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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Montag 29. März 2010, 13:25 
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Der Bund, 29.03.2010

Der letzte Gegner von YB heisst YB

Die Berner gehen mit sechs Punkten Reserve auf den FC Basel ins letzte Saisonviertel.

1986 gab es die DDR und die SED noch, im deutschen Westen waren die RAF-Terroristen noch aktiv, der Politiker Michail Gorbatschow schenkte der Welt das Wort «Glasnost» (Freiheit) und «Goldjunge» Diego Maradona Argentinien den zweiten WM-Titel.

In der Schweiz feierten derweil die Young Boys ihren 11. Meistertitel. Alexander Mandziara hiess der Trainer, Lars Lunde, Dario Zuffi, Georges Bregy, Martin Weber und Robert Prytz trieben die Mannschaft an.

24 Jahre sind seither vergangen, 24 lange Jahre ohne Titel. Statt Wankdorf heisst das Stadion Stade de Suisse, gespielt wird auf Kunstrasen, und YB ist nicht mehr nur ein Verein, sondern Teil eines (kleinen) Wirtschaftsunternehmens. Kamen früher die Ausländer eher aus dem europäischen Norden, beleben inzwischen Afrikaner die gelb-schwarze Berner Welt. Der Trainer, Vladimir Petkovic, ist ehemaliger Mitarbeiter der Hilfsorganisation Caritas. Der CEO von Stadion und Verein, Stefan Niedermaier, lässt sich nichts von Berner Behäbigkeit anmerken, wenn er sagt: «Wir werden Meister.» Nicht irgendwann, sondern: «2010.»

Es sieht gut aus für die Young Boys nach drei Vierteln der Saison. Sechs Punkte haben sie wieder zwischen sich und den FC Basel legen können, weil sie gegen Aarau die Pflicht erfüllten und der Verfolger in Sitten zwei Punkte einbüsste. Sie mögen nicht mehr so berauschend aufspielen wie noch im Herbst, als sie mit zehn Siegen in den ersten zwölf Runden die Basis für ihren möglichen Titelgewinn legten. Sie gehen zum Rückrundenstart in Basel unter, tun sich auch dann schwer, wenn sie gewinnen, gegen Luzern, in St. Gallen und gegen den FCZ; verlieren prompt in Neuenburg, nachdem der FCB tags zuvor gegen GC daheim unterlegen ist; und müssen darum stets mit den Fragen leben: Sind sie nervlich nicht zu verwundbar?

Sie können damit nichts anfangen und antworten mit Siegen, das 3:1 gegen Aarau ist bereits wieder der vierte in Folge. Sie wissen, sie haben in Marco Wölfli einen starken Torhüter, sie haben noch Gilles Yapi im Mittelfeld, und natürlich ist da Seydou Doumbia, der unbeschwerte Freigeist auf und neben dem Platz. Doumbia kommt in 24 Einsätzen auf 26 Tore, allein in den letzten 3 auf 7.

FCB-Trainer Thorsten Fink meldet: «Die Berner sollen ihre Sache machen, wir konzentrieren uns nur auf uns.» Fink tut das mit grimmiger Miene, er weiss, die Spiele werden immer weniger, und der Rückstand wird trotzdem nicht kleiner, im Gegenteil. Die verlorenen Punkte gegen GC und nun im Wallis tun weh - nicht wie ein gebrochener Oberarm, aber ebenso, wie es enttäuschten Hoffnungen angemessen ist.

Dem FCB bleibt die Hoffnung, dass in neun Runden viel passieren und der Leader weiterhin entscheidend stolpern kann. Er lebt mit der Aussicht, dass Alex Frei in den letzten vier Runden wieder verfügbar ist. Aber er geht auch mit dem Wissen in jedes Spiel, dass er über keine solide Defensive verfügt und jeder Fehltritt irgendwann einer zu viel sein kann.

YB ist der Favorit auf den Titel, eindeutig. Wer sechs Punkte Reserve für neun Spiele hat, davon gleich die nächsten zwei in Aarau und gegen Bellinzona, kann sich eigentlich nur selbst um den Erfolg bringen. Mit diesem Druck muss YB fertig werden.

http://www.derbund.ch/bern/dossier/alles-zu-den-berner-young-boys/Der-letzte-Gegner-von-YB-heisst-YB/story/11133977

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Dienstag 30. März 2010, 08:53 
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Berner Zeitung, 30.03.2010

YB bisher ein «Meister der Konstanz»

In den ersten drei Vierteln der Saison hat YB auf hohem Niveau agiert. In den letzten neun Runden aber warten heikle Aufgaben.

Rechtzeitig auf die entscheidende Phase der Meisterschaft haben die Young Boys Spielfreude und Torgefahr wiedergefunden. Mit drei Siegen und zehn Toren in einer Woche (4:0 gegen GC, 3:1 in Bellinzona und gegen Aarau) hat YB seine Titelambitionen eindrücklich unterstrichen. Und so darf man die Berner schon mal als «Meister der Konstanz» bezeichnen. In den drei bisherigen Saisonvierteln holten sie 22, 19 und 21 Punkte. Basel lag nach neun Runden mit 12 Punkten nur auf Rang sieben. Der FCB war aber im zweiten und dritten Viertel mit je 22 Zählern das beste Team – knapp vor YB. Vladimir Petkovic freut sich über die brillante Bilanz. «Wir punkteten auch regelmässig, als es weniger gut lief», sagt der YB-Trainer. Als die Young Boys 1986 letztmals Meister wurden, bildete nach mittelmässiger Vorrunde übrigens ein fantastischer Steigerungslauf die Grundlage zum ersten Titel nach 26 Jahren Pause.

Der Umgang mit Sperren

Am Samstag in Aarau fehlt Stratege Gilles Yapi, zuletzt wieder in guter Form, gesperrt. Und so wie es aussieht, schafft es YB, mit der Sperrengefahr gut umzugehen. Xavier Hochstrasser und Alberto Regazzoni haben ihre Sperren abgesessen, vorbelastet sind von den Leistungsträgern damit nur noch Abwehrchef Emiliano Dudar, Verteidiger Issam Mardassi und Torhüter Marco Wölfli. «Wir sprechen sicher nicht ab, wer wann gesperrt sein soll», sagt Petkovic. Es würde jedoch nicht überraschen, wenn einer der Verteidiger in Aarau verwarnt würde – und dann gegen Bellinzona gesperrt wäre

Gerade in der Defensive aber wird die Spielerdecke bei YB langsam dünn. Verteidiger Hassan Lingani (Ermüdungsfraktur im linken Schienbein) steht vier bis sechs Wochen nicht zur Verfügung. Aufbauer Youssouf Traore wiederum wurde am Montag an der Leiste operiert, er fällt bis Saisonende aus. Bei Thierry Doubai (Muskelverletzung am rechten Oberschenkel) schliesslich verläuft der Heilungsprozess bisher normal. Ob der Ivorer in Aarau für seinen Landsmann Yapi eingesetzt werden kann, ist aber noch offen.

Schwieriges Restprogramm

Nach den zwei Partien gegen die Abstiegskandidaten Aarau und Bellinzona wartet auf YB ein schwieriges Restprogramm – insbesondere im Vergleich mit Basel. Der FCB spielt zuerst gegen Sion und dann in Zürich, da könnte YB den Vorsprung ausbauen. Danach aber – und bis zum letzten Spiel und dem Duell YB - FCB am 16.Mai – tragen die Berner vier heikle Auswärtspartien (GC, Sion, Zürich, Luzern) und bloss zwei Heimspiele (Xamax, St.Gallen) aus. Die Basler dagegen dürfen viermal im St.-Jakob-Park (St.Gallen, Luzern, Bellinzona, Xamax) sowie in Aarau antreten – und haben nur eine auf dem Papier harte Aufgabe zu bewältigen (bei GC). Der Titelkampf könnte dramatisch werden. Vladimir Petkovic bedauerte am Sonntag nach dem 3:1 gegen Aarau, dass sein Team nicht mehr Treffer erzielt habe: «Am Ende könnte es ja um die Tordifferenz gehen.» Bleibt sein Team (+30 Tore) aber konstant und holt nach 22, 19 und 21 Punkten im letzten Viertel zum Beispiel 20 Punkte, müsste Basel (+28) bei sechs Zählern Rückstand alle Spiele gewinnen, um YB noch zu überholen.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/YB-bisher-ein-Meister-der-Konstanz/story/27321195

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 8. April 2010, 10:31 
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NZZ, 08.04.2010

Ansichten aus Bern und Basel

Peter B. Birrer ⋅ Noch immer sind in der Schweizer Fussballmeisterschaft für alle 24 Punkte zu holen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Rückstände wettgemacht werden, sinkt mit jeder Woche. Zwischen YB und dem 6 Punkte zurückliegenden FCB läuft das Titelduell. Da wird weniger Taktik gebüffelt und Freistoss trainiert. Die Beteiligten diskutieren vielmehr lebhaft, welche Spieler für welche Vergehen wie lange aus dem Verkehr gezogen werden sollen.

Verletzt sind die FCB-Stürmer Frei und neu Streller. Bei YB schaut der gesperrte Yapi zuletzt ebenso zu wie der verletzte Doubai. Die Spieler Stocker (FCB) sowie Dudar und Doumbia (YB) leisten sich Vergehen, die Diskussionen provozieren. Nur Dudar wird direkt vom Referee bestraft und von der Liga wegen Tätlichkeit mit drei Sperren belegt. Bei Stocker und Doumbia schreit das Fernsehbild auf. Solche Fälle werden öffentlich verhandelt und kommen vor den Richter. Die Konsequenzen: Der FCB verteidigt Stocker. Argumentationslinie: «Kesseltreiben; Justiz immer gegen uns; keine Absicht.» Die «Basler Zeitung» schlägt sich auf die Seite Stockers. Der «Blick» krächzt, heult, verurteilt, zeigt Bilderserien. YB nimmt sich Stocker vor: «Klare Tätlichkeiten, Spielsperren.» Die «Berner Zeitung» stimmt zu. YB verteidigt Doumbia nach dessen Ellbogen-Einsatz: «Er wurde provoziert; keine Absicht; keine Tätlichkeit.» Der «Blick» schreit, bellt, verurteilt, publiziert Bilderserien. Die «Sonntags-Zeitung» schreibt über das Bild Doumbias «brutal». Die «Basler Zeitung» stellt Doumbia im Sinne des FCB an den Pranger. Tendenz: «Tätlichkeit». So tendenziös geht das hin und her. Die Richter sprechen nun Stocker frei (kein Vorsatz) und sperren Doumbia (Unsportlichkeit) für ein Spiel. Unterschied? Tätlichkeit? Unsportlichkeit? Vorsatz? Absicht? Keine Absicht? Das sind immer Fragen. Aber es sind vor allem Fragen des Blickwinkels.

http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/fussball/ansichten_aus_bern_und_basel_1.5396075.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Freitag 9. April 2010, 11:26 
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Berner Zeitung, 09.04.2010

Rekurs und Warten auf Spycher

Die Young Boys haben gegen die drei Spielsperren gegen Emiliano Dudar Rekurs eingelegt. Bei Eintracht Frankfurt hat YB-Wunschspieler Christoph Spycher ein erstes Angebot zur Vertragsverlängerung abgelehnt.

Der Sturm hat sich gelegt – mit der Urteilsverkündung im Fall Seydou Doumbia ist bei den Young Boys fürs Erste wieder Ruhe eingekehrt. Der Stürmer aus der Elfenbeinküste wurde am Mittwoch von der Swiss Football League für seinen Ellbogenschlag gegen Aaraus Martin Stoll für ein Spiel gesperrt. Doumbia muss damit am Samstag, im Heimspiel gegen Bellinzona, eine Zwangspause einlegen. In den restlichen sieben Partien steht der Leader der Torschützenliste YB wieder zur Verfügung und soll das Team zum Titel schiessen.

Auch auf Abwehrchef Emiliano Dudar muss der Leader gegen Bellinzona verzichten. Der Argentinier wurde im Aarau-Spiel wegen Nachtretens vom Platz gestellt und hinterher für drei Spiele gesperrt. Gegen dieses Urteil haben die Verantwortlichen der Young Boys gestern Rekurs eingelegt. Ihrer Meinung nach sollte die Sperre Dudars mindestens um ein Spiel reduziert werden. Laut Sportchef Alain Baumann beantragen die Berner, dass Dudars Tat als «Unsportlichkeit» und nicht mehr als «grobe Unsportlichkeit» gewertet wird.

Im Rekursschreiben stützt sich YB auch auf die Urteilsbegründung des Disziplinarrichters bei Doumbia, wonach die Strafe auch deshalb milder ausfalle, weil sich Doumbias Gegenspieler Stoll bei der Aktion nicht verletzt habe. Das Gleiche gelte für Dudars «Opfer», sagt YB – David Marazzi konnte nach dem Tritt ebenfalls weiterspielen.

Vierjahresvertrag in Bern?

Gestiegen ist für YB derweil die Chance, den Schweizer Nationalspieler Christoph Spycher zu verpflichten. Gemäss dem deutschen Sportmagazin «Kicker» ist der Berner, dessen Vertrag ausläuft, mit dem neuen Angebot seines Arbeitgebers Eintracht Frankfurt unzufrieden. Der Bundesligist soll Spycher einen Einjahresvertrag angeboten haben, der sich nur dann automatisch verlängert, wenn der 32-Jährige auf eine relativ hohe Anzahl von Spielen kommt.

Laut «Kicker» verweist Spycher in den Verhandlungen mit Frankfurt auf die Offerte aus Bern. YB soll ihm einen Vierjahresvertrag unterbreitet haben und will ihm nach dem Karriereende den Einstieg ins Management oder ins Trainerbusiness ermöglichen. Alain Baumann mag nicht in die Details gehen. Der YB-Sportchef bestätigt aber, dass sich das Angebot in dieser Grössenordnung bewege. «Wir wollen Spycher für die Zeit nach dem Ende seiner Laufbahn an uns binden. Es gibt aber noch ein paar kleinere Punkte, über die wir uns einig werden müssen.»

Obwohl Spycher in Oberscherli aufgewachsen ist, stand er noch nie bei YB unter Vertrag. Die Chance, dass dies ab Sommer 2010 der Fall sein wird, ist laut Baumann intakt: «Spycher hat die Wahl zwischen Frankfurt und Bern. Er wird sich gut überlegen, was er will, und uns seinen Entschluss mitteilen.» Mit Spychers Entscheid rechnet Baumann bereits Ende April/Anfang Mai.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Rekurs-und-Warten-auf-Spycher/story/23396348

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Samstag 10. April 2010, 12:41 
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Berner Zeitung, 10.04.2010

YB holt sich einen U17-Weltmeister

Auch den Bernern hat die starke Vorstellung der U17 im letzten Jahr in Nigeria Eindruck gemacht. Ein Mittelfeldspieler des WM-Teams soll YB verstärken.

Der Tessiner Matteo Tosetti hat einen Dreijahresvertrag unterschrieben und kommt im Sommer vom Team Ticino zu YB. Der 18-jährige Mittelfeldspieler soll behutsam an die erste Mannschaft herangeführt werden. Er wird im Sommer vorerst ins U21- Team der Young Boys integriert.

http://www.derbund.ch/sport/fussball/YB-holt-sich-einen-U17Weltmeister/story/11312011

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 15. April 2010, 13:34 
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Der Bund, 14.04.2010

Das Wankdorf als ein Tor zur Welt

Zwei Berner Mitte 40 fiebern aus der Ferne mit im Titelkampf und tauschen über Facebook Erinnerungen an das YB ihrer Jugend aus: Der Autor Tom Kummer lebt in Los Angeles, der Journalist Michael Angele in Berlin.

Tom Kummer: Schon als Fünfjähriger ging ich 1968 mit meinem Vater ins Wankdorf, immer Haupttribüne. Ich habe nie verstanden, wieso da so viel auf die Spieler geschimpft wurde. Anfang der Siebzigerjahre kam Köbi Brechbühl und wurde mein Lieblingsspieler. Sein Markenzeichen war der Flügellauf und ein starker Schuss aus der zweiten und dritten Reihe. Aber auch Brechbühl konnte den Niedergang von YB nicht aufhalten.

Mein Vater blieb ruhig, er rauchte Stella Filter und sagte nicht viel. Er hatte die grosse Zeit unter Albert Sing miterlebt, die Spiele von YB gegen Stade Reims, seine Helden waren Geni Meier und Hene Schneiter. Er wusste: Jede Generation ist anders. Ich kann mich an diese YB-Zeit darum so gut erinnern, weil es nichts Negativeres gab als das YB-Publikum. Dabei waren die jungen Fans ziemlich brav, ausser ein paar schwere Jungs, Rocker aus Schönbühl, die ins Stadion zum Saufen kamen. Ich habe es genossen, mit den Freunden meines Vaters im Wankdorf herumzuhängen, diese trinkenden Männercliquen im alten YB-Restaurant.

Michael Angele: Mit meinem Vater war ich auch auf der Haupttribüne, und wenn die mal voll war, gings auf die Vortribüne. Einmal stand Adolf Ogi am Eingang zu Block C oder D. Er hat alle Zuschauer mit Handschlag begrüsst. Da war er noch nicht Bundesrat, aber es war klar, dass er es werden wollte. In meiner Erinnerung war das Publikum völlig überaltert. Schweigende Stumpenraucher, die nur zum Fluchen den Mund aufmachten. Damals, gegen Ende der Siebzigerjahre, war das YB-Publikum immer noch das Negativste, was man sich vorstellen kann. Davon liess man sich natürlich anstecken. Einmal habe ich eine Flasche geworfen, bei YB gegen St. Gallen. YB lag nach kurzer Zeit 0:3 hinten, es schneite und war kalt. Ich habe mich für den Flaschenwurf geschämt. Es ist nichts passiert. Heute bekäme ich wohl Stadionverbot.

Der erste Spieler, der mich beeindruckte, war Thomas «die Gazelle» Zwahlen, ein junger «Gstabi», der an der Linie rauf und runter lief und manchmal schneller als der Ball wurde. Er ist bald in der Versenkung verschwunden. Und da war Schönenberger, der Weiberheld. Das Mädchen, in das ich unglücklich verliebt war, schwärmte für ihn. Ja, und Köbi Brechbühl war gross. Wenn ich heute einen Lastwagen der Firma Brechbühl Transporte sehe, muss ich immer an ihn denken. Und da war Jean-Marie Conz. Er durfte immer die Corner treten, obwohl er keinen Ball hoch in den Strafraum brachte. Die schlechte Laune des Publikums war teils schon begründet. Man musste froh sein, wenn ein Eckball hoch in den Strafraum kam.

Tom Kummer: Nachdem mein Vater im Frühling 1973 gestorben ist, habe ich mich von der Haupttribüne verabschiedet und bin Stehplatz-Fan geworden. Das Wankdorf war im Halbleerzustand ein gemütliches Stadion. Man stellte sich irgendwo an eine Stange, beobachtete seine Nachbarn, und wenn das Spiel langweilig wurde, bin ich einfach herumspaziert. Es gab ja keine Sektoren. Ich war damals ein bisschen verloren ohne meinen Vater und ohne Sitzplatz auf der Haupttribüne.

Das Stehplatz-Dasein als Teenager und Einzelgänger benötigte auch einen gewissen Mut – besonders wenn man sich zu den Wahnsinnigen unterhalb des Totomats wagte. Sie trugen wild wuchernde Bärte, lange Haare, ärmellose Levi’s-Jacken mit YB-Abzeichen und Totenkopfinsignien. Da gab es auch so ein geistesgestörtes Monster von YB-Fan, ein Riesenkalb aus dem Emmental, der den Jurassier Bruttin immer ein Schleim scheissendes Muttersöhnchen nannte. Und wenn er wütend war und auf dem Feld nichts lief, begann er Bierflaschen zu zerschlagen und sich damit die Arme aufzuritzen. Er war zu einem derart gotteslästerlichen, degenerierten YB-Fan verkommen, dass sich selbst seine Freunde und die Securitas vor ihm fürchteten.

Damals sind mir unterhalb des Totomats zum ersten Mal kurzhaarige YB-Girls aufgefallen. Punk war schwer angesagt, und plötzlich gab es also diese burschikosen YB-Fangirls. Ich fühlte mich wohl im Stehplatzparadies «Wankdorf». Ich fand Typen gut, die so Rude-Boy-mässig herumliefen. Das war damals noch alles irgendwie unschuldig, weniger ghettoisiert als heute. Niemand wurde hinter Gitter eingepfercht. Es gab immer jemanden, der Ärger machen wollte. Meistens waren es die Stumpen rauchenden Alten, die denen Vernunft beibringen konnten. Man hat damals noch auf die Alten gehört, auch auf ihre Meinung, wenn sie zu schimpfen begannen. Die alten Fans genossen einen gewissen Respekt. Schliesslich hatten sie die grossen Jahre von YB erlebt.

Es gab kurze euphorische Momente. Karl Odermatt wechselte zu YB. Das war ein grosser Moment. YB wurde mit ihm Cupsieger, im Final gegen St. Gallen. Es gab sie schon, die unglaublich starken Momente, da ging das «Hopp YB» los, für vielleicht drei Minuten, da sahen wir plötzlich flüssige Angriffe aus dem Mittelfeld mit Conz, Andersen, Küttel und Karli, man traute seinen Augen nicht. Irgendwie hofften die Alten und die Jungen, dass der Durchbruch geschafft war. Aber meistens wurde nichts daraus. Bruttin hackte über den Ball, oder Vögeli war mal wieder viel zu langsam.

Michael Angele: Du schreibst von den grossen Jahren. Ich habe damals nichts davon gewusst. Mit Albert Sing habe ich später als Journalist einmal telefoniert. Ich wollte wissen, ob er während der WM 1954 wirklich für Sepp Herberger die Ungaren in ihrem Trainingslager in Solothurn ausspioniert hatte. Er hat es bestätigt und mir erzählt, wie er damals mit einem Lungendurchschuss über die Grenze kam.

Und mit dem Architekten des Wankdorfs habe ich auch gesprochen, ich weiss nicht mehr, wie er hiess, ein Tessiner Name, er wohnte in einem Berner Vorort, Muri vielleicht. Er erzählte mir, dass die Flutlichtmasten erst nach der WM 1954 gebaut wurden, er hatte ähnliche in Schottland gesehen. Diese Flutlichtmasten sind vielleicht meine stärkste Erinnerung. Man sah sie von weitem. Sie haben auf mich stets einen mächtigen und auch traurigen Eindruck gemacht, weil sie den «Kopf» gebeugt hielten. Die riesige Biostrat-Reklame aussen an der Haupttribüne und die Flutlichtmasten, das war ein Bild.

Gleich bei meinem ersten Match sass ich auf der Osttribüne. Sie blieb ja meistens geschlossen, nur für den Cupfinal oder den Uefa-Cup wurde sie geöffnet, wenn man gegen 20 000 Zuschauer oder mehr erwartete. Als ich dort sass, spielte YB gegen den grossen HSV. YB mit Odermatt, beim HSV spielte Kaltz, der tatsächlich seine Bananenflanken schlug. Bald darauf kam dann Bernd Lorenz zu YB, ein Bundesligaspieler.

Tom Kummer: Bernd Lorenz. Niemand wusste genau, wieso der zu YB geholt wurde. Niemand mochte ihn. Bloss die Tatsache, dass er in der Bundesliga gespielt hatte, machte ihn exotisch. Er blieb ein Versager. Er stürmte neben Küttel, einem Luzerner. Küttel fand ich super. Ein bisschen wie der Argentinier Kempes, wenn der Vergleich auch hoffnungslos optimistisch war. Küttel hatte lange schwarze Haare und Speed. Nicht immer, aber manchmal.

Klar, je voller die Hütte, desto besser. Ich erinnere mich an ein Cupspiel in den Siebzigerjahren, ich glaube, YB gegen Basel, da waren 52'000 im Wankdorf. Ein volles Wankdorf war für mich damals ein richtig gefährliches Stadion. Besonders in den Kurven, wo es keine Treppen gab und der Boden aufgerissen war. Lose Steine gab es dort, die hätte man im schlimmsten Fall locker gegen die Linienrichter werfen können. In diesen Kurven wurde man auch schon mal von der Menge mitgerissen. Da musste man Mut und Durchhaltevermögen beweisen. Ein volles Wankdorf machte mich stolz, in Bern zu leben. Das war gewaltig, so eine Menschenansammlung in unserer kleinen, sonst so ruhigen Stadt.

Michael Angele: Ja, ein volles Stadion machte stolz. Ich kann bis heute die Zuschauerzahlen zu manchen Spielen auswendig. Ich weiss nicht mehr, wie jenes Spiel gegen St. Gallen ausgegangen ist, 1:5 oder sogar 1:6 vielleicht, aber ich erinnere mich genau an die Zuschauerzahl: 10'300. Man konnte die Zuschauer leicht schätzen, ein guter Indikator war, wie frei der Platz zwischen der Gegentribüne und der Westtribüne war. Beim letzten Spiel, das ich im alten Wankdorf gesehen habe, waren dann nur noch 2300 Zuschauer im Stadion, trotzdem gab es auf den morschen Bänken eine La-Ola-Welle. Nati B, gegen Solothurn. Was war dein letztes Spiel?

Tom Kummer: Es muss 1981 gewesen sein, kurz bevor ich nach Berlin abhaute. Ich ging an die Feusi-Sportschule und sass neben dem Mittelfeldspieler Thomas Zwygart, der sich dort eingeschrieben hatte. Zwygart war ein Riesentalent im YB-Mittelfeld. Aber ich vermute, er war trainingsfaul wie ich. Er hatte dieses Grinsen auf dem Gesicht, das mehr auf ein Leben mit Girls und Glamour verwies. Er trug meistens Lederhosen, feine Seidenhemden und Lederschuhe, die nach vorne zugespitzt waren. Damals war er 20 und verdiente, was ich gehört hatte, eine Unsumme. Egal was die Leute heute sagen. Zwygart hatte geniale Momente. Leider ist er rasch verglüht. Wie so viele Talente.

http://www.derbund.ch/bern/dossier/alles-zu-den-berner-young-boys/Das-Wankdorf-als-ein-Tor-zur-Welt/story/27605164

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Freitag 16. April 2010, 21:45 
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20min.ch, 16.04.2010

Basels Steigerungslauf - YBs Einbruch?

Geht YB die Luft kurz vor der Ziellinie aus? Endet Basels Aufholjagd mit dem Meistertitel? Die 20-Minuten-Online-Sportredaktion wagt den Blick in die Zukunft.

Noch sechs Runden stehen in der Axpo Super League aus. Dann ist spätestens klar, wer Schweizer Fussballmeister 2010 wird. Möglich, dass die Entscheidung an Auffahrt fällt. Dann könnten die Fans mit der richtigen «Brücken-Taktik» ab Donnerstag, 13. Mai, bis am Sonntag durchfeiern. Wahrscheinlicher ist jedoch, wie in den letzten Jahren oft der Fall, eine «Finalissima».

Die Sportredaktoren Herbie Egli, Reto Fehr und Patrick Toggweiler lehnen sich aus dem Fenster und tippen den Meisterschaftsausgang.

Herbie Egli: Showdown im Stade de Suisse

Der Meistertitel wird vermutlich erst in der letzten Runde vergeben. Anhand des Restprogramms kann Verfolger Basel sogar zu Leader YB aufschliessen. Dann wäre Nervenkitzel garantiert. Zum Abschluss steigt im Stade de Suisse in Bern das Direktduell der beiden Titelkandidaten.

YB wird die Meister-Regentschaft von Basel und Zürich diese Saison aber durchbrechen und den Kübel in die Bundes-Hauptstadt holen. Denn mit Vladimir Petkovic besitzen die Young Boys einen gewieften Trainerfuchs. Ausserdem kann er auf die Fähigkeiten als früherer Sozialarbeiter zurückgreifen, was ihm in der entscheidenden Phase helfen wird.


Reto Fehr: YB schläft, Basel träumt

Hat YB das Meisterflattern? Knorz-Sieg gegen Bellinzona, fast chancenlos gegen GC. YB verschläft eine sehr frühe Entscheidung, holt den ersten Meistertitel seit 1986 trotzdem schon vor der Schlussrunde. Denn die Berner wachen rechtzeitig wieder auf. Eine Finalissima findet nicht statt. Das letzte Spiel gegen Basel wird zur Gala.

YB erhält nämlich ausgerechnet vom abstiegsbedrohten Aarau Unterstützung. Basel stolpert nicht über das formstarke GC, sondern vergeigt den Titel im Brügglifeld gegen die «Unabsteigbaren». Der Basler Titeltraum hat im Moment Aufwind, wird jedoch unerwartet früh gestoppt.

Patrick Toggweiler: Basel macht das Rennen

YB antwortet energisch auf die letzte Niederlage. Ausgerechnet die Meisterprüfung auswärts gegen den amtierenden Titelträger misslingt aber. Nach einer enttäuschenden Saison sind diese Spiele für den FCZ das Salz in der Suppe – und die letzte Hoffnung auf die Europa League. Dann eine Premiere in dieser Saison: YB verliert zweimal in Serie und damit die Meisterschaft.

Basels Meistergefährt hat Fahrt aufgenommen. Nur noch das Team der Stunde (GC) vermag Widerstand zu leisten. Am Ende schaukeln die Basler die Meisterschaft mit einem glücklichen 1:1 in Bern nach Hause.

http://www.20min.ch/sport/fussball/story/Basels-Steigerungslauf---YBs-Einbruch--10028900

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Freitag 16. April 2010, 21:47 
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sf.tv, 16.04.2010

Neue Ausgangslage im Meister-Duell YB vs. Basel

Freitag, 16. April 2010, 9:32 Uhr

YB oder Basel? Wer wird Schweizer Meister 2010? Die Ausgangslage 6 Runden vor Schluss präsentiert sich völlig offen. YB ist in der Pole Position, aber die Basler zeigten zuletzt konstantere Leistungen.

«Wir haben jetzt die grosse Chance Meister zu werden», sagte FCB-Trainer Thorsten Fink nach dem hart erarbeiteten 3:2 gegen St. Gallen am Mittwoch. «Wir sind Leader, wir haben eine wunderbare Ausgangslage», lässt sich YB-Sportchef Alain Baumann auch nach dem schwachen Auftritt bei GC am Dienstag (1:2) nicht aus der Fassung bringen. Optimismus und Selbstvertrauen ist sowohl in Basel als auch in Bern - zumindest in der Öffentlichkeit - angesagt.

YB spielt eine der konstantesten Saisons seit langer, langer Zeit. Seit dem 3. Spieltag steht das Team von Vladimir Petkovic an der Spitze der Tabelle. Der FCB hingegen bekundete nach dem Trainerwechsel von Christian Gross zu Thorsten Fink grosse Mühe im ersten Meisterschafts-Viertel, konnte danach das neue System verinnerlichen, startete eine eindrückliche Aufholjagd, ist das beste Team der Rückrunde und ist seit der 15. Runde erster Verfolger von YB.

Kann YB die «traditionelle» Nervosität ablegen?

Das Selbstbewusstsein in Basel ist auch deshalb verständlich, da YB in der Vergangenheit in entscheidenden Spielen immer wieder Nerven zeigte. Seien das nun Meisterschafts-Spiele (etwa gegen den FCB in der Schlussrunde der vorletzten Saison) oder Cupfinals gegen Sion.

Von Nervosität bei YB ist gegen aussen nichts zu spüren, Spieler und Trainer geben sich auch nach dem bedenklichen Auftritt in Zürich gelassen. Aber der Druck auf den Bernern, nach 24 Jahren endlich wieder einmal Meister zu werden, ist gross. Der FCB ist im Umgang mit Erfolg routinierter, hat durch den Trainerwechsel eine Galgenfrist, was den Erwartungsdruck anbelangt, und hat mit dem Cupfinal noch eine zweite Titel-Chance.

Einfacheres Restprogramm für FCB

Das Restprogramm weist auf dem Papier Vorteile für den «Jäger» auf. Neben dem Direktduell in der letzten Runde sind noch 5 Runden auszutragen. Der FCB «darf» noch gegen die Abstiegskandidaten Aarau und Bellinzona antreten, gegen die YB schon gespielt hat. Zum Basler Stolperstein kann sich die Auswärtspartie bei den Grasshoppers entwickeln, wie auch YB hat erfahren müssen.

Auf den «Gejagten» hingegen warten noch schwere Auswärtsspiele in Sion, Zürich und Luzern. Zudem gastiert Angstgegner Xamax im Wankdorf, über das YB in Vergangenheit des Öfteren gestolpert ist. Aber: YB hat im letzten, womöglich entscheidenden Spiel gegen den FCB Heimrecht. Und immerhin haben die Berner in dieser Saison noch kein einziges Spiel zuhause verloren und bis auf zwei Unentschieden auch nie Punkte abgegeben.

http://www.sport.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2010/04/16/Fussball/Neue-Ausgangslage-im-Meister-Duell-YB-vs.-Basel

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Samstag 17. April 2010, 11:18 
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Der Bund, 17.04.2010

YB wird die Mustervereinbarung der Justizdirektoren nicht unterzeichnen

Die Mustervereinbarung zur Bekämpfung der Gewalt im Sport bringe für Bern nichts Neues, sagt YB-Chef Stefan Niedermaier.

Stefan Niedermaier ist gelassen. Die gestern präsentierte Mustervereinbarung für Profi-Fussballklubs betreffe den BSC YB nur am Rande. Im Bereich Sicherheit gebe es seit Dezember 2009 eine Vereinbarung zwischen YB, SCB und der Stadt Bern, die sich bewährt habe. Die Mustervereinbarung, welche die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD), der Fussballverband und die Profiliga gestern präsentiert haben (siehe Zweittext), betreffe vor allem jene Klubs, die noch keine Sicherheitsvereinbarung hätten. Niedermaier sieht denn auch keinen Grund, einen neuen Vertrag zu unterzeichnen. «In Bern gibt es keine grossen Probleme mit der Gewalt.»

So gebe es im Stade de Suisse Wankdorf seit jeher Arresträume und Räume zur Einvernahme von verdächtigen Personen. Zudem verstehe es sich von selbst, dass ein polizeilicher Einsatzleiter einen Match abbrechen könne, wenn Menschenleben akut gefährdet seien. «Wenn die Gefahr gross ist, braucht es keine Vereinbarung, um ein Spiel abzubrechen.» Auch bezüglich der Sicherheitskosten sieht Niedermaier keinen Anlass, einen neuen Vertrag zu unterzeichnen. Gemäss der bestehenden Vereinbarung mit der Stadt Bern beteiligen sich die beiden Klubs mit je 60 000 Franken an den Kosten für die Polizeieinsätze vor den Stadien. Seit einem Urteil des Bundesgerichts, wonach ein Klub bis zu 80 Prozent der Sicherheitskosten bei sogenannten Hochrisikospielen tragen muss, wird dieser Betrag als zu gering kritisiert. «Was heisst zu wenig?», fragt Niedermaier rhetorisch. Die Sicherheit im Stadion koste YB jährlich zwei Millionen Franken. Dazu kämen bauliche Massnahmen für mehrere Zehntausend Franken, die aufgrund der Vereinbarung mit der Stadt notwendig geworden seien, sagt Niedermaier.

«Bern hat eine Vorreiterrolle»

Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) begrüsst es, dass mit der Mustervereinbarung der politische Druck zur Verbesserung der Sicherheitslage vor den Stadien aufrechterhalten bleibe. Rund 90 Prozent der Vereinbarung seien aber bereits durch den bestehenden Vertrag gedeckt. «In Sachen Sicherheit bei sportlichen Grossanlässen hat Bern eine Vorreiterrolle.» So habe es in Bern seit einem Jahr keine grösseren Krawalle mehr gegeben. Nach wie vor zu hoch seien aber die Kosten für die Sicherheitsmassnahmen. Wenn es bis in einem Jahr nicht gelinge, diese zu senken, müsse die Beteiligung von YB und SCB neu verhandelt werden, sagt Nause. «Bei der Vereinbarung über die Kostenbeteiligung von YB und SCB waren wir in Bern vielleicht etwas gar zu schnell», sagt Nause unter Hinweis auf das erwähnte Bundesgerichtsurteil.

Massive Vorwürfe an KKJPD

Bei der YB-Fanarbeit empfindet man die Mustervereinbarung gar als Störmanöver. Im sechsseitigen Vertragswerk sei gerade mal ein Satz der Gewaltprävention gewidmet, sagt Fanarbeit-Sprecher Urs Frieden, Berns Stadtratspräsident (GB). «Mit ihrer rein polizeilichen Optik torpediert die KKJPD auf fahrlässige Weise eine Diskussion, die seit längerer Zeit im Gang ist.» Zudem werde der bestehende Vertrag zwischen YB, SCB und der Stadt Bern unterlaufen, sagt Frieden.

http://www.derbund.ch/bern/dossier/alles-zu-den-berner-young-boys/YB-wird-die-Mustervereinbarung-der-Justizdirektoren-nicht-unterzeichnen-/story/12073669

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Sonntag 18. April 2010, 08:22 
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NZZ, 18.04.2010

In Bern will niemand mehr warten

YB greift nach dem Titel, doch der Weg ist mühevoller als erwartet

Warten ist nicht einfach. Und das Warten wird erst recht herausfordernd, wenn die Sehnsucht grösser ist als die Erfahrung und so den Geist verwirrt. Der Kolumnist der «Basler Zeitung» hat die Berner Gefühlslage gereizt und in Anspielung auf eine Werbekampagne «Ich YB dich» die Botschaft in die Hauptstadt geschickt, dass Vorfreude die schönste Freude sei und man doch zum Jubiläum nach 25 und nicht schon jetzt nach 24 Jahren den Meistertitel feiern soll. Weil: «Wahre YB wartet». Man könne sich dies ja auf die Bettlaken und Kissen schreiben.

Ja, sie haben gut sticheln in Basel. Sie wissen ja, wie es ist, auf dem Barfüsserplatz auf dem Balkon die Korken knallen zu lassen. Sie haben die Erfahrung, Meister zu sein, in ihren Körperzellen. Der Akt wäre eine Routine, eine schnöde Wiederholung. Oder: Stehen in der Warteschlange für ein (psychisches) Nahrungsmittel, das zu Hause bereits als Vorrat im Kühlschrank liegt – ein gar fruchtbarer Boden für das Gefühl der Gelassenheit.

Petkovic: Unerschrocken, giftig

In Bern will niemand mehr warten. Die Kinder in der Schule nicht, die Leute in den Strassencafés nicht, die Anhänger im Block D erst recht nicht, die Kolumnisten im Kulturteil der Lokalzeitungen nicht und der Stadtpräsident sowieso nicht. Nein, in der Verwaltungsstadt ist der Geduldsfaden gerissen.

So ist sie halt, die Stimmung, und sie überträgt sich auf das Team des gestrengen Trainers Vladimir Petkovic, der sich unerschrocken, manchmal schlagfertig und manchmal nur giftig vor die Seinen stellt. Nach der 1:2-Niederlage zuletzt gegen GC nach einer äusserst dürftigen YB-Leistung («Will dieses Team wirklich Meister werden?», schrieb der «Tages-Anzeiger») fragte der Reporter des Staatsfernsehens, was YB machen müsse, um wieder auf die Siegesstrasse zu finden. Petkovic konterte so unwiderstehlich wie seine Spieler im Herbst ihre Angriffe noch vortrugen: «Nichts, wir sind auf der Siegesstrasse.»

Kann man so sehen. Nur: YB findet in der Rückrunde seine Lebendigkeit nicht mehr, knorzt sich mit wenigen Ausnahmen von Runde zu Runde, bekundet mit dem Runden mehr Mühe, als man zugeben will. 13 Punkte betrug der Vorsprung einmal. Das war einmal. Jetzt sind es noch drei. «Besser drei Punkte vorne als hintenan», denkt sich wohl Petkovic. Alles eine Frage der perspektivischen Analyse.

Der YB-Spieler Mario Raimondi sagt, dass im Herbst «einfach alles gepasst hat», aber eine Saison im Fussball sei wie das Leben selbst, es gebe verschiedene Phasen, nach guten würden schwierige folgen, und eine solche herrsche jetzt. Die subtilen Versuche der Verwirrung aus Basel (verhandeln mit dem Spieler Yapi vor dem Rückrundenstart und der Direktbegegnung, Worte des FCB-Trainers wie «YB hat viel zu verlieren») spiele für die Analyse der Schwäche keine Rolle.

Dies ist auch die Überzeugung des Captains Marco Wölfli: «Diese Psycho-Geschichten werden irgendwo da draussen gemacht, uns kümmert das nicht.» Raimondi glaubt, dass man in den Zweikämpfen «einen Zacken zulegen» und vor allem «die Freude am Spiel» aufrechterhalten müsse. Unbedingt. Nur nicht verkrampfen. Aber genau das ist schwierig für lange in der Warteschlange Stehende.

Warum nicht Understatement?

Die Berner hätten sich aus historischer und psychologischer Sicht auch in eine andere Rolle als in diejenige des Sich-Wehrens und des öffentlichen Eingestehens einkleiden können. In der Art von Felix Magath (Meistertrainer in Wolfsburg, jetzt mit dem Versuch, Schalke 04 aufs höchste Treppchen zu hieven) hätten sie die Platte des Understatements bedienen können. «Wir Favoriten? Warum? Die Basler wissen doch, wie das geht, und die haben das grössere Budget.» Et cetera – all dies hätten sie sagen können.

Die Strategie der Berner ist jedoch eine andere, eine, die die Rolle des Gejagten nicht verschmäht. Stéphane Chapuisat, Scout im Klub, hatte an einer Pressekonferenz darauf hingewiesen, dass es entscheidend sein werde, wie man mit der Rolle ganz vorne zurechtkomme. Unvergessen sind seine Sätze vor wichtigen letzten Spielen in der Nationalmannschaft. Die Kunst sei, sagte er leise, «die Anspannung in der ersten Viertelstunde in Kreativität umzusetzen».

Diese Qualität könnte im finalen Spiel YB - FCB Mitte Mai im ausverkauften Stade de Suisse noch von Bedeutung sein. In Sitten können die Young Boys heute Sonntag schon einmal üben. Raimondi sagt, Sion spiele an guten Tagen wie Barcelona und an schlechten wie ein Unterklassiger im Cup. Fast wie YB – phasenweise.

http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/in_bern_will_niemand_mehr_warten_1.5469866.html

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