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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 09:34 
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NZZ, 10.08.2010

Erdbeben im YB-Machtzentrum

Der CEO Stefan Niedermaier abgesetzt, Ilja Kaenzig der Nachfolger


Die Young Boys haben einen neuen starken Mann: Der 37-jährige Ilja Kaenzig ist der Vertrauensmann der Investoren des Stade de Suisse. Er soll YB sportlich weiterentwickeln.

fcl. · Im Spätsommer und im Frühherbst wird bei den Young Boys häufig und gerne am Personalkarussell gedreht; und meistens sind es dann die Trainer, die runterfallen. 2005 war es Hans-Peter Zaugg, der gehen musste, 2006 Gernot Rohr, 2008 Martin Andermatt. Auch der jetzige YB-Chefcoach Vladimir Petkovic stand zuletzt stark in der Kritik. Petkovic hat sich vorerst retten können, aber nun ist das Machtzentrum bei YB erschüttert worden. Das Beben trifft den starken Mann der Young Boys, Stefan Niedermaier.

Niedermaier schweigt

Niedermaier war der CEO des Stade de Suisse und faktisch der YB-Chef. Nun muss er seine Führungsrolle per sofort aufgeben; offiziell ist von «gegenseitigem Einvernehmen» die Rede. So sagte dies Benno Oertig an einer Pressekonferenz am Montag, die so kurzfristig einberufen worden war, dass viele Medien gar nicht anwesend sein konnten. Organisiert wurde die Medienkonferenz an der YB-Kommunikationsabteilung vorbei von einem PR-Büro.

Oertig ist der Verwaltungsratspräsident der «Sport & Event Holding AG»; sie ist die Besitzerin des Stade de Suisse und der Young Boys. Einsitz im VR der Holding haben neben Oertig die Brüder Andreas und Hans-Ueli Rihs. Sie besitzen 90 Prozent des Aktienkapitals. Zudem ist auch der Berner Unternehmer Fritz Bösch Mitglied des Holding-VR.

Wenn die Trennung von Niedermaier wirklich einvernehmlich gewesen wäre, könnte dieser sich zu den Gründen der Abberufung äussern. Aber das tut er nicht. Er schweigt. Oertig sagt, Niedermaier stehe noch sechs Monate beratend zur Verfügung. Aber das wirkt nicht überzeugend. Es sind Worte, die verschleiern, was sich im Hintergrund bei der Entmachtung abgespielt hat.

Niedermaier war seit 2005 Geschäftsführer. Er war es, der YB im neuen Stadion kommerziell in ein neues Zeitalter katapultierte. Hinter vorgehaltener Hand ist von einem Machtkampf die Rede, den Niedermaier gegen den VR-Präsidenten Oertig verloren haben soll. Oertig soll mit der sportlichen Entwicklung nicht zufrieden gewesen sein; massgeblich aber sind die Brüder Rihs. Sie soll Oertig auf seine Seite gezogen haben (vgl. unteren Text).

Zur sportlichen Neuausrichtung passt, dass der Nachfolger Niedermaiers Ilja Kaenzig «ein besonderes Augenmerk auf den Fussball richten» wird, wie er sagt. Die Marke YB könne sich nur weiterentwickeln, wenn die Leistung auch auf dem Rasen stimme. Er sagt: «Für die Young Boys sollen nicht Schweizer Massstäbe gelten. Wir wollen die Besten kopieren. Wir denken in Szenarien, die es in der Schweiz noch nicht gegeben hat.» Kaenzig ist 37-jährig und war zuletzt Sportchef beim «Blick». Er arbeitete früher als Transfer-Koordinator bei GC und war in verschiedenen Funktionen (Manager, Geschäftsführer, Sportdirektor) bei den Bundesligaklubs Bayer Leverkusen und Hannover 96 tätig. Kaenzig wird Delegierter der «Sport & Event Holding AG». Das ist eine neu geschaffene Position, sie entspricht aber dem Job-Profil Niedermaiers, der sich selber auch als Delegierter des VR bezeichnet hatte.

Die Fäden bei Kaenzig

Bei Kaenzig laufen künftig die strategischen Fäden zusammen; für ihn gehe es darum, «das grosse Ganze» im Auge zu behalten. Die Position des YB-Sportchefs Alain Baumann bleibe unangetastet. Kaenzig sagt, er werde sich nicht so weit ins Tagesgeschäft einmischen, dass Baumanns Stellung gefährdet sei. Kaenzig wird sich auf strategischer Ebene vor allem um den Sport kümmern. Aber gleichzeitig ist er auch der Vorgesetzte von Daniel Seiler, der die kaufmännische Leitung im Stade de Suisse übernimmt. Denn das Marketing ist nicht die Kernkompetenz Kaenzigs. Seiler ist ein Vertrauensmann Oertigs. Er war in einer früheren Anstellung schon einmal dessen rechte Hand. Als Mitglied der Finanzkommission des Stade de Suisse / YB kontrollierte er regelmässig die Finanzen im Auftrag der Aktionäre.

Früher verfasste Kaenzig Kolumnen für die Gratiszeitung «Blick am Abend». Im März 2009 schrieb er unter dem Titel «Lob gebührt nicht Petkovic»: «Wenn man ehrlich ist, gebührt das Lob CEO Niedermaier, Sportchef Baumann sowie den Investoren Oertig und Rihs.» Das klingt nachträglich wie ein Bewerbungsschreiben. Aber Kaenzig betont, der Kontakt zu YB sei kurzfristig zustande gekommen. Dass der Zeitpunkt seiner Anstellung gerade jetzt erfolge, habe damit zu tun, dass mit dem bisherigen Arbeitgeber Ringier nun eine Lösung habe gefunden werden können.

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 09:50 
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Berner Zeitung, 10.08.2010

Von allen guten Geistern verlassen

YB kann, viel früher als man das nach dem schwierigen Neustart erwarten durfte, seit drei Jahren im Kampf um den Meistertitel mithalten. Der Klub wird Ende Jahr das beste finanzielle Ergebnis aller Zeiten ausweisen. Das Stade de Suisse ist eine Erfolgsgeschichte. Der Baumeister dieses Erfolgs heisst Stefan Niedermaier.

Niedermaier hat dafür mit den eigenen Händen geschuftet und den Kopf auch in schwierigen Zeiten hingehalten. Er spuckte keine grossen Töne, aber er lieferte Resultate und nahm Stufe um Stufe. Stefan Niedermaier war ein Glücksfall für YB und ein Glücksfall für Bern. Dass er von seinen grossspurigen Chefs so schnoddrig und stillos abserviert wird, sagt einiges über den Geist, der im Verwaltungsrat von YB weht. Ganz offensichtlich ist den Herren ihr glaubwürdiger Stadionchef zu stark geworden. Jetzt haben sie ihn entfernt, um dem eigenen Geltungsbedürfnis wieder mehr Luft zu verschaffen.

An ihren Ankündigungen werden sie gemessen. Sie werden Höchstleistungen bieten müssen, wenn sie nach fünf Jahren eine steilere Erfolgskurve präsentieren wollen als der tatkräftige Niedermaier. Zweifel sind mehr als angebracht. Im Stade de Suisse riecht es seit gestern nach dem aufdringlichen Rasierwasser von Sportmanagern, die von allen guten Geistern verlassen sind.

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 13:29 
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NZZ, 10.08.2010

Erdbeben im YB-Machtzentrum

Der CEO Stefan Niedermaier abgesetzt, Ilja Kaenzig der Nachfolger

Die Young Boys haben einen neuen starken Mann: Der 37-jährige Ilja Kaenzig ist der Vertrauensmann der Investoren des Stade de Suisse. Er soll YB sportlich weiterentwickeln.

fcl. · Im Spätsommer und im Frühherbst wird bei den Young Boys häufig und gerne am Personalkarussell gedreht; und meistens sind es dann die Trainer, die runterfallen. 2005 war es Hans-Peter Zaugg, der gehen musste, 2006 Gernot Rohr, 2008 Martin Andermatt. Auch der jetzige YB-Chefcoach Vladimir Petkovic stand zuletzt stark in der Kritik. Petkovic hat sich vorerst retten können, aber nun ist das Machtzentrum bei YB erschüttert worden. Das Beben trifft den starken Mann der Young Boys, Stefan Niedermaier.

Niedermaier schweigt

Niedermaier war der CEO des Stade de Suisse und faktisch der YB-Chef. Nun muss er seine Führungsrolle per sofort aufgeben; offiziell ist von «gegenseitigem Einvernehmen» die Rede. So sagte dies Benno Oertig an einer Pressekonferenz am Montag, die so kurzfristig einberufen worden war, dass viele Medien gar nicht anwesend sein konnten. Organisiert wurde die Medienkonferenz an der YB-Kommunikationsabteilung vorbei von einem PR-Büro.

Oertig ist der Verwaltungsratspräsident der «Sport & Event Holding AG»; sie ist die Besitzerin des Stade de Suisse und der Young Boys. Einsitz im VR der Holding haben neben Oertig die Brüder Andreas und Hans-Ueli Rihs. Sie besitzen 90 Prozent des Aktienkapitals. Zudem ist auch der Berner Unternehmer Fritz Bösch Mitglied des Holding-VR.

Wenn die Trennung von Niedermaier wirklich einvernehmlich gewesen wäre, könnte dieser sich zu den Gründen der Abberufung äussern. Aber das tut er nicht. Er schweigt. Oertig sagt, Niedermaier stehe noch sechs Monate beratend zur Verfügung. Aber das wirkt nicht überzeugend. Es sind Worte, die verschleiern, was sich im Hintergrund bei der Entmachtung abgespielt hat.

Niedermaier war seit 2005 Geschäftsführer. Er war es, der YB im neuen Stadion kommerziell in ein neues Zeitalter katapultierte. Hinter vorgehaltener Hand ist von einem Machtkampf die Rede, den Niedermaier gegen den VR-Präsidenten Oertig verloren haben soll. Oertig soll mit der sportlichen Entwicklung nicht zufrieden gewesen sein; massgeblich aber sind die Brüder Rihs. Sie soll Oertig auf seine Seite gezogen haben (vgl. unteren Text).

Zur sportlichen Neuausrichtung passt, dass der Nachfolger Niedermaiers Ilja Kaenzig «ein besonderes Augenmerk auf den Fussball richten» wird, wie er sagt. Die Marke YB könne sich nur weiterentwickeln, wenn die Leistung auch auf dem Rasen stimme. Er sagt: «Für die Young Boys sollen nicht Schweizer Massstäbe gelten. Wir wollen die Besten kopieren. Wir denken in Szenarien, die es in der Schweiz noch nicht gegeben hat.» Kaenzig ist 37-jährig und war zuletzt Sportchef beim «Blick». Er arbeitete früher als Transfer-Koordinator bei GC und war in verschiedenen Funktionen (Manager, Geschäftsführer, Sportdirektor) bei den Bundesligaklubs Bayer Leverkusen und Hannover 96 tätig. Kaenzig wird Delegierter der «Sport & Event Holding AG». Das ist eine neu geschaffene Position, sie entspricht aber dem Job-Profil Niedermaiers, der sich selber auch als Delegierter des VR bezeichnet hatte.

Die Fäden bei Kaenzig

Bei Kaenzig laufen künftig die strategischen Fäden zusammen; für ihn gehe es darum, «das grosse Ganze» im Auge zu behalten. Die Position des YB-Sportchefs Alain Baumann bleibe unangetastet. Kaenzig sagt, er werde sich nicht so weit ins Tagesgeschäft einmischen, dass Baumanns Stellung gefährdet sei. Kaenzig wird sich auf strategischer Ebene vor allem um den Sport kümmern. Aber gleichzeitig ist er auch der Vorgesetzte von Daniel Seiler, der die kaufmännische Leitung im Stade de Suisse übernimmt. Denn das Marketing ist nicht die Kernkompetenz Kaenzigs. Seiler ist ein Vertrauensmann Oertigs. Er war in einer früheren Anstellung schon einmal dessen rechte Hand. Als Mitglied der Finanzkommission des Stade de Suisse / YB kontrollierte er regelmässig die Finanzen im Auftrag der Aktionäre.

Früher verfasste Kaenzig Kolumnen für die Gratiszeitung «Blick am Abend». Im März 2009 schrieb er unter dem Titel «Lob gebührt nicht Petkovic»: «Wenn man ehrlich ist, gebührt das Lob CEO Niedermaier, Sportchef Baumann sowie den Investoren Oertig und Rihs.» Das klingt nachträglich wie ein Bewerbungsschreiben. Aber Kaenzig betont, der Kontakt zu YB sei kurzfristig zustande gekommen. Dass der Zeitpunkt seiner Anstellung gerade jetzt erfolge, habe damit zu tun, dass mit dem bisherigen Arbeitgeber Ringier nun eine Lösung habe gefunden werden können.


Und plötzlich kippt Andreas Rihs

bir. · Die Absetzung Stefan Niedermaiers wirkte am Montag gegen aussen zunächst wie ein Paukenschlag. Selbst im Stade de Suisse wurden einige Personen überrascht. Aber im Verwaltungsrat der Stadion-Holding war die Personalie Niedermaier schon länger Gegenstand von Diskussionen. Der Verwaltungsratspräsident Benno Oertig und Niedermaier waren sich seit geraumer Zeit nicht mehr gut Freund. Oertig soll schon länger für die Absetzung des CEO plädiert haben, sei aber damit bei den letztlich entscheidenden Brüder Andreas und Hans-Ueli Rihs lange nicht durchgekommen. So erzählt das ein Insider.

Die Vorgänge im Verwaltungsrat des Stade de Suisse («Sport und Event Holding AG») sind komplex und nur schwer durchschaubar. Die Rihs-Brüder haben zwar mit 90 Prozent fast alle Anteile und sind die zentralen Kapitalgeber, aber vor allem Andreas Rihs hat sehr wenig Zeit für das Stade de Suisse und ist fern vom Tagesgeschäft. So springt Oertig immer wieder in die Lücke. Nicht bekannt ist, mit welchen Argumenten er sich nun durchgesetzt hat, zumal in einem Moment, in dem YB mit internationalen Partien Millionen einbringt.

Zur Komplexität in der Chefetage trägt derzeit auch der Fakt bei, dass der vierte Verwaltungsrat, Fritz Bösch, seit Wochen gesundheitlich angeschlagen ist und wegen Rekonvaleszenz nach wie vor im Ausland weilt. Bösch soll sich immer wieder für Niedermaier starkgemacht und für die Lösung ausgesprochen haben, dem CEO für die «Abteilung Sport» jemanden zur Seite zu stellen. Die hypothetische Kardinalfrage ist jedoch die, ob Niedermaier neben sich überhaupt ein zweites Alphatier geduldet hätte.

Fritz Bösch habe sogar die Problemzone nicht etwa auf der Stufe CEO, sondern auf der Stufe Verwaltungsratspräsident zu orten begonnen, sagt eine Person, die den Rihs-Brüdern nahesteht. Doch das wird von niemandem sonst bestätigt. Offensichtlich ist, dass der eloquente, in den Berner Medien angesehene Niedermaier für den um Anerkennung ringenden Oertig zu stark und zu präsent geworden ist. Niedermaier begann das zu sein, was Oertig gern sein möchte: Mister YB. Jetzt kippte Rihs. Dass Bösch unter diesen Voraussetzungen im vierköpfigen Verwaltungsrat bleibt, ist nicht anzunehmen. Damit zu rechnen ist vielmehr, dass sich Bösch, der von seinem «Velo-Freund» Andreas Rihs einst unter das Dach des Stade de Suisse geholt wurde, demnächst aus dem Verwaltungsrat verabschiedet. Allein der Gesundheit zuliebe.

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 14:38 
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Berner Zeitung, 10.08.2010

YB-Verwaltungsratsmitglied wurde vom Entscheid überrascht

Der Verwaltungsrat der YB-Muttergesellschaft Sport & Event Holding AG hat die Ernennung von Ilja Kaenzig zum Delegierten des Verwaltungsrats nicht einstimmig gefällt. Fritz Bösch, Mitglied des Aufsichtsgremiums, hat aus der Ferne vom Entscheid erfahren.

Wie der Unternehmer und Mitglied des vierköpfigen Aufsichtsgremiums Bösch gegenüber Radio Capital FM sagte, sei er genauso überrascht worden «wie die meisten Leute in Bern». Er sei erst kurz vor dem Entlassungsgespräch mit YB-Chef Stefan Niedermaier über die Berufung von Ilja Kaenzig zum Delegierten des Verwaltungsrats informiert worden. Bösch zeigte sich ziemlich erstaunt über dieses Vorgehen, denn: «In dieser Form haben wir das so im Verwaltungsrat nicht diskutiert.»

«Zu starke Machtkonzentration»

Bösch bestätigte, dass im Verwaltungsrat schon lange über Strukturanpassungen gesprochen worden sei. Bösch tönte auch an, was zum Rauswurf von Niedermaier geführt hat. Der Gründer der Firma Feintool in Lyss sprach von einer zu starken Machtkonzentration beim abtretenden Chief Executive Officer (CEO) Niedermaier.

Bösch räumte jedoch ein, dass er wegen eines Auslandsaufenthalts in den vergangenen zwei Monaten mehr oder weniger von der Bildfläche verschwunden sei.

Im Verwaltungsrat der Sport & Event Holding AG sitzen neben Bösch die Brüder Andy und Hans-Ueli Rihs sowie Benno Oertig. Die Luzerner Firma besitzt das Stade de Suisse und den BSC Young Boys.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/YBVerwaltungsratsmitglied-wurde-vom-Entscheid-ueberrascht-/story/26823537

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 15:53 
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shalako hat geschrieben:
Berner Zeitung, 10.08.2010

YB-Verwaltungsratsmitglied wurde vom Entscheid überrascht

Der Verwaltungsrat der YB-Muttergesellschaft Sport & Event Holding AG hat die Ernennung von Ilja Kaenzig zum Delegierten des Verwaltungsrats nicht einstimmig gefällt. Fritz Bösch, Mitglied des Aufsichtsgremiums, hat aus der Ferne vom Entscheid erfahren.

Wie der Unternehmer und Mitglied des vierköpfigen Aufsichtsgremiums Bösch gegenüber Radio Capital FM sagte, sei er genauso überrascht worden «wie die meisten Leute in Bern». Er sei erst kurz vor dem Entlassungsgespräch mit YB-Chef Stefan Niedermaier über die Berufung von Ilja Kaenzig zum Delegierten des Verwaltungsrats informiert worden. Bösch zeigte sich ziemlich erstaunt über dieses Vorgehen, denn: «In dieser Form haben wir das so im Verwaltungsrat nicht diskutiert.»

«Zu starke Machtkonzentration»

Bösch bestätigte, dass im Verwaltungsrat schon lange über Strukturanpassungen gesprochen worden sei. Bösch tönte auch an, was zum Rauswurf von Niedermaier geführt hat. Der Gründer der Firma Feintool in Lyss sprach von einer zu starken Machtkonzentration beim abtretenden Chief Executive Officer (CEO) Niedermaier.

Bösch räumte jedoch ein, dass er wegen eines Auslandsaufenthalts in den vergangenen zwei Monaten mehr oder weniger von der Bildfläche verschwunden sei.

Im Verwaltungsrat der Sport & Event Holding AG sitzen neben Bösch die Brüder Andy und Hans-Ueli Rihs sowie Benno Oertig. Die Luzerner Firma besitzt das Stade de Suisse und den BSC Young Boys.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/YBVerwaltungsratsmitglied-wurde-vom-Entscheid-ueberrascht-/story/26823537


ein beweis das oertig bewusst jetzt diesen wechsel vorangetrieben hat, als bösch abwesend war. bösch wird sich bestimmt zurückziehen, notabene als letzter berner. ich kann's ihm nicht mal verübeln.


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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 16:19 
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Der Bund, 10.08.2010

YB-Fans sorgen sich um ihren Klub

Nach der Freistellung von Geschäftsführer Stefan Niedermaier sorgen sich die Fans der Berner Young Boys um ihren Klub. Das kommt in einem Communiqué der Fanorganisationen Gäubschwarzsüchtig und Ostkurve Bern zum Ausdruck.

Niedermaier habe die Fans in den letzten Jahren stets mit Respekt behandelt und ihre Anliegen ernst genommen, heisst es in der Stellungnahme vom Dienstag. So seien im gemeinsamen Dialog die Einführung von Stehplätzen und der Aufbau der Fanarbeit in Bern möglich geworden.

Dass die Investoren des Klubs Niedermaier am Montag vor die Türe stellten und durch den auswärtigen Sportmanager Ilja Kaenzig ersetzten, hinterlässt bei den Fans «einen bitteren Nachgeschmack». So sei der Zeitpunkt der Rochade - kurz vor den entscheidenden Spielen um den Einzug in die Champions League - denkbar ungünstig.

Vor allem aber zeuge der jüngste Entscheid wie zuvor die Freistellungen der Trainer Gernot Rohr und Martin Andermatt nicht gerade von strategischer Weitsicht. Keiner dieser Entscheide habe nachhaltigen Erfolg gebracht.

Bei den Entscheidungsträgern auf strategischer Ebene sei offenbar der nötige Fussballsachverstand «nicht vorhanden», schreiben die Fans. Sie befürchten, dass ihr Klub zu einem Spielzeug für reiche Leute umfunktioniert werden könnte und erinnern daran, dass der Fussball von Emotionen und Leidenschaft lebe.

«Für diese Traditionen und Werte werden wir uns weiterhin einsetzen», betonen die beiden Fanorganisationen und hoffen, «dass die neuen Verantwortlichen unsere Zweifel rasch widerlegen».

http://www.derbund.ch/bern/YBFans-sorgen-sich-um-ihren-Klub/story/10783663

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 11. August 2010, 08:03 
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Beiträge: 6742
Entlassung Niedermaier Reaktionen 10.08.10




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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 12. August 2010, 15:50 
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Beiträge: 3440
Wohnort: In der Brauerei
Stellungnahme zur Freistellung von Stefan Niedermaier

Mit grosser Überraschung haben die beiden Fanorganisationen gäubschwarzsüchtig und
Ostkurve Bern von der sofortigen Freistellung Stefan Niedermaiers Kenntnis genommen. Die
Meldung traf die aktiven Fans völlig unvorbereitet und insbesondere der Zeitpunkt dieser
Massnahme hinterlässt einige offene Fragen und einen bitteren Nachgeschmack.

Danke Stefan

Die beiden Fanorganisationen danken Stefan Niedermaier bestens für die Arbeit, welche er in
den letzten fünf Jahren für YB geleistet hat. Ein ganz besonderer Dank gilt ihm für seinen
stetigen Willen, sich mit den Anliegen und Problemen der Fans auseinander zu setzen. In
Zeiten medialer Hysterie rund um die Fanthemen war dies alles andere als
selbstverständlich. Stefan Niedermaier hat die Fans jedoch von Beginn weg mit Respekt
behandelt und die Anliegen der treuen Supporter – und auch der übrigen Stadionbesucher –
absolut ernst genommen. Dank einem regen und stets ehrlichen Austausch mit Stefan
Niedermaier war deshalb das Verhältnis zwischen Fans und Verein immer sehr angenehm,
sachlich und unaufgeregt. Man fühlte sich als wichtiger Partner akzeptiert. So konnten im
Dialog unter anderem die Einführung von Stehplätzen im Sektor D sowie der Aufbau der
Fanarbeit Bern realisiert werden. Bei Problemen oder Meinungsverschiedenheiten wurden
stets pragmatische Lösungen gefunden.

Uns bleibt nichts anderes übrig, als Stefan Niedermaier für seinen Einsatz (für YB und die
Fans) nochmals ganz herzlich zu danken. Für die Zukunft wünschen wir ihm alles Gute.
MERCI STEFAN!

Zukünftige Zusammenarbeit mit YB

Die Fanorganisationen gehen davon aus, dass sämtliche mit Stefan Niedermaier und dessen
Mitarbeitern getroffenen Abmachungen weiterhin ihre Gültigkeit haben. Dies betrifft
insbesondere die Bereitstellung von Stehplätzen sowie die Weiterführung der bewährten
Fanarbeit Bern. Auch die bisherigen Vereinbarungen betreffend Choreografien und
organisatorischen Angelegenheiten (Ticketverkauf, Abläufe an Spieltagen etc.) sind für uns
wichtige Punkte, welche auch in Zukunft ihre Gültigkeit haben müssen.
Des Weiteren erwarten wir, dass uns die Verantwortlichen des BSC YB und des Stadions
weiterhin als wichtigen Partner betrachten und dass entsprechend auch zukünftig ein reger
Austausch mit uns stattfindet.

Offene Fragen

Die Freistellung Stefan Niedermaiers kam für uns nicht nur überraschend, sondern sie wirft
auch einige Fragen auf. Vor allem der Zeitpunkt dieser Entscheidung ist für die
Fanorganisationen nicht nachvollziehbar. Aufgrund der Aussagen von verantwortlichen
Personen, soll durch die neue personelle Besetzung eine neue Phase bei YB und dem Stadion
eingeläutet werden. Dabei handelt es sich aus unserer Sicht um strategische Entscheide,
welche nicht von heute auf morgen gefällt werden. Umso unverständlicher ist für uns, dass
ein solch wichtiger Entschluss kurz nach Saisonstart gefällt wird. Ausgerechnet in einem
Augenblick, wo mit der Qualifikation für die europäische Gruppenphase sowie dem ersten
Erfolg in der Meisterschaft Ruhe in das Umfeld eingekehrt wäre. Eine Ruhe, welche nun
wiederum erheblich gestört wird. Weshalb hat man sich, wenn man von diesem Schritt so
überzeugt ist, nicht bereits zum Ende der vergangenen Saison von Stefan Niedermaier
getrennt?

Auch was die strategische Ausrichtung von YB und des Stadions anbelangt ist für uns noch
einiges im Unklaren. So soll YB gemäss Medienmitteilung auf der Stade de Suisse-Website in
den nächsten Jahren sportlich und wirtschaftlich gezielt weiterentwickelt werden. Wie diese Weiterentwicklung jedoch genau aussehen soll, wird nicht erwähnt. Gerne würden wir – und
wohl auch die breite Masse der YB-Fans – wissen, wie man gedenkt, diese
Weiterentwicklung zu realisieren.

Die Fananliegen wurden von den neuen Verantwortlichen bisher noch gar nicht erwähnt. Wie
oben bereits bemerkt, ist es für die Fanorganisationen essentiell, auch künftig respektvoll
behandelt und ernst genommen zu werden. Wir stehen weiterhin für eine lebendige und
kreative Fankultur ein und hoffen, dass dies von den involvierten Entscheidungsträgern auch
in Zukunft so akzeptiert und unterstützt wird. Deshalb möchten wir von den
Verwaltungsräten der BSC YB Betriebs AG, der Stade de Suisse Nationalstadion AG sowie von
Ilja Kaenzig rasch eine klare Antwort, wie in Zukunft der Austausch mit den
Fanorganisationen aussehen soll.

Generell sei uns an dieser Stelle erlaubt, die Entscheidungen des Verwaltungsrates der Sport
und Event Holding AG zu hinterfragen. Die Freistellungen von Rohr, Andermatt sowie nun
Niedermaier zeugten und zeugen nicht gerade von strategischer Weitsichtigkeit. Dies
widerspiegelt sich auch in der Tatsache, dass bisher keine der vom Verwaltungsrat
getroffenen Entscheidungen einen nachhaltigen Erfolg gebracht hat. Es macht viel eher den
Eindruck, dass bei den wichtigsten Entscheidungsträgern auf strategischer Ebene der nötige
Fussballsachverstand nicht vorhanden ist. Deshalb ist nun sicher auch der Zeitpunkt
gekommen, wo der Verwaltungsrat sein Tun unbedingt kritisch reflektieren muss.

Quo vadis YB?

Wie sieht die Zukunft des BSC Young Boys aus? In Zeiten des modernen Fussballs, wo Clubs
von Leuten aus der Finanzwelt oft primär als Investitionsobjekt benutzt werden, wecken die
momentanen Geschehnisse rund um YB bei vielen Fans Ängste. Schenkt man heutigen
Zeitungsberichten Glauben, soll das Wankdorf-Stadion zu einem „Event-Tempel“ werden und
dafür eigens eine Überdachung erhalten. Ob dadurch wirklich der sportliche Bereich mehr
Beachtung erhält, wagen wir zu bezweifeln. Es scheint, als ob der Vermarktung sowie dem
finanziellen Erfolg alles untergeordnet werden soll und dabei vergessen wird, dass für
erfolgreichen Fussball auch Leidenschaft und Emotionen vonnöten sind.
Die Tatsache, dass Ilja Kaenzig als CEO bei der Firma „Boutique Football“ tätig war, trägt
nicht gerade dazu bei, diese vorhandenen Ängste zu beseitigen. Die genannte Firma hat –
kurz zusammengefasst – zum Ziel, Investoren und Fussballclubs zusammen zu bringen. Ein
Fussballverein als Anlagemöglichkeit und/oder „Spielzeug“ für reiche Financiers aus aller
Welt. Beispiele wie Red Bull Salzburg zeigen, dass dabei vor nichts zurück geschreckt wird.
Uns ist durchaus bewusst, dass Fussball unterdessen ein grosses Business geworden ist und
dass für den sportlichen Erfolg gesunde finanzielle Strukturen nötig sind. Dem Kommerz sind
jedoch aus unserer Sicht klare Grenzen gesetzt. Namen sowie Farben des Clubs sind
sakrosankt und auch weiterhin soll der Fussball im Vordergrund stehen. Denn wie oben
erwähnt, lebt das Spiel von Emotionen und Leidenschaft – deswegen kommen die Zuschauer
ins Stadion. Für diese Traditionen und Werte werden wir uns weiterhin einsetzen!
Allen Bedenken zum Trotz hoffen wir, dass es gar nie soweit kommen wird und die neuen
Verantwortlichen unsere Zweifel rasch widerlegen. Wir stehen selbstredend weiterhin zu
unserem Verein, werden jedoch ebenso die künftigen Handlungen kritisch hinterfragen.
YB FOR EVER!

gäubschwarzsüchtig & Ostkurve Bern

http://ostkurve.be/downloads/Stellungnahme_Niedermaier.pdf


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 Beitrag Verfasst: Dienstag 17. August 2010, 09:27 
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Beiträge: 1036
wieso het eigentlech dr stefan niedermaier no kes statement agbäh? macht er das ersch nach de champions-league play-off spiel gäge tottenham, damit dür siner statements d'mannschaft nid no meh konzentration verliert, oder git är zu sire entlassig gar kes interview meh ab?


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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 18. August 2010, 21:42 
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Berner Zeitung, 18.08.2010

Leserbrief: Wer zahlt, befiehlt – auch bei YB

Daniel Rutsch, Mitglied des YB-Beirats, kritisiert die Aufregung um die Entlassung von Stephan Niedermeier. Er versteht den Schritt des Verwaltungsrats und sagt: «Fussball ist ein knallhartes Geschäft und keine geschützte Werkstatt.»

Stefan Niedermaier hat für YB und die Organisationen des Stade de Suisse einen guten Job gemacht und verdient unseren Dank und unsere Anerkennung. Wenn nun aber heute der Verwaltungsrat die Lage dahin gehend beurteilt, dass die Zukunft ohne ihn geplant ist und vonstatten gehen soll, ist dies sein gutes Recht.

Die Investoren und Aktionäre um Benno Oertig und damals auch Bruno Marazzi haben schon zu Neufeld-Zeiten tief in die Tasche gegriffen und den Absturz von YB in die Bedeutungslosigkeit verhindert. Ohne ihr Engagement würde heute YB wohl eher in unteren Ligen herumkrebsen, anstatt an die Tür zu europäischen Wettbewerben zu klopfen.

Die Erfolgsstory YB ist nicht nur das Verdienst von Stefan Niedermaier, sondern nicht zuletzt auch das der Investoren und Aktionäre, die nun einen weiteren Schritt in möglicherweise heute allerdings als visionär zu bezeichnende Dimensionen tun wollen. Dieselben Visionen hatten die Investoren auch, als sie seinerzeit YB aus der Versenkung holten, und heute steht YB als erfolgsorientierter, finanziell kerngesunder Verein da, wo man absolut mit einem weiteren Quantensprung liebäugeln kann und darf.

Dass nun seitens der Medien und anderer Kreise in beispielloser Weinerlichkeit das Schicksal des entlassenen Geschäftsführers ausgebreitet wird, dient keinem und am wenigsten dem BSC YB. Fussball ist ein knallhartes Geschäft und keine geschützte Werkstatt, und letztendlich gilt ein in unserer Zeit leider immer mehr in Vergessenheit geratener Grundsatz : «Wer zahlt, befiehlt!»

Daniel Rutsch, YB-Beirat, Bern

http://www.derbund.ch/bern/Leserbrief-Wer-zahlt-befiehlt--auch-bei-YB/story/27741453

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