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 Beitrag Verfasst: Sonntag 17. Juli 2011, 18:12 
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Gross fordert mehr

Über 31'000 Zuschauer sahen am Samstagabend ein Team der Young Boys, das zu Gefallen wusste. Trotzdem sagte der neue Trainer Christian Gross, er habe mehr erwartet.

Schöngeredet wird in Bern nicht mehr. Christian Gross sprach nach dem 1:1 gegen den FC Basel in seiner Analyse zunächst mal über die Enttäuschung, nur einen Punkt geholt zu haben. «Es tut weh, wenn man so viel macht und nur ein Remis herausspringt.» Der Zürcher Coach lobte zwar auch den Auftritt seiner Mannschaft, machte aber in erster Linie klar, dass «noch mehr kommen muss».

Mit Erfolgsmeldungen ohne grösseren Wert gibt sich Gross nicht zufrieden. Ein Heimspiel, auch gegen den Meister, muss gewonnen werden. Das sind die Ansprüche, die der 56-Jährige an seine Spieler stellt, und er tut dies unmissverständlich. In den Schlussminuten der Partie forderte er die Mannschaft mit wilden Armbewegungen nochmals zu Angriffen auf.

Zum Siegen erziehen

Der charismatische Höngger will die Young Boys zum Siegen erziehen. Genügsamkeit will er keine aufkommen lassen, dass war nach der Partie gegen Basel offensichtlich. Er verzichtete auf verbale Streicheleinheiten, die nach einem Meisterschafts-Auftaktspiel und einer sehr ansprechenden Leistung durchaus vertretbar gewesen wären. Gross richtete seinen Blick bereits in die Zukunft: «Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Wir wollen schliesslich etwas gewinnen.»

Den Spielern hat Gross seine eigene Leistungskultur bereits vermittelt, verriet Christoph Spycher: «Er hat grosse Ambitionen und eine klare Vorstellung, was für eine Mannschaft er auf dem Platz sehen will. Wir haben versucht, dies umzusetzen, so gut es ging. Ich denke, es war ein guter Anfang. Aber es gibt sich noch viel Arbeit.»

Unbefriedigend gegen den FC Basel war vorab die Chancenverwertung. Allzu oft scheiterten die Gelb-Schwarzen am allerdings auch exzellent parierenden Yann Sommer, der seinen neuen Status als Nummer 1 im Tor des FCB ohne Probleme und Nervosität ertrug. Wenn Gross davon sprach, dass individuell in den nächsten Wochen eine Steigerung kommen muss, sprach er sicherlich auch seine Offensivleute an.

Am besten zu gefallen wusste in diesem Sektor Nassim Ben Khalifa, der den Ausgleich mit einem herrlichen Pass in die Tiefe einleitete und auch sonst zusammen mit Alexander Farnerud für die meisten Überraschungsmomente im YB-Spiel sorgte.

«Was war das alte Fahrwasser?»

Unter dem Strich stimmte bereits sehr viel im Spiel der neu formierten Mannschaft. Das System Gross scheint zu greifen. Einen neue Ära ist bei YB eingeläutet. Auf die Frage einer Journalistin, ob er nach dem 0:1 Angst hatte, seine Mannschaft könnte in altes Fahrwasser geraten, fragte Gross zurück: «Was war denn das alte Fahrwasser?» Der neue Trainer, dessen Rückfrage wohl nicht ganz ernst gemeint war, wurde aufgeklärt: Gut spielen und dennoch verlieren.

Wie wirkt Gross dieser bernischen Eigenheit entgegen? «Er hat eine grosse Winnermentalität. Er will jedes Spiel gewinnen. In jedem Training gibt es ganz klare Vorgaben und etwas, dass man erreichen muss», erzählt Spycher. «Ob ein Klassiker gegen Basel oder ein Testspiel gegen eine Saanenland-Auswahl macht für ihn keinen grossen Unterschied. Er will immer, dass seine Vorgaben erfüllt werden. Das fordert uns.»


http://www.derbund.ch/sport/axpo_super_ ... y/21239007

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 17. Juli 2011, 21:00 
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Meisterschaft, YB - Basel 1:1 (0:0)

Remis zum Saisonstart: Das Spiel zwischen den Young Boys und dem FC Basel endete vor ausverkauftem Haus nach Toren von Zoua (51.) und Mayuka (57.) 1:1 (0:0). Im ersten Spiel unter dem neuen Trainer Christian Gross war der BSC YB die bessere Mannschaft, liess aber viele Möglichkeiten ungenutzt.

YB drückte dem Spiel sofort den Stempel auf. Bereits nach wenigen Sekunden spielten sich Ben Khalifa, Mayuka und Nuzzolo durch die Basler Abwehr, letztlich blieb die sehenswerte Aktion ohne Erfolg. Der Schuss von Nuzzolo wurde von Goalie Sommer abgewehrt. Die Gäste aus Basel kamen in der ersten Halbzeit nur einmal gefährlich vor das Berner Tor, als Streller ein Duell gegen Wölfli gewann. Strellers Sturmpartner Frei schoss anschliessend über das Tor.

Mitte der ersten Halbzeit nahm Farnerud aus der Distanz Mass: Der Schuss des Schweden aus gut 25 Metern landete am Pfosten. Wenig später wurde ein weiterer Versuch Farneruds von Nuzzolo abgelenkt und strich am Tor vorbei. Der Führungstreffer der Young Boys wäre spätestens zu diesem Zeitpunkt fällig gewesen. Unmittelbar vor der Pause kam das Team von Trainer Gross zu einer weiteren Gelegenheit, als Degen nach einem Solo an Sommer hängen blieb.

Kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit wurden die Berner kalt geduscht. Zoua schoss im Anschluss an einen Freistoss im zweiten Anlauf den FC Basel in Führung (50.). Beinahe wäre es wenig später noch schlimmer gekommen, als Frei alleine vor Wölfli seinen Kopfball neben das Tor platzierte.

YB fand danach ins Spiel zurück. Ben Khalifa lancierte auf der rechten Seite Degen, dessen Querpass Mayuka zum verdienten Ausgleich im Netz unterbringen konnte (57.). 20 Minuten vor dem Ende besass YB zwei gute Möglichkeiten, das Spiel für sich zu entscheiden. Zuerst traf Mayuka freistehend den Ball nicht richtig, später hielt Sommer einen tollen Volleyschuss von Degen.

In der Endphase hatten beide Mannschaften ihre Gelegenheiten, es blieb bis zum Schluss beim Unentschieden. Die Young Boys zeigten ein gutes Spiel und besassen ein Plus an Chancen gegenüber den Baslern. Vor allem in der ersten Halbzeit fehlte es den Gelbschwarzen an Effizienz.

Stadion: Stade de Suisse
Zuschauer: 31120
Schiedsrichter: Studer

Tore:
50. Zoua 0:1.
57. Mayuka (Degen) 1:1.

Auswechslungen:
59. Costanzo für Nuzzolo.
62. Shaqiri für Tembo.
78. F. Frei für Zoua.
85. Doubaï für Ben Khalifa.
86. Pak für Yapi.

Ersatz:
YB: Benito, Dudar, Zverotic, Raimondi, Affolter.
Basel: Colomba, T. Xhaka, Abraham, Cabral.

Bemerkungen:
YB ohne Schneuwly (gesperrt), Bienvenu, Lecjaks, Lingani (alle verletzt), Mveng, Mvogo, Tosetti und Alioski (alle U21). Basel ohne Park, Schürpf, Chipperfield, Stocker, Kusunga, G. Xhaka. 17. Pfostenschuss Farnerud.

Verwarnungen:
29. Nef (Foul), 65. Voser (Foul), 75. Dragovic (Foul).


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 Beitrag Verfasst: Sonntag 17. Juli 2011, 21:41 
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 Beitrag Verfasst: Montag 18. Juli 2011, 07:09 
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Das getrübte Debüt

Im ersten Spiel unter Christian Gross verlor YB beim 1:1 gegen Basel zwei Punkte

BERN Christian Gross gab nochmals alles. Trieb die Mannschaft mit energischer Geste nach vorne. Krümmte sich, als er auch noch etwas aufs Feld schrie. Und schlug die Hände über dem Kopf zusammen, als aus dem letzten Konter seiner Mannschaft in der letzten Minute nichts geworden war.

1:1 blieb es, nur 1:1 für die Young Boys und ihren neuen Trainer. Später genügten Gross wenige Punkte, um die Gefühlslage zu schildern: «Es tut weh, wenn man so viel macht und nur mit einem Punkt belohnt wird.»

Es war das erste Spiel des neuen Trainers, der in Bern mehr als nur Trainer ist, er ist schlicht der Hoffnungsträger, dass das lange Warten auf den ersten Meistertitel seit 1986 bald einmal ein Ende hat. In Bern reden sie nach dem ersten Arbeitsmonat mit Gross gerne von einer neuen Leistungskultur, die zu spüren sei, von diesem neuen Rhythmus, den er Tag für Tag anschlägt.

DieYoung Boys waren besser, aber Basel blieb Basel

Das Spiel war speziell für ihn, das leugnete er nicht. Aber nicht, weil der Gegner Basel hiess. Das sei ja schon zwei Jahre her, erklärte er, und er sei in der Zwischenzeit auch bei einem anderen Verein gewesen, dem VfB Stuttgart. Speziell war es für ihn, weil dieser Gegner der Titelverteidiger ist. Und was er sah, das gefiel ihm durchaus. Die Grundhaltung seiner Mannschaft passte ihm: die Bereitschaft, das Spiel zu gestalten, der Wille, die Offensive zu suchen. «Wir brachten den Meister in Schwierigkeiten», stellte er fest, «das gefiel mir.»

Die Chancen waren eine Konsequenz der Überlegenheit, die sich die Berner erarbeiteten. In der dritten Minute schon stand Nuzzolo allein vor dem Tor. Ben Khalifa und Mayuka hatten ihn herrlich freigespielt, Sommer aber, die neue Nummer 1 des FCB, blieb lange genug stehen, um den Schuss des Berners abzuwehren. Solche Szenen waren es, die Gross anmerken liessen: «Wir gingen sträflich um mit unseren Chancen, mit unseren klaren Chancen.»

Seinen letzten Match mit dem FCB hatte Gross einst 0:3 verloren. Gegner an jenem 29. Mai 2009 war YB. Bei seinem ersten Match mit dem neuen Verein waren von damals nur noch je zwei Spieler dabei: hier Wölfli und Degen, da Huggel und Streller. Das ist Ausdruck für die Dynamik im Fussball. Auch deshalb hat Gross eine emotionelle Distanz zum alten Arbeitsplatz. Gross baute die Young Boys im 4-4-2 auf, so wie einst den FCB. Doch die Spielanlage war anders, ganz anders. Die langen Bälle sind verschwunden, Kombinations- und Tempofussball sollen jetzt den Erfolg bringen. Gleich geblieben ist die Forderung an seine Spieler, den Gegner schnell und entschlossen unter Druck zu setzen. Damit hatte Basel gestern immer und immer wieder seine Probleme. So stellte das auch sein Trainer Thorsten Fink fest.

YB bestimmte den Rhythmus, Basel rannte meist hinterher. Farnerud traf den Pfosten, Degen verdribbelte sich kurz vor der Pause, statt entweder den Ball zu Mayuka zu passen oder selbst entschlossen den Abschluss zu suchen. Gross bemängelte, es habe vor dem gegnerischen Tor an Abgeklärtheit, an Cleverness und an der Technik gefehlt.

Darum stand es zur Pause nur 0:0. Und nach 50 Minuten gar 0:1. Alex Frei hatte einen Freistoss getreten, YB war in der Abwehr unaufmerksam gewesen und Zoua hatte davon profitiert. «Klar», hatte Thuns Coach Bernard Challandes angemerkt, als er mit kräftigem Schritt aus dem Stadion eilte, «klar, für YB sind das zwei verlorene Punkte.» Aber er sagte auch: «Basel ist Basel.»

Was er damit sagen wollte: Der FC Basel ist selbst an einem solchen Abend, an dem er spielerisch derart enttäuscht, an dem ihm kaum etwas gelingt und er nie die gewohnte Selbstsicherheit ausstrahlt, nicht zu unterschätzen oder gar abzuschreiben. Ein stehender Ball, ein Corner, ein Freistoss genügen ihm manchmal schon für ein Tor. Ein Freistoss von Alex Frei war es denn auch in der 81. Minute, der Wölfli zu einer Parade zwang. Zum zweiten Tor fehlte da nicht viel.

Gross' Bilanz: «Frustriert? Nein, aber enttäuscht»

Nur sechs Minuten hatte YB in Rückstand gelegen. Degen legte den Ball für Mayuka so auf, dass der nur noch einzuschieben brauchte. Dank Degens Einsatz bot sich dem Sambier wenig später eine nächste grosse Chance, er vergab sie fahrlässig. Ein Tor mehr hätten sie nach der Pause machen müssen, klagte Gross. Er dachte sicher auch an die Szene in der 72.?Minute, als Ben Khalifa herrlich flankte und Degen den Ball volley abnahm. Sommer klärte hervorragend.

Degen verärgerte den Anhang mit seiner Nonchalance vor der Pause. Er hatte das Glück, dass sein Ellbogenschlag gegen Voser ungestraft blieb. Immerhin war er von der Einsicht geführt: «Ich bin überhaupt nicht zufrieden mit mir. Ich weiss, ich hätte das Spiel entscheiden können.» Gross blieb sparsam mit den Worten zu Degens Auftritt, deutlich genug war er gleichwohl: «Degen kann mehr, und er wird mehr bringen.»

1:1 also. Und die Frage an Christian Gross: Sind Sie frustriert? «Frustriert?», fragte er zurück, «nein, aber enttäuscht.» Und er forderte von seinen Spielern: «Es muss noch mehr kommen.» Unentschieden sind nicht das, was dem Siegtrainer gefallen kann.


http://www.sonntagszeitung.ch/sport/art ... sid=183516

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 Beitrag Verfasst: Montag 18. Juli 2011, 07:14 
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YB mit mehr Farbe, aber ohne Sieg

Trotz Dominanz kommen die Young Boys nicht über ein 1:1 gegen den FC Basel hinaus
Die Swiss Football League und das Schweizer Fernsehen programmieren jedes Jahr ihren Startschuss. Es soll gleich zur Sache gehen. Man kann das als Verkaufsargument verstehen, zumal es auch punkto Sicherheit keine Rolle spielt, ob YB in der 1. oder in der 5. Runde auf den FC Basel trifft.

Die jüngere Vergangenheit hatte torreiche Ouvertüren und erste Richtungsangaben wie Basel gegen Zürich (2010, 3:2) geboten. Oder Zürich gegen YB (2009, 2:3). Oder YB gegen Basel (2008, 1:2). Die Berner waren also am Saisonanfang im eigenen Haus schon schlimmer erwischt worden als am Samstag, als sie gegen den FCB mehr als das 1:1 hätten herausholen müssen.

Eigentlich ist in Umrissen schon vorher bekannt, wie sich Protagonisten nach Startrunden äussern. Einiges sei neu, da könnten die Mechanismen noch nicht von Beginn weg greifen. Die Vorbereitung sei intensiv gewesen, da könne die körperliche Verfassung nicht optimal sein. Überhaupt sei die Premiere stets «speziell». Das Wort «speziell» war am Samstag im Stade de Suisse oft zu hören. So nahm man weniger Fakten und Wahrheiten, sondern mehr Tendenzen und Vermutungen auf. Gleichzeitig fragte man sich aus sportlicher Optik, ob YB gegen Basel ein paar Aufwärmrunden später qualitativ nicht viel mehr bieten würde.

Der Satz für die Geldgeber

In der Verarbeitung wurde der YB-Trainer Christian Gross mit dem Begriff «altes Fahrwasser» konfrontiert. «Was ist das alte Fahrwasser?», fragte er an der Medienkonferenz zurück. Die Antwort ist relativ einfach: YB dominiert, wirkt besser, wendiger und farbiger als der Gegner, gewinnt aber zum Beispiel selbst dann gegen den FCB nicht, wenn dieser einen mittelmässigen und fehlerhaften Abend einzieht. Gross sagte sodann das ins Mikrofon, was die ungeduldigen YB-Geldgeber ein paar Etagen weiter oben von ihm hören wollen: «Wir wollen etwas gewinnen hier in Bern, da muss noch viel mehr kommen.»

Die YB-Latte ist hoch gesetzt, nicht auf Welt-, aber auf Schweizer oder zumindest Berner Rekordhöhe. Niemand weiss, was geschieht, wenn sie frühzeitig herunterfallen sollte. Dazu passte auch die Aussage des Trainers über den Spieler David Degen, die gleichermassen Ankündigung wie Aufforderung ist: «Degen kann mehr und wird noch mehr bringen.» Das gilt für andere und vor allem für die Neuen auch und gehört zur Trainer-Rhetorik nach dem Spiel 1.

Die Neuen? Nuzzolo wird auch in Bern das Tempo erhöhen, aber kaum mehr als zehn Tore erzielen. Der 30-jährige Däne Silberbauer sollte noch weit auffälliger werden, der Serbe Veskovac könnte zur Stabilisierung der YB-Abwehr beitragen. Und der 19 Jahre junge Ben Khalifa führte sich nach seiner 12 Monate langen Auszeit in der Abstellkammer der Bundesliga gut ein. Er war inspiriert, beweglich, schwer auszurechnen und schlug aus der Drehung heraus den prächtigen Pass hinter die FCB-Abwehr, der via Degen zum 1:1-Ausgleich Mayukas führte. Das war gut, reichte aber nicht für mehr.

Ausgezeichneter FCB-Goalie

Der Berner Ärger war verständlich, weil der Meister sein Pflichtpensum abspulte und gut bedient wurde. Er wirkte, wie teilweise schon in der erfolgreichen letzten Saison, behäbig und nicht eben von Ideen sprühend. Manchmal spielt er so, als würde er sich auf seine Routine, auf seine Physis, auf seinen Goalie und auf die Effizienz seiner teuren Stürmer Streller und Frei verlassen. Und wenn dann als Gegenmittel der von Saft strotzende Shaqiri eingewechselt wird und auch der den Tritt nicht findet, kann der FCB froh sein, wenn er wenigstens einen Punkt nach Hause nimmt.

Der Trainer Thorsten Fink hatte danach allen Grund, sein Statement mit den Worten «Wir sind noch nicht im Rhythmus» abzuschliessen. Bei den Neuen überzeugte die Präsenz, das Stellungsspiel und der Habitus des Goalies Yann Sommer, der als 22-Jähriger auftrat, als würde er schon jahrelang das Tor hüten und als hätte es am Rheinknie Franco Costanzo nie gegeben.

YB haderte auch wegen Sommer. Doch Christian Gross weiss, dass der Start auch anders sein kann. Zum Auftakt der Saison 2001/02 verlor er mit dem FCB, mit Zuberbühler, mit Huggel, Ergic und den beiden Yakins beim FC Sion 1:8. Das hiess längerfristig nichts. Die Basler wurden 2002 Meister und starteten bis in die Champions League durch.


http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/akt ... 59404.html

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 Beitrag Verfasst: Montag 18. Juli 2011, 07:16 
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Nach dem 1. Spiel fehlen YB bereits zwei Punkte

Die Young Boys dominierten im ausverkauften Stade de Suisse den amtierenden Meister – aber sie vermochten beim 1:1 gegen den FC Basel erneut nicht zu gewinnen

Mit Christian Gross wollen die Young Boys an die Spitze stürmen, nach dem ersten Spiel gegen den FC Basel im ausverkauften Stade de Suisse erinnerte die Gemütslage der Protagonisten indes an die Vergangenheit. YB war das bessere Team gewesen, zeigte mehr Kreativität, mehr Energie, auch mehr Risiko, doch zu einem Sieg gegen den Meister reichte es erneut nicht. Und so konnte Basels Trainer Thorsten Fink nach dem 1:1 gelassen bilanzieren: «Wir haben mit dieser Vorstellung ein optimales Ergebnis erzielt und fahren zufrieden nach Hause.»

Von Zufriedenheit konnte bei YB dagegen keine Rede sein. Christian Gross hätte nur allzu gerne an seiner Aura gearbeitet und im ersten Wettbewerbsspiel mit YB gleich gegen Basel den Bernern das Gefühl mitgegeben, dass nun die Zeit des Haderns und des Lamentierens tatsächlich vorbei sei. Unter der Woche hatte der Trainer seinen Spielern nochmals eingeheizt: «Jetzt kommt der Gegner, der euch in der Vergangenheit so oft vor der Sonne gestanden ist.»Doch nach dem ersten Spiel musste Gross konstatieren: «Ich habe mehr erwartet. Wir waren zu wenig konkret, zu wenig effizient. Es tut weh, wenn man so viel macht und nur mit einem Punkt belohnt wird.» Bereits nach knapp drei Minuten musste er sich erstmals ärgern. Ben Khalifa hatte an der Strafraumgrenze Mayuka angespielt, der Mann aus Sambia lenkte den Ball wunderschön direkt zu Nuzzolo, doch der ehemalige Xamax-Spieler brachte den Ball nicht an Goalie Sommer vorbei, der mit dem rechten Fuss zur Stelle war.Und Gross musste mit den YB-Fans danach mit ansehen, wie Farnerud in der 17. Minute nur den Pfosten traf und David Degen kurz vor der Pause mit seinem Dribbling an Sommer scheiterte, während nebenan der völlig frei gewesene Mayuka die Hände verwarf.

Erneut Gegentor nach Standard

Besonders zu denken geben muss Gross aber das Führungstor der Basler: Alex Frei zirkelte die Freistossflanke quer durch den Strafraum Richtung hinteren Pfosten, Degen sprang ins Leere, Zoua stoppte den Ball mit dem Bauch und drosch ihn ins Tor. Erneut war YB bei einem sogenannt stehenden Ball überfordert. Die letzten vier Gegentreffer – zwei gegen Hertha Berlin, einer gegen West Ham beim Uhrencup und jetzt gegen Basel – haben die Young Boys alle nach Standardsituationen kassiert.

Und so lagen die Berner nach 50 Minuten in Rückstand, obwohl sie zuvor die Basler Abwehr mehr als einmal vor Probleme gestellt hatten. Der neue FCB-Abwehrchef, der 1,89 m grosse Radoslav Kovac, präsentierte sich bei seinem Debüt im Stil eines Haudegens. Jeden Wink mit der Fahne der Schiedsrichter-Assistenten kommentierte der Tscheche zudem verbal oder mit Gestik. Wurde Abseits signalisiert, applaudierte er, blieb die Fahne unten, tobte er. Was aber auch auffiel: Kovac steigt bei hohen Bällen sehr hoch – er ist ein Gefahrenherd bei Basler Freistössen und Eckbällen.Es war ein Glück für YB und Degen, dass der Baselbieter sechs Minuten nach dem Gegentor mit einem starken Flügellauf den Ausgleich von Mayuka perfekt vorbereitete. Und so wurde eine insgesamt gute Leistung der Young Boys doch noch mit einem Punkt belohnt. Degen sorgte mit einer spektakulären Direktabnahme nach Flanke von Ben Khalifa nochmals für ein Highlight, doch er räumte hinterher auch ein, dass er das Spiel selbst hätte entscheiden können. «Wir haben zwei Punkte verschenkt.»

Hitzfelds Lob für YB

Und Gross sagte über Degen: «Er kann mehr, und er wird auch mehr bringen.» Insgesamt blieb der Trainer bei seinem Urteil ziemlich harsch, ohne in die Details zu gehen: «Individuell muss von jedem Spieler mehr kommen, wir wollen hier in Bern etwas erreichen.»

Keinen schlechten Einstand zeigten Verteidiger Dusan Veskovac und im defensiven Mittelfeld Michael Silberbauer. Nassim Ben Khalifa deutete als zweiter Stürmer neben Mayuka seine grossen Möglichkeiten an. Ottmar Hitzfeld, der das Spiel von der Präsidentenloge aus beobachtete, war von der Vorstellung der Berner mehr angetan als Gross und sprach vom besten Spiel, das er von YB in den letzten Jahren gegen Basel gesehen habe. «YB hätte den Sieg verdient. Die Mannschaft ist mental stärker geworden, mir gefiel ihre Ausstrahlung. Das ist bereits die Handschrift von Christian Gross.» Und Hitzfeld hat auch festgestellt, dass Ben Khalifa «körperlich etwas zugelegt hat. Er ist ein spielender Mittelstürmer, der gegen Basel viel für seine Nebenleute gearbeitet hat.» Schöne Worte, doch als Fazit bleiben YB und Gross: Nach dem ersten Spiel fehlen bereits zwei Punkte.


http://www.derbund.ch/sport/axpo_super_ ... y/28302293

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Gross: «Wir hätten den Sieg verdient»

YB und der FC Basel haben sich zum Auftakt der Saison 1:1 getrennt. Mit diesem Resultat können die Berner nicht zufrieden sein. Das Resultat schmeichelt den Baslern

Der Meister stand im mit 31'120 Zuschauern ausverkauften Stade de Suisse die meiste Zeit in der Defensive. Trotzdem gingen die Gäste in der 50. Minute in Führung. Jacques Zoua konnte einen Freistoss von Alex Frei im gegnerischen Strafraum nach einem Patzer von David Degen annehmen und dann YB-Keeper Marco Wölfli überwinden.

Die Führung hielt nicht lange an. Sechs Minuten später lancierte Nassim Ben Khalifa, einer von vier Neuzugängen in der Berner Startformation, Degen mit einem brillanten Pass. Degen legte diesmal uneigennützig auf Mayuka auf, der problemlos zum 1:1 einschob.

Sommers Paraden – und der Pfosten

Die restlichen Möglichkeiten der Gastgeber entschärfte entweder der Pfosten, wie beim Weitschuss des starken Alexander Farnerud (17.), oder der neue Basler Goalie Nummer 1 Yann Sommer, der in der ersten Halbzeit gegen Raphael Nuzzolo und den in dieser Saison zu egoistischen Degen parierte sowie nach dem Seitenwechsel das 1:2 vom gleichen Spieler brillant verhinderte. Basel kam erst in der Schlussphase besser auf. Alex Frei, der ansonsten wenige gute Aktionen hatte, zwang Wölfli in der 81. Minute mit einem Freistoss zu einer Parade.

Die Enttäuschung von Gross

Nach der durchaus attraktiven Partie konnte der neue YB-Trainer seine Enttäuschung nicht ganz verbergen. «Der Sieg wäre verdient gewesen. Aber es hat die Entschlossenheit vor dem Tor gefehlt. Daran müssen wir arbeiten, aber auch am Spielverständnis. Die Grundhaltung hat mir aber gefallen», lautete die Analyse von Christian Gross. Sehr selbstkritisch zeigte sich gegenüber der TV-Kamera von SF Offensivspieler Degen, der an diesem Abend ein emotionales Auf und Ab durchlebte: «Ich bin nicht zufrieden. Ich habe zuviele Chancen ausgelassen. Ich allein hätte das Spiel entscheiden können.» Er müsse jetzt Situationen vor dem gegnerischen Goal noch mehr trainieren.

Basels Trainer Thorsten Fink stufte die Vorstellung seiner Mannschaft realistisch ein. «Es ist ein optimales Ergebnis für diese Leistung. Die zweite Hälfte war besser als die erste.» Der Meistermacher vergass jedoch nicht, die Vorstellung des Gegners zu würdigen. «YB hat ein gutes Spiel gezeigt.»


Young Boys - Basel 1:1 (0:0)

Stade de Suisse. - 31'120 Zuschauer (ausverkauft). - SR Studer. - Tore: 50. Zoua (Frei) 0:1. 56. Mayuka (Degen) 1:1.
Young Boys: Wölfli; Sutter, Nef, Veskovac, Spycher; Degen, Silberbauer, Farnerud, Nuzzolo (59. Costanzo); Ben Khalifa (85. Doubai), Mayuka.
Basel: Sommer; Steinhöfer, Kovac, Dragovic, Voser; Tembo (62. Shaqiri), Yapi (86. Pak), Huggel, Zoua (78. Fabian Frei); Streller, Alex Frei.
Bemerkungen: Young Boys ohne Schneuwly (gesperrt), Bienvenu, Lecjaks, Lingani (alle verletzt). Basel ohne Stocker, Granit Xhaka, Chipperfield, Park und Kusunga (alle verletzt). 17. Pfostenschuss von Farnerud. Verwarnungen: 29. Nef. 65. Voser. 75. Dragovic (alle Foul).


http://www.derbund.ch/sport/axpo_super_ ... ier_id=449

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Der Regisseur an der Seitenlinie

Gegen seinen langjährigen Verein FC Basel erlebt der neue YB-Trainer Christian Gross einen intensiven, nicht ganz befriedigenden Abend.

Der Fussball steckt voller spannender, spezieller, teilweise verrückter Geschichten, das ist Teil seiner Faszination. Diese interessante Zufälligkeit geht so: Seine letzte Partie als Trainer in der Super League vor dieser Saison bestritt Christian Gross im Mai 2009, als er mit Basel gegen YB 0:3 verlor (und damit am letzten Spieltag auch noch gleich den zweiten Platz an die Berner). Zwei Jahre und zwei Monate später ist Gross nach einem Intermezzo in Stuttgart zurück in der Liga – mit YB und gegen Basel.

Ganz in Schwarz gekleidet ist der Coach am Samstag, darum sieht man das aufgestickte YB-Emblem auf dem Jackett besonders gut. Gross hat in der kurzen Vorbereitungszeit nichts dem Zufall überlassen, er ist ein Schwerarbeiter mit ausgeprägter Detailpflege, und es würde nicht überraschen, wenn er sich auch mit der Auswahl seiner Kleidung akribisch befasst hätte.

«Ich bin nicht zufrieden»

Jetzt steht Christian Gross vor der Trainerbank, es sind wenige Minuten gespielt, und er gibt draussen an der Linie ohne Taktstab den Rhythmus vor. Gross schreit, er dirigiert und verwirft die Hände, er positioniert seine Akteure, treibt sie an, nach vorne, möglichst ohne Umwege, direkt und schnell. Emotionslos nimmt der 56-Jährige vergebene Chancen zur Kenntnis, später wird er sagen, die Seinen hätten «zu umständlich» agiert beim Abschluss, die «letzte Konsequenz» hätte gefehlt. Das gilt vor allem für den engagierten, aber unglücklich auftretenden David Degen, dessen Leistung Gross kurz und prägnant bewertet: «Er kann es besser und wird es besser machen.»

Christian Gross wirkt während der Begegnung konzentriert und wie ein Regisseur, der von seiner Belegschaft mehr und mehr fordert. Stellt er einen Stellungsfehler fest, und sei es weit weg von der Gefahrenzone, schlägt er die Hände entsetzt über dem Kopf zusammen. Immerhin, der Coach wird in seiner Analyse davon sprechen, die Grundhaltung seines Teams habe ihm gefallen. «Aber ich bin nicht zufrieden, nein, wir hätten zur Pause mit mindestens einem Tor Vorsprung führen müssen.»

Die alte YB-Krankheit

Manchmal blickt Gross kurz ins Publikum hinter der YB-Bank, zu gerne hätte er die Zuschauer ja mit einem frühen Tor elektrisiert. Aber es sind die Basler, die das 1:0 erzielen, gleich nach der Pause. Der Coach schliesst erstmals Bekanntschaft mit der rätselhaften YB-Krankheit, oft gleich bei der ersten Chance des Gegners ein Gegentor zu erhalten. Immerhin heilt der Ausgleichstreffer der Berner kurze Zeit später die Wunden. Doch Gross spürt mit fortschreitender Dauer die schwindenden Kräfte seiner eifrigen Akteure, die gegen nun geordneter verteidigende Basler in der Schlussphase nicht mehr zulegen können.

Das Kompliment von Fink

Auf der prominent besetzten YB-Bank sitzt gegen Basel – unglücklicherweise für die Berner – kein Angreifer. Henri Bienvenu, der beste Torjäger, fehlt leicht verletzt, und Marco Schneuwly, der mit seiner Wucht vielleicht helfen könnte, sitzt gesperrt auf der Tribüne. Also wechselt Christian Gross den Zentrumsspieler Moreno Costanzo am linken Flügel für Raphael Nuzzolo ein. Und kurz vor Spielende beordert er Alexander Farnerud («er ist ausgebildeter Stürmer») in den Angriff und gibt dem jungen, talentierten Pascal Doubai einige Minuten Auslauf im Mittelfeld. Am Resultat ändert das nichts mehr, das 1:1 ist gemessen an den Spielanteilen zu wenig für YB. Die freundlichen Komplimente des FCB-Trainers Thorsten Fink, der die Leistung der Young Boys lobt («der Gegner hat es uns sehr schwer gemacht»), dürften Gross mehr ärgern als freuen. Er mag Gratulationen zu einem Sieg erheblich lieber als Komplimente zu einer guten Vorstellung. Aber zumindest weiss er seit Samstagabend: Das Berner Fussballpublikum glaubt an ihn. Es ist ein weiterer Schritt auf dem langen Weg mit YB nach ganz oben.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/10514266

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Überlegen, aber zu wenig überlegt vor prächtiger Kulisse

Der starke Herausforderer YB und der zurückhaltende Titelverteidiger FC Basel lancieren den Titelkampf mit einem 1:1-Unentschieden im ausverkauften und stimmungsvollen Stade de Suisse.

Bern brennt auf Fussball. YB brennt auf einen Titel. Und die Berner Fangemeinde brennt auf das neue YB. Und so brennt auch das Stade de Suisse am Samstagabend beim ersten Kräftemessen zwischen Bernern und Baslern. Das ist selbstverständlich sinnbildlich zu verstehen, einerseits, denn andererseits brennt es im Stade de Suisse regelmässig in beiden Fanlagern. Pyros gehören auch in der neuen Saison offenbar dazu, dabei hätte es das Feuerwerk auf den Rängen am Gipfeltreffen des 1.Spieltags gar nicht benötigt. Den 31120 Zuschauern wird eine intensive, manchmal angesichts des frühen Zeitpunkts der Saison sogar hochklassige Begegnung geboten. Am Spieltag verkaufte YB noch einmal mehrere Tausend Tickets. Es war der ultimative Beleg für die Aufbruchstimmung, die Trainer Christian Gross in der Hauptstadt erzeugt hat, noch bevor der erste Pflichtkampf absolviert worden ist.

Selbst das Gurtenfestival auf dem Hausberg und die Ferienzeit, der relativ späte Anspieltermin (20.15 Uhr) und die TV-Liveübertragung auf SF – alles Faktoren also, die gegen einen Besuch des Spiels sprechen könnten – verhindern nicht, dass der Verein stolz melden darf: ausverkauft!

Es ist möglicherweise ein Vorgeschmack auf das, was Christian Gross vor wenigen Tagen formuliert hat. «Es ist ein Ziel von uns, den bereits fantastischen Zuschauerschnitt von 22000 auf 25000 zu heben», sagte der ambitionierte YB-Trainer.

Die Ambiance in der Arena ist am Samstag phasenweise zauberhaft. Beim Einmarsch der beiden Mannschaften präsentieren die Anhänger der Young Boys eine prächtige Choreografie. Ein riesiges YB-Segelschiff ist unter anderem zu sehen und ganz viel Blau als Symbolfarbe für das Meer. Nein, übers Wasser laufen kann auch Christian Gross nicht, wie Recherchen dieser Zeitung ergaben. Aber immerhin traut man dem Trainer zu, einen Verein auf Rang 1 zu führen, der in den letzten 51 Jahren genau einen Meistertitel gefeiert hat.

Nicht einmal der Regen, der sich mit dunklen Wolken ankündigt, stört das Fussballfest am lauen Samstagabend. Die Young Boys beginnen stark und schwungvoll, sie kombinieren schnell und sauber. Und wenn Raphael Nuzzolo nach hübscher Ballzirkulation über Nassim Ben Khalifa und Emmanuel Mayuka nach 134 Sekunden das 1:0 erzielt hätte, wäre das Drehbuch zum Gross-Debüt in Bern beinahe schon zu kitschig ausgefallen. Yann Sommer, der starke Basler Torhüter, verhinderte das kleine YB-Sommermärchen reaktionsschnell mit einer tollen Fussparade. Dennoch: Die Young Boys gefallen, sie dominieren und drücken, sie stehen hoch und greifen früh an. Sie sind: überlegen, aber zu wenig überlegt. Die schwache Chancenauswertung verhindert eine komfortable YB-Pausenführung.

Das Nullzunull nach der ersten Halbzeit schmeichelt dem Meister aus Basel, der sich als Meister der Effizienz erweist. Einen von Marco Streller geschickt herausgeholten Freistoss zirkelt Alex Frei zur Mitte, und es ist Jacques Zoua, der das Durcheinander im YB-Strafraum in der 50.Minute zur Führung für die Gäste ausnutzt. 1 Basler Schuss aufs Tor, 1 FCB-Treffer – so geht das. Die erste Ernüchterung im Stadion aber hält nur sechs Minuten an, bis zum Ausgleichstor durch Emmanuel Mayuka. Es ist ein herrlich herausgespieltes Tor, der Spielzug ist wie eine Antithese zur weitverbreiteten Meinung, Mannschaften von Christian Gross würden in erster und zweiter und dritter Linie kraftvollen Kick-and-Rush-Fussball anbieten. Dieses YB spielt ansehnlich und hübsch, mit dezent eingestreuten hohen, weiten Seitenverlagerungen als Stilmittel.

Ein zweites Tor aber gelingt den Young Boys gegen einen zurückhaltenden, bescheidenen FCB nicht mehr. Das Publikum ist gleichwohl zufrieden, die Imbissbuden im Stade de Suisse vermelden Rekordumsätze, das Bier schmeckt auch lange nach Spielende. YB hat Lust auf mehr gemacht.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/30947787

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