 |
 |
Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
|
| Autor |
Nachricht |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 20. Mai 2024, 10:44 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
18.05.2024  Zitat: YB bleibt auch deshalb Schweizer Meister, weil sich der Klub Cedric Itten als Ersatzspieler leisten kann
Die Berner brauchen aus den letzten zwei Spielen einen Punkt und sind allein wegen der Tordifferenz nur noch theoretisch einzuholen. Ein Grund für den Titel ist das finanzielle Volumen des Klubs.
Es ist später Donnerstagabend, draussen regnet es ununterbrochen, die YB-Anhänger geben sich nach dem 3:1-Sieg gegen den FC St. Gallen der Vorfeier für den bald feststehenden 17. Meistertitel hin. Drinnen im Kabinengang des Stadions macht der St. Galler Klubpräsident Matthias Hüppi grosse Augen und sagt: «Und dann wechseln sie auch noch Itten ein.» Damit nimmt Hüppi indirekt Bezug auf die weit grössere Hubraumklasse des Widersachers.
Der YB-Stürmer Cedric Itten wird Ende Jahr 28-jährig und hat keine einfache Saison hinter sich. Im Moment lebt er mit dem Status des Edel-Ersatzspielers. In dieser Saison sind die Partien, in denen er über die ganze Länge zum Einsatz kam, an einer Hand abzuzählen. Wegen einer Verletzung, wegen der Konkurrenz, wegen Formbaissen, wegen der Launen der Trainer.
Yakin verzichtet an der EM auf Itten
Itten weiss darum, aber er wehrt sich gleichzeitig, spricht von einer «Aussensicht», weist auf drei Länderspiele hin, auf zwei Tore im Europacup und drückt eine innere Zufriedenheit aus. So gibt er das jedenfalls wieder. Am Freitag musste er feststellen, dass er es nicht in die 38-köpfige Vorauswahl des Schweizer Nationalkaders für die Euro in Deutschland schafft. Da wird ihm Kwadwo Duah vorgezogen, der mit Ludogorez Rasgrad in Bulgarien Meister wird und 12 Tore erzielt hat. Oder der eingebürgerte YB-Spieler Joël Monteiro (12 Tore), der in Yakin einen vehementen Fürsprecher hat.
Von seinem Standing her müsste Itten bei YB gesetzt sein. Aber er ist es nicht und findet im Moment auch in den Gedanken des Nationaltrainers Murat Yakin keinen Platz mehr. Itten wartet darauf, aus dem Schatten Jean-Pierre Nsames und Guillaume Hoaraus zu springen.
Nicht einfach – das ist ein Ausdruck, der YB trotz baldigen Meisterehren hartnäckig an den Fersen klebt. Auf verschiedenen Ebenen. Immerhin lassen die YB-Stürmer an diesem Abend gegen St. Gallen den im letzten Winter im Unfrieden nach Como in die Serie B getürmten Torgaranten Nsame etwas mehr in den Hintergrund rücken. Itten erzielt seine Saisontore 9 und 10 und schiebt sich damit in der Torschützenliste knapp vor Nsame (9). Auch Meschack Elia trifft gegen St. Gallen und zieht mit Nsame gleich.
Itten sitzt gegen die Ostschweizer zunächst auf der Bank, wieder einmal, weil das Trainerteam um Joël Magnin zu dem Schluss kommt, dass sich Silvere Ganvoula (8 Tore) den Starteinsatz verdient hat. In der Pause sagt der YB-Ausbildungschef Gérard Castella, der dem Interimstrainer Magnin assistiert, in der Kabine zu Itten: «Du wirst das Tor treffen und uns den Match gewinnen.» So kommt es dann auch. Das Tor zum 2:1 ist ein Kopfball des im St. Galler Strafraum völlig allein gelassenen Itten, dasjenige zum 3:1 ein Geschenk des Gegners, der in der Nachspielzeit 100 Prozent Risiko nimmt.
Itten ist ein Fussballer, der sich unterordnet
Castella weist auf die Mentalität Ittens hin, auf dessen Verletzung und vor allem darauf, wie er seine Rolle auf der Ersatzbank akzeptiere. Itten, der Teamspieler, der im Gefühl der Geringschätzung nicht Zoff macht wie Nsame. Die YB-Führung beantwortete Ende 2023 mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung mit Itten eine Zukunftsfrage: Itten ja, Nsame nein.
Die Geschichte mit den YB-Torschützen kann auch anders gedeutet werden: Die Berner sind ausgeglichener geworden, als sie es früher waren. Seit 2019 stellen sie den besten Goalgetter der Liga. Hoarau 2019 mit 23 Toren, Nsame 2020 und 2021 mit 32 und 19, Jordan Siebatcheu 2022 mit 22, abermals Nsame vor einem Jahr mit 20, damals folgte Itten dicht mit 19. Eine solche Ausbeute ist 2024 illusorisch. YB ist ganz vorne mehr Team und weniger Individualität.
Wer kennt Kevin Carlos?
Auf die Liga bezogen fügen sich die Berner Stürmerverhältnisse in ein Gesamtbild ein. Der Luganese Zan Celar führt die Torschützenliste mit 14 Toren an, hinter ihm lauert Kevin Carlos. Kevin wie viel? Der 23-jährige Spanier hat eine Viertelmillion Schweizerfranken gekostet und gehört zum undurchsichtigen Trading-Projekt des von Amerikanern geführten FC Yverdon-Sport. Transfers à gogo im Norden der Waadt, fast durchwegs ausländisches Personal, An- und Verkauf, etwas Chaos und Entfremdung, aber auch Mittel. Das reicht für den Ligaerhalt.
Auf jeden Fall ist wahrscheinlicher, dass Yverdon den besten Torschützen stellt – und nicht YB.
Der Sankt-Gallen-Präsident Hüppi kann sich derweil an die Saison 2019/20 mit dem Corona-Einbruch erinnern. St. Gallen bot die beste Saison unter dem Trainer Peter Zeidler und forderte YB bis zuletzt heraus. Unter anderem dank den Stürmern Ermedin Demirovic und Cedric Itten, die den Ostschweizern damals 33 Tore schenkten. Doch der Erfolg hatte seinen Preis: Demirovic wechselte in die Bundesliga, Itten für mehr als 3 Millionen zu den Glasgow Rangers und dazu der damalige Captain Silvan Hefti für etwas mehr als eine Million zum Konkurrenten YB.
Auch das ist eine Realität 2024: YB wird Meister, weil sich YB einiges leisten kann. Zum Beispiel einen Spieler wie Itten. Auf der Ersatzbank. https://www.nzz.ch/sport/fussball/yb-is ... ld.1830981
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 20. Mai 2024, 23:15 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
20.05.2024  Zitat: Fabian Lustenberger verrät
Pokermeister, Partylöwe, Bussenkönig – das sind die YB-Meisterspieler
Wer hat den extrovertiertesten Kleiderstil, welcher Spieler hat rasch eine Ausrede parat – und wer treibt eigentlich die Bussen ein? Captain Fabian Lustenberger klärt auf.
1 – Anthony Racioppi
«Ist viel im Kraftraum anzutreffen, mittlerweile sieht man die ersten Resultate. Anto ist ein Teamplayer, ich habe grossen Respekt davor, wie er mit seiner Situation umgegangen ist. Obwohl er den Status als Nummer 1 verloren hat, verbreitet er nie schlechte Stimmung. Er ist ein bescheidener und zurückhaltender Typ – wobei er abseits des Platzes durchaus extrovertiert sein kann. Bildet mit Cheikh Niassae und Kastriot Imeri unser Trio Infernale.»
3 – Jaouen Hadjam
«Kam im Winter zu uns und hatte es als Französisch sprechender Spieler leicht, zack – und du bist integriert. Dass er bei Paris Saint-Germain ausgebildet worden war, wusste ich gar nicht, damit gibt er nicht an. Er ist ein ruhiger Typ, aber auf dem Platz hat er eine wilde Seite. Ist noch jung und hat enormes Potenzial. Er muss jedoch effektiver werden.»
4 – Aurèle Amenda
«Seit der Wechsel zu Eintracht Frankfurt feststeht, muss er sich im Team ab und zu Sprüche anhören. So à la: ‹Nach so einem Fehler spielst du dort in der U-23.› Aber das sind Neckereien, er bringt für sein Alter enorm viel mit. Viel mehr als ich, als ich vor 17 Jahren den Schritt in die Bundesliga machte. Er ist körperlich sehr weit, hat national wie international schon in vielen grossen Partien gespielt. Wir haben denselben Berater, dieser kennt die Bundesliga bestens und hat Aurèle gut vorbereitet.»
5 – Anel Husic
«Anel wechselte erst Mitte Februar nach Benitos Verletzung zu uns. Ist am kürzesten im Team, aber er hat sich gut eingefügt. Er kannte einige Spieler wie Lewin Blum und Kastriot Imeri aus den Juniorennationalteams. Das half ihm. Er ist fleissig und bringt viel mit. Kennt nun YB, nächste Saison wird er davon profitieren.»
7 – Filip Ugrinic
«Wie wichtig er für uns ist, hat man gemerkt, als er ausfiel und so einen grossen Teil der Rückrunde verpasst hat. Auf dem Platz ist Fico ein Büffel, körperlich enorm stark, technisch aber sehr versiert. Er ist bescheiden, fast zu bescheiden, gerade weil er dank seiner Leistungen im Team völlig unbestritten ist. Ein unerschütterliches Selbstbewusstsein zu haben, hilft im Fussball. Ich hatte einige Mitspieler, die vielleicht nicht die talentiertesten, aber von sich derart überzeugt waren, dass sie erreichten, was sie sich vorgenommen hatten.»
8 – Lukasz Lakomy
«Kam im Sommer zu uns und absolvierte im Trainingslager in Gstaad gleich Online-Deutschkurse. Mittlerweile versteht er die Sprache gut, redet aber meistens Englisch und ist öfter mit Noah Persson zusammen. Lebt mit seiner polnischen Freundin in Bern, sie wollen das Land kennen lernen, ich sehe dann jeweils auf Instagram, wenn sie wieder irgendwo in den Bergen unterwegs waren. Lukasz hat einen enorm starken linken Fuss, und er gehört zu jenen Spielern, die am meisten Kilometer abspulen.»
9 – Cedric Itten
«Nachdem wir im Tief gewesen waren, legte Cedi sein Haarbändeli ab. Traf dann prompt im ersten Spiel nach dem Trainerwechsel gegen Basel, das brachte ihm natürlich ein paar Sprüche ein. Hat in dieser Saison – anders als im Vorjahr – seinen Rhythmus lange nicht gefunden. Aber er ist jederzeit in der Lage, Tore zu erzielen. Das zeigt er auch im Training – ein sehr ehrgeiziger Typ.»
10 – Kastriot Imeri
«Als Kastri letzten Sommer die Nummer 10 übernahm, überraschte mich das nicht. Er ist ein typischer Zehner, technisch stark, kreativ und mit einem überragenden rechten Fuss gesegnet. Seine Stulpen trägt er manchmal sehr tief, dann wieder sehr hoch. Gibt viel auf sein Äusseres, hat den extrovertiertesten Kleidungsstil von allen. Über seine Qualitäten als Fussballer muss man nicht diskutieren. War lange verletzt, ich hoffe, er kann nächste Saison seine Topform finden.»
11 – Ebrima Colley
«Ebri ist ein hochanständiger junger Mann. Er wurde ja bei Atalanta Bergamo ausgebildet, im Gespräch mit ihm versuche ich, meine sehr überschaubaren Italienischkenntnisse anzuwenden. Wir landen dann jeweils schnell wieder im Englischen. Hat uns mit seiner Schnelligkeit und dem einen oder anderen Tor geholfen. Wurde von Atalanta immer wieder ausgeliehen, mal länger an einem Ort bleiben zu können, würde ihm sicher helfen.»
13 – Mohamed Ali Camara
«Ich bin jeweils froh, wenn ich im Training im selben Team bin wie er. Wobei: Gegen Lausanne-Ouchy hat er mich mal samt Ball weggegrätscht. Seine Physis und Härte sind unerreicht. Als er gegen Basel beim Stand von 5:0 zum Fallrückzieher ansetzte und so das Gegentor verschuldete, brachte ihm das viele Sprüche ein. Aber er ist im Team sehr respektiert, er hat mit YB alles gewonnen und ist einer der Wortführer. Für mich als Captain ist er ein wichtiger Ansprechpartner.»
15 – Meschack Elia
«Er ist nicht nur der Schnellste im Team, er hat auch immer am schnellsten eine Ausrede bereit, wenn etwas nicht funktioniert. Aber er ist ein sehr angenehmer Mitspieler. Er kam ein halbes Jahr nach mir zu YB, er ist also schon lange dabei – wobei er eher ein zurückhaltender Typ geblieben ist. Sein Wert fürs Team sieht man auf dem Platz. Sein Lupfer gegen Manchester City? Weltklasse. Wird er konstanter, landet er in einer Topliga.»
17 – Saidy Janko
«Letzten Sommer stand er nach drei Jahren plötzlich in der Kabine, keiner im Team bekam seinen Wechsel zurück zu YB mit, Christian Fassnacht meinte gar, Saidy sei nur auf Besuch. Wir haben uns alle sehr gefreut, ist er wieder da. Das spricht für ihn, er ist witzig und stets aufgestellt, ein beliebter Mitspieler. Bildet gemeinsam mit Lewin Blum hinten rechts ein cooles Duo.»
9 – Noah Persson
«Wir haben zwei total unterschiedliche Linksverteidiger: Jaouen ist der Strassenfussballer, Noah spielt geradliniger, verfügt über viel Power. Er ist ein typischer Nordländer, ruhig und bodenständig. Er hat Jahrgang 2003, das ist Wahnsinn. Zwischen uns liegen 15 Jahre, mit diesem Altersunterschied versteht es sich von selbst, dass wir nicht unbedingt dieselben Interessen haben. Unternehmen wir als Team etwas, ist er aber immer dabei. Sei es, wenn wir Mittagessen gehen oder wenn wir im Sommer mal die Abkühlung in der Aare suchen.»
20 – Cheikh Niasse
«Cheikh ist unser Defensivmonster. Wenn er seine langen Beine ausfährt, räumt er alles ab. Er kam schon zu spät, verpasste deshalb etwa das Spiel in Lugano. Worauf er natürlich zahlen musste. Wir führen eine interne Bussenliste, Cheikh dürfte seither oben mitmischen. Manchmal musst du ihn ein wenig triezen. Wobei: Seit dem Malheur in Lugano ist er immer pünktlich. In der Garderobe ist er übrigens ruhig und bedächtig. Aber wenn es etwas zu feiern gibt, dann ist es wie auf dem Platz – dann ist Cheikh kaum zu stoppen.»
23 – Loris Benito
«Bis zu seiner Verletzung hat er eindrücklich gezeigt, wie wichtig er als Innenverteidiger für die Mannschaft ist. Er nimmt viel Einfluss aufs Team, sein Wort hat Gewicht. Es ist beeindruckend, wie viele Sprachen er fliessend spricht: Deutsch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Italienisch und Englisch. Er ist zudem sehr offen, wodurch er ein verbindendes Element in diesem Team ist. Mich beeindruckt ebenso, wie intensiv er an seinem Comeback arbeitet. Ich bin sicher: Er wird zu alter Stärke finden.»
26 – David von Ballmoos
«An seiner Hochzeit war ich als einziger YB-Spieler eingeladen. Wobei das eher daran lag, dass sich unsere Frauen sehr gut verstehen. Im Ernst: Dävu ist ein guter Freund geworden. Unser Kontakt wird auch nach meinem Rücktritt im Sommer bestehen bleiben. Das ist im Fussball nicht selbstverständlich: Ich bin 18 Jahre Profi, vielleicht mit fünf ehemaligen Mitspielern tausche ich mich noch regelmässig aus. Dävu kann auf dem Platz ausrufen, wenn einer frei zum Abschluss kommt, dann kriegst du das als Verteidiger zu hören. Er ist auch unser Busseneintreiber. Das Geld brauchen wir jeweils für eine Feier oder einen Teamabend. Zudem ist er Teil der Pokerrunde mit Lewin Blum, Sandro Lauper, Dario Marzino und mir.»
27 – Lewin Blum
«Lewä ist ein bodenständiger Junge, sehr humorvoll und stets positiv. Er bereichert unser Spiel mit seiner Dynamik und Kreativität. Und nebenbei versucht er zu Hause seine DJ-Skills zu verbessern, er hat sogar ein Mischpult. Er ist bezüglich Musik sehr interessiert, immer auf dem neuesten Stand – und er hat einen guten Geschmack. Er übernimmt in der Garderobe immer mal wieder den Part des DJ. Wobei: Bei uns läuft fast immer Musik, und das aus vielen verschiedenen Richtungen. Manchmal geben die Afrikaner den Ton an, dann übernimmt Dävu mit seinen Berner Hits.»
28 – Fabian Lustenberger
David von Ballmoos über Lustenberger: «Mit ihm habe ich einen Freund fürs Leben gefunden. Er ist nicht nur ein hervorragender Captain, der genau weiss, an welcher Schraube er drehen muss. Sondern er ist auch der Teampapa, ihm ist anzumerken, dass er drei Kinder hat. Er kann streng sein, er weiss, wofür er steht – und wofür nicht. Er muss nicht mehr jeden Seich mitmachen. Er kann auch ein schlechter Verlierer sein, unser Muderi-Bänz. Aber nie lange. Er tritt ja nach der Saison zurück, ihm ist anzumerken, wie sehr er sich auf die neuen Herausforderungen freut. Uns als Team wird er enorm fehlen, wir alle wollten ihm unbedingt diesen letzten Titelgewinn ermöglichen.»
30 – Sandro Lauper
«Säne gehört fast schon zum Inventar. Ich bin unglaublich froh für ihn, dass er in dieser Saison verletzungsfrei geblieben ist. Durch die viele Einsatzzeit und seine Leistungen hat er sich ein gutes Standing erarbeitet und ist in der Leaderrolle gewachsen. Er interessiert sich für Anlagen und Aktien und liest etwa die ‹Bilanz›, im Vergleich zu ihm bin ich bezüglich Finanzanlagen sehr konservativ.»
32 – Joel Mvuka
«Zwischendurch spricht er mit Noah, ob auf Norwegisch oder Schwedisch – keine Ahnung, aber sie verstehen sich jedenfalls. Und weil sein Englisch sehr gut ist, kann er sich sowieso mit fast allen verständigen, wobei er eher ein ruhiger Typ ist. Joel ist ein sehr trickreicher Spieler und deshalb im Eins gegen Eins unberechenbar. Für seine Entwicklung wird es wichtig sein, dass er regelmässig Einsatzzeit erhält.»
35 – Silvere Ganvoula
«Er kam in der Öffentlichkeit lange zu schlecht weg, auch wegen der Penalty-Szene in Lissabon, als er Males den Ball wegschnappte. Man könnte es ja auch so sehen: Er hat Verantwortung übernommen – und geliefert. Nun hat er sich das Selbstvertrauen erarbeitet und zeigt, dass er ein guter Stürmer ist. Sein Fallrückzieher in Zürich war der Wahnsinn. Ich sass auf der Tribüne und dachte mir noch: Was macht der jetzt? Silvere hat auf Instagram unzählige Re-Posts von seinem Traumtor gemacht. Am nächsten Tag fragte ich ihn, ob er seinen Treffer schon veröffentlicht habe. Ich hätte drum nichts gesehen … Wir mussten beide lachen.»
39 – Darian Males
«Er kam aus Basel und musste sich erst an unsere Spielweise gewöhnen, weil sie anders ist als jene des FCB. Er spielt bisher nicht immer auf seinem besten Niveau, trotzdem hat Darian schon einige Male gezeigt, was er kann. Er ist ein unglaublich spannender Spieler zwischen den Linien mit einem starken linken Fuss. Seine engsten Buddys im Team sind Saidy, Fico und Loris. Er hat einen sehr trockenen Humor, der uns allen guttut.»
40 – Dario Marzino
«Er ist unser Pokermeister, räumt meistens ab. Und trotzdem werde ich die Pokerrunde mit ihm und den Jungs im Trainingslager vermissen. Dario ist mit der beliebteste Spieler im Team. Über ihn gibt es nur Positives zu sagen: Er pusht uns immer, ist loyal, bringt sich ein. Genau so, wie du es dir vom dritten Torhüter wünschst. Durch den Abgang von Fasi verlor er seinen Golf-Buddy.»
47 – Malik Deme
«Er hat Jahrgang 2005, ist damit nur sechs Jahre älter als mein ältester Sohn. Er ist ein grosses Talent. Sein linker Fuss, seine Geschwindigkeit und der Spielwitz versprechen vieles. Früher mussten die Jungen die Schuhe der Älteren putzen oder deren Taschen tragen. Aber diese Zeit ist vorbei. Nur eines ist klar: Beim Kreis im Aufwärmen muss er in die Mitte – das gehört dazu.»
77 – Joël Monteiro
«Unser Möntu. Wir hoffen alle, dass er rechtzeitig fit wird und es ins definitive Schweizer EM-Aufgebot schafft. Seine Entwicklung ist nicht fertig, spielt er weiter so konstant und trifft so fleissig wie in dieser Saison, stehen ihm viele Türen offen. Ich würde ihm den Schritt in eine grosse Liga von Herzen gönnen. Möntu ist sehr fleissig, er kommt am Morgen früh, bleibt am Abend länger und ist oft im Kraftraum. Er steht jetzt mehr im Fokus, auch innerhalb der Mannschaft. Das ist normal, wenn du so oft triffst. Aber er hat sich dadurch nicht verändert. Er ist ein angenehmer, sehr ruhiger Typ. Er soll genau so bleiben.» https://www.bernerzeitung.ch/captain-lu ... 5105870674
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 20. Mai 2024, 23:16 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
20.05.2024  Zitat: Saison 2023/24
Das YB-Meisterblatt zum Download
Die Young Boys haben ihren Titel verteidigt: Alles zu Team, Trainer und Umfeld des neuen und alten Schweizer Meisters in unserer Sonderbeilage. https://www.bernerzeitung.ch/yb-ist-mei ... 4376691332
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 20. Mai 2024, 23:35 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
20.05.2024  Zitat: 17. Meistertitel der Berner
Trotz einiger Unruhen: YB ist weiterhin das Mass
Die Young Boys haben ihren 17. Schweizer Meistertitel klargemacht. Der Weg dahin war steiniger als auch schon.
6 Runden lang musste YB zu Beginn der Saison warten, um erstmals den Leaderthron zu besteigen – und klammerte sich in der Folge trotz einiger Aufs und Abs erfolgreich an diesen. Am Pfingstmontag machten die Berner den Sack dank einem Sieg gegen Servette zu.
Gewissheit am 37. Spieltag: Das fällt im Vergleich zu vorherigen Meistertiteln etwas ab. So war letzte Saison bereits in der 31. Runde alles geritzt, 2021 in der 29. und 2019 gar schon am 28. Spieltag. Dass die Young Boys diesmal ein paar Hürden mehr nehmen mussten, machte das Rennen zwar spannender, änderte aber nichts an dessen Ausgang.
Aus dem Loch gefunden
Die wohl grösste Krise musste YB in den Wochen um den 3. März herum meistern. Mit dem 0:1 beim FCZ verloren die Berner zum ersten Mal seit 2017 und 248 (!) Super-League-Spielen zwei aufeinanderfolgende Partien (zuvor 0:1 gegen Servette). In dieselbe Phase fiel das europäische Out in der Europa-League-Zwischenrunde gegen Sporting (22.2.) und die Viertelfinal-Pleite im Cup gegen Sion (29.2.).
Die Leichtigkeit und Souveränität der 5 Meistertitel aus den letzten 6 Jahren schien abhanden gekommen zu sein. Zumal auch andere Misstöne um den Klub wie das fehlende Bekenntnis zu Trainer Raphael Wicky – der Anfang März durch Joël Magnin ersetzt wurde – oder der unrühmliche Abgang von Klub-Ikone Jean-Pierre Nsame aus dem Winter noch nachhallten.
Für Schlagzeilen sorgten ausserdem die Trennung von CEO Wanja Greuel, welcher die Berner aufgrund «unterschiedlicher Auffassungen über die Führung des Klubs» auf eigenen Wunsch verliess, und die Verpflichtung von Patrick Rahmen als Trainer ab der kommenden Saison.
Doch YB raffte sich immer wieder auf, holte die nötigen Zähler und profitierte auch davon, dass die Verfolger sich immer wieder selber mit unnötigen Punktverlusten ausbremsten.
Kompensierte Ausfälle und ein Senkrechtstarter
Meistertitel kommen auf unterschiedliche Art und Weise zustande. Während YB in vorangegangenen Saisons oft durchrauschte, fanden die Berner in dieser Spielzeit Lösungen für Probleme.
Die Offensive:
Problem: Nsame und Cedric Itten, das Topgespann der Vorsaison, lieferte nicht mehr im gleichen Ausmass, wobei Itten häufig verletzt ausfiel und Nsame (immerhin 9 Tore) die Joker-Rolle nicht behagte. Lösung: Allen voran Joël Monteiro sprang überragend in die Bresche. Spätestens nach der Winterpause startete der Shootingstar voll durch, war zwischenzeitlich der effizienteste Spieler Europas. Bei seiner Personalie hat YB alles richtig gemacht und den Vertrag bereits im Herbst bis 2026 verlängert.
Die Defensive:
Problem: Mit Cédric Zesiger und Ulisses Garcia verliessen zwei Abwehrpatrons den Verein (Letzterer im Winter). Zudem fehlten Goalie David von Ballmoos zu Beginn der Saison und der formstarke Loris Benito ab Februar verletzungsbedingt. Lösung: Trotz verschiedener Rotationen stellte YB erneut die beste Defensive der Liga. Mohamed Camara bewährte sich als Teamstütze, Youngster Aurèle Amenda konnte immer besser ins Team integriert werden. Und Goalie Anthony Racioppi stand erst stark zwischen den Pfosten und sass dann ohne zu murren auf der Bank.
Mit dem 17. Titel der Klubgeschichte schliessen die Berner in der ewigen Liste zum drittplatzierten Servette auf. Bis zum Rekord von GC fehlen noch 10 Meistertitel. Basel (20) liegt in Reichweite. https://www.srf.ch/sport/fussball/super ... n-das-mass
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 20. Mai 2024, 23:36 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
20.05.2024  Zitat: Eckpfeiler des YB-Meisterteams
2 Wirbelwinde und 4 mitentscheidende Duos
Die Young Boys haben Titel Nr. 17 eingetütet. Wir beleuchten diejenigen Protagonisten, die die Berner soweit gebracht haben. https://www.srf.ch/sport/fussball/super ... dende-duos
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 20. Mai 2024, 23:39 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
20.05.2024  Zitat: Stimmen zum nächsten YB-Coup
Freude pur – und auch ein wenig Abrechnung mit den Kritikern
Die YB-Meisterhelden streichen ihre Leidensfähigkeit in dieser Saison heraus – und danken auch dem ehemaligen Trainer.
Endlich darf auch offiziell gefeiert werden: Die YB-Meisterhelden machten das Stade de Genève nach dem 1:0-Sieg gegen Servette zur Festhütte. Im strömenden Regen wurde mit den mitgereisten Fans im Gästesektor über den sechsten Titel in sieben Jahren gejubelt. Danach fand die Party in der Garderobe ihre Fortsetzung. Und zwischendurch standen Trainer, Spieler und Funktionäre vor das SRF-Mikrofon.
Das sagten ...
... Interimstrainer Joël Magnin: «Es ist fantastisch, dass wir jetzt definitiv Meister sind. Die Situation war speziell und nicht einfach. Ich möchte auch Raphael Wicky zu seiner Arbeit gratulieren. Er hat zwei Drittel der Saison gemacht. Gérard Castella und ich haben ein paar Prinzipien verändert, die Mannschaft hat das sehr gut aufgenommen. In dieser Situation zu übernehmen, war ein grosses Risiko für mich, aber Castella und ich arbeiten schon lange für den Klub und kennen die DNA von YB.»
" Es wird einem nichts geschenkt in dieser Meisterschaft." Autor: Sandro Lauper
... der abtretende Verteidiger Fabian Lustenberger: «Wir haben viel investiert in diesem Jahr, wir mussten leiden, haben gewisse Dinge auch nicht so gut gemacht. Aber am Ende haben wir uns belohnt. Wir sind überglücklich, freuen uns, es ist verdient. Für mich persönlich ist es besonders speziell, meine Karriere so abschliessen zu können.»
... Siegtorschütze Mohamed Camara: «Wir wussten, dass wir nochmals eine gute Leistung zeigen müssen, um den Titel heute feiern zu können. Das haben wir gemacht, haben uns gegenseitig Kraft gegeben. Jetzt geniessen wir es, mit den Fans hier und später auch in Bern feiern zu können.»
... Mittelfeldspieler Sandro Lauper: «Lugano und Servette haben eine super Saison gespielt, aber am Schluss stehen wir zuoberst. Wir sind unglaublich froh. Die Champions League war ein Highlight, die Teilnahme ist für einen Schweizer Verein nie selbstverständlich. Um diese Chance nochmals zu erhalten, mussten wir Meister werden. Dass wir das nun mit den Fans feiern können, ist unglaublich schön. Es wird einem nichts geschenkt in dieser Meisterschaft. Wenn ich ein Wort finden müsste, um meine Gefühle zu beschreiben, wäre es vielleicht ‹Genugtuung› gegenüber all jenen, die unsere Saison schlecht geredet haben und Unruhe stiften wollten.»
... Sportchef Steve von Bergen: «Wir sind gestartet mit dem Ziel, unsere zwei Titel zu verteidigen, Meisterschaft und Cup. Der Traum der Champions League erfüllte sich zu Beginn der Saison, das war eine schöne Erfahrung. Nach der Winterpause hatten wir eine schwierigere Phase, auch mit der Entlassung von Raphael Wicky. Unter Joël Magnin konnten wir uns dann wieder nach oben ziehen.» https://www.srf.ch/sport/fussball/super ... -kritikern
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 20. Mai 2024, 23:40 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Dienstag 21. Mai 2024, 14:05 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
21.05.2024  Zitat: Unter den Blinden ist der Einäugige König: Diese Young Boys sind kein strahlender Meister
Wieder Meister, wieder mit einigem Vorsprung, wieder vorzeitig. Aber die YB-Ausgabe 2023/24 ist der schlechteste Meister der letzten zehn Jahre. Das sagt auch vieles über die Konkurrenz aus. Eine Analyse.
Am Montag um kurz vor 20 Uhr wird in Genf mit einem 1:0-Auswärtssieg der Vollzug vermeldet: Die Young Boys verteidigen ihren Titel. Sie sind zum sechsten Mal in den letzten sieben Saisons Meister. Sie gelangten wieder mit komfortablem Vorsprung und vorzeitig ins Ziel, obwohl sie einen Umweg einschalten (im Herbst mehrere Wochen auf Platz 2 klassiert), einen Boxenstopp vornehmen (Entlassung von Trainer Raphaël Wicky) und vereinzelt Tempodrosselungen (im Frühjahr kein Sieg in den Spitzenspielen gegen Lugano) in Kauf nehmen mussten.
Um die Leistungen und den Saisonverlauf der Berner einzuordnen, hilft ein Blick zurück in die letzte Spielzeit. Da war YB an 35 von 36 Spieltagen an der Spitze klassiert, bei Saisonhälfte betrug die Reserve auf den ersten Verfolger 12 Punkte, am Schluss lag man 16 Punkte vor Servette. Kurz: YB entwickelte sich in dieser Saison zurück.
Vor einem Jahr war die Kluft zwischen YB und der Konkurrenz so gross, dass es sich der VR-Delegierte Sport, Christoph Spycher, und Sportchef Steve von Bergen leisten konnten, dem Trainer auf diese Saison hin ein schwächeres Kader bereitzustellen. Die Rechnung ging auf: Der Transferüberschuss betrug mehr als 30 Millionen Franken, und gravierende, sportliche Schäden blieben aus. Doch dass es am Ende zum Titel reichte, sagt nicht unbedingt etwas über die Weitsicht von Spycher und von Bergen aus. Es ist vor allem der fehlenden Resilienz der Konkurrenz geschuldet. Aber dazu später mehr.
In diesem Jahr, und das ist die gute Nachricht für die YB-Aficionados, kamen sie in Bern nun frühzeitig zur Einsicht, die neue Saison nicht im Verwalter- sondern im Aufbruchmodus anzugehen. Früh war klar, dass der Vertrag mit Wicky nicht verlängert würde, eine Formschwäche führte dann im März sogar zur vorzeitigen Entlassung. In Zukunft soll der neue Trainer Patrick Rahmen nicht nur Resultate liefern, sondern auch wieder für Freude, Euphorie und Spektakel sorgen.
Aber zurück zum letzten Sommer: Da verliessen die Schweizer Internationalen Fabian Rieder, Cédric Zesiger und Christian Fassnacht die Young Boys. Im Winter gingen auch Ulisses Garcia und Topskorer Jean-Pierre Nsame. Sie alle wurden nicht gleichwertig ersetzt. Kam hinzu, dass im Verlaufe der Saison Leistungsträger wie Loris Benito, Filip Ugrinic und Kastriot Imeri längere Zeit ausfielen.
Entsprechend vermittelte YB auf dem Rasen oft den Eindruck, dass hier ein Meister am Werk war, welcher der Konkurrenz nicht entrückt ist, sondern sich dieser eher mehr und mehr annäherte. Ein paar Fakten bestätigten das Bauchgefühl: Sieben Niederlagen häufte YB bisher an. Letztmals hatte vor 22 Jahren (FC Basel) ein Meister öfter verloren. Oder der Punkteschnitt: Selbst wenn YB das letzte Spiel gewinnt, kommt es nur auf 2,02 Punkte pro Spiel. Letztmals war vor zehn Jahren ein Meister schlechter (FC Basel).
Letztlich wies der YB-Parcours viele Parallelen auf zur Saison 2021/22. Auch damals kam der Meister-Express nicht richtig in Fahrt. Auch damals schwächten Abgänge das Team. Auch damals musste der Trainer zu Beginn des Frühjahrs gehen. Vor zwei Jahren rächte sich das. Mit dem FC Zürich stand ein Konkurrent bereit, der die Schwächen von YB auszunutzen wusste.
Dieses Mal war es anders. Lugano, Servette oder auch St. Gallen und der FC Zürich durchlebten Phasen, in denen sie den Anschein erweckten, sie könnten YB gefährlich werden. Aber sie hatten auch Defizite, die einen Meister-Run verhinderten. Lugano plagte sich im Herbst aufgrund der Europacup-Strapazen mit zu vielen Verletzten herum und handelte sich deshalb bis zur Winterpause ein Handicap von zwölf Punkten ein. Ähnlich erging es St. Gallen, das ebenfalls zu wenig breit aufgestellt war und nach guter Vorrunde im Februar aufgrund zahlreicher Absenzen vier Mal in Folge verlor.
Servette wiederum verweigerte sich so lange dem Ziel «Meistertitel», bis die Spieler glaubten, es sei nichts zu holen. Just als die Genfer den 1. Platz hätten erobern können, reihten sie im April vier Niederlagen aneinander. Kam hinzu, dass es der Klub versäumte, die Spielberechtigung für die Wintertransfers rechtzeitig einzuholen. Ohne Ersatz für den in die Bundesliga abgewanderten Topskorer Chris Bedia war Servette auf lange Sicht ohne Chance.
Bleibt der FCZ, der im Herbst wochenlang Leader war, ehe er sich in einer Trainer-Diskussion verzettelte und der neue Sportchef Milos Malenovic den Unterbau des Klubs derart exzessiv umgestaltete, dass auch die Professionals die Orientierung verloren. Statt wie vor zwei Jahren von den Unzulänglichkeiten von YB zu profitieren, muss der FCZ froh sein, dass er sich unter dem mittlerweile vierten Trainer in dieser Saison noch auf einen Europacup-Platz rettete.
Ja, die Young Boys holten den Titel mehr wegen der Schwächen der anderen und weniger wegen der eigenen Stärken. Sie sind in dieser Saison kein strahlender Meister. Sie bleiben zwar der König, aber es ist bestimmt nicht nur blanker Zynismus, sondern höchstens eine kleine Zuspitzung der Umstände, wenn man das Sprichwort bemüht: Unter den Blinden ist der Einäugige der König. https://www.watson.ch/sport/analyse/883 ... er-meister
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Dienstag 21. Mai 2024, 14:09 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
21.05.2024  Zitat: Presseschau zu Meister YB
«Dominator», «Rumpelmeister» und ein «einäugiger König»
Die Schweizer Medien würdigen Meister YB, heben aber auch die Turbulenzen der Berner auf dem Weg zum Triumph hervor.
Mit einem 1:0-Sieg bei Servette machten die Young Boys am Pfingstmontag alles klar: Eine Runde vor Schluss, zum insgesamt 17. Mal und zum sechsten Mal in den letzten sieben Jahren sind die Berner Meister. «YB ist Champion und das, was der FC Basel zuvor gewesen ist: Dominator der Liga, Vorbild, Machtfaktor, eine gesellschaftliche Grösse in Bern und ein ökonomisches Schwergewicht im Schweizer Klubfussball», lobt die Neue Zürcher Zeitung.
"Nichts war linear. Die Leistungen schon gar nicht. Sieben Niederlagen belegen das." Autor:Blick
Mit euphorischen Titeln und Kommentaren halten sich die Schweizer Medien allerdings zurück. Dafür gab es in der Saison der Young Boys zu viele Stolperer. «YB ist ein Rumpelmeister», schreibt der Blick. «Dieser Titel hinterlässt nicht den Geruch von Souveränität. Anders als jener von 2023. Damals surften Raphael Wicky und Co. souverän durch die Liga. Ein Jahr später wars viel rumpliger. Nichts war linear. Die Leistungen schon gar nicht. Sieben Niederlagen belegen das.»
Ähnlich sieht es die NZZ, sie schreibt, dass es für YB eine «von Problemen begleitete Saison» war. Die Mannschaft habe an Identifikations-Potenzial und Ausstrahlung verloren. Die Saison war auch geprägt von Turbulenzen und Misstönen neben dem Platz, die Entlassung von Trainer Wicky und unzufriedene Spieler sorgten für negative Schlagzeilen.
"Die Young Boys holten den Titel mehr wegen der Schwächen der anderen und weniger wegen der eigenen Stärken." Autor:CH Media
Letztlich schien der Titelgewinn der Young Boys aber trotz eigener Schwächen nie wirklich in Gefahr. Der Grund hierfür liegt laut CH Media bei den Gegnern: «Die Young Boys holten den Titel mehr wegen der Schwächen der anderen und weniger wegen der eigenen Stärken. Sie sind in dieser Saison kein strahlender Meister. Sie bleiben zwar der König, aber es ist bestimmt nicht nur blanker Zynismus, sondern höchstens eine kleine Zuspitzung der Umstände, wenn man das Sprichwort bemüht: Unter den Blinden ist der Einäugige der König.»
Ähnlich sieht es die Berner Zeitung: «Basel, Zürich und diesmal sogar St. Gallen (Stichwort Alain Sutter) waren immer wieder mit sich selbst beschäftigt. Servette ging die Kraft aus. Und Lugano macht seit Jahren Fortschritte, aber noch fehlt es den Tessinern an Konstanz. Sie alle haben eine goldene Chance verpasst.» Für die NZZ ist klar, dass die Konkurrenz «die Gunst der Stunde nicht zu nutzen vermochte».
"Das ist vielleicht die Lehre, die YB aus diesem Titel ziehen kann: immer Demut und Augenmass zu wahren." Autor:Blick
Vielerorts ist man sicher, dass YB auch in der kommenden Spielzeit der grosse Favorit in der Super League sein wird. «Es ist davon auszugehen, dass die Young Boys die richtigen Schlüsse aus dieser komplizierten Saison ziehen. Ein erstes Indiz: Mit Patrick Rahmen kommt ein Trainer, der beim FC Winterthur hervorragende Arbeit geleistet hat und die Liga kennt», steht im Tages-Anzeiger.
Der Blick weiss, was die Berner aus dieser komplizierten Saison mitnehmen muss, um weiter erfolgreich zu sein: «So aber gabs nur einen Titel. Und das genau ist das Problem: Diese ins Unermessliche gestiegene Erwartungshaltung eines Klubs, der allen anderen entrückt ist. Und dann verliert man schnell mal die Anspruchsrelationen. Das ist vielleicht die Lehre, die YB aus diesem Titel ziehen kann: immer Demut und Augenmass zu wahren.» https://www.srf.ch/sport/fussball/super ... ger-koenig
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Dienstag 21. Mai 2024, 14:12 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
21.05.2024  Zitat: Auf Umwegen zum Triumph
Die YB-Achterbahnfahrt zum 17. Meistertitel
YB jubelt über die 17. Meisterschaft der Klubgeschichte und die sechste in den letzten sieben Jahren. Der Weg zum Titelgewinn war in einer Saison mit Höhen und Tiefen aber eine ziemliche Achterbahnfahrt der Gefühle. Ein Rückblick auf die gelbschwarze Spielzeit 2023/24.
Mit dem 1:0 in Genf gegen Servette ist der 17. Meistertitel für YB Tatsache. Allerdings holen sich die Berner den Titel nicht tiefenentspannt in einer Luxuslimousine, sondern in einer Achterbahn, in der es stets rauf und runter geht. Wir schauen auf die wichtigsten Momente der Berner in der Saison 2023/24 zurück.
3:0 gegen Maccabi Haifa (29.8.2023)
YB erreicht im Rückspiel der Champions-League-Playoffs das erste Saisonziel. Parallel ist man in der Liga nach vier Spielen mit acht Punkten ungeschlagen und im Cup gegen Breitenrain souverän weiter. Vor 31'500 Zuschauern machen die Berner den Einzug in die Gruppenphase der Königsklasse fix – so souverän, wie das Resultat suggeriert, ist der YB-Sieg aber nicht.
1:3 gegen RB Leipzig (19.9.2023)
Im wettbewerbsübergreifend zehnten Saisonspiel setzts für YB die erste Niederlage ab. Beim 1:3 gegen RB Leipzig wehrt sich YB zwar beachtlich, der Traum von einem sensationellen Achtelfinaleinzug ist mit der Heimniederlage gegen die Norddeutschen aber bereits ausgeträumt.
1:3 gegen den FCZ (25.11.23)
YB verliert ein packendes Spitzenspiel in Zürich und liegt im Meisterrennen nur noch einen Punkt vor dem FCZ. Für YB ists nach einem 1:2 in St. Gallen am achten Spieltag die zweite Liga-Niederlage. Zum Vergleich: Der letzte Meisterkonkurrent aus Lugano hat zu jenem Zeitpunkt bereits acht Niederlagen in der Meisterschaft einstecken müssen.
2:0 gegen Roter Stern Belgrad (28.11.23)
Nur drei Tage nach dem ersten dicken Rückschlag der Saison holt YB im Heimspiel gegen die Serben den geforderten Sieg, um das zweite Saisonziel zu erreichen: international zu überwintern.
1:1 gegen Servette (3.12.23)
Vor ausverkauftem Haus kommt YB gegen die Genfer nicht über ein Remis hinaus und fällt in der Tabelle auf Platz 3 zurück – und steht zum letzten Mal in dieser Saison nach einer kompletten Runde nicht auf Platz 1. Allerdings nur, weil man ein Spiel weniger als die Konkurrenz aus Zürich und St. Gallen ausgetragen hat.
1:0 gegen Stade-Lausanne-Ouchy (6.12.23)
Mit einem biederen Pflichtsieg gegen den Absteiger holt sich YB den Leaderthron schnell wieder zurück – und gibt ihn danach auch nicht wieder her.
1:1 gegen Sporting Lissabon (22.2.24)
Nach der 1:3-Heimniederlage verabschieden sich die Berner in Lissabon achtbar von der europäischen Bühne. Von einer Überraschung war man gegen starke Portugiesen aber immer ein gutes Stück entfernt.
0:1 gegen Servette (25.2.24)
Es ist der Beginn der Horrorwoche des damaligen Trainers Raphael Wicky: Mit der ersten Heimniederlage in der Meisterschaft seit März 2022 nach 34 Spielen werden die Stimmen über eine Trennung vom Walliser immer lauter.
1:2 gegen Sion (29.2.24)
In Wickys Heimat verspielt YB sein zweites Saisonziel: den Cupsieg. Gegen das unterklassige Sion zeigen Wickys Männer eine schwache Leistung, und weil in der Meisterschaft Servette den Bernern auf die Pelle rückt, wächst der Druck auf den Trainer stetig. Blick hatte schon vor diesem Match angekündigt, dass bei einer Niederlage das Undenkbare denkbar werden würde: die Entlassung des Mannes, der im Jahr zuvor alle Ziele erreicht hatte.
0:1 gegen den FCZ (3.3.24)
Die nächste Niederlage im Letzigrund besiegelt Wickys Schicksal bei YB. Einen Tag danach wird der Walliser von den Berner Verantwortlichen freigestellt. U21-Coach Joël Magnin übernimmt interimistisch bis zum Saisonende.
5:1 gegen Basel (10.3.24)
Im ersten Spiel unter Magnin zeigt YB seine ganze Klasse und schraubt ein angeschlagenes Basel regelrecht auseinander. Der Kantersieg ist aber kein Befreiungsschlag.
0:0 gegen Yverdon (1.4.24)
Kein Aprilscherz: Nach dem Torfestival gegen Basel bleibt YB in den nächsten Spielen torlos. Auf eine 0:2-Niederlage in Lausanne folgt eine Nullnummer gegen Yverdon. Nur weil Servette gegen Winterthur 0:1 verliert, bleibt YB Leader.
2:1 gegen Winterthur (21.4.24)
Beinahe hätte der künftige YB-Coach Patrick Rahmen den Bernern ein Bein gestellt. In einem tollen Spiel sind seine Winterthurer ebenbürtig und gleichen in der 81. Minute verdient aus. Ein abgelenkter Freistoss sorgt aber wieder für die YB-Führung und drei Punkte im Meisterrennen.
0:1 gegen Lugano (11.5.24)
Sinnbild für die YB-Saison 2023/24: Im Direktduell mit Lugano ist ein Sieg Voraussetzung, um den 17. Meistertitel in der 35. Runde fix zu machen. Doch die Tessiner düpieren YB und kommen drei Runden vor Schluss auf sechs Punkte heran.
1:0 gegen Servette (20.5.24)
Die Achterbahnfahrt hat ein Ende. Das YB-Wägeli landet – dank eines knappen und nicht sonderlich attraktiven Sieges in Genf – schliesslich doch wohlbehalten am Ziel. Wenngleich mit einigen Dellen und Schrammen. Gelbschwarz kann den zweiten Titel in Folge feiern. Freinacht in Bern! https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 58493.html
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 26 Gäste |
| |
|
|
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.
|
|
 |