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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Februar 2022, 23:35 
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YB verkauft Christopher Martins an Spartak Moskau

Der Umbau bei YB geht weiter! Mit Christopher Martins verlässt der nächste Stammspieler die Berner – und wechselt nach Russland. Die Suche nach Ersatz läuft.

Das Wichtigste in Kürze

- Spartak Moskau angelt sich Christopher Martins vom Schweizer Meister YB.
- Damit geben die Berner den nächsten Leistungsträger ab.
- Auch Jean-Pierre Nsame spielt mindestens bis im Sommer in Italien für Venedig.

YB muss den Abgang eines weiteren Leistungsträgers verkraften. Mittelfeld-Motor Christopher Pereira verlässt den Meister in Richtung Spartak Moskau. «Seine physische Spielweise hat unserer Mannschaft gut getan», sagt Sportchef Spycher im Club-T.

«Er hat seine Qualitäten in den letzten Jahren eindrücklich bewiesen und sich den Transfer redlich verdient», so Spycher weiter. Der 24-Jährige wechselte 2019 aus Lyon in die Bundesstadt. Jetzt zieht es ihn vorerst leihweise in die russische Hauptstadt.

Wie YB schreibt, greift dann eine Kaufpflicht für Spartak. Das Arbeitspapier von Martins soll in Moskau gleich bis 2027 laufen.

Der Deal soll offenbar lukrativ sein. Denn: Laut mehreren Medienberichten soll Spartak für den 49-fachen luxemburgischen Nationalspieler rund 10 Millionen zahlen! Stimmt diese Zahl nur annähernd, ist der Deal aus Berner Sicht nachvollziehbar.

Bei YB will man auf den Abgang reagieren. «Es wird sicher noch etwas gehen, wir werden noch Spieler verpflichten – wieviele wird man sehen», so Sportchef Spycher. «Gerade auf der Position von Martins wollen wir die physische Komponente ersetzen.»

Kader von YB stark umgebaut

Martins ist nach Silvan Hefti (Genua), Michel Aebischer (Bologna) und Jean-Pierre Nsame (Venezia) schon der vierte gewichtige Abgang beim Meister. Zudem verlässt Nicola Bürgy den Club in Richtung Viborg (Dänemark) und Alexandre Jankewitz spielt leihweise bis Sommer für den FCSG.


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-ve ... u-66097619

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Februar 2022, 23:36 
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YB schuldet seinen Stars Ausland-Traum – und macht alles richtig!

Es geht was bei YB: Gleich vier Stars verlassen den Meister in Richtung Ausland. Die Berner machen alles richtig, findet Nau.ch-Chefredaktor Micha Zbinden.

Das Wichtigste in Kürze

- Gleich vier YB-Stars wechseln ins Ausland, dafür kriegen die Berner Millionen.
- Das Kader bleibt aber stark genug, um den Titel zu holen.

Silvan Hefti (24) geht für ungefähr fünf Millionen Franken nach Genoa, Bologna zahlt für Michel Aebischer (25) gegen vier Millionen.

Gestern, am letzten Transfertag, füllt YB nochmals seine Kassen: Für Jean-Pierre Nsame (28) gibt es viel Geld, wenn er im Sommer fix bei Venezia bleibt. Und Spartak Moskau blättert für Christopher Martins (24) sogar gegen zehn Millionen hin!

Nein, Geldprobleme kennt Gelb-Schwarz trotz Corona-Pandemie eher weniger. Das Problem hatten sie aber wegen den Einnahmen aus der Champions League (geschätzte 35 Millionen) schon vorher nicht.

Dass YB sein Einverständnis zu allen diesen Transfer gibt, hat damit zu tun, dass YB seinen Spielern, die vier Meistertitel in Folge geholt haben, etwas schuldet. Und zwar den Traum einer Karriere in einer tollen Liga! Bei YB werden Karrieren geplant, es hat Konzept.

Es ist also nichts als richtig, dass YB-Sportchef Christoph Spycher seine Stars ins Ausland ziehen lässt. Er hält Wort.

Auch der schon 28-jährige Nsame kann sich nun seinen Traum erfüllen. Und YB kriegt für den Torjäger wohl noch gutes Geld. Hätte sich Nsame nicht so schwer verletzt, wäre er schon längst im Ausland.

Ob der Transfer aus Sicht des noch nicht fitten Spielers Sinn ergibt, ist eine andere Frage. Ebenso, ob er jemals wieder so gut wird wie früher.

Blutet YB aus? Nein! Das Kader war viel zu gross für nur noch einen Wettbewerb.

Trotz den Abgängen bleibt der Meister sportlich durchaus kompetitiv: Im Sturm ist das Angebot mit Kanga, Elia, Siebatcheu, Mambimbi und Fassnacht gross.

Das zentrale Mittelfeld ist beim Meister mit Sierro, Rieder und Lauper weiterhin genügend bestückt. Und auch Captain Lustenberger könnte bei Bedarf nach vorne ins Zentrum rücken. Zudem sagt Sportchef Spycher am Montag, dass man auf den Abgang von Martins reagieren will.

Bleiben die Berner vor Verletzungen verschont, kann das aktuelle Kader weiterhin für den Titel reichen. Zudem bleibt das Schweizer Transferfenster ja bis Mitte Februar offen. Da schlägt YB mit voller Kasse zu.


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-sc ... g-66097560

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Samstag 5. Februar 2022, 00:24 
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Erich Vogel zweifelt an den Schweizer Serie-A-Transfers

Elf Spieler wechselten aus der Swiss Football League in eine Top-5-Liga. Die meisten davon in die Serie A. Erich Vogel ist davon nicht begeistert. Im Fussball-Talk Heimspiel bei blue Sport erklärt er wieso.

«Für mich sind sie nicht zu guten Klubs gegangen», kritisiert Erich Vogel die jüngsten Transfers von Silvan Hefti, Michel Aebischer und Co. Der 83-Jährige glaubt, dass die Serie-A-Klubs aufgrund der wieder besser werdenden Corona-Situation merken, dass die Zuschauer wieder in die Stadien kommen und deshalb in die Mannschaft investieren wollen.

Die Super League biete sich da an. «Schweizer sind relativ billig und man hat sie auch etwas zu billig weggegeben», findet Vogel – und weiter: «Hefti wird nächstes Jahr in der Serie B vor 3’000 Zuschauern im Schnitt spielen, das wird er dann noch zu spüren bekommen. Und Aebischer … ich wäre nicht gegangen.»

Zudem kritisiert Vogel, dass die meisten einen Transfer nach Italien gewählt hätten. «Italien ist das schwächste Land von den Big-5. Die Löhne sind auch ziemlich runtergegangen. Man ist da nicht Grossverdiener. Deshalb wird es der eine oder andere im Sommer bereuen.»

Gefährliche Entwicklung bei YB

Vogel ist zudem überzeugt, die Berner Young Boys hätten nicht so viel Geld eingenommen, wie sie alle glauben lassen wollen. «Diese Transfersummen, die stimmen hinten und vorne nicht. Vor allem die von YB», so die die GC-Koryphäe. «Wenn man mit den Italienern redet, dann sind die viel tiefer. Und dann kommen noch all die Beteiligungen für die Spieler und Agenten hinzu. Was am Ende bleibt, das ist viel tiefer.»

Es sei aber auch klar, dass der Klub sich gut darstellen wolle und deshalb nicht die richtigen Zahlen präsentiere. «Das ist eine ganz normale Erscheinung», so Vogel. Dennoch sieht er eine lauernde Gefahr hinter den vielen Wechseln.

«Transfers sind das schwierigste Geschäft. Wenn man ein Angebot hat, dann hat man das Geld auf sicher», weiss Vogel. Dies sei wichtig, weil YB in der kommenden Saison nicht mehr zwangsläufig in der Champions League spielen wird. Das Problem: «YB hat das grosse Geld in der Champions League gemacht. Wenn sie das nicht mehr schaffen, dann fehlen ihnen die 35 oder 40 Millionen, die sie eingenommen haben. Und dann müssen sie noch ganz andere Spieler verkaufen. Das ist eine gefährliche Entwicklung.»


https://www.bluewin.ch/de/sport/fussbal ... 74857.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Samstag 5. Februar 2022, 17:37 
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05.02.2022

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Nach der turbulenten Woche

Wie viel Meister steckt noch in YB?

Die meisten Transfers sind getätigt, die Rückrunde läuft, am Sonntag muss YB zum formstarken St. Gallen. Wie schlagkräftig sind die Young Boys im Titelkampf?

Abgeflogen wird saisonal gegen Süden. Nur gilt das in der Regel für Zugvögel. Doch vier Spieler wechselten in den letzten Wochen von der Schweiz nach Italien, der Super League in die Serie A. Mit Silvan Hefti (Genoa), Michel Aebischer (Bologna) und Jean-Pierre Nsame (Venezia) spielten drei davon bei YB, der vierte war Basels Arthur Cabral (Fiorentina). 11 Fussballer verkauften Schweizer Clubs in diesem Winter in die grossen fünf Ligen – so viele wie noch nie.

Bei den Young Boys stellt sich nach dem Abgang von Christopher Martins (Spartak Moskau), der Verpflichtung von dessen typengleichem Ersatz Cheikh Niasse (von Lille) und mit der ersten Verletzung des neuen Jahres (Meschack Elia fällt einen Monat aus) die Frage: Wie schlagkräftig ist diese Mannschaft im Titelkampf? Wo ist YB noch immer ein Meister, wo weniger? Die meisten Transfers sind getätigt, jetzt lassen sich die Spiesse vergleichen.

Der Torwart

Druck kennt er aus dem Abstiegskampf in Frankreich, mit seiner neuen Aufgabe in Bern scheint er sich schnell zurechtgefunden zu haben: Anthony Racioppi ist der neue YB-Goalie, der sechste bereits in dieser Saison, und in seinem ersten Auftritt vergangenen Samstag gegen Lugano blieb er sogleich ohne Gegentor. Wie gut er wirklich ist, wurde durch diese Premiere noch nicht klar.

Bei FCB-Torhüter Heinz Lindner muss niemand über seine wahre Qualität rätseln: Er ist der offiziell beste Schlussmann der Liga. 13 Tore weniger, als aufgrund der Chancen zu erwarten gewesen wären, hat der noch bei GC oft verkannte Österreicher in der Vorrunde im Basler Gehäuse kassiert.

Und der FCZ? Yanick Brecher ist ein solider, kein überragender Goalie – doch mit 171 Partien in der Super League immerhin der erfahrenste der drei Torwarte bei den Titelkandidaten.

Vorteil: FCB.

Die Abwehr

Bei den Young Boys steht und fällt die defensive Qualität vor allem auch mit der Frage: Wie gut sind die Rückkehrer? Captain Fabian Lustenberger tastet sich nach sieben Monaten Verletzungspause noch immer an seine Form heran, noch ist er nicht der so clever antizipierende, stellungsclevere Abwehrchef aus der vergangenen Saison. Cédric Zesiger war vor seiner Fussverletzung im September der vielleicht beste Innenverteidiger der Liga: robust, spielintelligent, sprunggewaltig. Zum Ende der Vorrunde dann gab er sein Comeback, langfristig könnte er wieder neben Lustenberger agieren – oder wie zu Beginn der Saison neben Mohamed Camara. Auch er steht YB wieder zur Verfügung, mit Guinea ist Camara am Afrika-Cup im Achtelfinal ausgeschieden.

Der FC Basel hat Eray Cömert nach Spanien verloren, in Luzern verteidigte Wouter Burger neben Andy Pélmard, in den nächsten Wochen ist auf der Position noch mit einem Zuzug zu rechnen.

Beim FCZ blieb die erfolgreiche Dreierkette über die Winterpause bestehen, auch der umworbene Becir Omeragic ist immer noch da, weil sich Präsident und Sportchef offenbar geeinigt haben, für einmal während der Saison keine Spieler abzugeben. Der Zürcher Defensivverbund ist solid, aber wie jüngst beim glücklichen 1:0-Sieg gegen Servette geht es nicht jedes Mal aus.

Vorteil: YB.

Das Mittelfeld

Auf den ersten Blick schliesst sie sich wie von selbst, die Lücke, die Michel Aebischer im Aufbau der Young Boys hinterlässt: Sandro Lauper und Fabian Rieder zählen zu den talentiertesten Schweizern auf ihrer Position, Vincent Sierro hat in der Vorrunde oft bewiesen, im Zentrum ein Gewinn für YB sein zu können. Doch Aebischer bewegte sich in der Berner Spielgestaltung oft im entscheidenden Graubereich zwischen Kampf und Kreativität. «Sein Abschied eröffnet anderen im Kader die Chance, eine noch tragendere Rolle zu spielen», sagte Sportchef Christoph Spycher noch zum Rückrundenauftakt.

Umso mehr brauchen Aebischers Nachfolger einen physischen Backup. Doch von Zuzug Cheikh Niasse kann nach einer Vorrunde ohne viel Spielpraxis nicht auf Anhieb erwartet werden, dass er seine Rolle in der Tradition seiner dominanten Positions-Ahnen Sékou Sanogo und Christopher Martins ausfüllt.

Beim FCB wird Fabian Frei im Aufbau der Spieler mit den meisten Minuten bleiben. Daneben kann viel passieren. Spielt Wouter Burger weiter vorne? Was ist mit Matias Palacios? Bleibt Pajtim Kasami?

In der Mannschaft des Leaders FCZ hingegen sind in dem Bereich kaum Fragen offen, das Zürcher Mittelfeld ist wohl das am besten eingespielte. Nach Corona-Infektion kehrt auch Kreativling Antonio Marchesano zurück, das Knie von Blerim Dzemaili hält, Ousmane Doumbia ist unverändert gut.

Vorteil: FCZ

Der Angriff

In der Offensive stellen sich bei den Young Boys folgende Fragen. Jordan Siebatcheu hat in der Liga-Vorrunde 11 Tore geschossen, 2 im ersten, 4 im letzten Spiel – wann findet er zu seiner Konstanz? Wilfried Kanga war richtig gut im Schuss, dann stoppte ihn Mitte Dezember eine Verletzung, von der er sich gerade erst erholt hat – wie gut ist seine Form wieder? Felix Mambimbi trägt ein Schild, darauf steht «Golden Boy» – doch wann fängt er wirklich an zu glänzen? Und Meschack Elia kommt erst in drei, vier Wochen zurück – wo steht YB bis dann?

In Basel haben sie offensiv einiges gutzumachen: Arthur Cabral ist weg. Die Bürde des abgewanderten Torjägers soll in Teilen Fedor Chalow übernehmen. Der 23-jährige Russe galt einst als grosses Talent, 2017 zog er mit ZSKA Moskau gegen YB im Playoff in die Champions League ein, dann geriet seine Karriere ins Stocken. Ihm dürfte in den nächsten Tagen noch ein zweiter Stürmer zur Seite gestellt werden.

Der einzig «Neue» beim FCZ ist schon lange da: Assan Ceesay, zweitbester Torschütze der Liga, ist zurück vom Afrika-Cup, mit Gambia war im Viertelfinal Schluss.

Vorteil: YB.


https://www.bernerzeitung.ch/wie-viel-m ... 2986146054

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Sonntag 13. Februar 2022, 11:45 
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Rolf Fringer erklärt den Titelkampf

«Es müsste vieles passieren, dass der FCZ nicht Meister wird»

Der frühere Meistertrainer und heutige Blue-Experte Rolf Fringer ist angetan von der Entwicklung der Zürcher – dafür erkennt er Defizite bei den Favoriten aus Basel und Bern.

holzer (Keystone)

Wer wird diese Saison Meister?

Ich habe gemeint, Sie seien Sportjournalist. Wieso fragen Sie mich?

Sie sind der Fachmann.

Aha … Bis in den Winter hinein dachte ich: Wenn alles normal läuft, wenn die Belastung der Champions League und des Cups weg ist, dann ist YB fähig, einen Zacken zuzulegen und eine Serie zu starten.

Und jetzt?

Nach den ersten beiden Runden, in denen wir auch den FC Zürich gesehen haben, muss ich sagen: Diese Meinung über YB ist nach den vielen Veränderungen nicht mehr die gleiche. Stand heute müsste vieles passieren, dass der FCZ nicht Meister wird.

Er tritt auf, als könnte er gar nicht mehr verlieren.

Ein Spiel kann man immer einmal verlieren. Aber er macht einen gefestigten, stabilen Eindruck. Da funktioniert alles, wie es nötig ist, um einen grossen Coup landen zu können.

«Das muss man jetzt den Canepas zugutehalten. Vernünftig zu arbeiten und bescheiden aufzutreten, das ist noch nie schlecht gewesen.»

Wie lässt sich so etwas erklären?

Wir gehen jetzt einmal davon aus, dass YB nicht durchmarschiert wie letztes Jahr und Basel das auch nicht gelingt.

Dass einer von ihnen 15 Spiele in Folge gewinnt.

Ja. Dieses Gefühl habe ich bei beiden nicht. Das ist das eine. Das andere ist, wie stilsicher und souverän der FCZ unterwegs ist. Und das hat Gründe. Zu Zeiten von Ludovic Magnin gab es noch einen Jugendwahn, verbunden mit hohen Zielen. Jetzt hat sich der Verein in Sachen Transfers und Kommunikation viel gescheiter verhalten.

Das heisst?

Er war relativ bescheiden, was die Zielsetzung betrifft. Er holte mit André Breitenreiter einen erfahrenen Trainer und setzte ihm nicht gleich das Messer an den Hals. Vor allem stellte er das Kader so zusammen, dass es nicht einfach nur viele Junge gibt, sondern dass es kompetitiv und ausgewogen besetzt ist. Mit Guerrero und Boranijasevic wurden endlich die Schwachstellen auf den Seiten ausgemerzt. Wie weit das von Marinko Jurendic als Sportchef gesteuert worden ist, weiss ich nicht genau. Bei einem Transfer erscheint ja sehr oft die Familie Canepa in der Zeitung und nicht der Sportchef.

Wobei es zumindest den Eindruck macht, als hätte sie sich nicht gegen die Analyse und die Vorschläge des Sportchefs gewehrt.

Ja, das muss man den Canepas zugutehalten. Vernünftig zu arbeiten und bescheiden aufzutreten, das ist noch nie schlecht gewesen. So konnte sich der FCZ im Windschatten von YB und Basel entwickeln und Selbstvertrauen gewinnen. Er konnte sich relativ unbekümmert austoben, weil der Fokus auf den beiden Favoriten lag. Am Ende ging er klammheimlich mit einem grossen Vorsprung in die Winterpause.

Neun und mehr Punkte liegt er jetzt voraus. Droht da bei ihm nicht das Gefühl aufzukommen, er könnte plötzlich den Meistertitel verspielen?

Mittlerweile hat der FCZ die Gegner analysiert und das eigene Selbstvertrauen gestärkt. Also ist es gar nicht mehr so schlimm, etwas zu verlieren zu haben. Trainer und Spieler wissen, wie gut sie funktionieren, wie gut ihr Teamgeist ist, welche Dynamik da ist. Das gibt ihnen die Gewissheit: Wenn sie einen guten Match machen, können sie gegen alle gewinnen. Und diese Gewissheit ist stärker als die Angst, vielleicht etwas verlieren zu können.

«Als Mannschaft kann man Breitenreiter gerne haben.»

Das führt dann dazu, dass sie sich selbst dann nicht aus der Ruhe bringen lassen, wenn es ihnen einmal nicht gut läuft und sie im Rückstand liegen.

Genau. Mittlerweile haben sie 16 Punkte nach Rückständen gewonnen. Das ist unheimlich viel. Sie haben eine solche Bombenmoral, einen solchen Teamgeist, eine solche Freude, dass sie gar nicht fünf Spiele hintereinander nicht gewinnen können. Der Erfolg schweisst zusammen wie nichts sonst – vor allem, wenn er unerwartet kommt.

Auch Breitenreiter ist geschickt in seiner Kommunikation. Er übertreibt in seiner Analyse auf keine Art, und selbst in der Euphorie streut er gerne kritische Sätze ein.

Man merkt, dass er ein alter Fuchs ist, der vieles erlebt hat – mit einer gewissen Demut und einer völlig natürlichen, angenehmen Persönlichkeit. Als Mannschaft kann man ihn gerne haben. Aufgrund seiner Erfahrung weiss er, dass es gerade dann, wenn alles schwärmt, nicht schlecht ist, ein, zwei Sachen zu erwähnen, die zu verbessern wären. Damit es keinem zu wohl ist. Sobald es gut läuft, lauern ja die Gefahren. Auf der anderen Seite muss man sich auch in die Spieler versetzen. In den letzten Jahren hat man nicht viel von ihnen gehalten. Sie waren die Prügelknaben.

Die Resultate waren ja auch schlecht.

Jetzt sind sie auf Wolke sieben, und alles schwärmt von ihnen. Bei einer solchen Entwicklung kann jeder das Maximum auf den Platz bringen. Das haben sie sich erarbeitet.

Spricht überhaupt noch etwas gegen den FCZ als Meister?

Grundsätzlich nicht viel! Natürlich können drei, vier wichtige Spieler ausfallen. Und YB sowie Basel darf man nie ganz abschreiben. Aber der FCZ spielt das, was er kann. Und darum sieht man gar nicht, was er nicht kann.

Kommen wir zu den Young Boys. Bei Blue bemängelten Sie letzten Sonntag nach dem 3:3 in St. Gallen die Spielkultur. Was fehlt Ihnen konkret?

Sie dominierten weder Ball noch Gegner. Sie waren nicht der klare Chef. Sie verloren den Ball zu schnell immer wieder. Im Ballbesitz waren sie zu passiv, und darum war das 3:3 am Ende nur logisch.

Was hat das mit dem Trainer David Wagner zu tun?

Er machte vieles gut, indem er die Mannschaft in die Champions League führte und es dem Verein ermöglichte, jetzt Spieler für 25 Millionen Franken zu verkaufen. Das muss man auch ihm anrechnen. Aber die Souveränität, das spielerische Übergewicht, die Wucht, das alles ist nicht mehr so ausgeprägt wie letzte Saison.

«Der FCB kommt mir vor wie ein Autofahrer, der mit 150 km/h unterwegs ist, obwohl nur 120 erlaubt sind.»

Von Wagner haben alle den Titel erwartet, von Breitenreiter erst einmal, dass er nicht absteigt. Hat Wagner also die schwierigere Aufgabe als sein Landsmann?

Breitenreiter hat es viel einfacher. Seine Ausgangslage war sehr, sehr dankbar. Damit will ich aber nicht sagen, die tolle Entwicklung beim FCZ sei ein Selbstläufer. Wenn ein Trainer dagegen eine Mannschaft übernehmen muss, die vier Meistertitel gewann, die dauernd hochtourig lief und bei der mit Lustenberger und Nsame die beiden besten Spieler ausfielen, dann ist das eine sehr viel schwierigere Aufgabe.

Hat die Qualifikation für die Champions League Wagner geschützt?

Das hat ihm Respekt, Glaubwürdigkeit und Autorität verschafft. Trotzdem war auffällig, dass er sich in der Vorrunde vor allem beim System zu oft dem Gegner angepasst hat. Darum fehlte der Mannschaft wiederholt die Durchschlagskraft in der Offensive. Zudem habe ich das Gefühl, dass aus Miralem Sulejmani nicht das Optimum herausgeholt wird. Seine Unberechenbarkeit, Schlitzohrigkeit und Kreativität hätten YB in manchen Situationen schon gutgetan. Ich habe noch selten so viel Lob für einen Spieler gehört, der kaum eingesetzt wird.

Am Sonntag spielt YB gegen Basel…

…und das wird ein wichtiger Test sein für die Berner. In der Vorrunde dominierten sie Basel zweimal. Sie brachten viel Dynamik auf den Platz und überrollten den Gegner beinahe. Schiedsrichterentscheide spielten ihnen beide Mal nicht in die Karten (zweimal 1:1). Es würde mich aber überraschen, wenn man am Sonntag viel von dieser Dynamik sehen würde.

Wieso?

Weil YB und Basel qualitativ näher zusammengerückt sind.

Wie beurteilen Sie den FC Basel?

Er hat vieles richtig gemacht, das Kader bereinigt und um talentierte Spieler ergänzt. Aber ich sehe ihn noch auf der Suche nach einer gewissen Identität. Er ist in einem Spiel zu super Aktionen fähig, aber dann auch wieder zu Aussetzern und Ungeschicklichkeiten wie von Djiga (letzten Sonntag beim Elfmeter gegen Sion). Das ist typisch für einen Club, der viele Junge integrieren will, damit er mit ihnen Geld verdienen kann. Um schon diese Saison den grossen Erfolg zu haben, dafür ging mir alles gar schnell.

Diese Saison hat der Club 16 Spieler geholt und 23 abgegeben. Er scheint mehr eine Spielerbörse zu sein als ein Fussballclub.

Ja. Der Trainer muss jeden Spieler aufstellen, der kommt, um zu schauen, ob man mit ihm Geld verdienen kann. Davon lässt sich ein Trainer zwangsläufig immer etwas beeinflussen. Was zumindest kurzfristig für den Erfolg gar nicht förderlich ist. Ich habe bei Blue einmal gesagt: Der FCB kommt mir vor wie ein Autofahrer, der mit 150 km/h unterwegs ist, obwohl nur 120 erlaubt sind. Solange er nicht erwischt wird, geht das gut…

…aber er ist immer auf Risiko aus.

Ja, der FCB hat wohl seine Visionen und Träume, bloss ist er nicht organisch gewachsen. Darum ist es so schnell fast nicht möglich, eine Saison lang konstant durchzumarschieren.


Rolf Fringer

Fünf Jahre war er (Spieler-)Trainer in Schaffhausen, bevor er 1992 zum FC Aarau wechselte und gleich nach der ersten Saison den grossen Coup landete und eine Mannschaft mit Roberto Di Matteo und Petar Alexandrow zum Meistertitel führte. Danach war er ein Jahr beim VfB Stuttgart, bevor er nach der EM 1996 die Nationalmannschaft übernahm. Er verpasste die Qualifikation für die WM 1998, übernahm darauf GC und wurde gleich Meister. Danach folgten Engagements nochmals in Aarau, dann in Abu Dhabi, Limassol, Saloniki, St. Gallen, Luzern und beim FC Zürich. Sein halbjähriger Versuch 2015 als Sportchef in Luzern war seine letzte Beschäftigung bei einem Verein. Seit 2017 ist der 65-Jährige Experte beim Bezahlsender Blue.


https://www.bernerzeitung.ch/das-basel- ... 0244350070

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 15. Februar 2022, 15:04 
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Kein «Angriff mit der vollen Kapelle»

Holt YB jetzt noch einen Innenverteidiger?

Mit der vollen Kapelle wollte YB-Trainer David Wagner in der Rückrunde angreifen. Die Kapelle ist bei weitem nicht voll. Angegriffen wird dennoch.

Als Captain Fabian Lustenberger nach nur 35 Minuten im Verfolgerduell gegen Basel runter muss, ahnt man Übles. Es sah prima vista nach einem Misstritt aus, der eine Bänderverletzung am Fuss vermuten liess. Aber in diesem Fall kann Entwarnung gegeben werden: Es ist nur eine Prellung im Rippen- und Rückenbereich. Es sollte bald wieder gehen, heisst es aus YB-Kreisen.

Auch gegen GC mit U21-Nachwuchsleuten

Das ist auch zwingend nötig, denn nach dem Armbruch von Ali Camara im Abschlusstraining am Samstag ist YB bereits wieder knapp bestückt. Weil auch Mambimbi und Monteiro kurzfristig nicht mittun konnten und Zesiger gesperrt war, musste das Aufgebot fürs FCB-Spiel mit den U21-Spielern Golliard und Kabeya ergänzt werden. Der eine oder andere oder sogar ein dritter wird sich auch den kommenden Sonntag dick in der Agenda anstreichen müssen, weil er dann mit den Profis mitdarf.

Das zeigt, wie knapp YB derzeit bestückt ist. Die Ersatzbank, die in den vergangenen Jahren der grosse YB-Trumpf war, ist diesmal maximal so gross wie ein schmales Wartebänkchen eines Provinzbahnhofs. Nicht ausgeschlossen also, das YB in den letzten Stunden des offenen Transferfensters noch aktiv wird. Dieses schliesst für nationale Transfers am Dienstag um Mitternacht. Für internationale gleichentags um 18 Uhr.
Ungeschlagen bleiben reicht nicht

Und was ist nun mit dem Angriff mit der vollen Kapelle? «Die Kapelle ist alles andere als voll. Attackieren tun wir aber trotzdem», sagt Trainer David Wagner. «Und das ist schön zu sehen. Wir haben letzte Woche vier Spieler verloren. Nun auch Garcia mit Gelbrot. Es ist eine komische Phase. Die Jungs haben darauf aber super reagiert. Jetzt gehts darum, die Serie, die wir im Dezember gestartet haben, fortzuführen.» YB ist seit sechs Spielen ungeschlagen. Aber das reicht jetzt halt nicht mehr.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 36581.html

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 15. Februar 2022, 15:16 
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YB holt Edimilson Fernandes leihweise aus der Bundesliga zurück

Meister YB reagiert erneut auf die Verletzungsmisère und leiht Nati-Spieler Edimilson Fernandes von Mainz aus. Zuletzt spielte der 25-Jährige in Bielefeld.

Das Wichtigste in Kürze

- YB will mit Edimilson Fernandes seine verletzungsbedingten Ausfälle kompensieren.
- Der Nati-Spieler war zuletzt von Mainz an Bielefeld ausgeliehen.

Meister YB klebt das Verletzungspech an den Schuhen! Im Abschlusstraining vor dem FCB-Match bricht sich Ali Camara den Arm. Beim 3:1-Sieg muss Captain Lustenberger nach 35 Minuten mit Prellungen vom Platz. Schon zuvor fallen mit Christian Fassacht, Meschack Elia, Felix Mambimbi oder Joel Monteiro weitere Spieler aus.

Jetzt reagieren die Berner noch einmal auf die Ausfälle. Wie Nau.ch weiss, will YB den 22-fachen Nationalspieler Edimilson Fernandes leihweise holen. Natürlich ist ein Transfer erst unter Dach und Fach, wenn die Tinte trocken ist.

Der 25-Jährige war zuletzt von Mainz an Bielefeld ausgeliehen, kam dort aber seit Dezember nicht mehr zum Einsatz.

Edimilson Fernandes würde bei YB auf Cousin treffen

2016 wechselte Fernandes vom FC Sion zu West Ham, später landete er via Florenz in Mainz. Der Bundesligist überwies den Engländern 2019 rund 8 Millionen für den Mittelfeldspieler.

Edimilson kann im zentralen Mittelfeld auf allen Positionen eingesetzt werden. Bei Mainz half er auch schon in der Innenverteidigung aus. Der 25-Jährige dürfte sich bei YB auf familiäre Unterstützung freuen. Denn: YB-Verteidiger Ulisses Garcia ist sein Cousin.


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-ho ... k-66109053

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Samstag 19. Februar 2022, 11:02 
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Schon 23 Ausfälle diese Saison

YB schmerzt es überall – welche Rolle spielt der Kunstrasen?

Die Verletzungsserie bei den Young Boys nimmt unheimliche Ausmasse an. Der medizinische Staff übt sich seit Wochen in einem Balanceakt.

Christian Fassnacht, Bänderverletzung. Meschack Elia, Bänderverletzung. Mohamed Camara, Unterarmbruch. Felix Mambimbi, Zehenverletzung. Nico Maier, muskuläre Probleme. Joel Monteiro, Oberschenkelverletzung. Fabian Lustenberger, Rückenprellung. Quentin Maceiras, Innenbandverletzung.

Was sich liest wie das Verletzungsbulletin für ein halbes Jahr, ist bei den Young Boys gerade mal die Bestandesaufnahme für einen Monat. Verflixter Februar, lässt sich aus YB-Sicht schon sagen, bevor der Monat überhaupt zu Ende ist.

Die nicht abreissende Serie von Blessuren beim Meister ist aussergewöhnlich und beherrscht die Kadersituation. 23 Ausfälle hatte YB in dieser Saison zu beklagen. Zählt man die Achillessehnenrisse dazu, die Fabian Lustenberger und Jean-Pierre Nsame in der Vorsaison erlitten und die sie für Monate ausser Gefecht gesetzt haben, sind es 25 Ausfälle, verteilt auf 16 verschiedene Fussballer.

Rechnet man die Ausfälle auf Ligaspieltage hoch, welche die verletzten Spieler verpasst haben, kommt man auf über 100. «Es ist eine extreme Anhäufung, wir sind sehr stark beansprucht», sagt Jan Montagne, Teamarzt bei den Young Boys, «mehr Verletzte heisst für uns auch: mehr Austausch, mehr Analyse, mehr Prognosen.»

Wie prägt der Kunstrasen die Körper der Athleten?

In der Vorrunde war das Programm mit 33 Partien entsprechend dicht, nun kann die Belastung im Wochenspielrhythmus kaum mehr ein Grund für die Misère sein. Intern habe man sich auf die Suche nach Gründen für die vielen Ausfälle gemacht, sagt Montagne, «nur lassen sich aus den einzelnen Verletzungen kaum Rückschlüsse ziehen, weil fast alle Arten von möglichen Verletzungen aufgetreten sind». Es gab Muskel- und Bänderverletzungen, es gab schwere Traumata wie bei Fassnachts Schläfenbeinbruch oder Michel Aebischers Fraktur an der Stirn. Es gab die typische Fussballerblessur, das wegen Abknicken verletzte Sprunggelenk. Es gab seltene Trainingsverletzungen wie jüngst Mohamed Camaras Unterarmbruch. Es gab operative Routineeingriffe wie bei Meschack Elia oder einen entzündeten Zeh bei Felix Mambimbi.

Und auch wenn sich die YB-Fussballer ziemlich gleichmässig sowohl auswärts als auch im Wankdorfstadion verletzten, kommen unweigerlich Fragen nach dem Kunstrasen auf. Wie prägt er die Körper der Athleten? Verändert er ihre Konstitution, weil sie jeden Tag darauf trainieren, manchmal auch mehrmals pro Woche darauf spielen?

Die Unterlage macht das Spiel schneller, kommt technisch versierten Spielern entgegen. Beliebt aber ist sie nicht bei allen Fussballern. Als Guillaume Hoarau sich 2014 mit YB einig war und in Bern zur Unterschrift weilte, machte er beinahe auf dem Absatz kehrt. Er ist noch heute der Meinung, dass ihm der Kunstrasen mehr Schmerzen verursachte, mehr muskuläre Probleme, mehr Entzündungen. «Aber wenn du jeden Morgen kommst und denkst: Das ist ein schlechter Rasen, dann wird es schwierig, Erfolg zu haben.»

Seit 2005 und der Rückkehr ins Wankdorfstadion spielt YB vorwiegend auf dem Kunstgeläuf. Es gab Phasen mit Naturrasen: Ganz zu Beginn, rund um die EM 2008, später während und nach der Ära von Trainer Christian Gross. Betreuer aus der Zeit, in der der erste Kunstrasen verlegt wurde, berichten von mehr Bänderverletzungen, mehr Sehnenreizungen. Nach etwa einem Jahr sei das abgeklungen.

Die künstlichen Spielunterlagen haben sich seither enorm entwickelt. Schon etliche Male wurde in Bern ein neuer Rasen verlegt, zuletzt 2019 einer von der deutschen Firma Polytan. Kinderkrankheiten der frühen Kunstrasen-Generationen wie Hautverbrennungen nach einem Tackling sind längst ausgemerzt, die Dämpfung wurde stetig verbessert. «Unterschiede zum Naturrasen bleiben», sagt Teamarzt Montagne, «die gibt es aber auch innerhalb der Naturrasen.» Ein gefrorener, ackerhafter Untergrund im winterlichen Tourbillon sei etwas anderes als ein frisch gemähter Rasen im Sommer im St.-Jakob-Park.

Auch die Sportwissenschaft beschäftigt sich mit der These, wonach der Kunstrasen Fussballer verletzungsanfälliger machen soll. Bis heute haben eine Handvoll Studien versucht, den Zusammenhang quantitativ mithilfe von Daten von Clubs aus ganz Europa zu untersuchen. Alle kamen zum Ergebnis, dass es keine direkte Korrelation gibt. Der schwedische Sportwissenschaftler Jan Ekstrand hat zwei dieser Studien verfasst und untersuchte die Beziehung auch im Auftrag der Fifa. Seine Datensammlung förderte zwei interessante Erkenntnisse zutage: Auf dem Kunstrasen gibt es tendenziell weniger Zerrungen, dafür mehr Verstauchungen.

Beides hält sich im breiten Lazarett der Young Boys in dieser Saison etwa die Waage. «Wir erleben wirklich alles», sagt Montagne. «Und wir haben uns diese Fragen alle auch gestellt, aber Hinweise auf einen direkten Zusammenhang haben wir keine.»
Folgeschäden um jeden Preis verhindern

Klar ist, dass YB so lange an den Kunstrasen gebunden ist, wie die Debatte um ein Trainingszentrum anhält. Die Diskussion flammt in der Ortspolitik immer mal wieder auf, die Ideallösung für den Club läge vor der Haustür, auf der gegenüberliegenden Strassenseite auf der Allmend. Doch die ist ein unübersichtliches Politikum, und solange die Young Boys keine Trainingsalternativen haben, die einen Naturrasen im Stadion entlasten könnten, liegt dort weiterhin ein Kunstrasen.

Der Horizont für den medizinischen Staff in der YB-Saison ist sowieso kürzer gefasst. Jan Montagne teilt sich die Aufgabe als YB-Arzt mit drei anderen Ärzten auf Mandatsbasis, dazu kommen drei Physiotherapeuten und ein Masseur. «Wir sind acht Leute, die alle immer auf dem gleichen Stand sein müssen. Der Austausch ist sehr intensiv.»

Die rasende Entwicklung im Fussball fordert auch den medizinischen Sektor. Die Betreuer sind stärker gefordert, Prognosen haben an Bedeutung gewonnen und werden schnell benötigt. «Vor zehn Jahren gab es bei Muskelverletzungen einfach mal Pause auf unbestimmte Zeit – heute braucht es sofort eine Zeitangabe.»

Für die Clubs und den medizinischen Staff bleibt es ein Balanceakt: Ein verletzter Spieler – in den jeder Verein Zeit, Geld und Risiko investiert – soll möglichst bald wieder auf dem Platz stehen; gleichzeitig sollen aber um jeden Preis Folgeschäden verhindert werden, die nicht nur schlecht für den Fussballer selbst wären, sondern auch für dessen Wert. «Wir haben zwei Dinge zu berücksichtigen: die Gesundheit und die Entwicklung des Spielers. Das eine gibt es nur mit dem anderen.»

Am Freitag kann YB gewissermassen zwei Erfolge melden: Zur Verletztenliste gesellt sich kein neuer Name – und der Februar dauert nur noch 10 Tage.


https://www.bernerzeitung.ch/yb-schmerz ... 9657727381

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 Beitrag Verfasst: Montag 21. Februar 2022, 20:38 
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Zum zweiten Mal in der Nachspielzeit zwei Punkte verspielt

Bei YB greift Ratlosigkeit um sich

Wenn Ratlosigkeit laut wäre, dann wäre es auf Berner Seite nach dem 2:2 bei GC ohrenbetäubend gewesen. Stattdessen wird es immer leiser. Durchhalteparolen sind selten laut.

Noch lange nach Spielschluss steht Captain Fabian Lustenberger - in der 85. Minute für Rieder eingewechselt, um die Defensive zu stabilisieren – auf dem Feld, diskutiert mit Staff- und Team-Mitgliedern. Wie konnte das passieren? Wie konnten sich Ngamaleu und Mambimbi eine Minute vor Schluss derart unbeholfen und gleichzeitig nonchalant anstellen, dass Schmid sie locker ausnehmen konnte? Wieso ist Bolla am hintern Pfosten mutterseelenallein und hat eine gefühlte Ewigkeit Zeit, um den Ball zu «büschelen» und ihn ins Tor zu knallen? Wieso, wieso, wieso?

Wenn, hätte ...

So richtige Antworten hat niemand bei YB. Dabei hätte man gewarnt sein müssen. Schon in St. Gallen schenkten die Berner leichtfertig in der Nachspielzeit zwei Punkte her. Genau das wollte man diesmal verhindern. Ohne Not Punkte abgeben. Hätte es damit zweimal geklappt, wäre der Rückstand auf den FCZ auf sechs Punkte geschmolzen. Auf die Schlagdistanz Direktbegegnungen. Und wenn man wenigstens gegen GC im dritten Anlauf endlich gewonnen hätte, wäre man wenigstens wieder zurück auf Start. Wie vor Beginn der Rückrunde, bei acht Punkten Differenz. Stattdessen sind es nach wie vor zehn.

Eine Distanz, die bei YB niemand kommentieren will. «ich habe schon vor dem Spiel gesagt, es bringt nichts, auf den FCZ zu schauen. Wir müssen unser eigenes Spiel betrachten und selber die Punkte holen», so Sandro Lauper. Und die drei Remis gegen GC? «Wenn man sechs Punkte gegen GC abgibt, ist man irgendwo selber schuld …» Das hingegen ist eine Aussage, die nicht mehr vor Optimismus strotzt. Wie auch? Warum auch?

Ultimative Kampfansage? Fehlanzeige!

Also was tun? Guter Rat ist teuer. «Wir haben es nicht geschafft, die drei Punkte heimzubringen. Also wollen wir es nächste Woche besser machen», sagt Cédric Zesiger. Auch das tönt nicht nach ultimativer Kampfansage. Wie auch? Warum auch? Der unveränderte Rückstand auf den FCZ zehrt.

Und der Coach? David Wagner ist einer, der am Ende eines jeden Matches heiser ist. Am Sonntag nicht. «Das war ein enttäuschender Nachmittag», bilanziert der Frankfurter. «Es geht darum, unseren Job zu machen, und wir machen ihn, lange sogar, aber nicht bis zum Schluss. Wir sind nun ich-weiss-nicht-wieviele Spiele ungeschlagen. Aber wir spielen zweimal in letzter Sekunde Remis. Deshalb bin ich verärgert.»

Wir helfen nach. YB ist seit dem 12. Dezember ungeschlagen. Seit sieben Runden. Eine gefühlte Ewigkeit ist auch das nicht. In dieser Periode gabs drei Unentschieden. Das Recht auf weitere Remis hat YB nun verspielt. Definitiv.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 57135.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 24. Februar 2022, 11:53 
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Beteiligung an Sicherheitskosten

Gemeinderat will Vereinbarung mit YB und SCB verlängern

YB und der SCB sollen sich auch weiterhin an den Sicherheitskosten beteiligen, welche der Stadt Bern bei Heimspielen der Klubs entstehen.

Die Stadtberner Sportklubs YB und SC Bern sollen sich weiterhin im gewohnten Ausmass an den Sicherheitskosten der öffentlichen Hand beteiligen. Der Berner Gemeinderat will die bestehende Vereinbarung mit den beiden Vereinen verlängern.

Die Vereinbarung soll demnach bis Ende der Saison 2025/26 weitergeführt werden. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

Der Fussballklub BSC YB und der Eishockeyverein SC Bern beteiligen sich seit 2009 an den Sicherheitskosten, die der Stadt Bern in Zusammenhang mit ihren Heimspielen entstehen. Die aktuelle Vereinbarung besteht seit der Saison 2014/15.

Das zweistufige Abgeltungsmodell sieht einen grundsätzlichen Pauschalbetrag von 1.50 Franken pro anwesenden Zuschauer vor. Als zweite Stufe sieht die Vereinbarung ein Kostendach vor. Dies gibt den Klubs den Anreiz, selber für Sicherheit zu sorgen. Erfüllen die Klubs vereinbarte Massnahmen, wird das Kostendach von 60 auf 50 Prozent gesenkt.

Übliche Polizeipräsenz kostet nicht extra
Nicht belastet wird den Klubs zudem die sogenannte polizeiliche Grundversorgung – dies sind 200 Einsatzstunden pro Heimspiel. Mit anderen Worten: Reicht für die Aufrechterhaltung der Sicherheit während der ganzen Saison die übliche Polizeipräsenz, kostet dies die Klubs nichts.

Das Modell habe sich während den letzten Jahren für die Stadt Bern und für die Sportklubs bewährt, erklärte Gemeinderat Reto Nause in der Pressemitteilung. Die Sicherheitskosten bewegten sich bei beiden Vereinen auf stabilem Niveau. In der Saison 2020/21 fielen wegen Corona deutlich weniger Sicherheitskosten an.

Beim SC Bern betrugen die Sicherheitskosten in den letzten drei Saisons rund 292'000 Franken und lagen damit unter dem Aufwand für die polizeiliche Grundversorgung. Der SCB musste dementsprechend nichts zahlen.

Bei YB entstanden in der gleichen Zeit Sicherheitskosten von 5,21 Millionen Franken. Gemäss Vereinbarung wurden dem Verein rund 1,3 Millionen Franken in Rechnung gestellt.


https://www.bernerzeitung.ch/gemeindera ... 2010850580

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