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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Freitag 5. April 2013, 18:02 
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YB sucht neuen Hauptsponsor

Die Baumarktkette Bauhaus verlängert den Ende Saison auslaufenden Vertrag als YB-Hauptsponsor nicht.

Stress für YB auch abseits des Rasens: Die sportlich kriselnden Young Boys müssen nach einem wirtschaftlich schwierigen Jahr 2012 (mit dem 15-Millionen-Verlust) nun auch noch einen neuen Hauptsponsor suchen. Das allerdings hat nichts mit dem fussballerischen Tief zu tun, in welchem der Verein derzeit steckt. Oliver Salvisberg, Leiter Einkauf und Marketing bei Bauhaus, sagt: «Die Partnerschaft mit YB ist zu unserer vollen Zufriedenheit verlaufen.»

Und: «Wir haben unser Ziel, die Bekanntheit der Marke Bauhaus in der Schweiz so schnell wie möglich markant zu steigern, erreicht. YB war unser erstes grosses Sponsoringengagement in der Schweiz.» Künftig, sagt Salvisberg, werde sich Bauhaus stärker im Breitensport engagieren. «Und wir werden bei YB in einer noch zu definierenden Form an Bord bleiben.»

Bauhaus teilte den Young Boys bereits im letzten Spätherbst mit, den im Sommer 2013 nach zwei Jahren auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Bauhaus, eine der grössten Baumarktketten Europas, überweist pro Saison rund eine Million Franken fix an YB, hinzu kommen Prämien für Titelgewinne und Sonderleistungen – wie das Erreichen der Europa League in dieser Spielzeit.

Druck auch auf dem Rasen

Damit beschäftigt sich YB also mit einer weiteren Baustelle. Die Verantwortlichen reagieren aber gelassen. Der operative Leiter Alain Kappeler sagt: «Wir bedauern das Ende der professionellen Partnerschaft mit Bauhaus. Und wir sind zuversichtlich, einen geeigneten Nachfolger zu finden.» Die Marke YB bewege weiterhin sehr stark und sei nach wie vor attraktiv, betont Alain Kappeler.

Sportchef Fredy Bickel und seine Mitstreiter sollten derweil ja auch fleissig am – nun, ja – Haus bauen und ein Fundament legen, damit YB bald wieder an der nationalen Spitze mitspielen wird. Sollte das Heimspiel gegen Servette am Sonntag nicht gewonnen werden, dürfte es für den aktuellen Trainer Martin Rueda in Bern aber sehr eng werden.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/16322608

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Dienstag 9. April 2013, 08:32 
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Magnins gemischte Gefühle, Wölflis Forderung

Der neue YB-Assistenztrainer Joël Magnin will Freude vermitteln. Und die Fussballer sind sehr selbstkritisch.

Der Fussball schreibt die verrücktesten Geschichten. Matias Vitkieviez gehört noch YB, wurde in Bern im Winter aber aussortiert. Im Zuge der wilden Vorwärtsstrategie war auch er den Young Boys nicht mehr gut genug – und rächte sich am Sonntag beim 2:0-Sieg von Servette in Bern mit einem Tor und einem Assist an Trainer Martin Rueda.

Am nächsten Sonntag nun empfangen die Stadtberner im Derby den FC Thun, und dort steht mit Marco Schneuwly der nächste Offensivspieler, der die YB-Ansprüche nicht mehr erfüllte, bei einem kleineren Klub aber vernünftige Leistungen abliefert. Auch sein Bruder Christian Schneuwly hatte sich letzte Saison in Thun pudelwohl gefühlt, überzeugt bei den Young Boys aber nicht. In Bern sind die Erwartungen an die Fussballer riesig, deshalb erstaunt es nicht, sagt Joël Magnin am Montagmorgen: «Es war mir wichtig, den Spielern im Training Freude zu vermitteln. Denn ohne Spass geht es nicht.»

Nef: «Wir haben versagt»

Joël Magnin ist der neue Assistenztrainer der Young Boys. Der ruhige, akribische Arbeiter trainierte bisher die U-21-Mannschaft der Young Boys und tauscht nun ja mit Thomas Häberli, der grossen Einfluss auf Rueda und taktische Massnahmen besass, die Position. Am Montag leitete der frühere YB-Spieler das Training, weil Bernard Challandes den Vertrag erst am Nachmittag unterschrieb. Mit «gemischten Gefühlen» habe er den neuen Job angetreten, sagt Magnin. «Einerseits bin ich sehr stolz, für kurze Zeit Trainer bei YB zu sein und ab Dienstag als Assistent zu arbeiten.» Andererseits aber sei es immer traurig, wenn ein Coach entlassen werde. «Das ist auch für die Spieler gar nicht einfach», sagt Magnin.

Heute ist bei YB trainingsfrei, am Mittwoch startet Bernard Challandes als Cheftrainer. Martin Rueda ist derweil das Bauernopfer, weil «der Trainer immer das schwächste Glied in der Kette ist», wie Sportchef Fredy Bickel sagt. «Nun sind die Spieler gefordert.» Die Stimmung unter den Akteuren ist am Montagmorgen im Training sehr gedämpft. «Wir haben versagt», sagt Verteidiger Alain Nef. «Ich verstehe den Unmut der Zuschauer.» Die Fans sind äusserst enttäuscht von den YB-Spielern, im Internet ist die Kritik teilweise sehr harsch. «Damit müssen wir umgehen können», meint Captain Marco Wölfli. «Wir stehen unter Druck und müssen als Team den Karren aus dem Dreck ziehen.» Die Entlassung Martin Ruedas sei eine Niederlage für alle YB-Spieler.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/27729312

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 11. April 2013, 09:58 
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Fliegende Fische und Fussballfreuden

Der erste Trainingstag bei YB mit Bernard Challandes, der mit einer simplen Erkenntnis antritt.

ernard Challandes hat vor dem ersten Arbeitstag bei YB schlecht geschlafen. «Ich erwachte um 6 Uhr, um 6.30 Uhr stand ich auf, bereits vor 8 Uhr war ich im Stadion.»

Er tastet nach seinem rechten, lädierten Knie, das ihm Sorgen bereitet und ihn beim Gehen behindert. «Ich bin ein alter Mann. Das linke Knie ist schon operiert, das rechte kommt auch noch dran. Ich werde einst mit Prothesen enden. Und am Morgen kann ich nicht mehr schlafen», sagt der neue YB-Trainer und lacht.

Der Fatalismus gehört zu seiner Rhetorik. Am 26. Juli wird Challandes 62 Jahre alt. Er sei zu alt, um sich verbiegen zu lassen. Er habe überhaupt keine Bedingungen gestellt, keine Sicherheit. «Ich bin für zehn Spiele hier. Ich will die Freude zurückbringen, zu den Spielern, zu den Fans. Wenn wir Erfolg haben, wird Challandes bleiben. Wenn nicht, geht er nach Hause. So einfach ist das.»

Wieder ganz Challandes

Seine Wohnung im Wallis hat er aufgegeben, dafür hat er sein Heim, sein robustes Landhaus in La Chaux-du-Milieu auf 1081 Meter über Meer in der Brévine, renoviert und neu isoliert. «Bei uns wird es in Winternächten bis zu minus 25 Grad kalt», sagt er. «Meine Frau wohnt jetzt wieder dort, ich gehe manchmal rauf, manchmal kommt sie nach Bern.» Für diese knapp zwei Monate lohne es sich nicht, in Bern eine Wohnung zu suchen, er bleibe vorerst im Hotel.

Dass die «Berner Zeitung» und der «Blick» bereits über Marcel Koller als Wunschtrainer von YB schreiben, der in Österreich als Teamchef bis November unter Vertrag ist, nimmt Challandes gelassen. «Marcel Koller ist ein hervorragender Trainer. Wenn YB ihn verpflichten kann, dann muss es das tun. Das ist überhaupt kein Problem für mich.»

Und dennoch: Die Rückkehr zu YB nach 18 Jahren und zu Sportchef Fredy Bickel, mit dem er vor 4 Jahren beim FC Zürich Meister wurde, ist für Challandes nicht nur eine Herausforderung, sondern auch die unverhoffte Chance, nochmals bei einem Grossclub unterzukommen. Beim ersten Training am Mittwochmorgen war der Mann vom Neuenburger Jura wieder ganz Challandes. Er gestikulierte, motivierte – und tobte, als Alexander Gerndt und Samuel Afum bei einem Ballverlust nicht wie gewünscht nachsetzten.

Der Schwede und der Ghanaer schauten sich verdutzt an, als der Trainer radebrechend auf sie zustapfte und durch das Turnerstadion Wankdorf brüllte. Abwehrchef Alain Nef beäugte die Szene aus sicherer Distanz und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. 30 Sekunden später hatte sich der Trainer wieder beruhigt. Nef kennt Challandes seit über zehn Jahren, 2003 spielte er unter ihm in der Schweizer U-21-Auswahl.

Fast wie der Zibelemärit

Er habe zur Begrüssung keine lange Rede gehalten, erklärte Challandes. Dafür liess er einen Film vom Fischmarkt Seattle abspielen. Dieser Motivationsfilm soll zeigen, zu welchen Leistungen ein Team fähig ist, das motiviert, lustvoll und mit ganzem Herzen an seine Aufgaben herangeht. Challandes dazu: «Es ging um fliegende Fische, Lebensfreude und harte Arbeit.»

Mit einem neuen Trainer werden jeweils auch die Karten der Spieler neu gemischt. Challandes, der YB in den letzten Spielen regelmässig beobachtet hatte, wunderte sich, dass Moreno Costanzo zuletzt nur noch auf der Ersatzbank sass. Der Ostschweizer erhält unter dem Neuenburger eine neue Chance. Costanzo spürt das. Er sagt: «Jetzt haben wir Spieler keine Ausreden mehr.»

Und Nef erlebte Challandes an seinem ersten Trainingstag bei YB so, wie er ihn in Erinnerung hatte. Mit einem Lächeln meint er: «Jeder Mensch hat seinen Charakter.» Laut Nefs Rechnung erlebt er als Berufsfussballer nun seinen 16. Trainerwechsel – und den 4., seit er am 30. August 2010 zu YB kam.

Trainerwechsel haben bei YB mittlerweile fast so grosse Tradition wie der Zibelemärit. Bis Ende Saison stehen bei den Young Boys nun wieder drei Trainer auf der Gehaltsliste: Christian Gross, Martin Rueda und Challandes. Der nächste Zibelemärit findet am 25. November statt. Ob dann Bernard Challandes noch in der Stadt ist?


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Fl ... y/13426675

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 11. April 2013, 11:28 
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Der Fussballvulkan bricht in Bern aus

Am ersten Arbeitstag in Bern arbeitet Bernard Challandes am Mittwoch intensiv. Der neue YB-Trainer fordert viel von seinen Spielern – und lebt die von ihm gewünschte Leidenschaft vor.

Energie. Leidenschaft. Temperament. Der Mann hat mehr als genug davon. 62 Jahre alt wird Bernard Challandes im Sommer, doch am Mittwochmorgen flitzt er über den Rasen im Turnerstadion neben dem Stade de Suisse, als sei er halb so alt. Knieschmerzen behindern ihn zwar ein wenig im Gang, nicht aber im riesengrossen Enthusiasmus. Challandes leitet sein erstes Training als YB-Trainer seit 1995, als ginge es darum, sich für eine Zirkusnummer zu bewerben. Aber: Der Neuenburger spielt nichts. Er ist so. Sagen auch langjährige Begleiter. Challandes redet und gestikuliert, rennt und fordert, manchmal alles gemeinsam, und als seine Fussballer auf engem Raum das Direktspiel üben, steht er mittendrin und nicht bloss dabei und: redet und gestikuliert, rennt und fordert.

Für die YB-Spieler muss das wie ein Kulturschock sein. Bernard Challandes verkörpert als Trainer den Anti-Martin-Rueda. Sein Vorgänger war ruhig, besonnen, sachlich, Challandes ist wild, laut, direkt. «Ich bin so, wie ich bin», sagt er, «ich mag mich nicht verstellen.» Rueda habe seine Arbeit gut gemacht, findet Challandes, «aber im Fussball hat ein Trainer heute leider keine Zeit mehr. Nicht bei YB, nicht in der Schweiz, nicht in England. Nirgendwo.» Fehlen die Resultate, komme der nächste Coach. «Und das bin hier jetzt ich», sagt Challandes. «Ich habe aber im Moment keine Zeit, ein Team zu bauen, wir stehen mitten in der Meisterschaft.» Nicht bauen, nein, bewegen wolle er. Die Spieler. Den Ball auch. Und die Herzen der Fans. «Wir müssen jeden Tag hart arbeiten und an unsere Grenzen gehen», sagt Challandes. Das haben vor ihm schon Tausende Trainer gesagt, das ist klar, aber der Romand meint seine Worte sehr ernst. Er lebt sie vor. Und er sagt: «Jeder Spieler muss sich steigern. Jedem muss bewusst sein, was für ein schönes Leben er als Fussballprofi hat. Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Das Alibi, und nichts anderes war es, mit dem Trainer geht jetzt nicht mehr.»

Bernard Challandes nimmt die Spieler in die Pflicht. Und ins Boot. «Ich bin seit vielen, vielen Jahren im Fussball», sagt er. «Und eines weiss ich: Es geht nur gemeinsam.» Er wolle motivierte Ersatzspieler und nicht solche, die den Kopf hängen lassen. «Warum schiesst bei YB selten ein Einwechselspieler ein Tor?», fragt er. Und: «Stimmt es in der Mannschaft nicht?» Er wolle und müsse das sofort herausfinden. Sein erster Eindruck von den Fussballern aber sei gut. «Doch wenn die Resultate fehlen, ist die Stimmung nie gut, das ist klar.» Bernard Challandes will Harmonie schaffen und Eintracht, einerseits, und andererseits strebt er ein Reizklima an. «Die Spieler müssen gefordert werden, sie dürfen sich nicht ausruhen», sagt er. Ob das YB-Kader schlecht zusammengestellt sei, wolle und könne er aber nicht beantworten. «Wir können am Team jetzt nichts ändern. Und es hat viele gute Fussballer dabei, das weiss und sehe ich.» Auch die Taktik sei in so kurzer Zeit nicht zu revolutionieren. «Aber im Kopf können und wollen wir besser werden. Wir müssen mental bereit sein.»

Im Training am Mittwochmorgen gibts gleich eine ausgedehnte Taktiksession. Challandes schiebt die Akteure wie Schachfiguren hin und her, er übt intensiv Pressing im 4-4-1-1-System und ruft einmal: «Genau hier müssen wir Ghezal unter Druck setzen.» Saif Ghezal ist Abwehrspieler des FC Thun, und am Sonntag empfängt YB im Derby ausgerechnet den letzten Verein von Challandes. Kurz darauf kritisiert er den schwedischen Stürmer Alexander Gerndt, weil dieser nicht mit genügend Engagement nachsetzt. Challandes schreit derart laut («Geeerndt»), dass sich einige Akteure erstaunt und fast erschrocken anschauen.

Der Fussballvulkan Challandes belebt das zuletzt blutleere YB. Das ist klar. Er ist wild entschlossen, das Feuer bei YB zu entfachen. Und er greift auch zu subtileren Mitteln, um die angeschlagene Belegschaft bei der Ehre zu packen. Nach einer kurzen, feurigen Ansprache in der Kabine spielte der Coach den Akteuren den Motivationsfilm «Fish!» vor. Challandes gerät ins Schwärmen, wenn er von den fleissigen Händlern auf dem Fischmarkt in Seattle erzählt, welche die Geschichte prägen. «Man kann wählen, wie man arbeitet», sagt der Trainer. «Und wenn wir jeden Tag eine positive Einstellung haben, so wie die Fischhändler, dann geht vieles einfacher.» Bernard Challandes weiss, dass er viel zu tun hat. «Es ist schlimm, wenn ein YB-Fan das Leibchen zurückschmeisst, nachdem er es von einem Spieler geschenkt bekommen hat. Die Zuschauer sind sehr enttäuscht, wir müssen sie zurückgewinnen», sagt er. Und: «Das geht nur mit harter Arbeit.» Challandes will das Vorbild sein. Er ist fussballverrückt. Am Mittwoch ist er um 8 Uhr am Morgen im neuen Trainerbüro im Stade de Suisse – und fährt am Abend nach zwei YB-Trainings noch nach Genf, um im TV-Studio des welschen Fernsehens den Champions-League-Experten zu geben. Fabian Ruch

Bernard Challandes

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Bernard Challandes hat viel erlebt im Fussball – und Bulat Tschagajew überlebt! «Er wollte uns töten», sagt Challandes über den damaligen Xamax-Präsidenten, der im Cupfinal 2011 (0:2 gegen Sion) zur Pause in die Kabine stürmte und die Neuenburger Spieler und Betreuer und Trainer um Challandes bedrohte. Challandes arbeitete auch unter Präsident Christian Constantin in Sion («er ist ein guter Typ für den Verein, aber ein schwieriger Typ für uns Trainer») und wurde mit dem FC Zürich 2009 Meister. 1994/1995 trainierte er schon einmal für einige Monate die Young Boys – und sagt: «Ich fühlte mich in Bern immer wohl.»

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Sonntag 14. April 2013, 11:32 
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YB-Fans sorgen für Farbe im Stadion

Am Samstagnachmittag fanden sich die YB-Fans im Stade de Suisse ein, um gemeinsam neue Fahnen zu malen. Bernerzeitung.ch/Newsnet hat sie besucht.

Am Sonntag treffen die BSC Young Boys im Kantonsderby auf den FC Thun. Im Stade de Suisse dürften sich bei diesen Wetterprognosen besonders viele Fans einfinden, aber auch die eine oder andere neue Fahne wird man in den Fanreihen entdecken. Dies daher, weil die YB-Dachverbände «Ostkurve» und «Gäubschwarzsüchtig» am Samstagnachmittag zum Fahnenbasteltag einluden. Sie stellten den Fans Material, Farben und Motive zur Verfügung. Gemalt wurde im Stadion beim Sektor D.


http://www.bernerzeitung.ch/region/bern ... y/16080425

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Montag 15. April 2013, 13:39 
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War der langsame Rasen schuld?

Die Young Boys durften nicht im Stadion trainieren, weil der Rasen dort frisch verlegt wurde und geschont werden musste. Warum sich YB-Sportchef Fredy Bickel darüber aufregt.

Der Rasen im Stade de Suisse war für das Spiel zwischen YB und dem FC Thun am Sonntag zwar frisch gemäht. Aber weil er erst vor kurzem verlegt worden war und es in den letzten Tagen heftige Temperaturwechsel gegeben hatte, zogen es die Rasenverantwortlichen vor, aus Gründen der Schonung die höchstmögliche Grashalmlänge zu belassen.

Vielleicht war der hohe, langsame Rasen ein Nachteil für das technisch eher stärkere YB, wie einzelne Stadtberner Exponenten vermuteten. «Aber das darf für uns keine Rolle spielen», sagt YB-Captain Marco Wölfli. «Thun spielte ja auf dem gleichen Rasen wie wir.»

Fredy Bickel ärgerte sich derweil, dass man den Heimvorteil nicht ausgenutzt und auf einem schnellen Rasen gespielt habe. Es rege ihn auf, dass die Young Boys in den letzten Tagen nicht auf dem Rasen im Stade de Suisse trainieren durften. «Und es kann doch nicht sein, dass sich Leute vom FC Thun dafür bedanken, dass wir den Rasen nicht kürzer gemäht haben.»

Die Stadionverantwortlichen entschieden das so, weil die neue Unterlage geschont werden sollte. Er wolle sich nicht zu fest auf Nebenschauplätzen bewegen, sagt Bickel. «Das mit dem Rasen soll keine Ausrede sein. Aber es muss sich jeder bei YB überlegen, ob er wirklich alles unternimmt, damit es besser läuft.»


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/30173930

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Dienstag 16. April 2013, 07:15 
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Zum Glück für YB gibts keine Barrage

Die schwer kriselnden Young Boys treten seit Wochen wie ein Abstiegskandidat auf. Dennoch darf das teure Team sogar noch von der Europa League träumen.

Die gute Nachricht zuerst: YB kann den Europacup erreichen. Das ist – in dieser miserablen Saison – beinahe eine Sensation.

Die schlechte Nachricht: So wie YB derzeit spielt, erinnert das Team eher an einen Abstiegskandidaten als an eines, das noch vor wenigen Monaten in der Europa League teilweise brillierte.

«Team ohne Selbstantrieb»

Drei Viertel der Saison sind in der Super League absolviert, und die Bilanz der Wundertüte YB ist mit je acht Siegen und Unentschieden sowie elf Niederlagen kläglich. «Die Probleme liegen tiefer», sagt Fredy Bickel. Und der Sportchef meint: «Man kann sie nicht einfach so mit einem Trainerwechsel vergessen machen.»

Die Young Boys rasen konsequent durch die Tabelle nach unten, ein neuer Tiefpunkt ist mit Rang 7 erreicht. Es muss nicht der letzte sein, Lausanne und Luzern sind bloss sechs und sieben Punkte zurück. Und gäbe es noch eine Barrage gegen den Zweiten der Challenge League, dieses YB wäre gar abstiegsgefährdet.

Auch der neue Trainer Bernard Challandes hat das Steuer in den ersten Tagen in Bern nicht herumreissen können. Nach der 1:2-Niederlage gegen Thun am Sonntag sagt der Coach: «Natürlich bin ich enttäuscht und frustriert. Wir hatten auch Pech, aber wir reagierten nach dem Thuner Ausgleich chaotisch und hektisch.»

Challandes will die guten Dinge aus dem Derby mitnehmen, die lebhafte Startphase zum Beispiel, und die Spieler vor allem aufbauen und schützen. Vor den Fans, die ungehalten auf die Nullleistungen reagieren. Vor den Sponsoren, die sauer sind. Und vor der Presse, die den radikalen YB-Niedergang in den letzten drei Jahren verständlicherweise kritisch begleitet. Von einem «Team ohne Selbstantrieb» schrieb die NZZ gestern. Es klang wie ein Nachruf auf diese schlecht zusammengestellte Equipe. Die vielen Baustellen – aufgrund der Misswirtschaft seit August 2010 – sind auch in diesen Spalten ausreichend thematisiert worden, Sportchef Bickel steht vor umfassenden Aufräumarbeiten. Und Trainer Challandes bleibt in den wenigen Wochen bis Saisonende nichts anderes übrig, als die Akteure starkzureden. «Es geht weiter», sagt der 61-Jährige. Und: «Es kommen bessere Zeiten.»

Vielleicht am Sonntag in Sion. «Ich bin sicher, dass wir belohnt werden für unseren Aufwand», sagt Captain Marco Wölfli. Und der Goalie betont: «Es stimmt bei uns im Team. Doch es ist klar, dass die schlechten Resultate nicht ideal sind für das Klima.»

Aus den letzten drei Partien in Lausanne (0:0), gegen Servette (0:2) und Thun (1:2) hätte YB ja neun Zähler holen wollen, aber einzig die Nullnummer in Lausanne sorgte für Punktezuwachs. Rang 4 und damit die direkte Qualifikation für die Europa-League-Ausscheidung ist weiter das Ziel von Sportchef Bickel – der Vierte Sion aber liegt neun Punkte entfernt und dürfte kaum einzuholen sein. Falls die Cupfinalisten die Saison unter den ersten vier Teams beenden, und das ist sehr gut möglich, liegt der Europacupplatz und Rang 5 und Zürich für YB nur einen Punkt entfernt. Verliert dieser FCZ am Mittwoch den Cuphalbfinal gegen GC, kommt es für YB zum Dreikampf mit Zürich und Thun um Rang 5.

Warum nicht zwei Stürmer?

Steigert sich YB jedoch nicht fundamental, wird das teure Team weiter nach hinten durchgereicht. Nicht nur von den enttäuschenden Ausländern braucht es bessere Vorstellungen. Und man darf die Frage stellen, ob das System mit nur einem Stürmer richtig für dieses Team ist. Wenn man schon einen derart begabten Spielmacher und Passgeber wie Moreno Costanzo hat, wäre vielleicht eine Formation mit zwei echten Angreifern als Anspielstationen zentral vorne kaum die dümmste Idee. Schlechter als zuletzt kann es ja nicht kommen.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/25064815

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Dienstag 16. April 2013, 07:17 
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So schlecht wie nie!

Mit der Heimpleite gegen Thun rutscht YB so tief in der Tabelle wie noch nie seit Einführung der Super League (2004/05). Noch hinter dem kleinen Nachbarn Thun liegen die Berner mit 32 Punkten auf Platz 7. Die schlechteste Platzierung seit der Modusänderung datiert aus der Saison 2004/05 – da standen die Berner immerhin noch auf Platz 5 mit 36 Zählern.

Nach der Pleite gegen Thun hat YB-Sportchef Fredy Bickel eine Rasen-Polemik losgetreten. «Es gibt nicht jeder alles für den Erfolg. Sonst hätte man den Rasen geschnitten. Damit sind wir Thun entgegengekommen, sie haben sich bedankt. Für was wollen wir den Rasen schonen? Für den Cupfinal, in dem wir gar nicht dabei sind?» Logisch sorgen Bickels Aussagen intern für Aufruhr.

Die Experten haben einen Tag nach der Pleite den Rasen extra nochmals nachgemessen. YB-Pressechef Albert Staudenmann: «Der Rasen wurde am Samstag geschnitten. Doch aufgrund der Wetterbedingungen ist er schneller gewachsen als üblich.» Thun-Trainer Urs Fischer freute sich über die tiefe, stumpfe Unterlage im Stade de Suisse. «Ich denke, der Platz ist uns entgegengekommen, da YB das Spiel machen musste.»

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Samstag 20. April 2013, 07:29 
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YB und der geschenkte Gaul

Die Berner verpflichteten einen jungen japanischen Fussballer als Investitionsobjekt. Doch der Lauf der Zeit will's, dass sie heute nicht so recht wissen, was sie mit ihm anfangen sollen.

Yuya Kubo ist ein japanischer Fussballer, aber genaugenommen: ein Weihnachtsgeschenk, geboren am 24. Dezember 1993. Und wie es sich für ein ordentliches Weihnachtsgeschenk gehört, stand Kubo in der Fussballwelt auf manchem Wunschzettel. In Holland sollen ihn sich einst Arnheim und Venlo gewünscht haben, in Deutschland Hoffenheim und Köln. Und vor gut einem Jahr war auf einem einschlägigen Onlineportal zu lesen: «Nun verdichten sich die Anzeichen, dass Kubo in der nächsten Saison für Dortmund auflaufen wird.» Doch es blieb bei Anzeichen, Kubo spielt weiterhin für Kyoto Sanga in der zweithöchsten Liga Japans. Später schwappten die Kubo-Spekulationen in die Schweiz über, Anfang Oktober 2012 schrieb der «Blick»: «YB ist an Yuya Kubo interessiert.» Doch als habe das Christkind sogar für Bern-Tempo zu lange Lieferfristen, vermeldete die «Berner Zeitung» («BZ») Ende Januar 2013, Kubo sei von der YB-Liste verschwunden.

In Wirklichkeit aber war Kubo auf der YB-Liste präsent wie nie zuvor. Denn YB hatte Kubo längst verpflichtet – mit einem Vierjahresvertrag, beginnend im Verlauf von 2013. Kurz vor seinem Abschied als YB-CEO Ende Oktober 2012 schnürte Ilja Kaenzig das Kubo-Geschenkpaket – für angeblich rund 600 000 Franken, wie die «BZ» am Freitag schrieb. Angeblich soll Kaenzig fast keinen informiert haben, wobei davon auszugehen ist, dass zumindest der Verwaltungsrat mit den Brüdern Rihs über eine derartige Investition informiert war. Die Öffentlichkeit indes brauchte davon offenbar nichts zu wissen, weil Kubo als Investitionsobjekt galt. Die Berner spekulierten, Kubo in eine grosse Liga verkaufen zu können, ehe er ein einziges Mal für YB gespielt hatte.

Dummerweise ist die globale Begeisterung etwas abgeebbt, weshalb Kubo nächste Saison bei YB spielen müsste. Doch erstens möchte der neue Sportchef Fredy Bickel das Kader verkleinern, zweitens kennt er den Japaner kaum – und drittens passt das Kubo-Kapitel in die beliebte Fussball-Rubrik, dem Gebaren der Vorgänger mit Stirnrunzeln zu begegnen. Kurz und gut: Es ist Frühling, und Bickel weiss nicht, was er mit Kubo, dem Weihnachtspräsent, anfangen soll. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul – aber warum nicht probehalber einmal auf die Füsse?


http://www.nzz.ch/aktuell/sport/fussbal ... 1.18067922

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2012/2013
 Beitrag Verfasst: Samstag 20. April 2013, 11:45 
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Die Krisenklubs Young Boys und Luzern

Keine Leithammel

Seit 2010 wird kaum ein YB-Spieler besser, in Luzern ist die gute Saison 2011/12 weggeblasen. Die zwei kriselnden Klubs finden neue Trainer, aber auf dem Rasen keine Leader.

Wer zuletzt dem FC Luzern zuschaute, kam ins Sinnieren – etwa beim Anblick von Adrian Winter: Er ist nur ein Schatten seiner selbst und nicht mehr mit dem auffälligen Offensivspieler von früher vergleichbar. Der Dauerläufer hätte die Voraussetzungen zum Winnertyp. Aber vielleicht absorbiert er zu viel Energie für sich selbst, vielleicht ist er zu sehr Einzelkämpfer, wie ihn ein früherer Trainer einschätzt. Vielleicht ist Winter auch bequem geworden. Oder er denkt an den nächsten Transfer, an mehr Geld. Oder er hat falsche Trainer.

Auf jeden Fall verlief seine Leistungskurve nicht steigend, sondern fallend. Ihm nützt wie seinem Teamkollegen Alain Wiss auch die Moralspritze des Nationaltrainers Ottmar Hitzfeld nichts, der die zwei inmitten ihres Hochs im Mai 2012 ins Nationalteam aufbot – als temporäre Kurzarbeiter. Ein Jahr später wagen sie an ein Aufgebot in die Landesauswahl nicht einmal zu denken.
Ohne innere Reaktion

Quer durch die Schweizer Liga debattiert man über Trainer und ihr Wirken. Hier kommt ein Neuer, dort muss einer gehen, hier springt einer ein, dort steht einer am Pranger. In Luzern und bei YB tendierte der Effekt nach Trainer-Zäsuren gegen null. In Bern ortet man fehlenden Eigen-Antrieb und inexistentes Verantwortungsbewusstsein des Teams, das zu keiner Reaktion fähig scheint. In Luzern hallen Worte nach, die der Trainer Murat Yakin 2012 nach 6 Spielen und 3 Punkten vor seiner Entlassung äusserte. Er sprach von «fehlender Qualität» und von der «Absenz eines Leaders», er müsse «irgendwelche Challenge-League-Spieler» reaktivieren. Das klingt wie eine Bankrotterklärung ans Personal, das in der Saison zuvor mit taktisch herausragenden Spielen den zweiten Tabellenrang und den Cup-Final erreicht hatte. Seit dem Cup-Final, der gegen Basel verloren ging, konnte keiner das Niveau halten.

Wenn sich im Team keine innere Kraft entwickelt oder wenn sie sich verflüchtigt, kann das mit Charakteren zu tun haben, mit der (neuen) Mischung und Hierarchie, mit Anpassungen, mit Verschleiss, mit dem Trainer, mit der Klubführung, die in Bern und Luzern unruhiger und unberechenbarer nicht sein könnte. In Bern herrscht die Meinung vor, dass die YB-Spieler zu weich gebettet werden und zu wenig um ihren Platz kämpfen müssen. Die Arbeitsbedingungen sind wunderbar. Am wunderbarsten sind die fetten, langfristigen Verträge. Letztere werden als weitsichtig gelobt, wenn's läuft und Spieler verkauft werden. Sie werden jedoch zur Hypothek, wenn's nicht läuft und der Handlungsspielraum eingeengt ist.

Vermeintliche oder verkappte Leader wie Marco Wölfli (Vertrag bis 2015), Alexander Farnerud (2016), Alain Nef (2015) und Moreno Costanzo (2014) hatten die Trainer Petkovic, interimistisch Piserchia, Gross, das Duo Rueda/Häberli. Jetzt haben sie Bernard Challandes. Doch kein Fussballer entwickelte sich weiter. «Ein paar YB-Spieler sind gut», gibt ein früherer YB-Coach zu bedenken, «aber gleichzeitig können sie nur darauf warten, bis der nächste Trainer gehen muss.» Den YB-Spielern gehe es zu gut, aber das sei aus deren Sicht nicht verwerflich.

Farnerud ist fussballerisch und läuferisch überdurchschnittlich, aber sensibel, grüblerisch, jammernd und nicht der Typ, der ein Team aus dem Loch reisst. Läuft's der Mannschaft, kann der Schwede Chef sein, läuft's ihr nicht, senkt sich sein Kopf als erster. Wölfli ist ein kleiner Lokalfürst, der sich als Captain wohl zu viel auflädt, oft hinstehen muss und sich durch seine Karriere schlängelt. Der Einzige, der Wölfli infrage stellte und herausforderte, war Christian Gross – zum Schaden des fragilen Berner Klimas. Costanzo hat etwas Divenhaftes, wurde aber intern nie vorbehaltlos gestärkt. Nef hat im Kontrast zu anderen YB-Spielern mit dem FCZ 2005 (Cup) und 2006 (Meisterschaft) schon einmal etwas gewonnen. Aber der Stimmungsmacher pflegt den Stil des Verschleisses und wird mit zunehmendem Alter nicht frischer. Christoph Spycher (Meister mit GC) könnte ein YB-Leader sein, aber er ist seit langem verletzt.
Luzerner Captain-Suche

Ein Verletzter verliert Einfluss: Das gilt für Spycher, das galt zuletzt in Luzern für Michel Renggli. Ein Indiz für die fehlende Luzerner Hierarchie ist die anhaltende Suche nach einem Captain. Der Goalie David Zibung war's 2008, wurde aber abgesetzt. Als Hakan Yakin gegangen war, portierte der Trainer Murat Yakin 2012 Florian Stahel. Als der Yakin-Nachfolger Ryszard Komornicki begann, wählte das Team Claudio Lustenberger. Jetzt sagt der neue Trainer Carlos Bernegger, dass das für Lustenberger «mehr Last als Motivation» gewesen sei. Bernegger bestimmte Renggli als Captain. «In Luzern könnte man vier halbe Captains bestimmen», sagt ein früherer Entscheidungsträger. Man ist ein bisschen Captain und Nationalspieler. Aber nicht ganz.

Der mit einem bis 2014 gültigen Top-Vierjahresvertrag ausgestattete Daniel Gygax könnte ein Führungsspieler sein. Aber er bringt seit längerem die Leistung nicht, verliert an Status und ist mit sich selber beschäftigt. Zibung ist als Goalie weit weg vom Geschehen und hat offenbar Mühe, seine Energie ins Team zu bringen. Stahel trägt das Herz am richtigen Ort, ist aber nicht der beste und konstanteste Spieler. Lustenberger lässt sich schnell aus dem Tritt bringen und «herunterreissen», wie ein früherer Trainer sagt. Renggli hat eine gewisse Ausstrahlung, war aber oft nicht fit genug. Und wenn Rangelow eruptiv wirkte, lenkte er das in eine selbstzerstörerische Richtung.

Vielleicht wird jetzt mit Bernegger in Luzern und mit Challandes in Bern alles anders und besser. Sonst wechselt man wieder den Trainer – wie schon elf Mal in dieser Super-League-Saison geschehen. Wie immer können sich die Klubs und deren Geldgeber mit den Abschreibern herumschlagen – die (Führungs-)Spieler spüren auch davon nichts.


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