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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 30. August 2012, 16:22 
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Ist der alte YB-Geist zurück?

Seit über 25 Jahren ist der YB-Geist verschwunden. Nun sei er zurückgekehrt. Zumindest behauptet YB-Urgestein Lupo, ihn in Dänemark gesehen zu haben.

Vergangene Woche siegten die Young Boys im dänischen Herning in der Europa League Partie gegen den FC Midtjylland mit 3:0. Etwas über 100 Fans reisten mit ihrem Team mit und feierten nach der Partie den Sieg in einem der zahlreichen Pubs im Städtchen. «Die Stimmung war natürlich super», erklärt Lupo*. Er selbst ist seit über vier Dekaden YB-Fan und reist, wenn er kann – manchmal greifen ihm auch die Fanklubs finanziell unter die Arme - an jedes Spiel.

Plötzlich ohne grosses Trara sei Ilja Känzig ins Lokal getreten. Der CEO des BSC YB. Einer aus der Geschäftsführung. Der Krawattenträger. «Seit Jahren ist keiner der Herren mehr einfach zu uns Fans gekommen und hat gefragt, wie es geht», erklärt Lupo. Seit dem Meisterjahr habe er nie einen der Präsidenten oder einen CEO erlebt, der runterkomme, total gut drauf sei und «dann auch noch anständig Durst habe».

Känzig habe auch einige Runden Bier bezahlt. «Darum geht es aber nicht, sondern, dass er bei uns war.» Bis am vergangenen Donnerstag sei Känzig für Lupo nicht fassbar gewesen, wie wohl für viele andere Fans auch nicht.

Damals 1986

An diesem Abend ging Lupo glücklich ins Hotelbett, nicht nur wegen des Resultates: «Ich habe gemerkt, dass es den YB-Geist doch noch gibt.» Der Geist, der im Meisterjahr über dem Team und den Fans schwebte. Damals als man im Stadion noch Würste selber grillte. Damals als das Stade de Suisse noch für alle Wankdorf hiess.

«Damals ging es uns auch nicht gut. Die Zeitungen titelten so Sachen wie ‚YB geht in Baden baden’», erinnert sich der 50-Jährige. Nach einem sagenhaften Trainingslager habe dann alles gedreht und man habe die Nähe gespürt. Das war im Jahre 1986, im magischen Jahr, als YB den Meistertitel holte. Ein historisches Erlebnis, welches viele junge Fans nur aus Erzählungen oder aus vagen Kindheitserinnerungen kennen dürften. Lupo hat alles erlebt. «Schön wäre es, wenn das Gefühl die ganze Saison anhalten würde», schwärmt er. Ganz klar hat er dabei den 12. Pokal im Kopf.

Der YB-CEO Ilja Känzig war am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.


http://www.bernerzeitung.ch/region/bern ... y/28128442

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Dienstag 4. September 2012, 11:37 
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Nef kennt die Ausgangslage

Fussball · YB-Verteidiger Alain Nef ist im Nationalteam nicht erste Wahl, trotzdem freut er sich auf die WM-Qualifikationsspiele gegen Slowenien und Albanien. In Bern trainierte Zuzug Gonzalo Zarate gemeinsam mit einem reduzierten YB-Kader.

Voller Vorfreude fuhr YB-Abwehrspieler Alain Nef am Montagmittag nach Feusisberg, wo sich die Schweizer Nationalspieler wie gewohnt im Hotel Panorama versammelten. Am Freitag bestreitet die Nationalmannschaft in Slowenien das erste von zehn Qualifikationsspielen zur WM 2012 in Brasilien. Das zweite folgt am Dienstag in Luzern gegen Albanien. «Es ist immer schön, zum Nationalteam zu gehören», sagte der Innenverteidiger kurz bevor er abreiste. Zuletzt war der 30-Jährige von Trainer Ottmar Hitzfeld für das Testländerspiel gegen Argentinien im vergangenen Februar aufgeboten worden, zum Einsatz kam er beim 1:3 im Berner Stade de Suisse allerdings nicht. Sein letztes von bisher vier Länderspielen hat Nef im letzten November beim 1:0 in Luxemburg bestritten. Vor den Partien in Slowenien und gegen Albanien sieht der Routinier seine Einsatzchancen realistisch: «Johan Djourou und Steve von Bergen haben in der Innenverteidigung die Nase vorn. Die beiden werden wohl in der Startformation stehen.»

Viele YB-Spieler abwesend

Noch hatte Nef wenig Zeit, sich mit den Gegnern vom Freitag und Dienstag zu beschäftigen («Trainer Ottmar Hitzfeld wird uns die Gegner sicher wie gewohnt näherbringen»). Dennoch sieht er sein Team jeweils in der Favoritenrolle, und er weiss auch, dass eine solche Ausgangslage den Schweizern in der Vergangenheit nicht immer gelegen kam.

Während Nef in den nächsten Tagen also stark beansprucht wird, laufen in Bern bei den Young Boys die meisten Trainings unter dem Stichwort «Regeneration». Anderes bleibt dem Trainerteam um Chefcoach Martin Rueda und Assistent Thomas Häberli nicht übrig angesichts des reduzierten Personalbestands. Goalie Marco Wölfli ist wie Nef beim Schweizer Nationalteam, Elsad Zverotic steht im Aufgebot Montenegros, Juhani Ojala in jenem Finnlands, Alexander Gonzalez wird mit Venezuela gegen Peru und Paraguay spielen, Josef Martinez (U-20 von Venezuela) und Jan Lecjaks (U-21 der Tschechischen Republik) sind ebenfalls abwesend. «Dazu sind mit Mario Raimondi, Pascal Doubai, Michael Frey und Dusan Veskovac mehrere Spieler verletzt», sagt Häberli. «Und andere wie Christoph Spycher und Alexander Farnerud wurden in den letzten Wochen so stark beansprucht, dass sie eine Pause dringend nötig haben.»

Erwartungen an Zarate

Auch deshalb hat Trainer Rueda beschlossen, das für Freitag vorgesehene Testspiel gegen seinen Ex-Klub Wohlen abzusagen. Vor der Cuppartie gegen den 1.-Ligisten Wettswil-Bonstetten vom 15. September tritt YB heute in einer Woche gegen den FC Breitenrain an. Gut möglich, dass der letzte Woche verpflichtete Argentinier Gonzalo Zarate dann für die Young Boys in Erscheinung tritt. Der Zuzug von Red Bull Salzburg trainierte gestern zum ersten Mal mit seinen neuen Teamkollegen. Die Erwartungen an den Nachfolger von Emmanuel Mayuka sind gross, Häberli sagt: «Er ist ein toller Offensivspieler mit einem starken linken Fuss, von dem wir uns konstant überzeugende Leistungen erwarten.»


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/19416676

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 6. September 2012, 13:07 
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Von der Schwierigkeit, nicht schwarz-weiss zu malen

Ansichten zur Gewaltproblematik an Fussballspielen

Peter B. Birrer · Letztes Wochenende meldeten die Schweizer Klubs fast 68 000 Ticketverkäufe. 13 500 Besucher pro Spiel sind beachtlich. Fussball zieht. Aber selbst im halbleeren Lausanner Stadion mussten GC-Anhänger gerügt werden, die pyrotechnisches Material abbrannten. In Basel wurden im Sektor der FCZ-Fans viele Fackeln gezündet, zudem explodierten zwei Knallkörper in einer Lautstärke, die an Militärübungen erinnert. Auch im Sittener Tourbillon-Stadion brannte und rauchte es. Eine Fackel flog knapp am Kopf des St.-Gallen-Torhüters Lopar vorbei. Wäre er getroffen worden, wäre das Schlimmste zu befürchten gewesen – und die Liga hätten Diskussionen um Sicherheit durchgeschüttelt. Gut möglich, dass in dem Fall die Bilder zigfach die ganze Woche über im Fernsehen gezeigt worden wären, als würden in jedem Spiel Fackeln durch die Luft fliegen.

Es ist nicht einfach, die Gewaltthematik differenziert zu betrachten und von Pauschalurteilen wegzukommen. Der Druck aus der Politik ist gestiegen. Unlängst trafen sich Vertreter der Liga, der Klubs, der Polizei und der Fanarbeit in Bern zum Gedankenaustausch. Die Sicht der Liga und der Klubs. Der YB-Chef Ilja Kaenzig sagt, dass das Stade de Suisse während YB-Heimspielen «das grösste Jugendhaus des Kantons» sei. Liga-Vertreter betonen «den Dienst des Fussballs an der Gesellschaft» und die Tatsache, dass «fast 100 Prozent der 10 000 Spiele problemlos verlaufen», wie der Liga-CEO Claudius Schäfer sagt. Es gebe ein «paar wenige üble Spielverderber». Man müsse mit «dem unsäglichen Schwarzpeterspiel aufhören» und dürfe nicht populistisch werden, «weil die Medien nur darauf warten». Selbstkritisch fügt Schäfer an, dass man die Aussensicht vielleicht zu lange zu wenig wahrgenommen habe.

Laut Statistik hat sich die Anzahl der Vorkommnisse rund um Fussballspiele nicht erhöht, aber auch nicht verringert. Zu den Problemzonen zählen Fanmärsche, Pyro-Material, Sachbeschädigungen. Zum Liga-Ziel «friedliche Spiele» gehört weiterhin das Pyro-Verbot, wie Christian Schöttli, der Sicherheitschef der Liga, bekräftigt. Die Liga setzt in den Bereichen Fanarbeit, Kommunikation, Stadioninfrastruktur, Kooperation mit öffentlichem Verkehr, Identifikation sowie Separierung der Übeltäter und Stadionverbote an. Die Sicht der Polizei. Der Kanton Bern hat sieben Sportklubs in oberen Ligen. Das erschwert die Polizeiarbeit in einem Kanton, «der notorisch an Geldmangel leidet», wie Stefan Blättler, der Kommandant der Kantonspolizei Bern, ausführt. Blätter rühmt die Fortschritte auf den Ebenen Stadioninfrastruktur und Fanbetreuung, kritisierte aber, dass die Polizei bei der Festlegung der Anspielzeiten nicht einbezogen werde. Die von der Politik geforderte Bewilligungspflicht für Sportveranstaltungen sei keine Schikane, es gehe dabei nicht um Verbote, sondern um Auflagen, «weil wir alle aneinander vorbeikommen müssen». Die Sicht der Fangruppierungen. In Voten der Fanvertreter dringt oft durch, wie unverstanden sie sich fühlen. Deshalb verweigern sie sich teilweise den Medien. Oder sie äussern sich nur anonym wie die FCZ-Südkurve. Der Tenor: Medien und Politiker setzten auf Emotionen statt Fakten, oft fehle Sachlichkeit, das Abbrennen von Feuerwerk werde schnell mit Gewalt gleichgesetzt. Die Fankurve sei kein Unort, sondern ein Sozialraum, eine Jugendsubkultur, ein Freiraum mit Selbstbestimmung. Zudem herrsche ein Ungleichgewicht, lässt die Fanarbeit Bern verlauten: Für die Säule Repression würden in Bern für ein Hochrisikospiel 250 000 Franken aufgewendet (Polizeieinsatz). Für die Säule Prävention lediglich 140 000 pro Jahr (Budget Fanarbeit).

Um der Berichterstattung in den Massenmedien etwas entgegenzuhalten, produzierten Berner Fankreise einen verklärenden Film über das Wesen der Fankurve. Die Reise zum Auswärtsspiel als harmloser Familienausflug, nur positive Stimmung, nette Sprechgesänge in der Kurve, keine Gewalt, keine Gefahr. Das ist die Botschaft. Als wäre alles harmlos, als würde keine Fackel fast den St. Galler Goalie treffen. Der Fanfilm als Reaktion auf die Stigmatisierung. Und schon ist das nächste Bild schwarz-weiss gemalt. Statt in Grautönen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Dienstag 11. September 2012, 15:21 
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Geld für Euro 2012

YB erhält über 300’000 Franken – sogar FC Linth kassiert

Die Uefa hat am Dienstag die Abrechnung der Zahlungen an die Klubs im Rahmen der Euro 2012 präsentiert. In der Schweiz bekommen die Young Boys die grösste finanzielle Entschädigung.

Die Berner dürfen sich über einen Uefa-Zustupf in die Kasse von umgerechnet rund 325’000 Franken freuen. Auf Platz zwei folgt mit knapp 225’000 Franken der FC Basel.

YB ist der grosse Schweizer Nutzniesser, weil es mit dem Dänen Michael Silberbauer den einzigen Super-League-Spieler an der Euro in Polen und Ukraine stellte.

Insgesamt erhalten zwölf Schweizer Klubs eine Tages-Pauschalen-Entschädigung für die Abstellung der Spieler an die Nationalteams. Erstmals schüttet die Uefa nicht nur Gelder für die Euro-Endrunde, sondern auch für die Qualispiele aus.

Deshalb proftiert auch der FC Linth 04 aus der 2.Liga interregional. Die Glarner erhalten 6289 Franken ausbezahlt. Stürmer Mathias Christen stand in der Quali im Kader von Liechtenstein.

Total zahlt die Uefa an 575 europäische Vereine die Gesamt-Summe von 120 Millionen Franken aus. Die Nummer eins ist Bayern München mit rund 3,7 Millionen Franken vor Real Madrid mit 3,6 Milllionen.


http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... 30302.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Freitag 14. September 2012, 11:52 
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Liverpool dürftig, Anschi ansprechend

Liverpool und Udinese, zwei YB-Gegner in der Europa League, erlitten einen Fehlstart in die Saison. Anschi Machatschkala dagegen strebt nach dem Titel.

Die Ruhe vor dem Sturm ist bald vorbei. Ende August absolvierten die Young Boys zwei enttäuschende Heimspiele gegen Lausanne (0:0) und Midtyjlland (0:2), aber nach der Länderspielpause und der Cuppartie morgen beim FC Wettswil-Bonstetten (1.Liga Classic) warten auf YB zwei Halbjahreshöhepunkte. Das Stade de Suisse steht nächste Woche vor interessanten Veranstaltungen. Am Donnerstag gastiert der grosse FC Liverpool zum Startspiel der Europa League in Bern, drei Tage später erscheint der FC Basel zum Duell der mässig gestarteten Schweizer Titelkandidaten. Fürs Liverpool-Spiel sind bereits über 24'000 Karten verkauft worden, das Stadion dürfte in sechs Tagen ausverkauft sein.

Für YB gilt es in den nächsten Wochen, den Fokus nicht bloss aufs europäische Geschäft zu richten. Das dürfte nicht einfach werden, weil auch die Spieler täglich konfrontiert werden mit den reizvollen kontinentalen Aufgaben. Liverpool, Udinese und Anschi Machatschkala heissen ja die Gegner in der Europa-League-Gruppenphase. Die drei Mannschaften sind unterschiedlich in die noch junge Saison gestartet.

Liverpools Probleme

Liverpool blickt unter dem neuen Coach Brendan Rodgers auf einen missratenen Beginn zurück. Nach drei Runden rangiert das Team auf dem 18. und drittletzten Rang, die Partien bei West Bromwich (0:3) und gegen Arsenal (0:2) gingen verloren, den einzigen Punkt holte Liverpool in einer mitreissenden Begegnung gegen Champion Manchester City (2:2), als Carlos Tevez erst kurz vor Spielende der Ausgleich für City gelang. «Wir sind in der Findungsphase», sagt Rodgers, «und es braucht noch Zeit, bis wir so spielen, wie ich es mir vorstelle.»

Auch in der Europa-League-Qualifikation gegen die bescheidenen Gegner FK Gomel aus Weissrussland (3:0; 1:0) und Heart of Midlothian aus Schottland überzeugte Liverpool nicht. Nachdem die Auswärtspartie bei Heart 1:0 gewonnen worden war, kassierte Liverpool im Rückspiel zu Hause kurz vor Spielende ein Gegentor. Es war Angreifer Luis Suarez, der in der 88.Minute das 1:1 erzielte, eine Peinlichkeit vermied und seinem Team gegen den krassen Aussenseiter die Verlängerung ersparte.

Udinese noch ohne Punkt

Der FC Liverpool, früher Stammgast in der Champions League, könnte die international zweitklassige Europa League nicht mit allergrösster Begeisterung bestreiten. In Italien geniesst der kleinere der zwei europäischen Wettbewerbe sogar einen äusserst tiefen Stellenwert. Udinese jedenfalls dürfte sich in erster Linie auf die Serie A konzentrieren. Der erfolgreiche Ausbildungsklub wechselte auch in diesem Sommer das halbe Kader aus – und lancierte die neue Saison mit zwei Niederlagen (1:2 bei Fiorentina, 1:4 gegen Meister Juventus).

Die grossartige Florenz-Offensivkraft Stevan Jovetic schoss sein zweites Tor im Startspiel erst in der Nachspielzeit. Nervosität ist bei Udinese nicht eingekehrt. Francesco Guidolin, Coach des letztjährigen Dritten, sagt: «Wir müssen uns weiter einspielen und werden uns steigern.» In der Champions-League-Qualifikation war Udinese unglücklich an Braga gescheitert (1:1; 1:1 und 5:6 im Elfmeterschiessen).

Anschi kennt kaum Grenzen

Anschi Machatschkala schliesslich verfolgt sehr ehrgeizige Ziele, kennt kaum Grenzen und strebt langfristig den Titelgewinn in der Champions League an. In der russischen Liga liegt Anschi nach sieben Runden mit 14 Punkten auf Rang 4, bloss 2 Punkte hinter dem nicht weniger reichen Leader Zenit St.Petersburg. Der Retortenklub Anschi verfügt über schier grenzenlose finanzielle Mittel und wird dem kamerunischen Starstürmer Samuel Eto’o in Zukunft zweifellos weitere Hochkaräter zur Seite stellen.

Dem holländischen Coach Guus Hiddink gefällt die Arbeit bei Anschi: «Das ist ein wunderbares Projekt hier. Und ich mag es, wenn der Druck gross ist.» Hiddink hat die Pflicht, seinen Klub in die Champions League zu führen – und in der aktuellen Europa-League-Kampagne für Furore zu sorgen.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/20561589

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 19. September 2012, 08:42 
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19.09.2012

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«Das ist wie eine Champions-League-Gruppe»

Welche Note würden Sie der bisherigen YB-Saison geben?

Martin Rueda: Eine 4,5.

Warum nicht besser?

Es war ein hartes Stück Arbeit, drei Runden zu überstehen und die Europa League zu erreichen. Das war ein Saisonziel. Aber in der Liga ist es nicht ideal gelaufen. Wir müssten mehr Punkte haben.

Wie meinen Sie das?

Bei der 0:1-Heimniederlage gegen GC waren wir das bessere Team. Wir hätten auch die Spiele gegen Lausanne und bei Servette, die unentschieden endeten, gewinnen müssen. Zudem waren wir in Sion bei der 0:1-Niederlage nicht schwächer. Fünf Punkte mehr wären sicher dringelegen.

Als Sie im Sommer anfingen, waren Sie beeindruckt von den Dimensionen bei YB. Haben Sie sich daran gewöhnt, bei einem Schweizer Topklub zu arbeiten?

Ja, man stellt sich schnell auf neue Arbeitsbedingungen ein. Es ist ein schönes Gefühl, hier arbeiten zu dürfen. Wenn ich sehe, wie viele Leute sich mit YB identifizieren und wie gross das Interesse in der Bevölkerung ist, dann ist das jeden Tag eine Verpflichtung.

Gibt es Beispiele, wie Sie die YB-Begeisterung erlebt haben?

Ja, viele. Ich laufe gerne durch Bern, dabei werde ich regelmässig angesprochen. Die Leute sprechen mir Mut zu. Aber sie können auch ganz schön kritisch sein und mir ohne Hemmungen die Meinung sagen. Es ist schön, zu sehen, wie YB diese Stadt bewegt.

Ertappen Sie sich manchmal dabei, zu denken, Sie hätten einen echten Traumjob?

Es gibt in der Schweiz kaum bessere Stellen als Fussballtrainer. Ich habe einen Traumjob, den viele Leute gerne ausüben würden. Das macht mich stolz. Aber es gibt auch Schattenseiten, Druck und Medieninteresse sind riesig.

Haben Sie Mühe damit?

Nein, mir ist klar, dass ich stärker beobachtet und härter kritisiert werde als zuletzt bei Wohlen und in Lausanne. Ich finde aber, die Berner Zeitung ist manchmal zu kritisch. Es geht nicht darum, Spiele schönzureden, die nicht schön waren. Doch es ist nicht alles grottenschlecht, was wir machen...

...das behaupten wir ja nicht...

...aber ich bin der Meinung, dass die Berichterstattung in Bern tendenziell zu negativ ist. Die Spieler lesen das auch, die Zuschauer bilden sich ihr Urteil, das alles kann für uns ein Problem sein. Aber, keine Sorge, wir müssen mit Kritik umgehen können.

Bei YB wird halt gerne schöngefärbt, das kann nerven. Ausserdem wartet der Verein jetzt seit 25 Jahren auf einen Titel.

Diese Ungeduld in Bern habe ich festgestellt. Es gibt hier Vorgeschichten und knapp verpasste Titel, doch ich bin mein Amt unbelastet angetreten. Deshalb bin ich teilweise erstaunt, wie emotional in Bern über YB diskutiert wird. Die Erwartungshaltung ist riesig, aber die Faszination Fussball erlaubt es jedem, einen Standpunkt zu vertreten. Es ist halt interessant, wie schnell man nach zwei schlechten Leistungen abgeschrieben sein kann.

Immerhin hat unsere Zeitung YB vor der Saison auf Rang 1 getippt.

Das ist schön (lacht). Die Saison dauert ja auch noch lange, der Titel wird nicht im September vergeben. Doch bevor wir über Rang 1 reden, müssen wir uns steigern. Ich kann nämlich schon nachvollziehen, dass man mit uns bisher nicht restlos zufrieden ist.

Inwiefern?

Uns fehlt die Konstanz. Wir brauchen endlich eine Serie mit drei, vier Siegen, um oben anzugreifen. Ich rege mich selber stark über unser Auf und Ab auf.

Wie kann sich das ändern?

Wir müssen die Zweifel, die immer noch in den Spielern sind, besiegen, die Angst vor dem Versagen lähmt sie zu oft. Manchmal reicht ein Gegentor, und das Team beginnt zu zittern, ist auf einmal stark verunsichert, spielt nicht mehr entschlossen und mutig.

Mit Ihrem breiten, gut besetzten Kader sind Sie aber zufrieden?

Ich wusste, dass YB nach der sehr teuren letzten Saison sparen muss. Das ist kein Problem, immerhin haben wir Emmanuel Mayuka durch Gonzalo Zarate ersetzen können. Ich hätte gerne mehr Verstärkungen gehabt...

...ein Trainer will immer mehr...

(lacht) ... ja, sonst wäre er kein ambitionierter Trainer. Ich finde es aber auch spannend, ein Team zu formen und aus den vorhandenen Möglichkeiten das Beste herauszuholen. Ein wichtiges Projekt für mich ist, junge Akteure zu fördern und einzubauen. Wir haben jetzt mit Michael Frey und Haris Tabakovic zwei sehr junge Stürmer als Ersatz für Raúl Bobadilla. Sie werden Schritt für Schritt herangeführt. Man muss ständig neue Akzente setzen.

Gehört es auch zu Ihrem Konzept, regional verankerte Fussballer zu forcieren?

Das finde ich wichtig, ja, aber im modernen Fussball ist das nicht immer einfach. Ich fand es sehr gut, holten wir Christian Schneuwly zurück, Mario Raimondi haben wir wieder integriert, sie nehmen wie Marco Wölfli und Christoph Spycher wichtige Rollen ein und stammen aus der Umgebung.

Sie spielen gerne mit zwei Stürmern, setzten zuletzt aber regelmässig auf das 4-1-4-1-System.

Wir haben damit gute Leistungen gezeigt, sind stabil, dieses System passt zum Team. Aber wir wollen flexibel bleiben, auch mal mit zwei Stürmern oder nur drei Verteidigern agieren. Man darf nicht zu leicht auszurechnen sein.

Stört Sie die YB-Abhängigkeit von Angreifer Bobadilla?

In erster Linie bin ich froh, einen so starken Stürmer zu haben. Natürlich ist er nur schwierig zu ersetzen. Aber jedes Team benötigt einen Torjäger, und wir haben einen sehr guten. Andere Offensivspieler sind weniger überzeugend gestartet, aber ich werde hier jetzt keine Einzelkritik betreiben. Ich vertraue allen Akteuren, wir haben starke Alternativen.

Welches war eigentlich Ihr Lieblingsteam als Kind?

Ajax Amsterdam. Und Holland. Ich war ein grosser Verehrer von Johan Cruyff. Er war mein Vorbild, als ich jünger war. Später begeisterte mich der FC Barcelona, wo Cruyff ja auch war.

In Ihrer Jugendzeit dominierte aber in Europa auch Liverpool.

Das war auch eine sehr starkes Team. Aber mir stand der technisch geprägte Fussball von Cruyff und den Holländern näher. Der FC Liverpool ist ein Weltklub, ein Mythos, und wir sind sehr, sehr stolz, mit YB im Europacup gegen ihn antreten zu dürfen. Das ist ein Höhepunkt. Wir freuen uns extrem auf die Europa League. Das ist ja wie eine Champions-League-Gruppe.

Mit YB?

(schmunzelt) Mit YB. Es ist unser Ziel und Traum, einmal in der Champions League zu spielen.

Die schwach in die Saison gestarteten Udinese und Liverpool könnten die Europa League im Gegensatz zu Anschi nicht prioritär behandeln. Zudem hat YB in Europa in den letzten Jahren starke Teams bezwungen.

Ja, wir sind nicht chancenlos. Es ist aber der falsche Ansatz, wenn man behauptet, wir hätten nichts zu verlieren. Wir haben Stolz und Ehre zu verlieren und wollen uns nicht einfach damit begnügen, Aussenseiter zu sein. Wir können eine Überraschung schaffen.

Wie schätzen Sie denn die Chancen von YB realistisch ein?

Die anderen Teams sind nicht so weit entfernt. Wir können Liverpool in Verlegenheit bringen, wenn wir forsch und frech auftreten, an uns glauben und nicht nur verteidigen und uns verstecken. Ich traue uns einiges zu.

Welche Erkenntnisse haben Sie über Liverpool gewonnen?

Wir haben mehrere Spiele analysiert und Liverpool dreimal beobachtet. Es ist eine Mannschaft, die das Spiel gestalten will, sie spielt konstruktiv, hat aber resultatmässig nicht überzeugt. Man spürt, dass noch nicht alles wie gewünscht klappt. Das kann unsere Chance sein. Doch wir dürfen uns nichts vormachen, bei Liverpool spielen überragende Einzelkönner, es gibt den ausgezeichneten Stürmer Luis Suarez, die Qualität ist enorm hoch.

Und welchen Akteur von Liverpool hätten Sie gerne bei YB?

Wenn ich nur einen wählen könnte, wäre es immer noch Steven Gerrard. Er verkörpert im Mittelfeld absolute Weltklasse.

Wie gefährlich ist die Dreifachbelastung Liga, Cup, Europacup?

Wir werden die Einsatzzeiten der Spieler gut dosieren müssen, der Trainingsbetrieb wird teilweise sehr reduziert stattfinden. Entscheidend ist, dass man gut regeneriert und auf viele Dinge wie die Ernährung Wert legt. Zudem haben wir genau deswegen ein relativ breites Kader. Jeder wird zum Einsatz kommen.

Sie erhielten nur einen Einjahresvertrag und müssen Argumente für eine Vertragsverlängerung sammeln. Wie belastend ist diese Situation für Sie?

Man hat als Fussballtrainer immer Druck. Was hilft mir ein Fünfjahresvertrag, wenn ich zehnmal in Serie verliere? Wir haben die Europa League erreicht, doch es geht weiter. Ich möchte gerne länger bei YB arbeiten.

Wie einsam ist ein Fussballcoach?

Wir stehen in der Verantwortung und müssen gehen, wenn es nicht läuft, so ist das nun einmal in diesem Geschäft. Damit muss man umgehen können. Wichtig ist, im Stress nicht zu vergessen, auch mal zu entspannen und Dinge zu tun, die einem Spass machen.

Und wie nervös sind Sie vor dem Start der Europa League, ihrem Trainerkarrierehöhepunkt?

Die Vorfreude ist grösser als die Nervosität. Mit Lausanne nahm ich vor zwei Jahren als Challenge-League-Verein ja bereits an der Europa League teil. Damals hatten wir mit Palermo, ZSKA Moskau und Sparta Prag eine deutlich weniger attraktive Gruppe als jetzt. Ich hoffe, dass wir im letzten Spiel im Dezember gegen Anschi noch eine Chance haben werden, weiterzukommen.

Also ist das Überwintern das neue europäische Ziel?

Es wäre gegenüber den anderen Teams unverschämt, von uns Rang 2 zu erwarten. Dennoch wollen wir dieses Ziel anpeilen.


Intensive Zeit

Martin Rueda empfängt im Trainerbüro im Stade de Suisse zum Gespräch. Er wirkt locker und gibt entspannt Auskunft. Der Trainer wohnt in Gümligen und verbrachte seine Freizeit im Sommer gerne im Muribad und in der Aare.

Der 48-Jährige blickt auf intensive erste drei Monate bei YB zurück. Der Start in die Liga verlief holprig, aber mit der Qualifikation für die Europa League hat er das erste Saisonziel erreicht. Und jetzt freut er sich auf die Heimspiele gegen Liverpool und Basel innerhalb von drei Tagen und vor insgesamt über 50'000 Zuschauern. «Die Unterstützung für uns ist fantastisch», sagt Rueda.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/16143927

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Montag 24. September 2012, 00:11 
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Warum die Young Boys nie Meister werden

Heute Nachmittag (16.15 Uhr, live auf SF2) empfangen die Berner den FC Basel zum Klassiker. Es ist «nur» das Duell Vierter gegen Fünfter der Super League, umso mehr bedeutet dies: verlieren verboten!

Der CEO der Young Boys, Ilja Kaenzig, und FC-Basel-Präsident Bernhard Heusler tauschen sich per E-Mail rege aus. So auch in dieser Woche. Einmal schrieb Heusler am Ende: «Ich hoffe, ihr verausgabt euch schön gegen Liverpool.» Die Antwort von Kaenzig: «Ist völlig egal, ich weiss jetzt schon, wie das Spiel läuft: YB geht in Führung – und Basel gleicht irgendwann kurz vor Schluss wieder aus.»

Es ist die Erinnerung an einige der letzten Duelle zwischen den Rivalen, die Kaenzig zu dieser Aussage verleitet. Beispiel 16. 2. 2012: YB ist dominant wie selten, führt 2:1 – doch Valentin Stocker gleicht kurz vor Schluss zum 2:2 aus. Beispiel 10. 4. 2011: YB führt sogar 2:0 – am Ende heisst es wieder nur 3:3. «So geht das mit Basel, man meint, man hat sie erlegt – aber irgendwie stehen sie immer wieder auf», sagt er. «Der Sonntag» legt Kaenzig neun Thesen vor, die sich damit auseinandersetzen, warum YB seit 1986 auf einen Meistertitel wartet.

1 Bei Basel bricht die Welt zusammen, wenn die Meisterschaft in der 93. Minute verloren geht, bei YB würden sich die Fans darüber freuen, dass die Legende des ewigen Zweiten bestehen bleibt.

«Das kann ich nicht bestätigen. Es ist nicht so, dass die Fans ihren Herzschmerz hegen und pflegen und Freude an zweiten Plätzen haben. Im Gegenteil. Es ist laut und tosend in Bern, niemand kann und will so weiterleben wie in der Vergangenheit. Vielleicht ist es so, dass ein verpasster Titel nicht so schlimm ist, wenn man aus der NLB-Abstiegsrunde kommt, aber nun steigen mit jedem Jahr die Begehrlichkeiten. Und sobald wir uns lösen wollen vom Titelzwang, heisst es im Umfeld: «YB ist ambitionslos.»

2 YB ist zu brav, um eine Störaktion durchzuführen, wie einst der FC Basel mit dem Transfer von Gilles Yapi in der entscheidenden Saisonphase.

«Ja, das ist so. Aber: YB ist hier kein Sonderfall. Der Sonderfall heisst Basel. Sie haben die Kaltschnäuzigkeit und die Erfolgsbesessenheit, um ein solches Manöver durchzuführen. Alle anderen Schweizer Klubs sind weder bekannt für solche Aktionen, noch würden sie es probieren. Basel erinnert an die Bayern in Deutschland. Oder an Alex Ferguson mit Manchester United. Und vielleicht noch José Mourinho. Ein Opfer, das mir spontan in den Sinn kommt: Rafael Benitez und Liverpool liessen sich jahrelang destabilisieren. In Deutschland heissen die Opfer seit jeher Bremen, Schalke, Leverkusen oder früher Dortmund.»

3 Marco Wölfli kostet die Young Boys pro Saison 10 Punkte, Yann Sommer rettet dem FCB pro Saison 10 Punkte.

«Diese These lässt sich widerlegen. In diesem Sommer hat jeder gesehen, dass auch Yann Sommer schon einige Fehler gemacht hat. Das Problem ist: Marco Wölfli hält uns mit seinen Paraden immer im Spiel, aber wenn wir am Ende das Spiel nicht gewinnen, dann nützen auch vier Big Saves nichts. Ich erinnere mich an Robert Enke, er hat in Hannover überragend gehalten, aber am Schluss spricht niemand über den Goalie, weil die Partie nicht gewonnen wurde. Bei einem Topklub ist das anders. Der Torhüter muss eine starke Parade zeigen, diese reicht zum Sieg und dann heisst es: Ja klar, der Torhüter! Zusammengefasst: Wir haben einen starken Rückhalt, kein Goalie-Problem.»

4 Bei YB werden junge, hoffnungsvolle Spieler schlechter oder stagnieren. Als Beispiel könnte man Moreno Costanzo und Christian Schneuwly nennen.

«Ich würde Costanzo und Schneuwly nicht mehr als ‹jung› bezeichnen. Es ist tatsächlich so: Normalerweise müsste Moreno Costanzo unser Schlüsselspieler sein. Wir sind überzeugt, dass er bald ‹explodiert›, sein Potenzial ist immens gross. Nun geht es darum, es auch abzurufen. Was Schneuwly angeht: Ich finde, er macht eine gute Karriere. Er war erst Joker bei uns, ist dann zu Thun gegangen – und war der drittbeste Skorer der Schweiz, mit gleich vielen Skorerpunkten wie Xherdan Shaqiri! Jetzt ist er Stammspieler bei YB, das zeugt von einer guten Entwicklung.»

5 Wenn Raúl Bobadilla so viele Tore erzielen würde, wie er Spiele gesperrt ist, wären die Young Boys Meister.

«Das reicht nie und nimmer! Ich denke, Bobadilla muss seine Quote aus der Rückrunde wieder erreichen, als er sieben Tore schoss und an sechs weiteren beteiligt war. Was seine Sperren betrifft: Ich sehe keine Regelmässigkeit, er ist weder in der Schweiz, noch war er in Deutschland für Ausraster bekannt. Dazu kommt, dass er von sämtlichen Gegnern provoziert wird. Für einen Südamerikaner ist es eine Kunst, ruhig zu bleiben. Ich finde es bemerkenswert, wie viel er über sich ergehen lässt. Klar ist: Ein fehlender Bobadilla ist für uns ein nicht zu kompensierender Verlust. Wir haben im Gegensatz zu Basel nicht die Möglichkeit, zwei oder drei Bobadillas kaufen zu können. Basel hat den Luxus, mit Streller und Frei zwei grossartige Stürmer zu haben – fällt der eine aus, ist der andere da.»

6 Der FC Basel verkauft seinen U17-Weltmeister (Xhaka) für 10 Millionen nach Gladbach, bei YB spielt er (Tosetti) in der Challenge League.

«Das ist so. Aber Matteo Tosetti hat auch kaum gespielt bei der U17-WM, Xhaka war Schlüsselspieler. Es ist also ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen. Zudem bürgt das Prädikat ‹U17-Weltmeister› noch lange nicht für eine Welt-Karriere. Der ehemalige Basler Janik Kamber sitzt jetzt bei Lausanne auf der Ersatzbank. Auch wenn wir die U17-Europameister von einst als Massstab nehmen: Gerade einmal drei Spieler davon sind im Ausland tätig (Tranquillo Barnetta, Philippe Senderos und Reto Ziegler), der Rest spielt teilweise nicht einmal mehr.»

7 Für 10 Millionen verkauft der FC Basel einen Aussenverteidiger (Inkoom), YB dagegen den absoluten Stürmerstar und Goalgetter (Doumbia).

«Die Konstellation mit Inkoom war für den FCB ein absoluter Glücksfall, weil ein Verein, der diesen Spieler wollte, viel mehr zahlte, als sein Marktpreis gewesen wäre. Unser grosses Problem heisst Champions League. Sobald die Spieler Champions League spielen, werden sie um den Faktor 1,5 teurer. Wer in der Champions League spielt, gewinnt doppelt. Erstens werden die Spieler wertvoller und zweitens stehen einem 30 Millionen mehr als der Konkurrenz zur Verfügung. Es wäre auch für Shaqiri schwieriger geworden, zu den Bayern zu gehen, wenn er nicht Champions League gespielt hätte. Bei den europäischen Vereinen hat sich längst eingebrannt, dass Basel häufig und gut in der Champions League spielt. Es ist eben ein Unterschied, ob ein Spieler gegen Kalmar oder Manchester United ein Tor schiesst. Ich bin überzeugt, wenn Doumbia mit YB in der Champions League hätte spielen können, dann hätte YB für ihn noch 20 Millionen mehr bekommen. Der Transfer des Belgiers Eden Hazard von Lille zu Chelsea (für 40 Millionen Euro) ist das beste Beispiel dafür.»

8 Der FC Basel weiss, wann ein Trainer seinen Zenit überschritten hat, wie das Beispiel Christian Gross zeigt.

«Das weiss man nie – auch Basel nicht. Schliesslich hat der FCB den Vertrag von Christian Gross im Dezember verlängert und ihn im Mai trotzdem entlassen. Es gibt drei Arten von Trainern: Solche, die haben immer Erfolg. Solche, die haben manchmal Erfolg. Und solche, die haben nie Erfolg. Gross hatte viele Jahre immer Erfolg. Bei YB hat es nicht gepasst, das kann jedem einmal passieren. Zudem: Wenn man als Klub immer wüsste, wann ein Trainer sein Verfallsdatum erreicht hat, gäbe es keine Entlassungen, sondern nur eine stetige Entwicklung. Und überdies hat Gross nach Basel den VfB Stuttgart übernommen und sensationell nach oben geführt. Auch dies widerlegt Ihre These.»

9 Raphael Nuzzolo würde beim FC Basel im Nachwuchs spielen.

«Basel hat vielleicht klingendere Namen, aber am Schluss zählt nur die Leistung auf dem Platz und die Namen sind Schall und Rauch. In den Duellen zwischen YB und Basel waren nie Unterschiede zu sehen – und wenn, dann zu unseren Vorteilen. YB hat die Meisterschaften nicht in den Direktbegegnungen verloren, sondern, weil die Leistung gegen kleinere Mannschaften nicht immer stimmte. Die Titel gingen gegen Xamax oder Luzern verloren.»

Eines ist sicher: Auch nach dem Spiel von heute ist die Meisterschaft nicht entschieden. Trotzdem hat die Partie YB - Basel wegweisenden Charakter. Wer gewinnt, darf sich langsam nach oben orientieren. Wer verliert, dem bläst der Krisen-Wind entgegen.


http://www.sonntagonline.ch/ressort/sport/2527/

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 25. September 2012, 09:34 
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Warten auf die Siegesserie

YB-Bilanz · Trotz ungenügendem erstem Viertel der Saison blicken die Young Boys zuversichtlich in die Zukunft.

«YB bleibt YB.» Das hört man aus aktuellem Anlass gerade sehr oft in Bern. Die Fangemeinde nimmt Rückschläge mittlerweile mit einer gehörigen Portion Fatalismus entgegen. Nach den zwei Heimspielen zuletzt gegen Liverpools B-Team in der Europa League (3:5) und den wenig überzeugenden FC Basel in der Liga (1:1), die über 53 000 Zuschauer im Stade de Suisse verfolgten, müssen die Young Boys unter dem Strich mal wieder bilanzieren: Chance verpasst.

Überraschendes Spitzentrio

Selbstverständlich fehlte es YB gerade gegen den FCB an Wettkampfglück, bei ordentlichen Schiedsrichterleistungen hätten die Berner vermutlich gewonnen. «Wir haben bisher insgesamt sowieso nicht viel Glück gehabt», sagt Trainer Martin Rueda. Er will das nicht als Schönfärberei gelten lassen, deshalb sagt er auch: «Aber wir können und müssen uns weiter verbessern.» Die Formkurve stimmt den neuen Coach optimistisch. Rueda sagt: «Wir waren in keiner Partie das schwächere Team.»

Nur 13 Punkte aus 9 Partien und der enttäuschende 5. Platz jedoch sind nach einem Viertel der Saison eine ungenügende Ausbeute für das ambitionierte YB mit seinem teuren, starken Kader. Der Rückstand auf das überraschende Spitzentrio St. Gallen, GC und Sion beträgt 8, 7 und 6 Punkte. Vorerst wollen die Young Boys nicht zu stark auf die Tabelle blicken. «Wir müssen im Herbst eine Siegesserie starten», sagt CEO Ilja Kaenzig. «Am besten beginnen wir am Donnerstag in Thun und am Sonntag gegen Servette damit.» Die Offensive zumindest um die argentinischen Individualisten Raúl Bobadilla und der neuesten Erwerbung Gonzalo Zarate hinterliess zuletzt einen starken Eindruck. «Alle Spieler sollten ihr Potenzial konstant abrufen», fordert Kaenzig.

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 26. September 2012, 10:06 
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Nowak ist das Lachen nicht vergangen

Fussball20 Jahre nach seinem letzten Spiel für YB ist Piotr Nowak letzten Sonntag nach Bern zurückgekehrt. Der Pole lebt in den USA – und hat beste Erinnerungen an seine Fussballzeit im Wankdorf.

Sie witzeln und feixen, sie erinnern sich und schwärmen, und vor allem sind sie zahlreich gekommen. Vor der Meisterschaftspartie zwischen den Young Boys und Basel versammelt sich am Sonntag im YB-Museum die Mannschaft von 1992. 20 Jahre nach einer gelungenen Saison mit Rang 2 treffen sich die Fussballer von damals, einige sind weit gereist, andere sind hier geblieben, manche sind YB noch lange erhalten geblieben, andere suchten ihr Glück anderswo. Es ist ein Stelldichein altbekannter Namen: Georges Bregy lacht mit Luca Ippoliti, Bent Christensen herzt Erich Hänzi, Alain Baumann posiert mit Martin Weber.

Alles kam anders

Und alle klopfen sie ihm immer wieder auf die Schulter, dem Veteranen mit der längsten Anreise, dem einst flinken Spielmacher Piotr Nowak. «Es war Liebe auf den ersten Blick», sagt Werner Gerber und nimmt Nowak lachend in den Arm. Gerber war 1992 Sportchef bei YB und damals, im Frühjahr, weilte er in der Türkei, um einen Spieler zu beobachten. Dabei handelte es sich überhaupt nicht um Piotr Nowak, der bei Bakirköyspor engagiert war, «ich war wegen eines anderen Spielers dort, doch dann hatte ich nur Augen für ihn», erzählt Gerber. Es war also auch ein wenig Schicksal, landete der kleine Pole bei YB. Unter Trainer Martin Trümpler kam er mal auf den Seiten, mal ganz vorne und dann eben auch im Zentrum, wo er sich sichtlich wohl fühlte, zum Einsatz. «Ich habe bei YB gelernt, wie man diese Position richtig spielt», sagt Nowak. Als Spielmacher absolvierte er später für Dynamo Dresden und 1860 München über 110 Spiele in der Bundesliga, bevor er die Karriere bei Chicago Fire ausklingen liess.

In den USA startete der heute 48-Jährige dann auch seine Trainerkarriere, die ihn sogar zum Nationalteam führte. Er war Assistent von Bob Bradley und betreute dazu die U-23-Nachwuchsmannschaft. «Leider habe ich den Kontakt in die Schweiz und vor allem zu YB in dieser Zeit etwas verloren», sagt Nowak. Beim Testspiel mit den USA gegen die Schweiz 2007 in Basel traf er den einen oder anderen Bekannten, «nach Bern habe ich es aber all die Jahre nie geschafft».

Sein berühmtester Treffer

Nun ist er um so glücklicher, 20 Jahre nach seinem letzten Spiel für YB erstmals wieder im Stadion zu sein. Und während Piotr Nowak aus dem Strahlen kaum herauskommt, flimmern berühmte Berner Treffer über die Bildschirme im YB-Museum, aber der eine, für den die Teamkollegen Nowak noch heute beglückwünschen, ist nirgends zu sehen. «Ich konnte die Bilder davon schlicht nicht auftreiben», sagt Organisator Charles Beuret lachend. Es war Dezember 1992, ein Abstimmungssonntag, YB empfing die ambitionierten Grasshoppers. Und während das Schweizer Stimmvolk die EWR-Vorlage ablehnte und den europäischen Wirtschaftsraum mied, drang Nowak in den Zürcher Strafraum vor und beförderte mit dem 2:1 GC in die Auf-/Abstiegsrunde. YB verlor zwar in der Rückrunde das Titelrennen gegen Aarau, davon spricht aber 20 Jahre später beim «Klassentreffen» niemand mehr.

Bei seinem letzten Arbeitgeber Philadelphia United wurde Nowak wegen unrühmlicher Personalentscheide als Trainer entlassen. Doch das Lachen ist ihm nicht vergangen, bald will er in Florida ein Haus bauen, «und weiter im Fussball arbeiten».

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 26. September 2012, 10:13 
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Nowak ist das Lachen nicht vergangen

Fussball20 Jahre nach seinem letzten Spiel für YB ist Piotr Nowak letzten Sonntag nach Bern zurückgekehrt. Der Pole lebt in den USA – und hat beste Erinnerungen an seine Fussballzeit im Wankdorf.

Sie witzeln und feixen, sie erinnern sich und schwärmen, und vor allem sind sie zahlreich gekommen. Vor der Meisterschaftspartie zwischen den Young Boys und Basel versammelt sich am Sonntag im YB-Museum die Mannschaft von 1992. 20 Jahre nach einer gelungenen Saison mit Rang 2 treffen sich die Fussballer von damals, einige sind weit gereist, andere sind hier geblieben, manche sind YB noch lange erhalten geblieben, andere suchten ihr Glück anderswo. Es ist ein Stelldichein altbekannter Namen: Georges Bregy lacht mit Luca Ippoliti, Bent Christensen herzt Erich Hänzi, Alain Baumann posiert mit Martin Weber.

Alles kam anders

Und alle klopfen sie ihm immer wieder auf die Schulter, dem Veteranen mit der längsten Anreise, dem einst flinken Spielmacher Piotr Nowak. «Es war Liebe auf den ersten Blick», sagt Werner Gerber und nimmt Nowak lachend in den Arm. Gerber war 1992 Sportchef bei YB und damals, im Frühjahr, weilte er in der Türkei, um einen Spieler zu beobachten. Dabei handelte es sich überhaupt nicht um Piotr Nowak, der bei Bakirköyspor engagiert war, «ich war wegen eines anderen Spielers dort, doch dann hatte ich nur Augen für ihn», erzählt Gerber. Es war also auch ein wenig Schicksal, landete der kleine Pole bei YB. Unter Trainer Martin Trümpler kam er mal auf den Seiten, mal ganz vorne und dann eben auch im Zentrum, wo er sich sichtlich wohl fühlte, zum Einsatz. «Ich habe bei YB gelernt, wie man diese Position richtig spielt», sagt Nowak. Als Spielmacher absolvierte er später für Dynamo Dresden und 1860 München über 110 Spiele in der Bundesliga, bevor er die Karriere bei Chicago Fire ausklingen liess.

In den USA startete der heute 48-Jährige dann auch seine Trainerkarriere, die ihn sogar zum Nationalteam führte. Er war Assistent von Bob Bradley und betreute dazu die U-23-Nachwuchsmannschaft. «Leider habe ich den Kontakt in die Schweiz und vor allem zu YB in dieser Zeit etwas verloren», sagt Nowak. Beim Testspiel mit den USA gegen die Schweiz 2007 in Basel traf er den einen oder anderen Bekannten, «nach Bern habe ich es aber all die Jahre nie geschafft».

Sein berühmtester Treffer

Nun ist er um so glücklicher, 20 Jahre nach seinem letzten Spiel für YB erstmals wieder im Stadion zu sein. Und während Piotr Nowak aus dem Strahlen kaum herauskommt, flimmern berühmte Berner Treffer über die Bildschirme im YB-Museum, aber der eine, für den die Teamkollegen Nowak noch heute beglückwünschen, ist nirgends zu sehen. «Ich konnte die Bilder davon schlicht nicht auftreiben», sagt Organisator Charles Beuret lachend. Es war Dezember 1992, ein Abstimmungssonntag, YB empfing die ambitionierten Grasshoppers. Und während das Schweizer Stimmvolk die EWR-Vorlage ablehnte und den europäischen Wirtschaftsraum mied, drang Nowak in den Zürcher Strafraum vor und beförderte mit dem 2:1 GC in die Auf-/Abstiegsrunde. YB verlor zwar in der Rückrunde das Titelrennen gegen Aarau, davon spricht aber 20 Jahre später beim «Klassentreffen» niemand mehr.

Bei seinem letzten Arbeitgeber Philadelphia United wurde Nowak wegen unrühmlicher Personalentscheide als Trainer entlassen. Doch das Lachen ist ihm nicht vergangen, bald will er in Florida ein Haus bauen, «und weiter im Fussball arbeiten».


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/24814827

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