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 Beitrag Verfasst: Montag 23. September 2013, 08:28 
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YB hat die Unbeschwertheit verloren

Der BSC Young Boys befindet sich in einer Negativspirale: Der Leader aus Bern verliert im Stade de Suisse gegen den FC Luzern.

Mit Pulverdampf und Gesängen läuteten die YB-Fans in der 75. Spielminute wie gewohnt die sogenannte YB-Viertelstunde ein. Aber wie schon beim vergangenen Heimspiel gegen GC am 28. August, das YB 1:2 verlor, ging der Schuss für die Berner auch am Samstag gegen den FC Luzern nach hinten los.

Erneut wurde es nichts mit dem erhofften Siegestreffer in der verklärten YB-Viertelstunde. Im Gegenteil: Die Young Boys kassierten in den Schlussminuten schon wieder ein Gegentor. Das 0:1 gegen Luzern bedeutet die dritte Niederlage in Serie.

Gegen GC hatten die Berner in der 86. Minute den Brasilianer Caio im Strafraum «vergessen», der völlig unbedrängt den Ball unter die Torlatte zum 1:2 dreschen konnte. Am Samstag leistete sich Aussenverteidiger Marco Bürki auf der linken Seite in der Vorwärtsbewegung den fatalen Ballverlust; er hetzte danach dem schnellen Luzerner Adrian Winter hinterher, stiess ihn mit dem Arm, Winter fiel hin, und Schiedsrichter Amhof pfiff Penalty. Rangelov liess beim fälligen Elfmeter Goalie Wölfli keine Chance, und die Luzerner feierten den ersten Auswärtssieg der Saison.

Forte kaut schwer an Niederlage

YB muss sich dagegen fragen, weshalb zuletzt Spiele, die auf Messers Schneide standen, allesamt verloren gingen. Auch der Auftritt gegen Meister Basel ruft ähnliche Erinnerungen hervor. Damals war YB aus dem Nichts durch Kubo 1:0 in Führung gegangen. Und die Basler kehrten das Spiel in der 73. und der 74. Minute durch Tore von Sio und Streller.

Am Samstag boten beide Teams vor allem Kampf. Das Niveau der Partie entsprach kaum Durchschnitt. Die zahlreichen Fouls sorgten immer wieder für Unterbrüche. Und YB stand auch das Glück nicht bei. Als Sarr nach einer Viertelstunde Frey im Luzerner Strafraum mit beiden Händen an den Schultern packte, pfiff der Schiedsrichter nicht. Vergleicht man diese Aktion mit dem Penaltyfoul von Bürki an Winter, muss man feststellen: Da wurde nicht mit denselben Ellen gemessen. Zudem sah Bürki auch noch die Rote Karte. Der Ärger von YB-Trainer Uli Forte ist nachvollziehbar: «Wir haben uns bei der Penaltyszene nicht gut angestellt, den Elfmeter kann man geben. Aber der Platzverweis ist ein zu harter Entscheid.»

Tatsache bleibt, das YB den Schwung aus dem Saisonauftakt, die spielerische Leichtigkeit und auch die Prise Unbeschwertheit verloren hat. Die Mannschaft müht sich, zeigt Willen, doch sie ist zurzeit nicht mehr in der Lage, mit einem überraschenden Spielzug, mit Inspiration oder einer hervorragenden Einzelaktion Spiele für sich zu entscheiden, wie das in den Partien zu Saisonbeginn noch gelungen war. Gegen den FC Luzern vermochten sich die Berner in 98 Spielminuten vier Möglichkeiten zu erarbeiten. Die grösste vergab Alexander Gerndt, als er den Ball nach einem scharfen Zuspiel von Nuzzolo aus fünf Meter über das Tor setzte.

Anfällig auf den Aussenbahnen

Forte hatte für den verletzten Sutter wie erwartet den 19-jährigen Bertone auf der Position des rechten Aussenverteidigers nominiert. Und auf der linken Seite verteidigte der 20-jährige Marco Bürki. Es ist immer leicht, bei Niederlagen die Ursachen bei den jungen Spielern zu suchen. Es wurde aber deutlich: Die Berner wirkten über die Aussenseiten anfällig, und vor allem vermochten sie wenig Druck nach vorne zu entwickeln. Doch Probleme bei YB lagen auch im Mittelfeld. Afum blieb auf der rechten Seite ohne Wirkung. Moreno Costanzo, mit vier Treffern bester Torschütze der Berner, kam gegen Luzern kein einziges Mal in Abschlussposition, sieht man von einem Freistoss ab. Bei dieser Aktion prallte der Ball gegen die Luzerner Abwehrmauer.

Die Luzerner störten früh und liessen sich nie unter Druck setzen. Der robuste Pulijc gewann alle entscheidenden Zweikämpfe, Wiss, Bozanic und Lustenberger fielen durch Ballsicherheit auf und setzten viele Impulse. Luzerns Trainer Carlos Bernegger lobte denn auch die solidarische Leistung seiner Spieler. Forte aber hatte an der Niederlage zu kauen. «Beim Saisonauftakt lief bei uns alles wie geschmiert, wie durch Butter. Jetzt essen wir sehr hartes Brot.»

Und gar nichts sagte YB-Sportchef Fredy Bickel, der auf der Trainerbank mitgelitten hatte. Nach dem Schlusspfiff verschwand er in den Katakomben. Seine Klage gegen einen Spielervermittler wegen angeblicher Erpressung wollte er auch am Samstag nicht kommentieren. Und Forte stellte in Abrede, dass die Turbulenzen um Bickel einen Einfluss auf sein Team hatten. «Das ist bei der Mannschaft kein Thema.» Ob das tatsächlich so ist, wird die Zukunft zeigen.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/YB ... y/25405891

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 Beitrag Verfasst: Montag 23. September 2013, 08:37 
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Die Berner finden den Tritt nicht mehr

von Eva Tedesco - Dicke Luft in Bern: Neben der belastenden Geschichte um Sportchef Fredy Bickel verliert (Noch-)Leader YB gegen Luzern durch ein spätes Tor und damit die dritte Partie in Folge.

Es war Schmalkost, was die beiden Teams den 19 230 Fans am Samstagabend im Stade de Suisse boten. Eine Rose gab es für die weiblichen Zuschauer an der Ladys Night nach dem Spiel. Ein ganzer Strauss hätte nicht für eine Wiedergutmachung gereicht. Aus Mangel an spielerischer Qualität und daraus resultierenden Abschlussmöglichkeiten musste ein Penalty die Partie gegen den FCL entscheiden. Marco Bürki foulte Adrian Winter im Strafraum. Ref Sascha Amhof zeigte auf den Penaltypunkt und dem Berner Linksverteidiger die Rote Karte.

«Diese Niederlage ist sehr, sehr bitter», sagt Uli Forte nach dem 0:1 gegen Luzern. «Wir betreiben viel Aufwand, aber leider fallen die Tore nicht. Der Penalty hat uns dann aus der Bahn geworfen.» Ein Elfmeter, der wohl einer gewesen sei, wie Forte einräumt. Worüber sich der YB-Trainer richtig ärgert, ist der Platzverweis gegen Verteidiger Marco Bürki. «Das kann nicht sein und ist unverständlich», so Forte. «Wir hatten weitere Spieler im Strafraum, die eingreifen hätten können. Das ist für mich total überrissen – aber auch das müssen wir akzeptieren.»

Seit GC aus dem Tritt

Der von Rangelov verwertete Elfmeter besiegelte die dritte YB-Niederlage in der Meisterschaft in Folge. 5 Spiele, 15 Punkte lautete die makellose Bilanz der Berner zu Beginn der Saison. Drei Spiele, 0 Punkte ist die Bilanz aus den letzten drei Runden: Erstmals erwischte es den Leader in der 6. Runde zu Hause gegen GC (1:2). Danach folgte eine 0:2-Niederlage in Basel. Und nun das 0:1 gegen die Innerschweizer.

«Gegen GC hat es angefangen. Wir hatten gut gespielt, unheimlich viel gegen vorne gemacht und wurden am Ende bestraft. Am Anfang der Meisterschaft lief es halt wie geschmiert, jetzt haben wir hartes Brot zu beissen. Aber das gehört dazu und wir müssen im nächsten Spiel schauen, dass wir es besser machen und die drei Punkte wieder zurückgewinnen.»

Der Krimi um Sportchef Fredy Bickel

Der triste Match gab Gelegenheit und passte zum düsteren Tribünengeflüster. Die undurchsichtige Geschichte um YB-Sportchef Fredy Bickel wurde runter und rauf diskutiert, gerätselt und getuschelt.

Ist Bickel Opfer oder Täter? Hat er oder hat er nicht unterschrieben? Geheime Dokumente, geheime Treffen, Erpressung und polizeiliche Ermittlungen sind die Schlagworte mit denen Bickel in Zusammenhang gebracht worden war. Am Freitag bestätigte der Zürcher Staatsanwalt Michael Scherrer, dass der ehemalige Berater und TV-Experte Erich Vogel und ein Spielervermittler aus der Innerschweiz in U-Haft sitzen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdacht auf Erpressung. Der Grund für die U-Haft: Verdunkelungsgefahr.

Spieleragent ist hoch verschuldet

Der Spielervermittler ist hoch verschuldet. Ende 2012 sollen die Betreibungen gegen den 47-Jährigen fast 500 000 Franken betragen haben. Zudem ist der Spielerberater 2005 in Konkurs gegangen. Seine offenen Verlustscheine beliefen sich zum gleichen Zeitraum wie die Betreibungen auf mehr als 400 000 Franken. 2011 gründete der 47-Jährige zusammen mit FCB-Trainer Murat Yakin eine Firma, die das Restaurant der Badi Rheinfelden (AG) betrieb. Ein Jahr später ging diese Firma ebenfalls in Konkurs.

Der Spielerberater soll versucht haben, von Bickel 131 000 Franken zu erpressen. Die Summe setzt sich aus zwei Beträgen zusammen, die der Innerschweizer seinem ehemaligen Schwiegervater (70 000 Franken) und Erich Vogel (61 000 Franken) schuldet.

Welche Rolle spielen Vogel und der «Blick»?

Welche Rolle Vogel spielt, muss die Staatsanwaltschaft ermitteln. Fest steht, dass Vogel die Dokumente, mit denen Bickel erpresst wurde, in seinem Banksafe aufbewahrt hatte. Die Dokumente soll der Spielervermittler vor elf Jahren aus dem Büro von Bickel entwendet haben und den Sportchef belasten. Die Vorwürfe gegen Bickel, den Verein geschädigt zu haben, wurden zwischen Dezember 2002 und Februar 2003 von einem Berner Untersuchungsgericht aber abgeklärt und für haltlos befunden.

Anfang 2013, als Bickel seine zweite Amtszeit bei YB antrat, hat der «Blick» die alte Geschichte in einer dreiteiligen Serie wieder aufgekocht. Strippenzieher dabei und im Mittelpunkt stand der Spieleragent aus der Innerschweiz. Bickel und YB reagierten auf die Kampagne im Boulevard im Juli mit einer Zivilklage vor dem Handelsgericht. Die Verhandlung steht noch aus.

YB steht hinter Bickel

Bickel selbst sah man vor dem Spiel am Samstagabend in Eintracht mit Präsident Werner Müller die Tribüne hinuntersteigen und im Spielertunnel verschwinden. Und dann nach dem Spiel wieder in den Katakomben auftauchen, als Bickel fluchend in der Garderobe der Gelbschwarzen verschwand. YB steht voll und ganz hinter seinem Sportchef, der sich «einmal mehr professionell verhalten habe». Kommunikationschef Albert Staudenmann: «Fredy Bickel hat alle Rückendeckung, die wir ihm geben können.»

http://www.20min.ch/sport/fussball/stor ... r-24880135

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