Registrieren    Anmelden    Forum    Suche    FAQ

 

 

 

     

 

 

Foren-Übersicht » www.ybfans.ch » BSC Young Boys Stammtisch




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 57 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4, 5, 6  Nächste
Autor Nachricht
 Beitrag Verfasst: Montag 30. September 2024, 22:53 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Montag 24. Mai 2004, 18:21
Beiträge: 3440
Wohnort: In der Brauerei
FC Barcelona - BSC Young Boys

Barcelona: Ein Schwergewicht wartet auf YB

27-mal die spanische Meisterschaft und 31-mal den nationalen Cup gewonnen, 4-mal die Champions League sowie 1-mal den Europacup der Landesmeister für sich entschieden, 3-mal die Klub-WM-Trophäe geholt: Das sind Auszüge aus dem stolzen Palmarès des FC Barcelona, diesem Schwergewicht des europäischen Fussballs mit weltweiter Ausstrahlung.

Seit diesem Sommer werden die Katalanen von Hansi Flick trainiert. Der 59-jährige Deutsche hatte zuvor die Nationalmannschaft seines Landes betreut und auf Vereinsebene mit dem FC Bayern München mehrere grosse Erfolge gefeiert (Champions-League-Sieg 2020, Meistertitel 2020 und 2021, deutscher Pokalsieg 2020). Bei Barcelona unterschrieb Flick einen Vierjahresvertrag.

Der Start in die Saison gelang in La Liga mit sieben Siegen in Serie. Erst am vergangenen Samstag, in der 8. Runde, musste die Mannschaft beim 2:4 in Pamplona gegen Osasuna die erste Meisterschaftsniederlage einstecken. «Es war nicht unser bester Tag», sagte Flick, «aber ich denke positiv. Wir sind auf dem richtigen Weg, das werden wir in den nächsten zwei Spielen zeigen.» Barcelona führt weiterhin die Tabelle an – mit 25:9 Toren und drei Punkten Vorsprung auf Real Madrid. Effizientester Stürmer war bislang der Pole Robert Lewandowski mit sieben Treffern.

Ter Stegen fällt monatelang aus

Lewandowski ist einer von vielen klangvollen Namen im Kader von Barça. Lamine Yamal, Pedri, Ferran Torres und Dani Olmo (im Sommer von RB Leipzig verpflichtet) wurden mit Spanien in diesem Sommer Europameister. Raphinha ist brasilianischer Nationalspieler, Goalie Marc-André ter Stegen in Deutschland die neue Nummer 1 nach dem Rücktritt von Manuel Neuer. Allerdings wird ter Stegen gegen YB nicht im Tor stehen. Nach einem Riss der Patellasehne im Spiel gegen Villarreal wird der 32-Jährige monatelang ausfallen.

Nicht wunschgemäss gelang dem FC Barcelona der Auftakt in die UEFA Champions League. In der ersten Runde verlor er in Monaco (mit dem früheren YB-Meistertrainer Adi Hütter) 1:2. Nun geht es gegen YB weiter, aber nicht im legendären Camp Nou. Die bisherige Heimat wird umgebaut und soll ab 2026 mit erhöhter Kapazität bezugsbereit sein: Geplant ist die Aufstockung um mehr als 5000 auf 105’000 Plätze.

Bis zum Ende der Bauarbeiten wird die Mannschaft ihre Heimspiele im Estadí Olímpic Lluís Companys austragen. Das Stadion war 1992 Schauplatz der Olympischen Spiele und befindet sich auf dem Montjuïc, dem Hausberg von Barcelona.

YB mit 23 Spielern nach Barcelona

Die Young Boys sind am Montag mit 23 Spielern nach Barcelona gereist. Verletzt oder rekonvaleszent fehlt ein Quartett: Loris Benito, Saidy Janko, Patric Pfeiffer und Facinet Conte. Nicht im Aufgebot sind ausserdem Anel Husic und Sadin Crnovrsanin.


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Oktober 2024, 09:11 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
01.10.2024

Bild

Zitat:
Ex-Barça-Star Rakitic schätzt YB-Chancen ein

«Barcelona ist dank der Jungen um Yamal derart stark»

Ivan Rakitic hat mit dem FC Barcelona alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: Champions League, Meisterschaft, Cup. Als Schweizer ist der neue Superstar von Hajduk Split der perfekte Mann, um einzuschätzen, ob YB eine Chance gegen die Katalanen hat.

Blick: Ivan, erklären Sie uns mal die Faszination FC Barcelona in wenigen Wörtern bitte.
Ivan Rakitic: Schon der Slogan erklärt eigentlich alles: «Mes que un club.» Mehr als ein Verein. Weshalb Barça einen einzigartigen Bezug zu seinen Fans weltweit hat. Das macht den Unterschied aus, dieses Verhältnis zu Fans auf dem ganzen Planeten.

Sieht man mal vom letzten Spiel gegen Osasuna ab, läuft es auf dem Planeten FCB diese Saison prächtig. Was sind die Gründe für den La-Liga-Start mit sieben Siegen aus sieben Spielen?
Für mich ist der Hauptgrund die Talentschmiede La Masia. Die funktioniert top, einmal mehr. Es ist doch fast nicht normal, dass man nach der Goldenen Generation um Leo Messi, Xavi und Iniesta wieder solch eine Generation hinbringt wie mit den aktuellen Jungen Yamal, Gavi und Pedri. Sie sind die Lösung. Sie bringen den Schwung. Sie gehen vorneweg. Sie sind die Leistungsträger.

Mehr als die grossen Stars? Mehr als Lewandowski, Raphina, Olmo und Co.?
Die Jungen haben jedenfalls einen Riesenanteil. Sie brauchen die Genannten und den nun verletzten Ter Stegen. Aber das Verhältnis ist wechselseitig. Ohne die Jungen hätte es Barça schwer.

Welchen Anteil hat der neue Coach Hansi Flick? Man verehrt ihn schon fast als Magier …
Er verfügt über die nötige Erfahrung und er hat es verstanden, diesen Mix aus Jung und Alt zu kreieren. Dabei hilft die deutsche Mentalität. Das kommt richtig gut zusammen.

Apropos deutsch: Wie schwer wiegt der Ausfall von Marc-André ter Stegen?
Er ist der Captain. Er hat einen Top-Saisonstart hingelegt. Seine Absenz ist ein Riesenschlag. Nicht nur auf dem Platz. Sondern auch als Führungsfigur neben dem Platz, gerade, um die Jungen an die Hand zu nehmen.

Jetzt holt Flick Wojciech Szczesny aus dem Nach-Juventus-Ruhestand. Ein guter Entscheid?
Ich denke schon. Auch wenn Barça mit Iñaki Peña, den ich noch aus gemeinsamen Zeiten bestens kenne, einen absoluten Topmann als Ter-Stegen-Backup hatte. Er ist mit 25 noch jung, hat aber an der Seite des Deutschen unglaublich viel gelernt. Barcelona kann auch mit ihm als Nummer eins absolut beruhigt sein. Aber klar ist es optimal, nun auch einen erfahrenen Goalie zu haben, denn es sind sehr, sehr viele Spiele zu absolvieren. Und der Druck ist unheimlich gross beim FCB. Nun kann dieser auf den Schultern von Beiden verteilt werden, sofern man sich dafür entscheidet, keine klare Nummer eins zu definieren. Aber einen Ersatz für Ter Stegen gibt es schlicht nicht.
Zuletzt gabs das angesprochene 2:4 bei Osasuna. In der Champions League verloren die Blaugrana zum Start gegen Monaco. Sie stehen also gegen YB unter gewaltigem Druck!
Klar. Denn mit dem neuen Champions-League-Format kann man sich nicht manchen Fehltritt erlauben. Man weiss ja noch nicht mal, wie viele Punkte man braucht, um weiterzukommen. Da ist deshalb jedes Spiel ein kleiner Final.

Die Start-Niederlage gegen Monaco hatte man ganz bestimmt nicht auf dem Plan gehabt.
Nein. Aber die Monegassen sind eine Topmannschaft. Barça war früh nur noch zu zehnt. Und dennoch hätten die Spanier etwas mitnehmen müssen. Denn mit so vielen Spielern, die in der Lage sind, mit Einzelaktionen etwas zu bewirken, kannst du auch in Unterzahl gefährlich werden. Das wird übrigens etwas vom Entscheidenden sein aus Berner Sicht, diese Spieler aus dem Spiel zu nehmen.

Aber da hat es so viele – das ist doch praktisch unmöglich!
Ich habe auch nicht gesagt, es werde einfach. Selbst wenn mit Dani Olmo einer der wichtigsten Einzelkönner auch verletzt fehlt. Raphinha ist in Topform. Von Lamine gar nicht zu sprechen, das wird ja immer unheimlicher mit dem. Lewandowski macht Tore ohne Ende. Das ist halt Champions League. Und das wird YB bis in die Haarspitzen motivieren.

Wie geht man am besten in solch ein Spiel?
Ich kann den YB-Spielern nur sagen: Geniesst solche Momente! Erstens. Und gebt alles. Glaubt an euch. Denn im Fussball ist immer alles möglich.

Sie denken also, YB hat in der katalanischen Metropole eine Chance?
Es wird sicher unglaublich schwierig. Da muss jedes noch so kleine Detail stimmen. Fehler darf man sich nicht erlauben. YB muss sich gut vorbereiten, bereit sein und die Spieler müssen an sich glauben. Und ich wiederhole mich gerne: Es ist immer alles möglich!

Suchen wir weiter nach kleinen Vorteilen für YB: Die Magie des Camp Nou wird fehlen. Im Olympiastadion ist die Stimmung nicht dieselbe – oder?
Nein. Das ist auch nicht möglich. Da muss man nicht lange um den heissen Brei herumreden. Das Campo Nou ist einzigartig! Und nun wird es nochmals umgebaut und modernisiert. Und wird womöglich das beste Stadion der Welt. Aber glaub mir: Die YB-Spieler hätten liebend gerne im Camp Nou gespielt. Da spielst du einmal in deinem Leben gegen Barça in Spanien – und dann spielt man in einem Stadion mit Laufbahn rundherum. Vielleicht ist es aber auch solch ein kleines Detail, das helfen kann.

Sie haben nicht per Zufall YB gegen Aston Villa gesehen?
Doch, ich habe mir das Spiel zumindest teilweise angeschaut. Denn ich habe Villas Sportdirektor Monchi, der vor dem Wechsel nach London fast sein gesamtes fussballerisches Leben bei meinem Herzensklub Sevilla verbracht hat, zum Geburtstag gratuliert und wollte mit ihm ein bisschen über das letzte Spiel reden können.

Was ist Ihr Fazit?
(zögert) Mmh. Man hat einmal mehr gesehen, dass es in der Champions League Fehler, wie sie YB begangen hat, nicht verträgt. Aber der Schweizer Meister hat auch gezeigt, dass er gefährlich sein kann. Barça kann dieses Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen. Auch wenn der Meisterschaftsstart der Berner nicht so ausfiel, wie man sich das erwartet hatte.

Und doch steht die Behauptung: Die grösste Chance der Berner ist, dass sie keine Chance haben.
Irgendwo stimmt das schon. Denn niemand erwartet, dass YB das grosse Barcelona wirklich ärgern kann. Weshalb es in der Tat die grosse Chance von YB ist, dass alle erwarten, dass sich Barcelona nach dem 1:2 gegen Monaco mit einem Sieg zurück in die Spur bringt. Nicht immer gewinnt aber die favorisierte oder auf dem Papier bessere Mannschaft.


https://www.blick.ch/sport/fussball/cha ... 85840.html

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Oktober 2024, 12:27 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
01.10.2024

Bild

Zitat:
YB-Gegner Barcelona

Wie mit einer Serviette Barças goldene Ära begann

Am Dienstagabend treffen die Young Boys in der Champions League auf die Katalanen. Fünf Kurzgeschichten zum legendären Club, den einst ein Winterthurer gründete.

In Kürze:

- Die Young Boys spielen in der Champions League gegen Barcelona im Olympiastadion.
- Lionel Messis Trikot ist trotz seines Weggangs weiterhin präsent im Stadion.
- Die Offensive um Super-Teenager Lamine Yamal könnte zur grossen Herausforderung werden.

Nach der 0:3-Niederlage gegen Aston Villa bestreiten die Young Boys ihr zweites Champions-League-Spiel in Barcelona. Es muss viel zusammenkommen, damit die Berner dort etwas holen können. Aber nur schon das Antreten ist in Barcelona ein Erlebnis, denn dieser Club ist eine europäische Legende.

Der Club muss sich von Messi emanzipieren – und die Stadt auch

Am 17. Mai 2024 stand Ian Ehling in London vor potenziellen Käufern und sagte: «Ja, es ist eine Papierserviette.» Ehling ist Auktionator für das Auktionshaus Bonhams, hat auch schon Exemplare der Erstausgabe von Goethes «Faust» oder wissenschaftliche Manuskripte von Johannes Kepler versteigert. Was er persönlich von dieser Serviette hielt, ist nicht überliefert. Überliefert ist, dass er sie wenige Minuten später für 762’000 Pfund (rund 860’000 Franken) versteigerte.

Warum zahlt jemand so viel Geld für eine Serviette? 24 Jahre vor der Versteigerung hielt Carles Rexach, damals Sportdirektor beim FC Barcelona, auf dieser Serviette die Absichtserklärung fest, den damals 13 Jahre alten Lionel Messi zu verpflichten. Der Rest ist Fussballgeschichte: Messi hat in 778 Spielen für Barcelona 682 Tore geschossen und ist zu einem der besten Fussballspieler der Geschichte geworden.

Als er 2021 den Club verliess, musste sich nicht nur der FC Barcelona neu erfinden, sondern auch die Stadt selbst. Tourismusexpertin Nicole Kalemba sagte zu Messis drohendem Abgang in einer spanischen Zeitung: «Messis Abreise hätte ernsthafte Auswirkungen auf Barcelona als Touristenziel. Er ist global gesehen einer der wichtigsten Botschafter für die Stadt.» Allein Messis Anwesenheit habe Barcelona geholfen, eine Tourismusnachfrage zu generieren.

Es ist dann alles halb so dramatisch gekommen. Und ohnehin ist Messi nur physisch weg: Wenn YB am Dienstag ins Olympiastadion einläuft, werden Tausende sein Trikot tragen.

Ein Winterthurer verändert den Weltfussball

An der Fassade des Einfamilienhauses an der Jakobstrasse 7 in Winterthur ist unter der blauen Hausnummer eine Steintafel befestigt. Auf ihr steht: «Hier wurde am 22.11.1877 Hans Gamper geboren, Gründer des Futbol Club Barcelona.» Ein Schweizer also, ein Winterthurer, hat den FC Barcelona gegründet. Und das kam so.

Gamper wanderte als 21-Jähriger nach Barcelona aus, zwei Jahre, nachdem er 1896 den FC Zürich mitgegründet hatte. Auch in Barcelona wollte er Fussball spielen. Doch in Katalonien war es damals üblich, dass keine Ausländer mitmachten. Deswegen schaltete Gamper in der Zeitung «Los Deportes» ein Inserat mit acht Zeilen, die Fussballeuropa verändern sollten:

«Unser Freund und Kollege, Herr Kans Kamper, von der Fussballsektion der ‹Sociedad Los Deportes› und früherer Schweizer Meister, der gerne einige Spiele in Barcelona organisieren möchte, bittet alle, die diesen Sport lieben, sich mit uns in Verbindung zu setzen und am Dienstag- oder Freitagabend zwischen 21 und 23 Uhr auf dieser Redaktion vorbeizuschauen.»

Zwölf Personen trafen sich und gründeten den FC Barcelona. Unter ihnen Gamper und Walter Wild, ein anderer Schweizer, der als erster Präsident des Vereins in die Geschichte eingegangen ist.

Der FC Barcelona führt Gamper sowohl als fünffachen Präsidenten als auch als «legendären Spieler» auf seiner Website. Dort steht: «Seine Qualitäten waren besser als jene der meisten anderen zu dieser Zeit. Viele Menschen staunten über seine Fähigkeiten.»

Kleine Enttäuschung, bevor der erste Ball gespielt ist

Berner Fans, die nicht jede freie Minute mit Fussball zubringen, dachten am Tag der Auslosung vielleicht: «Camp Nou!» Fast 100’000 Menschen finden darin Platz, es ist das grösste Stadion weltweit, das nur für Fussballspiele genutzt wird. Der FC Lugano hat hier gespielt, 1968 im Cupsieger-Cup, eine Basler Stadtauswahl (1959) sowie der FC Zürich (1967) im Pokal der Messestädte oder der FC Basel 2008 in der Champions League.

Die Nächsten an der Reihe wären die Young Boys gewesen. Wären, denn die Berner Fans – und die Berner Spieler – müssen damit leben, dass das Camp Nou und Umgebung gerade für 1,5 Milliarden Euro umgebaut werden. Der FC Barcelona spielt deswegen im Olympiastadion.

Auch in diesem Stadion, das als kleiner Trost, wartet Geschichte: Es wurde 1929 für die Weltausstellung gebaut, 1992 fanden hier die Leichtathletik-Wettkämpfe der Sommerspiele statt.

Dem Team mit dem teuersten Teenager fehlt der Goalie

Auf seiner Website hat der FC Barcelona gewisse seiner Spieler mit einem Stempel versehen: «Made in La Masia». Das Label erhält, wer durch die berühmte Barça-Schule gegangen ist. Pep Guardiola hat dort gelernt, auch Messi, Carles Puyol oder Andrés Iniesta und Xavi, der Vorgänger des aktuellen Trainers Hansi Flick.

Einer der jüngsten Abgänger von La Masia ist Lamine Yamal, 17 Jahre alt und gerade der teuerste Teenager der Fussballwelt. An der EM in Deutschland löste der Spanier den Schweizer Johan Vonlanthen als jüngsten EM-Torschützen ab: Bei seinem Ausgleichstreffer gegen Frankreich war er 16 Jahre und 362 Tage alt. Einen Tag nach seinem 17. Geburtstag wurde er Europameister und zum besten Jungspieler des Turniers gewählt.

Das Referenz-Portal «Transfermarkt» weist für ihn einen Wert von 120 Millionen Euro aus. Zum Vergleich: Der teuerste Teenager der Young Boys heisst Zachary Athekame und wird auf 1,8 Millionen Euro geschätzt. Wenn die Berner Yamal kaufen und in Athekames zahlen wollten, bräuchten sie also 67 Athekames.

Dieser Teenager kommt also auf die Young Boys zu. Fehlen wird hingegen der Goalie Marc-André ter Stegen. Er ist Anfang September zum Nachfolger von Manuel Neuer im deutschen Nationalteam erkoren worden. Das bedeutet bereits nichts mehr. Denn bei ter Stegen ist im Spiel gegen Villarreal die Patellasehne gerissen. Nicht nur die Deutschen müssen wieder über ihren Nationalgoalie reden. Sondern auch Barcelona braucht für mehrere Monate einen Ersatz.

In den ersten zwei Spielen seit ter Stegens Verletzung spielte Iñaki Peña, 25 Jahre alt, auch er aus der eigenen Schmiede La Masia.

Barcelona erzielt ein Tor mehr als Real Madrid – pro Runde

In Barcelona beackern sie gerade ein paar Nebenschauplätze. Etwa die Affäre rund um das Fan-Banner beim ersten Champions-League-Spiel gegen Monaco. «Flick heil» stand dort. Wegen dieser Aktion, verantwortet von einigen wenigen Menschen, wird der Club von der Uefa bestraft: Er muss 10’000 Euro Busse zahlen und darf für das nächste europäische Auswärtsspiel, jenes gegen Roter Stern Belgrad, keine Tickets an eigene Fans abgeben.

Ansonsten aber herrscht in Barcelona gerade munterste Welt. Unter dem neuen Trainer Hansi Flick hat Barcelona sieben von acht Ligaspielen gewonnen. 25 Tore erzielten die Katalanen dabei. Das ist pro Runde durchschnittlich eines mehr als Real Madrid.

Die Young Boys können ihr Hoffen auf einen Exploit eigentlich nur an zwei Spielen festmachen: Barcelona verlor die erste Champions-League-Partie gegen Monaco und am Wochenende in der Liga gegen Osasuna 2:4.


https://www.bernerzeitung.ch/yb-barca-f ... 1366704875

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Oktober 2024, 12:29 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
01.10.2024

Bild

Zitat:
Kein Duell mit Herzensklub

Japanische Tugenden helfen Benito über den Barcelona-Frust hinweg

YB-Abwehrchef Loris Benito verpasst am Dienstagabend das Champions-League-Duell mit dem FC Barcelona.

Nach langer Verletzungspause stand Loris Benito am 14. September im Cup gegen Vevey (4:2) erstmals seit dem 3. Februar wieder für die A-Mannschaft der Young Boys auf dem Platz. Offenbar gerade rechtzeitig für ein besonderes Highlight. Schliesslich trifft YB am Dienstag auf den grossen FC Barcelona. Jene Mannschaft, die Benitos Liebe zum Fussball geweckt hat.

Als Sohn spanischer Eltern war er der LaLiga schon immer nahe. Bei Barcelona begeisterte ihn vor allem der Brasilianer Rivaldo, der von 1997 bis 2002 für die Katalanen spielte und Benitos grosses Kindheitsidol wurde.

Deshalb sei dieses Spiel etwas ganz Besonderes für ihn, und er freue sich, wieder fit zu sein, sagte Benito damals. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht hatte wissen können: Am vergangenen Samstag zog er sich bei der 0:1-Niederlage gegen GC eine Muskelverletzung im linken Oberschenkel zu. Am Sonntag teilte YB mit, dass Benito die Reise nach Spanien nicht antreten könne. Es ist die nächste bittere Enttäuschung.

Japanische Einstellung verinnerlicht

Um die mentale Verfassung des Verteidigers muss man sich aber keine Sorgen machen. Denn Benito hat im Laufe seiner Karriere gelernt zu akzeptieren. So auch im Februar, als er im Spiel gegen Lausanne sofort merkte, dass sein Kreuzband gerissen war. Damit verpasste er nicht nur den Rest der Saison bei YB, sondern auch die Chance, mit der Schweiz an die EM zu fahren. Statt in Selbstmitleid zu versinken, sagte er sich nach der Diagnose: «Das ist Tag 1 meiner Rückkehr.»

Was ihm über die Enttäuschung hinweggeholfen hat, hat sich Benito inzwischen auf den Oberarm tätowieren lassen: Ukeireru. Ukeireru ist eine japanische Kunst der Akzeptanz, bei der es darum geht, die äusseren Umstände so zu akzeptieren, wie sie sind. «Um mit einer Situation umgehen zu können, ist es wichtig, sie erst einmal zu akzeptieren», erklärt Benito.

Eine Einstellung, die Benito im Laufe der Jahre lernen konnte und musste. Denn mit Rückschlägen kennt sich der Aarauer aus. Bereits 2016 riss ein Kreuzband und er fiel fast ein Jahr aus. Kurz nach seinem Comeback brach er sich den Mittelfuss und musste erneut pausieren. Oder 2021, als er seinen Vertrag bei Bordeaux auflöste, aber keinen neuen Verein fand und ein halbes Jahr arbeitslos war. Er habe gelernt, solche schwierigen Phasen «als Geschenk» anzunehmen. «Fussball bestimmt mein Leben, aber Fussball ist nicht alles in meinem Leben.»

Ruhe im Fussball-Business

Mit der japanischen Kultur setzt sich Benito auseinander, seit er 2014 zum ersten Mal ins Ausland wechselte (Benfica Lissabon) und plötzlich auf sich allein gestellt war. In Lebensphilosophien wie Ukeireru findet er die nötige Ruhe und Gelassenheit im sonst so turbulenten Fussballerleben.

Auch dank dieser Ausgeglichenheit ist er ein wichtiger und verlässlicher Leader bei den Bernern, die ihren Abwehrchef in der schwierigen Anfangsphase der Saison schmerzlich vermisst hatten. Und die ihn auch am Dienstag in Barcelona vermissen dürften.


https://www.srf.ch/sport/fussball/champ ... ust-hinweg

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Oktober 2024, 12:30 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
01.10.2024

Bild

Zitat:
Hansi hat ersten Flick weg

Barça erlebt ausgerechnet vor YB-Duell ersten Dämpfer

Mit sieben Siegen in Serie hat Hansi Flick (59) Barcelona verzaubert. Doch ausgerechnet vor dem Duell gegen YB muss der Magier einen ersten Dämpfer hinnehmen.

Zu behaupten, dass sich Hansi Flick (59) beim FC Barcelona ganz gut eingelebt hat, wäre die grösste Untertreibung der noch jungen Saison. Sieben Siege hat der Deutsche in seinen ersten sieben Ligaspielen aneinandergereiht. Darunter ein 7:0 gegen Valladolid, ein 5:1 gegen Villarreal und ein 4:1 gegen Vizemeister Girona.

Allein aufgrund der Auftritte seines Teams könnte der Eindruck entstehen, Flick stehe schon seit Jahren an der Seitenlinie der Katalanen. Und so scheint es sich auch für ihn selbst anzufühlen. «Es ist schon ganz ungewohnt, wieder einmal eine Frage auf Deutsch gestellt zu bekommen», erklärt der Württemberger an der Pressekonferenz am Montag.

Barcelona-Präsident ist schon verliebt

Der Xavi-Nachfolger hat Barcelona nach einer schwierigen Saison wiederbelebt. Die katalanische Zeitung «Sport» schrieb vor zwei Wochen gar von «einer Revolution» und erklärte, dass sich Barça-Präsident Joan Laporta (62) bereits in seinen neuen Trainer «verliebt» habe. «Flick sucht keine Ausreden. Er begnügt sich mit dem, was er hat», sagt der Klubboss selbst.

Doch nach dem fulminanten Start muss Flick am vergangenen Wochenende überraschend einen Dämpfer hinnehmen. Auswärts in Osasuna verlieren die Katalanen gleich mit 2:4. Ist die Flick-Magie ausgerechnet vor dem Champions-League-Duell gegen YB plötzlich verflogen?

«Es macht in der Vorbereitung schon einen Unterschied, ob du das letzte Spiel gewonnen oder verloren hast», sagt Flick. Seine Mannschaft verfüge aber über eine derart gute Mentalität, dass sie das problemlos wegstecken könne. Ganz ohne Druck wird Barcelona gegen YB aber nicht aufspielen können.

Flick warnt vor YB

Das erste Spiel der Königsklasse ging auch aufgrund eines frühen Platzverweises mit 1:2 gegen Monaco verloren. Und nach YB wartet als nächster Gegner Flicks Ex-Klub Bayern München. Ein Sieg gegen den Tabellenvorletzten aus der Schweiz ist darum mehr als nur Pflicht. Alles andere käme einer Blamage gleich.

Doch Magier Flick hebt den Mahnfinger. «Gegen Aston Villa hat man gesehen, wie gefährlich YB im Umschaltspiel ist. Da müssen wir aufpassen», so der Barcelona-Trainer. Die Berner hätten eine junge Mannschaft, die aber sehr gut agiere. «Und die berechtigt in der Champions League spielt.»

Trotzdem gilt für Flick: Sollte die Partie gegen YB in die Hose gehen, wird sich der Magier zum ersten Mal in seiner Amtszeit unangenehmen Fragen stellen müssen. Und dieses Mal nur auf Spanisch.


https://www.blick.ch/sport/fussball/cha ... 85833.html

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Oktober 2024, 12:32 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
01.10.2024

Bild

Zitat:
Mehr als ein (Chaos-)Klub?

Wie Barças Super-Talente aus den finanziellen Trümmern spriessen

YB-Gegner Barcelona lebt auf Pump. Die angespannte Finanzlage eröffnet den Eigengewächsen traumhafte Perspektiven.

Die Generation um Lionel Messi, Xavi, Andres Iniesta und Carles Puyol prägte den internationalen Fussball zwischen 2008 und 2013 mit ihrem unnachahmlichen Kurzpassspiel. In den Folgejahren fokussierte sich die Klubpolitik von Barcelona jedoch nicht mehr primär auf den eigenen Nachwuchs sondern auf Mega-Transfers. Neymar, Luis Suarez, Philippe Coutinho oder Ousmane Dembélé wechselten in die Metropole am Mittelmeer.

Nun erlebt die sagenumwobene Talentschmiede «La Masia» gerade eine Renaissance. Allen voran der 17-jährige Lamine Yamal entzückt weltweit die Fussball-Fans. In ihm scheinen die Katalanen so etwas wie einen Nachfolger von Messi gefunden zu haben.

Barça ist nicht nur Lamine Yamal

Doch der FC Barcelona Ausgabe 2024/25 ist bei weitem nicht nur Lamine Yamal. Da gäbe es das Abwehr-Talent Pau Cubarsi (17) und den torgefährlichen Olympiasieger Fermin Lopez (21). Mit Gavi (20) und Pedri (21) figurieren zwei weitere junge Spanier im Kader, deren Marktwert gegen 100 Millionen Euro tendiert. Ganz nebenbei hat man die verlorenen Söhne Dani Olmo (26) und Ansu Fati (21, war an Brighton ausgeliehen) zurückgeholt.

Der Fussball-Fan kommt kaum mehr nach. Gefühlt jede Woche taucht ein neuer Youngster im Trikot der «Blaugrana» auf. Coach Hansi Flick beorderte am letzten Samstag bei der 2:4-Pleite gegen Osasuna mit Sergi Dominguez (19), Pau Victor und Gerard Martin (beide 22) drei junge Katalanen in die Startelf. Die Eigengewächse Hector Fort (18) und Marc Casado (21) wurden eingewechselt. Und weil Marc-André ter Stegen lange ausfällt, hütete Iñaki Peña das Tor. Auch der 25-Jährige stammt selbstredend aus der Barça-Jugend.

Schuldenberg als Chance für die Talente

Die Gründe für die Flut an Einheimischen auf dem Matchblatt sind vielfältig. Einerseits ist deren fussballerische Qualität sehr hoch. Andererseits sind ihre Einsätze auch den Verletzungen von ausländischen Leistungsträgern (Ter Stegen, Andreas Christensen, Frenkie De Jong) geschuldet.

Viel entscheidender ist aber der finanzielle Druck, unter dem Barça steht. Ex-Präsident Josep Bartomeu hat einen Scherbenhaufen hinterlassen. Die Schulden des 5-fachen Champions-League-Siegers belaufen sich auf geschätzte 1,35 Milliarden Euro. Dennoch war der Klub in den letzten Jahren sehr aktiv auf dem Transfermarkt.

Wie Barça seine Zukunft verkauft

Als Julian Nagelsmann noch Trainer von Bayern München war, wunderte er sich: «Der einzige Klub der Welt, der kein Geld hat, aber dennoch alle Spieler kauft, die er will. Ich weiss nicht, wie sie das machen.» Das spanische Zauberwort für die Geschäftspraxis der letzten Jahre heisst «palancas». Vermögenswerte des Klubs werden zwecks Geldbeschaffung veräussert, um Liquiditätsengpässe zu überbrücken und die Bilanz ausgeglichen zu gestalten. Das Problem liegt auf der Hand: Künftige Gewinne fliessen an die Kreditgeber.

So wurden TV-Rechte verkauft oder das Namensrecht des sich im Bau befindlichen Camp Nou an Spotify abgetreten. Ein Sponsor-Deal mit dem Musikgiganten bringt dem Klub 70 Millionen Euro jährlich ein. Jüngst wurde um den bis 2028 laufende Trikot-Vertrag mit Ausrüster Nike gefeilscht. Ein angebliches 200-Millionen-Angebot für Shooting-Star Yamal jedoch abgelehnt. Denn letztlich weiss auch der umtriebige Barça-Präsident Joan Laporta, dass das sportliche Abschneiden massgebend für die Zukunft des Klubs ist.

Die Posse um Dani Olmo

Da die spanische LaLiga konsequent auf die Einhaltung der strengen Financial-Fairplay-Regeln achtet, kommt es immer wieder zu grotesken Episoden. So war Neuzugang Olmo, immerhin ein aktueller Europameister, erst ab der 3. Runde spielberechtigt. Der Wunsch-Transfer von Nico Williams war aufgrund der prekären Lage schnell vom Tisch. Die ganz grossen Fische wie Jude Bellingham oder Kylian Mbappé schnappte sich zuletzt Erzrivale Real Madrid.

So kommt es, dass Barça aus der Not eine Tugend macht und wieder auf das einzigartige Kapital setzt, das es einst ausgezeichnet hat: den eigenen Nachwuchs.


https://www.srf.ch/sport/fussball/champ ... -spriessen

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Oktober 2024, 15:12 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
01.10.2024

Bild

Zitat:
YB reist im Krisenmodus zum FC Barcelona – der erneut verletzte Captain Loris Benito steht sinnbildlich für die komplizierte Situation des Meisters

Am Dienstag absolvieren die strauchelnden Young Boys ihr zweites Champions-League-Spiel. Benito räumt ein, dass sich die Mentalität im Team verändert habe.

Am Freitagmittag sitzt Loris Benito in den Katakomben des Wankdorfstadions und sagt: «Es war in den ersten Spielen sehr hart, nur zuschauen zu dürfen. Ich bin froh, endlich wieder voll belastbar zu sein und der Mannschaft helfen zu können.» Einige Tage zuvor resultierte bei seinem Comeback in der Super League nach dem im Februar erlittenen Kreuzbandriss mit dem 4:1 in Winterthur der erste Saisonsieg der Young Boys – es war der vermeintliche Befreiungsschlag. Benito wirkt im Gespräch motiviert und aufgestellt, und er lässt keine Zweifel daran, dass YB mit erheblicher Verspätung in dieser Saison angekommen ist.

Am Samstagabend steht Loris Benito nach dem 0:1 gegen GC in den Katakomben des Wankdorfstadions und sagt: «Das ist erneut eine grosse Ernüchterung für uns.» Der Captain der Young Boys befindet sich fast am gleichen Ort wie am Vortag, doch Sprache und Körpersprache sind ganz anders. Und wieder geht es um Benitos Gesundheit. Der Verteidiger musste gegen die Grasshoppers in der Mitte der zweiten Halbzeit ausgewechselt werden. «Es hat mich plötzlich im Oberschenkel gezwickt», sagt er.

Benito wird mindestens für die zweite Champions-League-Begegnung in dieser Saison – nach dem 0:3 gegen Aston Villa – am Dienstagabend beim FC Barcelona ausfallen. Die Verletzung des 32-Jährigen ist ein harter Rückschlag für YB. Und Benitos Leidensgeschichte steht sinnbildlich für die spektakuläre und unerwartet heikle Situation des Klubs: Rang 11 in der Liga, acht Spiele, sechs Punkte. In vier sieglosen Heimspielen hat YB erst zwei Punkte errungen; nach der ungenügenden Leistung gegen die Grasshoppers wurde das Team nicht zum ersten Mal mit lauten Pfiffen bedacht.

Benito hat in Bern ganz andere Zeiten erlebt

Im Fussball geht es immer um das Momentum. Benito weiss das, er hat in Bern schon ganz andere Zeiten durchlebt. Solche, in denen schier eine ganze Stadt verzweifelt auf den ersten Meistertitel nach Jahrzehnten der vielen Enttäuschungen wartete. «Ich habe Heimspiele vor 13 000 Zuschauern und in trister Ambiance erlebt», sagt er. 2015 stiess Benito von Benfica Lissabon im Zuge einer erneuten Transferoffensive erstmals zu YB, 2018 und 2019 wurde der Defensivspieler Meister, dann wechselte er zu Girondins Bordeaux.

Als er 2022 nach Bern zurückkehrte, fand er einen stark veränderten Klub vor. «In meiner ersten Zeit hier war die Sehnsucht nach Titelgewinnen sehr stark spürbar. Heute wäre für viele Menschen in Bern alles andere als die Meisterschaft eine Enttäuschung.» Die riesigen Erfolge hätten Ansprüche und Ambitionen enorm nach oben getrieben. «Diese Erwartungshaltung spüren wir, wenn es nicht gut läuft.»

Genaugenommen steckt YB sogar in einer tiefen Ergebniskrise, die niemand prognostiziert hätte. Schon gar nicht in dieser Liga, in der keine Mannschaft unwiderstehlich auftritt. Nach sechs Meistertiteln in sieben Saisons sieht es allerdings so aus, als ob YB sich gleich selbst aus dem Titelkampf nehmen würde.

Es gibt Gründe für die desaströse Bilanz: schwache Transfers seit zwei, drei Jahren, fehlende Leaderfiguren, Unruhe im Betrieb und im Umfeld, fehlendes Gespür der Verantwortlichen für die Lage, falsche Entscheidungen. Benito sagt, er sehe das alles nicht so negativ. «Manchmal kommt alles zusammen, aber wir haben bewiesen, dass wir eine hohe Qualität haben.» Der Aargauer ist ein kluger Kommunikator und auch neben dem Spielfeld zum wichtigsten Fussballer von YB aufgestiegen. Er ist eine der wenigen Führungspersönlichkeiten.

Er arbeitete hart an seiner Rückkehr

Als sich Benito Anfang Februar in Lausanne das Kreuzband im rechten Knie riss, waren die Young Boys mit ihrem Trainer Raphael Wicky Erste in der Liga – und im Cup sowie im Europacup noch dabei. Wicky wurde wenig später freigestellt, YB war damals immer noch Leader, aber ausgeschieden in den zwei anderen Wettbewerben. Die Erwartungshaltung ist erbarmungslos, bei YB muss es nebst den fast schon obligatorischen Trophäen längst auch attraktiver Fussball sein.

Benito arbeitete 2024 hart an seiner Rückkehr. Und weil er acht Jahre vorher bereits einmal einen Kreuzbandriss erlitten hatte, wusste er genau, was auf ihn zukommt. «Es ist brutal, wenn man weiss, dass man sechs, sieben Monate nicht mehr Fussball spielen darf», sagt er. Der langjährige Nationalspieler verpasste auch die EM, während dieser Zeit war er im führenden Rehabilitationszentrum in den USA, um sich in Arizona neben Grössen aus der NBA und der NFL einen Monat lang perfekt aufzubauen.

Und natürlich möchte Benito, nach 13 Länderspielen und als EM-Teilnehmer 2021, so schnell wie möglich wieder ein Teil des Nationalteams werden. Starke Linksfüsse in der Defensive sind in der Schweiz rar. Doch sein Fokus gilt YB. Er sagt: «Ich bin sicher, dass wir ein sehr gutes Kader haben mit Spielern, die sich vielleicht bald schon als Top-Transfers erweisen werden.»

Doch auch Benito räumt ein, dass in der Mannschaft etwas anders ist, weil Fussballer wie Cédric Zesiger, Fabian Rieder und Christian Fassnacht nicht mehr dabei seien. «Sie haben das Team geprägt und sind nicht so einfach zu ersetzen», sagt er. «Die Mentalität hat sich verändert, wir haben mehr französischsprachige Spieler im Team. Es benötigt manchmal ein bisschen Zeit, bis sich alle auf die neuen Umstände eingestellt haben.»

In seiner Kindheit gab es jedes Jahr das neue Barça-Trikot

Der neue Trainer Patrick Rahmen fordert ebenfalls Geduld ein. Seine Position ist bereits nach wenigen Wochen wacklig, die personellen und taktischen Massnahmen funktionieren nicht, der Druck steigt – wie immer in solchen Konstellationen. Der YB-Spielplan in den nächsten Wochen ist schwierig, die Mannschaft wirkt stark verunsichert. Und nun fehlt beim grossen Auftritt in Barcelona in der zuletzt sehr fehlerhaften Defensive auch noch der Chef.

Ausgerechnet: Loris Benito war als Bub leidenschaftlicher Fan des FC Barcelona, sein Lieblingsspieler war Rivaldo, Linksfuss wie er. Jeden Sommer gab es in den Ferien bei der Familie in Galizien auf dem Markt das neue Barça-Trikot, und das Stadion Camp Nou besuchte er oft. Seine Besuche waren stets mit dem Traum verbunden, hier einmal spielen zu können. Benito zählt die Idole seiner Kindheit mit strahlenden Augen auf, Rivaldo, Ronaldo, Guardiola, Cocu und viele mehr. Bis 15, 16 sei er ein fanatischer Supporter gewesen, der auch einmal weinte, wenn der FC Barcelona am Dienstagabend eine Champions-League-Begegnung verlor.

Und nun muss Loris Benito am Dienstagabend wieder in die Rolle des Zuschauers rücken. 15 Tickets hat er für Familie und Freunde organisiert, er selbst wird nun gar nicht in Barcelona sein, sondern zur Pflege in Bern bleiben. Es ist kein Trost für ihn, dass die Begegnung wegen Umbauarbeiten nicht im Camp Nou, sondern im kleineren Olympiastadion stattfindet.


https://www.nzz.ch/sport/fussball/yb-st ... ld.1850444

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Oktober 2024, 15:22 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
01.10.2024

Bild

Zitat:
Nach «peinlicher» Liibli-Tauschaktion: Hat YB nun Regeln?

Nach dem Trikottausch von YB-Verteidiger Ali Camara mit Erling Haaland entfachte letzten Herbst eine Debatte. Nun steht ein neuer Kracher in der Champions League bevor.

Darum gehts

- Mohamed Ali Camara sorgte in der letzten Champions-League-Saison für Aufsehen, als er im Spiel gegen ManCity Erling Haaland zur Pause um dessen Trikot bat.
- Die Aktion wurde von Fans und Experten als unpassend kritisiert, worauf YB intern mit Camara das Gespräch suchte.
- Vor dem nächsten Champions-League-Kracher gegen Barcelona betont Cedric Itten, dass der Fokus auf dem Spiel liegt.

Wer kann sich noch erinnern? In der Champions-League-Kampagne der Young Boys im letzten Jahr sorgte YB-Verteidiger Mohamed Ali Camara für Aufsehen. Bei der 0:3-Pleite gegen Manchester City eilte er nach dem Pausenpfiff zu ManCitys Superstar Erling Haaland und bat ihn um sein Trikot. Der Norweger gab es ihm, Camara war erfreut.

Während sich der YB-Star freute, war das Entsetzen sonst aber gross. «Leck, ist das peinlich», schrieb ein erboster Fan zum Beispiel auf Social Media. Expertenlegende Marcel Reif spottete bei blue: «Das hat mit seriösem Profifussball nichts zu tun.» Er betitelte die Szene als «No-go» und «unpassend».

«Fokus liegt auf dem Spiel»

Ja, der Aufschrei war so riesig, dass sich die Verantwortlichen der Young Boys in der Folge auch noch zur Szene äusserten. «Die sportliche Führung von YB hat die Szene mit Ali Camara besprochen. Auch ihm ist bewusst, dass es eine unglückliche Aktion und der Zeitpunkt nicht geeignet war», teilten die Berner damals auf Anfrage mit.

Und nun? Schliesslich steht am Dienstagabend in der Champions League erneut ein Kracher an. Die Berner spielen auswärts gegen den FC Barcelona, die mit Superstars wie Robert Lewandowski und Lamine Yamal antreten. Kommt es also erneut zu einem verfrühten Liibli-Tausch?

YB-Stürmer Cedric Itten lacht und erklärt nach der Pressekonferenz gegenüber 20 Minuten und «Blick» in klaren Worten: «Wir haben das nicht direkt abgesprochen, aber ich glaube schon, dass wir den Fokus auf das Spiel haben.» Nach der Partie schaue man dann. Und welches Liibli würde Itten gerne haben? «Lamine Yamal ist sicherlich sehr interessant. Das Trikot von Robert Lewandowski habe ich schon», so Itten.


https://www.20min.ch/story/fuer-barca-k ... -103194630

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Oktober 2024, 17:53 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
01.10.2024

Bild

Zitat:
Vor dem CL-Knüller

2500 singende YB-Fans ziehen durch Barcelona zum Stadion

Vor dem Anpfiff des Champions-League-Spiels im Olympiastadion von Barcelona feiern rund 2500 Berner Fans in der katalanischen Metropole.

Trotz der miesen Performance in der Liga: Rund 2500 Fans der Gelbschwarzen sind laut Angaben von YB nach Barcelona gereist, um das Team heute Abend zu unterstützen. Nur 2018 gegen Manchester United, bei der ersten Champions-League-Teilnahme, reisten mehr YB-Fans mit, 3000 waren es damals.
Treffpunkt Plaça Reial

Der Treffpunkt der Berner Fans vor dem Match war laut dem Dachverband der YB-Fanclubs die Bars und Beizen an der Plaça Reial, unweit der berühmten Ausgehmeile La Rambla.

Einige der Fans dürften sich die Zeit vor dem Mach auch für ein YB-Quiz genutzt haben, das der FC Barcelona im Vorfeld des Matchs auf seiner Website aufgeschaltet hat. Gefragt wird nach allerhand Wissenswertem aus der Geschichte des heutigen Barça-Gegners.

Ein Fussballerlebnis der besonderen Art hatte vor dem Spiel zudem ein Gast des Hotels Hyatt Regency, in dem auch das YB-Team abgestiegen ist: Er traf einen Teil der Mannschaft im Hotellift und liess es sich nicht nehmen, ein Selfie mit Elia & Co zu machen.

Um 21 Uhr pfeift der Belgier Erik Lambrechts den Match gegen den wohl grössten der acht Berner Champions-League-Gegner an – im Olympiastadion von Barcelona – und nicht in der Barça-Heimstätte Camp Nou, da das Stadion gerade umgebaut wird. Offen ist, was die Berner Fans zwei Stunden später zu feiern haben werden.


https://www.bernerzeitung.ch/vor-dem-cl ... 6705917978

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Oktober 2024, 17:55 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
01.10.2024

Bild

Zitat:
Hansi hat ersten Flick weg

Barça erlebt ausgerechnet vor YB-Duell ersten Dämpfer

Mit sieben Siegen in Serie hat Hansi Flick (59) Barcelona verzaubert. Doch ausgerechnet vor dem Duell gegen YB muss der Magier einen ersten Dämpfer hinnehmen.

Zu behaupten, dass sich Hansi Flick (59) beim FC Barcelona ganz gut eingelebt hat, wäre die grösste Untertreibung der noch jungen Saison. Sieben Siege hat der Deutsche in seinen ersten sieben Ligaspielen aneinandergereiht. Darunter ein 7:0 gegen Valladolid, ein 5:1 gegen Villarreal und ein 4:1 gegen Vizemeister Girona.

Allein aufgrund der Auftritte seines Teams könnte der Eindruck entstehen, Flick stehe schon seit Jahren an der Seitenlinie der Katalanen. Und so scheint es sich auch für ihn selbst anzufühlen. «Es ist schon ganz ungewohnt, wieder einmal eine Frage auf Deutsch gestellt zu bekommen», erklärt der Württemberger an der Pressekonferenz am Montag.

Barcelona-Präsident ist schon verliebt

Der Xavi-Nachfolger hat Barcelona nach einer schwierigen Saison wiederbelebt. Die katalanische Zeitung «Sport» schrieb vor zwei Wochen gar von «einer Revolution» und erklärte, dass sich Barça-Präsident Joan Laporta (62) bereits in seinen neuen Trainer «verliebt» habe. «Flick sucht keine Ausreden. Er begnügt sich mit dem, was er hat», sagt der Klubboss selbst.

Doch nach dem fulminanten Start muss Flick am vergangenen Wochenende überraschend einen Dämpfer hinnehmen. Auswärts in Osasuna verlieren die Katalanen gleich mit 2:4. Ist die Flick-Magie ausgerechnet vor dem Champions-League-Duell gegen YB plötzlich verflogen?

«Es macht in der Vorbereitung schon einen Unterschied, ob du das letzte Spiel gewonnen oder verloren hast», sagt Flick. Seine Mannschaft verfüge aber über eine derart gute Mentalität, dass sie das problemlos wegstecken könne. Ganz ohne Druck wird Barcelona gegen YB aber nicht aufspielen können.

Flick warnt vor YB

Das erste Spiel der Königsklasse ging auch aufgrund eines frühen Platzverweises mit 1:2 gegen Monaco verloren. Und nach YB wartet als nächster Gegner Flicks Ex-Klub Bayern München. Ein Sieg gegen den Tabellenvorletzten aus der Schweiz ist darum mehr als nur Pflicht. Alles andere käme einer Blamage gleich.

Doch Magier Flick hebt den Mahnfinger. «Gegen Aston Villa hat man gesehen, wie gefährlich YB im Umschaltspiel ist. Da müssen wir aufpassen», so der Barcelona-Trainer. Die Berner hätten eine junge Mannschaft, die aber sehr gut agiere. «Und die berechtigt in der Champions League spielt.»

Trotzdem gilt für Flick: Sollte die Partie gegen YB in die Hose gehen, wird sich der Magier zum ersten Mal in seiner Amtszeit unangenehmen Fragen stellen müssen. Und dieses Mal nur auf Spanisch.


https://www.blick.ch/sport/fussball/cha ... 85833.html

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
 
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 57 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4, 5, 6  Nächste

Foren-Übersicht » www.ybfans.ch » BSC Young Boys Stammtisch


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 24 Gäste

 
 

 
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de