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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Freitag 22. April 2022, 22:34 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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22.04.2022  Zitat: Interview mit Wanja Greuel
«Wenn Bern eine Sportstadt sein will, muss es auch etwas dafür tun»
Der YB-CEO spricht über das leidige Dossier Trainingsplätze, seinen Brief an PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi – und erklärt, was ihm am neuen Liga-Modus missfällt.
Wir machen uns Sorgen um eine ganz bestimmte Partnerschaft von YB.
(überlegt lange) Wohl kaum wegen des Stadionnamens, oder?
Nein, eher um die Vereinbarung mit dem Unternehmen, das all die Spielerausfälle in dieser Saison versichert hat.
Wir haben ein Paket mit unserer Unfallversicherung, das sind zwei Verträge, einer mit Sponsoring und einer mit den Versicherungsprämien. Da haben wir seit Jahren eine stabile Partnerschaft.
Die vielen Verletzten geben zu reden – und mit ihnen auch der Kunstrasen. Hat YB das Ziel, irgendwann wieder auf Naturrasen zu spielen?
Unbedingt! Als ich hier angefangen habe, war das das erste grosse Dossier, das mir übergeben wurde. Ich packte es sofort an – und bin bislang gescheitert.
Endgültig gescheitert?
Nein. Wir werden irgendwann auf Naturrasen spielen, aber das Prozedere ist mühsam. Wir möchten gerne Spiele der Frauenfussball-EM 2025 in Bern austragen. Als Hauptstadt und Fussballstadt will man dabei sein, hochrangige Politiker stellen sich hinter das Projekt. Aber wie soll das gehen? Die Vorgabe ist ein Naturrasen.
Ist Bern als Gastgeberstadt also unrealistisch?
Wir können uns nur bewerben, wenn wir bis zur Eingabefrist im Dezember eine Lösung haben.
Eine klare Frist kommt YB im ganzen Hin und Her ja gelegen.
Ob wir uns überhaupt bewerben, war intern eine Diskussion. Wir haben uns dazu entschieden, aber unter der klaren Voraussetzung, dass wir eine Lösung schaffen für das Platzproblem. Die Stadt muss sich einfach bekennen. Wenn sie eine Sportstadt sein will, muss sie auch etwas dafür tun.
Man könnte auch einen Natur- über dem Kunstrasen verlegen.
Das muss aber mindestens zwei bis drei Monate vorher passieren. Wo trainiert YB in dieser Zeit?
«Wenn Kollegen von anderen europäischen Clubs da sind, fragen sie, wo unser Trainingszentrum sei.»
Sind diese Zusammenhänge vielen Leuten einfach nicht klar?
Das kann gut sein. Ich glaube aber auch, dass einige die Bedeutung von YB für diese Stadt verkennen. Das teils schlechte Image des Fussballs ist ein Problem, obwohl es vor allem von den grossen europäischen Clubs und einzelnen Exzessen kommt.
Das grösste Politikum bleibt das Trainingszentrum. Haben Sie noch Hoffnung, dass es auf der Allmend entstehen kann?
Wir sind mittlerweile auch offen für eine Mischlösung. Vielleicht trainiert nur ein Teil des Clubs hier neben dem Stadion und der andere Teil ausserhalb. Aber zurzeit haben wir nur einen Trainingsplatz. Wenn Kollegen von anderen europäischen Clubs da sind, fragen sie, wo unser Trainingszentrum sei.
Ist das im internationalen Vergleich so überraschend?
Einer der unglaublichsten Fakten für mich ist, dass von den 100 grössten Clubs in Europa nur zwei auf Kunstrasen spielen: Astana und wir. Klar, wir leben damit, wir sind viermal Meister geworden, es läuft. Aber es fehlen überall Fussballplätze.
Zurück zur Aktualität: Wie schauen Sie auf die Tabelle in der aktuellen Lage?
Dieser dritte Platz ist ganz wichtig für uns, selbst wenn wir so drei Qualifikationsrunden spielen müssten, um an der Conference League teilnehmen zu können.
Conference League ist das eine, Champions League etwas anderes – ein finanziell ähnlich erfolgreiches Jahr ist für YB nicht mehr zu erwarten.
Nein, es sei denn, wir gewinnen die Conference League und verkaufen einen Spieler für 20 Millionen. (lacht) Im zurückliegenden Geschäftsjahr haben wir ein tolles Ergebnis erzielt.
Sie haben 14,8 Millionen Franken Gewinn erwirtschaftet.
Trotz einem halben Jahr Corona, aber mit 32 Millionen Franken Einnahmen aus der Champions League. Damit können wir natürlich nie rechnen.
Wie schnell wird es wieder eng, wenn das Geld aus dem Europacup fehlt?
Wir haben zuletzt sehr gut gearbeitet, deshalb würde das zwei bis drei Jahre gut gehen. Aber eine weitere Einnahmequelle sind die Transfers, und die sind eng damit verknüpft. Wenn unsere Spieler auf der grossen Bühne stehen, sind sie auch für europäische Topligen interessant.
Sie haben als Vorstandsmitglied der Europäischen Club-Vereinigung (ECA) Einblick, wie sich die Einnahmen aus den Wettbewerben entwickeln. Was ist da zu erwarten?
Bezüglich der Vermarktung bewegen wir uns in Dreijahreszyklen. Momentan sind wir im Zeitraum 2021 bis 2024. Zurzeit sind es neun Milliarden Euro, die mit allen drei Wettbewerben global erwirtschaftet werden – ab 2024 werden es etwa 15 Milliarden sein.
Es wird also noch mehr ausgeschüttet. Vor allem in der Champions League?
Distribution ist ein grosses Thema. (nimmt einen Zettel hervor) In der ECA gibt es dafür eine Arbeitsgruppe. ECA-Präsident ist ja der PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi. Ihm habe ich vor zwei Monaten einen Brief geschrieben, er hat mir ein Meeting versprochen. Ich habe ihm meine Bedenken geschildert, dass die Kluft zwischen den grossen und den kleinen Clubs noch weiter aufgehen wird. Das ist kaum zu verhindern – aber wir versuchen, die Entwicklung zu verlangsamen.
Das liesse sich über die Distribution steuern.
Genau. Wenn von den 6 zusätzlichen Milliarden 5,5 in die Champions League fliessen, 0,45 in die Europa League und 0,05 in die Conference League, ist das schlecht. Mehr Geld im Fussball ist ja grundsätzlich positiv, solange es nicht nur an die Fussballer und deren Berater geht.
Sind Sie für einen Salary Cap?
Wir sollten aufhören, nur darüber zu reden, wie wir die Umsätze erhöhen können. Vielleicht können wir auch mal darüber reden, wie wir die Löhne in den Griff bekommen. Messi, Ronaldo, Mbappé, das sind alles tolle Spieler, ihnen gönne ich einen Jahreslohn von 10, 20 oder 30 Millionen. Aber 70 oder 80 Millionen müssen sie in meinen Augen nicht verdienen.
Dank Ihnen kann die Schweiz immerhin ein bisschen mitreden.
Wir sind 24 Leute im Vorstand, die Redezeit ist stark begrenzt. Man macht sich im Vorfeld Gedanken, überlegt sich jedes Wort. Letzthin kam nach einem Meeting der Vorstandsvorsitzende von Borussia Dortmund und sagte: «Super, dass du das gesagt hast, das nervt mich auch schon lange.» Und ich fragte mich: «Du bist ja ein Big Player. Wieso traust du dich denn nicht?»
Sind die Deutschen generell auf einer ähnlichen Linie?
Wir vertreten oftmals die gleiche Meinung. In einem Jahr sind wieder Wahlen im Vorstand, ich muss auch zuerst wiedergewählt werden. Vielleicht wird Oliver Kahn von Bayern München ein Kandidat.
Zurück zu YB: Man hat sich entschieden, die Stadiongastronomie zu 100 Prozent selber zu führen. Inwiefern bringt das mehr Sicherheit?
In einem guten Jahr macht der Gastrobereich einen Umsatz von über 15 Millionen Franken, das fliesst nun direkt zu uns. Bis jetzt erhielten wir 40 Prozent des Reingewinns, also ungefähr ein bis zwei Millionen pro Jahr. Es hängt aber immer davon ab, wie viele Heimspiele wir haben, ob wir europäisch dabei sind und wie viele Konzerte wir durchführen.
Und wie stark ging bei diesem Schritt zuvor der Blick über die Strasse zum SCB?
Überhaupt nicht. Wir haben den Blick vielmehr auf unsere Abteilungen gerichtet und uns gefragt: Wo können wir noch etwas optimieren? Was der SCB macht, finde ich super, sein Modell hat dem Club viel Erfolg beschert. Wir schliessen nichts aus – aber wir wollen in dieser Richtung vorerst nicht wachsen, sondern haben uns einfach entschieden, den Gastrobereich im und ums Stadion selber zu führen.
Vor zehn Jahren noch galt der SCB als wirtschaftlicher Vorzeigeclub in der Region, YB stand bedeutend schlechter da. Der Wind hat sich gedreht. Hat es im Grossraum Bern Platz für zwei starke, expandierende Sportclubs, die immer mehr Partnerschaften unterhalten?
Ich finde: ja! 2019 waren die Clubs noch beide gleichzeitig Meister, gemeinsamer Erfolg ist also möglich. Es ist doch fantastisch, wie viele Zuschauer wir hier versammeln, wenn beide Vereine volles Haus haben. Der Fussball besitzt vielleicht das grössere Potenzial, um auch mit internationalem Geschäft erfolgreich zu sein. Aber der SCB ist eine Institution, die in der Liga grosser Konkurrenz ausgesetzt ist: Clubs mit neuen Stadien, Clubs mit Mäzenen im Rücken.
Überschneiden sich denn die Felder, auf denen wirtschaftliche Kontakte geknüpft werden?
Natürlich gibt es da Konkurrenz, vielleicht hat in den letzten Jahren auch eine Bewegung in unsere Richtung stattgefunden. Erfolg macht sexy. Aber wenn wir jetzt fünf Jahre keinen Titel mehr gewinnen und der SCB wird dreimal Meister, geht es ganz schnell in die andere Richtung.
Noch vor fünf Jahren musste man bei YB Gerüchte kommentieren, wonach die Familie Rihs lieber verkaufen möchte. Jetzt hat sich Patron Hans-Jürg Rihs mit der Übernahme sämtlicher Aktien klar positioniert. Warum ist das so wichtig für YB?
Das Wichtigste für die Stabilität im Verein sind die Besitzverhältnisse: Wem gehört der Club? Am Ende sind das die Leute, die die grossen Entscheidungen treffen. Wichtig ist aber auch Hans-Ueli Rihs für uns als Person. Seine Begeisterung für YB und für Bern trägt er in den Verwaltungsrat, gegen innen, gegen aussen, überallhin. Mit seinem Sohn Stefan hat er die nächste Generation an den Verein herangeführt.
Als einer von wenigen Clubs in der Schweiz hat YB auch Schritte im NFT- und Kryptogeschäft gemacht. Mit welchem Erfolg?
Wir sind sehr zufrieden. Wir sind früh eingestiegen, das zeigen die unzähligen Anfragen von Clubs, die wissen wollen, welche Erfahrungen wir damit gesammelt haben. Es steckt viel Arbeit dahinter, man kann nicht einfach den Token kreieren, auf den Markt werfen und damit Geld verdienen. Wir haben vor fünf Jahren damit angefangen, die Digitalisierung in unsere Strukturen zu integrieren, entsprechende Abteilungen zu schaffen. Unser Digitalchef Reto Steffen ist auch Mitglied der Geschäftsleitung. Wenn wir neue Leute anstellen im Marketing, achten wir auf junges, entsprechend sensibilisiertes Personal. Wir messen dem Thema einen hohen Stellenwert bei. Es ist angesagt – und wir haben uns Know-how geschaffen. Das ist wertvoll.
Was wirft mehr ab, NFT oder der YB-Token?
Der Token. Da reden wir von einem bislang fast siebenstelligen Betrag. Doch wir budgetieren nicht damit. Es geht nicht nur um Geld, sondern darum, unseren Verein für eine nächste Generation interessant zu machen.
Das dürfte beispielsweise die Fankurve kritischer sehen.
Wir sind im Dialog, sie können uns auch sagen, was sie davon halten. Wir müssen und wollen viele Interessen befriedigen und gehen dabei in bestimmten Bereichen unseren eigenen Weg.
«Es gibt immer zwei Optionen: Aktionismus – oder mit Ruhe und Bedacht arbeiten.»
Das Fussballgeschäft ist im Unterschied zu einem wirtschaftlichen Umfeld geprägt von einer starken Emotionalität, von grossem Traditionsbewusstsein. Was heisst das für Ihre Arbeit?
Ich kann mir nicht vorstellen, in meinem Leben noch einmal für ein herkömmliches Wirtschaftsunternehmen zu arbeiten, weil ich genau diese Emotionen liebe. Sie sind auch eine riesige Chance. (nimmt die Jahresbilanz zur Hand) Schauen Sie mal hier, in einem noch immer von der Pandemie geprägten Jahr haben wir mit Fans und Sponsoring fast 30 Millionen Franken verdient. Auch das sind Emotionen. Am Ende des Tages haben uns die Leute mit ihrer Solidarität nachhaltig unterstützt.
Sie führen eine Abteilung, in der Sie weitsichtig agieren müssen – und werden dennoch an den Resultaten gemessen, die zurzeit nicht stimmen. Welche Herausforderungen birgt das?
Eine Stärke unseres Modells bei YB ist die Trennung von Sport und Kommerz. Das muss nicht heissen, dass es keinen Austausch gibt, aber ich muss mir den Kopf nicht über die sportliche Situation zerbrechen, das macht unser Sportchef, den ich für den besten der Schweiz halte. Natürlich erfüllen wir derzeit sportlich unsere Ansprüche nicht. Aber wenn uns jemand vor fünf Jahren vier Meistertitel bis 2022 versprochen hätte, hätte wohl jeder von uns unterschrieben.
Wie ist denn zurzeit die Stimmung im Unternehmen?
Ich bin beeindruckt, wie ruhig die Fans, die Sponsoren, die Mitarbeiter geblieben sind. Wir müssen diesen Druck aushalten können, momentan, aber auch vor der nächsten Saison. Wir werden gefordert sein, die Erwartungen sind hoch, das spüre ich aus vielen Rückmeldungen.
Der Kontrast zu letzter Saison ist schon gross.
Absolut. Wir hinterfragen uns deswegen auch in allen Bereichen, in denen man den sportlichen Erfolg beeinflussen kann. Womöglich haben wir in den letzten vier Jahren zum Teil auch überperformt, die Konkurrenz war vielleicht schlechter als gewohnt. Aber wir freuen uns auf die Zukunft, bei uns ist es ruhig, und aus dieser Ruhe hinaus streben wir das Beste an.
Mit dieser Ruhe kann es relativ schnell vorbei sein.
Natürlich können wir auch in der nächsten Saison plötzlich hinter der Spitze zurückbleiben. Aber es gibt immer zwei Optionen: Aktionismus – oder mit Ruhe und Bedacht arbeiten. Man hat gesehen, wofür wir uns auch in der sportlichen Krise entschieden haben. Ich denke, bei YB ist es uns gelungen, auch im Erfolg eine gewisse Bodenständigkeit zu bewahren. Deswegen fliegt uns im Misserfolg auch nicht alles um die Ohren.
Auf die Liga kommen Veränderungen zu, man möchte gerne 12 Teams in der obersten Klasse, viele votieren für Playoffs. Am 20. Mai wird abgestimmt, Sie sind im Liga-Komitee der Vizepräsident. Der Standpunkt von YB ist bekannt. Was sind Ihre Kernargumente gegen die Playoffs?
Wir finden eine Liga, deren Platzierungen am Ende im Turniermodus ausgespielt werden, schlicht unfair. Wenn der FCZ am Ende dieser Saison nicht Meister wird, ist das doch nicht befriedigend. Weiter sehen wir die europäische Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Eben ist die Schweiz im Uefa-Ranking wieder aufgestiegen, was sehr wichtig ist. Der Europacup ist wichtig für die Clubs, und dass die besten Clubs dort vertreten sind, ist wichtig für die Liga. Wenn diese Plätze nach einem eher zufälligen Prinzip vergeben werden, schadet das langfristig dem Schweizer Koeffizienten.
Zuletzt wurde eine Modusänderung vor zwei Jahren abgelehnt. Was hat sich seither verändert?
Die Aufstockung von 10 auf 12 Teams scheint beschlossene Sache. Ich verstehe ja auch, dass das fast alle wollen: Es gibt mehr Platz und weniger Abstiegsgefahr.
Gibt es denn einen sinnvollen Modus mit 12 Teams?
Wenn man 4 mal 11 Spiele irgendwie durchbringen könnte, dann ja. (lacht) Vielleicht muss man auch akzeptieren, dass man mit 12 Teams weniger Heimspiele hat. Vielleicht kann man stattdessen die Cup-Heimspiele in die Dauerkarten integrieren.
Stehen Planungssicherheit und Attraktivität der Liga in einem Widerspruch zueinander?
Wir verstehen die Clubs, die sich besser gegen einen Abstieg schützen wollen. Aber diese Planbarkeit sehe ich mit einem Playoff-Modus auch für die Europacup-Plätze gefährdet. Selbst wenn man eine starke Saison spielt und Dritter ist, kann man am Ende noch alles verspielen. Dort liegt für mich der Widerspruch.
«In fünf, sechs Jahren wird vielleicht wieder nach einem neuen Modus gesucht.»
Was ist Ihre Prognose für die Abstimmung?
Bis am 29. April müssten die, die dagegen sind, eine Alternative vorlegen. Ich muss noch gehörig wirbeln im Komitee. (lacht) Zentral ist für mich, dass wir noch das Playoff um den Meistertitel verhindern können. Der Erste bleibt Erster, der Zweite Zweiter.
Und sonst?
Vielleicht wird der Rest wie geplant umgesetzt – und in fünf, sechs Jahren wieder nach einem neuen Modus gesucht. (schmunzelt)
YB mit fast 15 Millionen Franken Gewinn
Aufgrund der Lizenzbestimmungen der Fussballliga SFL und der Uefa haben die Young Boys am Freitag ihre Jahresergebnisse für 2021 präsentiert. Nach Verlusten im schwierigen Corona-Jahr 2020 erwirtschaftete der Verein im vergangenen, zu Beginn ebenso noch von Zuschauerbeschränkungen geprägten Jahr einen Gewinn von 14,8 Millionen Franken. Im Vergleich zum Vorjahr (49,1 Millionen) wurden wieder deutlich höhere Gesamteinnahmen verzeichnet – die Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League trug mit Einnahmen von etwa 32 Millionen entsprechend dazu bei, sorgte allerdings auch für eine höhere Prämienausschüttung.
Wanja Greuel
Der 44-jährige Sohn einer Schweizerin und eines Deutschen stieg 2015 bei den Young Boys ein, seit 2016 ist er CEO. Zuvor arbeitete er fünf Jahre lang bei der Berner Vermarktungsfirma IMS und später bei Infront-Ringier. Er wuchs in Kaiserslautern auf, studierte Betriebswirtschaft und zog 2005 in die Schweiz. Greuel ist Vizepräsident im Komitee der Fussball-Liga SFL und sitzt als einziger Vertreter der Schweiz im Vorstand der Europäischen Club-Vereinigung (ECA). https://www.bernerzeitung.ch/wenn-bern- ... 9963927430
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shalako
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Verfasst: Samstag 23. April 2022, 00:25 |
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23.04.2022  Zitat: YB-Sportchef Christoph Spycher macht Druck
Wer nicht spurt, kann gehen
YB steht vor dem Umbruch. Viele Spieler stehen auf der Kippe. Für sie geht es in den letzten sechs Spielen um alles oder nichts. YB-Sportchef Christoph Spycher macht brutal Druck!
War es nun mangelnder Hunger auf den Titel, dass sich YB diesen unfassbaren Rückstand von 19 Punkten auf den FCZ eingehandelt hat? Im letzten Spiel beim designierten Meister (1:2) gewann man genau diesen Eindruck. «Ich habe das nicht so gesehen», sagt Sportchef Christoph Spycher. «Wir hätten ja letzten Sommer gerne ein paar Wechsel gemacht, um dem vorzubeugen. Doch durch Corona war das nicht möglich wie gewünscht. Stattdessen entlud sich das Aufgestaute der letzten Jahre im Winter», erklärt der Sportchef.
Viele Wechsel, viele Verletzungen, Formtief
Fakt ist nun, dass das aktuelle YB ziemlich blutleer und flügellahm daherkommt, weshalb dieses Team im Sommer weitere Veränderungen brauchen wird. Dies, nachdem der Umbruch im Winter mit den Abgängen von Aebischer, Hefti, Martins und Nsame schon ziemlich heftig gewesen war. Zu heftig? «Das war sicher einer der Faktoren», so Spycher, der aber betont, dass sich dieser Faktor erst durch die erneuten Verletzungen akzentuiert habe. «Zudem hatte der eine oder andere ein Formtief. Das alles zusammen konnten wir zu wenig gut abfedern.»
Stellt sich die Frage: Wie soll YB verändert werden, dass der mittlerweile mit Abstand reichste Klub der Schweiz, der alleine durch die Champions League und die Wintertransfers rund fünfzig Millionen Franken eingenommen hat, wieder seinen eigenen Ansprüchen gerecht werden kann? Der erste Wechsel könnte jener auf der Trainerposition sein.
In Sachen Vanetta zögert Spycher
Interimslösung Matteo Vanetta hat bisher wenig Anlass dazu geboten, der richtige Mann für die neue Saison zu sein. Das wirkte bisher alles ein bisschen bieder und unbeholfen. Wird Vanetta gar noch durch einen Feuerwehrmann ersetzt? Spycher: «Unser Fokus liegt nicht darauf, sondern diese unschöne Serie von sieben sieglosen Spielen zu beenden. Dabei ist die Leistung nun zweitrangig. Es müssen Punkte her.» Also bleibt er Trainer bis Ende Saison? Spycher sucht die richtigen Worte. «So sieht unsere Planung aus, ja …»
Spycher wird genau registrieren, wer nicht spurt
Und das Team? «Wir schauen genau, wie sich die Spieler verhalten. Wer Verantwortung übernimmt und wer nicht. Dementsprechend werden wir unser Kader im Sommer verändern.» Also sind diese sechs Spiele für die Zukunft der Spieler entscheidend? Spycher: «Sie sind mitentscheidend. Ich habe ihnen offen und ehrlich kommuniziert, wie ich das handhaben werde. Da weiss jeder, was Sache ist. Ich erwarte, dass jeder Vollgas gibt und Dynamik auf den Platz bringt! Jeder Spieler, der das nicht bringt, wird sich damit auseinandersetzen müssen, dass ich das registrieren werde.»
Der Druck auf die Spieler ist also maximal beim Unterfangen, den dritten Platz und damit die Europacup-Qualifikation zu verteidigen. Das beginnt schon mit dem heutigen Match gegen Servette. Es geht für viele Spieler um nichts weniger als die eigene, nackte Haut! Und das vom Sportchef angekündigt. Neue Töne bei YB! https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 28397.html
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shalako
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Verfasst: Samstag 23. April 2022, 10:37 |
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23.04.2022  Zitat: YB-Coach vor dem Aus?
Fredy Bickel: «Ich halte unglaublich viel von Vanetta»
Vor der Länderspielpause zog YB die Reissleine, entliess Trainer David Wagner und beförderte Assistenz-Trainer Matteo Vanetta interimistisch zum Chefcoach. Nach fünf Spielen steht der 43-Jährige noch ohne Sieg da. Sind seine Tage in Bern bereits gezählt?
Zwei Niederlagen, drei Remis, in jedem Spiel zwei Gegentore: Viel schlechter hätte der Start für Matteo Vanetta nicht sein können. Umso überraschender, wie wohlwollend sich blue Experte Fredy Bickel im Fussball-Talk Heimspiel über den Trainer äussert: «Ich halte unglaublich viel von Vanetta und ich höre auch von den Spielern Gutes. Er ist ein Analytiker, er kennt den Fussball, er ist ein Professor und macht sich viele Gedanken. Für mich kann er deshalb jederzeit eine Lösung sein, auch längerfristig. Und ich kann mir auch vorstellen, dass sich YB das überlegt.» Bickel nennt aber auch Gründe, die gegen eine Weiterbeschäftigung sprechen (Video oben).
Lustenberger schwingt die Werbetrommel für Vanetta
Und was hält YB-Captain Fabian Lustenberger von seinem neuen Boss? Sehr viel. Es ist ja klar, dass er sich nicht öffentlich schlecht über seinen Trainer äussern würde. Dass er Vanetta aber in höchsten Tönen lobt, das zeigt, dass er wirklich überzeugt ist vom neuen Übungsleiter. «Der Konstellation, in der wir jetzt arbeiten, kann ich nur Positives abgewinnen», schliesst Lustenberger seine Lobesrede ab.
Am Samstagabend (20.30 Uhr) nimmt YB unter der Leistung von Vanetta den nächsten Anlauf, einen Sieg einzufahren. Das Spiel kannst du live auf blue Sport oder bei uns im Video-Ticker verfolgen. http://www.bluewin.ch/de/sport/super-le ... 88721.html
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shalako
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Verfasst: Samstag 23. April 2022, 12:58 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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23.04.2022  Zitat: Wie YB-Spieler Mai-Käfer jagen mussten
Schon bald fliegen wieder Maikäfer. Was fast niemand mehr weiss: Bei der Maikäfer-Plage 1909 mussten sogar YB-Spieler die Viecher jagen.
Das Wichtigste in Kürze
- Als Grundbesitzer war YB 1909 verpflichtet, sich an der Maikäfer-Jagd zu beteiligen. - Die Spieler lösten das Problem an einem Sonntagmorgen auf ihre Weise.
Mai 1909. YB ist auf dem Weg zur Meisterschaft. Doch jetzt beschäftigt die Berner vorerst etwas Aussergewöhnliches: die Maikäfer-Plage.
Die Maikäfer gehören zu den schlimmsten Pflanzenschädlingen in Garten, Feld und Wald. Bevor die Chemie mit all ihren Vor- und Nachteilen solche Plagen bewältigen half, musste Handarbeit verrichtet werden.
1909 ist eines der berüchtigtsten Berner Flugjahre im 20. Jahrhundert. Als Grundbesitzer war YB unter Buss- und Strafandrohung verpflichtet, eine bestimmte Menge toter Maikäfer abzuliefern. (Zum Vergleich: Im Kanton Zürich wurden im besagten Jahr 350 Millionen Käfer gesammelt.)
Im Buch „40 Jahre Young Boys“, erschienen 1938, blickt ein an der Jagd nach Maikäfern beteiligter YB-Spieler zurück – im sicheren Wissen, dass die Untaten längst verjährt sind.
Untaten? Der Reihe nach: Im samstäglichen Ausgang eröffnet ein Vorstandsmitglied den Spielern die rechtliche Situation. Schon am nächsten Morgen geht’s mithilfe von Junioren los. Treffpunkt für die Operation Maienkäfer ist das Breitenrainquartier. Vor dem damaligen YB-Stadion Spitalacker steigt ein Spieler auf einen Baum und beginnt zu schütteln.
Eine Frau lenkt ab
Das Resultat: Es stürzen mehr Äste als Käfer in die Tiefe. Zudem beginnt eine junge Frau die Männer von ihrem Auftrag abzulenken. Und wenn dann endlich mal ein paar Käfer im Sack verstaut sind, suchen sie, so der Chronist, «bei der geringsten sich bietenden Möglichkeit die Flucht».
Im Wylerwald geht die Fangaktion weiter. Auch dort wimmelts zwar von Maikäfern. «Doch fielen trotz vereintem, kräftigem Schütteln nur wenige zur Erde.» Die Ausbeute bleibt mager. «In Anbetracht der nun schon kräftig scheinenden Sonne» werden die Bemühungen eingestellt. Mit einer List im Hinterkopf geht’s zum Kontrolleur, um sich die geforderte Menge beglaubigen zu lassen.
Der Trick mit der Waage
Trotz Sonntagsruhe öffnet der amtliche Inspektor. Der kleine Sack kommt auf die Waage. Ein gewitzter Young Boy hilft nach, indem er seinen Fuss auf die Waage stellt. Währenddem der ungläubige Kontrolleur seine Brille holt, wird der Sack ganz schnell mit bereits dort deponierten Käfern nachgefüllt. «Wieder war das Glück uns hold.» Jetzt noch die Unterschrift, und das Soll ist erfüllt.
«Als wir ausser Hörweite waren, schwellte jedem von uns die Brust im Bewusstsein, seine Pflicht den YB gegenüber erfüllt zu haben.» Der Bericht schliesst mit dem Wunsch an das «verehrte Maikäferamt, von nachträglichen Sanktionen gütigst Umgang nehmen zu wollen».
Maikäfer bringen Glück. Am 6. Juni 1909 schlägt YB im Final Winterthur mit 1:0. Und legt den Grundstein zum ersten Meister-Hattrick in der Schweizer Fussballgeschichte. https://www.nau.ch/sport/fussball/wie-y ... n-66144038
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shalako
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Verfasst: Sonntag 24. April 2022, 17:37 |
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24.04.2022  Zitat: YB, der FCZ und die Ratlosigkeit nach der «Prognose des Jahrhunderts»
Im Herbst 2017 war YB noch nicht einmal Meister. Und doch wagte ich eine Prognose: YB wird viermal hintereinander Meister: 2018, 2019, 2020 und 2021. Nun ist klar: Es war die «Prognose des Jahrhunderts». Denn YB wurde tatsächlich viermal Meister – aber eben nicht fünfmal.
Warum werde ich immer wieder gefragt, wie es nun bei YB weitergehen wird? Erst komme ich nicht darauf. Doch dann finde ich im Archiv die Story, die mich bei den Stammtischkollegen irrtümlich zum YB- und Fussball-Experten gemacht hat:
In diesem Artikel lesen wir:
Es ist so eine Sache mit Prognosen. Manchmal liegt man komplett daneben, manchmal trifft man voll ins Schwarze. Das geht auch watson-Eismeister Klaus Zaugg nicht anders.
Doch im Herbst 2017 lag der Eismeister goldrichtig. Nicht bei seinem heiss geliebten, unberechenbaren Spiel auf rutschiger Unterlage – nein, beim grossen Konkurrenten Fussball. Am 14. September 2017 sagte Zaugg voraus, dass YB 2018, 2019, 2020 und 2021 Schweizer Meister werde.
Was sich vier Jahre später als klarer Fall anfühlt, war damals eine überaus gewagte Prognose. Zwar lag YB nach sieben Super-League-Runden im Herbst 2017 an der Tabellenspitze, doch der Vorsprung auf den FC Basel, der gerade seinen achten Meistertitel in Serie gewonnen hatte und auch mit neuer Führung als haushoher Titelfavorit galt, betrug nur einen Punkt.
Noch deutete nicht wirklich viel darauf hin, dass YB seine 32-jährige Titelflaute wirklich beenden könnte. In der Kommentar-Spalte zu seinem Artikel wurde der Eismeister auch nicht wirklich ernst genommen. «Läck hast du dich aber veryoungboyst, Klausi», schrieb ein watson-User, «da hat sich unser Eismeister wohl im Stadioneingang geirrt», ein anderer.
Vier Jahre später ist der YB-Traum wahr geworden und wir haben die Erkenntnis, dass der Eismeister den Nagel voll auf den Kopf getroffen hat. Mit einem Schlag im Scheitstock versenkt sozusagen …
Hier der Artikel vom Herbst 2017. Klaus Zaugg beschreibt in einer Kolumne mithilfe von chinesischen Weisheiten, weshalb die Young Boys bald wieder Meister werden:
Die Zuversicht wächst. Ja, jetzt bin ich sicher, dass wir es schaffen. Unser hinterlistigster YB-Kritiker, der sich im Schafspelz des YB-Fans tarnt, unser Juniorentrainer mit allen Diplomen, der immer alles besser weiss, hat soeben zum ersten Mal Adi Hütter gerühmt und den Chronisten aufgefordert, etwas Nettes zum Jubiläum zu verfassen.
Unsere Runde am Stammtisch war baff. Jubiläum? Adi Hütter rühmen? Gross ist die Heiterkeit. Ausgerechnet der schlimmste YB-Trainer-Kritiker kommt mit dieser Anregung. Ja, ja, der Adi sei jetzt zwei Jahre im Amt. Gut hundert Sonntage. Das sei für YB-Verhältnisse eine lange Zeit und verheisse Gutes. Und gibt gleich eine chinesische Weisheit zum Besten: Anfangen ist leicht, beharren ist Kunst.
So, so, chinesische Weisheiten. Die wird er wohl beim letzten Trainerkurs gehört haben. Aber wo er recht hat, da hat er recht: Zwei Jahre bei YB an der Seitenlinie auszuharren, ist in der Tat eine Kunst.
Wir leben in den Zeiten der klugen Hosentelefone. Also kramt einer sein Smartphone hervor, um nachzusehen, ob wir vielleicht noch andere chinesische Weisheiten finden, die unsere YB-Zuversicht stärken. Das bringt uns vorerst nicht weiter. Sogleich folgt nämlich: Der Weg ist das Ziel. Und schon melden sich die Zyniker: Das haben wir wie kein anderer Klub umgesetzt. Wir sind schon seit 1986 auf dem Weg. Aber dann finden wir sie doch noch, die chinesische Weisheit, die unsere Zuversicht stärkt: Beobachte, was früher war, dann weisst du, was kommen wird. Das ist es!
Früher waren wir Serienmeister mit vier Titeln hintereinander: 1957, 1958, 1959 und 1960. Und grandios europäisch! Im Meistercup 1958 (heute Champions League) im Halbfinal. Wir gewannen vor 60'000 Zuschauern (!) sogar das Hinspiel gegen Stade Reims 1:0, und hätte uns der belgische Schiedsrichter nicht betrogen, hätten wir so hoch gewonnen, dass wir trotz eines 0:3 im Rückspiel in den Final gekommen wären.
Nicht einer, sondern vier Titel und herrliche Zeiten warten auf uns!
Und was nun?
Ja, die Zeiten waren herrlich. YB wurde Meister 2018, 2019, 2020 und 2021. Daher also kommen die Fragen, wie es jetzt weitergehen wird.
Tja, auf eine Prognose für die nächsten vier YB-Jahre lasse ich mich nicht mehr ein. Irre ich mich, verliere ich bloss den Stammtisch-Mythos als «Fussball-Gott». Es ist die Ratlosigkeit nach einer «Jahrhundert-Prognose».
Aber ich wage eine andere Prognose. Keine so gewagte wie damals im Herbst 2017 über YB: Der FCZ wird ganz sicher nicht viermal hintereinander Meister. https://www.watson.ch/sport/eismeister% ... hrhunderts
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shalako
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Verfasst: Sonntag 24. April 2022, 23:06 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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24.04.2022  Zitat: Erster Sieg seit Februar
YB erinnert sich an schon fast vergessen geglaubte Gefühle
Nach langer Durststrecke gewinnen die Young Boys gegen Servette. Interimstrainer Matteo Vanetta hat seinen ersten Sieg als Chef – und Argumente für eine Weiterbeschäftigung.
Es sind Bilder und Töne, wie sie im Kurzzeitgedächtnis des Berner Fussballanhangs womöglich schon ansatzweise zu verblassen, zu verstummen drohten. Am Samstagabend feiern sie tatsächlich, die Young Boys, sie sitzen und hüpfen vor ihrer Fankurve, aus den Stadionboxen konstatieren Züri West in ihrer unimitierbaren Nonchalance, dass YB mal wieder gewonnen hat. 3:1, ausgerechnet gegen Servette, aber es ist nicht der Erfolg gegen einen der unbequemsten Gegner aus den letzten Jahren, der die Fans hüpfen lässt, mehr der Fakt, dass der letzte Sieg vom 26. Februar datiert (3:1 gegen Sion) und damit noch aus einer anderen Jahreszeit.
Es ist in den für die Young Boys so betrüblichen letzten Wochen nur ein winziger Teilerfolg – von dem sich weiter fragt, welche Dynamik er der Mannschaft bringen kann.
Der erste Sieg in acht Spielen ist auf jeden Fall der logische Fortsatz der Partie gegen den FCZ, als YB zum ersten Mal seit Wochen mal wieder Dominanz im Mittelfeld hatte. Die Mannschaft hat sich auch nach den ersten erfolglosen Partien hinter ihren Interimstrainer Matteo Vanetta gestellt, es scheint, als wäre der Tessiner zumindest für sie auch ein Trainer, mit dem es in die nächste Saison gehen kann. Entsprechend spielt sie in den verbleibenden fünf Runden auch für ihn.
Vanetta: Wie viel Auftrieb gibt ihm ein Sieg?
Die Spieler stünden nun unter besonderer Beobachtung, sagte Sportchef Christoph Spycher bereits im März nach der Entlassung von Trainer David Wagner. Von Vanetta nahm Spycher so, ob absichtlich oder nicht, früh Druck weg. «Ich hoffe, wir gehen mit der gleichen Energie durch die nächsten Wochen», sagt Vanetta am späten Samstagabend, als alles entschieden und er selber ziemlich erleichtert ist.
Die neue Energie macht sich für YB gegen Servette ein erstes Mal in der 12. Minute bemerkbar. Präzise Flanken und gefährliches, steiles Spiel, beides hatte den Young Boys zuletzt gefehlt, beides findet sich im Berner Führungstreffer: Fabian Rieders öffnender Pass auf Ulisses Garcia, dessen Flanke auf Jordan Siebatcheu, Kopfball, 1:0. «Wir hatten in dieser Phase Präsenz, vielleicht noch nicht immer Präzision», sagt Vanetta.
Es ist eine Art, auf die es für YB durchaus weitergehen kann. Zwei Auswärtsspiele warten, nächsten Sonntag geht es zum FC Sion, die Woche darauf zu Lugano. Die Tessiner sind im Kampf um Rang 3 zurückgebunden, verlieren am Sonntag bei St. Gallen mit 0:3, liegen jetzt vier Punkte hinter YB. Das ist die eine Seite der Dynamik.
Das Zwischenhoch kann aber auch genauso gut wieder verschwinden. Denn die Young Boys vermögen auch gegen Servette nicht zu kaschieren, dass ihre Dominanz nach wie vor nur in Phasen auftritt – und sie eine Führung noch immer nicht einfach so herunterzuspielen imstande sind. Nach Siebatcheus zweitem Kopfballtor des Abends – einer Art Lob-Edition – und dem Seitenwechsel lässt YB nach. Ein ohne den gesperrten Kastriot Imeri sehr schwaches Servette nützt das kaum je aus, Trainer Vanetta lässt die vorübergehende Passivität dennoch im erhöhten Pulsbereich zurück. «Nach dem dritten Tor war ich relativ ruhig, aber nur nach dem dritten.» Die Entscheidung gelingt den Jokern um Felix Mambimbi, Lewin Blum und Vincent Sierro, der eine leitet ein, wird gefoult, Blum übernimmt, flankt, Sierro trifft, auch er per Kopf.
Die Gelb-Rote Karte gegen Meschack Elia nach dessen Schwalbe, das Gegentor durch Dimitri Oberlin kurz vor Schluss sind kleine Wermutstropfen für ein Team, das so lange auf einen Sieg gewartet hat wie die Young Boys. «Es ging jetzt einfach mal ums Gewinnen», sagt Goalie David von Ballmoos, im letzten Moment doch noch um sein erstes Spiel ohne Gegentor seit dem 29. Januar gebracht.
Siebatcheu: Wer soll ihn noch einholen?
Und so heisst die Figur dieses kleinen YB-Comebacks Jordan Siebatcheu, der sich mit zwei Toren fast unbemerkt an der Spitze des Torschützenklassements abgesetzt hat. Bei 21 Ligatreffern steht der US-Amerikaner schon, hat damit vier Längen Vorsprung auf FCZ-Stürmer Assan Ceesay. «Pefok scores two», schreiben sie am Sonntag wieder in den Portalen aus Übersee, wo Siebatcheu traditionell mit dem Namen seiner Mutter angesprochen wird. Die Performance des US-Nationalspielers wird dort weitaus besser rezipiert als eingebunden in den Negativstrudel der letzten YB-Wochen.
Dieses YB also hat sich fürs Erste wieder auf Kurs gebracht. Aus dem Minimalziel Europacup ist ja nach dem verspielten Titel innerhalb von nur zwei, drei Wochen das Maximalziel geworden, so hat das Captain Fabian Lustenberger unter der Woche gegenüber «Blue» formuliert. Nach dem Spiel am Samstag sagt er: «Es ist nur ein Sieg, aber er tut uns schon sehr gut.» Vor allem erinnert er an schon fast vergessen geglaubte Gefühle. https://www.bernerzeitung.ch/yb-erinner ... 2302809236
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shalako
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Verfasst: Montag 25. April 2022, 15:36 |
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25.04.2022  Zitat: Young-Boys-Meistertram fährt weiter – auch ohne Titel
Das Young-Boys-Meistertram wird auch in der kommenden Saison durch Bern kurven, obwohl die Young Boys gar nicht mehr Meister sind.
«Auch wenn der Meisterpokal dieses Jahr nicht nach Bern kommt – Bernmobil ist gelb-schwarz und drückt dem Verein auch in der nächsten Saison wieder kräftig die Daumen», heisst es in einem Bernmobil-Tweet vom Montag, 25. April 2022. Den fussballverrückten Bernern fällt damit ein Stein von Herzen. Sie befürchteten bislang, dass das gelb-schwarze Tram mangels Erfolg aus dem Verkehr gezogen werden könnte.
Seine Jungfernfahrt hatte das Meistertram am 4. Juni 2018, kurz nach dem Gewinn des ersten von vier Meistertiteln in Serie. Ursprünglich sollte es bloss einige Monate auf dem Stadtnetz fahren. Doch die Berner schlossen das YB-Tram ins Herz, und so fährt dieses seit nunmehr vier Jahren weiter, einfach immer weiter.
Bernmobil folgt damit dem Beispiel der Basler Verkehrsbetriebe (BVB). Obwohl der FC Basel letztmals 2017 Meister wurde, sind nach wie vor zwei «FCB-Drämmli» im Einsatz. Das bestätigte eine BVB-Sprecherin am Montag, 25. April 2022, auf Anfrage. «Bi Sunneschiin und Rääge, stöhn mir uf dr FCB», sagte sie zur Begründung.
Neuer Meister dürfte in Kürze der FC Zürich werden. Ob es in der Limmatstadt ebenfalls Pläne für ein Meistertram gibt, ist nicht bekannt. https://www.nau.ch/ort/bern/young-boys- ... l-66162811
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shalako
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Verfasst: Dienstag 26. April 2022, 08:04 |
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26.04.2022  Zitat: YB-Sportchef Christoph Spycher zum YB-Facelifting
Fünf YB-Stars spielen nun um ihre Zukunft
YB steht vor dem Umbruch. Doch wie soll Gelbschwarz in Zukunft aussehen?
Noch sind fünf Runden zu spielen. Doch schon jetzt ist klar: Der entthronte Meister wird ein neues Gesicht erhalten. Zu enttäuschend war diese Saison mit Ausnahme des Erreichens der Champions League.
Vanetta bleibt kaum Trainer
Das Facelifting könnte schon beim Trainer beginnen. Trotz des ersten Siegs im sechsten Anlauf: Es ist unwahrscheinlich, dass YB mit Matteo Vanetta in die Mission Rückeroberung des Meistertitels geht. Zu unauffällig wirkte der Tessiner.
Zu lange hat Sportchef Christoph Spycher bei der Beantwortung der Vanetta-Frage gezögert. Viel wahrscheinlicher ist, dass YB zum Beispiel den Berner und Ex-Thuner Marc Schneider holt, der Anfang März bei Waasland-Beveren entlassen wurde.
Spycher glaubt fest an Lustenberger
Bei den Spielern stellt sich als erstes die Captainfrage. Kann Fabian Lustenberger dieses Amt weiter ausführen? Er war nicht mehr der alte, als er von seiner langen Achillessehnen-Verletzungspause zurückkam, beging ungewohnt viele Fehler und die YB-Fans stellten sich die Frage: Wird er sein Rendement jemals wieder erreichen?
Eine Frage, die sich für Spycher nicht stellt: «Ich habe keine Zweifel. 2017/18 sagten auch viele bei Steve von Bergen, er sei zu alt. Dann spielte er zwei unglaubliche Saisons, in denen er praktisch alle Spiele machte. Wenn Fabian einen normalen Sommeraufbau machen kann, ist er wieder voll da!» Dessen Vertrag läuft 2023 aus. Was dann? «Wie mit allen älteren Spielern geben wir keine Drei-Jahres-Verträge und schauen das kurzfristig an.»
Martins, Fernandes, Nsame
Die weiteren höchst interessanten Personalien: Kiki Martins, weil es Gerüchte darüber gab, ob ZSKA Moskau in Kriegszeiten in der Lage sein würde, die zehn Millionen Franken Transfersumme zu überweisen. Spycher: «Wir haben die erste Tranche erhalten.»
Edimilson Fernandes? Dessen Leihvertrag läuft im Sommer aus. Eine Übernahmeoption hat YB nicht. Spycher: «Er hat noch ein Jahr Vertrag in Mainz. Und dort verdient er ein bisschen mehr als bei uns …» Was heisst: Er ist zu teuer.
Jean-Pierre Nsame dürfte mit Venezia aus der Serie A absteigen. Eine Rückkehr steht im Raum, denn sein Leihvertrag endet auch im Juni. Spycher: «Wir haben mit ihm bis 2024 verlängert und sind nicht unter Druck. Ich bin in Kontakt mit ihm.»
Fassnacht zur Legende erheben?
Der Fall Christian Fassnacht. Der Zürcher hat sein Herzblut bedingungslos für YB vergossen. Er bringt sich immer voll ein. Es ist durchaus vorstellbar, ihn nach der aktuellen Verletzungs-Horrorsaison zum starken Mann, zu einer Legende zu machen, indem man ihn langfristig bindet, womit er seine Auslandträume mit 28 begraben müsste. Der Sportchef: «Die Idee ist natürlich nicht völlig falsch. Doch da müssen wir zuerst diskutieren.»
Diese Fünf zittern
Und wer muss zittern? Es gibt fünf Wackelkandidaten. Weil YB Rieder und Lauper stärken will, in Niasse viel Potenzial sieht und Jankewitz von St. Gallen zurückkommt, wirds für Vincent Sierro eng. Sein Vertrag läuft bis 2023. Wenn YB mit ihm noch etwas verdienen will, muss er im Sommer verkauft werden. Dasselbe gilt für Lefort und selbst Ngamaleu. Und ganz bestimmt ist einer der Türme Siebatcheu (21 Saisontore!), Kanga und allenfalls Nsame zu viel. Dass Klubikone Sulejmani (vier Titel!) kaum einen neuen Vertrag erhält, ist da schon fast eine Randnotiz – so hart das auch klingen mag. https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 35239.html
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shalako
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Verfasst: Dienstag 26. April 2022, 08:06 |
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26.04.2022  Zitat: Das meint Blick zum YB-Umbruch
Es braucht einen neuen Hoarau!
Auf YB-Sportchef Christoph Spycher warten arbeitsreiche Tage. Er muss YB neu erfinden. Dafür braucht er eine neue Galionsfigur. Einen grossen Ausländer.
Es ist die grösste Herausforderung für Sportchef Christoph Spycher, seit er dieses Amt bei YB 2016 angetreten hat. Den Umbruch voranzutreiben. Und YB mit neuen Galionsfiguren zu versehen.
Klar, man könnte einen Schweizer zurückholen, der seine Auslandkarriere allmählich ausklingen lässt und noch heiss ist auf eine Herausforderung in der Heimat. Wie Blerim Dzemaili, der das entscheidende Puzzleteil des FCZ-Meistertitels war.
Doch YB braucht mehr. Man hat ja bereits Ex-Hertha-Star Fabian Lustenberger als Leader und Captain. So wie damals Steve von Bergen. Was aber fehlt, ist eine Überfigur. Ein neuer Guillaume Hoarau.
Genau solch einen Typen braucht YB nun. Eine grosse ausländische Nummer, die in der Schweiz etwas bewegen will. Die Perspektive ist gut. Die Saläre stimmen bei YB. Und Ende nächste Saison wird es wieder ein bisschen einfacher sein, sich für die Champions League zu qualifizieren.
Selbst das nötige Kleingeld hat YB. Bei Einnahmen von rund fünfzig Millionen Franken alleine aus Transfers und Königsklasse schreiben die Berner 2021 einen Gewinn von nicht ganz 15 Millionen Franken. Das ist ein schönes Spielgeld, mit dem sich einiges bewegen lässt. Zum Beispiel einen absoluten Top-Transfer zu machen. Dazu drei, vier kleinere – und YB ist wieder kompetitiv.
Nur: Die Suche nach dem neuen Hoarau ist eine Gewalts-Challenge. Den findet man nicht auf der Strasse. Spycher ist gefordert. https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 35270.html
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Verfasst: Mittwoch 27. April 2022, 23:36 |
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