 |
 |
Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
|
| Autor |
Nachricht |
|
shalako
|
Verfasst: Freitag 16. November 2012, 09:58 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
16.11.2012  Zitat: YB und Stade de Suisse kosteten 37 Millionen
Andy und Hans-Ueli Rihs liessen sich den Kauf vom Stade de Suisse und YB 37 Millionen Franken kosten. Das war aber nur der Anfang.
Laut Recherchen des Wirtschaftsmagazins «Bilanz» haben die Brüder Andy und Hans-Ueli Rihs 37 Millionen Franken für die Aktien der Sport und Event Holding bezahlt. Wer nun mit ihnen ins Geschäft kommen wolle, greift wesentlich tiefer in die Tasche: 100 Millionen Franken würde der Verkauf des Stadions und des Klubs kosten. Verkaufen wolle Andy Rihs jedoch momentan nicht. Das werde erst aktuell, wenn YB um den Meistertitel spiele, heisst es weiter.
Auch die laufenden Kosten, die Rihs Investition mit sich bringt, sind nicht von schlechten Eltern: Der ehemalige Trainer Christian Gross, der im April den Hut nehmen musste, kassiere bis im April 2013 75'000 Franken pro Monat. Der Ex-CEO Ilja Känzig erhalte bis Mai 2013 25'000 Franken monatlich. Investor Rihs muss natürlich nicht nur Personalkosten decken, auch für den Betrieb und die Transfers solle er zusätzlich 7 Millionen Franken hingeblättert haben.
Andy Rhis ist nicht nur im Wankdorf finanziell beteiligt, auch beim Hörgerätehersteller Sonova ist er Aktionär und besitzt die Fahrradfirma BMC. http://www.bernerzeitung.ch/wirtschaft/ ... y/27489202
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Dienstag 20. November 2012, 22:57 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
20.11.2012  Zitat: YB-Dachverband kritisiert KKJPD-Regeln
Die strengeren Regeln der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren für Fussballspiele seien repressiv, nicht praktikabel und bürokratisch. Das meint Clemens Friedli vom Dachverband «Gäubschwarzsüchtig».
Die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) will ab kommendem Sommer bei Risikospielen im Fussball und Eishockey ein Alkoholverbot durchgesetzt haben. Dieses soll in den normalen Sektoren gelten, in den VIP-Sektoren darf weiterhin Alkohol konsumiert werden. Das Verbot zielt in die falsche Richtung, meint Clemens Friedli von «Gäubschwarzsüchtig», dem Dachverband der YB-Fanklubs: «Dabei wird wieder einmal die grosse Masse bestraft.»
Nicht nur in Heimstadien gibt es Veränderungen, sondern auch bei Auswärtsspielen: Will ein Fussballfan zukünftig an die Auswärtsspiele reisen und die Partie im Gästesektor ansehen, muss er ein Kombiticket vorweisen. «Diese Regelung stört mich als Bürger, wenn mir vorgeschrieben wird, wie ich mich von A nach B zu bewegen habe», erklärt Friedli.
Konkret muss ein YB-Fan, der in Zürich wohnt, nach Bern reisen, in den Extrazug steigen, um das Spiel des FC Zürich gegen YB im Letzigrunder Gästesektor zu schauen. Dies sei schlicht nicht praktikabel: So würden die Fans Regelzüge benutzen und ein Ticket in einem anderen Sektor kaufen, prognostiziert Friedli. Ein denkbares Szenario, da die meisten Schweizer Stadien nicht ausverkauft sind. Und er fragt sich, ob diese Durchmischung der Fans nicht zusätzliche Interventionen der Polizei mit sich bringen wird?
Repression in England bringt nichts
Diese Änderung bringt auch bürokratische Hürden mit sich: Momentan kauft man das Extrazug-Ticket bei der SBB und das Eintrittsticket für den Gästesektor bei YB. Wie dies künftig gelöst wird, ist offen.
Auch kritisiert Friedli, dass die KKJPD beispielsweise England als Vorzeigebeispiel heranzieht. Da haben die repressiven Massnahmen keine Lösung gebracht. Vielmehr haben sich die Probleme in unteren Ligen verschoben. «Auch hat sich die KKJPD nicht überlegt, ob diese Ideen aus dem Ausland für die Schweiz überhaupt praktikabel sind», gibt Friedli zu bedenken.
Hinter all den Änderungen steckt schliesslich der Gedanke der KKJPD, Polizeikosten zu senken. «In England haben sich die Kosten nicht gesenkt», schildert Friedli. Vergleiche man die Kosten der Kantonspolizei Bern 2009 mit denjenigen aus dem letztem Jahr, so seien sie gesunken. Dies dürfte vor allem auf den Fanzaun, eine unbürokratische Lösung, zurückzuführen sein. «Unser Ziel ist es, dass im kommenden März das Konkordat im Grossen Rat nicht durchkommt», resümiert Friedli.
Weitere Reaktionen
Die am Dienstag veröffentlichten Empfehlungen der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) seien nicht verhältnismässig, schreibt die Organisation Fanarbeit Schweiz (FaCH). Die Befürchtungen, Fussballfans würden pauschal als potenzielle Gefahr definiert, hätten sich bestätigt.
Die Argumente und Bedenken bezüglich Kombiticket, Identifikationspflicht und Alkoholverbot hätten in der von der KKJPD geleiteten Koordinationsgruppe kein Gehör gefunden, da seitens der KKJPD kein Verhandlungsspielraum bestanden habe.
FaCH hoffe, dass das von der KKJPD «verschärfte» Hooligankonkordat die kantonalen Parlamentarier dazu veranlasse, die Vorlage kritisch zu prüfen.
Auch Sportverbände skeptisch
Kritisch geäussert hat sich in Bezug auf das Kombiticket und die lückenlosen Identitätskontrolle auch die Swiss Football League und der Schweizerische Fussballverband. «Repressive Massnahmen sollten sich immer gegen Täter, nicht aber gegen Matchbesucher richten», heisst es in einer Medienmitteilung.
Die Liga und der Verband gehen davon aus, dass die von der KKJPD vorgeschlagene Muster-Rahmenbewilligungen zwischen Klubs und Behörden lokal angepasst werden.
Der Schweizer Eishockeyverband schliesst sich den Ansichten des Fussballverbandes an. Ueli Schwarz, Direktor Spitzensport, begrüsst den Entscheid, die Bewilligungen gemäss den nun vorliegenden Empfehlungen der KKJPD nicht für jedes Spiel einzeln einholen zu müssen.
Eine Rahmenbewilligung, die grundsätzlich für eine ganze Saison gültig ist, sei sinnvoll, sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Das Alkoholverbot für Risikospiele kritisiert er hingegen.
Er sei nicht sicher, ob ein solches Verbot die Probleme löse. Wenn die betrunkenen Fans beim Stadioneingang abgewiesen würden, verschiebe sich das Problem vor das Stadion, sagte Schwarz. Dann bräuchte es dort wiederum mehr Polizeibeamte.
Der Eishockeyverband lehnt laut Schwarz auch die Kombitickets ab. «Wir wissen nicht, wie wir diese Massnahme umsetzen könnten», sagte er. Hier sei es absolut notwendig, dass die Behörden zwischen Fussball- und Eishockeyspielen unterscheiden würden - «wegen der unterschiedlichen Anzahl Zuschauer».
Ueli Schwarz begrüsst dagegen die elektronischen Eingangskontrollen, aber auch hier verweist er auf die Verhältnismässigkeit: «Die Umsetzung darf nicht zu langen Wartezeiten an den Eingängen führen.» Es sei deshalb wichtig, den Klubs eine gewisse Zeit zu geben, um sich darauf einzurichten.
http://www.bernerzeitung.ch/region/kant ... y/23946129
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Samstag 24. November 2012, 17:33 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
24.11.2012  Zitat: Engelsgesicht in Europa, Fratze in der Schweiz
Nach dem glanzvollen Auftritt in Liverpool steht YB vor fünf wegweisenden Spielen in allen drei Bewerben innerhalb von zwei Wochen. Und gesucht wird weiter der neue Sportchef.
Der gelb-schwarze Betriebsausflug nach Liverpool geriet zur imposanten Party, Fussball-Bern feierte nach dem tollen 2:2 der Young Boys in der Europa League am Donnerstagabend beim FC Liverpool bis weit in die Nacht in der englischen Stadt. Sponsoren und Familienmitglieder stiessen zur YB-Delegation ins Hotel, und in den Pubs und Clubs Liverpools bewiesen die Anhänger des Vereins ihre Stimmgewalt und Trinkfestigkeit. Über 2500 mitgereiste Fans hatten zuvor an der Anfield Road einen fantastischen Support geleistet. Und YB-Präsident Werner Müller, der neue starke Mann im Betrieb, meinte: «Es war ein wunderschöner Abend und eine grosse Leistung unseres Teams. Wir sind stolz.»
Man könnte ob all dieser Freude und Glückseligkeit fast meinen, die Young Boys würden sich im Höhenflug befinden.
Rueda braucht Resultate
Der gestrige Kater aber dürfte viele YB-Anhänger wieder in die Realität geführt haben. Und sonst reicht ein Blick auf die Tabelle der Super League, um die ernüchternde Wirklichkeit zu erkennen: Die Young Boys stehen in der Liga katastrophal da, das Spitzenquartett GC, St.Gallen, Sion und Basel ist weit enteilt. «Unser Kerngeschäft ist die Super League», hat Trainer Martin Rueda oft betont. «Aber wir geniessen die Erfolge in Europa.»
Die Berner Fussballer präsentieren im Europacup regelmässig ihr Engelsgesicht und verblüffen mit starken Vorstellungen. Im helvetischen Ligabetrieb aber ist häufig bloss eine Fratze zu erkennen. Die Rückschläge haben dazu geführt, dass Martin Rueda unter Druck geraten ist. Der Trainer arbeitet gewissenhaft und ist im Verein beliebt, letztlich aber auf bessere Resultate angewiesen. In den drei Ligapartien innerhalb einer Woche nun in Lausanne sowie zu Hause gegen Luzern (Nachtragsspiel) und Sion steht Ruedas Arbeit auf dem Prüfstand. Danach folgen Anfang Dezember vor der Winterpause noch der Auftritt in der Europa League gegen Anschi sowie der Cupachtelfinal beim FC Wil.
Immerhin: Nach der Entlassung des CEO Ilja Kaenzig Ende Oktober ist es im Stade de Suisse ruhiger geworden. Im Januar aber muss das schlecht zusammengestellte Kader optimiert werden. Zudem deutet sich ein Abgang des überragenden Torjägers Raul Bobadilla an. Stimmt der Preis, dürfte YB den Argentinier ziehen lassen. Bobadilla ist nach 5 Runden mit 5 Treffern zweitbester Europa-League-Torschütze hinter dem uruguayischen Weltklassestürmer Edinson Cavani von Napoli, der sechsmal getroffen hat. Vorkämpfer Bobadilla hat übrigens auch am meisten Fouls aller Europa-League-Akteure begangen (19).
Fredy Bickel ist Topkandidat
Hinter den Kulissen suchen die Young Boys zudem weiter einen Sportchef, der die Kaderplanung vorantreiben und YB in eine bessere Zukunft führen soll. Martin Andermatt, der ehemalige YB-Trainer, und Oliver Kreuzer, Sportdirektor beim deutschen Drittligisten Karlsruhe, sollen Kandidaten sein. Thuns Sportchef Andres Gerber und der ehemalige YB-Sportchef Alain Baumann, die das Jobprofil erfüllen würden, sind dagegen nicht kontaktiert worden. Und sowieso ist zu vernehmen, dass der 47-jährige Fredy Bickel, einst bereits als Sportchef bei YB tätig, Topfavorit ist. «Wir nehmen keine Stellung zu Gerüchten», sagt YB-Präsident Werner Müller. «Wir nehmen uns genügend Zeit, diese wichtige Stelle neu zu besetzen.»
Fredy Bickel ist beim YB-Anhang immer noch sehr beliebt, sein Vertrag als Sportchef des FC Zürich aber läuft bis 2014. Beim FCZ werden heftige Machtkämpfe ausgetragen, zudem hat der vorher ausgezeichnete Ruf Bickels nach einigen Fehltransfers zuletzt gelitten. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/25657829
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Dienstag 27. November 2012, 09:15 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
27.11.2012  Zitat: Problembär auf der Berner Baustelle
Auf den Schweizer Fussballplätzen ist er ein Rüpel, in Europa hingegen ein treffsicheres Vorbild: Der unberechenbare argentinische Stürmer Raúl Bobadilla steht als Sinnbild für die Young Boys.
Die YB-Bilanz in der Super League ist katastrophal. Sie ist dermassen schlecht, dass sie normalerweise zu heftigen Trainerdiskussionen führen würde.
Doch was ist bei diesen Young Boys schon normal?
Martin Rueda jedenfalls, seit Sommer Coach bei YB, ist zwar angeschlagen, aber eine Entlassung des Trainer sei «überhaupt kein Thema», wie Werner Müller sagt. Der Präsident ist die neue starke Figur im Verein, er organisiert die Neuorganisation des Betriebs – wobei YB derzeit nicht nur auf dem Rasen ziemlich orientierungslos und führungsschwach wirkt. «Das stimmt nicht», sagt Müller. «Wir sind gut aufgestellt und werden mit dem neuen Sportchef bald eine wichtige Stelle neu besetzt haben.»
Bernischer und bescheidener
Man fragt sich, wer bei YB überhaupt den Trainer entlassen würde – und sich Gedanken über die Kaderplanung macht. «Wir haben einen ausgezeichneten Staff und Verwaltungsrat», sagt Müller. «Wir sind handlungsfähig.» Die Stimmung im Verein sei viel besser als in den letzten Monaten, betonen viele Angestellte. Nach den erzwungenen Abgängen der umstrittenen, unbeliebten, wenig erfolgreichen Christian Gross (Trainer), Benno Oertig (Verwaltungsrat), Ilja Kaenzig (CEO) und Daniel Seiler (Finanzchef) ist man bestrebt, wieder bernischer, bescheidener, freundlicher daherzukommen.
Entscheidend aber sind immer noch die Resultate auf dem Rasen. Und da enttäuscht das teuerste Team der Vereinsgeschichte, das schlecht zusammengestellt ist, auf der ganzen Linie. Ein Punkt beträgt der Vorsprung auf Rang 9 noch, bei einer Partie weniger! In den Heimspielen gegen Luzern (Nachtragsspiel, morgen) und Sion (am Sonntag) geht es für das grotesk schwache YB darum, den Totalabsturz in der Super League zu vermeiden. «Wir müssen sechs Punkte gewinnen», fordert Marco Wölfli.
Chapuisats Einfluss
Captain Wölfli verteidigt die YB-Trainercrew. «Sie leistet einen ausgezeichneten Job», sagt der Goalie. «Es liegt nicht an den Trainern, läuft es nicht.» Das beurteilen auch die Verantwortlichen so. Sie stellen Rueda zudem nicht infrage, weil er bei der Zusammensetzung des Teams ja kein Mitspracherecht besass.
Um zumindest auf Führungsebene wieder mehr Ruhe zu haben, dürfte der neue Sportchef bereits in den nächsten zwei Wochen und nicht erst in der Winterpause präsentiert werden. Der frühere YB-Manager Fredy Bickel, beim FC Zürich nach starken Jahren zuletzt glücklos, gilt weiter als Topkandidat.
Auf den neuen Leiter der Abteilung Sport wartet viel Arbeit. Scout Stéphane Chapuisat, dessen Wissen unter Kaenzig kaum gefragt war, soll dabei wieder an Einfluss gewinnen. Der Deutsche Ingo Winter dagegen, Intimus von Kaenzig, muss die YB-Scoutingabteilung verlassen. Möglichst alles, was an die verpatzte «Phase 3» erinnert, soll ausgewechselt werden. «Ich bin sicher, dass wir auf dem richtigen Weg sind», sagt Werner Müller. «Man muss uns einfach Zeit lassen.»
Wer will Bobadilla?
Denn auch im Kader steht ja in den nächsten Monaten –mal wieder – ein personeller Umbruch bevor. Und Angreifer Raúl Bobadilla dürfte nach seiner brutalen Tätlichkeit gegen Lausannes Verteidiger Guillaume Katz vorgestern erneut für mehrere Partien gesperrt werden. Der impulsive Torjäger totalisiert in dieser Saison bald mehr Spielsperren (bisher 5) als Ligatore (5) – und schadet mit seinen wüsten Aussetzern dem Vereinsimage. Die Aargauer Zeitung schrieb gestern: «Das Puschlav hat den Problembären M13, YB hat Bobadilla.»
In der Europa League aber stellt der 25-Jährige seine Klasse regelmässig unter Beweis. Bobadilla erklärte ja in diesem Herbst naiv, es sei spannender und motivierender, im Europacup zu spielen. Und so dürfte YB auf eine weitere Galavorstellung der argentinischen Ich-AG am 6.Dezember gegen Anschi hoffen – um den deutlich bestbezahlten Akteur im Januar verkaufen zu können. Doch das dürfte nicht einfach werden. Wenn sich ein Verein bloss ein bisschen mit dem disziplinlosen Bobadilla beschäftigt, wird er erkennen, dass beim Angreifer Genie und Wahnsinn jederzeit wechseln können.
Der Stürmer steht damit als Sinnbild für diese unberechenbaren Young Boys. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/23341453
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Sonntag 2. Dezember 2012, 01:48 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
01.12.2012  Zitat: Unzufrieden, kämpferisch, zuversichtlich
Gegen Sion und Anschi sowie in Wil bestreiten die Young Boys in den nächsten acht Tagen in drei Bewerben drei wichtige Partien. YB-Trainer Martin Rueda geht gelassen mit dem Druck um.
Die Super League präsentiert sich in dieser Saison als unterhaltsame Chaosliga mit dermassen vielen personellen Veränderungen, dass es nicht einfach ist, den Überblick zu behalten. Sieben von zehn Vereinen haben den Trainer gewechselt, nicht aber YB, wo der Unterschied zwischen Anspruch und Realität wohl am grössten ist. Zumindest in der Super League.
Am notorisch nervösen Fussballstandort Bern mussten seit Juli der Verwaltungsratspräsident Benno Oertig gehen und der CEO Ilja Kaenzig und der Finanzchef Daniel Seiler, doch um den Trainer ist es trotz Turbulenzen überraschend still geblieben. Im Verein. In den Medien. Im Umfeld. Unter den Fans. «Vielleicht ist das so», sagt Martin Rueda zurückhaltend, «weil wir im Trainerstab gut arbeiten und man uns nicht viel vorwerfen kann.»
Seit bald sechs Monaten ist Martin Rueda als YB-Trainer angestellt. Er ist ein freundlicher, umgänglicher Mensch, ein guter Kerl, über den niemand schlecht spricht. Doch es gibt Stimmen, die sagen, der eher leise Rueda sei möglicherweise zu nett, um sich und seine Vorstellungen im Haifischbecken YB durchzusetzen. «Natürlich ist Unruhe für einen Trainer immer unangenehm», sagt er. «Und natürlich bin ich nicht zufrieden mit unserer Leistungen in der Liga.» Aber er fühle sich im Team und im Verein stark akzeptiert. «Und ich spüre den Rückhalt der Klubführung.»
Nach intensiven, aufwühlenden Wochen und einer wilden sportlichen Achterbahnfahrt dürfte sich Martin Rueda auf die Winterpause freuen. Vorher stehen die Young Boys aber (mal wieder) vor einer Woche der Wahrheit. Sie spielen morgen im Heimspiel gegen Sion um einen versöhnlichen Abschluss einer verpatzten Halbserie in der Super League. Sie möchten am Donnerstag im Stade de Suisse gegen Anschi ihren prächtigen kontinentalen Höhenflug mit dem Weiterkommen in die Sechzehntelfinals krönen. Und sie müssen am Sonntag in einer Woche den Cupachtelfinal beim FC Wil (Challenge League) gewinnen.
Es geht, auch wenn das keiner so drastisch formuliert, in diesen drei Partien in drei Bewerben auch um die Zukunft von Martin Rueda. Insbesondere ein Ausscheiden im nationalen Pokal, wo YB ja bloss drei Siege vom Endspiel entfernt ist, würde die Lage für den Trainer massiv verschärfen. «Jobangst ist nie schön», sagt Rueda. «Aber es ist nicht so, dass ich ständig daran denken würde, bei einer Niederlage entlassen werden zu können.»
Rueda schützt seine Spieler
Der Trainer wirkt kämpferisch, er sagt, er sei überzeugt, dass es gut komme mit YB – und mit ihm. «Ich bin zuversichtlich, dass wir im nächsten Jahr konstanter und besser sein werden», sagt Rueda. Er macht sich selbstredend viele Gedanken, analysiert sachlich und ruhig, nimmt seine Spieler in Schutz («Es ist nicht einfach, drei Tage nach einem Spiel in Liverpool in Lausanne zu spielen.»), kritisiert sie aber auch («Jeder Spieler muss torgefährlicher werden und mehr den Abschluss suchen.») – und hinterlässt insgesamt zwar einen grüblerischen, aber nicht verzweifelten Eindruck.
«Es gibt viele Dinge, die wir besser machen müssen», sagt Rueda. «Aber wir hatten teilweise auch Pech mit Schiedsrichterentscheidungen, die uns einige Punkte kosteten.» Das sei keine Ausrede, sondern bloss ein Fakt, den man bei aller Emotionalität des Geschäfts auch in die Beurteilung einfliessen lassen müsse. Die vielen Trainerentlassungen in der Super League bezeichnet Rueda als «Wahnsinn». Aber man müsse das wohl leider akzeptieren. «Wir Trainer sind manchmal sehr einsam und abhängig von anderen.» Rueda stellt sich öffentlich fast immer schützend vor seine Akteure, selbst wenn diese weit hinter den Erwartungen zurückbleiben oder wie der unbeherrschte Stürmer Raúl Bobadilla mit Platzverweisen dem Team schaden. «Bobadilla hat sich entschuldigt», sagt Rueda. «Und ich bin sicher, dass er seinen Gegenspieler in Lausanne nicht treffen wollte.» Wenn Rueda erklärt, ein derart begabter Spieler wie Moreno Costanzo müsse nun «den nächsten Schritt realisieren», ist das für seine Verhältnisse bereits eine harsche Einzelkritik. Aber der Coach erklärt sofort, er sei absolut überzeugt von Costanzo. «Wir besitzen viel Potenzial.»
Veränderungen im Winter
Intern hatte Martin Rueda aber bereits im August moniert, das Team sei schlecht zusammengestellt. Was ja auch stimmt. Jetzt, Ende November, sagt Rueda: «Als ich bei YB unterschrieb, wusste ich ja, dass wir vor der Saison keine Transfers machen können.» Das tönt nett. Wie auch die Aussage, er freue sich sehr auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Sportchef Fredy Bickel. «Wir werden die personelle Situation genau analysieren und die Mannschaft in der Winterpause bestimmt verstärken», sagt Rueda. «Doch jetzt konzentriere ich mich auf die kommende Woche und unsere drei wichtigen Spiele gegen Sion, Anschi und Wil.»
Martin Rueda kämpft. Um seinen Job. Um YB. Um eine bessere Zukunft. Er sagt: «Ich habe es noch keine Sekunde bereut, hier zu sein. Die Arbeit in Bern macht mir viel Spass.» http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/22612213
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 3. Dezember 2012, 20:51 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
03.12.2012  Zitat: YB und die Winnertypen
YB möchte wie der FC Basel sein. Nicht nur reich, sondern auch erfolgreich. Nichts liessen die Berner unversucht in den letzten Jahren. Sie engagierten den früheren FCB-Meistermacher Christian Gross, der mehr silberne Pokale als blaue Briefe erhalten hat. Sie verpflichteten Ilja Kaenzig, der in zwei Bundesligaklubs in der Teppichetage gearbeitet hat. Und ins Direktorenamt hievten sie Hansruedi Hasler, der keinen Schweizer-Meister-, aber einen Ehrendoktortitel besitzt.
Doch im Wahn, bloss die Allerbesten zu beschäftigen, übersah YB, dass der FCB die Taktik längst geändert und in versteckten Teichen zu fischen begonnen hatte. Als Trainer rekrutierte Basel 2009 einen Deutschen, der mit einem früheren Team im Abstiegskampf einen Kochkurs besucht hatte (Thorsten Fink). Nachfolger wurde ein Landsmann Finks, von dem lange nur bekannt war, dass er Rätselspiele mag (Heiko Vogel). Und zum Sportchef avancierte ein einstiger Journalist (Georg Heitz). Mit Koch, Quiz-König und Schreiberling gewann Basel fünf Titel; YB aber ging leer aus mit Meistermacher, Bundesliga-Manager und Dr. h. c.
Eigentlich hätte es YB aus eigener Erfahrung besser wissen müssen: Antizyklisches Verhalten lohnt sich. Das Fundament für gelegentlichen YB-Spassfussball vor 2010 war unter einem fussballfremden CEO gelegt worden, der einst Elektrotechniker gelernt hatte und Skiakrobat gewesen war (Stefan Niedermaier). An der Seitenlinie stand ein Mann, der zuvor nie Profitrainer gewesen war und primär als Sozialarbeiter gearbeitet hatte (Vladimir Petkovic).
Doch Obacht, liebe YB-Gegner: Zuletzt ist klammheimlich die alte Strategie nach Bern zurückgekehrt. YB möchte erfolgreich sein, beschäftigt aber einen Trainer ohne Winnermentalität – denn vor dem Wechsel zu YB hatte Martin Rueda von 56 Spielen in der höchsten Liga nur 13 gewonnen. Fredy Bickel fügt sich in dieses Bild: Bevor ihn YB am Mittwoch als Sportchef vorstellte, hatte Bickels bisheriger Arbeitgeber Zürich in den letzten 51 Super-League-Spielen nur 15-mal gesiegt.
YB meint, den besten Sportchef geködert zu haben – der aber näher besehen kaum mehr weiss, was gewinnen heisst. Diesmal muss es gut kommen bei den Young Boys. Denn sie handeln wieder antizyklisch, ob bewusst oder nicht. http://www.nzz.ch/aktuell/sport/uebersi ... 1.17865128
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Dienstag 4. Dezember 2012, 11:32 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
04.12.2012  Zitat: YB: Mittelmass und ein Phänomen
rotz zuletzt zwei Heimsiegen und viel Substanz blickt YB auf eine enttäuschende Vorrunde zurück. Zahlreiche Akteure besitzen Steigerungspotenzial.
Gefangen im Mittelmass! 6 Siege, 6 Remis, 6 Niederlagen – das ist die ungenügende Super-League-Winterpausenbilanz für das teuerste YB-Team der Vereinsgeschichte. Die Heimsiege letzte Woche gegen Luzern (2:1) und Sion (3:1) verhinderten eine noch miesere Rangierung als Platz 5.
Gefangen im Mittelmass? Gemessen am stark besetzen Team, muss es für YB im Frühling nach oben gehen – nach einigen personellen Veränderungen. Das Torverhältnis der Young Boys (28:21) ist besser als jenes von Leader GC (23:17), der 13 Punkte enteilt ist. Zudem verlor YB einige Zähler wegen falscher Schiedsrichterentscheidungen. Insgesamt aber fehlte es den Spielern meistens an Konstanz, die Zusatzbelastung in der Europa League raubte Energie und Motivation. Bei keinem war das besser zu beobachten als beim undisziplinierten Torjäger Raúl Bobadilla.
Im YB-Kader jedenfalls steckt – für Schweizer Verhältnisse – sehr viel Substanz und jede Menge Steigerungspotenzial. Das gilt für die vielversprechenden Talente wie Alexander Gonzalez, Josef Martinez, Michael Frey und Marco Bürki. Vor allem aber gilt es für arrivierte Kräfte wie Bobadilla, Alexander Farnerud und Gonzalo Zarate, die zu den besten Individualisten der Liga gehören.
Nef auf hohem Niveau
Einzig Abwehrchef Alain Nef sowie der seit Wochen verletzte Christoph Spycher, der gestern am Knie operiert wurde und lange ausfallen wird, agierten in der Vorrunde regelmässig auf hohem Niveau. Torhüter Marco Wölfli steigerte sich zuletzt deutlich, auch andere wie Elsad Zverotic überzeugten in den letzten Wochen. «Ich bin sicher, dass wir in der Rückrunde stabiler und besser spielen werden», sagt YB-Trainer Martin Rueda deshalb.
Ein unschönes Phänomen aber ist YB treu geblieben. Oft nämlich werden Akteure mit hohen Erwartungen verpflichtet, die dann in Bern auf dem Abstellgleis landen oder lange benötigen, um sich zu etablieren. «Hier ist halt vieles grösser», sagt Raphael Nuzzolo, «das ist zu Beginn nicht einfach für einen Spieler.» Nuzzolo selber war bei Xamax bis Sommer 2011 Leistungsträger, Captain und offensivstarker Mittelfeldspieler, bei YB aber tat er sich letzte Saison meistens schwer.
In den letzten Wochen nun brillierte Nuzzolo wie am Sonntag gegen Sion mehrmals. Er scheint endlich angekommen zu sein. Moreno Costanzo ist sogar schon zweieinhalb Jahre in Bern, er gilt seit langem als grosse Spielmacherbegabung und sollte eigentlich mehr als sieben Länderspiele bestritten haben. Aber der frühere St.Galler hat den Durchbruch bei YB noch nicht geschafft, er verlor zuletzt das Duell um den Stammplatz gegen Christian Schneuwly. Dieser agierte kampfstark, blieb aber zu oft ohne Einfluss und konnte nicht an seine starken Skorerwerte der letzten Saison in Thun anknüpfen.
Das Beispiel Vitkieviez
Könige im Aufbau bei Xamax, St.Gallen, Thun und Servette, zu oft nur Mitläufer bei YB – während Nuzzolo, Schneuwly und Costanzo immerhin regelmässig eingesetzt werden, verliefen die letzten Monate für den Reservisten Matias Vitkieviez bitter. Dabei hatte das Jahr 2012 – nach starker Vorrunde mit Servette im Herbst 2011 – brillant für ihn begonnen. Anfang Februar erzielte er in seinem ersten Pflichtspiel für YB gleich zwei frühe Tore gegen Servette (3:1), Ende Februar kam er im Stade de Suisse zu einem Kurzeinsatz für die Schweiz gegen Argentinien und Lionel Messi (1:3). In den zehn Monaten seither hat Vitkieviez nur noch zwei Treffer in der Super League geschossen, diese Saison noch keinen. Und das Nationalteam ist für ihn in weite Ferne gerückt. 2013 kann es für Vitkieviez nur besser werden – und das gilt in der Super League auch für YB. posting.php?mode=reply&f=1&t=2980
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 10. Dezember 2012, 14:42 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
10.12.2012  Zitat: YB setzt auf Trainingsfeld in Bolligen
Der BSC YB möchte eine Million Franken in den Bau eines Fussballfeldes in Bolligen investieren. In der Stadt Bern gibt es keine Möglichkeit dafür.
In Insiderkreisen spricht man von einem «Wanderzirkus»: Fürs Training pendeln die Profis des BSC YB zur Zeit zwischen dem Leichtathletikstadion, dem Neufeld und der Bodenweid hin und her. «Wir brauchen endlich eine Lösung für die erste Mannschaft», sagt der technische Direktor Hansueli Hasler auf Anfrage. In der Stadt Bern gibt es kaum eine Möglichkeit dafür, da es an Fussballfeldern mangelt.
YB hat sich daher in der Region umgeschaut und im letzten Jahr ein Terrain im Grenzgebiet von Ostermundigen und Bolligen ins Auge gefasst. Das Grundstück für die zwei Felder auf Ostermundiger Boden müsste zuerst aber noch umgezont werden. Das Feld in Bolligen hingegen könnte rascher realisiert werden. Es liegt derart nahe beim Stade de Suisse, dass auf den Bau eines Garderobegebäudes verzichtet werden kann. Hasler schätzt die Kosten für den Bau eines Naturrasenfeldes samt Licht und Fangnetzen auf eine Million Franken.
Baurechtszins als Knackpunkt
Grundeigentümer des Terrains und der Plätze des benachbarten Tennisclubs ist der Kanton. Laut dem Bolliger Gemeindepräsidenten Rudolf Burger (parteilos) verlangt dieser für den Tennisclub einen ansehnlichen Baurechtszins. Die Gemeinde hoffe trotzdem auf eine Einigung zwischen YB und dem Kanton. «YB würde sich eventuell auch für einen Kunstrasen auf dem bestehenden Fussballplatz engagieren», sagt Burger. Hasler bestätigt, dass YB das Gespräch über den Baurechtszins und über mögliche Altlasten im Boden suchen will.
Bei der Stadt Bern weist man darauf hin, dass sich das Problem verschärft habe, als im Stade de Suisse der Kunstrasen entfernt worden sei. «Bei den Fussballfeldern haben wir eine grosse Unterkapazität», sagt Christian Bigler vom Sportamt. Von diesem Mangel seien alle Fussballvereine in der Stadt betroffen. http://www.derbund.ch/bern/stadt/YB-set ... y/14911823
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 10. Dezember 2012, 14:44 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
10.12.2012  Zitat: Young Boys scheitern im Achtelfinal
Wieder das andere Gesicht
Im Gegensatz zum FC Basel und zum GC, die sich gegen die Unterklassigen aus Locarno und Schaffhausen knapp durchgesetzt haben, sind die Berner Young Boys beim Challenge-League-Klub Wil in der Verlängerung ausgeschieden.
Martin Rueda überlegt lange. Die Lippen zucken, er will etwas sagen. Dann schweigt der YB-Trainer wieder. Schliesslich äussert er sich: «Ich werde mit dem neuen Sportchef Fredy Bickel eine Analyse vornehmen. Dabei müssen auch Personalien angesprochen werden.» Die Frage zur Antwort lautete, ob es Spieler gebe, mit denen er sich eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr vorstellen könne.
Das Ausscheiden im Cup gegen den FC Wil nagt schwer an Rueda. Man sieht und spürt es. Es ist ein weiterer Rückschlag nach dem guten Spiel vom Donnerstag in der Europa League gegen Anschi Machatschkala. Auch die Spieler ringen nach Worten. «Eine Riesen-Enttäuschung» (Marco Wölfli), «sehr bitter, unerklärlich» (Christian Schneuwly), «etwas vom Schlimmsten, was ich bisher erlebt habe» (Mario Raimondi), lauten die knappen Aussagen.
Nach 27 Minuten stand es bereits 3:0 für den Dritten der Challenge League. Mit dem ersten Schuss traf Otele Mouangue bereits in der 2. Minute, mit dem zweiten Ivan Audino und mit dem dritten Claudio Holenstein. Vorausgegangen waren dem 1:0 ein leichtfertiger Ballverlust Alexander Farneruds im Mittelfeld und dem 2:0 ein gleicher Schnitzer Moreno Costanzos als hinterster Spieler. «Die Leistung in der ersten Halbzeit war katastrophal und wie ein Schock. Solche Fehler dürfen einfach nicht passieren», kritisierte Rueda mit säuerlicher Miene.
Da waren sie wieder, die Aussetzer, die den guten Eindruck aus dem letzten Spiel vergessen und die Beobachter ratlos machen. Konstanz ist nicht das Markenzeichen der Berner in dieser Saison. Wie zum Beweis holten sie zwischen der 64. und der 94. Minute den Rückstand auf. Christian Schneuwly, der beste YB-Spieler, war an jedem Treffer beteiligt. In der Verlängerung hätte die Zwischenbilanz vor der Winterpause noch gerettet werden können. Aber ein doppelter Fehler Mario Raimondis in der 114. Minute besiegelte das Aus im St. Galler Schneetreiben. Der Wiler Einwechselspieler Nikola Bozic zog Nutzen daraus und freute sich über das «wichtigste Tor meiner Karriere». Der engagiert kämpfende FC Wil nutzte die YB-Fehler kaltblütig aus.
So stehen die Berner in der Meisterschaft mit 24 Punkten aus 18 Spielen im 5. Rang und sind in Cup und Europa League ausgeschieden. In der letzten Saison hatten sie zum selben Zeitpunkt mit dem Coach Christian Gross 3 Punkte mehr. Im Cup waren sie ebenfalls im Achtelfinal gegen einen Challenge-League-Klub (Winterthur) ausgeschieden. In der Europa League gewannen die Young Boys hingegen dieses Jahr in einer starken Gruppe 10 Punkte, während sie letztes Jahr nicht einmal die Gruppenphase erreicht hatten.
Rueda glaubt unvermindert, dass sein Team in der Meisterschaft trotz erheblichem Punkterückstand «nicht weit weg von der Spitzengruppe» sei. Es wäre ein verspätetes Weihnachtsgeschenk, sollte er 2013 recht bekommen. http://www.nzz.ch/aktuell/sport/fussbal ... 1.17880474
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Dienstag 11. Dezember 2012, 10:25 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
11.12.2012  Zitat: YB auf der Suche nach Konstanz und Identität
Nach vielen einschneidenden Personal- und Paradigmenwechseln fehlt YB Kontinuität und ein Gesicht. Die Cupniederlage in Wil zum Abschluss des Jahres ist ein Beispiel dafür.
Für einen Psychologen wären die Young Boys ein ausgesprochen interessantes Studienobjekt. Ansetzen könnte der Therapeut beim letzten YB-Auftritt des Jahres. Wenige Tage nach der starken Leistung in der Europa League beim 3:1 gegen Anschi lag YB am Sonntag, im Cupachtelfinal gegen Wil, nach 27 Spielminuten 0:3 zurück. Im einzigen Wettbewerb, in dem die Mannschaft nach ungenügenden Leistungen in der Meisterschaft und dem knappen Aus in der Europa League noch über Perspektiven verfügte, zeigte sie sich überheblich und nachlässig. Nicht einmal die Aufholjagd zum 3:3, mit der YB die Verlängerung erzwang und das Momentum auf seine Seite holte, verhinderte das peinliche Ausscheiden. Und so herrscht im Stade de Suisse nun, kurz vor Weihnachten, wieder einmal helle Aufregung.
Treten an Ort
Vor einem Jahr schon brodelte es im Wankdorf: Die teure Mannschaft unter dem teuren Startrainer Christian Gross hatte die Vorrunde mit bloss 27 Punkten auf Rang 4 beendet. Der Rückstand auf den Leader betrug 11 Punkte, und im Cupachtelfinal war YB nach Penaltyschiessen am FC Winterthur aus der Challenge League gescheitert. Gross war gewaltig unter Druck, ein Teil der Spieler, die meisten Fans, einige der lokalen Journalisten und viele Mitarbeiter im Stade de Suisse mochten den strengen Coach überhaupt nicht. Ein paar Monate hielt sich Gross danach dennoch im Amt. Als bei den Resultaten keine Besserung eintrat, musste der Coach den Klub ein paar Spiele vor Saisonende verlassen.
Nun, zwei Wochen vor Weihnachten 2012, brodelt es wieder im Wankdorf. Die teure Mannschaft unter dem verhältnismässig preiswerten Gross-Nachfolger Martin Rueda beendete die Vorrunde mit 24 Punkten auf Rang 5. Der Rückstand auf Leader GC beträgt diesmal gar 13 Punkte, und wieder blamierte sich YB bereits im Cupachtelfinal gegen eine Equipe aus der Challenge League. Die Young Boys treten also an Ort. Im Gegensatz zu Gross im Vorjahr ist Rueda allerdings viel weniger unter Druck. Für ihn sprechen die starken Vorstellungen in der Europa League, mit denen sich der Klub nach dem knappen Ausscheiden allerdings trotzdem nichts kaufen kann. Der freundliche Zürcher bietet jedoch allenthalben viel weniger Angriffsfläche als sein kantiger Vorgänger, von dem es hiess, er habe den Kellnern im Stadionrestaurant befohlen, jeweils das obligate kleine Stückchen Schokolade wegzulassen, wenn sie den Spielern Kaffee servierten. Rueda werde beim Trainingsstart die Arbeit als YB-Trainer wieder aufnehmen, versicherte Präsident Werner Müller am Sonntagabend nach dem Cupaus.
Die richtige Mischung fehlt
Nach der Winterpause und einigen Retuschen am Kader werde die Mannschaft dann endlich konstant ihr anderes, freundliches Gesicht zeigen, lautet die Hoffnung. Fragt sich nur, welches Gesicht das sein kann, schliesslich befindet sich YB seit Jahren, nach einigen heftigen Niederlagen in entscheidenden Spielen, nach vielen einschneidenden Personal- und Paradigmenwechseln, auf der Suche nach einer Identität. Welchen Platz YB im Schweizer Fussball einnehmen kann, ist bisher verborgen geblieben. Um zum Big Player zu avancieren, fehlte der Klubführung in der Vergangenheit nicht das Geld, aber die Geduld. Der Mannschaft wiederum fehlte und fehlt die richtige Mischung. Als aktuelles Beispiel dient die Situation bei den Mittelstürmern, wo Rueda als Alternative zum millionenteuren Argentinier Raul Bobadilla bloss der 18-jährige Michael Frey zur Verfügung steht. Nicht viel anders sah es in Wil in der Innenverteidigung aus, wo der 19-jährige Marco Bürki für die gesperrten respektive verletzten Juhani Ojala und Dusan Veskovac einspringen musste.
Die Winterpause bietet die Möglichkeit zur Korrektur. Sämtliche Anpassungen, die der neue Sportchef Fredy Bickel zusammen mit Trainer Rueda vornehmen wird, geschehen im Hinblick auf die kommende Saison, denn für YB gibt es in der aktuellen Spielzeit kaum noch etwas zu gewinnen. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/18611742
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 25 Gäste |
| |
|
|
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.
|
|
 |