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 Beitrag Verfasst: Freitag 25. Juli 2008, 07:20 
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esapce.ch, 25.07.2008

YB verschenkt erneut den Sieg

Wie im Startspiel gegen Basel verliert YB auch in Sion 1:2. Diesmal war der Leistungsabfall noch krasser als gegen den FCB.

Die Gesichter waren angespannt, sie verrieten Ärger, Zorn und Wut, und als die YB-Spieler eilig in die Kabine schritten, taten sie das mit jener energischen Haltung, die man zuvor auf dem Spielfeld vermisst hatte. Wieder verlor YB 1:2, wie im Startspiel gegen Basel, wieder hatten die Berner gegen einen lange Zeit erschreckend schwachen und harmlosen Gegner eine Führung verspielt, und wieder hatten sie durch ein unerklärliches Nachlassen nach der Pause drei Punkte regelrecht verschenkt. Die gestrige Niederlage in Sion aber war noch eine Spur schlimmer als jene gegen den Meister. Denn nach einer gelb-roten Karte gegen Sions Serey Die in der 42. Minute durfte YB über eine Halbzeit lang (und 1:0 in Führung liegend) mit einem Spieler mehr agieren – und erspielte sich keine Torchance mehr.

Andermatt war sauer

Martin Andermatt war fassungslos, als er die erneute Niederlage seines Teams analysierte. «Wir haben aufgehört, Fussball zu spielen. Wir haben nach der Pause alles falsch gemacht und nichts so, wie wir es in der Kabine besprochen hatten», sagte der YB-Trainer. Andermatt war sauer; er stellte sich nicht, wie nach dem 1:2 gegen Basel, vor seine Spieler. «Keiner hat sich in der zweiten Halbzeit aufgebäumt», sagte Andermatt. Erklären konnte auch er sich den unbegreiflichen Leistungsabfall seiner Belegschaft nicht. YB fehlte gestern erneut ein Leader auf dem Feld, das Team hat noch keine Konturen und vermag auf veränderte Situationen nicht zu reagieren. «Dieses Spiel hätten wir niemals verlieren dürfen», sagte Andermatt. Es klang ratlos.

Früh waren die Berner gegen einen unsortierten Gastgeber zu ersten Chancen gekommen, sie starteten gefällig und erzielten in der 25. Minute gegen ein desolates Sion das logische 1:0 – Verteidiger Kali lenkte einen Ball ins eigene Tor. Sion wusste sich bloss mit überharter Spielweise zu wehren, Rauhbein Serey Die wurde noch vor der Pause des Feldes verwiesen. Wie schon Basel reagierte auch Sion mit einem geschickten Doppelwechsel und veränderte damit die Spielrichtung. Die zur Pause eingewechselten Julien Brellier und Saidu Adeshina wirbelten, YB verlor Thomas Häberli und Eudis durch Verletzungen, agierte nur noch defensiv und war nicht mehr fähig, einen konstruktiven Angriff zu lancieren.

Zwei krasse Abwehrfehler

Sion kämpfte, biss und litt, YB wartete, tändelte und bettelte förmlich um den Ausgleich. Keiner nahm das Heft in die Hand, die meisten Spieler waren mit sich selbst genug beschäftigt, die Verunsicherung war spürbar, und verbunden mit defensiver Nachlässigkeit und individueller Überheblichkeit war das ein fataler Mix für die Young Boys. Zuerst foulte Marc Schneider am Strafraumeck unmotiviert den schnellen Virgile Reset – Olivier Monterrubio verwandelte den Elfmeter in der 64. Minute zum 1:1. Und was sich Kamil Zayatte eine Viertelstunde später als hinterster Mann leistete, grenzte an Arbeitsverweigerung. Er wollte Adeshina austricksen, verlor den Ball und das Laufduell und letztlich das Spiel, weil Adeshina danach YB-Goalie Marco Wölfli elegant umspielte und den Ball ins leere Tor schob. Die beiden Gegentore passten zum völlig verpatzten Berner Ausflug ins Wallis ebenso wie jene unverbesserlichen Chaoten im YB-Fansektor, die ständig Leuchtpetarden abbrannten – die Busse für den Verein wird happig sein.

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 Beitrag Verfasst: Freitag 25. Juli 2008, 07:22 
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NZZ, 25.07.2008

YB – eine unergründliche Mannschaft

Sitten lange konfus, aber am Ende dennoch 2:1 erfolgreich

YB hat nach der Niederlage gegen Basel auch das zweite Saisonspiel verloren – 1:2 gegen den FC Sion. Dem FC Aarau gelang der zweite Erfolg mit einem 2:0 in Vaduz.


Wie ist dieser rätselhafte Kontrollverlust zu erklären, diese abbröckelnde Spiellust? Die Young Boys sind in der noch jungen Saison eine unergründliche Mannschaft, bei der nichts ist, wie es scheint. 1:2 verlor sie gegen den FC Sion, und sie wird sich noch lange verwundert fragen, weshalb sie es erneut nicht verstanden hat, eine gute Leistung während der gesamten Spielzeit zu konservieren. Eine Halbzeit lang amüsierten sich die Berner über die anarchischen Zustände im FC Sion, bei dem nichts so war, wie es sein sollte. Fast gar nichts passte bei den Wallisern zusammen.


YB wieder bestraft

1:0 führten die Young Boys zur Pause, nachdem ein Kopfball Eudis' vom Sittener Verteidiger Kali abgefälscht worden war. Die Berner waren überlegen, weil sie sich im Unterschied zu den Sittenern an einem Spielkonzept orientierten. Nach dem Platzverweis gegen den Ivoirer Serey Die in der 42. Minute spielten die Berner sogar in Überzahl. Sie sollte in der Folge in keiner Weise spürbar oder gar ein Vorteil für YB sein. Die Young Boys sind derzeit das Gegenbild zum FC Zürich. Während der wiederholte Leistungsabbau des FCZ bisher folgenlos geblieben ist, wird YB das Nachlassen nicht verziehen. Weder vom FCB am letzten Freitag noch gestern gegen Sitten. Und jetzt werden die Berner auch noch von Verletzungssorgen geplagt: Eudis und Häberli schieden mit Rippenverletzungen aus, Varela konnte wegen Kniebeschwerden gar nicht erst spielen.
Der Franzose Monterrubio soll die neue Kompassnadel des FC Sion sein, ein Spieler mit Augen an den Füssen, die genau sehen, wo der Ball hin muss. Nichts hatten die Walliser nach der Startniederlage gegen Aarau nötiger. Von 2004 bis 2006 war Monterrubio bei Rennes der beste Passgeber der französischen Liga, seine Ideen waren unvollendete Tore. Aber gegen YB war der linke Fuss des 32-Jährigen viele Minuten blind, weil Monterrubio noch nicht weiss, wohin die Stürmer rennen, wenn er den Bällen Fahrt gibt. Er nahm sich deshalb die einfachste Aufgabe im Fussball vor: Nach einem Foulspiel von Schneider an Reset traf Monterrubio nach etwas mehr als einer Stunde per Elfmeter zum 1:1. Und plötzlich war der Franzose der Herzschrittmacher, den die Sittener bisher so schmerzlich vermisst hatten.
Zurück zu den GrundtugendenZuvor war die Verbindung von Monterrubio zu den Kollegen lange gestört, aber das war nicht das einzige Durcheinander, das der FC Sion gegen YB anrichtete. Der Ivoirer Serey Die, in seiner Spielweise dem ehemaligen Sittener und Schweizer Internationalen Gelson Fernandes sehr ähnlich, war einer der wenigen im Walliser Team, der in der Unordnung die Übersicht zu halten versuchte. Sein berechtigter Platzverweis nach der zweiten gelben Karte warf die Sittener allerdings nicht endgültig ins Chaos – im Gegenteil.
Vermutlich haben die Spieler noch nicht allzu viel von dem verstanden, was Trainer Stielike von ihnen verlangt. Aber in der Not erinnerten sie sich an die Grundtugenden, die jedem Fussballer bekannt sein müssen. Sie waren aggressiver als der Gegner, sie erhöhten die Laufbereitschaft, und Stielike half ihnen dabei, weil er zu den richtigen Personalmassnahmen griff. Der für den wirkungslosen Saborio eingewechselte Stürmer Adeshina traf in der 79. Minute zum 2:1, nachdem der YB-Verteidiger Zayatte den Ball fahrlässig verloren hatte.
Einige eindringliche Worte des Trainers werden die Sittener Spieler aber rasch verinnerlichen müssen: Gut war ihre Leistung an diesem Abend insgesamt nicht gewesen, nur das Aufbäumen war eindrücklich. Eine stilsicherere Mannschaft als YB hätte dies aber kaum zugelassen.

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 Beitrag Verfasst: Freitag 25. Juli 2008, 07:24 
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NZZ, 25.07.2008

Young Boys im Tabellenkeller

YB ist der Start zur neuen Saison missraten. Der Meisterkandidat leistete sich gegen Sion gravierende Fehler und eine vermeidbare 1:2-Niederlage. Den Bernern entglitt ein 1:0-Vorteil trotz 48-minütiger Überzahl.
Den Flop der Runde verschuldete zweifelsfrei der Young Boy Zayatte. Ohne jegliche Not verstolperte er beim Stand von 1:1 wie ein unbedarfter Amateur den Ball. Sions Joker Adeshina schlug die Offerte nicht aus und versetzte den naiven Bernern elf Minuten vor Schluss den Knock-out. Der Gegenschlag sass tief, eine angemessene Reaktion blieb aus.

63 Minuten lang enttäuschten vor allem die Walliser. Fortschritte waren auch im zweiten Spiel unter der Leitung von Ulli Stielike kaum erkennbar. Eine schwache Abwehraktion von Marc Schneider veränderte alles. Der YB-Verteidiger verpasste im eigenen Strafraum den Ball, Virgile Reset wehrte sich nicht gegen den Sturz und Top-Transfer Olivier Monterrubio verwertete den Penalty souverän.
Sion zog sich nach dem Ausgleich zurück und überliess das Terrain dem verblüffend harmlosen Favoriten. Trotz mehr "Man-Power" auf dem Feld - der Sittener Serey Die hatte wenige Minuten vor der Pause Gelb-Rot gesehen - fehlte YB aber die Übersicht; der eine oder andere Berner hätte sich in jener Phase wohl Hakan Yakin zurückgewünscht. Ohne ihren verkauften Leader operierte die Offensivabteilung nach dem Schema "Z" - "Z" wie Zufall. Das Führungstor von YB ermöglichte Kali bezeichnenderweise mit einem Eigentor.
Die Young Boys verloren im Tourbillon nicht nur unnötig drei Punkte, sondern auch ihren neuen Captain. Thomas Häberli schied mit einer Rippenverletzung aus. Sein Ausfall trifft die Berner in ihrer bereits unerwartet heiklen Lage womöglich hart. Seine Skorer-Qualitäten wären Gold wert.


Sion - Young Boys 2:1 (0:1).
Tourbillon. - 13 000 Zuschauer. - SR Bertolini. - Tore: 25. Kali (Eigentor) 0:1. 64. Monterrubio (Foulpenalty) 1:1. 79. Adeshina 2:1.
Sion: El Hadary; Vanczak, Kali, Nwaneri, Bühler; Serey Die, Ahoueya; Reset (76. Alioui), Crettenand (46. Brellier), Monterrubio; Saborio (46. Adeshina).
Young Boys: Wölfli; Schwegler, Zayatte, Ghezal, Schneider; Schneuwly (65. Baykal), Yapi, Hochstrasser, Raimondi; Eudis (71. Frimpong), Häberli (50. Lüscher).
Bemerkungen: Sion ohne Paito, Sarni, YB ohne Doubai, Portillo, Varela, Denervaud (alle verletzt), Regazzoni (nicht im Aufgebot). 42. Gelb-Rot gegen Serey Die (Foul). Verwarnungen: 14. Ahoueya, 30. Serey Die, 38. Hochstrasser (alle Foul), 48. El Hadary, 67. Eudis (beide Reklamieren), 81. Bühler (Foul).

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 Beitrag Verfasst: Freitag 25. Juli 2008, 12:11 
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Beiträge: 210
Wohnort: Ostkurve Bern
Es ist noch zu früh, gleich die ganze Saison schlecht zu reden! Das Glück wird auch wieder auf unsere Seite stehen.. Für den Rest der Saison bin ich einigermassen optimistisch, Platz 3 sollte möglich sein.
Realistisch betrachtet, kommen wir jedoch nicht über einen Mittelfeldplatz hinaus.

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