22.04.2013

Zitat:
YB-Abwehr überzeugt, die Offensive enttäuscht
YB zeigte in Sion eine kämpferisch starke Leistung, offenbarte aber in der Offensive einmal mehr Defizite. Trainer Bernard Challandes war dennoch zufrieden.
An der Pressekonferenz nach der Partie sagte YB-Trainer Bernard Challandes, er wisse nicht, ob sein Team nun einen Punkt gewonnen habe oder zwei verloren. Eine Floskel, die im Jargon des Fussballs gerne verwendet wird. Vor allem dann, wenn es darum geht, nach einer umkämpften, engen Partie mit Torchancen für beide Teams die Gefühlslage einzuordnen.
Nur: Das Spiel zwischen Sion und den Young Boys war zwar ausgeglichen und intensiv, beide Mannschaften vermochten sich aber kaum Tormöglichkeiten zu erspielen. Die beste für YB bot sich in der 17.Minute, als Samuel Afum dem Walliser Verteidiger Michael Dingsdag den Ball abluchste und Moreno Costanzo anspielte. Doch der Spielmacher liess in dieser Szene die nötige Überzeugung vermissen und schob den Ball leichtfertig am Tor vorbei.
Der 25-jährige Ostschweizer verpasste es, die gute Anfangsphase der Young Boys zu krönen. Denn die Berner hatten zu Beginn der Partie deutlich mehr Ballbesitz und kamen durch Costanzo und Afum zu weiteren Torchancen. Sion hingegen zog sich im eigenen Stadion weit zurück und versuchte gar nicht erst, ein Pressing aufzuziehen.
Zwei Vorgaben
Challandes sagte, er habe von seinem Team im Vorfeld der Partie gefordert, Moral zu zeigen und auf die enttäuschende Niederlage gegen Thun zu reagieren. Er sah sich durch die kämpferische Leistung seiner Akteure in seiner Forderung bestätigt.
Als zweites Ziel für sein Team formulierte Challandes, «Fussball zu spielen». Mit dieser Vorgabe tat sich YB aber deutlich schwerer. Bis auf die ersten zwanzig Minuten und der Viertelstunde nach der Halbzeit erinnerte im Spiel der Gäste wenig an Fussball. Immer wieder verhinderten Ballverluste und Fehlzuspiele den Versuch, eine Offensivaktion zu kreieren. «Wir begannen zweimal gut, sind dann aber vom Weg abgekommen», sagte der Neuenburger.
Nach der Partie gegen Thun vor Wochenfrist hatte Sportchef Freddy Bickel die Rasenlänge im Stade de Suisse moniert. Diesmal beklagte sich Challandes über die schlechten Trainingsbedingungen. «Meinen Spielern fehlt das Vertrauen beim Passspiel. Dieses kommt nur zurück, wenn man es im Training immer wieder erfolgreich übt. Doch das ist schwierig auf dem holprigen Rasen, auf dem wir trainieren müssen.» Der impulsive Coach wollte die Aussage jedoch nicht als Alibi verstanden haben.
Zwei Mängel
Challandes kritisierte auch die vielen einfachen Ballverluste seiner Akteure, «die Kraft kosten, weil man dann immer wieder dem Ball nachjagen muss», und die fehlende Effizienz im Abschluss. An der defensiven Leistung der Young Boys gab es hingegen nichts auszusetzen. Gegen die stark besetzte Sittener Offensive liessen die Gelb-Schwarzen wenig zu.
Zwar lassen sich Oussama Darragi mit seiner spielerischen Klasse und der physisch enorm starke Yannick N’Djeng nie ganz aus dem Spiel nehmen, doch die YB-Abwehr um die starken Innenverteidiger Alain Nef und Dusan Veskovac reduzierte die Chancen der Walliser auf ein Minimum. Die Schüsse von Alberto Regazzoni und N’Djeng und zwei, drei gefährliche Hereingaben blieben zum Ärger des Walliser Publikums die Ausnahmen.
Und Challandes kam, nachdem er ausführlich die Leistung seines Teams reflektiert hatte, doch noch zum Schluss, dass er mit dem Unentschieden zufrieden sei.
http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/25280915