29.11.2012

Zitat:
Die Bewerbung der YB-Spieler
Fussball · Die Young Boys gewinnen das Nachtragsspiel gegen den FC Luzern 2:1
Manchmal bewirken Veränderungen kleine Wunder. Am Vorabend erfuhren die YB-Spieler, dass Fredy Bickel neuer Sportchef wird (siehe Text unten). Am Abend konnten sie sich ihm erstmals präsentieren - und taten das mit einem gelungenen Auftritt.
2:1 gewann YB im Nachtragsspiel der 14. Runde gegen den FC Luzern. Farnerud und Zarate drehten mit ihren Tor das Spiel nach dem 0:1-Rückstand. Es war der erste YB-Sieg in der Meisterschaft seit dem 30. September und dem 6:2 gegen Servette. Danach hatte YB gegen GC, Basel sowie Lausanne verloren und unentschieden gegen Zürich und St.Gallen gespielt.
Trainer Martin Rueda sagte gestern erleichtert: «Es ist schön zu sehen, dass mein Team auch einmal nach einem Rückstand gewinnt.» Er lobte seinen Torhüter Marco Wölfli, «er hat uns mit sensationell im Spiel gehalten», sagte aber auch: «Wir haben uns in der ersten Halbzeit einige Abwehr-Fehler erlaubt, deshalb hätte es auch anders ausgehen können.»
Sein Antipode, FCL-Trainer Ryszard Komornicki, war tief enttäuscht. «Ich ärgere mich masslos. Wir spielen gut und gehen trotzdem als Verlierer vom Platz. Wir müssen seriöser und cleverer werden.» Vor allem die Szene in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit beschäftigte den Polen. FCL-Verteidiger Sally Sarr spielte in der Vorwärtsbewegung einen unnötigen Fehlpass, im Gegenzug erzielte Gonzalo Zarate das entscheidende 2:1.
Für Luzern war das ärgerlich. Denn es hatte mehr Chancen in der ersten Hälfte. Puljic erzielte das frühe 1:0 (dank einem Ablenker von YB-Verteidiger Sutter). Und besass auch nach dem 1:1-Ausgleich von Farnerud beste Chancen für weitere Tore. Aber erneut Puljic und der wieder einmal wenig überzeugende Rangelov vergaben.
Nicht frei von Schuld darf Torhüter David Zibung gesprochen werden. Farneruds Schuss aus 25 Metern war zwar toll, aber alles andere als unhaltbar. Bereits in der ersten Begegnung der beiden Teams verschuldete Zibung die 0:1-Niederlage, als er eine harmlose Farnerud-Flanke passieren liess.
YB kontrollierte das Geschehen in der zweiten Halbzeit souverän. Es suchte entschlossen das dritte Tor. Auch wenn dieses nicht gelang, der Sieg geriet nie mehr in Gefahr. Der starke Wölfli war nur noch einmal gefordert, als er einen Querschläger von Doubai entschärfen musste.
Noch wichtiger als der Sieg war für YB indes die Art und Weise des Auftritts. Nach dem neuerlichen Tiefpunkt in Lausanne vom vergangenen Sonntag ist jedes Spiel bis zur Winterpause eine Art Bewerbung an den neuen Sportchef Bickel, der das Kader entschlacken muss. Vor allem Torhüter Wölfli und den Spielern im Zentrum (Zverotic, Schneuwly, Farnerud) gelang eine starke Leistung. Verbessern muss sich dagegen die Defensive, nur ist das keine neue Erkenntnis.
Als die 90 Minuten vorbei waren, durfte sich Zuschauer Fredy Bickel über die Darbietung seines neuen Teams ein erstes Mal freuen.
Nur sollte er sich bewusst sein: Bei YB folgt nach einer guten Leistung der nächste Rückschlag eher früher als später.