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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2021, 09:20 
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18.02.2021

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Reiner Calmund im Interview

«Bern ruft bei mir immer drei konkrete Erinnerungen hervor»

Der 72-Jährige prägte Bayer Leverkusen jahrzehntelang als Manager. Vor dem Duell mit YB sagt er, warum die Clubs ihren Spielern den Lohn kürzen sollten. Wer ihn auf die Palme bringt. Und was er mit Bern verbindet.

Die Stimme ist einzigartig. Er rufe sofort zurück, sagt Reiner Calmund in seinem unverkennbaren Familienkölsch, ein Markenzeichen des legendären Bundesliga-Managers.

72-jährig ist Calmund im November geworden, und obwohl es seit seinem Rücktritt 2004 bei Bayer Leverkusen als Geschäftsführer nun doch schon einige Jahre her sind, ist er nach wie vor präsent in der Medienwelt. Mit dem Komiker Matze Knop nimmt er jede Woche einen Fussball-Podcast auf, er ist regelmässiger Gast in TV-Sendungen, etwa im «Doppelpass», der sonntäglichen Talkrunde mit so einigen Urgesteinen des deutschen Fussballs.

«So», sagt Calmund, als er wenig später zurückruft, «jetzt können wir loslegen.»

In Ihrer Zeit als Vereinsmanager konnten Sie von einem stetigen Wachstum profitieren. Wie muss das aktuell für die Manager in der Corona-Krise sein?

Schauen Sie, 2020 hatte die Deutsche Fussball-Liga (DFL) für die Vorsaison Einnahmen von 4,8 Milliarden Euro bekannt gegeben. Die grössten Posten waren die Fernsehgelder mit 1,7 Milliarden sowie die Werbeeinnahmen mit 1,2 Milliarden. Die Zuschauereinnahmen machten mit 650 Millionen Euro nur rund 14 Prozent aus. Obwohl Deutschland die beste Stadioninfrastruktur und mit Abstand den höchsten Zuschauerschnitt der Welt hat. Nur dieses Geld ist im Wesentlichen weg. Es braucht kein Club zu jammern, er wirtschafte aufgrund der Pandemie viel schlechter.

Alles halb so schlimm, also?

Die Zuschauereinnahmen sind weg, aber das lässt sich ausgleichen. Die Clubs müssen ihren Stars halt 15 bis 20 Prozent vom Gehalt abziehen, Schluss, aus, Nikolaus. Das ist doch ganz einfach!

«Ob jetzt einer den Ball für 2 Millionen Euro übers Tor schiesst oder für 1,6 Millionen…»

Die Spieler würden sich das nicht bieten lassen. Die Clubs drohen dann ihre Stars zu verlieren.

Ob jetzt einer den Ball für 2 Millionen Euro jährlich übers Tor schiesst oder für 1,6 Millionen… Bei einer Weltkatastrophe ist eine Gehaltskürzung arbeitsrechtlich in Ordnung, das weiss ich von absolut führenden Juristen. Irgendwie müssen die Verluste aufgefangen werden. Man kann ja keine Bank überfallen, um die Wünsche von verwöhnten Profis zu erfüllen.

Besteht nicht die Gefahr, dass sich die Menschen daran gewöhnt haben, am Wochenende etwas anderes zu tun, als ins Stadion zu gehen?

Die kommen alle wieder zurück. Zählt man die Streamingdienste wie Sky Go hinzu, verfolgten noch nie so viele Leute die Bundesliga wie jetzt. Zudem sehnen sich die Menschen nach Gemeinschaftsveranstaltungen. Jetzt müssen wir gucken, dass es wieder etwas wärmer wird, dass möglichst viele Personen geimpft werden. Mit ein bisschen Disziplin wird das im Spätsommer schon besser aussehen.

Wie leben Sie in der Pandemie? Haben Sie allmählich genug von Lockdowns?

Das Leben vor der Pandemie hat mir natürlich besser gefallen. Ich bin ein geselliger Typ, mag es, zu quatschen, essen zu gehen. Solche Dinge sind halt jetzt nur sehr beschränkt möglich. Aber es gibt auch positive Aspekte, in Sachen Digitalisierung lief Deutschland ja immer etwas hinterher.

Da sehen Sie einen Wandel?

Meine Frau und ich haben 2012 ein thailändisches Mädchen adoptiert. Sie ist jetzt 10 und macht zurzeit von Mathematik über Sachkunde bis zum Sport alles über den Computer, das prägt. Der neue CDU-Chef Armin Laschet wurde in einer digitalen Veranstaltung gewählt, so etwas war bis vor kurzem undenkbar. Und viele grosse DAX-Unternehmen führen ihre Hauptversammlung digital durch. Die voranschreitende Digitalisierung sehe ich als positive Folge der Pandemie.

«Da sage ich nur: Schnauze halten und diszipliniert sein.»

Wir haben mit Erstaunen festgestellt, dass Sie einen Instagram-Kanal haben.

Einen Podcast mache ich auch. Ich habe das grosse Glück, gesund zu sein und im Wesentlichen das tun zu können, was mir Spass bereitet. Natürlich, all die Einschränkungen sind nicht toll, aber es braucht Disziplin. Halten sich die Menschen an die Vorschriften, sinken die Inzidenzwerte. Mir wird ganz schwindelig ob all der Schlauberger, die keine Mediziner, Wissenschaftler und Virologen sind, aber die ganze Zeit mitquatschen wollen. Da sage ich nur: Schnauze halten und diszipliniert sein.

Das ist ja wie im Fussball: In Deutschland gibt es fast 80 Millionen Nationaltrainer.

Ich würde mir nie anmassen, einem Virologen einen Vorwurf zu machen, wenn mal eine Prognose nicht stimmt. Die Pandemie ist ja für alle eine neue Erfahrung. Dieses tägliche Abwatschen von Experten und Politikern geht mir so was von auf die Nerven.

Calmund ist in Fahrt jetzt. Das hat ihn immer ausgezeichnet, dass er sich in Themen so hineinreden kann. Calmund, einer, der klare Kante zeigt, so, wie das die Deutschen mögen.

Ab den späten 80er-Jahren war er eine der schillerndsten Figuren der Bundesliga. 1976 fing er beim damaligen TSV Bayer 04 Leverkusen als Stadionsprecher an, arbeitete parallel in der Personalkoordination des Pharmakonzerns. Calmund stieg im Verein auf bis zum Sportdirektor und Manager, im Rheinland kam er an mit seiner hemdsärmeligen, aber kumpelhaften Art. Und «Calli» hatte Erfolg: Uefa-Cup-Sieg 1988, Gewinn des DFB-Pokals 1993 – und 2002 der Final in der Champions League gegen Real Madrid. Drei Titel hätte Leverkusen in dieser Saison holen können, dreimal starb die Hoffnung erst im letzten Moment – und «Vizekusen» war geboren.

Seither ist Bayer Leverkusen nie mehr ein Exploit geglückt. Aber das Team zählt Jahr für Jahr zur erweiterten Spitze der Liga – und überzeugt durch gute Transfers.

Fernando Carro, der spanische CEO von Bayer Leverkusen, hat kürzlich gesagt: «Die Fussballgeschichte schuldet dem Verein noch einen Meistertitel.»

Das fand ich eine sehr treffende Aussage. Man ist oft gescheitert, so oft Zweiter geworden. Wer so viel Pech hat oder einfach knapp verliert – das kannst du dann nicht mehr alles kompensieren. Und Leverkusen bleibt ein Club, der die Spieler weitergeben muss. Man musste Kai Havertz verkaufen, Kevin Volland auch. Das sind 30 Saisontore, die einfach weg sind.

Was sehen Sie, wenn Sie heute auf den Verein schauen?

Die lösen das optimal, haben einen sehr guten Vorsitz. Der fussballverrückte Carro bringt wirtschaftliches Know-how mit, war vorher im Vorstand beim Medienkonzern Bertelsmann. Dann haben sie mit Rudi Völler sportliches Know-how in der Vereinsleitung, mit Simon Rolfes auch einen Sportdirektor, der den Verein kennt. Im Scouting ist der Ex-Torjäger Stefan Kiessling dabei. Da ist viel Stallgeruch.

Sie sind ja sehr angetan von diesem Team.

Ja, ich bin sehr froh, dass so viele richtige Entscheidungen getroffen werden. Insbesondere bei den wichtigen jüngeren Spielern wurden in der Winterpause rechtzeitig die Verträge verlängert. Bayer hat nun seine begehrtesten Spieler wie Edmond Tapsoba, Moussa Diaby und Florian Wirtz gebunden.

Warum spielt Bayer Leverkusen nur in der Europa League?

Schauen Sie sich die Marktwerte an (Calmund surft jetzt auf transfermarkt.de, die Red.). Bayern hat einen Kaderwert von 830 Millionen Euro, Dortmund knapp 600, Leipzig 560, Leverkusen und Mönchengladbach kommen dann mit rund 400 und 350 Millionen deutlich dahinter an vierter und fünfter Stelle. Und Frankfurt und Wolfsburg gibt es auch noch. Es muss vieles passen, damit es für einen Platz unter den ersten vier reicht.

Seine Zeit nach der aktiven Managerkarriere hat Reiner Calmund genutzt, um «Calli» zu werden, eine öffentliche Figur, an deren Leben man teilnehmen kann. Calmund hat fünf Kinder aus zwei Ehen, mit seiner dritten Frau hat er ein Adoptivkind, sie wohnen in Saarlouis nahe der französischen Grenze. Seit einer Magenverkleinerung im Januar 2020 hat der einstige «XXL-Manager» etwa 70 Kilogramm abgenommen, wiegt jetzt rund 100 Kilo. Auch daran liess er die Öffentlichkeit freimütig teilhaben. Gefragt, warum er denn immer so gerne gegessen habe, sagte Calmund auch einmal: «Ich bin halt ein Leckermäulchen.»

«Calli» ist für alle da. Deutschland war mit ihm im Urlaub, hat mit ihm gekocht. Und er zeigte sich fortschrittlich bei der Vermarktung seiner selbst, sendete ab 2008 schon Videoblogs auf calli.tv und erklärte dort dem imaginären Gesprächspartner in der Leitung die Fussballwelt. Es ist, was Calmund bis heute tut.

Wussten Sie, dass das «Vizekusen» der Schweiz lange Zeit die Young Boys waren?

Na ja, ohne die Liebe von Frau Oeri wäre die Serie des FC Basel nie und nimmer möglich gewesen. Die waren ja das Bayern München der Schweiz. Und jetzt gibt Bern den Ton an, das muss man anerkennen. Das wirtschaftliche Engagement von diesem Brüderpaar (Andy (✝) und Hans-Ueli Rihs, die Red.) kann ich jetzt so aus der Ferne nicht beurteilen. Aber ich denke mir da: ohne Moos nix los. Auch die besten Köche können nicht kochen, wenn das Geld für die Zutaten fehlt. Bern ruft übrigens bei mir immer drei konkrete Erinnerungen hervor.

Erzählen Sie.

Zum Ersten natürlich das Wunder von Bern, die WM 1954, der erste Titel für Deutschland. Dann Ilja Kaenzig, er war mein erster Assistent in Leverkusen, ein wichtiger Mann für mich. Er hat einen super Job gemacht und viele Verträge ausgehandelt, hat mich auch bei internationalen Clubtreffen der Uefa vertreten. Aber mein Traum ist leider nicht in Erfüllung gegangen.

Der wäre?

Ich wollte Ilja neben Rudi Völler als kaufmännischen Direktor des Clubs installieren. Aber er hat damals ein Angebot von Hannover angenommen, das hat er sich auch verdient. Und später wurde er ja Geschäftsführer bei den Young Boys.

Sie schulden uns noch die dritte Erinnerung an Bern.

Das Simmental! Das Hotel Lenkerhof hat es mir sehr angetan. Was für eine Küche! Nicht nur die Schweizer Gerichte waren sehr lecker, auch die asiatischen. Und die Luft und die Umgebung, so gut! Da hat alles gestimmt. Für die Augen, für die Lungen, für den Gaumen und für die Fitness.

Damit wären wir ja bei Ihrer zweiten Leidenschaft angekommen neben dem Fussball.

Eben, Kochen und Fussball. Bei beidem zählen auch die Klasse und nicht nur die Zutaten. Bei YB in Bern, da macht der Trainer aus dem guten Kader eine sehr gute Mannschaft. Und der Trainer…

«Die drei bei YB kochen gut, das kann man so sagen.»

Gerardo Seoane.

Der steht ja mittlerweile mit Sicherheit bei vier, fünf Vereinen in der Bundesliga auf dem Zettel. Und der Sportdirektor, der Christoph Spycher, der ist auch eine Figur bei uns. Der Chefscout ist natürlich auch bekannt, Stéphane Chapuisat, 100 Tore in der Bundesliga. Eine Legende. Die drei kochen gut, kann man so sagen.

Und das reicht, um gegen Leverkusen zu bestehen?

Das weiss ich nicht. Aber ich drücke natürlich Leverkusen die Daumen. Ich sehe sie auch im Vorteil, zu etwa 60 Prozent.


https://www.bernerzeitung.ch/dieses-abw ... 3271691743

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2021, 10:23 
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18.02.2021

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Kriselnder Berner EL-Gegner

Formstarkes YB empfängt angezählte Leverkusener

Im 1/16-Final-Hinspiel der Europa League kommt mit Leverkusen ein Gegner nach Bern, bei dem zuletzt der Wurm drin war.

Beim Europa-League-Gegner von YB dürfte das letzte Pflichtspiel des Jahres 2020 als Schlüsselmoment der aktuellen Saison hängenbleiben. Am 19. Dezember führte Leverkusen – damals seit zwei Spieltagen Tabellenführer der Bundesliga – zur Pause gegen Bayern München mit 1:0. Doch statt einem 4-Punkte-Vorsprung lag 45 Minuten später eine 1:2-Heimniederlage und der Verlust von Platz 1 unter dem Weihnachtsbaum.

Bei Leverkusen läuft's nicht mehr

Acht Spieltage später liegt die «Werkself» 13 Punkte hinter dem Serienmeister aus München auf Platz 5 und hat aktuell ein schmerzliches 2:2 gegen Mainz zu verdauen. Bei Anbruch der 90. Minute hatte das Team von Peter Bosz noch mit 2:0 geführt.

Kurze Zeit später diktierte der Trainer in die Mikrofone der Journalisten: «Das war das schlechteste Spiel, seit ich hier bin.» Der Niederländer ist seit Januar 2019 im Amt.

Ganz anders ist vor dem 1/16-Final-Hinspiel die Gefühlslage bei Gastgeber YB. Das 3:1 am Wochenende gegen Lugano war der 5. Berner Sieg in Folge.

Zwar müssen am Donnerstag die wegen Platzverweisen aus der Gruppenphase gesperrten Ali Camara und Jean-Pierre Nsame ersetzt werden. Mit Cédric Zesiger und Jordan Siebatcheu stehen aber formstarke Ersatzleute bereit.

Leverkusen mit Ersatzgoalie

Leverkusen-Coach Bosz sieht sich aber ebenfalls mit einer unerfreulichen Personalie konfrontiert. Sein Stammgoalie Lukas Hradecky musste am Wochenende zur Pause mit Fersenproblemen passen. Deshalb kommt gegen YB Ersatzmann Niklas Lomb (27) zu seinem vierten Pflichtspiel überhaupt. Beruhigen dürfte das Bosz nicht. Letztes Wochenende hatte er konstatiert: «Besorgnis erregt bei uns der Kontrollverlust.»


Live-Hinweis

Das 1/16-Final-Hinspiel von YB in der Europa League gegen Leverkusen übertragen wir am Donnerstag ab 18:35 Uhr auf SRF zwei und in der Sport App live aus Bern.


https://www.srf.ch/sport/fussball/europ ... verkusener

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2021, 11:28 
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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2021, 11:33 
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https://www.bayer04.de/de-de/news/europ ... i-stuetzen


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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2021, 22:46 
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18.02.2021

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Vom 3:0 zum 3:3 zum 4:3

YB vergibt 3-Tore-Führung gegen Leverkusen und siegt trotzdem

- YB siegt zuhause gegen Leverkusen im Hinspiel des Sechzehntelfinals der Europa League mit 4:3.
- Nach einem starken Start führen die Young Boys 3:0, ehe Leverkusen auf 3:3 herankommt.
- Jordan Siebatcheu schiesst «Gelbschwarz» in der 89. Minute aber doch noch zum Sieg.
- Die Spielberichte der weiteren Partien finden Sie hier.

Und dann war es doch YB, das den Lucky Punch in dieser Partie anbrachte. Gianluca Gaudinos Schuss wurde von Leverkusen-Goalie Niklas Lomb an den Pfosten gelenkt, von wo aus der Ball an den Rücken des Schlussmanns sprang. Jordan Siebatcheu fand ein offenes Tor und keine Gegenspieler vor, als er in der 89. Minute aus kurzer Distanz zum 4:3 einschoss.

YB schockt Leverkusen

Dabei war YB im Wankdorf durch eine Achterbahn der Gefühle gegangen. Zu Beginn hatte nichts darauf hingedeutet, dass Leverkusen im Wankdorf auch nur den Hauch einer Chance auf ein positives Resultat haben würde.

Die Berner begannen frech. Nach dem 1:0 durch Christian Fassnacht mittels Direktabnahme nach einem Eckball folgten Fehler der Leverkusen-Defensive, die spielentscheidend schienen:

- 19. Minute: Jonathan Tah unterschätzt die YB-Ecke, hinter ihm lauert Siebatcheu, der noch nicht mal aufspringen muss und einköpfeln kann. Der Eckball-Schütze Michel Aebischer leistet schon die 2. Vorlage an diesem Abend.
- 44. Minute: Der Ex-Basler Aleksandar Dragovic wehrt einen weiten Ball nur ungenügend ab. Meschak Elia kann alleine auf das Tor von Lomb ziehen und schiebt eiskalt ein.

Leverkusen schlägt zurück

Patrik Schick richtete nach der Pause mit dem Kopf alles für die grosse Wende an. In der 49. Minute setzte er sich im Luftduell gegen Fabian Lustenberger und 2 weitere YB-Verteidiger durch. 3 Minuten später profitierte er von einer unglücklichen Abwehr von David von Ballmoos und nickte per Abpraller ein.

Joker Moussa Diaby war es dann, der das Spielgeschehen keine 5 Minuten nach seiner Einwechslung ausglich (68.). Lustenberger sah nicht gut aus, als der Bayer-Flügel sich einen langen Ball erlief und diesen über Von Ballmoos chipte. Leichtfertig schienen die Berner ihren Sieg aus der Hand gegeben zu haben, ehe ein wenig Glück und viel Wille den Sieg doch noch bewerkstelligten.

YB reicht ein Unentschieden

Die Ausgangslage für das Rückspiel eine Woche später (live bei SRF zwei) bleibt für YB tückisch: Weil die Leverkusener 3 Auswärtstreffer erzielt haben, reicht den Deutschen ein knapper Sieg, wenn YB seinerseits maximal 2 Treffer erzielt. Allerdings brauchen die Berner ihrerseits nur ein Unentschieden.


https://www.srf.ch/sport/fussball/europ ... t-trotzdem

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2021, 23:05 
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Europa League verrückt!

YB vergeigt 3:0 – dann sticht Siebatcheu in 89. Minute

4:3 gewinnt YB gegen Leverkusen. Ein Sieg, der viel knapper ausfällt, als nötig. Die Berner führen zur Pause mit 3:0, brechen nach der Halbzeit aber ein. Trotzdem holt der Schweizer Meister den wichtigen Sieg im 1/16-Final-Hinspiel der Europa League.

Das Spiel: Es ist ein Spiel mit zwei Halbzeiten, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Leverkusen verschläft den ersten Durchgang komplett, wird mit zwei Eckstössen eiskalt erwischt. YB spielt in den ersten 45 Minuten wie der grosse Bundesligist und nicht wie der Aussenseiter aus der Schweiz. Die Berner machen das Spiel, sind aufsässig, lassen der Werkself keine Zeit zum Atmen. Elia erhöht sogar noch mit dem Pausenpfiff. Eine perfekte Halbzeit für die Berner.

Nach der Pause dann ein ganz anderes Bild. Leverkusen ist aus dem Winterschlaf erwacht, zeigt nun, warum die Bosz-Truppe das torgefährlichste Team der Europa-League-Gruppenphase war. Einzig die Deutschen spielen nun, Schick stellt innert drei Minuten auf 3:2. Und es wird nicht besser. YB ist jetzt richtig eingeschüchtert, bekommt kein Bein vors andere und schon ist der Ausgleich Tatsache. 19 Minuten brauchen die Gäste für drei Tore. Auch danach sind die Deutschen brandgefährlich. In der Schlussphase ist Fortuna aber auf Berner Seite. Siebatcheu schiesst die Schweizer nach einem Pfosten-Abpraller zum Sieg im Hinspiel und setzt den Schlusspunkt in einem Spiel voller Spektakel.

Die Tore

1:0 | 3. Minute | Fassnacht | Ja, was ist denn hier los! YB bekommt nach drei Minuten bereits den zweiten Eckball und dieser landet gleich im Tor. Aebischer bringt den Ball in die Mitte, Fassnacht setzt sich gegen Amiri durch, nimmt die Kugel volley und sorgt für den Berner Traumstart.

2:0 | 19. Minute | Siebatcheu | Wieder ist es ein Eckball! Aebischer tritt den Ball dieses Mal von der anderen Seite in die Mitte. Im Strafraum steht Siebatcheu mutterseelenalleine, kann nur einnicken. Die Defensive der Gäste ist hier im Winterschlaf!

3:0 | 44. Minute | Elia | Was für ein Patzer von Ex-Bebbi Dragovic! Der Österreicher verschätzt sich katastrophal, lässt damit Elia alleine auf Lomb zustürmen. Der Kongolese ist schnell, versenkt sicher unten links und macht seinen ersten europäischen Treffer.

3:1 | 49. Minute | Schick | Frimpong kann auf der rechten Seite ohne Bedrängnis flanken. In der Mitte setzt sich Schick stark gegen Lustenberger durch. Der Tscheche verkürzt kurz nach der Pause.

3:2 | 52. Minute | Schick | Doppelschlag! Ein Freistoss aus dem Halbfeld findet Tah, der Deutsche kann aus kürzester Distanz mit dem Kopf abschliessen, Von Ballmoos kann noch retten, der Ball fällt jedoch genau auf den Schädel von Schick, dieser trifft innert drei Minuten doppelt.

3:3 | 68. Minute | Diaby | Zweieinhalb Minuten steht Diaby auf dem Platz. Ein langer Ball von Wirtz, Lustenberger verpasst und Diaby ist durch, lupft das Leder gekonnt über Von Ballmoos. Ausgleich.

4:3 | 89. Minute | Siebatcheu | Gaudino fasst sich ein Herz, zieht aus der Distanz ab. Lomb kann noch an den Pfosten lenken, von da prallt der Ball aber wieder zurück in den Strafraum. Siebatcheu reagiert am schnellsten, zieht ab und schiesst die Berner zum so wichtigen Heimsieg.

Der Beste: Christian Fassnacht macht ein Super-Volleytor und narrt die lahme Bayer-Verteidigung noch und noch. Doch auch er geht in Halbzeit zwei unter – freilich ohne an einem Tor schuld zu sein.

Der Schlechteste: Sorry Aleks Dragovic, aber dieser Bock bei Elias 3:0 – unfassbar!

Das gab zu reden: Auch das gibts: Als alles für YB läuft in Halbzeit eins macht Elia das 3:0 mit… offenen Schuhbändeln.

So gehts weiter: In einer Woche muss der Schweizer Meister in der BayArena zum Rückspiel, um 21 Uhr, gegen Leverkusen ran. Dann reicht ein Unentschieden, um in den Achtelfinal der Europa League einzuziehen.

In der Super League empfängt YB am Sonntag um 16 Uhr Servette in Bern.

YB – Leverkusen 4:3 (3:0)

Wankdorf, 0 Fans – SR: Lahoz (Sp)

YB: Von Ballmoos; Hefti, Lustenberger, Zesiger, Lefort; Fassnacht, Aebischer, Lauper, Ngamaleu; Elia, Siebatcheu.

Leverkusen: Lomb; Frimpong, Tah, Dragovic, Sinkgraven; Demirbay; Wirtz, Amiri; Bailey, Schick, Gray.

Tore: 3. Fassnacht (Aebischer) 1:0, 19. Siebatcheu (Aebischer) 2:0, 44. Elia (Lefort) 3:0, 49. Schick (Frimpong) 3:1, 52. Schick (Tah, Demirbay) 3:2, 68. Diaby (Wirtz) 3:3, 89. Siebatcheu (Gaudino, Hefti) 4:3

Einwechslungen:
YB: Garcia (58. für Ngamaleu), Mambimbi (74. für Elia), Sulejmani (74. für Lefort), Rieder (80. für Lauper), Gaudino (80. für Fassnacht)

Leverkusen: Tapsoba (46. für Amiri), Diaby (69. für Bailey)

Gelb: 54. Lefort, 86. Sinkgraven

Bemerkungen:
YB ohne Camara, Nsame (gesperrt), Martins, Sierro, Petignat (verletzt) – Leverkusen ohne Hradecky, Arias, Lars Bender, Weiser, Baumgartlinger, Paulinho, Bellarabi (verletzt).


https://www.blick.ch/sport/fussball/uef ... 54599.html

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2021, 23:09 
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YB fährt Achterbahn – 4:3-Sieg gegen Leverkusen nach verspielter 3:0-Führung

3:0, 3:3, 4:3 – das war die Torfolge des Sechzehntelfinal-Hinspiels der Europa League zwischen den Young Boys und Bayer Leverkusen. Die Berner verspielten eine 3:0-Führung zur Halbzeitpause – und siegten am Schluss dank dem zweiten Tor von Jordan Siebatcheu dennoch.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit benötigte Leverkusens tschechischer Internationaler Patrik Schick nur drei Minuten, um mit zwei Toren YBs vorzügliche Vorlage schon mehr als zur Hälfte zunichte zu machen. Mitte der zweiten Halbzeit überlobte der kurz vorher eingewechselte Moussa Diaby den Berner Goalie David von Ballmoos zum 3:3.

Ein Unentschieden würde reichen

Das 4:3 bedeutet, dass die Young Boys im Rückspiel in Leverkusen am nächsten Donnerstag ein Unentschieden benötigen, um erstmals überhaupt eine K.o-Runde der Europa League zu überstehen. Die Chancen stehen besser als in einer üblichen K.o.-Runde. Denn in den leeren Stadien während der Pandemie fällt der Heimvorteil erwiesenermassen bedeutend weniger ins Gewicht.


«Wir freuen uns auf ein K.o.-Spiel, in dem noch alles offen ist. Wir gehen mit einem guten Gefühl nach Leverkusen, auch wenn noch mehr dringelegen wäre.»
Fabian Lustenberger, YB-Captain srf

Die Eindrücke der zweiten Halbzeit im Wankdorf verwischten die Eindrücke der ersten, in denen YB besser, viel besser aufgetreten war, als man es überhaupt hatte erwarten können. Nach dem Anschlusstor dagegen behielt die Mannschaft des niederländischen Trainer Peter Bosz die Oberhand.

«In der ersten Halbzeit war alles schlecht. Alles was man falsch machen kann, haben wir falsch gemacht, vor allem in der ersten halben Stunde.»
Peter Bosz, Leverkusen-Trainer

Achterbahnfahrt der Gefühle

Die Young Boys blieben unter Druck und kamen eine Zeitlang nur mit Glück um weitere Verlusttore herum. Die komplette Änderung des Drehbuchs war zum Teil auf das Nachlassen der Berner zurückzuführen, zum grösseren Teil jedoch auf die frappante Steigerung des Gegners. Jetzt endlich spielte Bayer Leverkusen so, wie man es von einer Spitzenmannschaft der deutschen Meisterschaft hatte erwarten dürfen.

«Grosses Kompliment an meine Mannschaft, wir haben zuhause Bayer Leverkusen geschlagen und dabei vier Tore geschossen. Man muss das Positive herausstreichen. Die drei Gegentore sorgen aber dafür, dass sich dieser Sieg trotzdem nicht so schön anfühlt.»
Gerardo Seoane, YB-Trainer

In den letzten Viertelstunde konnte YB wieder gute Gegenwehr bieten. Über die 90 Minuten gesehen, war es nicht unverdient, dass Siebatcheu nach 89 Minuten nach einem Pfostenschuss abstauben konnte. Sekunden vor dem Schlusspfiff hätte der eingewechselte Felix Mambimbi fast noch das 5:3 erzielt.

Fast makellose erste Halbzeit

Wie viel anders als nach der Pause hatte es doch in den ersten 45 Minuten ausgesehen. Man sah fast nur die Berner spielen. Eine höhere Führung als das 3:0 mit den Toren von Christian Fassnacht und Jordan Siebatcheu – beide auf Corner von Michel Aebischer – sowie von Meschack Elia auf einen Konter kurz vor der Pause wäre ohne weiteres möglich gewesen. Diese eine Halbzeit durfte man aus Berner und Schweizer Sicht als perfekt bezeichnen.

Die Frage, ob die Abwesenheit des (auch für das Rückspiel) gesperrten Goalgetters Jean-Pierre Nsame für die Young Boys eine schwere Schwächung bedeuten würde, beantwortete Jordan Siebatcheu. Der zweite Stossstürmer der Berner verwertete mit dem Kopf einen Corner und war kurz vor Schluss auch mit dem Fuss zur Stelle. Kurz nach seinem 2:0 hätte der lange Franzose beinahe ein weiteres Mal getroffen, wäre sein Versuch nicht von einem Verteidiger abgeblockt worden. Siebatcheu hat in der Meisterschaft erst sechsmal von Anfang an gespielt. Dabei erzielte er acht Tore, einen Hattrick beim 4:1 in Zürich eingerechnet. Kurz: Er ist eine die wohl fast gleichwertige Alternative zu Nsame.

«Wenn man 3:0 führt, muss man den Sieg heimbringen. Wir sind schon sehr froh, dass wir doch noch den Siegtreffer erzielen konnten.»
Christian Fassnacht, YB-Spieler

Das Telegramm

Young Boys - Bayer Leverkusen 4:3 (3:0)
SR Lahoz (ESP).
Tore: 3. Fassnacht (Aebischer) 1:0. 19. Siebatcheu (Aebischer) 2:0. 44. Elia (Lefort) 3:0. 48. Schick (Frimpong) 3:1. 52. Schick 3:2. 68. Diaby (Wirtz) 3:3. 89. Siebatcheu 4:3.
Young Boys: Von Ballmoos; Hefti, Lustenberger, Zesiger, Lefort (74. Sulejmani); Fassnacht (80. Gaudino), Aebischer, Lauper (81. Rieder), Moumi Ngamaleu (57. Garcia); Elia (74. Mambimbi), Siebatcheu.
Bayer Leverkusen: Lomb; Frimpong, Tah, Dragovic, Sinkgraven; Demirbay; Amiri (46. Tapsoba), Wirtz; Schick; Bailey (65. Diaby), Gray.
Bemerkungen: Young Boys ohne Nsame, Camara (beide gesperrt), Martins, Sierro und Petignat (alle verletzt). Bayer Leverkusen ohne Bellarabi, Paulinho, Lars Bender, Baumgartlinger, Hradecky, Arias und Weiser (alle verletzt). Verwarnungen: 56. Lefort (Foul). 86. Sinkgraven (Foul).


https://www.watson.ch/sport/fussball/85 ... 0-fuehrung

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2021, 23:11 
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YB schlägt Leverkusen 4:3

Der Wahnsinn von Bern

Die Berner führen im Sechzehntelfinal der Europa League gegen den Bundesligisten zur Pause 3:0, verspielen dann den Vorsprung. Um am Ende doch noch zu gewinnen.

Wie viele Szenen des Gegners er zeigen soll, fragte sich YB-Trainer Gerardo Seoane vor der Partie. Er dachte an die technisch versierten Mittelfeldspieler Leverkusens, die schnellen Flügel, die Intensität, mit der der deutsche Topclub agieren kann. Seoane befand, ein zu ausgiebiges Videostudium wäre kontraproduktiv. Weil der Respekt bei seinen Spielern vor dem Fünften der Bundesliga zu gross sein könnte.

Und dann ist im Wankdorf eine halbe Stunde gespielt, die Berner führen 2:0, ein Angriff nach dem anderen rollt auf das Tor der Gäste zu. Und man erwischt sich ein paarmal beim Gedanken, was nun im ausverkauften Stadion los wäre. Etwa, als Linksverteidiger Jordan Lefort nach einem der wenigen überzeugend vorgetragenen Spielzüge Leverkusens gerade noch so den Schuss von Patrik Schick blockt.

Das Sinnbild: Elia gegen Tah

Im Normalfall wäre die Partie Stadtgespräch gewesen, ein Höhepunkt. Aber in Zeiten von Corona und Geisterspielen ist das Scheinwerferlicht runtergedimmt, die Bühne wirkt nicht mehr so gross. Aber das mindert nicht die Bedeutung der Affiche für den Club. Im Sechzehntelfinal der Europa League ist YB erst zweimal gestanden, weiter ist der Schweizer Meister noch nie gekommen.

Für den Gegner ist es in diesem Stadium des Wettbewerbs hingegen vor allem eines: eine Pflichtaufgabe. Und das wird sofort deutlich. Die Young Boys sind entschlossener, zweikampfstärker und gedankenschneller als die Deutschen. Das zeigt sich beim 1:0 und beim 2:0, die Tore fallen nach einem Corner von Michel Aebischer. Erst reagiert Christian Fassnacht schneller als Nadiem Amiri und ist mit einer Direktabnahme erfolgreich. Dann verschätzt sich Jonathan Tah, Jordan Siebatcheu hat keine Mühe, mit dem Kopf aus kurzer Distanz zu treffen.

Die Leverkusener schlafwandeln über den Platz. Kein Duell steht sinnbildlicher für die unterschiedliche Einstellung als jenes des schnellen Meschak Elia gegen den schwerfälligen Jonathan Tah. Der Verteidiger der deutschen Nationalmannschaft kommt ein ums andere Mal zu spät. Und wenn er es mal in den Zweikampf schafft, lässt er sich vom YB-Angreifer düpieren. Tah droht noch vor der Pause die Auswechslung, die Höchststrafe.

Der Ärger des Leverkusner Trainers

Wobei Leverkusens Trainer Peter Bosz fast sämtliche seiner Spieler rausnehmen könnte. YB agiert ohne die gesperrten Stützen Jean-Pierre Nsame und Mohamed Camara überragend, das schon, aber es ist auch eine fürchterliche Darbietung der Gäste. Eine, die Tahs Abwehrpartner Aleksandar Dragovic vor der Pause abrundet. Er trifft den Ball nicht, Elia profitiert: 3:0. In den sozialen Medien tippt ein Fan der Deutschen in Anlehnung an die Weltmeisterschaft 1954: die Wunde von Bern.

Die erste Halbzeit im Wankdorf ist eine Fortsetzung der letzten Wochen, wenn auch in Extremform. Leverkusen, bei der Auslosung des Sechzehntelfinals im Dezember noch Tabellenführer der Bundesliga, erlebt nicht seine beste Phase. Im Pokal schied die Werkself gegen den Regionalligisten Rot-Weiss Essen aus. Am Samstag verspielte sie eine 2:0-Führung beim Abstiegskandidaten Mainz in den letzten Minuten. Er könne sich die Darbietung vor der Pause nicht erklären, sagt Trainer Peter Bosz und wirkt verärgert. «Aber wir zeigten, dass wir noch schlechter spielen können als zuletzt in Mainz.»

YB spielt derweil seit der Winterpause so souverän wie kaum einmal im Vorjahr. Innert 24 Stunden wird deutlich, wie gross der Vorsprung auf die nationale Konkurrenz ist. Am Mittwoch blamierte sich der Zweite Basel im Cup gegen Winterthur, 24 Stunden später erlebt YB eine europäische Sternstunde.

Nur, diese hat einen Makel: Es sind noch 45 Minuten zu spielen. Es wird eine Halbzeit, welche die Young Boys ebenso nicht mehr rasch vergessen werden. Diesmal im negativen Sinne.

Die finale Antwort von YB

51 Minuten sind absolviert, als Schick mit zwei Toren auf 2:3 verkürzt hat. Erinnerungen an 2010 werden wach, als YB in der Qualifikation zur Champions League daheim gegen Tottenham Hotspur beinahe ein 3:0 hergab, am Ende stand es 3:2.

Diesmal kommt es vorerst schlimmer, die Young Boys reisen einmal in den Himmel und zurück. Jetzt sind sie es, die zu spät kommen, die in der Abwehr hasardieren, vorab Fabian Lustenberger. Als der Captain erneut patzt, gleicht der eingewechselte Moussa Diaby zum 3:3 aus.

YB kam in der ersten Halbzeit zu elf Schüssen, nun läuft schon die Schlussphase, als sich das Heimteam endlich wieder einmal dem Tor Leverkusens annähert. Doch, und das wird den Young Boys Auftrieb fürs Rückspiel geben, sie finden eine letzte Antwort. Der eingewechselte Gianluca Gaudino trifft aus der Distanz den Pfosten, Siebatcheu staubt in der 89. Minute mit seinem zweiten Tor ab – 3:0, 3:3, 4:3: der Wahnsinn von Bern.

Seoane fühlt sich nach dem Ende hin- und hergerissen. Einerseits sei es ein toller Erfolg, sagt der YB-Trainer. «Aber wenn man ein 3:0 verspielt, ist das auch ein wenig enttäuschend.» Vor dem Rückspiel in Leverkusen in einer Woche wird er genügend Videomaterial haben. Die Frage ist, wie es jetzt um den Respekt steht.


https://www.bernerzeitung.ch/der-wahnsi ... 6243214384

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2021, 23:12 
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Europa League Sechzehntelfinal

Die Young Boys treffen kurz vor Schluss und siegen 4:3

YB zeigt in der Europa-League-Partie gegen Leverkusen zuerst 45 perfekte Minuten, bricht dann komplett ein und belohnt sich am Schluss doch noch.

Was für eine Partie im Berner Wankdorf! Die Young Boys zeigen im Sechzehntelfinal der Europa League gegen Leverkusen perfekte erste 45 Minuten und gehen mit 3:0 in die Pause. Fassnacht, Siebatcheu und Elia treffen für das Heimteam, dem vieles gelingt und die Löcher in der Defensive des Gegners effizient ausnützt.

Verkehrtes Bild dann in der zweiten Halbzeit: Der Favorit aus der Bundesliga tritt plötzlich kämpferisch auf, stört den Gegner früh - und ist vorne auf einmal so kaltblütig wie zuvor das Heimteam. Schick (2) und Diaby treffen für die Leverkusener. Die Young Boys wirken überfordert, dem Superligisten geht alles eine Nummer zu schnell. Bälle werden weggeschlagen, in den Zweikämpfen kommt man oft zu spät, Chancen werden lange keine mehr kreiert.

Doch zu dieser verrückten Partie passt es, dass am Schluss alles nochmal anders kommt. Wenige Sekunden vor Schluss lässt YB-Angreifer Siebatcheu das Heimteam entgegen der Erwartung jubeln - und verbessert somit die Ausgangslage seiner Mannschaft für das Rückspiel, das nächsten Donnerstag in Leverkusen über die Bühne gehen wird.


https://www.bernerzeitung.ch/die-young- ... 9044407643

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2021, 23:15 
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YB gewinnt Spektakel-Spiel gegen Leverkusen 4:3!

YB verpasst es, sich im Sechzehntelfinal-Hinspiel eine optimale Ausgangslage zu schaffen. Die Berner gewinnen gegen Bayer Leverkusen mit 4:3.

Das Wichtigste in Kürze

- YB gewinnt das Hinspiel des Europa-League-Sechzehntelfinals mit 4:3.
- Damit schaffen sich die Berner eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel.
- Dieses findet am 25. Februar in der BayArena in Leverkusen statt.

Den Bernern gelingt ein Start nach Mass in diese Partie. Nach einem Eckball von Michel Aebischer nimmt Christian Fassnacht den Ball direkt und trifft in der 3. Minute herrlich zur frühen Führung.

Und es geht im gleichen Stil weiter: Ein Aebischer-Corner findet den Kopf von Jordan Siebatcheu, der auf 2:0 erhöht. Gespielt sind noch nicht einmal 20 Minuten.

Kurz vor der Pause kommt es für YB sogar noch besser. Nach einem kapitalen Fehler von Ex-FCB-Verteidiger Dragovic kann Meschack Elia alleine aufs Tor ziehen und vollendet souverän zum 3:0. Mit diesem Resultat gehen die beiden Teams in die Garderobe.

YB lässt deutlich nach – gewinnt aber dennoch

Bayer-Trainer Peter Bosz scheint seinen Spielern in der Halbzeit die Leviten gelesen zu haben. Direkt nach dem Seitenwechsel verkürzt Patrik Schick auf 1:3 aus Leverkusener Sicht. Und der 25-jährige Tscheche trifft drei Minuten später erneut und bringt die Werkself auf einen Treffer heran.

YB findet in Durchgang zwei keinen Zugriff aufs Spiel mehr. Bayer drückt vehement auf den Ausgleich und kommt fast im Minutentakt in den Berner Strafraum. Und so überrascht es nicht, dass der eingewechselte Moussa Diaby in der 68. Minute den vielumjubelten Ausgleichstreffer erzielt.

Die Gäste nehmen danach den Fuss vom Gaspedal. Sie können mit dem 3:3 natürlich besser leben als Gelb-Schwarz.

Aber plötzlich kommen die Berner noch zu einer Chance in der 89. Minute. Nach einem Energie-Anfall von Hefti wird der Gaudino-Schuss an den Pfosten gelenkt und Siebatcheu versenkt den Abpraller zum 4:3-Siegtreffer!

Bereits in einer Woche findet das Rückspiel dieses Europa-League-Sechzehntelfinals statt. Die Partie in der BayArena wird am 25. Februar um 21 Uhr angepfiffen. Für die Berner wird die Mission Achtelfinal zur Herkules-Aufgabe.

https://www.nau.ch/sport/fussball-int/y ... 3-65873461

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