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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Sonntag 23. Februar 2020, 22:56 |
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23.02.2020  Zitat: «Wir hätten den Sieg verdient gehabt»: YB gleicht in der Nachspielzeit zum 3:3 aus – St.Galler sind nach umstrittenem Penalty-Entscheid enttäuscht
Auch nach dem Direktduell zwischen St.Gallen und YB führt kein Team die Super League klar an. Die Espen und die Berner trennen sich nach einem umkämpften Spiel 3:3. Der FC St.Gallen bleibt aber an der Spitze.
Die Tore
- 1:0, 10. Minute, Betim Fazliji: Lukas Görtler verlängert einen Freistoss von Jérémy Guillemenot mit dem Kopf und Fazliji befördert den Ball zum 1:0 ins Tor. - 1:1, 44. Minute, Jean-Pierre Nsame: Nicolas Ngamaleu spielt einen schönen Pass auf Nsame, der souverän einnetzt. - 1:2, 47. Minute, Nicolas Ngamaleu: Felix Mambimbi legt im Strafraum zurück auf Ngamaleu. Dieser schlenzt den Ball in die weite Ecke. Keine Chance für FCSG-Goalie Lawrence Ati Zigi. - 2:2, 76. Minute, Ermedin Demirovic: Lukas Görtler flankt vors Tor, dort steigt Demirovic hoch und befördert den Ball per Kopf ins Tor. - 3:2, 90. Minute, Lukas Görtler: Nach einem Eckball versenkt Görtler den Ball per Kopf im Tor. - 3:3, 99. Minute, Guillaume Hoarau: Wegen eines Handspiels von Miro Muheim spricht der VAR den Bernern einen Penalty zu. Den ersten Elfmeter von Hoarau kann Lawrence Ati Zigi am Tor vorbeilenken. Doch weil Zigi sich zu früh von der Linie weg bewegt haben soll, lässt der Schiedsrichter den Penalty wiederholen. Beim zweiten Anlauf trifft der Berner.
Die Spielanalyse
Viele der 19'024 Fans dürften bei der Präsentation der Startelf inzwischen nur auf eine Info warten: Spielt Fazliji? Denn immer, wenn der 20-Jährige bisher auf dem Platz stand, gewann der FCSG. Letzte Woche gegen Luzern sass Betim Fazliji auf der Bank – und die St.Galler verloren. Und beinahe hätten alle, die in Fazliji St.Gallens Glücksbringer sehen, in der vierten Spielminute die Bestätigung erhalten. Nach einem Eckball der Espen herrscht im Berner Strafraum Chaos. Cedric Itten kommt völlig frei zum Abschluss, hämmert den Ball aber an den Pfosten. Der Ball kullert an der Torlinie vorbei, bevor Jordan Lefort das Leder aus der Gefahrenzone bringen kann.
In der 10. Minute dann der Beweis: Fazliji ist nicht nur der Glücksbringer der Espen, sondern auch ihr erster Torschütze! Lukas Görtler verlängert mit dem Kopf einen Freistoss von Jérémy Guillemenot mit dem Kopf und Fazliji befördert den Ball zum 1:0 ins Tor.
Der ausverkaufte Kybunpark tobt. 19'000 Fans (mit Ausnahme der Berner) goutieren die starke Startphase ihrer Mannschaft mit einer Standing Ovation. Bereits in der 13. Minute kommt der FCSG durch Yannis Letard zu seiner nächsten guten Torchance, doch der Ball rollt knapp am rechten Pfosten vorbei.
Die St.Galler halten das Tempo hoch, sodass YB zunächst etwas überfordert scheint. Doch im Laufe der ersten Halbzeit kommen auch die Hauptstädter immer besser ins Spiel. In der 27. Minute fehlt nicht viel und die Berner hätten den Ausgleich erzielt. Doch der Schuss von Christian Fassnacht geht nur an den Pfosten.
In der 35. Minute wechselt Trainer Peter Zeidler Verteidiger Yannis Letard aus. Dieser war zuvor mit Jean-Pierre Nsame zusammengeprallt und erhielt die gelbe Karte. Für Letard kommt der 19-jährige Tim Staubli zu seinem dritten Teileinsatz. An der Pressekonferenz nach dem Spiel wird Zeidler erklären, dass Letard eine Gehirnerschütterung erlitten habe.
Obwohl YB jetzt mehr Druck macht, hält die Führung des FC St.Gallen – bis kurz vor der Pause. In der 44. Minute erzielt Nsame nach einem schönen Zuspiel von Nicolas Ngamaleu den Ausgleich. Drei Minuten später kommt es noch schlimmer: Ngamaleu erzielt den Führungstreffer zum 2:1 für die Berner.
Die Ernüchterung in St.Gallen ist gross:
Die St.Galler wirken zu Beginn der zweiten Halbzeit leicht verunsichert. Die erste vielverprechende Chance erarbeiteten sich die Espen in der 58. Minute. Zunächst versucht Jordi Quintillà einen Freistoss in die weite Ecke zu schlenzen, Goalie David von Ballmoos ist aber zur Stelle. Gleich darauf versucht Ermedin Demirovic sein Glück, doch sein Schuss geht am Tor vorbei.
Die St.Galler wirken zu Beginn der zweiten Halbzeit leicht verunsichert. Die erste vielverprechende Chance erarbeiteten sich die Espen in der 58. Minute. Zunächst versucht Jordi Quintillà einen Freistoss in die weite Ecke zu schlenzen, Goalie David von Ballmoos ist aber zur Stelle. Gleich darauf versucht Ermedin Demirovic sein Glück, doch sein Schuss geht am Tor vorbei.
Die zweite Halbzeit ist geprägt von Fouls auf beiden Seiten, St.Gallen und YB schenken sich nichts. Beide Teams kommen immer wieder zu hochkarätigen Chancen, es fallen aber keine weiteren Tore. Erst in der 76. Minute bricht das ganze Stadion in Jubel aus: Demirovic erzielt den Ausgleich.
Damit wollen sich die Ostschweizer aber nicht zufrieden geben – weder die Fans noch die Mannschaft auf dem Platz. Das Publikum steht, die Espen werfen alles nach vorne. Und es scheint zu wirken: Lukas Görtler erzielt das 3:2 für den FC St.Gallen. Ist es der Siegestreffer?
Die Nachspielzeit ist dann aber Dramatik pur: YB erhält wegen eines Hands von Miro Muheim und nach einer VAR-Konsultation einen Penalty zugesprochen. Zigi pariert, der Jubel ist grenzenlos – und kurz. Denn Schiedsrichter Alain Bieri lässt den Penalty wiederholen. Zigi habe sich zu früh von der Torlinie weg bewegt, entscheidet Bieri. Beim zweiten Anlauf trifft Guillaume Hoarau. 3:3 Endstand.
Für die St.Galler ist dieser späte Ausgleich aufgrund einer umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidung besonders bitter. Da fällt es schwer, dem Unentschieden, das sich eher wie eine Niederlage anfühlt, etwas Positives abzugewinnen. Wir versuchen es trotzdem:
1. Der FCSG bleibt Leader der Super League. 2. Die Serie hält: Mit Fazliji auf dem Platz hat der FCSG noch nie verloren.
Der Beste
Lukas Görtler. Der Deutsche peitscht nicht nur das Publikum, sondern auch seine Teamkollegen an. Unglaublich, was für ein Pensum er abspult. Die Belohnung: Zwei Assists und ein Treffer.
Der Schlechteste
Nach einer ansprechenden Startphase taucht Cedric Itten ab. In der 76. Minute aber hätte er sich aber noch zum Matchwinner krönen können, doch der Basler verpasst eine Hereingabe knapp.
Die Fans
Zum ersten Mal in der bald zwölfjährigen Geschichte war das St.Galler Stadion bereits vier Tage vor einem Spiel ausverkauft. Zuletzt war der Kybunpark, der damals noch AFG Arena hiess, am 7. April 2013 gegen den FC Basel bis auf den letzten Platz besetzt – also vor fast sieben Jahren. Dazwischen war das Stadion zwar noch zwei weitere Male ausverkauft, allerdings wurden die Tickets im Rahmen des 140-Jahr-Jubliäums des FC St.Gallen damals vergünstigt angeboten.
Nicht nur auf dem Platz lieferten sich die Berner und die St.Galler ein Duell auf hohem Niveau – auch neben dem Platz: Beide Fanblöcke liessen sich für den Spitzenkampf nicht lumpen. Vor allem die FCSG-Anhänger hatten sich eine Choreografie der Extraklasse ausgedacht. Auf den Transparenten rund um eine gigantische Batman-Figur steht:
«Always be yourself. Unless you can be the FCSG. Then always be the FCSG.»
Die schönste Geste
Dass der FCSG am letzten Sonntag die erste Niederlage der Rückrunde kassiert hatte, verkam anfangs Woche zur Nebensache. Denn am Dienstag wurde bekannt, dass sich Stürmer und Leistungsträger Boris Babic im Spiel gegen Luzern einen Kreuzbandriss zugezogen hat und für ein halbes Jahr ausfällt. Heute wird der 22-Jährige operiert. Und man fragte sich: Wie wird der FCSG auf den Ausfall von Babic reagieren? Die Antwort lieferte die Mannschaft bereits vor dem Spiel: Aus Solidarität zu ihrem abwesenden Teamkollegen trugen alle FCSG-Spieler beim Aufwärmen ein schwarzes Shirt mit der Nummer 34 – Babic' Nummer – und der Aufschrift «Chicos Locos». Übersetzt: verrückte Jungs.
Der Rückblick
Gestern vor 16 Jahren jährte sich ein Ereignis, das wohl kein FCSG-Fan vergessen wird. (Nein, nicht die 3:11-Niederlage in Wil.) Am 22. Februar 2004 war ebenfalls YB zu Gast in der Ostschweiz, damals noch im Espenmoos. Die St.Galler zogen einen grottenschlechten Tag ein und unterlagen den Bernern mit 1:3. Ein Espe überragte jedoch alle: Verteidiger Marc Zellweger. Nach der roten Karte gegen Torhüter Stefano Razzetti in der 75. Minute streifte sich «Zelli» das Goalieleibchen über, stellte sich zwischen die Pfosten – und hielt den Penalty von Gürkan Sermeter. Nach dem Spiel sagte Verteidiger-Goalie Marc Zellweger: «Ich kann nur in den rechten Ecken springen, also sprang ich in den rechten.»
Die Reaktionen
Stürmer Cedric Itten: «Es war sehr bitter für uns, dass der Schiedsrichter den Penalty wiederholen liess. Damit hatte ich nicht gerechnet. Wir hätten den Sieg verdient gehabt. Wir bewiesen eine grossartige Moral vor einer grossartigen Kulisse. Jeder ging für jeden.»
Captain Silvan Hefti: «Solch ein Wechselbad der Gefühle habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt. Unser Plan ging bis kurz vor der Pause gut auf. Dann aber war YB einfach YB. Wir zeigten aber viel Moral und kämpften uns zurück.»
https://www.tagblatt.ch/sport/fcstgalle ... ld.1197418
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shalako
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Verfasst: Sonntag 23. Februar 2020, 22:58 |
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23.02.2020  Zitat: St.Gallens Görtler: «Mich nervt das Konstrukt mit dem Videoschiedsrichter»
Einer der auffallendsten Spieler beim 3:3 im Spitzenspiel zwischen St.Gallen und den Young Boys war Lukas Görtler, der das 3:2 erzielte. Im Interview spricht er über den aufwühlenden Match.
Alle dachten, Sie seien der Siegtorschütze. Sie auch?
Das dachte ich auch für einige Minuten. Ich muss aufpassen, was ich sage. Es lief sehr unglücklich. Aber ein Lob an meine Mannschaft. Was für eine Mentalität! Wenn man vor der Pause zwei Gegentore kriegt und so aus der Pause kommt. Eine Halbzeit lang in der Hälfte der Berner zu spielen, alles unter Kontrolle zu haben. Wir wussten, wenn wir so weitermachen, fallen die Tore. Und so kam es dann auch. Eine Mannschaft mit einem Altersdurchschnitt von etwa 22 Jahren und jeder sagt: Wir wollen das Spiel gewinnen. Und dann machen wirklich noch das 3:2. Was dann passiert, ist unglaublich.
Aufpassen, was sagen? Was macht es so schwierig, jetzt klare Worte zu finden?
Zum Einen nervt mich das ganze Konstrukt mit dem Videoschiedsrichter. Das nimmt dem Sport viel an den Emotionen, der ihn auszeichnet. Nach jedem Tor muss man eineinhalb Minuten zittern und warten, ob das Tor überhaupt zählt. Im ersten Spiel in Luzern wurde uns ein Elfmeter weggenommen, obwohl es kein deutlicher Fehlentscheid war. In Basel wurde uns ein Tor weggenommen, obwohl es kein deutlicher Fehlentscheid war. Und heute kann man den Elfmeter geben. Ob es ein klarer Fehlentscheid ist, weiss ich nicht. Und dann hält Zigi den Elfmeter, was fast schon Comedy ist. Weil der Torwart drei Zentimeter vor der Linie steht, wird er wiederholt. Ich habe in meinem Leben vielleicht schon 3 000 Elfmeter gesehen, bei 2 999 ist genau dasselbe passiert und er wurde nicht wiederholt. Umso bitterer, so zwei Punkte herzugeben.
Kann man trotzdem positive Dinge mitnehmen?
Wir haben gezeigt, dass wir mit Bern nicht nur mithalten können, sondern sogar dominieren. Dass wir zurückkommen können. Die Mannschaft hat sich in der Halbzeitpause gesagt: Wenn wir für eines stehen in dieser Saison, dann dafür, dass wir nicht nur stark loslegen können, sondern auch Spiele drehen. Das haben wir uns heute selbst bewiesen. Ich bin stolz, Teil der Mannschaft zu sein. Denn das ist eine ganz besondere Truppe. Ich geniesse es, hier zu spielen.
Habt ihr mit YB am letzten Spieltag eine Rechnung offen?
Mal sehen, was dort passiert. Aber ich freue mich darauf.
Wie ist das 3:3 einzuordnen?
Ich glaube, es ist sehr ärgerlich. Die Enttäuschung ist natürlich sehr gross. Wir hätten die drei Punkte mehr als verdient. Aber nach zwei, drei Tagen Ruhe, wenn der Kopf wieder frei ist, dann kommt, glaube ich, eher das Gefühl, dass wir stolz sein können. Und dass wir, wenn wir so weiterspielen, noch mehr Spiele gewinnen.
War das heute die Meisterprüfung?
Nein, das ist ein bisschen weit hergeholt. Oft entscheiden sich Meisterschaften in Spielen gegen vermeintlich leichtere Gegner. Aber es ist nicht unser Anspruch, zu sagen, dass wir jetzt Meister werden wollen. Nur, weil wir gegen YB mithalten können. Das wussten wir schon lange. Das Ziel von uns ist es, das Maximum herauszuholen. Das heisst: in jedem Spiel drei Punkte. Am Ende schauen wir, was dabei herauskommt.
YB hat dreimal so viel Fouls gemacht wie St. Gallen. War der FCSG einfach immer einen Schritt schneller?
Ja, vielleicht waren wir gedanklich etwas schneller. Vielleicht auch deshalb, weil wir oftmals viel riskieren, wenn wir am Ball sind.
https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/stga ... ld.1197610
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shalako
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Verfasst: Sonntag 23. Februar 2020, 23:00 |
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23.02.2020  Zitat: Furioses Spitzenspiel endet unentschieden
Das Spitzenspiel zwischen St. Gallen und YB hält, was es verspricht. Nach einer langen und aufwühlenden Schlussphase trennen sich die beiden unentschieden.
St. Gallen sieht im Spitzenkampf wie der sichere Sieger aus. Doch dann gleicht Guillaume Hoarau zum 3:3 aus. Per Penalty. In Minute 99. Das, nachdem er zwei Minuten zuvor einen verschossen hatte. Doch Lawrence Ati Zigi hatte sich im St. Galler Tor um Sekundenbruchteile zu früh bewegt, worauf Schiedsrichter Alain Bieri den Penalty wiederholen liess. Bereits der Penaltypfiff erfolgte dramatisch, weil ebenfalls erst nach Eingriff des VAR: Erst nach Videokonsultation sah Bieri, wie der Ball im Strafraum dem St. Galler Miro Muheim an den Arm gesprungen war.
Die St. Galler Party nahm damit ein abruptes Ende. Denn kurz zuvor hatten sich die Fans bereits im Freudentaumel umarmt. Und unten bei der Ersatzbank tanzte Präsident Matthias Hüppi. Der FCSG glaubte, YB 3:2 besiegt zu haben. Es zeigte sich einmal mehr: Wenn es um verrückte Spiele geht, dann stehen die Begegnungen zwischen St. Gallen und YB in der Schweiz im Ranking ganz oben. Das Spitzenspiel am Sonntagnachmittag liess auf jeden Fall keine Wünsche offen. Intensität, Spannung, Emotionen und 6 Tore - es war alles dabei was sich ein Fan nur wünschen kann.
Aber alles der Reihe nach. Der Gastgeber drückte von Anfang an vehement aufs Gas. Verrückt die Pace, die die St. Galler in der Startphase hinlegten. Der Meister konnte sich kaum aus der eigenen Hälfte befreien. Die 1:0-Führung nach 10 Minuten war nur die logische Folge. Görtler verlängerte mit dem Kopf einen Guillemenot-Freistoss - Ngamaleu leistete sich zuvor eine unnötige Rangelei mit Demirovic - und «Glücksbringer» Betim Fazliji traf wuchtig ins Tor. «Glücksbringer» deshalb, weil der FCSG noch nie verloren hat, wenn der Ersatz von Boris Babic (wurde am Sonntag am Kreuzband operiert) auf dem Platz stand.
Nach sieben Jahren - damals noch AFG-Arena - war wieder einmal ein Heimspiel ausverkauft und die 19 024 Zuschauer kamen in diesem Spitzenkampf auf ihre Kosten. Nach der Druckphase zum Start kam YB je länger desto besser ins Spiel. Der Weitschuss von Christian Fassnacht (28.) krachte erst noch an den Pfosten. In der 44. Minute fiel der Ausgleich doch noch. Jean-Pierre Nsame traf nach einem herrlichen Doppelpass mit Ngamaleu zum 1:1. Es war der der 18. Ligatreffer der Berner Nummer 18. Erst Vorlagengeber dann Torschütze: Moumi Ngamaleu (45.+2) erzielte mit einem technischen Kabinettstückchen das 2:1. Der Meister hatte das Spiel innert 3 Minuten gedreht.
Doch wie sagte es der St. Galler Lukas Görtler im Pauseninterview mit Teleclub? «Das haut uns nicht um!» Und tatsächlich: Der FCSG steckte nicht auf, powerte, ackerte und kam zum Ausgleich. Nach einer Flanke von Görtler kam Demirovic (73.) einen Tick vor YB-Verteidiger Lefort an den Ball und glich aus. Und dann traf Görtler (90.) selber. Zum vermeintlichen Sieg. Doch der VAR legte sein Veto ein.
Ereignisarmes 0:0 zwischen Lugano und Sion
Was wäre das für ein Debüt gewesen für Rangelo Janga. Der Neuzugang des FC Lugano kommt bereits nach weniger als einer Spielminute zu einer guten Chance, scheitert aber an Sions Kevin Fickentscher. Dieser Abschluss bleibt der einzige, zu dem das Heimteam in der ersten Halbzeit kommt. Sion ist gewinnt die meisten Zweikämpfen und hat mehr vom Spiel. Gefährliche Aktionen oder Abschlüsse waren aber auch für die Sittener Mangelware. Lugano reagierte, tätigte zwei Wechsel nach der Pause und kam besser ins Spiel. Doch auch in der zweiten Hälfte waren die Torhüter unterbeschäftigt und so überraschte das torlose Unentschieden niemanden.
Für Sions Trainer Ricardo Dionisio, der seit Anfang Jahr im Amt ist, ist dies erst der zweite Punkt im fünften Spiel. Seinem Boss Christian Constantin schien das auf dem Feld Gezeigte auch nicht zu gefallen. Mit grimmigem Blick verfolgte er zusammen mit weniger als 2900 Zuschauern das Spiel. Wie lange er noch an seinem neuen Trainer festhalten wird, steht in den Sternen, aber zufrieden dürfte er mit seiner Verpflichtung nicht sonderlich sein.
St. Gallen - Young Boys 3:3 (1:2)
19'024 (ausverkauft). - SR Bieri.
Tore: 10. Fazliji (Görtler) 1:0. 44. Nsame (Ngamaleu) 1:1. 45. Ngamaleu (Mambimbi) 1:2. 73. Demirovic (Görtler) 2:2. 91. Görtler (Ribeiro) 3:2. 97. Hoarau (Handspenalty) 3:3.
St. Gallen: Zigi; Hefti, Stergiou, Letard (34. Staubli), Muheim; Görtler (93. Bakayoko), Quintillà, Fazliji; Guillemenot (89. Ribeiro); Itten, Demirovic.
Young Boys: Von Ballmoos; Janko, Bürgy, Lefort, Garcia; Fassnacht, Lustenberger, Martins, Ngamaleu (77. Zesiger); Mambimbi (83. Elia), Nsame (87. Hoarau).
Bemerkungen: St. Gallen ohne Ruiz (gesperrt), Babic, Costanzo, Adonis Ajeti, Nuhu, Lüchinger und Strübi (alle verletzt), Gonzalez, Campos und Vilotic (alle nicht im Aufgebot). YB ohne Aebischer, Camara, Lotomba, Sierro, Sörensen und Sulejmani (alle verletzt). 4. Pfostenschuss von Itten. 28. Pfostenschuss von Fassnacht. Rote Karte: 98. Guillemenot (Reklamieren/nach Schlusspfiff). Verwarnungen: 15. Janko, 31. Lustenberger, 33. Letard, 39. Ngamaleu, 46. Demirovic, 70. Guillemenot (alle Foul). 94.Muheim (Handspiel). 95. Zigi (Unsportlichkeit). https://www.bernerzeitung.ch/spitzenkam ... 8185122210
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shalako
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Verfasst: Sonntag 23. Februar 2020, 23:01 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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23.02.2020  Zitat: Ein bisschen Magie und viel Wahnsinn
1:0, 1:2, 3:2 und 3:3. Aber den Young Boys bleibt nach einem aufwühlenden Nachmittag das letzte Lachen.
Selbst eine offizielle Verlängerung wäre bald vorbei. Es läuft die 99. Minute zwischen St. Gallen und YB, eine echte Verlängerung ist in diesem Liga-Spitzenkampf natürlich nicht vorgesehen, nur die Intensität der Partie verleitet zum Cup-Vergleich. Es sind 99 Minuten Kampf und Attraktion und auch ein bisschen Irrsinn, spätestens jetzt, als Guillaume Hoarau zum zweiten Penalty binnen Minuten anläuft, weil sich St. Gallens Goalie Lawrence Zigi beim ersten zu früh von der Linie weg bewegt hat. Erst pariert Zigi, dann trifft Hoarau, 3:3, YB holt spät den Punkt. Frust und Jubel treffen in einer intensiven Nachbearbeitung aufeinander.
«Es ist nicht unsere Aufgabe, Schiedsrichterleistungen zu kommentieren», sagt St. Gallens Trainer Peter Zeidler später, um zu einer zweiminütigen Sinnfrage über die Regelauslegung und den VAR anzusetzen. YB-Trainer Gerardo Seoane schafft es, sich eines Kommentars zur Entscheidung des Tages zu entziehen, attestiert dem Referee später einen «ruhigen Kopf in einem hitzigen Spiel».
Es ist kein Spiel für Trainer. Vielmehr ist es eines für den Zuschauer, weil vogelwildes Abwehrverhalten auf unbändige Angriffslust trifft, weil die Dramaturgie einen unfassbaren Spielverlauf bereithält. Am Anfang treten die Young Boys vor allem als Zuschauer in Erscheinung. Sie schauen zu, wie St. Gallen sein Tempospiel aufzieht, schauen zu, wie Betim Fazliji nach heillosem Durcheinander früh zur Führung trifft. Zwei, drei Tore für das Heimteam könnten es nach den ersten 20 Minuten sein. Es bleibt bei einem. «Wir konnten unsere spielerische Linie nicht durchziehen», meint Seoane. «Unsere Energie hat mich beeindruckt», sagt Zeidler.
Und dann erwacht YB. Ligatopskorer Jean-Pierre Nsame kann endlich mal einen Ball festmachen, nach schönem Solo von Nicolas Ngamaleu ist er wieder zur Stelle, trifft zum Ausgleich. Es ist der erste YB-Schuss aufs Tor – und der zweite folgt sogleich. Felix Mambimbi legt auf Ngamaleu ab, in einem Anflug von Magie lässt der mit der eleganten «Roulette» den jungen Tim Staubli aussteigen, bevor er in die weite Ecke trifft.
Zweimal Hands, einmal VAR
Die Pausenführung ist für YB ein vorab sehr guter Deal, aber dass es in diesem Spiel beim 1:2 bleibt, ist unvorstellbar. YB versucht früh, Tempo aus dem Spiel zu nehmen, die St. Galler Energie irgendwie zu bremsen. Das misslingt, Seoane merkt das, will seine Mannschaft weiter vorne sehen und treibt an. Eine Viertelstunde vor Schluss fällt das 2:2, es ist Ermedin Demirovic, der sich gegen Jordan Lefort durchsetzt.
YB spielt jetzt mit Dreierkette, greift wieder an, einmal springt der Ball im St. Galler Strafraum an die Hand von Jeremy Guillemenot. Noch schweigt der VAR. Das Spiel wogt hin und her, in der 91. Minute jubelt St. Gallen. Das 3:2 scheint das Schlusswort zu sein, Lukas Görtler trifft nach einem Corner, Trainer Zeidler hüpft.
Doch weiter geht es, das Hands von Miro Muheim, der erste Penalty für YB. Zigi hält, das Stadion bebt. Dann kommt der VAR. «Ich verstand die Welt nicht mehr», gesteht Zeidler. 3:3 endet der Wahnsinn, 2:2 spielt Basel gegen Servette. Alles bleibt gleich. Aber alles bleibt anders – nach 99 Minuten Wahnsinn. https://www.bernerzeitung.ch/ein-bissch ... 0885062746
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shalako
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Verfasst: Sonntag 23. Februar 2020, 23:03 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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23.02.2020  Zitat: Spätes Glück und frühe Schwäche
Beim 3:3 in St. Gallen startet YB schlecht, bis die Angreifer erwachen. Hinten passt wenig zusammen.
David von Ballmoos, 4,5
Hat gerade in der Startphase alle Hände voll zu tun. Stark später bei Quintillas Freistoss, brenzlig in der Schlussphase, als er schon geschlagen ist und Itten fast profitiert.
Saidy Janko, 4
Auch mit holprigem Beginn, aber Janko steigert sich – und kommt später zu zwei guten Gelegenheiten.
Nicolas Bürgy, 3
Zusammen mit Lefort in der Innenverteidigung unter Dauerdruck. Hat Mühe in den Luftduellen, ebenso mit Demirovic – und schaut beim 3:2 Görtlers nur zu.
Jordan Lefort, 3
Ist in der Startphase ein Unruheherd, mit Abspiel- und Stellungsfehlern. Fängt sich wie seine Teamkollegen, lenkt dann aber Demirovics Kopfball zum 2:2 ins Tor.
Ulisses Garcia, 4
Nach den schwachen YB-Startminuten der Erste, der mal eine Flanke schlägt. Viel unterwegs, nicht immer sehr effektiv.
Christian Fassnacht, 5
Guter Auftritt nach schwierigen Wochen. Trifft den Pfosten, ist am 1:1 beteiligt, verursacht dann hinten unnötigerweise einen Freistoss.
Christopher Martins, 4,5
Wird oft gefoult, bringt das auch oft gestenreich zum Ausdruck. Verliert vor dem 0:1 den Torschützen aus den Augen, sonst aber ein stabiler Auftritt.
Fabian Lustenberger, 4
Ungewohnt fehlerhafte Startphase des Captains. Kein einfaches Unterfangen mit der frühen Gelben Karte. Hebt beim 0:1 das Offside auf. Wird dann besser, bissiger.
Nicolas Ngamaleu, 5,5
Kehrte nach Sperre zurück in die Startelf und war, abgesehen von ebenso schwachem Start, Dauerantreiber in der Offensive. Stark die Vorarbeit beim 1:1, atemberaubend das Tor zum 2:1. Muss aus taktischen Gründen früh vom Feld.
Jean-Pierre Nsame, 5
Zu Beginn mit Kopfballstärke eher hinten als vorne ein Plus. Später mit seinem obligaten Tor gegen St. Gallen.
Felix Mambimbi, 5
Gefällt mit guten Laufwegen, mit Agilität, bereitet das 2:1 vor.
Cédric Zesiger, 4,5
77. Minute für Ngamaleu. YB ab da mit Dreier- beziehungsweise Fünferkette. Klärt hinten in der langen Nachspielzeit – und spielt vorne den Ball, der zum Penalty führt.
Meschack Elia, ohne Note
83. Minute für Mambimbi.
Guillaume Hoarau, ohne Note
86. Minute für Nsame. Als Schütze für einmal erst beim zweiten Versuch eiskalt. https://www.bernerzeitung.ch/spaetes-gl ... 6450189581
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shalako
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Verfasst: Sonntag 23. Februar 2020, 23:06 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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23.02.2020  Zitat: St. Gallen hadert mit dem VAR
Der spektakuläre Spitzenkampf zwischen St. Gallen und den Young Boys der 23. Runde der Super League endet ohne Sieger, dafür mit einer Erkenntnis: Nicht immer muss der Gegner auf dem Platz stehen.
Schiedsrichter Alain Bieri hat mit Sicherheit schon angenehmere Momente erlebt als jene, die dem Spitzenspiel der Super League zwischen St. Gallen und den Young Boys folgten. Der 40-Jährige hatte sich im Kybunpark innerhalb der letzten Sekunden durch unpopuläre Entscheide zum Buhmann gemacht, was er beim Verlassen des Platzes - von Ordnern begleitet - von den Fans zu spüren bekam.
Bieri entschied in der letzten Szene des Spiels gleich doppelt zu Ungunsten des Heimteams: Zuerst, als er ein Hands von Miro Muheim als penaltywürdig taxierte, dann, als er den durch Lawrence Ati Zigi abgewehrten Penalty wiederholen liess und Guillaume Hoarau doch noch das 3:3 ermöglichte. Beide Male verliess sich der Schiedsrichter im Stadion auf das Urteil des Video Assistent Referee in Volketswil, was wiederum bei St. Gallens Trainer Peter Zeidler Fragen aufwarf. "Wieso schaut sich Herr Bieri die Szene nicht nochmal selber an?", fragte 57-jährige Deutsche für viele Ostschweizer Fans stellvertretend.
"Kein Spielraum" bei den Schiedsrichtern
Während sich beim FCSG über ersten Penaltypfiff nachträglich niemand über Massen ärgerte, stiess die Wiederholung des Penaltys selbst beim besonnenen Coach auf Unverständnis. "Eigentlich haben wir das Spiel heute zwei Mal gewonnen", so Zeidler. Bieri, der Hoarau aufgrund einer zu frühen Bewegung von Goalie Zigi erneut hatte antreten lassen, sprach im Interview mit dem Fernsehen SRF von einem "klar messbaren Entscheid". "Wir haben hier keinen Spielraum", sagte Bieri, der Zigi vor dem ersten Penalty zudem noch über die Regelauslegung aufgeklärt haben will.
Darüber hinaus zeigte der Unparteiische über die hochgehenden Emotionen bei den Ostschweizern durchaus Verständnis, schliesslich, so gab auch der Schiedsrichter zu, wäre der Millimeter-Entscheid gegen den FCSG ohne den VAR nicht gefällt worden. Auch YB-Coach Gerardo Seoane verstand "den Ärger und die Emotionen über diesen Entscheid in letzter Sekunde", wollte sich zur Regelauslegung allerdings nicht näher äussern. "Das Regelwerk ist die Sache der Schiedsrichter", sagte der 41-Jährige.
Seoane bezeichnete das Spitzenspiel in St. Gallen als "beste Werbung für den Schweizer Fussball". Sein Gegenüber Zeidler stimmte an der PK darin mit ihm überein. Was eben für den Schweizer Fussball gilt, muss nicht auch zwingend für den VAR stimmen. https://www.aargauerzeitung.ch/sport/fu ... -136413107
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shalako
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Verfasst: Montag 24. Februar 2020, 09:37 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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24.02.2020  Zitat: Als wollte man das Leicester der Schweiz nicht: Analyse zum 3:3 im Spitzenkampf zwischen dem FCSG und den Young Boys
Der FC St.Gallen kam im dritten Saisonduell mit den Young Boys zum ersten Punkt. Die Freude der Hausherren über dieses 3:3 wird sich dennoch in Grenzen halten, wegen einer folgenreichen Entscheidung von Schiri Alain Bieri.
Und dann steht in der Schlussminute Schiedsrichter Alain Bieri plötzlich im Fokus. Mit ihm der Videoschiedsrichter Sandro Schärer, der irgendwo in Volketswil vor dem Bildschirm sitzt und Bieri anweist, den von Lawrence Ati Zigi gehaltenen Handselfmeter der Young Boys wiederholen zu lassen.
Weil der Goalie der Ostschweizer nicht, wie es das Regelwerk vorschreibt, mit einem Fuss die Torlinie berührt. Die Emotionen kochen über im mit 19'024 Zuschauern ausverkauften Kybunpark. Die St.Galler verstehen die Welt nicht mehr, weil viele verschossene Penaltys so wiederholt werden müssten, sie umzingeln Bieri, und noch immer führen sie 3:2. Im zweiten Versuch trifft Guillaume Hoarau nun natürlich – 3:3.
Das Spiel ist aus und Alain Sutter, der sonst so besonnene Zeitgenosse, eilt an die vorderste Front zu Bieri – bemerkenswerterweise ein Berner –, der später sagt:
"Es stinkt mir auch als Schiedsrichter, diesen Elfmeter wiederholen zu lassen, aber so sind nun mal die Regeln."
Dabei hat dieser im wahrsten Sinne des Wortes aufregende Spitzenkampf dieses Ende nicht verdient und der FC St.Gallen deutliche Vorteile: Er spielt wie ein Meisterkandidat. Aber es sind die nur körperlich überzeugenden Young Boys, die sich auf ihr starkes Sturmduo Jean-Pierre Nsame/Nicolas Moumi Ngamaleu verlassen können, unmittelbar vor der Pause nach seinem Doppelschlag der Partie eine erste Wende geben und den sich eingehandelten Rückstand in eine 2:1-Führung umwandeln.
Weil St.Gallen aber nicht aufsteckt, Ermedin Demirovic seinen Gegenspieler Jordan Lefort in der 73.Minute zu einem Eigentor «zwingt» und Lukas Görtler mit Beginn der Nachspielzeit für den FC St.Gallen das 3:2 per Kopf erzielt, sind die Szenen mit dem Handspenalty – notabene per VAR-Entscheid erst gegeben – überhaupt möglich und so entscheidend.
YB-Mittelfeldspieler Christian Fassnacht sagt später, der VAR sei nun halt da, mit dem Punktgewinn aber ist er nicht zufrieden. «Wir haben hohe Ambitionen, wollen Meister werden.» Und genau das ist der springende Punkt. So mir nichts dir nichts holt die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane in dieser Saison diesen Pokal nicht, weil sich der FC St.Gallen als ebenso aufmüpfiger wie hartnäckiger Gegner erweist. Und dahinter, mit fünf Punkten Rückstand, lauert auch noch der FC Basel.
Früher musste der Stadionsprecher im Espenmoos gefühlt bei jedem Heimspiel der Ostschweizer ausrufen, der Halter mit dem St.Galler Nummernschild so und so müsse dringend umparkieren. Und heute kommt für die Ligakrösusse Basel und Young Boys der FC St.Gallen nun wie ein Falschparker daher. Doch sein junger, schnittiger Wagen lässt sich irgendwie nicht so leicht wegbringen vom besten Platz, dem Sehnsuchtsort der Super League.
Weit in den Hintergrund rückt die aktuelle, spannende Tabellensituation damit auch die Diskussion um eine mögliche Modusänderung in der Super League, die vor allem aus dem Blickwinkel einer langweiligen, weil früh entschiedenen Meisterschaft entstanden ist.
Der St.Galler Stürmer Cedric Itten nennt die Punktverluste «sehr bitter», und die Berner müssen sich fragen, wie ihre Heimfahrt wohl ausgesehen hätte, würden sie jetzt Zweite sein mit drei Zählern Rückstand. Ob Seoane dann auch noch davon sprechen würde, «beste Werbung für den Schweizer Fussball erlebt zu haben»? Doch anstatt dass dieses Wahnsinnsspiel an sich das dominierende Thema ist, fragt sich nun die ganze Schweiz, was der VAR aus dem Fussball macht.
Fürs Erste verunmöglicht er, dass es mehr Nahrung gibt für ein immer realistischer werdendes Leicester der Schweiz, und wenn man die Worte von St.Gallens Trainer Peter Zeidler umdeuten will, dann kann man sogar meinen, als wollte der VAR dieses Leicester der Schweiz, diese Cinderella-Geschichte nicht; 2016 ist der englische Aussenseiter-Club ja Sensationsmeister der Premier League geworden. Zeidler jedenfalls sagt:
"Ich kommentiere Schiedsrichterleistungen nicht. Ich frage mich aber, weshalb Herr Bieri die Szene beim wiederholten Penalty nicht nochmals anschaut. Man sollte sich im Leben nicht immer auf Herrn Schärer verlassen."
Fakt ist, dass St.Gallen den Bernern nach dem 2:3 und 3:4 in der Hinrunde nähergekommen und damit auf die nächste Stufe gelangt ist. Spätestens nach diesem 3:3 muss der Leader der Super League als ernstzunehmender Meisterkandidat gelten, der mit seiner Power und Juvenilität, mit seiner Euphorie im und rund um den Verein, mit seinem Zusammenhalt und Selbstvertrauen beeindruckt.
Favorit Nummer eins auf den Titel bleiben wohl aber weiter die verletzungsgeplagten, vom afrikanischen Element geprägten Young Boys. Nur schon wegen ihrer wirtschaftlichen Dominanz wären sie ein Meister der Logik, St.Gallen aber ist jetzt schon ein Meister des Herzens.
Die Abrechnung erfolgt am 21. Mai in Bern, wenn die Young Boys den FC St.Gallen im letzten Saisonspiel empfangen. Dabei wollten ihre Stadtpolitiker eine Finalissima im eigenen Stadion tunlichst vermeiden. Sie hatten da aber den FC Basel im Kopf. https://www.aargauerzeitung.ch/sport/al ... -136413568
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shalako
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Verfasst: Montag 24. Februar 2020, 13:53 |
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24.02.2020  Zitat: Penalty-Chaos in St. Gallen
Schiedsrichter erst nach Fifa-Rüge konsequenter
YB holt in St. Gallen dank einem umstrittenen Elfmeter-Entscheid einen Punkt. Schiedsrichter-Chef Wermelinger bezieht Stellung.
Die Szenen in der Nachspielzeit der Partie zwischen dem FC St. Gallen und den Young Boys erhitz(t)en die Gemüter. Nachdem FCSG-Torhüter Lawrence Ati Zigi den Penalty von YBs Guillaume Hoarau abgewehrt hatte, entschied Schiedsrichter Alain Bieri nach Intervention des Videoreferees (VAR) auf Wiederholung des Elfmeters.
Zigi hatte zum Zeitpunkt der Schussabgabe keinen Fuss mehr auf der Torlinie, bewegte sich 0,3 Sekunden zu früh von dieser weg. Seit dieser Saison wird dieses Vergehen geahndet. Bei einem erfolglosen Versuch wird der Penalty wiederholt. Hoarau nutzte die 2. Chance und traf in der 99. Minute zum 3:3-Endstand.
"Das ist ein faktischer Entscheid und diese werden direkt in Volketswil gefällt." Autor:Daniel Wermelinger Schiedsrichter-Chef
«Das Regelwerk besagt, dass der Torhüter mindestens einen Fuss auf der Torlinie haben muss. Das war nicht der Fall. Deshalb hat der Videoschiedsrichter in Volketswil intervenieren müssen», erklärt Schiedsrichter-Chef Dani Wermelinger gegenüber SRF. «Das ist ein faktischer Entscheid und diese werden direkt in Volketswil gefällt. Der Schiedsrichter auf dem Platz muss da gar nichts machen.»
2 Szenen sorgen für Gesprächsstoff
Ein Blick zurück zeigt jedoch, dass die neue Regel nicht konsequent angewendet wurde:
- 3. Runde: In der Partie gegen Sion setzt FCZ-Spieler Benjamin Kololli beim Stand von 1:1 in der 71. Minute seinen Penalty an den Pfosten. Die Videobilder zeigen, dass der Sittener Torhüter Kevin Fickentscher keinen Fuss auf der Torlinie hatte. Eine Wiederholung gibt es nicht.
- 5. Runde: St. Gallens Cedric Itten scheitert im Spiel gegen Lugano in der 6. Minute mit seinem Penalty an Noam Baumann. Auch der Lugano-Keeper stand mit beiden Füssen vor der Torlinie. Auch hier wird der Elfmeter nicht wiederholt.
"Wir mussten vor der Fifa Stellung nehmen, weshalb wir das VAR-Protokoll nicht umgesetzt haben. In der Folge mussten wir nachjustieren." Autor:Daniel Wermelinger Schiedsrichter-Chef
Wermelinger räumt hier einen Fehler ein. «In der Partie zwischen St. Gallen und Lugano stand der Torhüter der Tessiner klar vor der Linie und es gab keine Wiederholung.» Die Aktion hatte dann auch Konsequenzen. «Wir mussten vor der Fifa Stellung nehmen, weshalb wir das VAR-Protokoll nicht umgesetzt haben. In der Folge mussten wir nachjustieren.»
Seit der 7. Runde wird die Regel strenger angewendet. «Das wurde gegenüber dem Kader und auch den Klubs so kommuniziert. Jetzt ist es so, dass die Torhüter vor jedem Penalty darauf hingewiesen werden, dass sie einen Fuss auf der Linie haben müssen», so Wermelinger. https://www.srf.ch/sport/fussball/super ... nsequenter
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shalako
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Verfasst: Montag 24. Februar 2020, 14:09 |
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24.02.2020  Zitat: Zweimal VAR gegen St. Gallen, Berner pfeift YB
Das sagt Schiri-Boss Wermelinger
Die Ostschweizer Fussball-Seele kocht! Zweimal werden die St. Galler beim 3:3 gegen YB mit VAR-Entscheiden bestraft. Und der Ref ist ausgerechnet ein Berner. Schiri-Boss Daniel Wermelinger nimmt Stellung.
BLICK: Herr Wermelinger, hat der Video Assistant Referee in Volketswil beim Spitzenspiel St. Gallen gegen YB, als er in der Nachspielzeit erst einen Elfmeter gegen St. Gallen und danach die Wiederholung des Strafstosses durch Hoarau forderte, alles richtig gemacht? Daniel Wermelinger: Ja, gemäss Protokoll hat der VAR alles richtig gemacht.
Weshalb musste der erste Elfer, den St. Gallens Goalie Zigi gehalten hat, wiederholt werden? Bei einem Strafstoss muss der Goalie mit einem Bein die Linie touchieren. In diesem Fall zeigen die Bilder klar, dass kein Bein die Linie touchiert hat. Es gab in der Vorrunde schon einen solchen Fall, ebenfalls in St. Gallen beim Spiel gegen Lugano. Luganos Goalie Baumann hielt damals einen Elfer von Itten, war aber mit beiden Beinen vor der Linie. Damals schritt der VAR nicht ein. Danach hat sich die Fifa eingeschaltet. Wir mussten auf Intervention des Weltfussballverbandes nachjustieren. Wir informierten darauf die Vereine, dass wir bei solchen Szenen in Zukunft den VAR einschalten müssen. Weiter sensibilisieren die Schiedsrichter jeweils die Torhüter vor einem Strafstoss bezüglich diesem Punkt.
Mit Alain Bieri pfiff ein Berner das Spitzenspiel der Berner Young Boys gegen St. Gallen, das Spiel von Xamax Neuenburg gegen den FCZ leitete der Neuenburger Lionel Tschudi, den Match des FC Basel gegen Servette der Basler Adrien Jaccottet. Finden Sie das nicht heikel? Das ist für mich eine mühsame Diskussion. Es wäre jetzt auch nicht korrekt, Alain Bieri einen Strick ziehen zu wollen, nur weil er Berner ist. Wie gesagt: Er hat am Sonntag in St. Gallen alles richtig gemacht. Ich verstehe aber, dass es wegen des wiederholten Penaltys Emotionen gibt. Aber: Bei uns gehts nur darum, die besten Schiris in der Super League und in der Challenge League einzusetzen. Bei der Auswahl nehmen wir keine Rücksicht auf die Wohnorte der Schiedsrichter und Assistenten. Bei der einer Meisterschaft mit 10 Teams in der Super League und 12 Schiedsrichter ist es unvermeidlich, dass ein Berner Spiele von YB und Thun macht, ein Basler Spiele von Basel und so weiter. https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 64814.html
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shalako
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Verfasst: Montag 24. Februar 2020, 14:11 |
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24.02.2020  Zitat: «Bei 2999 von 3000 Penaltys ist dasselbe passiert und er wurde nicht wiederholt»
Der spektakuläre Spitzenkampf zwischen St.Gallen und den Young Boys endete ohne Sieger, dafür mit einer für den FCSG bitteren Erkenntnis: Nicht immer muss der Gegner auf dem Platz stehen.
Alle dachten, Sie seien der Siegtorschütze. Sie auch? Lukas Görtler: Das dachte ich auch für einige Minuten. Ich muss aufpassen, was ich sage. Es lief sehr unglücklich. Aber ein Lob an meine Mannschaft. Was für eine Mentalität! Wenn man vor der Pause zwei Gegentore kriegt und so aus der Pause kommt. Eine Halbzeit lang in der Hälfte der Berner zu spielen, alles unter Kontrolle zu haben. Wir wussten, wenn wir so weitermachen, fallen die Tore. Und so kam es dann auch. Eine Mannschaft mit einem Altersdurchschnitt von etwa 22 Jahren und jeder sagt: Wir wollen das Spiel gewinnen. Und dann machen wir wirklich noch das 3:2. Was dann passiert, ist unglaublich.
Aufpassen, was sagen? Was macht es so schwierig, jetzt klare Worte zu finden? Zum einen nervt mich das ganze Konstrukt mit dem Videoschiedsrichter. Das nimmt dem Sport viel an den Emotionen, der ihn auszeichnet. Nach jedem Tor muss man eineinhalb Minuten zittern und warten, ob das Tor überhaupt zählt. Im ersten Spiel in Luzern wurde uns ein Elfmeter weggenommen, obwohl es kein deutlicher Fehlentscheid war. In Basel wurde uns ein Tor weggenommen, obwohl es kein deutlicher Fehlentscheid war. Und heute kann man den Elfmeter geben. Ob es ein klarer Fehlentscheid ist, weiss ich nicht. Und dann hält Ati Zigi den Elfmeter, was fast schon Comedy ist. Weil der Torwart drei Zentimeter vor der Linie steht, wird er wiederholt. Ich habe in meinem Leben vielleicht schon 3000 Elfmeter gesehen, bei 2999 ist genau dasselbe passiert und er wurde nicht wiederholt. Umso bitterer, so zwei Punkte herzugeben.
Kann man trotzdem positive Dinge mitnehmen? Wir haben gezeigt, dass wir mit Bern nicht nur mithalten können, sondern sogar dominieren. Dass wir zurückkommen können. Die Mannschaft hat sich in der Halbzeitpause gesagt: Wenn wir für eines stehen in dieser Saison, dann dafür, dass wir nicht nur stark loslegen können, sondern auch Spiele drehen. Das haben wir uns heute selbst bewiesen. Ich bin stolz, Teil der Mannschaft zu sein. Denn das ist eine ganz besondere Truppe. Ich geniesse es, hier zu spielen.
Habt ihr mit den YoungBoys am letzten Spieltag eine Rechnung offen? Mal sehen, was dort passiert. Aber ich freue mich darauf.
Wie würden Sie so kurz nach Abpfiff das 3:3 einordnen? Ich glaube, es ist sehr ärgerlich. Die Enttäuschung ist natürlich sehr gross. Wir hätten die drei Punkte mehr als verdient. Aber nach zwei, drei Tagen Ruhe, wenn der Kopf wieder frei ist, dann kommt, glaube ich, eher das Gefühl, dass wir stolz sein können. Und dass wir, wenn wir so weiterspielen, noch mehr Spiele gewinnen.
War das heute schon die Meisterprüfung? Nein, das ist ein bisschen weit hergeholt. Oft entscheiden sich Meisterschaften in Spielen gegen vermeintlich leichtere Gegner. Aber es ist unser Anspruch, zu sagen, dass wir jetzt Meister werden wollen. Nur, weil wir gegen die Young Boys mithalten können. Das wussten wir schon lange. Das Ziel von uns ist es, das Maximum herauszuholen. Das heisst: In jedem Spiel wollen wir drei Punkte. Am Ende schauen wir, was dabei herauskommt.
YB hat dreimal so viel Fouls gemacht wie St.Gallen. War der FCSG immer einen Schritt schneller? Ja, vielleicht waren wir gedanklich etwas schneller. Vielleicht auch deshalb, weil wir oftmals viel riskieren, wenn wir am Ball sind. https://www.watson.ch/sport/interview/8 ... g-gegen-yb
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