03.10.2014

Zitat:
Bickels Ärger und Fortes Unverständnis
Im YB-Lager ärgert man sich über die schwache Vorstellung in der ersten Halbzeit gegen Sparta Prag. Dabei waren die Young Boys eigentlich gut auf den Gegner vorbereitet gewesen.
Die Europa League steht in jeder Beziehung klar im Schatten der Champions League. Beim Duell zwischen Sparta Prag und YB waren knapp 10000 Zuschauer im Generali-Stadion, darunter etwa 500 Berner Supporter, die hinter dem einen Tor für mächtig Betrieb sorgten –und mit sehr lauten Böllern sowie Pyro-Feuerwerken negativ auffielen. Zu feiern gab es für sie in Prag nichts, die Young Boys waren am Donnerstag weit von einem Sieg entfernt. Dementsprechend enttäuscht gaben sich die Berner Fussballer nach der 1:3-Niederlage bei Sparta.
«Wir kamen schlecht ins Spiel und standen zu weit weg von den Gegenspielern», sagte Scott Sutter. Der vorerst geschonte Florent Hadergjonaj meinte, es sei nach dem Doppelschlag Prags schwierig gewesen, zurück ins Spiel zu kommen. «Aber nach der Pause waren wir besser.» Beide Akteure sahen die Gründe für die lange Zeit ungenügende Vorstellung der Young Boys nicht im Systemwechsel. «Wir haben mit der Dreierkette schon stark gespielt, etwa in Basel», sagte Sutter.
Den Cornertrick gekannt
Auch YB-Captain Steve von Bergen mochte sich nicht an der Systemdiskussion beteiligen. «Wir sind Profis und trainieren das. Es spielt keine Rolle, ob wir hinten mit Viererkette oder Dreierkette spielen.» Es sei, sagte von Bergen pragmatisch, keine Frage des Systems, wenn man wie YB vor dem ersten Gegentor bei einem Eckball nicht aufpasse. «Und vor dem 2:0 reagierten wir nach einem Freistoss Spartas ebenfalls zu langsam. Zudem waren wir da in der Mitte ja genügend Spieler, um das Tor zu verhindern», erklärte von Bergen.
Sein Sportchef Fredy Bickel wiederum meinte, YB habe in Prag eine Chance verpasst. «Heute wäre ein Punkt dringelegen, aber wir haben uns selber geschlagen.»Bickel ärgerte sich sehr über das 1:0 Prags nach einem Eckball an die Strafraumgrenze. «Wir hatten das Team noch speziell darauf hingewiesen, dass Sparta diesen Cornertrick oft ausführt.»
Auch Uli Forte zeigte wenig Verständnis dafür, wie seine Spieler vor den ersten zwei Gegentoren reagiert hatten. «Da passen wir nicht auf, obwohl wir genau wussten, wie sich Prag bei Eckbällen und Freistössen verhält. Zudem kannten wir die Stärken von David Lafata.» Er habe sich für eine Abwehr-Dreierkette entschieden, um die Räume in der Breite besser abdecken zu können, sagte der YB-Trainer. Sein Matchplan ging schief.
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