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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Dienstag 15. Februar 2011, 10:14 
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Berner Zeitung, 15.02.2011

Petkovic fordert Konstanz

YB bleibt nach dem gelungenen Jahresstart an der dichten Spitze der Super League dran. Nun fordert Trainer Vladimir Petkovic von seiner Mannschaft jene Konstanz, die sie in der Vorrunde noch vermissen liess.

Zürich besiegt Luzern, Luzern gewinnt gegen YB – und Zürich unterliegt wiederum den Young Boys. Die Leistungsdichte ist hoch in der obersten Etage der Super League, zwischen dem führenden Basel und dem Fünften Sion liegen momentan nur acht Punkte. Mit sechs Zählern aus zwei Spielen, gewonnen auf zwei verschiedenen Terrains gegen zwei sehr unterschiedlich eingestellte Gegner, haben sich auch die Young Boys vorerst wieder nach vorne orientiert. «Ich bin zufrieden, das ist soweit ein guter Start, und der Weg, den wir gehen wollen», sagt Trainer Vladimir Petkovic, «doch von der Spitze spricht bei uns niemand.» Vorerst ginge es nun darum, die Konstanz zu beweisen, welche in der ersten Saisonhälfte noch gefehlt hat. Tatsächlich hat YB auch in der Vorrunde gute Leistungen gegen starke Gegner gezeigt, aber verspielte beispielsweise gegen den FC Basel zweimal die Führung. Mehrere Siege vermochten die Berner bisher noch nicht aneinanderzureihen, über zwei Vollerfolge am Stück kam Petkovics Team bis anhin nicht hinaus.

Rochaden werden nötig sein

So erscheint es einleuchtend, wenn Petkovic sagt, man nehme bewusst Spiel für Spiel. 7 sind es in den nächsten 21 Tagen, genug, um die erwünschte Konstanz zu erbringen, genug aber auch, um die Kräfte der Spieler zu erschöpfen. Petkovic wird in dieser intensiven Zeit der entscheidenden Partien in allen drei Bewerben auch als Stratege mit dem Mut zur Rochade gefragt sein. Vielleicht kommt es dem YB-Trainer also gerade recht, stehen ihm am Donnerstag im Sechtzehntelfinal der Europa League gegen Zenit St. Petersburg zwei Akteure nicht zur Verfügung, während zwei Spieler, die in der Vorrunde zum Stamm gehörten, zurückkehren. Christoph Spycher muss wegen drei Gelben Karten aus der Gruppenphase einmal aussetzen. Alexander Farnerud ist für YB in dieser Saison auf der europäischen Bühne nicht spielberechtigt, da er mit seinem Ex-Klub Bröndby bereits drei Qualifikationsrunden für die Europa League bestritten hat. Aber dafür stehen Petkovic nach abgesessenen Sperren die Flügelspieler David Degen und Senad Lulic wieder zur Verfügung. Im Vergleich zum Spiel gegen Zürich wird die Mannschaft also verändert zur schwierigen Prüfung gegen den russischen Meister antreten.

Förderlicher Konkurrenzkampf

Die Tatsache, dass YB auch ohne Leistungsträger wie Lulic und Degen gegen ein Spitzenteam wie den FCZ gewinnen konnte, stimmt Vladimir Petkovic bezüglich der Breite des Kaders optimistisch. «Das beflügelt und motiviert die anderen Spieler», sagt er. Stand beispielsweise Mario Raimondi in der Vorrunde nicht immer in der Startformation, wurde er in den letzten zwei Partien über die volle Dauer eingesetzt. «Natürlich, er könnte ein Beispiel sein. Aber diesem Beispiel können viele folgen.» Den umgekehrten Weg ging Moreno Costanzo, als er seinen Startplatz in der YB-Aufstellung am Sonntag zwischenzeitlich an Alexander Farnerud verlor. Petkovic ist der Ansicht, dass von solchen Konkurrenzkämpfen jedermann profitieren kann: «Das ist positiver Druck, der da auf die Spieler ausgeübt wird.» Aus den beiden Auftaktspielen zur Rückrunde zieht der Trainer also ein erfreuliches Fazit. Nur im Abwehrverhalten, vor allem wenn der Gegner mit stehenden Bällen operiert, wünscht sich Petkovic noch mehr Konsequenz. «Wir wussten zwar, dass gerade der FC Zürich gefährliche Freistösse spielt», erklärt er, «dennoch hatten wir den Gegner bei Standardsituationen zu wenig unter Kontrolle.»

Die Young Boys übernehmen in der Meisterschaft nun die Verfolgerrolle – eine gänzlich andere als vor Jahresfrist. Damals sass YB mit einer beachtlichen Punktereserve stabil auf dem Leaderthron, bekanntlich hat es für den Titel trotzdem nicht gereicht. Dennoch wäre Petkovic noch immer lieber Gejagter denn Jäger: «Die Leaderposition ist immer besser, sie motiviert von alleine. Wie weit wir noch nach oben kommen, haben momentan nicht nur wir selbst in der Hand.»

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Petkovic-fordert-Konstanz/story/21949045

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Samstag 19. Februar 2011, 13:50 
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Der Bund, 19.02.2011

Petkovic: «Ich habe schöne, schwierige Gedanken»

Das 2:1 über Zenit St. Petersburg sei ein historischer Erfolg, sagt der YB-Trainer – «aber wir haben erst die erste Halbzeit gewonnen». Am Sonntag werde nicht nur Thun, sondern auch der Platz ein Problem sein.

11 Stunden nach dem viel umjubelten und beeindruckenden 2:1-Sieg in der Europa League gegen den russischen Meister Zenit St. Petersburg trabten die Young Boys am Freitagmorgen bereits wieder über den Plastikrasen des Stade de Suisse. Auslaufen war angesagt. Für die Spieler, die am Donnerstag nicht im Team waren oder nur zu einem Teileinsatz kamen, wartete das gesamte Trainingsprogramm.

Alexander Farnerud zählte zu dieser Gruppe. Der Schwede erlebte das 2:1 mit dem Last-Second-Tor von Emmanuel Mayuka in der Wärme im VIP-Bereich des Stadions. Für Farnerud ist das Thema «Europa League» für diese Saison vorbei, seit er – noch im vergangenen Jahr – mit Bröndy Kopenhagen gegen Sporting Lissabon in der 3. Qualifikationsrunde ausschied. «Wir gewannen in Lissabon 2:0 und verloren in Kopenhagen 0:3», berichtet Farnerud. Durch die Europacupeinsätze mit Bröndby ist Farnerud diese Saison für YB in der Europa League nicht mehr spielberechtigt, wie auch Ersatz-Goalie Ivan Benito, der im Sommer mit GC die Qualifikationsspiele bestritt.

300'000 Euro bei Weiterkommen

Sowohl Farnerud wie Benito werden nächste Woche mit YB den Trip zum Rückspiel nach St. Petersburg in die Kälte mitmachen. «Wir wollen, dass die Mannschaft zusammenbleibt», sagte YB-Chef Ilja Kaenzig. An den Prämien partizipieren der Schwede und der Torhüter Nummer 2 aber nicht, falls YB die Sensation schaffen sollte und Zenit aus den Sechzehntelfinals wirft. «Das wäre unlogisch und gegenüber den eingesetzten Spielern nicht fair», meinte Kaenzig. 300'000 Euro würde YB von der Uefa für das Weiterkommen kassieren. In den Gruppenspielen brachte ein Sieg 140'000 Franken ein, für das Erreichen der Sechzehntelfinals gab es 200'000 Euro.

Doch vom Achtelfinal wollen weder Kaenzig noch Trainer Vladimir Petkovic zum jetzigen Zeitpunkt reden. «Es ist ein historischer Sieg», sagt Petkovic. «Aber leider haben wir bisher nur die erste Halbzeit gewonnen.» Am nächsten Donnerstag folgt dann die grosse Bewährungsprobe beim Rückspiel in Russland. Der YB-Trainer: «Wir haben bewiesen, dass wir auch vor grossen Namen in Europa keine Angst haben. Doch im Rückspiel hilft uns nur eine perfekte Leistung weiter, in defensiver wie offensiver Hinsicht.»

Bereits gestern Morgen holte Petkovic seine Spieler in der Gedankenwelt aus dem grossen Europa ins Berner Oberland. Am Sonntag steht das Derby im Lachen gegen den FC Thun an. «Dieses Spiel auf einem wohl erneut sehr schwer bespielbaren Boden gegen einen ausgeruhten Gegner ist für uns enorm wichtig», sagt Petkovic. Und Farnerud fügt an: «Wenn wir in der Meisterschaft nochmals ganz vorne ran wollen, dürfen wir in den Spielen gegen Thun und Xamax keinen Punkt abgeben.»

Costanzo für EL – Farnerud für SL

In der Europa League Moreno Costanzo im zentralen Mittelfeld, in der Meisterschaft Alexander Farnerud – das zeichnet sich ab. Am Sonntag gegen Thun wird Farnerud, vor einer Woche zweifacher Torschütze gegen den FC Zürich, wieder am Ball sein und Costanzo auf der Ersatzbank sitzen, wie am letzten Sonntag. «So macht es momentan den Anschein», sagt auch Pekovic zu seinem «Luxusproblem», räumt aber sofort ein, dass sich das «schnell ändern kann». Keiner des 20-Mann-Kaders ist zurzeit verletzt, auch Scott Sutter, der nach einem Zusammenprall im Spiel gegen Zenit Schmerzen in der linken Schulter verspürte, ist laut Petkovic gegen Thun einsatzbereit. Der Kampf um die Plätze im Team sorge bei ihm «für schöne, schwierige Gedanken. Ich habe zurzeit einige Optionen, wenn ich über die Mannschaftsaufstellung nachdenke.»

Die Tatsache, dass Thun in der laufenden Saison erst vier Spiele verloren habe, sage viel über die Mannschaft aus, betont Petkovic. «Nicht nur der Gegner, sondern auch der Platz wird ein Problem sein, wenn er so schlecht ist wie vor zwei Wochen beim Spiel Thun - Basel.»

12 Mal hat Thun bisher in 20 Spielen unentschieden gespielt. Und Petkovic macht klar: Mit einem Unentschieden wäre er gegen Thun nicht zufrieden – zumindest vor dem Spiel.

http://www.derbund.ch/sport/fussball/Petkovic-Ich-habe-schoene-schwierige-Gedanken-/story/27630893

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Samstag 26. Februar 2011, 14:54 
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Der Bund, 26.02.2011

Mit breiter Brust zurück in Bern

Nach dem Out in der Europa League mag man bei YB nicht Trübsal blasen. Das Team sei weiter als vor sechs Monaten, sagt Trainer Vladimir Petkovic.

Am Donnerstagabend kurz vor 21 Uhr Lokalzeit endete die europäische Reise für YB. 212 Tage hatte sie gedauert und von Istanbul über London, Stuttgart, Odense, Getafe bis nach St. Petersburg geführt. 12 Mal traten die Berner in diesem Zeitraum an. Mehrmals verschafften sie sich gehörigen Respekt wie im Heimspiel gegen die Tottenham Hotspurs, als sie nach 30 begeisternden Minuten 3:0 führten. Oder vor acht Tagen im Heimspiel gegen Zenit, als sie in der zweiten Halbzeit den Match mit zwei Toren noch kehrten. Über ihren Verhältnissen spielten die Young Boys auch in Halbzeit eins in St. Petersburg, als sie die hochkarätig besetzte Heimmannschaft mit fast ausschliesslich Nationalspielern aus Russland, Portugal und Serbien in arge Bedrängnis brachten. Weil die Berner nach der Pause an Durchschlagskraft, Spritzigkeit und Mut verloren und überdies zwei krasse individuelle Fehler begingen, war es um sie geschehen.

Das Ausscheiden aus dem europäischen Wettbewerb löste bei YB nicht die grosse Depression aus. Im Gegenteil: Spieler, Betreuerstab und Vorstandsmitglieder machten am Tag nach dem 1:3 einen gefassten Eindruck. YB habe gegen Zenit wie schon gegen Fenerbahçe und Tottenham Werbung in eigener Sache gemacht, ist Trainer Vladimir Petkovic überzeugt. «Unsere Leistungen wurden in Europa registriert.» Nuancen hätten das Ausscheiden gegen St. Petersburg besiegelt. Zenit habe «etwas mehr Klasse gehabt» und fast jeden Fehler seiner Equipe ausgenützt. Ballverluste wie jenen von Lulic vor dem 1:1 durch Lazovic dürfe man sich gegen einen Gegner dieser Stärkeklasse nicht erlauben. Petkovic mochte sich nicht weiter in Einzelkritik üben, sondern strich lieber die positiven Dinge hervor: «Wir haben bis am Schluss an uns geglaubt und hätten das zweite Tor, welches uns noch eine Runde weitergebracht hätte, verdient gehabt.»

Spalletti unter Starkstrom

Wie stark YB die heimische Elf forderte, zeigte sich unter anderem im Verhalten von Luciano Spalletti. Der italienische Coach gestikulierte wie wild an der Seitenlinie, verliess immer wieder seine Coachingzone und lieferte sich mit dem vierten Offiziellen und Petkovic Wortgefechte. Das letzte unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Welche Freundlichkeiten sie dabei austauschten, wollte Petkovic gestern nicht sagen. «Spalletti stand noch voll unter Strom, jedenfalls mehr als ich», meinte er schmunzelnd.

Es war ein Randschauplatz an einem aufregenden Fussballabend, an dem die YB-Spieler ihre Arbeit mit breiter Brust verrichteten. Sie hätten in den letzten sechs Monaten an Selbstvertrauen gewonnen, bestätigte Goalie Marco Wölfli. Anfangs sei alles neu gewesen für die meisten von ihnen. Entsprechend aufgeregt seien sie bei den ersten Partien auf der europäischen Bühne gewesen. Die Tour durch halb Europa habe das Team, den Trainerstab, ja den ganzen Klub vorwärtsgebracht, ist Petkovic überzeugt. «Wir treten selbstbewusster auf und stehen nach Rückschlägen schneller auf.»

Wieder mit Farnerud

Den Beweis anbringen, dass dies stimmt, können die Young Boys bereits am Sonntag, wenn sie zu Hause Neuenburg Xamax empfangen (16 Uhr). Die Berner müssen diesen Match gewinnen, wollen sie ihre ohnehin nur noch kleine Chance auf den Meistertitel weiterhin wahren. In der Aufstellung dürfte es die eine oder andere Umstellung geben. Ziemlich sicher ins Team zurückkehren werden Verteidiger Alain Nef und Mittelfeldspieler Alexander Farnerud. Seinen Stammplatz verloren hat Spielmacher Moreno Costanzo, der in St. Petersburg 90 Minuten auf der Ersatzbank sass, obwohl Farnerud nicht spielen durfte.

http://www.derbund.ch/sport/fussball/Mit-breiter-Brust-zurueck-in-Bern-/story/21117358

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. März 2011, 17:56 
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Berner Zeitung, 01.03.2011

«Der Sieg gegen Xamax gibt uns Kraft und Moral»

Captain Marco Wölfli ist überzeugt, dass YB trotz strengem Programm über genügend Reserven verfügt, um am Mittwoch im Cup-Viertelfinal Zürich zu besiegen.

Ein lockeres Training am Morgen, danach war der Arbeitstag für die Young Boys am Montag bereits beendet. Die Spieler müssen zu Kräften kommen, denn für sie geht es weiter Schlag auf Schlag. Auf das Europa-League-Spiel am Donnerstag in St.Petersburg und die Super-League-Partie gegen Xamax am Sonntag folgt am Mittwoch der Cup-Viertelfinal gegen den FC Zürich (20.15 Uhr, Stade de Suisse, live SF2). «Natürlich ist der Cupsieg ein erklärtes Saisonziel für uns», sagt Goalie Marco Wölfli fast ein wenig ungehalten auf die entsprechende Frage. «Sonst müssten wir ja gar nicht antreten.» Der Captain ist überzeugt, dass seine Mannschaft auch nach anstrengenden Wochen über die Reserven verfügt, um den FCZ in die Schranken zu weisen. «Wir sind Profis. Das haben wir zuletzt immer unter Beweis gestellt. So auch beim Sieg gegen Xamax.»

Kompliment für das Team

Trotz zweimaligem Rückstand gelang YB am Sonntag ein 3:2-Erfolg, «und das, obwohl wir die Tore jeweils im dümmsten Moment kriegten. Kurz nach Spielbeginn und kurz vor der Pause», wie Wölfli sagt. Deshalb müsse er der Mannschaft ein riesiges Kompliment machen. «Dieser Sieg gibt uns Kraft und Moral.» Komplimente erhielt aber auch der Goalie selber. Trainer Vladimir Petkovic lobte Wölfli nach dem Spiel explizit. Der Schweizer Nationalgoalie hatte mehrere Chancen der Xamaxiens vereitelt.

Weshalb sich sein Team nach dem 0:1 in der Vorrunde nun auch im zweiten Heimspiel gegen die Neuenburger so schwer tat, kann Wölfli nicht sagen. Er will es auch nicht überbewerten. «Bei so vielen Partien, die wir bestreiten, ist es nicht verwunderlich, wenn mal ein schwächerer Auftritt dabei ist.» Der Captain erinnert aber noch einmal, wie die Vorbereitung auf das Xamax-Spiel ablief: In St.Petersburg gegen Zenit zu spielen, sei sehr speziell gewesen. «Und am Freitag befanden wir uns dann ja praktisch den ganzen Tag auf der Rückreise. Deshalb wussten wir, dass wir gut ins Spiel kommen mussten. Leider ist dann aber genau das Gegenteil passiert.»

«Müssen einfach punkten»

Dass die Young Boys mit dem knappen Sieg auch die letzten Hoffnungen im Meisterrennen aufrechterhielten, damit beschäftigt sich Wölfli nach eigenen Angaben nicht. «Was Basel an der Spitze macht, interessiert uns nicht. Wir müssen einfach zu unseren Punkten kommen. Falls die Teams an der Spitze stolpern, kommen wir ihnen automatisch näher.» Zehn Punkte hat YB in den ersten vier Partien der Rückrunde gewonnen. «Wir nutzen unsere Chancen besser und treten konstanter auf als in der Vorrunde», sagt Wölfli. YB habe in den letzten Monaten einen Reifeprozess durchlaufen, ist er überzeugt. Das nächste Mal bestätigen wollen die Young Boys diese Ansicht am Mittwoch gegen den FC Zürich.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Der-Sieg-gegen-Xamax-gibt-uns-Kraft-und-Moral-/story/22304207

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Freitag 4. März 2011, 10:40 
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Der Bund, 04.03.2011

YB, willkommen in der Realität

Nach dem bitteren Aus im Schweizer Cup wie in der Europa League bleibt den Berner die Meisterschaft. Nur liegen sie da neun Punkte hinter Leader Basel.

Die Nacht war aufwühlend, der Cupfight zwischen YB und dem FC Zürich faszinierend und ein Nervenstress. Vom 0:3 zum 3:3, doch am Schluss bleibt für die Berner das 3:4, das bittere Aus im Viertelfinal des Schweizer Cups.

Einige Spieler bekundeten Mühe, sich unter Kontrolle zu halten, die YB-Fans tobten, weil Schiedsrichter Massimo Busacca die Partie zwei Sekunden vor Schluss der Verlängerung abpfiff und den Eckball für die Berner nicht mehr ausführen liess. «Regeltechnisch ist das wohl korrekt», sagte tags darauf YB-Chef Ilja Kaenzig. «Aber Busacca hätte den Corner auch noch ausführen lassen können, denn der FCZ liess sich beim Jubel über das vierte Tor viel Zeit.»

Die Hektik legte sich vorerst auch nicht nach dem Schlusspfiff, zwischen den Spielern der beiden Teams kam es auf dem Rasen zu Gerangel. «Wenn die Kraft fehlt und nicht mehr genug Sauerstoff in den Kopf kommt, dann gibt es solche Szenen», sagte Vladimir Petkovic. Der YB-Trainer wirkte eine halbe Stunde nach der Niederlage gefasst. «Wir waren gut, aber leider nicht gut genug, um im Cup weiterzukommen.» Gegen den FCZ habe am Schluss die Kraft gefehlt, meinte Petkovic, und vor einer Woche in der Europa League in St. Petersburg etwas die Klasse.

Kaenzig: «Bärenkräfte»

Kaenzig sprach von «Bärenkräften», die die Young Boys im sechsten Spiel innert 18 Tagen frei gemacht hätten, und fügte an: «Man darf nicht vergessen, dass wir in dieser Saison bereits zwölf Europacup-Spiele mehr in den Beinen haben als der FC Zürich.»

Doch was den Young Boys nach dieser Nacht bleibt, ist die Realität. Und die lautet: Platz 4 in der Tabelle der Super League und neun Punkte Rückstand auf Leader FC Basel. Die Gefahr, dass die Mannschaft nun in ein «Loch» fällt und im Mittelfeld der Tabelle verschwindet, ist da, doch Kaenzig glaubt nicht daran. «Das Spiel am Samstag auf dem Letzigrund gegen GC wird für unsere Spieler nach dieser Woche hart, es kostet Überwindung und ist eine Willenssache.» Danach habe die Mannschaft eine Woche Zeit, um sich auf das Spiel in St. Gallen vorzubereiten. Es bringe nichts, nun grosse Hochrechnungen anzubringen, betonte Kaenzig. «Unser erstes Ziel muss nun sein, den Dritten Luzern zu überholen.»

Und auch Petkovic will so schnell wie möglich in den Alltag finden. Christoph Spycher musste er nach einem Schlag am Mittwoch auswechseln, Ammar Jemal war gar nicht da, er weilte in seiner Heimat bei seiner herzkranken Mutter.Kaenzig erwartet den Tunesier für das GC-Spiel zurück. Auf Onlineportalen wird berichtet, Zenit St. Petersburg sei an Jemal interessiert und er könnte noch bis am 10. März wechseln, da in Russland die Transferfrist erst dann beendet sei. Der YB-Chef dazu: «Tags zuvor wurde geschrieben, Zenit sei an Affolter interessiert, jetzt ist es Jemal, aber wir haben überhaupt keine Anfrage erhalten.» Das beste Zeichen der Wertschätzung wäre, so Kaenzig in einem Anflug von Ironie, «wenn Zenit allen unseren Spielern ein Angebot machen würde». Dann allerdings käme der YB-Chef ins Rechnen.


Alain Nef

Die Grösse eines Haudegens

So genau kann sich Alain Nef an diese Szene kurz vor Ende der Verlängerung nicht mehr erinnern. Der YB-Haudegen spürt am anderen Morgen die Folgen
davon, dass Alexandre Alphonse ihn unabsichtlich mit dem Knie am Kopf traf, als er am Boden lag. Er meldet leichten Schwindel und leichtes Kopfweh.

Es ist eines der Andenken an einen Cupmatch, der für ihn auch sonst speziell war. YB lag 2:3 zurück, als Schiedsrichter Busacca erst einen Corner gegen den FCZ anzeigte und dann bei Nef nachfragte, ob er den Ball nicht doch noch berührt habe. «Jawohl», antwortete Nef, und Busacca gab Abschlag für den FCZ. «Ich denke nicht, dass das jeder gemacht hätte», sagt Nef, «aber man redet immer von Fairplay, und wenn man die Möglichkeit hat, fair zu sein, muss man auch mit einem guten Beispiel vorangehen.»

Das Spiel war aus und der FCZ am Jubeln, als Nef in ein kurzes Gerangel mit Amine Chermiti geriet. Der Berner mit langer, erfolgreicher FCZ-Vergangenheit bestätigt, was die Fernsehbilder zeigten: «Chermiti hat mich angespuckt.» Von algerischem Fairplay keine Spur, dafür zeigte Nef erneut Grösse: «Das ist in den Emotionen halt so passiert. Daraus will ich keine grosse Sache machen.»

http://www.derbund.ch/sport/fussball/YB-willkommen-in-der-Realitaet/story/25483218

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Freitag 4. März 2011, 11:43 
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Berner Zeitung, 04.03.2011

Zwölf internationale Spiele als Faktor

Die grössere Müdigkeit habe im Cup-Viertelfinal den Ausschlag zuungunsten der Young Boys gegeben, sagt CEO Ilja Kaenzig.

Nach der knappen Niederlage im Cup gab sich der Klubchef zurückhaltend. «Das Ausscheiden ist ohne Frage eine grosse Enttäuschung. Wir tun jetzt aber gut daran, Ruhe zu bewahren und am Samstag in der Meisterschaft zu gewinnen», sagte er. Das Cup-Out führte er auf die verhaltene Spielweise seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit zurück – und auch auf das fehlende Quäntchen Glück. Trotzdem machte er seinen Spielern keinen Vorwurf: «Die Mannschaft hat gekämpft und gearbeitet.» Von einem Titel brauche der Klub nun aber nicht mehr zu träumen, sagte er abschliessend. Dann hatte Karl-Heinz Rummenigge, Aufsichtsratsvorsitzender von Bayern München, die Analyse zum 0:1 im Cup-Halbfinal gegen Schalke vom Mittwoch abgeschlossen.

Es war zwar erst der Viertelfinal, trotzdem wählte in Bern der YB-CEO Ilja Kaenzig ähnliche Worte, nachdem sein Team vorgestern dem FC Zürich nach Verlängerung 3:4 unterlegen war. Er sagte: «Leistung, Wille und Moral stimmten. Das Team kämpfte bravourös. Es war ein tolles Spiel. Einer musste ausscheiden, leider waren wir das.»

Luzern ein- und überholen

Ausschlaggebend sei letztlich die Müdigkeit aufseiten der Young Boys gewesen. Sie hätten diese Saison zwölf internationale Spiele mehr bestritten als der FCZ, rechnete Kaenzig vor. «Nach dem 3:3 war das gut zu erkennen. Uns fehlte die Frische, um noch einen entscheidenden Angriff durchzuführen.»

Das Scheitern im Cup folgte nur sechs Tage auf das Aus in der Europa League gegen Zenit St.Petersburg. Die Niederlage gegen Zürich schmerzt die Berner einiges mehr als jene gegen die Russen. Vor zweieinhalb Wochen noch hatten sie den FCZ in der Meisterschaft 4:2 besiegt. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird YB nun die 24.Saison in Folge ohne Titelgewinn bleiben. In der Super League sind zwar noch 14 Runden auszutragen. Doch Leader Basel agiert derzeit in der Super League sehr souverän.

Neun Punkte beträgt der Rückstand der Young Boys als Tabellenvierte auf den FCB. Wie Rummenigge in München, sagte auch Kaenzig, es wäre nicht angebracht, nun doch noch den Gewinn des Meistertitels als Ziel auszurufen. «Wir müssen aber daran arbeiten, den Rückstand zu verkleinern. Zunächst wollen wir Luzern ein- und überholen. Dann sehen wir weiter.» Die Voraussetzungen, sich der Spitze zu nähern, seien gegeben, sagte Kaenzig. «In der Rückrunde spielt die Mannschaft bisher auf einem sehr hohen Level. Wenn es uns gelingt, dieses zu halten, bleiben wir bis am Schluss dabei.» Am Samstag spielt YB in Zürich gegen die Grasshoppers.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Zwoelf-internationale-Spiele-als-Faktor/story/29017086

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Dienstag 8. März 2011, 16:19 
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Berner Zeitung, 08.03.2011

YB-Ziel: Rang 2

Meister werden die Young Boys kaum mehr – aber sie können die Saison dennoch versöhnlich beenden.

Es ist in den letzten Jahren zur Gewohnheit geworden, dass im Frühling riesige Euphorie und ein regelrechter Hype um YB entsteht – leider für den Verein stets mit am Ende negativen Erlebnissen: 2008 die 0:2-Niederlage in der Finalissima beim FC Basel; 2009 die 2:3-Niederlage im Cupfinal im Stade de Suisse gegen Sion; und 2010 erneut ein 0:2 im entscheidenden Spiel um die Meisterschaft gegen den FCB, diesmal in Bern.

In diesem Jahr nun droht YB, sportlich gesehen, nach aufregenden Monaten ein eher langweiliger Frühling. Als Fünfter, mit 12 Punkten Rückstand auf den souveränen Leader Basel, ist der angestrebte Meistertitel vermutlich nicht mehr erreichbar. «Wir müssen uns aber in der Tabelle verbessern», sagt YB-Chef Ilja Kaenzig. «Und das wird nicht einfach, da Zürich und Sion regelmässig gewinnen.»

Umworbene YB-Akteure

In den Schlagzeilen aber könnten die Young Boys trotz fehlender Titelperspektive bleiben. Einerseits ist das Vereinsbekenntnis zu Trainer Vladimir Petkovic von den Resultaten der nächsten Partien abhängig. Und andererseits sind viele der jungen, begabten YB-Akteure ständig bei ausländischen Klubs im Gespräch. Die Berner wollen ihr Team aber zusammenhalten – und am liebsten im Sommer als Ligazweiter wieder zur Champions-League-Qualifikation antreten.

Und so gehts für YB in den nächsten Wochen darum, die Konkurrenten Sion, Luzern und Zürich zu überholen. Der Schweizer Meister übrigens ist direkt für die Gruppenphase der nächsten Champions League qualifiziert – aber nur, wenn sich der Sieger der Königsklasse in diesem Jahr auch über die nationale Liga für die Champions League qualifiziert.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/YBZiel-Rang-2-/story/27393982

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Samstag 12. März 2011, 17:15 
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Berner Zeitung, 12.03.2011

Klares Bekenntnis zu Petkovic

Es sind heikle Zeiten für Fussballtrainer. YB-Coach Vladimir Petkovic aber sitzt fest im Sattel – auch wenn YB die nächsten Spiele verlieren sollte.

Die Bundesliga spielt gerade verrückt, und der Beruf des Fussballtrainers darf in Deutschland in diesen Wochen problemlos als Hochrisikoarbeit bezeichnet werden. Über die Hälfte aller Bundesligavereine dürfte ab Sommer von einem neuen Trainer dirigiert werden – doch Ilja Kaenzig, der YB-Chef mit Bundesliga-Vergangenheit als Manager (Leverkusen, Hannover), denkt offenbar anders. «Es bringt nicht immer etwas, den Trainer zu wechseln. Manchmal liegen die Gründe, warum ein Team die Ziele nicht erreicht, auch anderswo», sagt Kaenzig. Und vor allem: «Wir sind sehr zufrieden mit unserem Trainer und haben uns entschieden, diese Saison mit Vladimir Petkovic zu Ende zu spielen. Und er soll auch in Zukunft als YB-Trainer tätig sein.»

Ilja Kaenzigs grosses Lob

Es ist, erneut, ein klares Bekenntnis der Vereinsführung zum Trainer. «Vladimir Petkovic arbeitet sehr modern. Zudem spielt das Team attraktiv, und Moral, Wille und Kondition der Mannschaft stimmen», sagt Ilja Kaenzig. «Also gibt es überhaupt keinen Grund, den Trainer zu wechseln.» Und, sowieso, man gehe im Verein nicht davon aus, dass YB am Sonntag in St.Gallen verliere und in den nächsten Wochen in der Super League nicht erfolgreich sei. «Zuletzt waren die Spieler nach den vielen Partien in kurzer Zeit müde», sagt Kaenzig. «Doch die Tendenz in der Liga stimmt. Ich bin überzeugt, dass wir uns verbessern werden.»

Obwohl die Young Boys in dieser Saison mit grösster Wahrscheinlichkeit mal wieder keinen Titel gewinnen werden (und derzeit als Fünfte nicht mal auf einem Platz liegen, der zur Europacup-Teilnahme berechtigt), sitzt Vladimir Petkovic also sehr fest im Sattel. Er freut sich – logischerweise – darüber: «Ein Trainer ist immer abhängig von der Mathematik. Doch ich glaube, dass ich in Bern gute Arbeit leiste, auch wenn es mit einem Titel noch nicht geklappt hat.» Petkovic (Vertrag bis Juni 2013) sagt, er fühle sich nicht als Trainer, dessen Job in Gefahr sei: «Wir haben im Frühling gut gespielt. Natürlich fehlte gegen Zürich im Cup und zuletzt auswärts gegen GC ein wenig die Kraft. Doch jetzt ist bei uns wieder Benzin im Tank.»

Europacup: Segen und Fluch

Und weil dieses YB jederzeit für ein Spektakel gut ist, aber in diesen Wochen auch (zu) viele Gegentore erhält, weiss man immer noch nicht so genau, was man von der talentierten Equipe halten soll. «Wir werden das Team im Sommer weiter verstärken», sagt Ilja Kaenzig. «Und Vladimir Petkovic soll dann die Chance erhalten, mit diesen Spielern zu arbeiten.» Der Trainer selber hat sich in der letzten Woche, als YB endlich mal ein paar Tage am Stück spielfrei hatte, in Ruhe Gedanken über diese Saison auf der Achterbahn gemacht. Petkovic findet: «Wir dürfen stolz sein. Europa kennt und respektiert jetzt YB. Unsere Erfolge im Europacup kann man fast höher gewichten als einen Titel.» Möglicherweise gilt das für den Moment, doch Pokalgewinne sind für die Ewigkeit. Und so haftet YB weiter der Ruf als Verliererteam in grossen Spielen an. Und auch der Trainer weiss, dass die kontinentale Zusatzbelastung negative Auswirkungen aufs nationale Geschäft hatte. «Doch jetzt können wir uns auf die Liga konzentrieren und den 2. Platz erreichen.»

Auf YB wartet also keine Trainerdiskussion. Ilja Kaenzig hat erstaunt festgestellt, «dass in Bern der YB-Trainer wohl aus Tradition nach jeder Niederlage infrage gestellt wird.» Er werde immer wieder auf die bekannten arbeitslosen Schweizer Branchengrössen Christian Gross, Marcel Koller und Lucien Favre, der mittlerweile in Gladbach Arbeit gefunden hat, angesprochen. «Natürlich sind das grosse Namen, aber vielleicht hat Petkovic ja mal noch einen besseren Namen», sagt Kaenzig. «Gross wird zu einem internationalen Topklub gehen. Und es muss ja Gründe geben, dass Koller und Favre fast zwei Jahre arbeitslos waren oder sind.» Vom hartnäckigen Gerücht, YB habe in den letzten Monaten Favre kontaktiert, hat Kaenzig auch gehört – aber in seiner Zeit ab August 2010 sei das garantiert nicht passiert.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Klares-Bekenntnis-zu-Petkovic/story/13207583

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Dienstag 29. März 2011, 11:37 
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Der Bund, 29.03.2011

YB macht der Polizei weniger Arbeit

Nun weiss man, was die Stadtberner Sportklubs die öffentliche Hand kosten: Über vier Millionen waren es im letzten Jahr. Der Berner Sicherheitsdirektor fordert von YB weitere Massnahmen.

Die Zahlen sind bislang unter Verschluss gehalten worden: Zum ersten Mal hat der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) gestern Daten herausgegeben über den Aufwand, den die zwei grossen Berner Sportklubs der Kantonspolizei bescheren. Der Polizeiaufwand für die Heimspiele des Fussballvereins BSC Young Boys belief sich im letzten Jahr auf 29'644 Einsatzstunden. 35'072 Stunden waren es im Jahr zuvor. Das ist eine Reduktion von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – dies, nachdem die Sicherheitskosten in den letzten Jahren exponentiell angestiegen waren.

Mit den neuen Zahlen wird nun auch deutlich, dass Eishockeyspiele deutlich weniger Polizeiaufwand verursachen als Fussballmatchs. Für den SCB wendete die Polizei 12'006 Stunden auf. Das bedeutet eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr (6032 Stunden). Dies habe aber in erster Linie mit dem sportlichen Verlauf der Saison zu tun, wie Nause betont. Der Berner Schlittschuhklub ist in der letzten Saison Meister geworden: Die langen Playoffs haben zu einer hohen Anzahl an Heimspielen geführt. Der höhere Polizeiaufwand beim SCB führt auch dazu, dass das Gesamtergebnis nicht besser geworden ist: Der Sicherheitsaufwand für die zwei Berner Stadtklubs ist sogar gestiegen: von 41'104 auf 41'650 Einsatzstunden im letzten Jahr.

1,2 Millionen für den SCB

Durch die Offenlegung der Einsatzstunden wird auch ersichtlich, welche Kosten die einzelnen Sportklubs der öffentlichen Hand verursachen: In Franken ausgedrückt haben die zwei Berner Sportklubs Kosten von über vier Millionen Franken verursacht. Laut Nause kostet eine Einsatzstunde etwa 100 Franken. Auf YB fallen davon knapp 3 Millionen, auf den SCB 1,2 Millionen Franken. Die Klubs übernehmen nur einen kleinen Teil der Kosten: Beide haben mit dem Berner Gemeinderat 2009 eine Vereinbarung abgeschlossen, die sie verpflichtet, jährlich 60 000 Franken an die Sicherheitskosten beizutragen. Der Vertrag läuft noch bis Mitte 2014. Mit YB gibt es inzwischen noch eine Zusatzvereinbarung: Unter anderem beteiligt sich der Verein bei europäischen Spielen zusätzlich an den Kosten, was im letzten Jahr einen Betrag von 175 000 Franken ausgemacht hat. Ausserdem hat YB den Fanzaun bezahlt, der seit dem Rückrundenstart im Einsatz steht. Unter dem Strich hat die öffentliche Hand dennoch schätzungsweise 2,65 Millionen Franken alleine für YB ausgegeben.

Nause zeigt sich denn auch nur teilweise zufrieden, wie er gestern vor den Medien ausführte. «Der Aufwärtstrend konnte gestoppt werden», sagt er. Ob es sich um eine nachhaltige Trendwende handle, müsse sich erst weisen. Mittelfristig müssten die Einsatzstunden markant sinken, so Nause. Bis 2014 – wenn die Verträge mit YB und SCB auslaufen – erwarte er, dass sich der Polizeiaufwand «in den Bereich von 2005» zurückentwickelt habe. Damals standen Polizisten 10 394 Stunden vor den Stadien von YB und SCB. Nause betont aber auch, dass es in Bern selten zu Ausschreitungen komme – ums Stade de Suisse sei es im letzten Jahr einzig gegen St. Gallen und Basel in der Finalissima zu Scharmützeln gekommen. Ist das eine versteckte Kritik des Sicherheitsdirektors an zu grossen Polizeiaufgeboten der Kantonspolizei? Nause verneint dies: «Die Kapo wählt ihre Aufgebote mit Bedacht und bietet keine Polizisten auf Vorrat auf.»

YB soll Videokameras mitzahlen

Massnahmen, um die Sicherheitskosten zu senken, sieht Nause etwa im baulichen Bereich. Bald will er dem Stadtparlament eine Kreditvorlage für die Videoüberwachung im «Fan-Walk» vorlegen. Zudem denkt der Sicherheitsdirektor über eine Erhöhung des Zaunes beim S-Bahnhof Wankdorf nach, der die Gleise vom Max-Daetwyler-Platz abtrennt. Es geschehe recht oft, dass die Gleise betreten würden – dies sei nicht nur gefährlich, sondern unterbreche auch die Zuglinie Bern–Zürich, manchmal bis zu einer Stunde. Nause fordert, dass sich YB an der Videoüberwachung und an der Erhöhung des Zaunes beteiligt: «YB steht hier moralisch in der Pflicht.»

Hart ins Gericht geht Nause mit dem Verband Swiss Football League. «Wenn die SFL wollte, wären die Probleme mit Gewalt und Pyro im Stadion längst gelöst», sagt Nause und zieht den Vergleich zum Eishockey, wo es kaum ein Pyro-Problem gebe. Der Grund sei die Order des Verbandes, dass Spiele abgebrochen werden können, wenn Pyro-Material gezündet wird.


Der Fanpass wird nicht eingeführt

Die Aussicht ist vielen Fussball- und Eishockeyfans ein Gräuel: Künftig sollen sie nur noch mit einem Fanpass, auf dem ihr Name steht und ihr Foto prangt, Einlass in die helvetischen Sportarenen erhalten. Doch gestern nun sagte der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) plötzlich, die Idee eines Fanpasses werde nicht weiterverfolgt.

Können die besorgten Fans, die mehrheitlich jeglicher Gewalt abgeneigt sind, also aufatmen? Es ist kein einfaches Unterfangen, herauszufinden, ob die Pläne für einen Fanpass tatsächlich aufgegeben wurden.

Denn so komplex wie das Problem der Gewalt rund um Sportstadien ist das Geflecht der Institutionen, die dieser Gewalt Herr werden möchten. Die Kantonale Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz (KKJPD) war es, die im November 2009 die Einführung eines Fanpasses auf die Saison 2011/2012 gefordert hatte. Die Abkehr von der Idee einer kollektiven Registrierung soll nun aber am achten runden Tisch «gegen Gewalt im und um Sportveranstaltungen» beschlossen worden sein.

An diesem runden Tisch nahm die KKJPD wohl teil, einberufen aber hat ihn das Sportministerium VBS. Dort allerdings wird einem beschieden, das VBS sei nur der Gastgeber des runden Tisches. Die Fachkompetenz liege beim Bundesamt für Sport. Hier wiederum heisst es, als Bundesamt könne man «zu den Inhalten des runden Tisches keine Stellung nehmen». Überdies sei beschlossen worden, dass nichts kommuniziert werde. Zu teuer und nicht wirkungsvoll Pius Valier, Kommandant der Stadtpolizei St. Gallen, koordiniert den runden Tisch und sagt auf Anfrage doch etwas: Man prüfe derzeit verschiedene alternative Identifikationssysteme. Von der Idee eines Fanpasses werde abgesehen, bestätigt er. Die Einführung wäre aus technischer Sicht «absolut möglich» gewesen. Allerdings hätte sie viel gekostet, und die Vereine hätten sich dagegen gewehrt. Welche alternativen Massnahmen zur Kontrolle renitenter Spielbesucher geprüft würden, will Valier nicht sagen. Er gibt nur preis, dass auch Massnahmen denkbar seien, die keine prophylaktische Identifikation erforderten.

Die Swiss Football League (SFL) hatte die Führung bei den Vorabklärungen inne, in denen auf Geheiss des runden Tisches die Einführung eines Fanpasses, einer sogenannten Eventcard, durchgespielt wurde. Claudius Schäfer, SFL-Geschäftsleitungsmitglied, sagt auf Anfrage, die Einführung hätte über 7 Millionen Franken gekostet. Jährlich wären zwei bis drei Millionen Franken Unterhaltskosten dazugekommen. Zudem, sagt auch Schäfer, sei die Idee von den Schweizer Fussballvereinen nicht unterstützt worden. Es habe sich grundsätzlich die Frage gestellt, ob man mit einer Eventcard «am richtigen Ort ansetzt» – wenn jeder Spielbesucher einen Fanpass vorweisen müsste, würden viele behindert, die sich tadellos verhalten.

Am runden Tisch sass auch ein Vertreter der Fanarbeit Schweiz. Deren Geschäftsführer Thomas Gander begrüsst es, dass vom Vorhaben Abstand genommen wurde. Ein Fanpass hätte für die erhoffte Eindämmung von Gewalt nicht den gewünschten Effekt erbracht, sagt er. Denn man wisse längst, dass es seit Jahren praktisch ausschliesslich ausserhalb der Arenen, an Bahnhöfen oder in Quartieren, und kaum je in den Stadien zu Ausschreitungen kommt. Gander ist überzeugt: «Den Fussballfan mit der Einführung einen Registrierung unter einen Generalverdacht zu stellen, ist kontraproduktiv.»

http://www.derbund.ch/bern/YB-macht-der-Polizei-weniger-Arbeit-/story/30769540

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Dienstag 5. April 2011, 16:43 
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Jean-Bernard Beytrison

Heimlicher YB-Sportchef – aber wie lange noch?

Er ist der heimliche Sportchef bei YB: Spielerberater Jean-Bernard Beytrison. Ein Zustand, der für YB-Boss Ilja Kaenzig unhaltbar ist.

Thierry und Pascal Doubai, Bienvenu, Affolter, Mayuka, De Pierro, Lingani, dazu die ausgeliehenen Hochstrasser (Padova Calcio) und Traoré (Lausanne). Das YB-Portfolio von Beytrison ist imposant. Derart, dass in Bern die Alarmglocken schrillen. «Es ist nicht gut, wenn ein einzelner Berater derart viele Mandate bei einem Klub hat. Das geht in Richtung Sportchef», sagt Kaenzig. Das sei kein Votum gegen die Person Beytrison, fügt Kaenzig hinzu. «Es wäre dasselbe, würde der Mann Müller oder Hochuli heissen.»

Die Liebesbeziehung zwischen dem Walliser aus Mase oberhalb von Sion, der in Genf arbeitet, und YB beginnt 2005 mit dem damaligen Sportchef Marcel Hottiger. Dieser suchte einen französischen Trainer, welcher der deutschen Sprache mächtig ist. Mit diesem Anliegen kontaktiert er Beytrison, für den – in Ermangelung eines Gedankens an Gilbert Gress – nur einer in Frage kommt: Gernot Rohr! Der Elsässer landet bei YB – und Beytrison irgendwie auch. Er fädelt gleich den Deal mit Gilles Yapi ein. Das imponiert YB-General Stefan Niedermaier derart, dass die Zusammenarbeit immer enger wird.

Immer mehr Beytrison-Spieler landen auf der Berner Gehaltsliste. Es entstehen Gerüchte: Beytrison habe die Macht eines Sportchefs, unter der Hand würden Gelder fliessen. «Wenn gewisse Leute so denken – na bitte. Ich kann sie nicht daran hindern», sagt Beytrison etwas flapsig. Jedenfalls ohne den Anflug eines schlechten Gewissens. «Wozu auch? Ich habe nie Einfluss genommen, nie einem Trainer dreingeredet oder YB einen Spieler aufgezwungen.» Das Einzige, was ihn treibe, sei das Wohlergehen seiner Schützlinge. Diese nennt er fast schon niedlich «mes petits», meine Kleinen.

Auch nach der YB-Palastrevolution des Vorjahres, als Niedermaier Knall auf Fall durch Kaenzig ersetzt wird, habe sich nichts am guten Einvernehmen geändert, denkt Beytrison. Kaenzig bestätigt, dass die Zusammenarbeit bisher absolut in Ordnung gewesen sei. Eine Liebeserklärung tönt indes anders. Aus dem Mund von Niedermaier wäre garantiert etwas Euphorischeres gekommen. Zum Beispiel eine Lobeshymne dafür, dass Beytrison Seydou Doumbia nach Bern gebracht habe. Der Mann, der mit seinem Transfer zu ZSKA Moskau YB die Rekord-Transfersumme von rund 18 Millionen Franken eingebracht hat.

Kaenzig gibt sich unbeeindruckt: «Wenn ein Berater derart viele Spieler hat, wird der Klub manipulierbar, erpressbar. Er kann seine Anliegen im Team einpflanzen, die Spieler heulen sich bei ihm aus. Nein, das geht einfach nicht.»

Dennoch unternimmt Kaenzig aktiv nichts, um an diesem Zustand schnellstmöglich etwas zu ändern. «Nur deswegen werden wir keinen Spieler los. Das muss nach und nach passieren.» Beytrison zeigt sogar auf, dass eine derart intime Verbindung mit einem Klub für ihn auch Nachteile habe: «Letzthin fragte ich Sion-Sportchef Freddy Chassot etwas. Er antwortete lachend: ‹Nein, mit dir mache ich keine Geschäfte. Du BIST YB!›»

Eine Scherz-Antwort, in der aber sehr viel Wahrheit liegt. Kein YBler, der an diesem Freitagmittag an Beytrison vorbeigeht, ohne ihm die Hand zu schütteln. Egal ob YB-Hauptaktionär Andy Rihs, Kaenzig, Marco Schneuwly, der Physio, der YB-TV-Mensch, der Pressechef – alle grüssen ihn artig. Den Schatten-Sportchef.

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