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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Dienstag 30. November 2010, 10:16 
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Berner Zeitung, 30.11.2010

Rechenschieber und Transfergerüchte bei YB

Bei einem Heimsieg am Mittwoch gegen Stuttgart qualifiziert sich YB möglicherweise schon für die Sechzehntelfinals der Europa League.

YB tanzt Ende November immer noch relativ aussichtsreich auf drei Wettbewerben, und das ist nach dieser wechselhaften, hektischen, wilden Vorrunde eine gute Nachricht. «Es ist immer noch ein Auf und Ab», sagt Ilja Kaenzig. Aber der YB-Chef findet: «Ich gewinne lieber nach weniger guter Leistung wie zuletzt gegen Sion, als dass wir brillieren, aber verlieren, wie bei der 0:2-Niederlage in Luzern.»

Und am Mittwoch bietet sich dem Berner Verein im Heimspiel gegen Stuttgart ja die Gelegenheit, sich bereits für die Sechzehntelfinals der Europa League im nächsten Februar zu qualifizieren. Bei einem YB-Erfolg gegen den kriselnden Bundesligisten, der mit vier Siegen bereits in der nächsten Runde steht, würde ein Unentschieden zwischen Odense und Getafe am Mittwoch für die vorzeitige Qualifikation sorgen.

Im Duell mit Odense schlechter

Interessant wird es bei Punktgleichheit zweier oder sogar dreier Teams, denn dann entscheidet laut Modus zuerst die höhere Punktzahl aus den Direktbegegnungen der betroffenen Teams – und danach die bessere Tordifferenz und danach die grössere Anzahl Auswärtstore aus diesen Duellen. Konkret bedeutet das für die Young Boys, dass sie bei Punktgleichheit mit Odense (4:2, 0:2) ausscheiden würden.

Es sind also auch gewisse Rechenkünste gefragt, wenn die Young Boys die zwei letzten Europa-League-Partien gegen Stuttgart sowie bei Getafe (am 16.Dezember) bestreiten. Würde YB gegen Stuttgart (das am Mittwoch vermutlich zahlreiche Stammkräfte schonen wird) siegen und das favorisierte Getafe gleichzeitig in Odense gewinnen, würde YB eine Niederlage mit einem Tor Unterschied in Spanien im letzten Gruppenspiel reichen – und sogar eine Niederlage mit zwei Toren Unterschied, wenn die Berner dabei einen Treffer erzielen. «Unsere Ausgangslage ist gut. Und es ist immer ein grosser Erfolg für ein Schweizer Team, wenn es im Europacup überwintern kann», sagt Kaenzig.

Viele Ideen, vieles ist offen

Seit bald vier Monaten arbeitet Ilja Kaenzig nun bei YB, er und seine Crew haben viele Ideen und Konzepte, noch aber ist vieles nicht konkret, noch wissen auch viele Mitarbeiter nicht so genau, in welche Richtung es gehen soll. «Wir arbeiten unter Hochdruck», sagt Kaenzig, «und wenn es sportlich gut läuft, ist es natürlich einfacher, die Zukunft zu planen.» Er ist froh über die Siege zuletzt und bekräftigt, an Trainer Vladimir Petkovic in jedem Fall festhalten zu wollen: «Wir sind jetzt gemeinsam durch diesen Sturm gegangen. Und wir werden auch den weiteren Weg gemeinsam gehen.» Zuletzt wurde der im Moment arbeitslose Erfolgstrainer Christian Gross, vor wenigen Wochen in Stuttgart entlassen, mehrmals mit YB in Verbindung gebracht.

Ilja Kaenzig lebt derzeit immer noch im Hotel, er hat noch kein Haus für seine Familie mit zwei Kindern gefunden. Kaenzig sucht aber derzeit intensiver mögliche Verstärkungen für die Young Boys als eine Unterkunft, wie er lachend erklärt. In erster Linie soll in der Winterpause ein Stürmer zu den Bernern stossen, wobei Kaenzig erklärt: «95 Prozent der Angreifer, die im Internet als mögliche YB-Spieler gehandelt werden, sind eine Beleidigung für unsere Arbeit.»

Wohl auch Abgänge im Winter

Der neue YB-Torjäger soll über grosse Qualitäten verfügen und dürfte deshalb kaum preiswert sein. «Auf dem Zettel mit noch sehr vielen Namen», wie Kaenzig sagt, stehen routinierte Kräfte wie der 32-jährige Holländer Danny Koevermans, der beim PSV Eindhoven kaum mehr eingesetzt wird, und Talente wie der 18-jährige Schweizer Nassim Ben Khalifa, der möglicherweise von Wolfsburg ausgeliehen wird, um Spielpraxis zu erhalten. Zudem könnte ein zentraler Mittelfeldspieler auf der Einkaufsliste der Young Boys stehen. «Es ist alles auch eine Frage der Finanzen», sagt Ilja Kaenzig, der zudem festgestellt hat, dass YB «neben Marco Wölfli und Christoph Spycher noch ein absoluter Führungsspieler gut anstehen würde.»

Auf der anderen Seite, das verhehlt Kaenzig nicht, könnten im Winter auch Spieler die Young Boys verlassen – vor allem solche, die mit ihrem Reservistendasein nicht einverstanden sind. «Aber wir haben nichts zu verschenken», sagt Kaenzig. Und: «Wir werden auch keine Akteure mehr ausleihen.» Vieles ist im Personalmanagement ebenfalls abhängig von den kommenden Wochen. Geht der Tanz auf drei Wettbewerben 2011 weiter, dürfte YB bereit sein, kräftiger zu investieren.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Rechenschieber-und-Transfergeruechte-bei-YB/story/30134800

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Samstag 4. Dezember 2010, 11:05 
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Berner Zeitung, 03.12.2010

YB und die Heimstärke im Europacup

Dass YB im nächsten Frühling weiter im Europacup mitspielen darf, ist den vielen Toren auf Berner Kunstrasen zu verdanken.

Wahrscheinlich würde man jetzt von der «Mutter aller Veryoungboysen» schreiben, wenn YB gegen ein ziemlich lustloses und stark ersatzgeschwächtes Stuttgart am Mittwochabend trotz klarer Überlegenheit verloren hätte. YB aber realisierte im beeindruckenden Endspurt im eiskalten, verschneiten Stade de Suisse das gelb-schwarze Wintermärchen – und dazu passte der Last-Minute-Ausgleich Odenses gegen Getafe, der das Berner Überwintern in der Europa League bereits vorzeitig ermöglichte. «Das ist sensationell und der Lohn für die gute Arbeit der Trainer und der Spieler», sagt Sportchef Alain Baumann. Die Stimmung beim Essen im VIP-Bereich nach der Partie am Mittwoch sei gut, aber nicht ausgelassen gewesen, sagt Medienchef Albert Staudenmann: «Die Freude ist gross, aber das Team konzentriert sich auf das wichtige Spiel am Samstag in Basel.»

15 Tore in 5 Heimspielen

Morgen tritt YB zum Spitzenkampf im St.-Jakob-Park an. In der Super League haben die Young Boys in 16 Partien erst 22 Tore erzielt, vor einem Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 40 Treffer. Im Europacup aber läuft die Torproduktion der Berner in dieser Spielzeit auf Hochtouren – zumindest auf dem für den Gegner ungewohnten Kunstrasen. In fünf meistens spektakulären, teilweise hochklassigen Heimspielen gegen Fenerbahçe Istanbul (2:2) und Tottenham (3:2) in der Champions-League-Qualifikation sowie gegen Getafe (2:0), Odense und Stuttgart (je 4:2) in der Europa League erzielte YB 15 Tore. In den vier Begegnungen im Ausland trafen die Berner dagegen bloss einmal – doch der Treffer Henri Bienvenus in Istanbul Anfang August zum 1:0-Auswärtserfolg bei Fenerbahçe legte die Basis für den Höhenflug im Europacup. «Das ist ein grosser Moment für YB», sagte Stefan Niedermaier damals feierlich.

Wenige Tage später wurde der YB-CEO durch Ilja Kaenzig ersetzt, und die latente Unruhe, die den Verein seither begleitet, kann nur durch sportlichen Erfolg verdrängt werden. «Im Europacup rufen die Spieler ihre Möglichkeiten regelmässig ab», sagt Kaenzig, «und ich denke, man sieht, was für uns auch in der Super League möglich wäre.»

Doumbia und Degen stark

In Istanbul war Bienvenu der YB-Held gewesen, am Mittwoch schlüpfte gegen Stuttgart mit Doppeltorschütze Emmanuel Mayuka ein anderer Afrikaner in diese Rolle. Beide sind (bis jetzt) nicht als ausgeprägte Torjäger aufgefallen, besitzen aber ausreichend Talent, um den abgewanderten Ausnahmestürmer Seydou Doumbia im Verbund und bei entsprechender Entwicklung einigermassen zu ersetzen. Dennoch sucht YB einen starken Angreifer, um 2011 in drei Wettbewerben erfolgreich zu sein.

Seydou Doumbia, derzeit leicht verletzt, hat in der Europa League übrigens für ZSKA Moskau bereits wieder alle 37 Minuten (!) ein Tor erzielt und ist wie David Degen von den Young Boys (trifft im Schnitt alle 73 Minuten) mit bisher vier Treffern in der Spitzengruppe der Torschützenliste. Das gigantische Datenmaterial der Uefa verrät interessante Details. So hat YB-Mittelfeldchef Christoph Spycher, der sich furchtlos in viele Zweikämpfe wirft, bis zu den Partien gestern am meisten Fouls aller Akteure begangen (15) – zusammen mit Witali Rodionow von BATE Borisow. Die Weissrussen übrigens sind derzeit einer der möglichen YB-Gegner in den Sechzehntelfinals – dort treffen die Berner auf einen der zwölf Gruppensieger oder auf einen der vier besten Dritten der Champions League.

Renommierter Gegner lockt

Stuttgart als Gruppengegner sowie Basel als Schweizer Vertreter sind für YB als nächste Kontrahenten nicht möglich. Es locken attraktive Teams wie Manchester City, Liverpool oder Sporting Lissabon – oder ein Wiedersehen mit Doumbia. «Es freut mich für die Spieler, dürfen sie zwei weitere Partien gegen einen starken Gegner bestreiten», sagt Trainer Vladimir Petkovic. Renommierte Vereine wie Juventus Turin (in der Europa League) und Werder Bremen (in der Champions League) sind bereits aus dem Europacup ausgeschieden, während YB jetzt dem 17.Dezember und der nächsten Auslosung entgegenfiebert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Samstag 4. Dezember 2010, 12:57 
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NZZ, 04.12.2010

Wintermärchen und Titelträume

Der neue CEO Ilja Kaenzig will aus den Young Boys Gewinner basteln

Sind die Young Boys Gewinner oder Verlierer? Im Europacup haben die Berner heuer Siegermentalität bewiesen, national haftet ihnen hingegen der Ruf des ewigen Zweiten an. Dieses Image könnten sie heute in Basel (16.45 Uhr, live SF 2) korrigieren.

Bern war verschneit wie eine lappländische Schneelandschaft. Und YB wähnte sich in einem Wintermärchen. Die Fussballer waren am Mittwoch gegen Stuttgart 1:2 zurückgelegen, gewannen das Europa-League-Spiel aber 4:2 und sind erstmals seit 1987/88 auch in der zweiten Saisonhälfte international dabei. Seit August bezwang YB auf heimischem Kunstrasen drei Klubs aus grossen Ligen: Tottenham, Getafe, Stuttgart. Die Berner bewiesen oft, was ihnen ebenso oft abgesprochen wird: Siegermentalität.

Sind die Young Boys Gewinner oder Verlierer? In Bern weiss das niemand so recht. Zur selben Art von Fragen zählt: War die letzte Saison ein Erfolg oder Misserfolg? YB überwinterte als klarer Leader. Und ward schliesslich Zweiter. Wie 2008 und 2009. Wie im Cup 2009. Nur Zweiter? Oder: Immerhin Zweiter?

Anzeige:«Solche Typen holen»

Ilja Kaenzig sagt: «Wenn die letzte Saison als Erfolg kategorisiert wird, heisst das, dass wir noch viel unternehmen müssen, um mit Basel und Zürich auf gleicher Höhe zu sein.» Die Botschaft des im August vom «Blick»-Sportchef zum YB-CEO beförderten Kaenzig ist klar: Nur wenn die Young Boys die vergangene Saison als Misserfolg bezeichnen, dürfen sie den Anspruch stellen, ein Spitzenklub zu sein. YB, am Samstag in Basel zu Gast, haftet der Ruf des ewigen Zweiten an. Kaenzig sagt: «Wer Meister werden will, braucht eine perfekte Leistung. Basel arbeitet sehr hart, Zürich ebenso. Beim allerletzten Schritt, bei den letzten 0,5 Prozent, muss alles stimmen.»

Wenn Kaenzig spricht, könnte man meinen, 0,5 Prozent seien eine Weltreise.

Er spricht von fehlenden Leaderfiguren, denn es brauche mehr Spieler, die eine Gruppe auch neben dem Platz im Griff hätten. Er tadelt Schönrednerei, denn alte Probleme seien nicht gelöst, bloss weil eine neue Saison beginne. Er appelliert an den Willen zur Überwindung, denn es könne nicht sein, dass man gegen Xamax und Bellinzona verliere und gegen Thun Punkte abgebe. «Basel erledigt solche Jobs einfach», sagt Kaenzig. Wobei, mit Verlaub, der FCB jüngst daheim Thun unterlag.

Kaenzig verpackt harte Worte in freundliches Auftreten. Ihn ärgerte die Niederlage in der Europa League gegen Odense, er sagt: «Wenn ich diesen Gegner auf dem Silbertablett serviert bekomme, schnappe ich mir das.» In Bern ist nicht jeder dieser Meinung. Christoph Spycher etwa, ein Leitwolf des Teams, hatte nach der Niederlage gegen Odense in der «Berner Zeitung» beanstandet, dass vor einem solchen Spiel alle meinten, der Gegner sei schwach.

Sind die Young Boys Gewinner oder Verlierer? Kaenzig hat gelesen, wie Gilles Yapi, der frühere YB-Regisseur, von der «Winner-Mentalität» im FC Basel geschwärmt hat. «Also gibt es doch irgendwas, das uns unterscheidet», sagt Kaenzig und fügt an: «Winner-Mentalität kannst du nicht einimpfen, solche Typen musst du holen.»

Kaenzig will in Bern Gewinner basteln. Bis im Sommer 2011 soll das Team mit drei, vier Spielern verstärkt werden; zwei wertvolle Zuzüge werden allenfalls schon im Winter getätigt. YB träumt wohl von Coups à la Basel mit den Zuzügen der einheimischen Alphatiere Huggel, Streller, Frei. Schweizer Nationalspieler, die frühzeitig vor der Rente zur Rückkehr bereit sind, gibt es aber nicht en masse – schon gar nicht Berner Nationalspieler. YB vernachlässigte die Nachwuchsarbeit in den neunziger Jahren sträflich. Die Heimkehr Spychers 2010 war ein Glücksfall, weil er das Herz an YB verloren hat, obwohl er in jungen Jahren übersehen worden war.

Der Beizer ist weg

Kaenzig hat ambitionierte Pläne und scheut sich nicht, darüber zu reden. Er ist der Analytiker, der Mängel erkannt zu haben glaubt; und er versucht, sich vom entlassenen Vorgänger Stefan Niedermaier zu emanzipieren. Der Kunst- soll durch einen Naturrasen ersetzt werden; der in den letzten Jahren eng und enger gewordene Draht zwischen YB und dem Spieleragenten Beytrison dürfte gekappt werden; die vertraglich bis 2012 geregelte Zusammenarbeit mit einer Fussball-Akademie in Abidjan (Côte d'Ivoire) wird überprüft.

Niedermaier war der einheimische CEO, der sich gegen Widerstände durchboxte. Er wachte über das Stade de Suisse wie ein Grossbauer über den Hof, er umsorgte VIP, Sponsoren, Fans wie ein jovialer Beizer. Der Beizer ist nicht mehr da, ein Berner ebenso wenig. Im seit 2008 stets schrumpfenden Verwaltungsrat sitzen mit Benno Oertig und den Rihs-Brüdern per Ende Jahr nur noch Personen aus der Region Zürich.

Grossbauer-Gen

Auch Kaenzig gilt in Bern als Quereinsteiger. Doch er hat die Weltreise angetreten, die letzten 0,5 Prozent aus dem YB-Konstrukt zu pressen. Der 37-Jährige besitzt dank jahrelangem Fussball-Engagement (GC, Leverkusen, Hannover) viel Fachwissen, das aber in die Praxis umgesetzt sein will. Und er braucht ein Grossbauer-Gen, um mit bernischen Polit-Eigenheiten zurechtzukommen. Mit dem freiwilligen Abschied vom Kunstrasen gehen Trainingsmöglichkeiten verloren – doch die Bereitstellung zusätzlicher Fussballplätze ist in Bern seit Jahren ein Politikum.

YB ist wieder einmal auf der Suche. Nach Trainingsplätzen. Nach Titeln. Und nebenbei möchten die Berner herausfinden, was sie eigentlich sind, ihre Young Boys – Gewinner oder Verlierer.

http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/wintermaerchen_und_titeltraeume_1.8554959.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Samstag 4. Dezember 2010, 13:55 
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Berner Zeitung, 04.12.2010

«Alle sollen sich wohl fühlen»

Marcel Wirth arbeitet seit Juli beim BSC Young Boys als Fanverantwortlicher. Seit der 34-jähriger Berner denken kann, ist er YB-Fan. Für seinen Job ist es wichtig, keiner Fangruppe anzugehören.

«Als Fanverantwortlicher bin ich die Schnittstelle zwischen dem Klub und den Fans, aber ich arbeite eng mit den Sicherheitsleuten zusammen. Die Schweizer Fanarbeit ist noch jung, und ab dieser Saison soll jeder Fussballklub einen Fanverantwortlichen haben. YB hat den Job neu geschaffen und ich kann vieles bewirken. Einen Tag pro Woche verbringe ich am Match im Wankdorf oder auswärts. Vor dem Spiel drehe ich eine Runde ums Stadion, um Hallo zu sagen. Ich rechne nie mit Zwischenfällen, auch in Basel nicht. An die Auswärtsmatchs begleite ich zusammen mit Stewards die Fans im Extrazug. Bei Auseinandersetzungen werde ich manchmal laut, wenn einer nicht zur Vernunft kommt, doch das ist ein Bruchteil meiner Arbeit. Die Fanarbeit hat Grenzen: Ich bin kein Polizist, sondern versuche zu deeskalieren. Sachschäden nerven mich, weil Medien nur darüber berichten. Die anderen friedlichen 20 000 Fans werden nicht erwähnt. Ich kann nicht jeden an die Hand nehmen und nach Hause bringen. Alle sollen sich wohl fühlen, der 60-jährige Fan, der eine YB-Wurst essen und das Spiel schauen will, aber auch der Fan in der Kurve. Selten gehe ich ein Bier mit den Fans trinken, denn ich will mich nicht anbiedern. Einige sind mir gegenüber skeptisch, andere überraschen mit ihrer Offenheit. Wie viel Zeit, Geld und Leidenschaft sie in YB stecken, verdient Respekt. Doch für mich ist ein Fan aus der Kurve nicht ein besserer Fan als der Haupttribünenzuschauer. Fussball ist einfach der unbestrittene Sport Nummer eins und lässt niemanden kalt.»

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Samstag 4. Dezember 2010, 14:05 
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Der Bund, 03.12.2010

Keine Lust auf Russland-Reise

YB-Chef Ilja Kaenzig träumt von einem grossen Los in der Europa League.

Am Tag nach dem denkwürdigen Schneespiel auf dem seifigen Plastikboden des Stade de Suisse: Vor dem Fanshop des BSC Young Boys türmen sich auf zwei Metern Höhe die Schneemassen, die Frau Holle ein paar Stunden zuvor über dem neuen Wankdorf-Komplex ausgeschüttet hat. Drinnen im Stadion drehen die Helden des Vorabends in Joggingschuhen ein paar Runden auf dem Kunstrasen, der sich nun wieder in sattem Grün präsentiert. Die Ersatzspieler absolvieren derweil eine ordentliche Trainingseinheit. Trainer Vladimir Petkovic unterhält sich später angeregt mit Christoph Spycher und Marco Wölfli, die am Spielfeldrand ihre Muskeln dehnen. Die Diskussionen drehen sich um den aufwühlenden Match gegen den VfB Stuttgart. Es sei ein hoch emotionales Spiel gewesen für ihn und das Team, wird Petkovic später sagen. Thierry Doubai kann das nur bestätigen. Er sei derart aufgewühlt gewesen, dass er erst um 4.30 Uhr in der Früh etwas Schlaf gefunden habe, erzählt er. Wie seine Mannschaftskollegen gebraucht der ivorische Mittelfeldspieler das Wort historisch, wenn es darum geht, den Erfolg in der Europa League einzuordnen. Das ist im vorliegenden Fall keine Übertreibung, denn YB ist nach Basel erst die zweite Schweizer Mannschaft, die im zweitwichtigsten Klubwettbewerb des europäischen Fussballverbandes Uefa die Gruppenphase überstanden hat. Als Lohn winken am 17. und 24. Februar 2011 die Sechszehntelfinals. Als Gruppenzweiter bekommt es YB mit einem der 12 Gruppensieger der Europa League oder einem der 4 bestplatzierten Gruppendritten der Champions League zu tun. Die Palette der möglichen Gegner reichte gestern von attraktiven Klubs wie Liverpool, Manchester City und Leverkusen über die Fraktion der portugiesischen Vertreter Porto, Sporting Lissabon und Braga bis hin zu den wenig zugkräftigen russischen Equipen Zenit St. Petersburg und ZSKA Moskau.

«Manchester wäre ein Knaller»

Ilja Kaenzig, der Delegierte des Verwaltungsrates, macht keinen Hehl daraus, wo seine Präferenzen liegen. «Gegen Manchester City zu spielen, wäre ein Knaller», erklärt er. Eine Reise nach Moskau oder St. Petersburg hingegen würde ihn nicht glücklich machen. «Zenit und ZSKA sind beide sehr stark, bringen uns aber nicht die grosse Masse ins Stade de Suisse im Februar.» Da wegen ausstehender Spiele in der Champions League und der Europa League noch nicht alle Würfel gefallen sind, mag Kaenzig nicht zu viele Gedanken an mögliche Paarungen verschwenden. Viel lieber spricht er vom eindrücklichen Berner Schlussspurt gegen den VfB Stuttgart. Der starke Mann von YB bezeichnet die Schlussphase, als die Platzherren innert weniger Minuten drei Tore erzielten, überschwänglich als Sternstunde. Die Mannschaft habe Charakter gezeigt und die Herzen der Zuschauer zurückerobert.

Nicht weniger stolz und zufrieden war gestern Vladimir Petkovic. «Wir haben eine unglaubliche Leistung gezeigt.» Eine Scheibe vom Erfolgspuzzle schnitt er sich selber ab. Als Mitte der zweiten Halbzeit das Spiel kurz unterbrochen wurde, um die Linien vom Schnee freizuwischen, teilte Petkovic mehreren Spielern mit, dass Odense gegen Getafe in der Nachspielzeit ausgeglichen hatte. «Das war ein mentaler Kick.»

Verletztenliste wird immer länger

Die Schneeschlacht gegen Stuttgart forderte bei YB mehrere Opfer. Am ärgsten traf es Jemal, der sich in der Schlussphase im Adduktorenbereich verletzte. Ebenfalls lädiert sind Lulic (Oberschenkelprellung) und Sutter (Adduktoren). Bereits am letzten Sonntag erhielt Bienvenu einen Schlag (Wade). Wer von ihnen die Reise nach Basel mitmacht, entscheidet sich heute.

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Dienstag 7. Dezember 2010, 12:38 
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Berner Zeitung, 07.12.2010

YB: Viel Fachwissen

Young BoysDie Installierung Hansruedi Haslers verändert die Strukturen bei YB. CEO Ilja Kaenzig prüft weitere personelle Anpassungen.

Mit der Verpflichtung Hansruedi Haslers, der in der Fussballszene einen ausgezeichneten Ruf geniesst, ist Ilja Kaenzig nach für YB hektischen, unruhigen Monaten ein echter Coup gelungen. «Ich habe nur positive Reaktionen erhalten», sagt der YB-Chef am Montag. Und nach Haslers Installierung kann man den Young Boys gewiss nicht mehr vorwerfen, es fehle ihnen an Know-how im sportlichen Bereich – und Kaenzig befürchtet auch kein Kompetenzgerangel. «Die Positionen bei uns werden klar abgetrennt sein», sagt er.

Kaenzigs Lobeshymne

Und so wird Hansruedi Hasler als technischer Direktor die Linie und die Philosophie im Verein vorgeben und enorm vielschichtig konzeptionell und planerisch tätig sein. «Er ist mit seinen strategischen Fähigkeiten, seinem Wissen und seinen Kontakten der perfekte Mann, um YB in jeder Beziehung besser zu machen», schwärmt Kaenzig. Selbstverständlich werde Hasler auch rund um die erste Mannschaft Inputs geben und mitarbeiten, aber eben nicht in erster Linie beispielsweise im Transfergeschäft tätig sein. Bei den Spielerwechseln ist vor allem Kaenzig – zusammen mit der Scoutingabteilung um den Deutschen Ingo Winter und Stéphane Chapuisat sowie Sportchef Alain Baumann – weiter der starke Mann.

Keine Jobgarantien

Ein Anliegen ist Ilja Kaenzig, dass nicht ständig Personen bei YB öffentlich infrage gestellt werden. «Ich werde immer bei Änderungen gefragt, was das denn jetzt für den Trainer, den Sportchef oder den Nachwuchschef bedeute», sagt Kaenzig. «Und das nervt mich.» Es gebe keine Jobgarantien bei YB, aber wenn jemand gut arbeite, sei sein Posten auch nicht in Gefahr. Doch während sich Kaenzig zuletzt mehrmals hinter Trainer Vladimir Petkovic stellte, äussert er sich bezüglich Sportchef Alain Baumann und Nachwuchschef Stefan Freiburghaus zurückhaltender: «Es gibt keinen Grund, irgendetwas zu verändern. Aber, wie gesagt, keiner hat bei uns im Betrieb eine Jobgarantie. Und wir sind ständig bestrebt, die Strukturen weiter zu verbessern. In der Winterpause werden wir uns weitere Gedanken dazu machen.» Gerade im Juniorenbereich, wo YB in den letzten Jahren nicht immer erfolgreich war, dürfte Hasler jedenfalls eine wertvolle Hilfe darstellen.

Und im Verein freut man sich auf den Berner Fussballkenner. «Wir werden alle von Hasler sehr viel profitieren können», sagt Sportchef Alain Baumann, der die Ernennung Haslers nicht als Beschneidung seiner Kompetenzen sieht: «Ein derart erfahrener und erfolgreicher Fachmann kann YB nur weiterhelfen.»

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 8. Dezember 2010, 10:07 
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Der Bund, 08.12.2010

Der Mann, der YB-Spieler besser macht

In der Schweiz arbeiten nur etwa hundert Sportpsychologen. Der Berner Jörg Wetzel ist als einziger von ihnen vollberuflich im Spitzensport tätig – unter anderem beim BSC Young Boys und beim SC Bern.

Als Primarschüler wäre Jörg Wetzel am liebsten Bauer, Tierarzt oder Förster geworden. Stattdessen hat der Berner die Matura gemacht und anschliessend die Ausbildung zum Sportlehrer absolviert. «Nach 15 Jahren hat mich mein Job als Turnlehrer nicht mehr befriedigt. Ich suchte nach einer neuen Herausforderung und habe diese in der Sportpsychologie gefunden», sagt Wetzel.

Mittlerweile gilt der 42-Jährige als Koryphäe auf seinem Gebiet. Von den rund hundert Schweizer Sportpsychologen sind viele im gesundheitlichen Bereich oder in der Forschung tätig. Nur eine Handvoll arbeitet in der angewandten Sportpsychologie. Wetzel betreut als Einziger vollberuflich Spitzensportler. Er arbeitet in Bern mit den Fussballern von YB und dem Eishockeyclub SCB zusammen, ist Mentalcoach von Motorradrennfahrer Tom Lüthi und betreut Athleten im Auftrag von Swiss Olympic.

Teamarbeit braucht Erfahrung

«In der Schweiz steckt die Sportpsychologie noch in den Kinderschuhen», sagt Wetzel. In Amerika, wo auch College-Teams mental trainiert werden, sei deutlich mehr sportpsychologisches Know-how vorhanden. Dass mentales Training fester Bestandteil jeder Trainerausbildung sein sollte, gehe in der Schweiz oft vergessen.

Seine ersten Erfahrungen mit mentalem Training hat Wetzel als aktiver Sportler gemacht. Im militärischen Fünfkampf wurde er dank der Arbeit an seiner Psyche ein guter Schütze. Während seines Psychologiestudiums begann Wetzel, nebenher als Mentalcoach zu arbeiten. In den Seminarräumen der Uni Bern führte er erste Sitzungen mit Einzelsportlern durch. An den Mannschaftssport wagte sich der Sportpsychologe erst nach dem Studium. «Um mit einem Team arbeiten zu können, benötigt man viel Erfahrung», sagt Wetzel. Es sei nicht leicht, das Vertrauen von Mannschaft und Trainer zu gewinnen, um einen Teamgeist aufbauen zu können.

Von der Theorie zur Praxis

Vor zehn Jahren hat Wetzel in Bern eine Beratungspraxis für Sportpsychologie eröffnet, die einzige dieser Art in der Schweiz (www.joergwetzel.ch). Zusammen mit zwei Angestellten gibt er mentale Strategien für den Umgang mit Wettkampfsituationen weiter. «Meine Kunden kaufen nicht nur meine Methode, sondern auch meine Persönlichkeit», sagt Wetzel. Mit den Leuten, mit denen man tagsüber auf dem Gletscher trainiert, müsse man abends schliesslich auch ein Bier trinken. Eine offene Art gehört deshalb ebenso zu den Charaktereigenschaften eines erfolgreichen Sportpsychologen wie ein prägnantes Auftreten und Durchsetzungsvermögen.

Die grösste Herausforderung besteht für den Sportpsychologen darin, die psychologische Theorie in die Wettkampfpraxis umzusetzen. Wetzel betont, es gehe nicht um das Was, sondern vielmehr um das Wie: «Es nützt einem Athleten wenig, wenn ich das 4-Felder-Schema zitiere. Ich muss ihm ganz konkrete Strategien aufzeigen, um seinen Fokus zu optimieren.» Im Gegensatz zum Trainer bringt der Psychologe die nötige emotionale Distanz mit, um auch in Krisensituationen einen kühlen Kopf zu bewahren. «Doch wir Sportpsychologen sind nicht in erster Linie dazu da, um Athleten aus Krisen zu führen, sondern um erfolgreiche Sportler noch erfolgreicher zu machen», sagt Wetzel.

Zwar ist der Titel des Sportpsychologen von der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) geschützt, dennoch kann sich jeder Hobbypsychologe als Mentalcoach ausgeben. «Eine solide Ausbildung ist deshalb wichtig, um sich von selbst ernannten Mentaltrainern abzuheben», sagt Wetzel. Zum Berufsziel führen zwei Ausbildungswege: Entweder man erwirbt an der Universität oder an einer Hochschule das FSP-Zertifikat zum Fachpsychologen für Sportpsychologie oder man macht eine Ausbildung in angewandter Psychologie, die vom Schweizerischen Berufsverband für Angewandte Psychologie (SBAP) zertifiziert ist.

http://www.derbund.ch/bern/Der-Mann-der-YBSpieler-besser-macht/story/25775719

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 8. Dezember 2010, 20:01 
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Berner Zeitung, 08.12.2010

Matteo Tosetti unterschreibt bei YB bis Sommer 2015

Der 18-jährige Matteo Tosetti, im letzten Jahr mit der Schweizer U17-Auswahl in Nigeria Weltmeister geworden, hat bei YB einen Profivertrag bis Sommer 2015 unterschrieben.

Tosetti, aufgewachsen in Losone, war im Sommer vom Team Ticino zu den Young Boys gekommen. Er spielte danach vor allem in der U21-Mannschaft, kam aber auch im Schweizer Cup beim 7:0-Sieg in Spiez im Team von Trainer Vladimir Petkovic zum Einsatz. Er wird im Januar mit ins Trainingslager nach Marbella reisen und in der Rückrunde zum Kader der ersten Mannschaft gehören, wie YB in einer Mitteilung schreibt.

Ilja Kaenzig, CEO und Delegierter des Verwaltungsrates, sagt, Tosetti sei ein talentierter Spieler mit guten Perspektiven. «Er hat sich bei uns innert Kürze sehr gut entwickelt. Die Vertragsverlängerung ist auch ein Zeichen für seine Kollegen, dass für die besten Nachwuchsspieler bei YB die Türe zur Axpo Super League offen steht.» Matteo Tosetti, gegenwärtig U19-Nationalspieler, hat sich gemäss eigenen Aussagen in Bern sehr gut eingelebt. «Ich fühle mich bei den Young Boys sehr wohl und hoffe, dass ich mich wie erhofft weiterentwickeln kann.»

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Matteo-Tosetti-unterschreibt-bei-YB-bis-Sommer-2015/story/29911824

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Montag 13. Dezember 2010, 18:22 
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Tagesanzeiger, 13.12.2010

«Nur weil der Tank leer ist, kauft man auch keinen neuen Ferrari»

Die Hinrunde in der Super League endete für die Young Boys enttäuschend. Aber YB-Boss Ilja Kaenzig warnt vor Aktionismus: «Es kann nicht sein, dass bei Luzern alles funktioniert und bei uns nicht.»

Die Young Boys waren nach der letzten Saison einer der meistgenannten Titelkandidaten nach Basel – vor dem FC Zürich und sicher vor dem FC Luzern. Doch bei Halbzeit der Meisterschaft liegen die Berner im 5. Rang und acht Punkte hinter dem Wintermeister aus der Zentralschweiz. «Die Mannschaft wurde als deutlich besser bezeichnet als im Vorjahr», resümierte Ilja Kaenzig, der neue starke Mann bei YB. Im Umfeld wurden die Abgänge des Topskorers Seydou Doumbia und des Mittelfeldstrategen Gilles Yapi offensichtlich falsch eingeschätzt.

Doch so einfach will es sich Kaenzig nicht machen. «Wenn es so einfach wäre, dann hätten wir längst etwas unternommen», erklärte er gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnetz. Auch hatte er zuletzt einen Aufwärtstrend ausgemacht – bis zum gestrigen Spiel gegen St. Gallen. «Diesen Rückfall haben wir nicht erwartet», gibt er offen zu. Dieser habe das Bild der Hinrunde nochmals verändert. Der (erfreuliche) Abschluss in der Europa League, wo am Donnerstag noch die letzte bedeutungslose Partie bei Getafe ansteht, wird kaum einen Meinungsumschwung bewirken.

«Da haben wir versagt»

Kaenzig sagt aber auch, dass die Mannschaft durchaus verstärkt worden sei. Christoph Spycher, Moreno Costanzo, Alain Nef und Ammar Jemal waren die namhaften Zuzüge bei den Bernern. Kaenzig spricht von «im Unterhalt teuren Spielern». Doch dies allein reiche nicht. Man müsse auch die Spieler in die Verantwortung nehmen. Von Aktionismus im Sinn von Transfers in der Winterpause will er (vorerst) absehen. «Wenn bei einem Ferrari der Tank leer ist, kauft man ja auch nicht einen neuen, sondern geht irgendwo Benzin holen», so Kaenzig.

«Die Mannschaft hat mehrfach gezeigt, dass sie Potenzial hat, nur muss man dies im Fussball permanent zeigen», fordert Kaenzig und verweist auf den FC Basel, der in den letzten zehn Jahren nie schlechter als Dritter geworden sei. Dennoch zeigten die Leistungen der ersten Saisonhälfte, dass «irgendwo ein Problem» sei. Den Trainer als vermeintlich schwächstes Glied nimmt Kaenzig aber explizit aus. Vladimir Petkovic habe die Mannschaft nach schwächeren Phasen immer wieder aufgebaut. «Ihm verdanken wir es, dass wir nicht schlechter dastehen», ist er sogar überzeugt.

Man habe im Sommer viel ausgegeben, jetzt müsse die Mannschaft das Potenzial ausschöpfen. Nur St. Gallen und die Grasshoppers schossen noch weniger Tore als YB. «Wir schossen weniger Tore als Bellinzona und Xamax, da haben wir versagt», hält er unmissverständlich fest. «Es kann ja nicht sein, dass bei Luzern alles funktioniert und bei uns nicht», sagt er mit Blick auf den Leader. Man werde sich zu Beginn der Vorbereitung für die Rückrunde Gedanken machen. Dass dabei auch der Name von Christian Gross als möglicher neuer Trainer in die Runde geworfen wurde, mag Kaenzig dagegen nicht kommentieren. «Wir stehen hinter Petkovic. Es ist aber klar, dass Namen fallen, wenn es nicht so läuft. Wir können nicht jedes Gerücht dementieren», sagte er.

http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussball/Nur-weil-der-Tank-leer-ist-kauft-man-auch-keinen-neuen-Ferrari/story/31064935

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Dienstag 14. Dezember 2010, 11:27 
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Berner Zeitung, 14.12.2010

Riesige Freude – und grosser Frust

Im Fussballjahr 2010 erlebte das unkonstante YB mehr als mancher Verein in fünf Saisons nicht. In Zukunft werden aber Titel erwartet.

Die Reise nach Madrid, zum letzten Europa-League-Spiel bei Getafe am Donnerstag, ist für YB in dieser Woche nicht gerade eine Strafaufgabe – nach einem intensiven, spannenden Jahr aber wären die meisten Fussballer bestimmt gerne bereits in die kurzen Winterferien verreist. Trainingsstart ins Jahr 2011 ist bereits am 7.Januar. Und streng genommen ist der schon 31.YB-Ernstkampf seit Mitte Juli in Spanien übermorgen ja gar kein Ernstkampf mehr, weil es sportlich um nichts mehr geht (ausser ums Prestige und um Punkte für den Uefa-Koeffizienten). Und das wiederum ist eine gute Botschaft für YB. Denn wer hätte zu Beginn des Wettbewerbs gedacht, dass sich die Berner bereits nach fünf Runden für die Sechzehntelfinals der Europa League qualifizieren würden? Und so fällt es in diesen Tagen auch sehr schwer, ein Fazit des YB-Jahres 2010 zu ziehen.

Viele Punkte verschenkt

Im Frühling verspielten die Young Boys den Meistertitel an den FC Basel, sie zogen in der Finalissima mal wieder einen ungenügenden Tag ein. Und als die Wirren rund um den Verein im August riesig waren, riefen die Fussballer ihr hohes Niveau ab und überzeugten im Europacup mehrmals mit begeisternden Auftritten. Marktwert und Ansehen der grösstenteils jungen, entwicklungsfähigen Akteure stiegen rasant an, die kontinentale Bühne wurde für Festspiele genutzt, sodass zahlreiche YB-Spieler von ausländischen Vereinen beobachtet werden.

An den grossen Prüfungen waren die Young Boys in dieser Saison meistens bereit, die Hausaufgaben aber erledigten sie unzureichend. «Wir stecken immer noch im dichten Nebel fest», sagt YB-CEO Ilja Kaenzig. Und Sportchef Alain Baumann meint: «Es ist schade, gab es in der Liga immer wieder Rückschläge und völlig unnötige Punktverluste.» In der besinnlichen Weihnachtszeit werden sich die Berner Vertreter zum Beispiel bestimmt noch einmal mächtig darüber ärgern, in den Heimspielen gegen die Aussenseiter Xamax (0:1), Thun (2:2), Bellinzona und St.Gallen (je 1:1) gleich neun Zähler eingebüsst zu haben – bei vier Siegen wären die Young Boys Wintermeister. Das zeigt vor allem auch, dass die Konkurrenz an der Spitze ebenfalls nicht restlos überzeugte. «Wenn wir im Februar endlich, endlich eine Serie starten können», sagt Ilja Kaenzig, «ist für uns noch vieles möglich. Aber derzeit wäre es vermessen, noch vom Titel zu sprechen. Wir müssen unsere Leistungen in der Liga zuerst stark stabilisieren.»

Zum Erfolg verpflichtet

Ilja Kaenzig hält ja an Trainer Vladimir Petkovic fest, wie er stets betont. Die Geduld mit dem Coach ist im traditionell unruhigen, ambitionierten Verein vielleicht die überraschendste Nachricht des Jahres. «Vladimir Petkovic hat bewiesen, erfolgreich arbeiten zu können», sagt Kaenzig. «Und wir trauen ihm zu, Titel zu gewinnen.» Die ungewohnte Dreifachbelastung durch zusätzliche Europacup-Spiele aber wird im Februar vorerst weitergehen, auch deshalb soll das Kader verstärkt werden. «Aber wir holen nicht einfach einen Stürmer, damit wir einen geholt haben», sagt Kaenzig. «Vielleicht brauchen wir im 4-2-3-1-System auch gar keinen weiteren Angreifer. Wir müssen grundsätzlich wieder mehr Druck entwickeln.»

Und so geht ein Jahr zu Ende, das für YB turbulent und bunt, letztlich aber doch irgendwie unbefriedigend verlief. Nie lockte der Klub mehr Zuschauer ins Stadion, aber vermutlich waren die Ansprüche auch nie höher als heute. Das Jahr 2011 jedenfalls wird für die Young Boys zur grossen Bewährungsprobe. «Wir müssen die Mentalität verändern», sagt Kaenzig, «und mehr Siegeswillen zeigen.» Mehrere Fussballer, die in den letzten Jahren in entscheidenden Partien zu oft enttäuschten, dürften den Verein früher oder später verlassen müssen. Kaenzig und seine Mitstreiter sind zum Erfolg verpflichtet, und die ersten Handlungen (im sportlichen Bereich) zeugen von einer mutigen Vorwärtsstrategie. Und mit dem erfahrenen, klugen Hansruedi Hasler, für den der Posten des technischen Direktors geschaffen wurde, steht dem Klub ab Januar noch mehr Kompetenz zur Verfügung.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Riesige-Freude--und-grosser-Frust/story/13100271

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