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 Beitrag Verfasst: Freitag 11. Dezember 2020, 12:45 
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SECHZEHNTELFINAL-QUALIFIKATION

Willkommenes Weihnachtsgeld für YB

Mit viel Kampf und etwas Glück überwintert YB in der Europa League. Das tut auch der von Corona gebeutelten Clubkasse gut.

Darum gehts

- YB zieht in die nächste Runde der Europa League ein.

- Neben dem sportlichen Erfolg sorgen die Prämien für etwas Entspannung in der Clubkasse.

- Gegen wen es im Frühjahr für die Berner weitergeht, erfahren sie am Montag bei der Auslosung.

Die Gefühlslage bei Sportchef Christoph Spycher auf der Tribune änderte sich in den dramatischen Schlussminuten im Minutentakt und endete in grenzenloser Freude. Doch die Nerven des Sportchefs wurden gegen Cluj (2:1) arg strapaziert. Bis das Weiterkommen in Europa klar war, kostete ihn das wohl einige Jahre seines Lebens, oder? «Ich habe wohl das eine oder andere Jahr auf der Tribüne verloren. Es war ein ganz spezielles Spiel», sagt Spycher wenig später gegenüber SRF erleichtert. «Man hat wieder einmal gesehen, was die mentale Komponente im Fussball ausmacht.»

Er sei stolz auf den Charakter und die Mentalität der Mannschaft», sagt auch Gerry Seoane später an der Medienkonferenz. Die Schlussphase hat auch den YB-Trainer Nerven gekostet. «Sehr sogar bei dem Spielverlauf», sagt er danach erleichtert. Als Trainer beschäftigte ihn aber auch, dass man es nicht geschafft habe, die gewohnte Dominanz auf den Platz zu bringen. Die fussballerische Leistung sei nicht das gewesen, was man sich vorgestellt habe. Seoane zog dazu einen Vergleich im Tennis. «Es war, wie wenn du den Matchball hast und ein zittriges Handgelenk bekommst kurz vor dem Ziel.»

Seoane-Plädoyer für den VAR

Das Handgelenk zitterte zwar heftig, um in Seoanes Bildsprache zu bleiben, aber am Ende hiess es dennoch Spiel, Satz und Sieg für YB. Auch, weil die Uefa in der Gruppenphase der Europa League auf den Videoschiedsrichter verzichtet. Denn die Schlussminuten wurden auch deshalb so dramatisch, weil dem französischen Unparteiischen Benoît Bastien das Spiel entglitt. Mit dem VAR wäre das eine oder andere Tor im Wankdorf wohl nicht gefallen. Kann der YB-Trainer die Entscheidung der Uefa nachvollziehen, obwohl es neben dem sportlichen Erfolg auch um Millionen geht?

«Es wird Gründe haben, warum man sich dagegen entschieden hat und Gründe, sich für einen zu entscheiden. Wir haben uns daran gewöhnt, mit einem VAR zu spielen und tatsächlich ist es auch für uns vor dem Spiel immer wieder eine Umstellung. Da ändert sicher auch für den Schiedsrichter etwas», sagt Seoane. «Der Schiedsrichter hat den Penalty gepfiffen. Ich weiss nicht, ob der VAR ihn korrigiert hätte, ob es so klar gewesen wäre. Ich glaube, es hat immer Leute für und dagegen gehabt, aber jetzt nach den Erfahrungen die wir haben, kann man sagen: Der VAR ist etwas Gutes für den Fussball.»

Am Montag wird der YB-Gegner bekannt

Mit VAR, ohne VAR, mit Dusel oder nicht – YB ist eine Runde weiter und das zum zweiten Mal. 2010/11 scheiterte man in den Sechzehntelfinals an Zenit St. Petersburg. 2014/15 war Everton zu stark und spedierte die Berner mit 1:3 und 1:4 aus dem Wettbewerb. Jetzt spült das Überwintern in Europa den Bernern aber einen schönen Zustupf in die Kasse. Für die Teilnahme an der Gruppenphase kassierte YB sieben Millionen Euro. Die Siege gegen Sofia und Cluj brachten je 570’000 Euro. Für Platz 2 in der Gruppe und den Einzug in die Sechzehntelfinals gab es nun eine Million obendrauf. Und gerade in schwierigen Zeiten mit der Corona-Pandemie kann der Club die bisher verdienten rund 10 Millionen Euro gut gebrauchen.

«In dieser schwierigen finanziellen Situation ist es positiv, dass wir europäisch dabei sind, was aber für YB immer wichtig ist», sagt Seoane dazu. «Wenn man dann noch eine Runde weiter kommt, ist das auch ein willkommenes Weihnachtsgeld.» Und abgerechnet wird erst am Schluss. Für YB geht es im Frühjahr ja noch weiter. Als Gruppenzweite winken den Bernern attraktive, aber schwierige Gegner. Die Auslosung steigt am Montag in Nyon. Im Topf sind u.a. Teams wie Arsenal, Leverkusen, Milan, Napoli, Tottenham, Hoffenheim, Zagreb, Benfica, Manchester United und auch Ajax Amsterdam.


https://www.20min.ch/story/willkommenes ... 5787598967

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 Beitrag Verfasst: Freitag 11. Dezember 2020, 13:00 
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«Das ist ein Skandal! Ein Diebstahl!

Rumänen schäumen nach Frust-Out und wittern Verschwörung

Wie das in Fällen krasser Schiedsrichter-Fehlleistungen üblich ist, werden Verschwörungstheorien rund um Nationalitäten und Personen geschmiedet. Das tun auch die Rumänen nach dem bitteren Cluj-Out.

Eigentlich gilt Benoît Bastien, Franzose aus den Vogesen, als sehr guter Referee. Er hält den Rekord für den jüngsten Schiri, der ein Ligue-1-Spiel pfeifen durfte. Seit gut zwei Jahren ist er auf der Uefa-Liste der speziell talentierten Schiedsrichter. Doch am Donnerstag erlebt er die Hölle.

Zuerst pfeift sein Assistent Jean-Pierre Nsame zu Unrecht aus dem Offside zurück. Dann übersieht derselbe Mann die (knappe) Offside-Position von Debeljuh bei Clujs Führungstreffer. Okay, so weit ist der Assi der Schuldige.

Doch dann gibt Bastien diesen Elfmeter, bei dem Clujs Goalie Balgradean mit der Faust nebst dem Ball auch ein bisschen Kopf von YB-Turm Cédric Zesiger trifft. Dieser nutzt dies zu einem Fall aus, der den Ref tief beeindruckt haben muss. Er zeigt auf den Punkt und dem Keeper Rot. Von da an gibts kein Halten mehr für die Rumänen.

«Schämen Sie sich!»

«Dieser Schiedsrichter war eine Schande! Ich habe keine Worte dafür. So etwas habe ich noch nie erlebt», sagt etwa Captain Camora.» Irgendwo aus dem Hintergrund ist zu vernehmen, dass ein Betreuer sagt: «Sie haben unser Team zerstört. Schämen Sie sich!»

Und dann folgen die Verschwörungstheorien. So sagt etwa der ebenso zu Unrecht vom Platz gestellte Keeper Balgradean wie auch Jean-Pierre Nsame, dessen Platzverweis ein lächerlicher Witz war: «Der Ref hat uns wahrscheinlich rausgeschmissen, weil wir Rumänen sind. Wir sind ein zu kleines Land. Wahrscheinlich wollten die, dass die Schweizer weiterkommt…»

Zusammenhang mit Paris-Eklat?

Und auch der Trainer sprach von Skandal und beschuldigte die Uefa. Und das ist ein Mann mit einem ganz grossen Namen in Rumänien. Edi Iordanescu, Sohn des legendären Anghel, der dreimal Rumäniens Nationaltrainer war und das Team an der WM 1994 nach einem Sieg gegen Argentinien in die Viertelfinals führte. Iordanescu junior, erst vor einer Woche als Nachfolger von Dan Petrescu zum neuen Cluj-Coach ernannt: «Das ist ein Skandal! Ein Diebstahl! Uns ist eine grosse Ungerechtigkeit widerfahren! Für diesen Penaltypfiff gibt es keine Erklärung.

Nur die Schiedsrichter haben da ein Foul gesehen. Nicht mal die Gastgeber.» Und dann muss der Pariser Rassismus-Skandal als Grund für Bastiens Pfiffe herhalten: «Vielleicht gibt es da einen Zusammenhang mit dem, was in Paris passiert ist…» Zur Erinnerung: Der Rumäne Sebastian Coltescu war der vierte Offizielle, der Basaksehirs Assistenztrainer Pierre Webo mit den Worten «Es war der Schwarze da» identifizierte.

Und das im Spiel gegen PSG in Paris. Diesen Zusammenhang stellen natürlich auch die rumänischen Medien und Fussballfans her. Cluj sei aus der Europa League gepfiffen worden, weil es aus Rumänien kommt, so der Grundtenor.


https://www.blick.ch/sport/fussball/das ... 40900.html

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 Beitrag Verfasst: Freitag 11. Dezember 2020, 13:04 
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Cluj-Torschütze Debeljuh spielte mit Hirnerschütterung: «Er kann sich an nichts erinnern»

Beinahe hätte der CFR Cluj gestern die Sensation geschafft, den Rumänen fehlten gegen YB nur wenige Minuten zum Einzug in di K.o.-Runde der Europa League. Bis zur 93. Minute führte Cluj mit 1:0, dann drehte der Schweizer Meister die Partie dank eines schmeichelhaft gepfiffenen Penaltys und eines Konters aber doch noch.

Die Schlussphase mit den zwei YB-Treffern, insgesamt drei Roten Karten und vielen Nickligkeiten war äusserst turbulent, Cluj-Torschütze Gabriel Debeljuh kann sich daran aber nicht erinnern. Der 24-jährige Kroate, der in der 74. Minute eingewechselt wurde und 10 Minuten später (wohl aus einer Abseitsposition) das 1:0 erzielte, kriegte kurz nach seinem Treffer in einer harmlos anmutenden Szene von YB-Verteidiger Nicolas Bürgy einen Schlag gegen den Hinterkopf.

Debeljuh ging zu Boden und blieb kurz liegen. Bald rappelte er sich allerdings wieder auf und spielte die Partie auch zu Ende. Nach dem Schlusspfiff konnte sich der Mittelstürmer gemäss der rumänischen Zeitung «Pro Sport» an nichts mehr erinnern und wurde deshalb ins Spital gebracht, wo bei Debeljuh eine Hirnerschütterung diagnostiziert wurde.

«Debeljuh stand unter Schock», erzählte Cluj-Trainer Edi Iordanescu gegenüber «Fanatik». «Er erinnerte sich an nichts und wusste auch nicht, dass er in der Schweiz war.» Auf die Frage, wer Trainer seiner Mannschaft sei, antwortete er Dan Petrescu statt Edi Iordanescu. Petrescu war jedoch am 30. November entlassen worden.

Debeljuh hatte Glück im Unglück und konnte bald wieder aus dem Spital entlassen werden. Gegenüber «Pro Sport» schilderte er seine Erlebnisse so:

«Jetzt geht es mir wieder gut, aber kurzfristig habe ich mich an nichts erinnert, was in den letzten drei Monaten passiert ist. Mir ging es überhaupt nicht gut. Ich bin im Spital aufgewacht und wusste nichts über die zweite Halbzeit und das Ende des Spiels. Es war sehr seltsam, aber jetzt kann ich mich wieder an alles erinnern.»
quelle: pro sport

Während Debeljuh sich im Spital erholte, schäumten seine Kollegen wegen des späten Penalty-Geschenks des französischen Schiedsrichters Benoit Bastien vor Wut. Cluj-Trainer Iordanescu sprach von «Diebstahl» und einer «grossen Ungerechtigkeit». Der portugiesische Captain Camora erklärte: «Dieser Schiedsrichter ist eine Schande. Mir fehlen die Worte. So etwas habe ich noch nie erlebt.» Goalie Balgradean witterte gar eine Verschwörung: «Wir Rumänen sind zu klein! Der Schiri wollte wohl, dass die Schweizer weiterkommen.»

Etwas sachlicher blieb der rumänische Ex-Schiedsrichter Cristi Balaj, der mittlerweile bei «Telekom Sport» als TV-Experte arbeitet. Zwar erklärte auch er, dass es keinen Elfmeter hätte geben dürfen, er stellte aber auch klar, dass Clujs Führungstreffer nicht hätte zählen dürfen: «Debeljuh stand ganz leicht im Abseits, aber das war schwer zu erkennen. Das hätte nur der VAR sehen können. Alles in allem war es eine schwache Schiedsrichter-Leistung. Aber ich sehe hier definitiv keine Verschwörung.»


https://www.watson.ch/sport/fussball/40 ... s-erinnern

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 Beitrag Verfasst: Freitag 11. Dezember 2020, 23:13 
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YB schafft Einzug in K.o.-Phase nach wahrer Zitterpartie

Bis zum allerletzten Moment mussten die Young Boys warten und auch von Glück profitieren, um am Ende mit einem 2:1-Sieg gegen den rumänischen Meister Cluj jubeln zu können. Die europäische Überwinterung ist damit fix. Nun stellt sich die Frage, auf welchen Brocken sie zuerst in der K.o.-Phase treffen.


https://www.telebaern.tv/telebaern-news ... -140204622

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 Beitrag Verfasst: Freitag 11. Dezember 2020, 23:15 
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YB: Wegen dieser Szene fehlt Jean-Pierre Nsame in nächster Runde

Beim 2:1-Sieg von YB gegen Cluj steht in den letzten zehn Minuten der Schiri im Mittelpunkt. Der Franzose stellt unter anderem Jean-Pierre Nsame vom Platz.

Das Wichtigste in Kürze

- YB gewinnt das letzte Gruppenspiel der Europa League gegen Cluj mit 2:1.
- Doch der Meister bezahlt den Sieg mit der Roten Karte gegen Jean-Pierre Nsame teuer.
- Die Auslosung für die K.o.-Phase findet am Montag ab 13 Uhr statt.

Es ist ein undankbarer Job. Ein Schiri hat in der Regel dann gut gepfiffen, wenn nach dem Spiel nicht über ihn gesprochen wird. Das kann Benoit Bastien nach dem Spiel YB gegen Cluj vom Donnerstag wahrlich nicht von sich behaupten.

Der Franzose pfeift eigentlich lange gut. Doch dann steht er in der Schlussphase des letzten Gruppenspiels in der Europa League im Mittelpunkt.

Erst erhält YB einen umstrittenen Penalty, den Jean-Pierre Nsame zum wichtigen Ausgleich verwandelt. Bei dieser Szenen stellt er auch gleich – völlig übertrieben – Cluj-Goalie Balgradean vom Feld.

Witz-Rot gegen YB

Nur wenige Sekunden später startet Nsame ein «Einmann-Pressing», tief in der Spielfeldhälfte der Rumänen. Er legt dabei seinen Gegenspieler, nimmt die Gelbe Karte für ein taktisches Foul in Kauf und will damit Zeit gewinnen. Doch Schiri Bastien zückt Rot!

Auf den Ausgang des Spiels hat der zweite von drei Platzverweisen keinen Einfluss mehr. Nach einem Konter entscheidet Gianluca Gaudino das Spiel endgültig – YB überwintert erstmals seit 2014 europäisch.

Auslosung am Montag

Im Sechzehntelfinal der Europa League darf sich YB über einen attraktiven Gegner freuen. Kaliber wie Arsenal, Manchester United, Milan oder Leverkusen sind im Topf.

Die Auslosung steigt am kommenden Montag ab 13 Uhr. Dann entscheidet sich, wer der nächste Gegner des einzigen Schweizer Vertreters in Europa wird.

Klar ist: Ein Gegner in dieser Grössenordnung würde YB wohl ein ausverkauftes Haus und damit auch hohe Einnahmen bescheren. Ob aber am 18. und 25. Februar 2021 bereits wieder vor Fans gespielt wird, darf zumindest bezweifelt werden.

Wer ersetzt Nsame in der K.o.-Phase?

Und: YB muss mindestens in einem der beiden Spiele auf seinen Torgaranten verzichten. Top-Scorer Jean-Pierre Nsame dürfte nach der Roten Karte gesperrt werden – und fehlt sicher in einem der beiden Spiele.

Dabei ist der letztjährige Torschützenkönig der Super League auch in dieser Saison die Berner Lebensversicherung. Nach einer kurzen Ladehemmung zum Start steht er bereits wieder bei zwölf Treffern in 18 Pflichtspielen. Mit vier Toren in der Europa League hat er den Beweis erbracht, dass er es international drauf hat.

In der K.o.-Phase müssen also für einmal andere YB-Stürmer in die Bresche springen. Vielleicht platzt bis dann der Knoten von Neuzugang Jordan Siebatcheu?


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-we ... e-65834481

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 Beitrag Verfasst: Freitag 11. Dezember 2020, 23:43 
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Die zittrige Hand: YB wie einst Roger Federer

Das Europa-League-Spiel zwischen den Young Boys und Cluj (2:1) war kein Spiel wie jedes andere. Der fussballerische Gehalt war dürftig, aber die tumultuöse Schlussphase macht den Match unvergesslich.

Was haben die Young Boys mit Roger Federer zu tun? Auf den ersten Blick kaum etwas, denn der Maestro ist von Kindsbeinen an bekennender Fan des FC Basel. Aber Roger Federer wird sich immer an das French Open 2009 erinnern. Er spielte im Final gegen den Schweden Robin Söderling. Im dritten Satz schlug er zu seinem ersten (und bis heute einzigen) Triumph in Paris auf. Er gewann das Game und den Titel. Aber danach sagte er in einem Interview auf Englisch, dieses letzte Game sei für ihn "almost unplayable" gewesen, so gut wie nicht spielbar. Die Blockade vor dem Erreichen des grossen Ziels.

Fussballprofis sind genau wie Tennisprofis auch nur Menschen. Trainer Gerardo Seoane zog in der Medienkonferenz nach dem erknorzten 2:1-Sieg gegen Cluj den Vergleich mit dem Tennisspieler, dessen Hand beim Matchball zu zittern beginnt. Im Wankdorf zitterte fast die ganze Mannschaft. Was Seoane mit den Spielern des Langen und Breiten besprochen hatte, schien vergessen zu sein, jedenfalls konnten es die Spieler auf dem Platz nicht umsetzen - im Gegensatz zu herkömmlichen Spielen in der Super League. Seoane liess dies vor den Medien ebenfalls durchblicken.

Mit der Leistung war Seoane unzufrieden. Aber er nahm seine Mannen in Schutz, weil es ein Spiel war, in dem es um alles oder nichts ging. Wer jede Partie ausschliesslich nach Ästhetik und spielerischem Gehalt beurteilt, wurde am Mittwochabend bitter enttäuscht. Es ging jedoch weder für die Berner noch für die Rumänen darum zu zaubern und zu brillieren. Es zählte nur das Weiterkommen in einer Nervenschlacht. Und die Berner stehen jetzt in den Sechzehntelfinals. Sie haben das entscheidende Game gewonnen und den Matchball verwertet.

Es war vermutlich kein Zufall, dass die jüngeren Young Boys zum Teil weit hinter ihren normalen Leistungen zurückblieben, während erfahrenere Spieler wie Miralem Sulejmani und der tadellos wehrende David von Ballmoos zu den Besten gehörten.

Die UEFA setzt in der Europa League keinen VAR ein. Mit ihm wäre die Schlussphase im Wankdorf ohne Zweifel nicht so ereignisreich verlaufen. Der Videoassistent hätte sich nach Clujs Führungstor eingeschaltet, weil der abstaubende Torschütze beim vorgängigen Pfostenschuss im Offside stand. Der Penaltyentscheid von Schiedsrichter Benoît Bastien nach 91 Minuten hätte wahrscheinlich auch nicht standgehalten. Clujs Torhüter Cristian Balgradean traf im Luftduell mit Cedric Zesiger in erster Linie den Ball und in zweiter Linie Zesigers Kopf. Ohne die Rote Karte gegen Balgradean hätte wohl auch Jean-Pierre Nsame bis zuletzt auf dem Platz bleiben können. Aber der Goalgetter sah für ein Dutzend-Foul ein vermutlich kompensierendes Rot. Das letzte, korrekte und mit einem Konter von Meschack Elia und Gianluca Gaudino herausgespielte Tor hätte sich auch ohne die vorangegangenen Fehlentscheide so zutragen können. Denn in der Nachspielzeit hätten die Rumänen ohnehin alles nach vorne werfen müssen, da ihnen ja nur ein Sieg weitergeholfen hätte.

Rumänischer Furor

Schiedsrichter Bastien zog mit seinem tatsächlich höchst strittigen Penaltyentscheid augenblicklich den Zorn der Rumänen auf sich. Nach dem Spiel war hier und dort von Betrug und Diebstahl die Rede. Auch eine weit hergeholte Verschwörungstheorie machte die Runde: Der Franzose Bastien habe sich irgendwie am rumänischen Offiziellen für den Rassismus-Vorfall im Champions-League Spiel zwischen Paris Saint-Germain und Basaksehir Istanbul revanchieren wollen.


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/fu ... -140201550

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