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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. August 2010, 15:49 
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Berner Zeitung, 26.08.2010

«Irreguläres Tor hat uns Genick gebrochen»

Die YB-Spieler suchen nach der diskussionslosen 0:4-Niederlage bei Tottenham erst gar nicht nach Ausreden. Das irreguläre Tor des englischen Nati-Stars Jermain Defoe sorgt trotzdem für Gesprächsstoff.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz erreichte YB-Captain Marco Wölfli kurz vor dem Rückflug in London am Handy. «Das Tor zum 2:0 war der Knackpunkt und hat uns das Genick gebrochen», schildert der Nationaltorhüter, der trotz vier Gegentoren ein hervorragendes Spiel abgeliefert hat. «Der irreguläre Treffer Defoes war bereits eine Vorentscheidung», bedauert er. «Hätten wir mit einem 0:1 in die Pause gehen können, wäre das für uns möglicherweise zu einem psychologischen Vorteil geworden», mutmasst er.

Schummler Defoe hatte einen Steilpass mit dem Arm gestoppt und ihn dann eiskalt zum 2:0 verwertet. David Degen, der in dieser für YB fatalen 32. Minute den Zweikampf mit dem Engländer geführt hatte, hob sofort zum Protest den Arm und reklamierte vehement. Wölfli kann es nicht nachvollziehen, dass weder einer aus dem Schiedsrichter-Trio noch der vierte oder fünfte Mann den eklatanten Regelverstoss gesehen hat. «Sie waren wohl die Einzigen im Stadion, die das nicht bemerkt haben», wundert er sich. In der White Hart Lane waren 34'709 Zuschauer und insgesamt fünf Schiedsrichter zugegen. Neben dem Schiedsrichter Trio waren auf jeder Strafraumhöhe zusätzlich noch zwei weitere Referees postiert.

Auch für Wölfli war Tottenham eine Klasse für sich

«Und trotzdem hat keiner das klare Vergehen gesehen», sagt Luigi Ponte, der Präsident des Schweizer Schiedsrichterverbandes gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnetz. Der Gegentreffer sei für die Young Boys möglicherweise tatsächlich der psychologische Knackpunkt in der Partie gewesen, räumt Ponte ein. «Aber sind wir doch ehrlich, YB hatte nicht den Hauch einer Chance», sagt er auch. Die Berner hätten schlicht und einfach zu viel Respekt vor Tottenham und der Ambiance im Stadion gehabt. Auch Wölfli will nichts beschönigen und betont, dass Tottenham ein übermächtiger Gegner und eine Klasse für sich gewesen sei. «Die Engländer waren klar besser und haben uns die Grenzen aufgezeigt», gibt er unumwunden zu.

Ironie der Geschichte: Der Schiedsrichter in London war der Franzose Laurent Duhamel. Es war Frankreichs Nationalstürmer Thierry Henry, dessen skandalöses Handspiel Irland den Traum von der Weltmeisterschaft in Südafrika hatte platzen lassen.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Irregulaeres-Tor-hat-uns-Genick-gebrochen/story/22353747?dossier_id=449

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. August 2010, 15:50 
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Berner Zeitung, 26.08.2010

Nur fünf Minuten der Vorfreude

Die Champions-League-Hoffnungen von YB hielten sich in London nur bis zum ersten Tor Tottenhams. Die Berner waren chancenlos und teilweise schlicht überfordert.

Zur Melodie von «When the Saints Go Marching in» empfangen die Tottenham-Fans ihre Mannschaft zum Rückspiel der Champions-League-Playoffs an der White Hart Lane gegen YB. Voller Inbrunst singen sie das Vereinslied, dazu schwingen sie kleine weiss-blaue Fahnen, die der Klub verteilen liess. «Tottenham are the greatest», heisst es in einer Zeile des Songs, der Lärm ist ohrenbetäubend und die Stimmung fantastisch. Mit 34 709 Zuschauern ist die White Hart Lane, dieses für Premier-League-Verhältnisse eher kleine Stadion, ausverkauft.

Die Anhänger haben erkannt, dass ihre Mannschaft die Unterstützung nötig hat, um sich für die Champions League zu qualifizieren. Tagsüber hatte in London kaum etwas auf das grosse Spiel für den Klub aus dem Nordosten der Metropole hingewiesen. In den Tageszeitungen war die Verletzung von Tottenham-Stürmer Jermain Defoe, die nach dem Spiel gegen YB eine Operation notwendig macht, das grosse Thema. Weniger das Spiel selber. Es waren die YB-Fans, die rund um den Trafalgar Square und den Piccadilly Circus in Trikots und Schals auf sich und auf ihr Team aufmerksam machten.

Phasenweise kann man sie hören

Über tausend Berner sind für die Partie nach London gereist, und obwohl sie deutlich in der Unterzahl sind, kann man ihre Anfeuerungsrufe im Stadion phasenweise gut hören.

Nicht in der Fanecke, sondern auf der Haupttribüne haben die YB-Bosse Platz genommen. Benno Oertig, Andy und Hans-Jörg Rihs sind im Privatflieger gereist, den Berner Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät und die Gemeinderätin Barbara Hayoz haben sie gleich mitgenommen. Unmittelbar vor dem Anpfiff ist ihre Laune hervorragend. Hans-Jörg Rihs macht Handyfotos von Stadion und Fans, die Schutzhülle seines iPhones hat die YB-Farben Schwarz und Gelb. Sehr rasch aber ist die gute Stimmung im Eimer: Der lange Stürmer Peter Crouch trifft in der fünften Minute für Tottenham. Jermain Defoe in der 32. Dass der Stürmer vor dem Treffer die Hand zu Hilfe genommen hat, übersieht das Heimpublikum grosszügig. «Nein, nein! Die Schulter war es. Mit der Schulter hat er den Ball mitgenommen», zeigen sie den wenigen Zweiflern auf den Rängen an.

Nehmen sich die Gastgeber zurück?

Derweil steht YB-Trainer Vladimir Petkovic an der Linie im kalten Londoner Dauerregen. Gelegentlich nimmt er sich einen seiner Spieler zur Brust. Aussenverteidiger Christoph Spycher erhält nach dem 0:1 neue Anweisungen. Noch eindringlicher mahnt Petkovic nach dem zweiten Gegentreffer den zentralen Mittelfeldspieler Thierry Doubai zu mehr Konzentration. Die Retuschen verfehlen ihre Wirkung nicht. YB hält nun etwas besser mit. Oder nehmen sich die Gastgeber nach dem furiosen Beginn nun etwas zurück?

Nachdem Crouch in der 60. Minute wieder per Kopfball den dritten Treffer für Tottenham erzielt hat, ersetzt Petkovic Moreno Costanzo und Scott Sutter durch Alberto Regazzoni und Marco Schneuwly. Sutter, der in London aufgewachsen und Tottenham-Fan ist, setzt sich tropfnass auf die Auswechselbank. Dann starrt er minutenlang vor sich hin. Die Rückkehr in seine Heimat hat sich Sutter erfolgreicher vorgestellt. Tottenham siegt schliesslich 4:0. Die Fans singen wieder «When the Saints Go Marching in».

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Nur-fuenf-Minuten-der-Vorfreude/story/22769665

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. August 2010, 15:52 
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Berner Zeitung, 26.08.2010

Defoes Skandal-Tor gegen YB

Das 2:0 von Tottenham Hotspur im Rückspiel der Champions-League-Qualifikation gegen YB hätte nie zählen dürfen. Und der Treffer von Jermain Defoe weckt Erinnerungen an Thierry Henry.

Deutlich war zu sehen, wie Tottenhams angeschlagener Stürmerstar Defoe auf clevere Weise vor seinem 2:o ein Hands beging. Die Berner Spieler waren verdutzt, YB-Trainer Vladimir Petkovic reklamierte an der Seitenlinie vergeblich. Das Goal zählte und stürzte den Underdog aus der Schweiz endgültig ins Elend und in die 0:4-Pleite an der Londoner White Hart Lane.

Selbst wenn sich die Spurs letztlich klar und verdient erstmals für die Königsklasse qualifizierten, so hatte dieser zweite, irreguläre Treffer vorentscheidenden Charakter. Der französische Unparteiische Laurent Duhamel sah das Hands des quirligen Defoe, der sich nun einer Leistenoperation unterziehen muss und damit im EM-Qualifikationsspiel Schweiz gegen England fehlen wird, offenbar nicht. Aber zumindest der Assistent des Schiedsrichters hätte diese irreguläre Aktion sehen müssen.

Die Szene von gestern Abend erinnert ein wenig an die Aktion von Thierry Henry in der WM-Barrage gegen Irland. Am 19. November 2009 in Paris hatte der französische Star den Ball mit der linken Hand mitgenommen und die Vorlage zu Copain William Gallas gegeben, der zum 1:1 einschiessen konnte. Dank dem 1:1 nach Verlängerung schnappten sich die Franzosen das Ticket für Südafrika, den betrogenen Iren blieb nur die Wut und der Frust. Henry oder Defoe – die Fairness bleibt im Fussball oft auf der Strecke.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Defoes-SkandalTor-gegen-YB/story/18982260?dossier_id=449

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. August 2010, 15:53 
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Berner Zeitung, 26.08.2010

Kommentar: An Grenzen gestossen

«Der YB-Auftritt in London war zu mutlos, ängstlich und fehlerhaft.»

Den Young Boys sind gestern die Limiten aufgezeigt worden. Ein Schweizer Verein kann sich gegen ein Premier-League-Spitzenteam nur durchsetzen, wenn Hin- und Rückspiel optimal verlaufen. Und ein Weiterkommen hat YB bereits im Stade de Suisse verspielt, als nach der frühen 3:0-Führung ein Kantersieg möglich gewesen wäre – und nicht bloss ein 3:2-Erfolg.

Gestern, an der stimmungsvollen White Hart Lane, sind die Young Boys an ihre Grenzen gestossen. Tottenham besitzt die besseren, teureren, talentierteren Fussballer – und auch wenn man immer wieder auf die Kopfballstärke eines Peter Crouch hingewiesen hatte, so waren die Berner doch nicht in der Lage, den Riesen zu kontrollieren.

Der YB-Auftritt in London war zu mutlos, ängstlich und fehlerhaft. Vielleicht aber wars ein wertvoller Lernprozess auf dem Weg in die Königsklasse. Nächste Saison ist der Schweizer Meister ja direkt für die Champions League qualifiziert. Und in diesem Herbst darf YB immerhin sechs interessante Begegnungen in der Europa League bestreiten.

http://www.bernerzeitung.ch/meinungen/standard/Kommentar-An-Grenzen-gestossen/story/10281855?dossier_id=449

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. August 2010, 15:57 
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Tagesanzeiger, 26.08.2010

«Sie zu stark, wir zu schwach»

Christoph Spycher und seine YB-Mitspieler haben nach dem 0:4 gegen Tottenham die Überlegenheit des Gegners anerkannt.

Christoph Spycher fand kurze und einprägsame Worte bei seiner Analyse des 0:4 der Young Boys gegen Tottenham: «Sie waren zu stark. Wir waren zu schwach», sagte der Aussenverteidiger, nachdem er mit seinem Team die Qualifikation zur Champions League gegen das Spitzenteam aus der Premier League deutlich verpasst hatte. «In Istanbul ist uns gegen Fenerbahçe ein perfektes Spiel gelungen. Wir konnten aber nicht erwarten, dass das immer klappt.» Zudem habe YB diesmal auch Pech gehabt. Etwa als der Schiedsrichter vor dem 2:0 ein Handspiel Jermain Defoes übersehen habe. Spycher blickte aber auch noch einmal auf das Hinspiel zurück. «Der Sieg im Stade de Suisse hätte vor einer Woche höher ausfallen müssen als 3:2» kritisierte der Routinier. «Wir haben es da verpasst, uns eine viel bessere Ausgangslage zu verschaffen.»

Senad Lulics Ärger

Auch Senad Lulic sprach von einem verdienten Sieg Tottenhams. «Sie waren uns überlegen», sagte der Mittelfeldspieler. Für Lulic war das Spiel besonders unglücklich verlaufen. Nachdem er im Strafraum seinen Gegenspieler Gareth Bale gefoult hatte, musste er nach der zweiten Verwarnung vom Platz. Zudem liess Peter Crouch mit dem Penaltytreffer zum 4:0 die allerletzten YB-Hoffnungen auf ein Weiterkommen platzen. Dabei habe er vor dem Spiel einen guten Eindruck von der Mannschaft gehabt, sagte Lulic. «Wir haben uns nach dem Erfolg im Hinspiel Chancen ausgerechnet. Entsprechend motiviert sind wir nach London gereist.» Den Bündner, der seit dieser Saison für die Young Boys spielt, ärgerte gestern vor allem der erste Gegentreffer. «Schon wieder haben wir früh ein Tor erhalten. Genau das hatten wir vermeiden wollen. Danach wurde es unglaublich schwierig für uns.»

Hochstrasser hoffte lange

Schwierigkeiten hatte YB gestern vor allem mit Peter Crouch. Dem grossgewachsenen Stürmer gelangen drei Tore. «Wir haben Crouch einfach nicht in den Griff gekriegt», sagte Mittelfeldspieler Xavier Hochstrasser. Auch sonst habe Tottenham bewiesen, dass es ein Spitzenteam sei: «Sobald wir uns einen Fehler leisteten, hat ihn der Gegner ausgenutzt.» Hochstrasser beteuerte, er habe lange an das Weiterkommen geglaubt. «Bis zum vierten Gegentreffer. Erst dann war für mich klar, dass wir es nicht schaffen.»

http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussball/Sie-zu-stark-wir-zu-schwach/story/12927632

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. August 2010, 16:02 
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Der Bund, 26,08.2010

YB weit weg von der Königsliga

Die Berner unterlagen Tottenham im Playoff-Rückspiel 0:4 und spielen nun in der Europa League. Die Entscheidung fiel bereits vor der Pause, als das Heimteam zwei Tore schoss.

In den Tagen vor dem Playoff-Rückspiel für die Gruppenphase der Champions League war oft zu hören gewesen, Tottenham werde wie die Feuerwehr beginnen und YB unter Druck setzen. Und genau so war es. Ehe sich die Berner in der Abwehr richtig organisiert hatten, lag der Ball bereits ein erstes Mal im Netz. Der talentierte Waliser Gareth Bale flankte hoch vors Tor. Dort stieg der grösste Spieler auf dem Platz, Peter Crouch, am höchsten und köpfelte zum 1:0 ein. Damit war passiert, was die Berner hatten verhindern wollen: ein frühes Gegentor. Sie hatten in der Folge Mühe, ihren Rhythmus zu finden. Ihr Offensivspiel war zögerlich und zu fehlerhaft. Hinzu kam, dass sie in der Gefahrenzone des Gegners fast alle Zweikämpfe verloren.

Nicht gepfiffenes Hands

Als YB die anfängliche Nervosität abgelegt hatte, nahte bereits die Entscheidung. Jermain Defoe stoppte einen Steilpass mit dem Arm und erzielte per Flachschuss das 2:0. Die Berner protestierten heftig beim gut postierten Schiedsrichter Laurent Duhamel. Doch weder er noch einer seiner fünf Assistenten hatte die Regelwidrigkeit gesehen. Damit war die Ausgangslage für YB fast aussichtslos. Die Berner hätten nun drei Tore erzielen müssen, um zumindest eine Verlängerung erzwingen zu können. Doch die Engländer waren auch in der zweiten Halbzeit überlegen. Dem oft belächelten Zweimetermann Crouch gelang nach einer Stunde das zweite Kopftor. In der Schlussviertelstunde machte er mit dem dritten Treffer seinen Hattrick perfekt.

YB eine Klasse schlechter

Das Team von Vladimir Petkovic war an diesem nasskalten Abend kein ebenbürtiger Gegner für Tottenham, das sich erstmals für die Champions League in der heutigen Form qualifizierte. Einzig Spycher, Affolter und Wölfli vermochten höheren Ansprüchen zu genügen. Alle anderen konnten diesmal den Schalter nicht umkippen und lieferten durchschnittliche oder ungenügende Arbeit ab. Auffällig war der Klassenunterschied insbesondere im Mittelfeld: Doubai und Hochstrasser konnten überhaupt keine offensiven Akzente setzen. Lulic wurde von seinem Gegenspieler Bale mehrmals versetzt und musste nach der zweiten gelben Karte (77.) vorzeitig vom Spielfeld. Im Sturm konnte sich Henri Bienvenu, der im Hinspiel sehr stark gespielt hatte, nur ein einziges Mal erfolgversprechend in Szene setzen.

Die bescheidene Leistung interessierte die Tottenham-Fans nicht. Lieber feierten sie Defoe, als dieser ausgewechselt wurde. Der englische Nationalspieler leidet seit Monaten an einer Leistenverletzung. Am Wochenende wird er nun operiert und verpasst deshalb die ersten EM-Qualifikationsspiele. «Defoe Euro KO» titelte der «Daily Mirror». Die Nachricht dürfte auch Ottmar Hitzfeld und sein Team interessieren, das am 7. September gegen England antritt.

Trostpflaster Europa League

Nach dem Verpassen der Champions League bleibt YB als Trost die Europa League. Auch in diesem Wettbewerb werden Millionen ausgeschüttet, wenn auch längst nicht so viele wie in der Königsliga des europäischen Fussballverbandes Uefa. Rund 7 Millionen liegen für die Berner bereit. Mit wem es YB in der Europa League zu tun bekommt, wird morgen mittag bekannt, wenn in Nyon die Auslosung stattfindet. Möglich sind starke und attraktive Gegner wie Sampdoria Genua, Sevilla und Anderlecht. Gut möglich ist aber auch, dass die Berner nach Rumänien, Weissrussland oder in die Ukraine fahren müssen.

http://www.derbund.ch/bern/YB-weit-weg-von-der-Koenigsliga/story/17019630

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. August 2010, 16:04 
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Der Bund, 26.08.2010

Bei den weissen Platzhirschen

Die legendäre White Hart Lane, das Stadion von Tottenham Hotspur, beeindruckte Berner Spieler und Fans.

Ihre Aufregung konnten sie nicht ganz verheimlichen. Als die Berner Spieler so da standen in einer Reihe, die Champions-League-Hymne im Ohr, liessen sie den Blick schweifen und mussten verlegen lächeln: Sie sahen ein weisses Fahnenmeer um sich, unterbrochen nur von einer gelb-schwarzen Einheit in der einen Ecke. Rund 1100 YB-Fans waren in den Norden Londons gereist, so viele wie noch nie an ein Auswärtsspiel auf europäischer Bühne. Auch die politische Prominenz fehlte nicht: Stadtpräsident Alexander Tschäppät und Gemeinderätin Barbara Hayoz, die im YB-Beirat sitzt, waren mit einigen Investoren im Privatjet gekommen.

Ein Abend an der White Hart Lane, der Gasse zum Weissen Hirschen, gehört schliesslich zu den einmaligen Erlebnissen eines Fussballfans. Die ersten Rampen hatten schon vor über 110 Jahren gestanden, 34'700 Zuschauer sorgen jeweils für den stimmungsvollen Rahmen. Gestern inspirierte das legendäre Stadion die YB-Anhänger, jene der Londoner vor dem Anpfiff zu übertönen. Mani Matter hätte wohl nicht geglaubt, dass seine Melodie von «Hemmige» dereinst hier zu hören wäre.

Das frühe 0:1 enthemmte dann aber die Tottenham-Fans, und so erhöhten sie den Pegel merklich. Das Klatschen hörte sich an wie der Regen, der unaufhörlich auf den Rasen und das Welldach prasselte. Der durchnässte YB-Coach Vladimir Petkovic öffnete nach dem Rückschlag sein Zauntor, das die Ersatzbank vom Spielfeld trennt, und versuchte seine Spieler wieder anzutreiben. Aber die Platzhirsche in Weiss, das waren nun mal die Spurs. Der elegante Jermain Defoe und der unumstössliche Peter Crouch zeigten ihren Gegnern mit jeder Aktion die Limiten auf. «In der Schweiz gibt es keinen Spieler wie Crouch», erklärte Petkovic danach den englischen Journalisten. «Wir haben für unsere physische Unterlegenheit bezahlt. Jeden hohen Ball haben sie sich geholt.» Er sprach davon, wie das frühe Tor des Riesen seine Mannschaft lähmte. Und wie Tottenham danach immer mehr Selbstvertrauen gewann. Der Bosnier gratulierte dem Gegner für dessen deutlichen Sieg, der es Petkovic einfacher zu machen schien, über den beendeten Traum von der Königsklasse zu sprechen.

Dort dürfen die Spurs nach 48 Jahren Unterbruch wieder auftreten. Coach Harry Redknapp erinnerte daran, dass es beinahe nicht so weit gekommen wäre – nach der dürftigen Leistung in der ersten Halbzeit von Bern. «Das ist eine Schweizer Mannschaft, die sehr gut mit dem Ball umgehen kann», sagte er. Und in seiner guten Laune vergass er auch nicht, die begeisternde Atmosphäre zu erwähnen.

http://www.derbund.ch/bern/Bei-den-weissen-Platzhirschen/story/30742347

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. August 2010, 16:27 
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Apropos Crouch, der ist doch einfach irgendwie nicht gesund!

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. August 2010, 17:47 
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Blick, 26.08.2010

YB ist chancenlos

In London nieselt es mal wieder. Im Regen steht an diesem Abend aber nur eine Mannschaft: Die Young Boys.

Uralt-Stadion White Hart Lane. 1899 eröffnet. Später werden alle Tribünen renoviert. Ein Hauch von Mystik weht durch die Stands, auf denen 34 709 Fans sind. Ersatzspieler und Trainer sitzen im Regen. Irgendwie kurlig-romantisch.

Wenn da nicht diese Heisssporne wären, die Hotspurs, welche über YB hinwegfegen. Und dann dieses frühe Tor, das – man spürt es sofort – schon die Entscheidung bedeutet. Die 1200 YB-Fans mühen sich nach Kräften ab. Bieten den gesangsfreudigen Engländern phasenweise durchaus Paroli.

Wie das Team unten auf dem Rasen. Denn in der ersten halben Stunde haben die Spurs genau zwei Torchancen. Zu dumm nur, dass sie beide nutzen. Die vielen ungenauen Zuspiele verhindern, dass die Berner wirklich ebenbürtig sind. Als sich Torhüter Gomes früh verletzt und pflegen lassen muss, verstehen es die Gäste nicht, den angeschlagenen Goalie zu beschäftigen. Gomes kann bis zur Pause durchspielen, erst dann ersetzt ihn Cudicini.

YB versuchts weiter. Doch als Marco Schneuwly und Regazzoni für einen Doppelwechsel bereitstehen, als Petkovic bereit ist, Vabanque zu spielen, schlägt dieser lange Schlaks wieder zu: Crouch. 3:0. Alles aus! Erst jetzt wird die Atmosphäre so, wie sie Trainer Harry Redknapp gefordert hat: einschüchternd.

Über das resignierende YB ergiesst sich die Sintflut. Mario Raimondi wird kurz vor Spielende auf der Ersatzbank von einem durchgeknallten Fan angegangen. Es ist einfach ein Abend zum Vergessen.



Autsch! YB erdrückt von Riese Crouch!

Bye-bye Champions League. Die Young Boys zahlen gegen Tottenham Lehrgeld und beklagen sich nach der 0:4-Niederlage zu Recht über ein irreguläres Tor der Spurs.

Schlechter kann ein Spiel gar nicht beginnen: Beim ersten Eckball in der 5. Minute steht die Berner Abwehr völlig neben den Schuhen. Trainer Vladimir Petkovic schreit sich an der Seitenlinie die Lunge aus dem Leib. Doch seine Anweisungen gehen unter im Hexenkessel White Hart Lane. Peter Crouch, der 2-Meter-Riese, kommt aus fünf Metern ungehindert zum Kopfball und kann sich die Ecke aussuchen.

Dabei hatte Petkovic vor der Partie so oft betont, wie wichtig es sei, die ersten Minuten ohne Gegentor zu überstehen.

Immer wieder versucht er Einfluss zu nehmen, spricht bei jeder Unterbrechung mit den Spielern. Doch die Nervosität der Berner ist greifbar. Fehlpässe, kein Spielfluss, Unsicherheiten in der Abwehr. Tottenham spielt im Londoner Dauerregen aggressiver, physischer, kauft den Gästen den Schneid ab.

YB kassierte 0:2 nach Hands

Auch Senad Lulic, der beim 3:2-Hinspiel-Sieg vor einer Woche überragend war, lässt sich anstecken. In der 31. Minute verliert er den Ball im Mittelfeld. Tottenham schaltet blitzschnell um. Langer Ball in die Spitze, Nationalspieler Jermain Defoe trifft von der Strafraumgrenze aus: 2:0! Später sieht Lulic gar Gelb-Rot, als er den Elfmeter zum 4:0 verursacht.

Bitter für YB: Defoe hat sich den Ball mit dem Unterarm vorgelegt. Der französische Schiedsrichter Laurent Duhamel lässt den Treffer gelten. Und auch der Torrichter hinter Wölflis Kasten hat kein Hands gesehen. Sechs Unparteiische – und keiner siehts. Unfassbar!

Unter den Augen von Englands Nationalcoach Fabio Capello versucht YB in der 2. Halbzeit, das Unmögliche noch möglich zu machen. Doch nach genau einer Stunde stirbt die letzte Berner Hoffnung. Erneut trifft Crouch nach einem Eckball.

Sein dritter persönlicher Treffer nach einem Penalty (77.) ist nur noch Zugabe.

YB hat damit die historische Chance verpasst, dass erstmals zwei Schweizer Teams gemeinsam in der Champions League spielen. In der Königsklasse stehen nun die Spurs – zum ersten Mal.

Besonders bitter ist die Niederlage für Tottenham-Fan Scott Sutter: «Sie waren heute klar besser. Vor allem bei stehenden Bällen konnten wir sie nicht kontrollieren. Wir sind enttäuscht, weil wir unbedingt in die Champions League wollten.»

Als Trost winkt für YB nun immerhin die Europa League. Statt 25 werden sich die Berner aber mit maximal 7 Millionen Franken begnügen müssen.

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. August 2010, 17:51 
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Berner Zeitung, 26.08.2010

Die Noten zum Spiel Tottenham–YB (25. August 2010)

Die YB-Spieler sind in London gegen Tottenham an ihre Limiten gestossen. Routinier Christoph Spycher war der beste Berner.

Marco Wölfli: Note 4,5
Für das «Wunder in London» hätte es einen überragenden YB-Goalie benötigt. Wölfli war ordentlich bis gut, aber es war ein undankbarer Abend für ihn. Denn bei den Gegentoren war er ohne Abwehrchance.

Scott Sutter: Note 3
Hatte den begabten Bale mehr oder weniger im Griff. Aber er leistete sich auch Abspielfehler und war teilweise zu zögerlich.

François Affolter: Note 3,5
Affolter deutete sein riesiges Potenzial mehrmals mit gelungenen Aktionen an. Er war furchtlos, meistens souverän und ruhig. Vor dem zweiten Gegentor aber vertändelte er den Ball – und auch vor dem 1:0 Tottenhams hatte er eine unglückliche Aktion gehabt.

Ammar Jemal: Note 3
Eigentlich giftig, fleissig, zweikampfstark. Doch auch sehr fehlerhaft – und ohne Chance bei den zwei Kopfballtoren seines Gegenspielers Peter Crouch.

Christoph Spycher: Note 5
Hatte den wirbligen Lennon fast immer unter Kontrolle. Spycher war der Trainer auf dem Rasen und instruierte seine Mitspieler ständig. Auch mit 32 Jahren spielt der Routinier immer noch auf sehr hohem Niveau. Man hätte ihn gestern aus YB-Sicht fürs Mittelfeld klonen müssen.

Xavier Hochstrasser: Note 3
Willig, probierte viel, aber hatte wenig Einfluss aufs Spiel.

Thierry Doubai: Note 3
Zu Beginn mit einigen Fehlpässen, später dominanter, ohne aber grosse Akzente zu setzen.

David Degen: Note 3
Von ihm hätte mehr kommen müssen. Degen blieb blass und ohne grossartige Efforts.

Moreno Costanzo: Note 3
Zwei, drei nette Pässe, aber kaum Inputs nach vorne. Der Spielmacher erhielt jedoch auch wenig brauchbare Zuspiele.

Senad Lulic: Note 3
Fightete stark, aber stiess wie viele andere YB-Spieler an seine Limiten. Und verschuldete am Ende, jetzt als Rechtsverteidiger, auch noch einen Elfmeter – und sah die zweite Verwarnung.

Henri Bienvenu: Note 4
Behauptete den Ball relativ gut und war aktiv, auch wenn ihm die Unterstützung fehlte. Aber er vergab die zwei einzigen guten YB-Chancen relativ kläglich.

Alberto Regazzoni: Note 3
Kam nach 61 Minuten für Sutter. Und fiel nicht mehr gross auf.

Marco Schneuwly: Note 3
Kam nach 61 Minuten für Costanzo. Und fiel ebenfalls nicht mehr gross auf.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Die-Noten-zum-Spiel-TottenhamYB-25-August-2010/story/26578161

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