Präsident Werner Müller. Mehrere zuverlässige Quellen bestätigten aber das riesige Defizit der Young Boys im letzten Jahr. Und die Brüder Andy und Hans-Ueli Rihs stehen als Besitzer von Stade de Suisse und von YB ja für den gewaltigen Verlust gerade.

Andy Rihs weilte am Donnerstag an der Eröffnung der neuen Fabrik für E-Bikes in Oberwangen und hinterliess laut Beobachtern überhaupt keinen betrübten Eindruck. Auch er wollte keine Stellung zum miserablen YB-Geschäftsjahr nehmen und meinte bloss: «YB ist für uns ein Investment.» Wollen er und sein Bruder das Stadion und die Young Boys aber irgendwann zu einem guten Preis verkaufen, muss das Paket zuerst attraktiv hergerichtet werden. Und das dürfte einige Zeit dauern.

Erstaunlicherweise resultierte der hohe Verlust bei den Young Boys in einem Jahr, in dem der Verein auch einige Millionen Franken durch Spielerverkäufe oder die Teilnahme an der Europa League einnahm. Das unterstreicht, wie fahrlässig die frühere Führungscrew arbeitete. So verdreifachten sich etwa die Personalkosten für Spieler und Trainer der ersten Mannschaft in knapp drei Jahren von 5 auf 15 Millionen Franken jährlich. Sportlich aber ging es von 2010 bis heute trotz Offensivstrategie des Vereins immer weiter abwärts in die tiefe Krise.

Financial Fairplay kommt

Finanzprobleme sind keine Seltenheit im Sport. Im Schweizer Fussball und Eishockey gibt es wenige Vereine, die sich selbst finanzieren können und nicht von Mäzenen abhängig sind. Und manch ein Klub war in den letzten Jahren sogar ein Sanierungsfall, auch die Young Boys erlebten vor noch nicht so langer Zeit höchst turbulente und unangenehme Phasen, in denen der Konkurs drohte. Seit Bezug des neuen Stadions sorgen die Besitzer für wirtschaftliche Stabilität.

Und es ist möglich, den Betrieb im Stade de Suisse kostendeckend zu führen, das zeigte sich in den ersten Jahren in der neuen Arena. Bald schon wären die Young Boys mit einem solchen Betriebsergebnis wie 2012 übrigens nicht mehr am Europacup teilnahmeberechtigt. Der Europäische Fussballverband (Uefa) will ja das Financial Fairplay einführen.

Demnach müssen sich, vereinfacht ausgedrückt, Fussballklubs selbst finanzieren können, sonst werden sie aus Champions und Europa League ausgeschlossen. Ob die Uefa das tatsächlich wie gewünscht umsetzen kann, ist aber stark fraglich. Schliesslich resultiert auch bei den meisten kontinentalen Topklubs regelmässig ein massiver operativer Verlust.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/23204501

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Montag 4. März 2013, 08:34 
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Fredy Bickel und der böse Geist

Die Berner Young Boys klagen Ringier ein, den Medienpartner der Liga

Ende November wurden die Scheidung und die Vermählung mit Tränen bekannt. Fredy Bickel verliess den FC Zürich und wurde in Bern als neuer YB-Sportchef vorgestellt. Er fiel dem YB-Geldgeber Andy Rihs um den Hals und sagte: «Danke.» Er äusserte auf dem Podium übertrieben salbungsvolle Worte über seine Rückkehr zu YB. Bickel dachte damals kaum daran, dass ihn wenige Wochen später eine alte Trennungsgeschichte einholen könnte.

Im Januar lancierte der «Blick» eine Artikelserie, in der er die Kampfscheidung zwischen YB und Bickel von 2002 aufwärmte. Damals hatten die YB-Investoren unter der Leitung des Stadion-CEO Peter Jauch Bickel sogar die Polizei auf den Hals geschickt. Die Vorwürfe: ungetreue Geschäftsbesorgung, Kompetenzüberschreitung, Urkundenfälschung. Es kursierte ein Papier mit Unterschrift Bickels, wonach er einen Darlehens-Deal mit einem Spielervermittler eingegangen war.

Der Sportchef musste YB zwar verlassen, wurde aber von der Justiz freigesprochen. Die Strafuntersuchung wurde Anfang 2003 aufgehoben, nachdem sich die Anschuldigungen als «haltlos» erwiesen hatten, wie das Untersuchungsrichteramt verlauten liess. Was zehn Jahre danach bleibt, sind der Beigeschmack über fragwürdige Praktiken, Verstrickungen und Abhängigkeiten im Fussball, über die Privatfehde Jauch gegen Bickel – und der Imageschaden des Sportchefs.

Die Medienkampagne 2013 veranlassen den heutigen YB-Geldgeber Andy Rihs und Bickel nun dazu, rechtlich gegen den «Blick» und das Verlagshaus Ringier vorzugehen. Die Stossrichtung: Persönlichkeitsverletzung, Richtigstellung, Löschen der Texte aus den Datenbanken, Genugtuungszahlung. Im April sind vor dem Friedensrichter Sühneverhandlungen terminiert. Der Ringier-Verlag äussert sich nicht dazu, weil er noch keine Kenntnis der Klage hat. Aber der Fall ist einzigartig. «In der jüngeren Geschichte von Ringier klagte noch nie ein Fussballklub gegen unser Unternehmen», lässt Ringier mitteilen.

Wie der Kampf ausgeht, ist offen. Aber Bickel wird die bösen Geister von 2002 nicht los. Mit dem Vorgehen gegen den Medienpartner der Super League lässt YB das mehr als verjährte Thema nicht in der Schublade verschwinden. Die Frage ist zudem, wie der «Blick» künftig über YB und Bickel berichten wird.

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