 |
 |
Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
|
| Autor |
Nachricht |
|
shalako
|
Verfasst: Samstag 14. August 2010, 15:21 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
20min.ch, 14.08.2010 YB-Film: Wenn der Traum zum Trauma wirdEs ist wie im wahren Leben: Man jubelt, fiebert, leidet, und am Schluss wird YB Zweiter. Zwei Berner Filmemacher haben über YBs Titelträume einen DOK gedreht. Der Dokumentarfilm «Meisterträume», der am Donnerstag in einem speziellen Rahmen Premiere hatte und am 21. Oktober in die Kinos kommt, wirft einen Blick hinter die Kulissen der Berner Young Boys. Norbert Wiedmer und Enrique Ros begleiteten das Team durch die letzte Saison, die hoffnungsvoll begann und brutal endete: YB verspielte 13 Punkte Vorsprung auf Basel. Die YB-Verantwortlichen öffneten den Filmemachern bereitwillig alle Türen, um den Weg zum Titel dokumentieren zu lassen. Doch aus dem Traum wurde ein Trauma. Sehenswert ist der Film trotzdem - oder gerade deswegen. Denn er lässt einen hautnah mitfiebern und liefert spannende Einblicke ins Innenleben eines Fussballklubs, wobei Trainer Vladimir Petkovic in der Hauptrolle als Fussball-Lehrer und Vaterfigur brilliert. Auch einige Schlüsselspieler kommen ausführlich zu Wort. «I bi syt 25 Jahr optimistisch»Die wahren Helden des Films sind aber die Materialwarte Heinz Minder und Hans Imboden, die mit Minimalst-Dialogen die Dinge auf den Punkt bringen. Auf der Heimfahrt nach dem desaströsen 1:5 in Luzern sagt Minder: «Jitz bis doch mau chly optimistisch». Worauf Minder etwas mürrisch entgegnet: «I bi syt 25 Jahr optimistisch.» Eine Schlüsselrolle hat auch Stefan Niedermaier, der vor wenigen Tagen entmachtete YB-Chef. Der Film zeigt ihn als eine Art Patron eines Familienbetriebs, der zu allem Sorge trägt und jeden Angestellten gleich ernst nimmt. Lange TraditionDokumentarfilme über das Innenleben von Fussballklubs haben eine lange Tradition. Besonders bekannt sind «Les Yeux dans les Bleus», der Film über Frankreichs Weg zum WM-Titel 1998, und «Sommermärchen» (Deutschland an der Heim-WM 2006). Selbst in der Schweiz gab es schon solche Filme, zum Beispiel 2002 (»Den Topf im Kopf - ein Jahr hautnah mit dem FC Basel»). Der YB-Streifen dürfte trotzdem sein Publikum finden, zumindest in der Region Bern, wo die Liebe zum Klub schier grenzenlos ist. Das zeigte sich auch an der Premiere: Nach dem frustrierenden Ende des Films (der 0:2-Pleite gegen Basel) zogen viele Besucher mit hängenden Köpfen von dannen. Vielleicht hatten sie insgeheim gehofft, dass der Film besser endet als die Wirklichkeit. http://www.20min.ch/sport/fussball/story/YB-Film--Wenn-der-Traum-zum-Trauma-wird-29963638
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Samstag 14. August 2010, 15:30 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
|
Der Bund, 14.08.2010
Heimspiel auf der Grossleinwand
Am Donnerstag feierte der YB-Film «Meisterträume – eine Berner Fussballgeschichte» im Orange Cinema in Bern seine Premiere.
Wenn die Young Boys rufen, kommen die Menschen in Gelb-Schwarz. So auch am vergangenen Donnerstag auf der Grossen Schanze in Bern. Kaum einer der 1300 Besucher kam ohne ein Utensil in den Farben seines Lieblingsklubs an die ausverkaufte Uraufführung des YB-Films im Orange Cinema.
«Meisterträume» nannten die beiden Berner Dokumentarfilmer Norbert Wiedmer und Enrique Ros ihr filmisches Mannschaftsporträt. Fast über die ganze letzte Saison hatten die beiden das Team mit Kamera und Mikrofon begleitet – auf und vor allem neben dem Platz.
Ein Happy End erwartete indes kaum einer der Anwesenden, denn sie alle dürften damals – vor fast genau drei Monaten – selbst mitgelitten haben, als YB im letzten Spiel den Meistertitel dem Erzrivalen aus Basel überlassen musste.
Gästeliste mit Lücken
Unter den Premieregästen befand sich auch die YB-Mannschaft mit Trainer Vladimir Petkovic. Ausser Dudar habe er alle seine Idole getroffen, freute sich der 9-Jährige Mitja, der fast zu jedem Bild auf seinem Mannschaftsposter eine Unterschrift gesammelt hatte. Und doch klafften prominente Lücken in der Gästeliste: Neben dem weitergezogenen Topskorer Seydou Doumbia fehlten auch Verwaltungsratspräsident Benno Oertig, die Mehrheitsaktionäre Andy und Hans-Ueli Rihs, der am Montag entlassene CEO Stefan Niedermaier, Neo-CEO Ilja Kaenzig sowie der aus Protest zurückgetretene YB-Beirat Kuno Lauener. «Personalwechsel sind beim Fussball Teil des Geschäfts», sagte dazu Co-Regisseur Wiedmer. Trotzdem sei es «ein ungewohntes Gefühl», wenn einige der Hauptpersonen eines Dokumentarfilms bei der Premiere nicht erschienen.
Vorwärts Richtung Meistertitel
Es blitzt irgendwo hinter der Silhouette des Bundeshauses, und bereits fallen die ersten Tropfen vom Nachthimmel. Innert weniger Minuten ist nicht mehr das Gelb-Schwarz der Fussballtrikots, sondern das Orange der Pellerinen die dominante Farbe im Publikum.
Während des Vorspanns werden Bilder vom Auslegen des Kunstrasens im Stade de Suisse gezeigt. «Anfangs wollten wir einen Film über das Stadion machen», sagt Wiedmer. Es sei dann aber bald klar gewesen, dass «die Gladiatoren» in den Mittelpunkt gehörten – und damit seien nicht nur die Spieler, sondern alle Rädchen in der Maschine, «vom Materialwart bis zum CEO», gemeint. Und eben dieser CEO, Stefan Niedermaier, ist der Erste, der im Film zu Wort kommt. Applaus im Publikum. Das Ziel des Vereins müsse es sein, der beste Klub der Schweiz zu werden und auch auf der internationalen Bühne mitzuspielen, sagt Niedermaier. «Und dieser Weg kann nur über den Meistertitel führen.»
Vom Höhenflug ins Jammertal
Das Publikum jubelt auch beim ersten gezeigten Tor, applaudiert bei der ersten Parade von Torhüter Wölfli, und vereinzelt ertönen aufreizende Pfiffe bei den Szenen aus dem Massageraum. Der Film schwenkt dann aber rasch weg vom Geschehen auf dem Platz und konzentriert sich auf die Welt hinter den Kulissen: auf die Persönlichkeiten hinter dem Label «Young Boys», die kleinen, alltäglichen Krisen und Erfolge und den grenzenlosen Optimismus zur Saisonmitte.
Das Zitterflatterfieber fängt im Film erst mit der 1:5-Niederlage im vorletzten Spiel gegen Luzern richtig an. Ein Dialog zwischen den beiden Materialverantwortlichen verheisst nichts Gutes: «Jetzt sei doch optimistisch, ‹gottvertami›!», sagt der eine – «ich bin seit 25 Jahren optimistisch», der andere. Und dann kommts, wies kommen muss: Basel gewinnt die Finalissima, ganz Bern versinkt im Jammertal.
«Wir leben in der Realität und müssen täglich darin arbeiten», sagt Stefan Niedermaier am Ende des Films. Der Traum des Meistertitels sei weiterhin ein Traum, den es zu träumen lohne. Die Saison sei eine gute gewesen, auch wenn am Schluss ein «bitterer Nachgeschmack» bleibe.
Zurück in die Zukunft
Zum Schluss applaudiert das Publikum – auch wenn der Film fast verheilte Wunden aufgerissen hat. Manch einer würde sich wohl den Optimismus der letzten Saison zurückwünschen. Der Blick in die Vergangenheit sei interessant gewesen, sagt Torhüter Marco Wölfli nach dem Film. Konzentrieren müsse man sich jetzt aber wieder auf die Zukunft. Ähnlich sieht es Trainer Petkovic: «Der Film war lehrreich für uns alle. Jetzt müssen wir uns aber auf Xamax und Tottenham konzentrieren.» Die Saison sei noch jung, die neuen Meisterträume intakt. «Wir sind ein Sportverein», sagt er, «da ist halt immer alles in Bewegung.»
Der Film «Meisterträume – eine Berner Fussballgeschichte» läuft ab dem 21. Oktober in den Berner Kinos.
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 16. August 2010, 08:12 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
Berner Zeitung, 16.08.2010 Ein weiterer Abgang aus dem YB-Beirat?Am Samstag fand der erste Match nach der Bekanntgabe des neuen YB-Chefs statt und die Anhänger der Young Boys zeigten ihren Protest gegen den Entscheid der Geschäftsleitung des «Stade de Suisse». Auch im YB-Beirat macht sich Unmut breit. Am Samstag spielten die BSC Young Boys zum ersten Mal wieder, seit letzten Montag bekannt wurde, dass der YB-Chef Stefan Niedermaier entlassen und mit Ilja Kaenzig ersetzt wurde. Die Reaktion der Fangemeinde waren Transparente, Pyros und ein Dankeschön an Stefan Niedermaier. Vor dem Match gegen Xamax haben sich Benno Oertig, Verwaltungsratspräsident der Stade de Suisse Nationalstadion AG, Ilja Kaenzig mit dem YB-Beirat getroffen und gemäss einer Mitteilung auf der YB-Homepage «konstruktive» Gespräche geführt. Wie die Zeitung «Sonntag» berichtet, sind 20 von 22 Mitglieder im YB-Beirat geblieben. Nach Kuno Lauener ist nun der Visana-Chef ebenfalls aus dem Beirat ausgetreten, heisst es weiter. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Ein-weiterer-Abgang-aus-dem-YBBeirat/story/28538773
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Donnerstag 19. August 2010, 10:09 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
Berner Zeitung, 19.08.2010 YB und die heisse Spur nach EuropaYB und seine talentierten Spieler sind daran, Europa zu erobern. Die Champions League lockt – und ein Transfer in eine Topliga. Fussballeuropa rieb sich am Dienstagabend verwundert die Augen. Der begeisternde Auftritt der Young Boys wurde in viele Länder übertragen, und YB hat den wirtschaftlich und sportlich gesehen insgesamt grössten Match der Vereinsgeschichte zur PR-Veranstaltung in eigener Sache verwendet. Ein Pressearbeiter Tottenhams erklärte, er habe in fünf Jahren nie eine Halbzeit wie die erste am Dienstag erlebt, in der sein Team derart vorgeführt worden sei. Und YB-Chef Ilja Kaenzig, der heute seinen letzten Arbeitstag als «Blick»-Sportchef in Zürich hat, sagt: «Das ist natürlich ein toller Einstand für mich.» Nach dem 2:2 gegen Fenerbahçe in der letzten Runde waren ebenfalls Befürchtungen aufgekommen, YB werde im Rückspiel in Istanbul überrollt. Coach Vladimir Petkovic aber stellte sein Team frech ein und offensiv auf, YB war das bessere Team – und siegte 1:0. «Tottenham ist stärker als Fenerbahçe», sagt Kaenzig, «aber wir fahren nach London, um die Champions League zu erreichen.» Viele talentierte SpielerDie Young Boys verfolgen gegen Tottenham Hotspur in jeder Beziehung eine ganz heisse Spur Richtung Europa. Die Champions League und mindestens ein 25-Millionen-Einnahmen-Paket locken. Und: In Begegnungen wie vorgestern und am Mittwoch in London werden Helden geboren – sowie reizvolle Auslandtransfer in eine grosse europäische Liga eingefädelt. Das wissen die Spieler, und deshalb ist der Spagat zwischen dem grauen Ligaalltag und der grell ausgeleuchteten Bühne Europacup derart kompliziert. Zahlreiche YB-Spieler wie die Vertreter der starken rechten Seite, Scott Sutter und David Degen, stehen zudem vor einem Aufgebot fürs Nationalteam. Mit einer weiteren feinen, selbstbewussten, couragierten Darbietung bei Tottenham dürften sie sich bei Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld noch stärker empfehlen. Und weil zahlreiche Späher bei solchen Partien auf der Tribüne sitzen, sind Sutter und Degen wie auch der bemerkenswert souveräne Verteidiger François Affolter, 19 Jahre jung, oder der sichere Torhüter Marco Wölfli und die flinken Offensivspieler Henri Bienvenu und Senad Lulic irgendwann Kandidaten für einen Wechsel zu einem Topverein. Auch den 22-jährigen Xavier Hochstrasser und Moreno Costanzo stehen bei weiteren Vorstellungen wie am Dienstag viele Türen Richtung Nationalteam und Europa offen. «Wir wissen um diese Gefahr», sagt Kaenzig, «aber in diesem Sommer wird uns kein Spieler verlassen. Das wäre auch nicht schlau, denn es stehen bei YB ja einige weitere interessante Partien an.» Diamant Thierry DoubaiDas YB-Kader jedenfalls ist, auch wenn das nicht alle so sehen, nach grossem sportlichem Knowhow zusammengestellt worden. Der für YB finanziell lukrativste Arbeitnehmer ist dabei nach wie vor Thierry Doubai, der zwar wie das gesamte Team Konstanz vermissen lässt, aber nach fast zwei Jahren Verletzungspause und zwei Kreuzbandrissen langsam in Form kommt – und gegen Tottenham sein grandioses Potenzial unter Beweis gestellt hat. Der französische Spitzenklub Lyon bot im April 2008 angeblich bereits rund 10 Millionen Franken für Doubai. Seither hat der mittlerweile ebenfalls 22-jährige Ivorer selten gespielt und kaum überzeugt. Aber mit seiner Präsenz, Übersicht, Passstärke und Eleganz deutete Doubai vorgestern an, dass sein Weg sehr weit führen kann. «Wir haben viele starke Fussballer, die beobachtet werden», sagt Kaenzig. «Doch jetzt wollen wir uns vorerst eher noch verstärken.» Bei der Suche nach einem neuen Verteidiger aber lässt sich der Verein Zeit. «Das ist heikel, denn wir wollen das gute Gefüge im Team nicht zerstören», erklärt Kaenzig. «Der Markt ist unruhig, und wir haben ja bis Ende August Zeit, etwas zu machen.» Dann wird man auch wissen, ob YB seine Sternenträume verwirklicht hat. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/YB-und-die-heisse-Spur-nach-Europa/story/10126781
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Freitag 20. August 2010, 10:18 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
|
Berner Zeitung, 20.08.2010
Bösch lässt sich Zeit
Der Berner Industrielle Fritz Bösch bleibt vorerst noch im Verwaltungsrat der Betreiber des Stade de Suisse.
Anfang vergangener Woche war Fritz Bösch erbost: Das Mit-glied des Verwaltungsrates der Sport & Event Holding – der Betreiberin des Stade de Suisse und Besitzerin von YB – war nicht an die entscheidende Sitzung des Verwaltungsrats eingeladen worden, an der über die Absetzung von CEO Stefan Niedermaier entschieden wurde. Aus Böschs Umfeld war zu vernehmen, dass sein Rücktritt unmittelbar bevorstehe.
Doch nun hat er es nicht mehr so eilig: Er hat sich gestern in Grenchen mit Andy Rihs, dem Hauptaktionär der Sport & Event Holding, getroffen. Über das Resultat sagte Bösch auf Anfrage nur: «Ich gehe davon aus, dass die Sache inklusive Pressemitteilung in den nächsten vierzehn Tagen geregelt sein wird.»
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Samstag 21. August 2010, 17:38 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
Berner Zeitung, 21.08.2010 Was Bern von YB lernen mussBern windet sich vor Schmerz, weil die Investoren aus Zürich YB-CEO Stefan Niedermaier abservierten. YB bringt ein Berner Dilemma auf den Punkt: Die Ansprüche sind hoch, aber Geld und Risiko fehlen. «Benno O. – wir zünden deine 3. Phase», hatten die Fans letzten Samstag im Stade de Suisse beim Match YB–Xamax voller Spott auf ein Riesentransparent geschrieben. Was sie dann zündeten, waren ein paar illegale Petarden, mit denen sie signalisierten, dass sich die ihrer Ansicht nach hirnrissige Ambition des Zürcher YB-Financiers Benno Oertig, die Young Boys langfristig im Millionengeschäft der Champions League zu etablieren, in Rauch auflösen würde. Drei Tage später, letzten Dienstag, standen dieselben Fans mit bebendem Herzen im Stadion und erlebten den historischen Moment, als vor dem Tottenham-Spiel erstmals für YB die Hymne der Champions League ertönte – der von vielen YB-Fans leidenschaftlich verachteten Gipfelveranstaltung des Klubfussballkommerzes. Sie berauschten sich dann an einem Fussballabend auf Topniveau, der ohne die von Benno O. in den letzten zehn Jahren für YB organisierten Millionen nie stattgefunden hätte. Schon gar nicht im glänzenden, geldtriefenden Stade de Suisse, in dem viele Fans vor fünf Jahren noch einen Verrat am YB-Geist witterten. Denn nie, so befürchtete man, würde YB wieder so glücklich machen wie in der Phase nach dem Abbruch des alten Wankdorfstadions 2001 bis 2005, als man ins kleine, romantische Neufeldstadion zum Match ging und dort zusehen durfte, wie die Berner Underdogs gegen die Millionarios aus Basel heldenhaft spielten und tragisch verloren. Ein bisschen subversivYB war, wie Bern sich gerne sieht: ein bisschen subversiv, ein wehmütiges Projekt des Herzens, das gegen das arrogante Diktat des Geldes antritt. Aber genau dafür braucht Bern ziemlich viel Geld – das hier angeblich niemand hat. Der frühere Journalist Urs Frieden, heute Kommunikationsspezialist, derzeit Präsident des Stadtparlaments und ein langjähriger, akribischer Beobachter der Vorgänge rund um YB, erinnert sich an 1996. Damals rettete ein Beitrag des von ihm initiierten Vereins «Gemeinsam gegen Rassismus» von 160 000 Franken sowie eine Aktion des damaligen Radios ExtraBE die heruntergewirtschafteten Young Boys, aus deren Büro die Post wegen Zahlungsunfähigkeit sogar die Frankiermaschine zurückholte, für ein paar Tage vor Lizenzentzug und Konkurs. Dass YB zusammen mit dem Stade de Suisse nur 14 Jahre später eine Multimillionen-Unternehmung mit neuerdings internationaler Ausstrahlung ist, gehört zu den spektakuläreren Wirtschaftserfolgen der Region Bern. «Dass dies nur mit Geld möglich ist, das von auswärts kommt, ist jedem Berner Fan klar», sagt Szenekenner Frieden. Als Verwaltungshauptstadt verfüge Bern kaum über Figuren, deren finanzielles Polster ein Fussballengagement im grossen Stil zulasse. Und die wenigen Berner Mäzene – Willy Michel oder Hansjörg Wyss etwa – engagierten sich eher in der Kultur. Ogis DankDie konkrete Erfahrung, dass in Bern das finanzielle Fundament für höhere fussballerische Ansprüche nicht vorhanden ist, machte Alt-Bundesrat Adolf Ogi. Der damalige Sportminister spielte in den 90er-Jahren als Wegbereiter für die YB-Renaissance eine nicht unwichtige Rolle. Über das von ihm verantwortete nationale Sportanlagenkonzept (Nasak) flossen rund 10 Millionen Franken Bundesgeld an den (rund 350 Millionen Franken teuren) Wankdorf-Neubau und sorgten dafür, dass Stadt und Kanton Bern keine öffentlichen Mittel für das Stade de Suisse sprechen mussten. «Ich war gegen Tottenham im Stadion», sagt Ogi, der für YB auch Vernetzungsarbeit leistete, auf Anfrage, «und ich sah, wie Benno Oertigs Augen leuchteten. Dass wir in Bern solche Fussballabende erleben, ist sein Verdienst. Bern sollte nicht über ihn herziehen, sondern ihm danken. Ihm, den Gebrüdern Rihs und Bruno Marazzi.» Marazzis GeldsucheDer Berner Bauunternehmer Marazzi, der den YB-Sieg über Tottenham ebenfalls live im Stade de Suisse erlebte, steckte in den 90er-Jahren Dutzende Millionen Franken in die Young Boys und besorgte auch die noch fehlenden 340 Millionen für den Stadionneubau. «Ich war es, der YB vor dem Konkurs bewahrte und rettete», hält Marazzi fest. Er wusste, dass das multifunktionelle Stade de Suisse, das er erdacht hatte und das seine Firma baute, wirtschaftlich nur erblühen konnte, wenn darin eine Fussballmannschaft erfolgreich spielen würde. Langfristig aber, war ihm immer klar, wäre er als Investor finanziell zu schmal auf der Brust gewesen, um im grossen Fussballgeschäft mithalten zu können. Deshalb, erklärt Marazzi auf Anfrage, «habe ich damals viel Aufwand getrieben, um unter Berner Unternehmern und Firmenchefs Geldgeber für das Berner Fussballprojekt YB zu finden.» Nur Securitas-Direktor Samuel Spreng, der mit einem kleineren Betrag eingestiegen wäre, habe nicht abgesagt. Dabei, hält Marazzi fest, fehle es in Bern nicht einmal am Geld. Sondern an der Risikobereitschaft, am Optimismus, am Willen. «Das funktioniert sowieso nid», sei die Standardantwort gewesen, die er auf seiner Investorensuche in der Bundesstadt erhalten habe. Wer zahlt, befiehltMarazzi war es dann, der den Unternehmer Benno Oertig, der in Freienbach SZ lebt, nach Bern holte. Dessen Leistung und Risikobereitschaft, sagt Marazzi heute, sei sehr hoch einzuschätzen, weil er mit den Brüdern Andy und Hans-Ueli Rihs aus Stäfa zwei Grossinvestoren von der Zürcher Goldküste nach Bern zu YB gebracht habe. «Das muss man zuerst einmal zustande bringen. Diese Leute werfen nicht unbedacht mit Millionen um sich. Die muss man mit harter, cleverer Arbeit überzeugen.» Zumal er, Marazzi, sicher sei, dass die Investoren bei YB bisher kein Geld verdient hätten. Auf jeden Fall, sagt Marazzi, müsse sich in Bern niemand wundern, dass auch bei YB die Devise gelte: Wer zahlt, befiehlt. Bruno Marazzis Erfahrungen bringen das grosse Berner Dilemma auf den Punkt: Die Ansprüche und die finanzielle Leistungsbereitschaft klaffen mitunter sehr weit auseinander – nicht nur im Fussball. Die diese Woche veröffentlichten Eckwerte für die Subventionsverträge der fünf grossen Stadtberner Kulturhäuser mit Kanton und Gemeinden sprechen dieselbe Sprache: Bern fehlt es notorisch an Geld, mit dem finanziert werden müsste, was man gern sein möchte. Die Bundesstadt kann sich das ambitionierte Kulturprogramm, mit dem sie sich gerne positioniert, eigentlich nicht leisten. Lukrative Berner StärkenTrotzdem könnten gerade die harten Konflikte um Geld und Geist bei YB Bern helfen, nüchterner die eigenen Stärken zu erkennen. Für YB-Beobachter Urs Frieden ist klar, dass die unverzichtbaren Zürcher Investorengelder nur darum zu den Young Boys fliessen, weil Bern ein gutes Fussballprodukt pflegt – zu dem namentlich eine grosse Sportbegeisterung in der Bevölkerung und eine mit jahrelangem Aufwand ausgebaute Fankultur gehören. Frieden kritisiert, wie schnoddrig die Zürcher Investoren ihren schroffen Personalwechsel vor zehn Tagen von Stefan Niedermaier zu Ilja Kaenzig über die Agentur des Beraters Sacha Wigdorovits kommuniziert haben. Yes, we kaenzigOhne die vorbildliche Struktur der Fanszene – Dutzende Fanclubs, zwei Dachverbände, zwei professionelle Fanarbeiter, ein YB-Fanverantwortlicher – wäre die Lage wohl eskaliert, glaubt Frieden. Und Topmann Kaenzig wäre in Bern verheizt worden. So aber kam der neue CEO sofort mit den YB-Anhängern ins Gespräch, und nun kursiert schon das Bonmot: «Yes, we kaenzig». Die Fähigkeit, Fehlleistungen auszupendeln, argumentiert Frieden, zeige die Berner Qualität, nachhaltig zu arbeiten – und genau davon profitierten jetzt auch die Zürcher Financiers. Man könnte sagen: YB macht vor, was Bern politisch mit der Hauptstadtregion Schweiz versucht. Auf seine eigenen Stärken als politisches Zentrum setzen, damit für auswärtige Partner interessant werden und daraus wirtschaftlichen Nutzen ziehen. Oertigs HauptstadtBenno Oertig, Verwaltungsratspräsident der Stade de Suisse Nationalstadion AG, bestätigt diese Parallelen. Auf Anfrage erklärt Oertig, er denke – trotz des feindseligen Tons, der ihm in den letzten Tagen entgegenschlug – keine Sekunde daran, das Engagement in Bern fallenzulassen. Im Gegenteil: «Was wir bei YB tun, ist ein ausdrückliches Bekenntnis zu Bern. Nicht aus Mitleid, sondern weil wir überzeugt sind, dass die Stärkung der Bundesstadt ein gutes Investment ist – im Interesse der ganzen Schweiz.» Bei geschäftlichen Entscheiden leite ihn selbstverständlich die unternehmerische Vernunft, aber weil Investieren immer auch Riskieren bedeute, müsse man immer auch mit Herz bei der Sache sein. Oertig ist überzeugt, die zugkräftige Kombination YB/Stade de Suisse so aufgestellt zu haben, dass sie Gewinne erzeuge, die reinvestiert werden können und der Berner Fussball-Unternehmung künftig kontinuierliches Wachstum beschere. Das überzeuge inzwischen, hält Oertig fest, auch die Berner Wirtschaft, die nun doch auch ins YB-Boot eingestiegen sei. Die «dritte Phase» von Benno O. ist in Berns Fanszene innert Tagen von Schimpf- zum Kultwort avanciert. Die kreativen YB-Anhänger zelebrieren ihre antikommerzielle Widerstandsromantik auch im geschniegelten Stade de Suisse – und sie werden es selbst dann tun, sollten die Zürcher Investoren ihre YB-Pakete dereinst an russische Financiers weiterverkaufen. So schnell bewegt sich Bern. http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/Was-Bern-von-YB-lernen-muss/story/14258949
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Samstag 21. August 2010, 22:14 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
|
Der Bund, 21.08.2010
Eine YB-Sternstunde zur rechten Zeit
Am Dienstagabend bebte das Stade de Suisse wie noch nie. Die YB-Anhänger verfolgten entzückt, wie ihre Mannschaft die hoch gehandelten Akteure von Tottenham anfangs an die Wand spielte und mit scheinbarer Leichtigkeit einen 3:0-Vorsprung herauskombinierte. Innert einer halben Stunde hatte es YB geschafft, die von Zweifeln, Frust und Negativismus geprägte Stimmung fürs Erste zu verscheuchen, die nach dem Rauswurf von Stadionchef Stefan Niedermaier entstanden war.
Hoch oben im VIP-Bereich freute sich YB-Mitbesitzer Benno Oertig überschwänglich über den starken Auftritt der Gelb-Schwarzen. Der Verwaltungsratspräsident der Sport & Event Holding AG hatte sich letzte Woche nach der stillos vollzogenen Absetzung von Niedermaier von den Fans einiges anhören müssen. Oertig war ein leichtes Opfer, ist er doch in Bern ein Fremder geblieben, obwohl er seit bald zehn Jahren zu den YB-Investoren gehört. Der St. Galler gibt sich zwar gerne jovial, doch fehlen ihm das Charisma und ein Gespür für lokale Befindlichkeiten. Auch verströmt er für den harten Kern der YB-Anhänger zu sehr den Stallgeruch von Niedermaiers Vorgänger Peter Jauch. Dieser gehört zu Oertigs Freundeskreis und machte sich 2003 zum Buhmann, als er den damaligen YB-Sportchef Fredy Bickel in einer Nacht-und-Nebel-Aktion des Amtes enthob. Jauch gelang es nie, überzeugend darzulegen, wieso er den populären Bickel unvermittelt in die Wüste geschickt hatte. Für die Fans war er der «bad guy», obwohl der schlitzohrige Sportchef weit mehr Geld ausgegeben hatte, als ihm zur Verfügung stand.
Der Gute und der Böse
Auch im Falle von Niedermaiers Freistellung waren die Rollen schnell verteilt. Hier der impulsive und unberechenbare Oertig, der rücksichtslos fallen lässt, was ihm nicht mehr genehm ist. Da der unbescholtene Niedermaier, der mit viel Herzblut und Begeisterung seinen Job versah und zum allseits geliebten Mister YB hochgelobt wurde. Diese Wahrnehmung hat viel mit der Art und Weise zu tun, wie sich die YB-Besitzer der Akte Niedermaier entledigten. Wenige Tage nach dem unerwarteten Auswärtssieg gegen Fenerbahçe Istanbul traten sie vor die Medien und erklärten, es sei an der Zeit, «die dritte Phase» zu zünden. Dafür brauche man einen Mann mit mehr Fussballsachverstand, als ihn Niedermaier habe, erklärte Oertig. Diese Argumentation war etwas gar dürftig. Naheliegender schien, dass Oertig Niedermaiers Absetzung in die Wege geleitet hatte, weil ihm dieser zu oft vor der Sonne stand.
YB-König Niedermaier
Verletzter Stolz und Eitelkeit mögen eine Rolle gespielt haben bei dem zur Unzeit vollzogenen Wechsel. Fakt ist aber auch, dass sich Niedermaier in den fünf Jahren seines Wirkens eine beträchtliche Hausmacht aufgebaut hatte und sehr selbstsicher agierte. Der Thuner war der Alleinherrscher, der keine anderen Alphatiere neben sich duldete. Deshalb sträubte er sich dagegen, einen Sportchef anzustellen, der über weitreichende Kompetenzen verfügte. Stattdessen spannte er mit Spielervermittler Jean-Bernard Beytrison zusammen, der unter anderem die Transfers von Doubai, Doumbia und Yapi tätigte. Teilweise standen fast ein Dutzend YB-Spieler unter seinen Fittichen. Derzeit sind es noch acht.
Ob der neue YB-Chef Ilja Kaenzig will oder nicht: Beytrison ist eine der Figuren, mit denen er sich arrangieren muss. Tut er es nicht, besteht die Gefahr, dass Beytrison via die von ihm betreuten Spieler Unruhe ins Team hineinträgt. Kaenzig stehen ohnehin anforderungsreiche Wochen bevor. Er muss das Vertrauen der Angestellten gewinnen. Er muss mit den aufgebrachten Fans und den verunsicherten Sponsoren reden. Und er muss auf dem Transfermarkt Ausschau halten nach mindestens einer Verstärkung für die Abwehr. Ein zusätzlicher Verteidiger ist dann vonnöten, sollte YB im Rückspiel gegen Tottenham eine weitere Sternstunde gelingen und sich das Team für die Champions League qualifizieren.
Der Sprung in Europas Topliga wäre eine Sensation auf dem Rasen sowie für Kaenzig und die Investoren die perfekte Gelegenheit, Bern wieder mit YB zu versöhnen. Denn hat der Klub sportlich Erfolg, wird das unprofessionelle Auf-den-Mann-Spielen im Fall Niedermaier rasch vergessen sein.
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 23. August 2010, 14:07 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
Berner Zeitung, 23.08.2010 YB muss Vermarktungsfirma über drei Millionen Franken bezahlenDie Betreiber des Stade de Suisse und die Zürcher V&F AG haben sich im Rechtsstreit um die Vermarktung des BSC Young Boys auf einen Vergleich geeinigt. Die Berner bezahlen der Zürcher Sportvermarkterin insgesamt 3,567 Millionen Franken Schadenersatz. Der Fall hätte am Montag zum zweiten Mal vor dem Handelsgericht in Bern verhandelt werden sollen. Da beide Parteien dem Vergleichsvorschlag des Gerichts zugestimmt haben, wurde der Termin aber abgesagt. Die Organe des Stade de Suisse seien erleichtert, dass man damit eine alte Pendenz einvernehmlich habe regeln können, teilten diese am Montag mit. Ungerechtfertigte KündigungDie V&F AG war seit 2003 für die Vermarktung des BSC Young Boys zuständig. Einen ersten Vertrag kündigte die Stade de Suisse AG im Jahr 2005, gab aber den Zürchern im Jahr 2006 mit einem abgeänderten Vermarktungsvertrag eine zweite Chance. Diesen zweiten, langfristigen Vertrag kündigte die Stade de Suisse AG im Frühling 2007, worauf die V&F AG Schadenersatz forderte. Die Berner waren der Ansicht, die Zürcher Firma habe schlecht gearbeitet. Bei der YB-Vermarktung wäre weit mehr Geld hereinzuholen gewesen, argumentierten sie. Das Handelsgericht bestimmte im März des vergangenen Jahres, die Stade de Suisse AG müsse der V&F AG 1,1 Millionen Franken Schadenersatz für die Saison 2007/08 bezahlen. Dies, weil die Berner den Zürchern den langjährigen YB-Vermarktungsvertrag ohne ausreichenden Grund vorzeitig gekündigt hätten. Bis vors BundesgerichtDagegen wehrten sich die Stadionbetreiber vor Bundesgericht. Dieses wies die Beschwerde der Berner teilweise gut. Demnach hätte das bernische Handelsgericht nun den Schadenersatz neu berechnen müssen. Gemäss dem Urteil des Bundesgerichts hatte nämlich die Vorinstanz den Schaden nicht nach den zutreffenden Rechtsgrundsätzen ermittelt. Bereits bezahlt hat die Stade de Suisse AG den Betrag von 1,1 Millionen Franken für die Saison 2007/08. Der Restbetrag für die übrigen Saisons bis 2012 ist in zwei gleichen Raten Ende September 2010 und Ende Juli 2011 zu bezahlen. Die Gerichtskosten übernehmen die Parteien je zur Hälfte. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/YB-muss-Vermarktungsfirma-ueber-drei-Millionen-Franken-bezahlen/story/23012926
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Dienstag 24. August 2010, 16:48 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
|
Berner Zeitung, 24.08.2010
Mindestgebot sind 100 Millionen
Aus dem Umfeld der Besitzer von YB und des Stade de Suisse ist zu hören, dass diese ihre Anteile verkaufen würden – wenn der Preis stimmt. Auf Anfrage stellen sie indes Verkaufsabsichten in Abrede. So oder so: Der Preis ist heiss.
Das Stade de Suisse – ohne das Einkaufszentrum – und der Fussballklub Young Boys gehören der Sport & Event Holding AG. Diese wiederum ist in Besitz der Brüder Andy und Hans-Ueli Rihs, die einen Anteil von 85,3 Prozent besitzen, von Benno Oertig (13 Prozent) und Fritz Bösch (1,7 Prozent).
Die Gebrüder Rihs sind dank ihrem Hörgeräteunternehmen Sonova (früher Phonak) reich geworden. Das Herz von Andy Rihs schlägt für den Radsport, in dem er sich seit Jahren als Sponsor von Spitzenteams engagiert. Viele fragen sich, warum Rihs daneben so viel Geld in das Stadion und in YB investiert hat.
Aus dem Umfeld der Stadionbesitzer ist denn auch zu hören, dass Andy und Hans-Ueli Rihs ihre Anteile an der Sport & Event AG verkaufen würden – wenn der Preis stimmt. Benno Oertig, Präsident der Holding, stellt dies zwar vehement in Abrede: «Weder die Gebrüder Rihs noch ich haben Ausstiegsgedanken», betont er. Doch ganz so abwegig ist ein Verkauf nicht: Bereits im Jahr 2007 war publik geworden, dass die Stadionbesitzer die Fussballarena verkaufen wollten. Diese Verhandlungen verliefen indes im Sand (siehe Kasten). Verlockungen sind nach wie vor vorhanden: Oertig betont, dass er auch jetzt «laufend» Angebote erhalte.
Wenig Interesse in Bern
Die entscheidende Frage ist der Preis. Dem Vernehmen nach stellen sich die Rihs-Brüder für ihr Paket einen Betrag von mindestens 100 Millionen Franken als Mindestgebot vor. Dieser Betrag ist bloss eine Grössenordnung. Der Wert des Stadions und von YB ist stark schwankend: So haben sich die Preise, die für Fussballklubs bezahlt werden, seit dem Höhepunkt der Finanzkrise wieder erholt.
Bei einem Fussballklub spielt auch der sportliche Erfolg eine wichtige Rolle. Qualifizieren sich die Young Boys beispielsweise für die Champions League, würde der Umsatz stark über den im Jahr 2009 erzielten Wert von 40 Millionen Franken steigen, was sich positiv auf den Wert auswirken würde.
In Bern kommt nur eine Handvoll Firmen oder Privatpersonen überhaupt für eine Beteiligung am Stadion oder an YB in Frage. Die meisten Firmen geben auf Anfrage ähnliche Antworten wie Mobiliar-Chef Urs Berger: «Die Mobiliar ist in Bern bereits gut verankert. Wir planen derzeit keine Investitionen in ein Stadion oder einen Fussballklub. Investitionen in einen Sportklub sollte man Investoren überlassen, die etwas davon verstehen», sagt er.
In dieser Frage hat der Versicherer, der als Genossenschaft organisiert ist, seine Meinung geändert: Bei den Verhandlungen von 2007 gehörte die Mobiliar noch der Gruppe von Berner Firmen an, die mit den Stadionbesitzern verhandelten.
Zurückhaltung überwiegt
Auch das andere grosse Versicherungsunternehmen mit Sitz in Bern winkt ab: Die dem Kanton gehörende Gebäudeversicherung zeigt kein Interesse an einem Engagement. Auch sie soll zu den Investoren gehört haben, die 2007 nach einer Berner Lösung gesucht haben.
Jean-Claude Nobili, der Chef der Berner Kantonalbank (BEKB), sagt, dass die BEKB selbst kaum Geld in Immobilien investiere. Und die Pensionskasse der BEKB sei fast ausschliesslich an Anlagen in Wohnbauten interessiert.
Auch die Swisscom hat kein Interesse. Sie hat jüngst gar ihr Sponsoringengagement reduziert: «Wir haben die Stadionpartnerschaft mit dem Stade de Suisse bereits vor einem Jahr per Mitte 2010 aufgelöst», sagt Swisscom-Sprecher Sepp Huber auf Anfrage.
BKW ist Partner
Weniger distanziert tönt es bei der BKW: Kein Wunder, das Unternehmen hat das Sonnenkraftwerk und eine Informationsplattform auf dem Stadiondach installieren lassen. Die Dienstbarkeiten für den Betrieb dieser Anlage sind im Grundbuch eingetragen. Die BKW war es denn auch, welche im Jahr 2007 bei der Suche nach einer Berner Lösung die Federführung innehatte. Heute gehört die BKW nach wie vor zu den sogenannten Hauptpartnern des Stadions. Ein weiter gehendes Engagement schliesst Kommunikationschef Martin Pfisterer nicht aus: «Wir würden eine konkrete Anfrage prüfen. Doch gegenwärtig stellt sich diese Frage nicht», erklärt er.
Wenig ganz Reiche
Neben den grösseren Unternehmen in der Region Bern kommen auch reiche Privatpersonen als Investoren in Frage. Ein Name, der bei solchen Fragestellungen immer wieder fällt, ist derjenige des Ypsomed-Gründers Willy Michel. Doch aus dem Umfeld des Medizinaltechnikunternehmers ist zu hören, dass für Michel ein Engagement in einen Sportklub nicht in Frage kommt. Auch in der Medizinaltechnik tätig ist der in Bern aufgewachsene Synthes-Präsident Hansjörg Wyss. Doch bislang ist der Milliardär ausschliesslich als Kunstmäzen aufgetreten.
Laut der Liste der reichsten Schweizer des Magazins «Bilanz» bleiben in der Region noch die Familien Spreng (Securitas), Haag-Inäbnit (Haag-Streit), Wagner (Rehau) oder von Graffenried (Bank, Medien). Doch keine hat sich bislang als besonders aktiv bezüglich Sportengagements hervorgetan.
Investor aus dem Ausland?
Zwar hat Benno Oertig im Jahr 2007 stark betont, es kämen nur Investoren aus der Region in Frage. Doch im Ausland ist ein Trend unverkennbar: Ein Fussballklub scheint eine magische Anziehungskraft auf Reiche und Neureiche zu haben. So gehört der Londoner Klub Chelsea dem russischen Oligarchen Roman Abramowitsch, und Manchester City ist im Besitz von Mansour bin Zayed al Nahyan, einem Mitglied der Herrscherfamilie von Abu Dhabi.
Es ist also nicht auszuschliessen, dass nach dem Fünfsternehotel Schweizerhof auch einmal das Stade de Suisse und YB einem Investor aus dem arabischen Raum gehören werden.
Stadionverkauf
Verhandlungen 2007
Im Jahr 2007 machte «Der Bund» publik, dass zwischen den damaligen Stadionbesitzern und einer Gruppe von Berner Unternehmen ernsthafte Gespräche über eine Beteiligung am Stade de Suisse stattgefunden haben. Eine Beteiligung am Fussballklub Young Boys war indes nicht ein Thema.
Zur Gruppe gehörten die BKW, die Gebäudeversicherung und die Mobiliar. Als Landbesitzerin nahm auch die Burgergemeinde Bern an den Gesprächen teil. Initiiert wurden die Verhandlungen von der damaligen Regierungsrätin Elisabeth Zölch.
Die Verhandlungen scheiterten schliesslich an den unterschiedlichen Preisvorstellungen. Die Gruppe der Berner Unternehmen hatte dem Vernehmen nach «einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag» geboten.
Vertragsbruch
YB bestätigt Vergleich
Die Stade de Suisse AG bezahlt der Zürcher Sportvermarktungsfirma V + F AG 3,6 Millionen Franken. In einer gemeinsamen Medienmitteilung haben die Parteien einen Bericht dieser Zeitung bestätigt. Damit steigen sie auf einen Vergleich ein, der ihnen am 5. August vom Berner Handelsgericht unterbreitet worden war.
Ursprünglich hatte die V + F AG von den Berner Stadionbetreibern mittels Klage 10 Millionen Schadenersatz gefordert. Dies, weil der ehemalige Stadion-CEO Stefan Niedermaier im Jahr 2007 einen langfristigen Marketingvertrag mit V + F gekündigt hatte. Diese Kündigung wurde vom Berner Handelsgericht und vom Bundesgericht als ungerechtfertigt qualifiziert. Die Organe des Stade de Suisse seien erleichtert, dass mit diesem Vergleich «eine alte Pendenz» geregelt worden sei.
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Dienstag 24. August 2010, 16:49 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
|
Der Bund, 24.08.2010
YB-Besitzer müssen tief in die Tasche greifen
Die Stade de Suisse AG und die V+F AG haben einen langjährigen Streit beigelegt. Die YB-Besitzer bezahlen ihrem Ex-Vermarktungspartner 3,6 Millionen Franken.
Die vorzeitige Auflösung eines langjährigen Vermarktungsvertrages kommt die Stade de Suisse (SdS) AG teuer zu stehen. Sie muss der V+F AG für Sportwerbung bis Ende Juli 2011 insgesamt 3,6 Millionen Franken überweisen. Auf diesen Betrag haben sich die beiden Parteien in einer aussergerichtlichen Verhandlung vor dem Berner Handelsgericht geeinigt. Weiter müssen die YB-Besitzer die Gerichtskosten von 68 000 Franken übernehmen sowie eine Parteikostenentschädigung von 92 000 Franken entrichten. Die Organe des Stade de Suisse seien «erleichtert, dass damit eine alte Pendenz» vom Tisch ist, heisst es in einer Medienmitteilung.
Drei Jahre im Streit
Der juristische Streit zwischen der SdS AG und der V+F AG hatte sich über drei Jahre hinweggezogen. Im Mai 2007 reichte die V+F beim zuständigen Gericht eine Klage ein. Sie forderte von der Stadionbetreiberin 1,9 Millionen Franken Schadenersatz für «entgangenen Gewinn» für die Saison 2007/08 – und sie kündigte weitere Forderungen für die vier folgenden Saisons an. Das Berner Handelsgericht hiess die Klage im Umfang von 1,1 Millionen gut. Die SdS AG habe den Vertrag zu Unrecht vorzeitig aufgelöst, befand es. Sie habe nicht belegen können, dass die Zürcher Werbefirma das vertragliche Normalmass zur Vermarktung des Stadions nicht erreicht habe. Die Stadionbetreiber mochten aber nicht klein beigeben und gelangten im Herbst 2009 ans Bundesgericht. Das oberste Gericht bestätigte das Urteil des Handelsgerichts weitgehend. Allerdings war es nicht einverstanden mit der Höhe der Schadenersatzsumme, welche die Berner Richter festgelegt hatten. So landete das Dossier wieder auf dem Schreibtisch von Hans-Jürg Steiner. Der vorsitzende Richter rief die beiden Streitparteien ein weiteres Mal zu sich. Diesmal hatte er mehr Erfolg mit seinem Vergleichsvorschlag: Die SdS AG war nun bereit, die V+F auch für die Saisons 2008/09, 2009/10, 2010/11 und 2011/12 zu entschädigen. Die Klägerpartei rückte von ihrer ursprünglichen Forderung (für jede Saison 2 Millionen Franken) ab und gab sich mit einer Gesamtsumme von 3,6 Millionen Franken zufrieden.
Niedermaiers radikaler Schnitt
Den langjährigen Streit vom Zaun riss Stefan Niedermaier, bis vor zwei Wochen Chef des neuen Wankdorfstadions. Er war gar nicht zufrieden mit der Arbeit der Zürcher Vermarkter, mit denen sein Vorgänger Peter Jauch einen langjährigen Kontrakt abgeschlossen hatte. Kaum im Amt, löste er im November 2005 den Vertrag einseitig auf. Kurz darauf wurde die Zusammenarbeit jedoch fortgeführt, wenn auch nicht mehr im gleichen Umfang. Die V+F AG hatte nunmehr nur noch ein Mandat für TV-Werbedrehbanden, Matchprogramm-Inserate und einen kleinen Teil der Sitze in der Champions und der Future Lounge. Vom Handelsgericht auf die Beweggründe angesprochen, die Zusammenarbeit mit der Vermarktungsfirma fortzusetzen, obwohl man mit ihr nicht zufrieden war, sagte Niedermaier im Februar 2009: «Wir standen damals unter Druck und hatten Angst, viel Geld zu verlieren.»
Nach der abrupten Trennung von Niedermaier wurde gerätselt, ob das eigenwillige und forsche Vorgehen in der Causa V+F AG dem mächtigen Betriebsleiter schliesslich zum Verhängnis geworden sei. Das ist nicht mehr als Spekulation in einer undurchsichtigen Geschichte um Macht und Einfluss.
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 30 Gäste |
| |
|
|
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.
|
|
 |