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Bund, 23.9.2005
Zwei mögliche Sieger, ein Remis
Die Young Boys, während 28 Minuten in numerischer Überlegenheit, gewinnen in Basel einen Punkt (1:1)
In der ersten Halbzeit dominierte Basel nach Belieben, nach der Pause hatte YB mehr Spielanteile. Die Partie, die zwei Sieger hätte haben können, endete unentschieden, wodurch die Gastgeber ihre Heimserie aufrechterhielten.
Ein Remis im St.-Jakob-Park lässt den Gast die Heimreise meist mit dem überwiegend guten Gefühl antreten, etwas Unübliches erreicht zu haben. Doch gestern kehrten die Young Boys mit stark gemischten Gefühlen vom Rhein an die Aare zurück. Sie hatten vor 24 266 Zuschauern in einem packenden, spannenden und intensiven Spiel gegen den FC Basel 1:1 gespielt. Sie hatten es jedoch in der zweiten Halbzeit, als sie nach dem Platzverweis von Scott Chipperfield während 30 Minuten mit einem Mann mehr spielen konnten, verpasst, die stolze Serie des Titelverteidigers zu durchbrechen. Denn das Team von Christian Gross ist seit nunmehr 47 Meisterschaftsheimspielen unbesiegt. Entsprechend zwiespältig waren auch die Gefühle von YB-Trainer Hans-Peter Zaugg. Er sprach davon, dass «wir in der zweiten Hälfte eine Partie noch hätten gewinnen müssen, welche wir eigentlich gar nicht mehr hätten gewinnen dürfen. Insgesamt können wir mit dem einen Punkt zufrieden sein. Dass Basel zur Pause nur 1:0 führte, war quasi ein Geschenk.»
Schwacher Auftritt Magnins
Wie erwartet waren die Young Boys in Basel ohne Hakan Yakin angetreten. Die Entzündung in der Leistengegend stand dem Einsatz des Mittelfeldspielers erneut im Weg. Zaugg beauftragte Joel Magnin, die Rolle Yakins im offensiven Mittelfeld zu übernehmen. Doch der fleissige Arbeiter war der Aufgabe nicht gewachsen, er ging wohl wie gewohnt weite Wege, konnte jedoch keinerlei Akzente setzen und hielt dem Vergleich mit Matias Delgado, dem feinen Techniker und Urheber herrlicher Pässe in den Reihen des Gegners, nicht im Geringsten stand.
Zaugg handelte entsprechend zur Pause, wechselte anstelle des Captains Joao Paulo ein, wodurch Thomas Häberli etwas nach hinten rückte. Dies sollte sich als geschickter Schachzug erweisen. Schon wenige Sekunden nach der Pause konnte sich Häberli ein erstes Mal durchsetzen, doch Gürkan Sermeter verzog den Schuss. Wenig später wurde Häberli gefoult, das Spiel ging jedoch weiter. Der Ball kam zu Carlos Varela, der Joao Paulo die Gelegenheit gab zu beweisen, dass er der angekündigte Skorer sein kann. Der Brasilianer packte die Chance beim Schopf und egalisierte den Spielstand. Die Young Boys bekamen dadurch Aufwind, hatten nun mindestens gleich viele Spielanteile. Und als Schiedsrichter Carlo Bertolini, der die Karten zuweilen recht schnell verteilte, Chipperfield nach einem harten Foul an Carlos Varela des Feldes verwies, schien eine Überraschung – und das wäre ein Erfolg der Berner in Basel gewesen – plötzlich in Reichweite zu liegen.
Basel zu wenig konsequent
Dass die Young Boys zu diesem Zeitpunkt nicht schon deutlich im Rückstand lagen, hatten sie zwei Umständen zu verdanken: dem starken Auftritt von Torhüter Marco Wölfli, der sicher agierte und einige gute Basel-Chancen zunichte machte (übrigens auch in der letzten Sekunde des Spiels, indem er den Freistoss Mladen Petrics über die Latte lenkte), sowie der fehlenden Konsequenz der Gastgeber. Diese konnten sehr lange beinahe nach Belieben schalten und walten. Dem Tempofussball, der Wucht, mit welcher das Team von Christian Gross in der Anfangsphase die Angriffe vortrug, hatte YB nicht das Geringste entgegenzusetzen. Doch Basel verpasste es, aus seiner drückenden Überlegenheit mehr herauszuholen als den einen Treffer in der siebten Minute, als die YB-Defensive in Ehrfurcht erstarrt war und Julio Hernan Rossi regelrecht zum Skoren eingeladen hatte. Mit etwas mehr Effizienz betrüge der Vorsprung des Leaders auf das Trio GC/FCZ/Thun nun nicht einen Zähler, sondern vermutlich deren drei.
Basel - Young Boys 1:1 (1:0)
St.-Jakob-Park. – 24 266 Zuschauer. – SR Bertolini. – Tore: 7. Rossi 1:0. 53. Joao Paulo 1:1. – Platzverweis: 62. Chipperfield (Foul). – Verwarnungen: 4. Rossi («Schwalbe»), 5. Varela (Foul), 6. Schwegler (Foul), 24. Magnin (Foul), 59. Degen (Foul), 68. Sermeter (Reklamieren).
Bemerkungen: Basel ohne Quennoz, Carignano, Murat Yakin, Berner (alle verletzt), Kuzmanovic und Meili (beide nicht im Aufgebot); YB ohne Hakan Yakin (verletzt), Schneuwly und De Napoli (beide nicht im Aufgebot).
Basel: Zuberbühler; Zanni, Müller, Smiljanic, Chipperfield; Degen (77. Sterjovski), Ba, Delgado, Rossi (87. Ergic); Petric, Eduardo (65. Dzombic).
Young Boys: Wölfli; Eugster (68. Neri), Tiago, Portillo, Hodel; Sermeter, Schwegler (77. Aziawonou), Magnin (46. Joao Paulo), Raimondi; Varela, Häberli.
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