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 Beitrag Verfasst: Sonntag 28. Februar 2010, 21:48 
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NZZ, 27.02.2010

Die Young Boys vom 0:1 zum 2:1

Die Berner bezwingen in der 22. Runde der Super League den Meister FCZ

Der SL-Leader YB hat den FC Zürich nach einem fulminaten Schlussspurt 2:1 besiegt. Den entscheidenden Treffer erzielte der eingewechelte Henri Bienvenu in der 94. Minute, als er Johnny Leoni mit einem Schuss in die lange Ecke düpierte.

(si) In der 84. Minute zuvor hatte Alberto Regazzoni den verdienten Ausgleich für die Berner erzielt. Dies, nachdem das Heimteam nach dem Platzverweis gegen Issam Mardassi während dem Grossteil der Partie in Unterzahl agieren musste.

Der Tunesier Mardassi hatte in der 8. Minute als letzter Mann Zürichs Angreifer Alphonse zurückgehalten. Ein harter, aber vertretbarer Entscheid.

Den Zürcher Führungstreffer hatte in der 23. Minute Milan Gajic mit einem Freistoss aus 22 Metern erzielt. Der Treffer schien nicht unhaltbar; YB-Torhüter Marco Wölfli lenkte den Ball via Pfosten ins Tor. Danach dauerte es lange, bis sich die Berner vom Schock des Rückstands erholt hatten. Erst ein Schuss von Alberto Regazzoni Sekunden vor der Pause an die Lattenunterkante weckte die Berner aus ihrer Lethargie.

Erst in der zweiten Halbzeit, die die gut 20'000 Zuschauer im Stade de Suisse zu begeistern wusste, erspielten sich die Berner regelmässig Torchancen. Beim FCZ, der lange Zeit die Partie kontrollierte, vergab Philippe Koch in der 70. Minute den Matchball, als er nach einem herrlichen Sololauf nur den Pfosten traf.

http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/fussball/young_boys_fc_zuerich_1.5102319.html

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 28. Februar 2010, 21:50 
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sonntagszeitung, 28.02.2010

Das Zeichen der Young Boys

Der Leader spielte wieder nicht gut, aber wieder gewann er - dank eines Tores in der 94. Minute

BERN Als die Berner Anhänger die letzte Viertelstunde herbeisehnten, diese berühmte letzte YB-Viertelstunde, sah es für ihre Mannschaft nicht gut aus. Sie lag gegen den FC Zürich 0:1 zurück, und nicht nur das: Sie spielte auch nicht gut. Zwei Chancen hatte sie gehabt bis dahin, durch Regazzoni, der nur die Lattenunterkante traf, und durch Hochstrasser, der nach gut einer Stunde aus sieben Metern freistehend übers Tor schoss. Mehr war nicht.

In der 79. Minute wählte Trainer Vladimir Petkovic seine letzte Option, um noch direkt Einfluss aufs Spiel zu nehmen. Er ersetzte Sutter durch Henri Bienvenu. Es sollte sein bester Zug des Abends werden. Zuerst war es noch Regazzoni, der in den Mittelpunkt drängte. Doumbia spielte ihn glänzend frei, und der kleine Stürmer belohnte seine Leistung, die von viel Einsatzwillen geprägt war, mit dem Ausgleich. Die Berner konnten sich da aber bei Magnin bedanken, der in einer völlig harmlosen Situation einen Rundschlag verursachte, der für sie zur perfekten Vorlage wurde.

Die reguläre Spielzeit war schon vorbei, als sich Doumbia auf unvergleichliche Art durch die Zürcher Abwehr arbeitete und Bienvenu einsetzte. Diesmal war Leoni noch bereit, den Schuss des 21-jährigen Kameruners zu halten. Beim zweiten Mal war Leoni machtlos gegen Bienvenu: Der Neue, im Winter erst gekommen, bezwang ihn mit einem Flachschuss in die Ecke. Der Schönheitsfehler war, dass Doumbia seinem Kollegen den Ball mit dem Oberarm genau auf den Fuss gelegt hatte. Danach war das Spiel zu Ende. Petkovic mochte sich nicht auf Diskussionen über Doumbias deutlich sichtbares Vergehen einlassen. «Das 2:1 fiel», sagte er, «wir sind sehr zufrieden.»

Mit einem 0:4 in Basel waren die Young Boys in die Rückrunde gestartet. Darauf reagierten sie mit einem 2:1 gegen Luzern, einem 2:1 in St. Gallen und eben diesem 2:1 gegen den FCZ. Gegen Luzern sei die zweite Halbzeit «eine Katastrophe» gewesen, sagte Goalie Marco Wölfli, in St. Gallen hätten sie nicht attraktiv, aber erfolgreich gespielt. Und gestern nun sagte er, was Sportler nach derartig durchlittenen Spielen gerne sagen: «Wir zeigten Charakter.»

[url]Petkovic: Wer solche Spiele gewinnt, darf träumen[/url]

Der Fluss und die Leichtigkeit der Vorrunde sind über den Winter verloren gegangen, es ist momentan ein zäher Kampf, der die Auftritte der Berner prägt. Gestern brachten sie sich selbst schon nach acht Minuten in Verlegenheit, als sie Mardassi nach einem Notbremsefoul an Alphonse verloren. Die Ordnung ging ihnen abhanden, Petkovic holte mit Lustrinelli einen Stürmer vom Platz, ersetzte ihn durch Schneider, und seine diskutable Massnahme wurde gleich bestraft. Schneider verursachte mit seiner ersten Aktion den Freistoss, den Gajic zum Zürcher 1:0 nutzte.

Hinterher konnte Wölfli entgegnen: «Der Trainer machte alles richtig.» Und er konnte lachen, weil es in einem solchen Moment kein stärkeres Argument als den Sieg gibt. Dieser Sieg war nicht zuletzt als Zeichen an den FC Basel zu verstehen, dass die Young Boys sich nicht so leicht und schon gar nicht widerstandslos vom ersten Platz verdrängen lassen. Es ist eine bekannte Weisheit: Wer solche Spiele gewinnt, kann Meister werden. Oder wie es Petkovic umschrieb: «Der hat das Recht zu träumen.»

Publiziert am 28.02.2010

http://www.sonntagszeitung.ch/sport/artikel-detailseite/?newsid=122033

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 28. Februar 2010, 21:52 
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topsport.com, 28.02.2010

YB auf Titelkurs -- FCZ weiter in der Krise

2:1 bezwangen die Berner Young Boys am Samstag im Topspiel der 22. Runde der Axpo Super League den FC Zürich. Nichts hätte die derzeitige Situation der beiden Teams besser zu symbolisieren vermocht als die turbulente Geschichte des Duells zwischen dem Leader und dem (Noch)-Meister.

Nach dem frühen Rückstand durch Milan Gajic (23.) und trotz fast 90-minütiger Unterzahl (Platzverweis gegen Issam Mardassi) schafften die Young Boys gegen den FCZ noch die Wende. Die Treffer schossen Alberto Regazzoni (84.) und der eingewechselte Henri Bienvenu (94.) in der turbulenten Schlussphase. Mit ihrer Aufholjagd unterstrichen die Berner ihre Ambitionen auf den ersten Meistertitel seit 1986 mehr denn je.

"Wer solche Spiele gewinnt, hat das Recht davon zu träumen, am Ende der Saison ganz oben zu stehen", hielt YB-Trainer Vladimir Petkovic nach der Partie fest. Zurecht war der gebürtige Kroate nach dem "verrückten Spiel" stolz auf seine Spieler. "Wir glaubten bis zuletzt an den Sieg." Die entscheidenden Inputs gab Petkovic mit den Einwechslungen der beiden Angreifer Christian Schneuwly und dem Last-Minute-Torschützen Bienvenu gleich selber.

Gegen den FC Zürich bewiesen die Berner auf eindrückliche Art und Weise, dass ihr Meisterexpress wieder zurück in der Spur ist -- allen Widerwärtigkeiten der letzten Wochen zum Trotz. Die Ankündigung des Abgangs von Topskorer Seydou Doumbia, der Wechsel des Spielmachers Gilles Yapi im Sommer zum Erzrivalen Basel, die 0:4-Schlappe zum Rückrunden-Auftakt gegen diesen FCB sowie die Ausfälle der Stammspieler Yapi, David Degen und Marco Schneuwly, all dies scheint die Berner nicht aus der Fassung gebracht zu haben. Im Gegenteil: Dass die Gelb-Schwarzen auch auf dem Spielfeld Widrigkeiten trotzen und darauf reagieren können, demonstrierten sie gegen den FCZ eindrücklich.

Ratloser Challandes

Ganz anders sieht die Situation derzeit in Zürich aus. "Die Chance, in Bern zu gewinnen, war wohl noch nie so gross wie heute", sagte Bernard Challandes nach der Partie. Der Jurassier verlor zwar auch in einer der bittersten Stunde der Saison sein Lachen nicht, der FCZ-Trainer wirkte aber ratlos und leicht resigniert, als er vor die Medien trat. Ungewohnt nüchtern und sachlich analysierte der sonst so emotionale Jurassier die vorangegangenen 94 Minuten, nach denen sein Team trotz aller Vorteile zu Beginn der Partie wieder einmal mit leeren Händen dastand.

Seine Mannschaft habe in der zweiten Halbzeit so gespielt, als habe sie Angst vor dem Sieg, stellte Challandes fest. In der Tat scheinen die Zürcher das Gewinnen verlernt zu haben. Gerade mal zwei Siege gelangen dem Team in den letzten zwölf Spielen. Während in der Vorrunde die erstmalige Teilnahme an der Champions League als Alibi für den Absturz in der Liga diente, gerät der noch amtierende Titelträger nun immer mehr in Erklärungsnot.

Die für die Rückrunde angekündigte Aufholjagd wurde bereits in den ersten drei Partien gegen Xamax, Sion und YB im Keim erstickt. Zwei Punkte und zwei Tore sind die magere Ausbeute des Meisters im neuen Jahr, der Gegner vom Samstag aus der Bundeshauptstadt hat bereits doppelt so viele Punkte auf dem Konto. Nur der Schwäche von Bellinzona und Aarau hat es der FCZ zu verdanken, dass der Abstiegskampf kein Thema ist.

Zu denken dürfte Challandes vor allem die mangelnde Durchschlagskraft seiner Vorderleute geben. Auch gegen YB präsentierten sich die Offensivkräfte Alexandre Alphonse, Dusan Djuric, Adrian Nikci, Marco Schönbächler und Admir Mehmedi vor dem Tor ungemein harmlos, einzig Alphonse und Mehmedi kamen in der Schlussphase, als YB immer mehr riskierte, zu je einer guten Chance. Kritik an seinen Spielern mochte Challandes aber nicht üben: "Es ist ist wie in einer Familie. Die Probleme werden im Haus und nicht auf der Strasse besprochen." (Si)

http://www.topsport.com/sportch/generated/article/fussball/2010/02/28/11377400000.html

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 Beitrag Verfasst: Montag 1. März 2010, 01:18 
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"Der Leader spielte wieder nicht gut"

schoo klar... wie wosch mit 10 Maa guet und organisiert spile? Isch doch klar ds da am Afang müe hesch! Kei Ahnig vo Fuessbau die Suntigszytig... üser Giälä hei s'beschte drus gmacht....


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 Beitrag Verfasst: Montag 1. März 2010, 09:46 
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20min.ch, 01.03.2010

YB jubelt in Unterzahl

von Sandro Compagno

Man kann dem FCZ einiges vorwerfen in dieser Saison, nicht aber, dass er den Titelkampf verfälscht. Der (Noch-)Meister überlässt YB ohne Not drei Punkte. Auch wegen unsinniger Wechsel von Bernard Challandes.

Was mag nur in den FCZ-Trainer gefahren sein, als er seine drei Auswechslungen vornahm? Noch am Donnerstag hatte Challandes vor Journalisten gesagt, hinter den Einsätzen von Mehmedi und Nikci stünden «Fragezeichen». Die beiden Offensivkräfte litten an muskulären Problemen. Mehmedi wechselte der FCZ-Trainer zur Pause für Djuric ein, Nikci nach 70 Minuten für Schönbächler. «Es wird Zeit, dass wir im Stade de Suisse gewinnen», hatte Challandes vor dem Spiel getönt. In der Tat war YB angezählt. In der 8. Minute verloren die Berner Verteidiger Mardassi durch einen Platzverweis (Notbremse gegen Alphonse), seit der 23. Minute lagen sie 0:1 in Rückstand.

Wenig sprach für die Berner, als die berühmt-berüchtigte «YB-Viertelstunde» anbrach. Doch Challandes hatte ja noch eine dritte (unsinnige) Auswechslung auf Lager: Nach den «Fragezeichen» Mehmedi und Nikci brachte er nach 80 Minuten den formschwachen Offen­siven Margairaz (für Gajic). Auf der Ersatzbank sassen noch die Verteidiger Stahel und Rodriguez, doch an die Sicherung des ersten Sieges im neuen Jahr verschwendete der Romand keinen Gedanken.

YB dankte: Ein Rundschlag von Magnin ermöglichte Regazzoni das 1:1 (84.). Und es kam für den Leader noch besser: Doumbia setzte sich mit irregulären Mitteln gegen Magnin durch und seine (Hands-)Vorlage hämmerte der neue Stürmer Henri Bienvenu zum 2:1 in die Maschen (94.).

«Wer solche Spiele gewinnt, der hat das Recht zu träumen», kommentierte YB-Coach Vladimir Petkovic. Das darf er – auch dank des offensiven Träumers Bernard Challandes.

http://www.20min.ch/sport/fussball/story/YB-jubelt-in-Unterzahl-27710646

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 Beitrag Verfasst: Montag 1. März 2010, 09:54 
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Zürcher Unterländer, 01.03.2010

Der FCZ verliert weiter an Boden

Zürich kommt nicht auf Touren. Wegen zwei später Gegentreffer verlor der abtretende Meister bei Leader YB 1:2. Henri Bienvenu entschied die Partie in der Nachspielzeit zugunsten der Berner.
Walter J. Scheibli

Ancillo Canepa, der Präsident des FC Zürich, schüttelte am Ende in der Mixed Zone des Stade de Suisse seinen Kopf in Richtung der Journalisten. Daneben gab Mittelfeldspieler Silvan Aegerter Auskunft. Er war als letzter Spieler im Kabinengang eingetroffen und fasste nun den unangenehmen Job, sämtliche Interviewwünsche erfüllen zu müssen. Er tat dies gefasst. «Ich war mir fast sicher, dass wir heute YB packen können», erklärte Aegerter. Aber der FCZ habe die günstige Ausgangslage nicht nutzen können und eine mögliche höhere Führung verpasst. FCZ-Sportchef Fredy Bickel meinte: «Wenn es nicht läuft, verliert man halt auch solche Spiele noch.»
Die Leistung der Zürcher war bis zur turbulenten Schlussphase ansprechend. Und der Ball lief lange Zeit für den FCZ. So zum Beispiel in der 8. Minute, als Issam Mardassi nach einem Notbremsefoul an Alexandre Alphonse die rote Karte sah. Oder kurz darauf. YB-Trainer Vladimir Petkovic wechselte mit dem früheren FCZ-Captain Marc Schneider einen defensiven Ersatz für Mardassi ein. Doch die erste Aktion war ein unglückliches Foul von Schneider. Den fälligen Freistoss verwandelte Milan Gajic zur 1:0-Führung für die Gäste.

Entscheidender Schlag bleibt aus

Was folgte, war viel Hektik. Die Berner Fans hatten mit Schiedsrichter Stephan Studer einen Sündenbock gefunden. Auf eine Reaktion der Mannschaft dagegen wartete man lange Zeit vergebens. Kurz vor der Pause traf Alberto Regazzoni nur die Latte. Der FCZ kontrollierte die Partie vermeintlich, aber das war gefährlich. Die Zürcher verpassten es, gegen den dezimierten und dennoch zusehends offensiveren Gegner zum entscheidenden Schlag anzusetzen. Philippe Koch, der stark spielte, war mit seinem Pfostenschuss in der 70. Minute am nächsten dran.
Die letzte Hoffnung der 20 106 Zuschauer war die legendäre «YB-Viertelstunde», gemeint sind damit die letzten 15 Minuten. Ein herrlicher Pass des ansonsten eher eigensinnigen Seydou Doumbia brachte den Ausgleich, Alberto Regazzoni traf aus der Drehung zum 1:1. Was folgte, war ein offener Schlagabtausch. «Vielleicht haben wir die erneute Führung zu stark gesucht, anstatt wenigstens das Unentschieden zu sichern», meinte Aegerter am Ende. So sah es auch Sportchef Fredy Bickel: «Die Mannschaft wäre nach diesem Spielverlauf auch mit einem Punkt nicht zufrieden gewesen, deshalb suchte sie die Entscheidung.» Diese fiel auch noch, aber auf der anderen Seite.

YB mit Meisterqualitäten

Doumbia, wieder er, passte in der 94. Minute zum eingewechselten Henri Bienvenu, und der Joker traf zum 2:1. Der Jubel im Stade de Suisse kannte keine Grenzen. Es war den YB-Fans auch egal, dass die Vorlage von Doumbia mit dem Oberarm erfolgte und daher nicht korrekt war. Am Ende stand der FCZ mit leeren Händen da. Von der geplanten Aufholjagd im neuen Jahr ist nichts zu sehen, zwei Punkte aus drei Spielen sind die enttäuschende Ausbeute. Erst 25 Zähler hat der Meister auf dem Konto, genau die Hälfte von Leader YB. So wird es schwer werden, sich noch einen Platz in der Europa League zu sichern. Sollte der FCZ die nächsten Heimspiele tatsächlich in Vaduz austragen müssen, würde die Aufgabe noch schwerer. Und YB? Für einen Leader eigentlich eine Enttäuschung. Aber wer solche Spiele gewinnt, hat die Qualitäten für den Meistertitel.

http://www.zuonline.ch/storys/storys.cfm?vID=15049

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 Beitrag Verfasst: Montag 1. März 2010, 09:56 
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NZZ, 01.03.2010

Bedrohter FCZ-Organismus

Weitere Krisenzeichen – 1:2 gegen YB trotz früher Führung und langer Überzahl

Keine Leichtigkeit, keine Ästhetik – der Titelhalter FC Zürich tut sich weiterhin schwer. Nach dem Gastspiel beim Leader YB fragt es sich, ob das Saisonziel erneut revidiert werden muss.

brb. Bern ⋅ Der Begriff Krise meint – wie in soziologischen Texten nachzulesen ist – im ursprünglichen Sinn, dass zusammenhängende Elemente, deren Verbindung als «natürlich» gilt, sich zu trennen beginnen, bis hin zur Möglichkeit ihrer Auflösung und ihres Ausscheidens aus dem Ganzen. Tod oder Heilung, das ist die auf einen Organismus übertragene zugespitzte Frage.

Der FC Zürich ist auch ein Organismus und verrät seit einiger Zeit einige Krisenzeichen. Er ist zerrieben zwischen Champions League, Wirren um den Transfer Abdis, Verletzungspech, Sorgen mit gewalttätigen Fans und um die Heimstätte Letzigrund (Risse in Stahlträgern, die Stadt will am Montag informieren, ob bald wieder gespielt werden kann). Der einst stolze Meister fragt sich, wo die Leichtigkeit im Spiel geblieben ist, die Unbeschwertheit, sich im gegnerischen Strafraum Chance um Chance zu erspielen und auch wundervolle Tore zu erzielen. Diese einst bewunderte Ästhetik, auf immer verloren? Kann eigentlich nicht sein. Oder doch?


Diese und ähnliche Fragen erhielten am Samstag durch das 1:2 gegen YB im Stade de Suisse neue Nahrung. Die Art und Weise des Verlierens muss zum Nachdenken anregen: während 82 Minuten mit 11 gegen 10 Mann (nach Foul Mardassis an Alphonse), eine frühe Führung durch Gajic (23.) – sogar solch exquisite Zuspiele des Schicksals nutzt der FCZ nicht. Die Bilanz auf fremden Plätzen liest sich besorgniserregend: 10 Spiele, 7 Punkte, 12:20 Tore, 1 Sieg (im Oktober 2009 in St. Gallen).

Es passte zur allgemeinen Lage der Zürcher, dass dem Kameruner Bienvenu wenige Sekunden vor dem Ende für die verzweifelt anrennenden Berner noch das 2:1-Siegtor gelang. Dem FCZ-Trainer Bernard Challandes war es nach der Partie nicht unbedingt zum Reden zumute, er hielt aber fest, dass die Ursache der Niederlage «in der eigenen Verantwortung» läge. Und die Dimension der Frage, ob der Meister seine schon in der Winterpause revidierten Saisonziele einer zweiten Revision unterziehen muss, untergrub der Romand, indem er sagte: «Ich bin der Trainer, und als Trainer habe ich immer nur das Ziel, dass das Team besser spielt.»

Die Analyse für die missliche Situation müsse «in der Familie im eigenen Haus geschehen, nicht auf der Strasse», sagte Challandes, andeutend, dass man nach dieser Leistung nicht zur Tagesordnung übergehen kann. Der Spielmacher Aegerter bemängelte, «sich in der Monopolisierung des Balles in der eigenen Platzhälfte» verloren zu haben.

Der YB-Trainer Vladimir Petkovic war in anderer Gefühlslage und verteidigte die taktische Disposition, nach dem Platzverweis gegen Mardassi den Verteidiger Schneider für den Stürmer Lustrinelli eingewechselt zu haben. Es sei ein «kalkulierter Zug» gewesen mit dem taktischen Sinn, «trotz Handicap kontrolliert und diszipliniert weiterzufahren». Der Goalie Wölfli lobte die «Kommunikation und die Kompaktheit» in einer für YB delikaten Situation.

Die Zürcher fanden mitten im Jubel der Erleichterten nichts Lobenswertes. Sie mussten sich auf der Heimfahrt nebst der Verarbeitung des Geschehenen zusätzlich damit befassen, die Heim spiele möglicherweise bis auf weiteres im Vaduzer Rheinpark zu absolvieren. Der FCZ-Präsident Ancillo Canepa sagte schlicht, wenn der Letzigrund gesperrt bleibe, sei das so. Auch nicht gerade eine Aussicht, die einen bedrohten Organismus in der Krise stabilisiert.

http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/bedrohter_fcz-organismus_1.5109992.html

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 Beitrag Verfasst: Montag 1. März 2010, 09:57 
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Der Bund, 01.03.2010

«Wer solche Spiele gewinnt, wird Meister»

YB drehte gegen den FC Zürich einen Match, der eigentlich schon verloren schien. Regazzoni und Bienvenu schossen die Tore für die dezimierten Berner.

Es war der meistgehörte Satz nach einem aufwühlenden Finale mit einem höchst glücklichen Sieger. «Wer solche Spiele gewinnt, wird Meister», sagte FCZ-Verteidiger Ludovic Magnin, als er in der Mixed-Zone an Marco Wölfli vorbeischlurfte und ihn freundschaftlich in die Seite kniff. Der Ex-Thuner Silvan Aegerter wies darauf hin, dass solche Siege in einem Titelkampf von enormer Bedeutung sein können. «Sie bestärken einem in dem Gefühl, dass man es schafft.» YB-Trainer Vladimir Petkovic meinte, wer einen Match, der so schlecht begonnen habe, noch gewinne, habe «das Recht zu träumen, dass er Ende Saison nicht mit leeren Händen dasteht».

Der Abend, der für die Berner Fussballer und ihren Anhang in schierer Glückseligkeit endete, hatte für sie denkbar schlecht begonnen. Issam Mardassi riss in der 8. Minute als hinterster Mann Djuric zu Boden. Schiedsrichter Studer zögerte keinen Augenblick und zeigte dem ungestüm und unglücklich agierenden Verteidiger die rote Karte. Der Bestrafte und seine Teamkollegen waren entsetzt, die Fans pfiffen, schimpften und fuchtelten wild mit den Fäusten. Für Petkovic war der Ausschluss «eine etwas zu harte Entscheidung». Marco Wölfli, der näher beim Tatort gestanden hatte als sein Trainer, wollte sich dazu nicht äussern. «Ich habe nicht genau gesehen, was passiert ist.»

Die Szene, die YB in Unterzahl versetzte, prägte den Match bis weit in die zweite Halbzeit hinein. Der Gast aus Zürich kontrollierte das Geschehen, ohne dass er aber deswegen brilliert hätte. Was ihm vor allem fehlte: der Zug und das Tempo, wenn es Richtung gegnerisches Tor ging. Richtig gefährlich vor dem YB-Tor wurde es eigentlich nur dreimal: Der erste Versuch landete im Netz (23. Freistoss von Gajic), der zweite am Pfosten (70. Koch), der dritte kurz vor Schluss knapp neben dem Gehäuse (Alphonse). Sie hätten den Ball wohl häufig in ihrem Besitz gehabt, «doch zumeist nur in der eigenen Hälfte. Dort schiesst man keine Tore», kritisierte Aegerter.

Die Harmlosigkeit des FCZ war das Glück des Tabellenleaders, der sich lange Zeit sehr schwer tat. Zugegeben: Er hatte wegen des frühen Platzverweises unter erschwerten Bedingungen seine Arbeit zu verrichten. Dennoch war auch gegen den FCZ erkennbar, dass ihm die schiere Leichtigkeit des Seins, die ihn in der Vorrunde begleitete, weitgehend abhanden gekommen ist in den letzten Wochen. Die schönen Spielzüge sind rar geworden. Die jüngsten Siege sind das Produkt von viel Kampf und Krampf sowie einer gehörigen Portion Wettkampfglück. Gegen Luzern kam YB in erster Linie zu drei Punkten, weil der Gegner beste Torchancen ausliess. In St. Gallen erzielte Regazzoni das 1:0 aus einer Offsideposition. Gegen Zürich hatte YB insofern Glück, als beim siegbringenden Tor in der Nachspielzeit weder Schiedsrichter Studer noch sein Assistent an der Linie sahen, dass Doumbia den Ball mit der Hand berührt hatte, bevor er ihn zu Bienvenu zurücklegte.

Yapis Zurückversetzung

Die verrückten Schlussminuten mit dem Happy End für seine Mannschaft ersparten Vladimir Petkovic kritische Fragen zu seinen Dispositionen. Beispielsweise, wieso er nach Mardassis Ausschluss nicht Sutter auf dessen Position beliess und stattdessen Schneider (für Lustrinelli) einwechselte? Oder wieso er im Zentrum den völlig wirklungslosen Hochstrasser nicht durch Yapi ersetzte?

Am Samstag wurde offensichtlich, dass der gestrenge Übungsleiter nicht mehr auf Yapi setzt, seit dieser zur Unzeit bekannt gegeben hat, er wechsle im nächsten Sommer zum FC Basel. Der Ivorer gehörte nicht mal zu den drei Akteuren, die der kroatisch-schweizerische Doppelbürger im Verlauf der Begegnung einwechselte. Auf dessen Zurückversetzung angesprochen, liess sich Petkovic nicht aus der Reserve locken: «Yapi hat heute nicht zu den 11 Spielern gehört, die ich für dieses Spiel ausgewählt habe.» Damit war für ihn das Thema erledigt.

Solange YB erfolgreich spielt, dürfte Yapis Platz vornehmlich die Ersatzbank sein. Das ist hart für den 28-Jährigen, der in der Vorrunde eine der zentralen Figuren war. Seine Rolle übernommen hat Thierry Doubaï, der sich nach langer Verletzungspause Schritt für Schritt an sein früheres Niveau herantastet.

Joker Bienvenu sticht

Seydou Doumbia, der YB nach dieser Saison ebenfalls verlässt, muss vorerst nicht um seinen Stammplatz bangen. Gegen den FCZ gelang ihm zwar lange Zeit herzlich wenig, doch in der Schlussphase hatte er bei beiden Toren entscheidenden Einfluss. Sein möglicher Nachfolger, Henri Bienvenu, setzte bei seinem ersten Einsatz im Wankdorf ein erstes Ausrufezeichen. Der 22-jährige Kameruner schoss in der 94. Minute Doumbias Rückgabe ins Netz. Nach dem Schlusspfiff liess er sich von seinen Teamkollegen feiern. Später in der Mixed-Zone war er darauf bedacht, ja nichts Unbedachtes zu sagen. Es sei schön, dass ihm ein Tor gelungen sei. Doch er müsse weiter hart an sich arbeiten, sagte der scheue Bienvenu. Er habe noch Reserven. Derzeit könne er etwa 85 Prozent seines Leistungsvermögens abrufen.

Zwei Gefühlswelten nach dem 2:1 in der 94. Minute: Dudar (rechts) kann das YB-Glück kaum fassen, während beim FCZ Konsternation herrscht.

http://www.derbund.ch/sport/fussball/Wer-solche-Spiele-gewinnt-wird-Meister/story/20684045

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 Beitrag Verfasst: Montag 1. März 2010, 09:59 
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Tagesanzeiger, 01.03.2010

Statt Pyros nur Hanf konfisziert

Beim YB–Heimspiel gegen den FC Zürich unterstützte die Polizei erstmals den Sicherheitsdienst bei den Einlasskontrollen – mit mässigem Erfolg. Immerhin: Nach dem «Hochrisikospiel» blieb es ruhig.

Eine Stunde vor dem «Hochrisikospiel» zwischen YB und dem FC Zürich vor dem Gästesektor des Stade de Suisse: Der Extrazug aus Zürich ist angekommen, lautstark nähern sich die Zürcher dem Stadion. Was auffällt: Die Eingänge sind getrennt. Damen rechts, Herren links. Das ist neu und hat seinen Grund. Erstmals werden die Angestellten des privaten Sicherheitsdienstes, der die Einlasskontrollen durchführt, von einer Gruppe Polizisten unterstützt. Wenn vermutet werde, dass eine Person «pyrotechnisches Material» im Intimbereich ins Stadion schmuggeln wolle, können sie die Polizisten in einem dafür vorgesehenen Raum einer Leibesvisitation unterziehen, erklärt Dieter Schärer, der Einsatzleiter der Polizei an diesem Samstag. Frauen würden dabei von Polizistinnen untersucht, Männer von Polizisten.

Mit den verschärften Kontrollen wird ein zentraler Punkt erfüllt, auf den sich die Berner Klubs letzten November mit der Stadt geeinigt hatten. Sechs uniformierte Beamte stehen auf den Treppen zum Gästesektor, ebenso viele sind es vor Sektor D, wo die YB-Fans ins Stadion strömen. Die meiste Zeit tun sie nichts, ausser Präsenz zu markieren. «Händer Arbetsplätz gschaffe», höhnt ein Matchbesucher.

Polizei geht nicht an die Wäsche

Hin und wieder erweisen sich die Polizisten als tüchtige Helfer der Sicherheitskräfte: Sie rollen auf den Treppenstufen Fahnen aus, um darin verborgene Gegenstände aufzuspüren, oder spähen durch hohle Fahnenstangenrohre. Und sie machen Stichproben: Zwei von ihnen bringen einen jungen Mann hinter die Sichtschutzwände, wo er seine Taschen leeren muss. Bei einigen Matchbesuchern sei Cannabis gefunden worden, sagt Schärer am Tag darauf. Sie müssen mit einer Busse rechnen. An die Unterwäsche gehen die Polizisten an diesem Abend allerdings niemandem. Laut Schärer wurden keine Leibesvisitationen im Intimbereich durchgeführt.

Beim Führungstor des FC Zürich wird gewiss: Auch die Polizisten konnten nicht verhindern, dass «Pyros» ins Stadion geschmuggelt werden. Zur Feier des Tores zünden die FCZ-Fans mehrere Fackeln. Noch nicht erloschen, werden diese auf die unteren Sitzreihen geworfen. Dort sitzt zwar zum Glück niemand, allerdings liegen meterlange Schriftbanner auf den Sitzen, die zu Beginn des Spiels in die Höhe gehalten worden waren. Nun drohen sie, durch die Fackelreste Feuer zu fangen. Doch ein paar Männer zertreten die Glut mit den Füssen, der Einsatz von zwei herbeigeeilten Feuerwehrmännern wird nicht nötig.

Die Ruhe nach dem Spiel

Mehr noch als das Auge werden die Ohren strapaziert. Das Publikum im Stadion schreckt zusammen, als ein sehr lauter Knallkörper gezündet wird. «Die Zutrittskontrolle ist Sache des Veranstalters», sagt Schärer, «dass Fackeln und Knallkörper ins Stadion kommen, kann die Präsenz der Polizei nicht verhindern». Bis kurz vor Spielende haben die Anhänger des FC Zürich allen Grund, ausgelassen zu sein – doch dann wendet sich das Blatt. YB gleicht zuerst aus, und in der Nachspielzeit erzielen die Berner gar noch den Siegestreffer. Die Frustration der Zürcher ist gross – und wird nicht kleiner dadurch, dass sie nach Abpfiff des Spiels noch warten müssen, bis sie das Stadion verlassen dürfen. Der Lärm von Hunderten von Händen, die an die Metallwände poltern und Auslass fordern, lässt wenig Gutes erahnen. Dann öffnen sich die Tore, die Menschen stürmen aus dem Stadion. Doch die Fantrennung funktioniert, die Zürcher werden durch die abgesperrte Gasse zu ihrem Extrazug begleitet, ohne dass es zu nennenswerten Scharmützeln mit Bernern kommt. Die Unterstützung eines Untersuchungsrichters ist an diesem Abend nicht nötig (siehe Interview unten). Der Zug fährt los, nach einem verhältnismässig friedlichen «Hochrisikospiel» kehrt die abendliche Ruhe ein.

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Statt-Pyros-nur-Hanf-konfisziert/story/23233522

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 Beitrag Verfasst: Montag 1. März 2010, 15:53 
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BAZ, 01.03.2010

Der Meister auf Abschiedstournee

Auch beim 1:2 in Bern zahlte der FC Zürich für seine fehlende Durchschlagskraft und Entschlossenheit. Der Misserfolg hat bei ihm inzwischen System.

Der FCZ ging in die Saison, um den Meistertitel zu verteidigen, Cupsieger zu werden und die Champions League zu erreichen. Und als er in der Champions League war, reifte die Idee, im Europacup überwintern zu wollen.

Die Champions League erreichte er, was keinen mehr mit Stolz erfüllte als Präsident Ancillo Canepa. Im November war es vorbei mit der vermessenen Hoffnung, im neuen Jahr wenigstens noch in der Europa League vertreten zu sein, ebenso kein Thema mehr war nach einem 2:4 in Basel der Cup. Und in der Super League ist der FCZ seit langem ein Meister auf Abschiedstournee.

Der FCZ blieb ungefährlich

Das 1:2 am Samstag in Bern lieferte besten Anschauungsunterricht, warum das so ist. Das Spiel entwickelte sich wohl für die Zürcher, nach 8 Minuten und Mardassis Notbremsefoul an Alphonse waren sie personell in Überzahl und nach 23 Minuten und Gajic’ Freistosstor auch resultatmässig im Vorteil. Sie brauchten weiter gar nicht übermässig viel zu tun, um den Gegner unter Kontrolle zu halten. Das erledigte der Gastgeber mit seiner spielerischen Unordnung und Fehlerhaftigkeit lange Zeit gleich selbst. Dass er bis in die 84. Minute nur zweimal so richtig gefährlich wurde, bei einem Lattenschuss von Regazzoni und einer vorzüglichen Chance für Hochstrasser, sagte alles über seine Schwierigkeiten an diesem Tag.

Der FCZ spielte in der eigenen Platzhälfte sein Programm ungefährdet herunter. Kaum jedoch hatte er die Mittellinie einmal überschritten, ging ihm jegliche Inspiration und Intensität ab. Mittelfeldspieler Silvan Aegerter umschrieb den Missstand punktgenau: «Wir hatten viel Ballbesitz in der eigenen Platzhälfte, aber da schiesst man keine Tore.»

Alphonse als Sinnbild

Natürlich lässt sich an vielen anderen Spielen trefflich beschreiben, dass der FCZ eigentlich gut genug gewesen wäre, um zu gewinnen oder nicht zu verlieren. Präsident Canepa kann Beispiele von vielen verlorenen Punkten nachliefern. Natürlich mag von unglücklichen Umständen reden, wer wie der FCZ in Bern die entscheidenden Gegentore erst in der 84. und 94. Minute erhält. Aber wenn sich die Geschichte wiederholt und die Erfolglosigkeit zur zweifelhaften Routine wird, dann lässt sich das nicht mit Zufall oder Pech erklären. Dann gibt es grundlegende Mängel im System. Und im Fall des FCZ heissen dieses Mängel fehlende Durchschlagskraft, Effizienz und Abgeklärtheit.

Alexandre Alphonse ist ein Sinnbild dafür: bezeichnend sein Hang, lieber den Fuss zurückzuziehen statt dagegen zu halten, bezeichnend die Verwarnung für sein Fallenlassen im gegnerischen Strafraum. Eric Hassli in der Form der Vorsaison fehlt, ebenso Johan Vonlanthen in der Verfassung des Herbsts. Bernard Challandes muss als Trainer damit fertig werden, dass er für diese Spieler keinen Realersatz hat; dass kein Djuric, Schönbächler, Nikci und Mehmedi - am Samstag alle im Einsatz - den Stellenbeschrieb für einen Torjäger erfüllt.

Die Mannschaft habe in der zweiten Halbzeit Angst gehabt zu gewinnen, beklagte Challandes den Tatbestand der Mutlosigkeit, «das war nicht gut». Er war darüber nicht nur enttäuscht, er war verärgert. Ein Pfostenschuss von Philippe Koch war die ganze Ausbeute. Koch ist Aussenverteidiger.

Es ehrte Challandes, dass er nicht auf das Handspiel verwies, mit dem Seydou Doumbia das Siegtor von Henri Bienvenu vorbereitete. Er unterliess es aber auch, von Ludovic Magnin zu sprechen und dessen Mitschuld am Ausgleich. Unbedrängt und ungelenk verschuldete der Verteidiger am Strafraum den Querschläger, dem der Ausgleich durch Alberto Regazzoni folgte. Challandes verordnete sich selbst Stillschweigen, um nichts Unbedachtes über die Spieler zu sagen: «Es ist wie in einer Familie. Wir reden im Haus, nicht auf der Strasse.»

Mitte September hatte der FCZ in der Meisterschaft noch alle Hoffnungen, den Titel verteidigen zu können. Nach neun Runden und dem 4:3 gegen die Grasshoppers war er Tabellenvierter, sieben Punkte hinter YB. Drei Tage später begann das Eintauchen in die zu anforderungsreiche Welt der Champions League. Dem 2:5 gegen Real Madrid folgte eine Woche später das 0:3 in Bern, als der FCZ spielerisch gar deklassiert wurde.

Erschreckender Rückstand

Seither ist die Statistik trüb wie Novemberwetter. 10 Punkte und 13 Tore aus den letzten 12 Meisterschaftsspielen; 1 Sieg, 5 Remis und 6 Niederlagen in den letzten 12 Pflichtspielen, inklusive Europacup und Schweizer Cup; Rang 8, erschreckende 25 Punkte Rückstand auf die Young Boys.

Was jetzt noch das Ziel sei, wurde Challandes am Samstag gefragt. Sie müssten es besser machen, antwortete er schmallippig. Übersetzt heisst das: endlich einmal effizient sein, mutig sein, leidenschaftlich sein.

Als letzte konkrete Vorgabe für diese Saison ist Platz 3 oder 4 übrig geblieben, ein Platz in der Europa League. Sie ist bescheiden im Vergleich zu den Ansprüchen von einst. Wenigstens ist sie noch erreichbar. Noch.

http://bazonline.ch/sport/fussball/Der-Meister-auf-Abschiedstournee/story/24188216

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