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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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ljungberg
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Verfasst: Dienstag 27. März 2007, 13:14 |
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Registriert: Sonntag 5. Juni 2005, 16:51 Beiträge: 456 Wohnort: Olten
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"Und dann gibt es Fussballer, die das YB-Signet auf ihren Autos entfernt haben. Das verstehe ich nicht, das ist ein Verrat am Verein. Ich verlange Identifikation und Stolz. "
 -> aso ned d Ussag vom Niedermaier sondern s Verhalte vo gwüssä Speler....
_________________ STOLZ YB-FAN ZU SEIN!!!
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Haribo
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Verfasst: Dienstag 27. März 2007, 13:37 |
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Registriert: Mittwoch 5. Mai 2004, 15:29 Beiträge: 1036
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ljungberg hat geschrieben: "Und dann gibt es Fussballer, die das YB-Signet auf ihren Autos entfernt haben. Das verstehe ich nicht, das ist ein Verrat am Verein. Ich verlange Identifikation und Stolz. "  -> aso ned d Ussag vom Niedermaier sondern s Verhalte vo gwüssä Speler....
näme?
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ljungberg
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Verfasst: Freitag 30. März 2007, 12:22 |
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Registriert: Sonntag 5. Juni 2005, 16:51 Beiträge: 456 Wohnort: Olten
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weiss doch ned. ha mini Antwort uf d Ussag vom Niedermaier bezoge! 
_________________ STOLZ YB-FAN ZU SEIN!!!
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shalako
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Verfasst: Freitag 22. Mai 2009, 09:03 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Berner Zeitung, 22.05.2009
«Die Niederlage wirft YB nicht weit zurück»
Stefan Niedermaier ist seit 2005 für die Young Boys und das Stade de Suisse verantwortlich. Der Berner Oberländer erklärt, wie schmerzhaft die Niederlage gegen Sion sei. Der 46-Jährige sagt aber auch, sie werfe YB nicht weit zurück.
Sie haben sich Auffahrt wahrscheinlich anders vorgestellt. Stefan Niedermaier: Ich hätte mich gefreut, wenn ich mit mehr Kopfweh aufgewacht wäre.
Nach der bitteren Cupfinalniederlage dürften Sie nun Bauchweh haben... ...In so einem Spiel muss man mit allem rechnen. Es ist klar, dass die Niederlage jedem YB-Sympathisanten auf den Magen schlägt.
Wie haben Sie die Spieler nach der Enttäuschung erlebt? Jeder liess den Kopf hängen, alle fühlten sich leer. Es gab bei uns Angestellte, die weinten. Ich war in erster Linie damit beschäftigt, zu trösten. Bei uns haben viele Menschen sehr viel Energie in den Cupfinal gesteckt. Dann ist es natürlich besonders bitter, zu scheitern.
Wie hat die Mannschaft den Schock verarbeitet? Ratlosigkeit ist das treffende Wort. Jeder Spieler verarbeitet eine solche Enttäuschung auf seine Art. Es gab solche, die redeten und redeten. Andere waren mucksmäuschenstill. Und einige stellten sich vor allem Fragen nach dem Wie und Warum.
Haben Sie Antworten? Eine detaillierte Begründung für das, was zwischen dem 2:0 und dem 2:3 passiert ist, findet man nicht einfach so über Nacht. Jeder Spieler muss sich Gedanken darüber machen, weshalb er die Leistung nicht nach Wunsch gebracht hat. Details führten dazu, dass es so gekommen ist, wie es gekommen ist. Nach Sions Tor zum 2:1 haben alle im Stadion vibriert. Auch unsere Spieler.
Sions Präsident Christian Constantin hat im Vorfeld des Endspiels wie ein Wilder Stimmung gemacht und damit Druck vom Team genommen. Bei YB hatte man den Eindruck, dass alles seinen gewohnten Lauf nahm. Das machten wir bewusst so. Am Freitag sprach ich mit dem Spielerrat. Trainer und Spielerrat ermunterten mich, am Montag vor der ganzen Mannschaft zu reden. Damit hatte es sich. Am Dienstag und Mittwoch verzichteten wir auf besondere Aktionen.
War das – im Nachhinein betrachtet – ein Fehler? Nein. Nochmals: Wir haben bewusst auf lächerliche Tricks verzichtet. Auch im Hotel Bern, wo das Team in der Nacht auf Mittwoch untergebracht war, gab es keine Reden, keinen speziellen Besuch und keinen, der mit einem Check in der Luft herumgewedelt hätte. Ich glaube, solche Sachen hätten nicht zu YB gepasst.
Christian Constantin... ...ich glaube, er hat sich in den letzten Tagen selber geschadet. Der Fussball geht auch nach dem Cupfinal weiter. Es war höchst bedenklich, mit welchen unsportlichen Mitteln die Gesetze des Sports bedrängt wurden.
Wie meinen Sie das? Wir wollen faire Verlierer sein, wir haben Sion zum Sieg gratuliert. Aber das «Rösslispiel», das vor dem Final in Gang gesetzt wurde, war hundslausig. Das war gar nicht gut für den Sport. Es kann doch nicht sein, dass man einen Cupfinal unter Protest spielt, weil man mit der Nomination des Schiedsrichters nicht einverstanden ist.
Zogen Sie Gegenmassnahmen in Betracht? Ja, wir prüften, ob es sinnvoll ist, ebenfalls unter Protest zu spielen. Constantin hat den Schiedsrichter vor dem Spiel massiv beeinflusst. Aber wir verzichteten darauf, Einspruch zu erheben.
Ist YB zu lieb für grosse Siege? Als ich kam, hatte YB eher ein Bad-Boys-Image. Wir haben daran gearbeitet, das Erscheinungsbild zu verbessern. Wir wollen nicht alles kommentieren und auch nicht stets lamentieren. Das wären nicht wir. Ein scharfes, böses YB-Profil würde nicht zu Bern passen.
Welche Folgen wird der Rückschlag vom Mittwoch haben? Ich glaube nicht, dass er negative Auswirkungen haben wird. Wir sind als Ganzes viel weiter, gefestigter als vor drei Jahren nach der letzten Cupfinal-Niederlage. Ich habe am Mittwochabend nicht eine einzige negative SMS erhalten. Der Tenor war folgender: «Macht weiter so, aber holt bald einen Titel». Daran arbeiten wir – trotz Enttäuschung vom Mittwoch.
Haben Sie keine Bedenken, die Niederlage könnte sich finanziell auswirken? Nein, das glaube ich nicht. Im Fall eines Sieges hätten sich uns viele Türen geöffnet. Bern wäre wohl noch gelber geworden, und wahrscheinlich hätten wir 1000, 1500 Abonnemente mehr verkaufen können. Im vorliegenden Fall haben wir ein sehr wichtiges Spiel in einem zusätzlichen Wettbewerb bei 50:50 Prozent Chancen verloren. Trotz dieser schmerzhaften Niederlage darf man das Ganze nicht aus den Augen verlieren.
Dennoch: Es könnte sein, dass sich Sponsoren abwenden. Die UBS hat vor geraumer Zeit Ihre Ganzjahres-Logenmiete für 250'000 Franken gekündigt. Der Vertrag läuft aus und wird nicht verlängert. Das ist zwar schmerzhaft, macht uns aber nicht nervös. Bekommen Sie die Finanzkrise nicht zu spüren? Im Fussball schlägt sie sich weniger nieder als in anderen Bereichen. Das Vergnügen lassen sich die Leute trotz Wirtschaftskrise nicht nehmen. Im Betrieb des Konferenzcenters haben wir Rückläufe, auf die wir bereits reagiert haben, indem wir einige Abgänge nicht vollumfänglich kompensiert haben.
Der Cupsieg hätte Ihnen Sicherheit geboten. Das stimmt. Wir hätten Planungssicherheit gehabt. Für mich hätte der Cupsieg bedeutet, jede Nacht eine halbe Stunde mehr Schlaf zu finden.
YB steht einmal mehr als Verliererteam da, als Mannschaft, die im wichtigsten Moment nicht auf der Höhe der Aufgabe war. Die Leistung im Cupfinal war ungenügend, das stimmt. Aber es wäre nun falsch, alles negativ zu sehen. Wir haben seit August viele Big Points gemacht. In der Meisterschaft haben wir gleich viele Punkte wie im Vorjahr – trotz Fehlstart. Ich bin überzeugt, dass wir ein stabiles Gebilde haben. Die Mannschaft ist gut, das kann man nicht wegdiskutieren. Aber sie muss weiter hart an sich arbeiten, gerade auch im mentalen Bereich, und Fortschritte erzielen. Eine Erfahrung wie am Mittwoch, so schmerzhaft sie auch ist, macht die Spieler stärker.
Wie geht es mit YB nun weiter? Wir nehmen den sportlichen Kampf sofort wieder auf und wollen in der Meisterschaft noch Zweiter werden.
Das Spiel am Sonntag gegen Luzern dürfte heikel werden. Es wird ein Charaktertest für die Spieler und unsere Fans sein. Ich zähle auf beide.
Apropos Zuschauer: Im Final wurden im YB-Sektor einmal mehr Pyros gezündet. Wir machen sehr viel, um das Abbrennen von Pyros im Stadion zu verhindern. Aber einigen Idioten gelingt es immer wieder, solche Gegenstände ins Stadion zu schmuggeln. Im Moment ist offenbar eine Verschiebung im Gang: 15-, 16-jährige Besucher kommen mit grausamer Energie ins Stadion. Sie gehören keiner Fanorganisation an, leben aber an Grossveranstaltungen ihre Aggressionen aus.
In der Innenstadt kam es einmal mehr zu Krawallen. Es ist tragisch, dass einige Chaoten das Bild eines schönen Spiels vor schöner Kulisse arg verunstalten.
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Dienstag 22. September 2009, 10:36 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Tagesanzeiger, 22.09.2009 «Bei den Young Boys ist der Mäzen das Stadion»YB hat ein bewegtes Jahrzehnt hinter und eine Zukunft voller Ambitionen vor sich. Als CEO spielt Stefan Niedermaier dabei eine Hauptrolle. Jetzt freut er sich auf den FC Zürich. Vor zehn Jahren hingen dunkle Wolken über dem Fussballplatz Bern. Die Young Boys hausten in ihrem baufälligen Wankdorf, standen vor dem Abgrund zur 1. Liga; der Verein war geplagt von dauerhaften Geldsorgen. Zum grauen Alltag passten Zuschauerzahlen und Gegner. Étoile Carouge oder Nyon waren damals die sportliche Konkurrenz, und sie reichte als Anreiz gerade einmal aus, um knapp 2000 Leute ins Stadion zu locken. 1999 war gestern, die Reminiszenzen an damals haben ihren Stammplatz im YB-Museum. 2009 ist YB führend in der Liga und Titel-Top-Favorit. Die Marke YB ist in einem Jahrzehnt kräftig aufgefrischt worden und hat an Popularität merklich gewonnen. Das lottrige Wankdorf ist verschwunden, mit dem Stade de Suisse hat 2005 die Moderne begonnen, und zum Aufbruch ins neue Zeitalter wurde ein Quereinsteiger zum Chef befördert. Stefan Niedermaier erfüllte für die vier mächtigen Stadionverwaltungsräte die Voraussetzungen des idealen CEO: Er stieg ohne fussballerische Vergangenheit ein, stammte als Thuner aber aus der Region - und brachte Führungsqualitäten mit. Aber er musste die eigenen Mechanismen des Geschäfts von Grund auf kennen lernen. Der Aufstieg des SkiakrobatenNiedermaier, heute 47, war als Bub Junior in Dürrenast, vor allem aber war er passionierter Skiakrobat, der im Winter jeden freien Tag im Schnee verbrachte. Nach seiner Ausbildung zum Elektromechaniker («ich bin ein einfacher Bürger») forcierte er in Frankreich mit einem Managementstudium seinen beruflichen Aufstieg, wurde in Stuttgart Geschäftsführer einer Telekommunikationsfirma und kehrte vor vier Jahren in die Region zurück. Er fand zu YB. Er wurde der starke Mann. Und braucht heute nicht mehr jeden Franken zweimal umzudrehen, bevor er ihn ausgibt. Das Konstrukt YB - ein Geflecht aus sportlicher Abteilung und Stadionbetreibergesellschaft - setzt pro Jahr 38 Millionen Franken um und sorgt für fast 107 Vollzeitstellen. YB ist en vogue wie nie: Fast 12'900 Saisonkarten bedeuten Rekord. Für die Fussballer sind 4,3 Millionen Lohnkosten im Budget reserviert, über 25'000 Franken Grundlohn pro Monat gibt es inzwischen nicht mehr. Wie gut es den Young Boys gehen muss, zeigt das Beispiel Seydou Doumbia. Als die Russen von Rubin Kasan eine fixfertige Offerte über 15 Millionen für den schnellen Stürmer von der Elfenbeinküste auf den Schreibtisch legten, konnte es sich Niedermaier leisten abzulehnen: «Neun von zehn Unternehmen hätten vermutlich sofort gesagt: verkaufen! Wir aber ordnen alles dem Ziel unter, endlich wieder einen Titel nach Bern zu holen.» CEO Niedermaier ist auch Fan und Verkäufer, er sagt: «Wir sind nicht schlechter als der FC Basel aufgestellt und erst recht nicht schlechter als der FC Zürich.» Das Stade de Suisse hat YB auf die Beine geholfen. «Der FC Basel hat Gigi Oeri», sagt Niedermaier, «der Mäzen bei YB ist das Stadion.» Eine Miete muss der Klub nicht zahlen, weil die Arena zur Sport & Event Holding AG gehört. Im Angebot hat diese Holding nicht nur Fussball im Zweiwochenrhythmus, sondern auch Konzerte. Und 2008 war das Stade de Suisse für insgesamt 90'000 Menschen Ort für ihre Geschäftskonferenzen. Niedermaiers Kampf um die «Fränkli»Niedermaier, der sich «Manager-Patron» nennt, wacht über alle Vorgänge bei YB. Seine Kritiker halten ihm vor, ein Machtmensch zu sein. Er korrigiert: «Ich mache viel. Das ist ein Unterschied.» Den Vorwurf, sich dem einflussreichen Spieleragenten Jean-Bernard Beytrison auszuliefern, kontert er ebenso heftig: «Blödsinn. Ich vertraue keinem blind. Aber ohne Beytrison wäre weder ein Yapi noch ein Doumbia bei uns.» Sagts und zuckt mit den Schultern: «Es werden halt schnell von irgendwelchen Leuten Sachen gedichtet.» Und überhaupt: «Ich muss höllisch aufpassen, sonst versickern die Fränkli irgendwo. Ich muss den Aktionären einmal pro Monat Rechenschaft ablegen.» Im Umgang mit seiner Belegschaft pflegt er einen kollegialen Stil. Er lässt sich von allen duzen, macht aber auch klar: «Mir kann man nicht jeden Bären aufbinden.» Niedermaier ist auch der CEO, der viele Sprachen spricht: Er reist gelegentlich in Shorts und mit YB-Schal im Extrazug zum Auswärtsspiel; gleichzeitig versteht er es, sich auf VIP-Ebene zu bewegen. Vom YB der Neuzeit zeichnet Niedermaier vorzugsweise das Bild des bodenständigen, familiären Klubs. Was fehlt zum Glück, ist ein Titel. Der letzte datiert aus dem Jahr 1987. Was passiert aber, wenn es auch 23 Jahre danach keinen Pokal gibt? «Zuerst freue ich mich auf das Heimspiel gegen den FCZ am Mittwoch; da wollen wir drei Punkte. Wenn es am Ende wieder nicht reicht? Dann arbeiten wir geduldig weiter», antwortet Niedermaier. Schnauf hat YB heute viel mehr als 1999. http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussball/Bei-den-Young-Boys-ist-der-Maezen-das-Stadion/story/10626014
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shalako
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Verfasst: Samstag 21. November 2009, 23:34 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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20min.ch, 20.11.2009 «Teenager sind das grösste Problem»Gegen keine andere «Fan»-Gruppe spricht YB mehr Stadionverbote aus, als gegen 15- bis 17-Jährige, sagt YB-Patron Stefan Niedermaier im Interview. Warum ihm der Fan-Nachwuchs die grössten Sorgen bereitet, und weshalb er auf die von Chelsea gebotenen 31 Millionen Franken für Seydou Doumbia verzichten will. Herr Niedermaier, kürzlich liessen Sie die YB-Fans die Sitzplätze im Fanblock eigenhändig herausreissen. Die Polizeidirektorenkonferenz fordert, in Zukunft alle Stehplätze aus den Stadien zu verbannen. Sind sie ein Revoluzzer? Stefan Niedermeier: Dieses Projekt verfolgen wir gemeinsam mit den YB-Fans seit langer Zeit. Denn Gewalt im Stadion hängt nicht grundsätzlich mit Stehplätzen zusammen. Wir haben der Fankurve nun Verantwortung übertragen und die Sitzplätze abgebaut. Die Anhänger werden uns dieses Vertrauen mit einer noch besseren Fankultur und kreativem Support der Mannschaft zurückgeben, davon bin ich überzeugt. Wenn sich die Fans nicht benehmen, kehren die Sitzplätze zurück. Hat man mit den Stehplätzen ein Druckmittel gegen Chaoten in der Kurve geschaffen? Nein, im Gegenteil. Wir hätten nicht Stehplätze einbauen lassen, wenn wir nicht einen guten Dialog mit den Fans führen könnten. Für die internationalen Spiele müssen wir die Sitzplätze sowieso wieder einbauen, das wird hoffentlich jedes Jahr der Fall sein (lacht). Die Selbstregulierung in der Kurve funktioniert zwar, sie könnte nach unserem Geschmack ausgeprägter sein. Welche Fans bereiten Ihnen denn die grössten Sorgen? Am meisten Stadionverbote sprechen wir derzeit gegen oftmals alkoholisierte, 15- bis 17-jährige Jugendliche aus, welche Pyros abbrennen. Diese Gruppe ist scheinbar bereit, als «Mutprobe» Fackeln anzuzünden. Dies tolerieren wir nicht. In diesem Punkt hat eindeutig eine Verschiebung stattgefunden: Teenager sind das Problem, nicht mehr die Erwachsenen. YB zieht momentan viele junge Fans an, denen wir die Hausordnung wieder beibringen müssen. Dies ist mit ein Grund, warum wir nun ein Alkoholverbot für Minderjährige einführen. Die Polizeidirektorenkonferenz (KKJPD) hat letzte Woche beschlossen, Fussballfans ab 2011 nur noch mit einer Fancard ins Stadion zu lassen. Nach dem gescheiterten Fanpass ein weiterer Rohrkrepierer? Wie die Fancard von der KKJPD angedacht ist, ist sie nicht umsetzbar. Das Konzept funktioniert so nicht, denn es gibt etliche Matchbesucher, die vielleicht nur einmal jährlich an ein Spiel kommen und sich nicht Anfang Jahr mit einer Fancard eindecken. Auch das Kombi-Ticket (mit welchem Gästefans nur gemeinsam anreisen dürften, die Red.) ist in der heutigen, mobilen Gesellschaft schlichtweg nicht realisierbar. Man darf die Fans nicht entmündigen. Es ist jedoch gut, dass mit den Empfehlungen der KKJPD nun alle Vereine einen Fahrplan erhalten haben, wie sie das Gewaltproblem angehen sollen. Papierkram bringt keinen Hooligan zur Räson. Welche Massnahme gegen Fangewalt sollte oberste Priorität haben? Ganz klar die Fantrennung. Innerhalb wie ausserhalb des Stadions. Der mobile Zaun etwa, mit dem wir die Gästefans zum Bahnhof Wankdorf leiten, hat sich bis jetzt bewährt. Weder gegen GC noch gegen den FC Zürich ist es zu Ausschreitungen gekommen – ich hoffe, dass es auch beim kommenden Spiel gegen Basel so bleibt. Sie haben erwähnt, dass das Gewaltproblem nur gemeinsam mit den Fans lösbar ist. YB wird in der Vorrunde einen Zuschauerschnitt von gegen 24 000 Personen erreichen und sich damit eine goldene Nase verdienen. Wieviel des Gewinns fliesst an die Fanarbeit? Die Fanarbeit erhält von uns nur zusätzliche Mittel, wenn sie ein konkretes Projekt umsetzen will, wie dies etwa bei den Stehplätzen geschehen ist. Aber: Mit der Versteigerung der «Gemeinsam gegen Rassismus»-Trikots etwa konnten wir der Fanarbeit Bern über 10 000 Franken überweisen. Wegen der vielen Zuschauer allein stocken wir aber das Budget der Fanarbeit nicht auf. Ziel ist, die Fanarbeit Bern mit 120 Stellenprozenten zu besetzen – aber auch unsere eigene Fanbetreuung zu verbessern. Themawechsel: Seydou Dombia hat am Mittwoch mit der Elfenbeinküste sein erstes Natitor erzielt. Der FC Chelsea will nun für «Doumbi» angeblich 31 Millionen Franken auf den Tisch legen... Seydou Doumbia bleibt bei YB - wir brauchen ihn, wenn wir einen Titel holen wollen. http://www.20min.ch/news/bern/story/-Teenager-sind-das-groesste-Problem--29769573
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shalako
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Verfasst: Montag 30. November 2009, 01:30 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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NZZ am Sonntag, 29.11.2009 «Wir sind etwa vier Jahre hinter Basel»Derzeit geben im Schweizer Fussball YB und der FC Basel den Takt an. Vor dem Direktduell am Sonntag reden der YB-CEO Stefan Niedermaier und der FCB-Chef Bernhard Heusler über den schmalen Grat, auf dem Spitzenklubs wandeln. Interview: Peter B. Birrer, Benjamin Steffen NZZ am Sonntag: YB spielt gegen Basel, der Erste gegen den Zweiten. Ist das eine Momentaufnahme oder die Wahrheit der nächsten fünf Jahre? Stefan Niedermaier: Die Sinuskurve wird abflachen. Der Anspruch muss ein Platz unter den ersten drei sein – für YB, für Basel, für den FCZ. Bernhard Heusler: Ich bin zurückhaltend. Man hat die Tendenz, etwas zementieren zu wollen. Wir sind im Wochengeschäft. Unlängst wollte man mir das Zugeständnis abringen, dass YB bereits Meister sei und wir gegen den Barrage-Platz kämpfen müssten. Noch zwei Runden – und wir können Leader sein oder zehn Punkte Rückstand haben. 2002 sprach man vom dualen System FC Basel und GC. Von dem ist derzeit keine Rede mehr. Ist GC ein Mahnmal? Heusler: Alle Spitzenklubs bewegen sich auf schmalem Grat. Wir haben sportlich Stabilität hingekriegt – auch dank dem Einstieg von Gigi Oeri vor acht Jahren. Sie war bereit, längerfristig in den Nachwuchs zu investieren. Das ist ein Grund für unsere Stabilität. Niedermaier: GC war oft von einzelnen Personen abhängig. Das ist gefährlich. Wir sind mit dem Stadion auf über 100 Kunden angewiesen, nicht nur auf einen. Der Grat ist schmal, aber kein Grat ist flach, er ist auch hügelig. Du machst auch Fehltritte. Kann man auf fünf Jahre hinaus planen? Niedermaier: Eine Prognose für die Unsterblichkeit ist fahrlässig. Da sind viele Risiken. Wir haben die Voraussetzungen, um oben zu bleiben. Auch wir machen im Nachwuchs vorwärts und investieren im Neufeld Millionen in Trainingsplätze. Wir sind etwa vier Jahre hinter Basel. Wir hatten auch das Stadion vier Jahre später. Ein Spitzenklub braucht finanzielle Sicherheiten im Hintergrund und ein modernes Stadion. Sind das die Hebel? Niedermaier: Wir haben einen Hebel: das Stadion. Unsere Aktionäre stiegen ins Geschäftsmodell Stadion ein. Ihr Wert ist primär der Beton. Im Stadion finden Fussball, Konferenzen, und Konzerte statt. In Basel war der Hebel vermutlich Frau Oeri. Heusler: Das ist der Unterschied. Unser Stadion gehört der Genossenschaft. Wir sind Mieter. Der FCB war 2000 eine relativ kleine Nummer. Er war vorsichtiger und ist deshalb heute nicht in der Betreibergesellschaft. In Basel entwickelten sich zwei Gesellschaften unter dem Stadiondach, die den Vermarktungs-Kuchen unter sich aufteilen. Wenn man den FCB-Hype vorausgesehen hätte, hätte der Klub im St.-Jakob-Park mehr Risiken übernommen. YB profitierte von unseren Erfahrungen. Die Gleichung, dass ein neues Stadion zum Aufschwung führt, muss indessen nicht zwingend aufgehen. Genf ist das Gegenbeispiel. Ist das moderne Stadion Voraussetzung? Niedermaier: Ja, aber den ersten Schritt muss der Sport tun. Niemand wurde 2005 YB-Sponsor, weil das neue Stadion stand. Das brauchte Zeit. Da hat GC ein Problem: Wer hält jetzt den Anker, bevor der auf Grund geht? Die Frage ist doch, wann in Zürich das Fussballstadion steht. Heusler: Das ist ein Trauerspiel. Ein Stadion-Prozess lebt von einer Dynamik. Fällt die weg, fallen die Investoren weg, die Ideen, die Freude. Die Stadion-Geschichte ist für mich der Kern der GC-Probleme. Der Liga-Direktor Edmond Isoz sagt, der FCB habe das Niveau der Liga angehoben, weil ihm viele nacheiferten. Sind dadurch nicht auch die Klubbudgets zu gross geworden? Heusler: Die internationalen FCB-Erfolge führen dazu, dass der Schweizer Meister neu hoffen kann, direkt in die Champions League zu gelangen. Aber der Profibetrieb in der Schweiz ist potenziell defizitär, wenn man ausserordentliche Erträge wie Transfererlöse und den Europacup ausklammert. Aber man kann nicht die Löhne herunterschrauben und gleichzeitig das Gefühl haben, die Anzahl Jahreskarten bleibe gleich gross. Fussballer, die 50 Prozent weniger verdienen, bieten nicht den gleich guten Fussball. Niedermaier: Die Schweiz hat eine Ausbildungs-Liga. Ein Transfererlös muss im groben Rahmen planbar sein, sonst sind wir keine Ausbildner. Also sagen Sie nicht: Im Schweizer Fussball müssen Defizite kleiner werden. Niedermaier: Ohne neue Stadien hast du wenig Vermarktungsmöglichkeiten. Ich weiss nicht, wie Kleinklubs Löhne bezahlen. Diese Einnahmen sind bei uns so bedeutend. Man hat den Eindruck, dass die FCB-Führung ein Korrektiv hat und breiter abgestützt ist als diejenige von YB. Heusler: Das ist die Konsequenz des Geschäftsmodells. In Bern wird in der Vermarktung ausgeprägter an einem Strick gezogen. Ein mir bekannter YB-Sponsor schwärmt von der Professionalität, die bei YB herrsche. Da ist eine Einheit. Wir im FCB haben da noch Potenzial nach oben. Ist YB zu viel Stefan Niedermaier? Niedermaier: Wir sind ein kleines Unternehmen. Wir lassen ein Team auf einen Kunden los. Mit unserer Grösse brauchen wir diesen Zentralismus. Es braucht einen, der die Fäden in der Hand hält. In Basel hat der Heusler die Fäden genauso in der Hand wie ich in Bern. Der FC Basel hat YB die Erfahrung voraus. Mit der Champions League wachsen die Begehrlichkeiten. Niedermaier: Dann rufe ich in Basel und Zürich an und frage: Wo sind die grössten Fallen? Wenn es uns lupft, schadet das auch dem FCB. Steigt YB sportlich weiter, steigen die Kosten. Wir beurteilen permanent die Risiken. Wenn wir das tun und persönliche Begehrlichkeiten eindämmen, bleiben wir mit den Füssen am Boden. Die Begehrlichkeiten im Team oder in der Führungsriege? Quer durch das Haus – vom Aktionär bis zum Materialwart. Das Beispiel FCB zeigt: Spielt das Team in der Champions League, wird das System extrem belastet. Heusler: Man darf sich keine Illusionen machen. Wir sind in solchen Fällen zwischen zwei Gefahren: Entweder werden die Löhne zu hoch – oder ein Spieler geht ablösefrei. Man braucht eine Philosophie, die unabhängiger macht. Auch wenn ein Exponent geht, bleibt der FCB. Das muss durchgezogen werden. Man darf sich nicht durch die Kurzlebigkeit beeinflussen lassen. Das ist nicht so einfach. Bayern München ist für die Kompetenz und Kontinuität in der Führung zu bewundern. Angesichts der letzten Jahre drängt sich jedoch die Frage auf: Ziehen die ihre Philosophie durch? Oder was machen die? Wenn ich Barcelona Fussball spielen sehen, denke ich: Dort gilt eine Philosophie. Barcelona will 50 Prozent eigene Spieler im 1. Team. Das muss unser Ziel sein. Was Barcelona europaweit kann, müssen wir auf dem Schweizer Niveau schaffen. Wir sahen an der U-17-WM, wie gross unsere Ressourcen sind. Wie ruhig ist der YB-Stürmer Doumbia, wenn's um seine Zukunft geht? Niedermaier: Auf dem Rasen wird er mehr gejagt. Das ist wie früher mit Varela: Die Gegner wissen, dass etwas zurückkommt. Wie ist das am Verhandlungstisch? Seine Vertrauensperson ist Olivier Koutoua, der die Fussballschule in Abidjan führt. Auf den hört er. Wird der Fall Doumbia zur YB-Bewährungsprobe? Die erste Probe bestanden wir im August, indem wir sagten: Der bleibt hier. Die Begehrlichkeiten hätten für ihn, für seinen Berater und für uns sehr hoch sein können. Ich spüre Doumbia gegenüber eine Verantwortung. Er sagte mir einmal: «Olivier hat mich ihnen anvertraut, heute höre ich auf Sie.» Ich hatte Hühnerhaut. Das sagte er ganz still, man hörte kaum etwas. Das nehme ich ernst. Wie ist der Umgang mit den jungen Spielern, die schnell mit den Millionen in Kontakt kommen? Heusler: Früher erhielten 20-jährige Junioren mit zitternder Hand den Profivertrag und sagten «Danke». Heute haben sie ein unglaubliches Selbstverständnis, durch ihr Umfeld, durch Berater, durch ihre Internationalität. Für junge Spieler sind der FCB und YB Ausbildner, aber auch ihre Chance für materiell andere Dimensionen. Man muss sie ernst nehmen, ihre Befindlichkeiten abholen – sonst gehen sie früher, als wir möchten. Es muss das Ziel von Trainer und Klub sein, dass Spieler wie Rakitic, Kuzmanovic, Derdiyok, Stocker und Shaqiri zuerst ihre Hand am Kübel haben, bevor sie gehen. Das schafften wir in den ersten beiden Fällen nicht. Niedermaier: Kuzmanovic und Rakitic sind gute Beispiele. Da haben die Familien und Berater schwer Einfluss genommen. Als ich hierher kam, gaben wir den Jungen ein GA. Ich sagte dem Nachwuchschef: Mach mir eine Key-Player-Liste – jeder erhält 1000 Franken Lohn obendrauf. So wurde das auch teurer. Wir müssen die Besten finden. Da kann Chapuisat entscheidend sein. Er steht in der Stube der Familie und sagt: YB ist am besten für Ihren Sohn. Heusler: Das viele Geld führt dazu, dass man diese Spieler schon fast entmündigt. Dazu denken sie: Was ich sage, hat viel Gewicht, schliesslich stehen 30 000 auf, wenn ich das Stadion betrete. Damit müssen 18-Jährige umgehen. Sie haben teilweise grosse Verantwortung, auch für ihre Familie. Mir sagte ein 18-Jähriger: «Was ist bei einem Kreuzbandriss?» Ich spürte seine Verantwortung, weil er die Familie unterhält. Ich sagte: Du bist 18 Jahre alt! Der hatte Torschlusspanik. Er sagte: «Ich muss jetzt den Transfer machen – wegen des Geldes.» Im Fussball wird vieles schnell emotional. Wie ist das Verhaltensmuster? Heusler: Du musst authentisch bleiben. Es gibt Momente nach Spielen, in denen man am besten zuerst auf die Toilette geht und sich die Hände wäscht. Dann kommt ein Journalist und sagt: Das heute war der Beweis für eure gescheiterte Transferpolitik! Dann muss man sich zurücknehmen. Im Fussball bist du immer irgendwie am Gegenrudern. Gegen wen? Gegen die Stimmung. Ist sie euphorisiert, hältst du dagegen: Wir haben nicht alles richtig gemacht, es braucht noch viel! Wenn alles schlecht sein soll, sagst du: Entschuldigung, wir haben eine Basis, wir sind nicht alles Dummköpfe! Das kann abstumpfen. Man freut sich nicht mehr vorbehaltlos über ein Tor. Fussball ist Spitzenkampf am Sonntag, WM-Titel der U 17, gleichzeitig Finanzprobleme von GC, Wettskandal. Auf welchem Terrain bewegen Sie sich? Niedermaier: Das zeigt die Dynamik zwischen Licht und Schatten in dem Geschäft. Der Wettbetrug schadet. Dass Leute käuflich sind, ist der Albtraum für alle, die im Fussball eine Verantwortung tragen. Heusler: In Basel ist der grössere Albtraum die Sicherheitsdiskussion. Aber der Wettskandal ist schädlich. Das Publikum spart sich den Besuch vom Mund ab – und nachher soll der sportliche Wettkampf nicht mehr ehrlich sein. Das ist verheerend. Der Fan musste viele Ideale preisgeben – das Ideal der Klubtreue, die ihn früher zu einer Identifikation führte. Jetzt ist das Ideal der Ehrlichkeit betroffen. Und wohin kann das führen? Heusler: Wettbetrüger machen sich zunutze, dass im Fussball das viele Geld schlecht verteilt ist. Für einen Spieler aus Sofia, der 2000 Franken im Monat verdient, ist die Verlockung gross. Wenn man jetzt den Eindruck hätte, Schiedsrichter seien bestochen und ganze Meisterschaften gekauft worden – das wäre der Moment, in dem ich sagen müsste: Da kann ich nicht mehr dahinterstehen. Niedermaier: Wenn der Fussball in Verruf kommt und Novartis aussteigt, wird's schlimm. Stellen Sie sich den Frutiger in Thun vor, der auf der Brust des FC ist. Oder dann erzeugt das Fernsehen Bilder, die suggerieren, dass YB am Skandal beteiligt sei. YB ist nicht beteiligt, YB ist betroffen. Heusler: Ich erhielt ein Telefon: YB sei auch im Sumpf. Ich fragte: Woher hast du das? Er sagte: Es stehe in der Zeitung. Dann sehe ich, dass es unter der Schlagzeile anders drinsteht. Aber so werden teilweise Zeitungen gelesen. http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/wir_sind_etwa_vier_jahre_hinter_basel_1.4078216.html
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Freitag 4. Dezember 2009, 11:46 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Der Bund, 04.12.2009 «Ich verspüre Doumbia gegenüber eine Verantwortung»YB-CEO Stefan Niedermaier spricht über seine besondere Beziehung zu Seydou Doumbia, den Wert von Trainer Vladimir Petkovic und die Chancen und Tücken der Champions League. Der Bund: YB ist derzeit das Gesprächsthema in der Stadt und Region Bern. Wie erleben Sie den Rummel um den Klub? Stefan Niedermaier: Es ist eine wunderbare Situation. Es ist der Lohn für die harte Arbeit, welche das Team, der Betreuerstab und das ganze Umfeld in den letzten Monaten geleistet haben. Doch ich bin mittlerweile lange genug in diesem Geschäft, um zu wissen, wie schnell die Gemütslage wechseln kann. Fussball ist nun mal ein Wochengeschäft. Am grössten ist der Rummel um Seydou Doumbia. Was unternehmen Sie, um den scheuen und zurückhaltenden Topskorer vor den Medien, Spielerberatern und Einflüsterern zu schützen? Doumbia ist sehr diszipliniert im Umgang mit seiner Karriere. Er hat sein Umfeld, auf das er hört und mit dem er übereingekommen ist, bis zum Saisonende bei YB zu bleiben. Wer gehört zu diesem Umfeld? Sein erster Ansprechpartner Olivier Koutoua, der die Fussballschule in Abidjan führt. Wichtig ist für ihn auch sein Berater in der Schweiz. Im Team sind Thierry Doubai und Youssouf Traoré seine besten Kumpel. Diese drei stecken oft die Köpfe zusammen. Laut «NZZ am Sonntag» bezeichnet Doumbia Sie als Vertrauensperson innerhalb des Vereins. Ich verspüre Doumbia gegenüber eine Verantwortung. Ich weiss auch, dass es ihm bei uns gefällt und er mit uns unbedingt etwas gewinnen will. Sie haben sich bisher immer gegen einen Verkauf von Doumbia ausgesprochen. Spätestens im nächsten Sommer werden Sie ihn nicht mehr halten können. Was im Sommer ist, werden wir sehen. Die Entscheidung, dass er in dieser Saison bleibt, ist mit Seydou, Vladimir Petkovic, Alain Baumann den Aktionären und mir getroffen worden. Daran halten wir uns. Seydou Doumbia ist für YB der eine Glücksfall. Der andere ist Trainer Vladimir Petkovic. Wie würden Sie den Kroaten charakterisieren? Er ist ruhig, bescheiden, authentisch, und er hat eine gesunde Autorität. Petkovic ist wie Sie eine starke Persönlichkeit. Gibt das keine Reibereien? Wir kommen tipptopp miteinander aus. Sie möchten Petkovic längerfristig binden. Wann unterschreibt er einen neuen Vertrag? Wir sind uns seit längerem einig, dass wir den Vertrag verlängern wollen. In der Winterpause wollen wir die Gespräche abschliessen. Viel Werbung in eigener Sache gemacht hat in dieser Vorrunde auch Gilles Yapi, dessen Vertrag Ende Saison ausläuft. Wie gross ist die Chance, dass Yapi den Vertrag bei YB verlängert? Auch mit ihm werden wir in der Winterpause über eine Vertragsverlängerung sprechen. Wie Doumbia fühlt sich Yapi sehr wohl in Bern. Sein neuer Vertrag wird den Klub wie jener von Trainer Vladimir Petkovic einiges mehr kosten. Wir kommunizieren keine Zahlen. Wichtig ist, dass das Gesamtpaket stimmt. Welcher Spieler hat Sie persönlich am meisten überrascht während der Vorrunde? Ich möchte nicht über einzelne Akteure reden. Jeder hat seinen Platz gefunden innerhalb der Gruppe. Das ist das Wichtigste. Erfolg weckt immer Begehrlichkeiten seitens der Spieler: Wie stark partizipieren die Spieler am Erfolg? Erfolg ist im Fussball wichtig und wird auch entsprechend belohnt. Wenn die Spieler Erfolge feiern, partizipieren sie auch daran. An den Spielen wie auch beim Gewinn eines Titels. Die Young Boys haben eine Runde vor der Winterpause sieben Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger Basel. Für die Fans ist klar: YB wird im nächsten Sommer die Qualifikation für die Champions League bestreiten. Bisher haben wir mit Ausnahme des Wintermeistertitels, mit dem wir uns nichts kaufen können, noch gar nichts gewonnen. Es wäre fatal, wenn wir jetzt abheben würden. Hand aufs Herz: Die Vorzeichen stehen gut, dass YB am Saisonende zumindest Tabellenzweiter ist und damit die Qualifikation für die Champions League bestreiten kann? Wir haben in den letzten vier Jahren ein Umfeld und eine Mannschaft aufgebaut, mit der wir uns an die nächste Hürde heranwagen dürfen. FCZ-Präsident Ancillo Canepa schwärmt in höchsten Tönen von der Champions League. Wie beurteilen Sie selbst die Königsliga im europäischen Klubfussball? Bevor wir von der Meisterschaft der Meister reden, müssen wir uns für diese qualifizieren. Aber es ist klar: Wir möchten nächstes oder übernächstes Jahr in der Champions League mitmachen. Die Champions League ist zwar finanziell ein Segen. Doch sportlich ist sie eher ein Fluch für kleinere Klubs. Basel und Zürich haben in den letzten zwei Jahren in der Meisterschaft gebüsst für die Auftritte in der Champions League. Kein Klub in der Schweiz kann es sich leisten, ein Team für die nationale Meisterschaft und ein Team für den internationalen Wettbewerb aufzustellen. Entsprechend gross ist der Kräfteverschleiss. YB hatte noch nie so viele Zuschauer wie diese Saison. Welchen Wert strebt der Verein mittelfristig an? Für diese Saison kalkulierten wir mit einem Zuschauerschnitt von 19 000. Nun sind es nach acht Spielen rund 23 500. Wir haben mit unserer erfolgreichen und attraktiven Spielweise einen richtigen Flächenbrand entfacht. Nun müssen wir alles in unserer Macht Stehende tun, um das Feuer am Lodern zu halten. http://www.derbund.ch/sport/fussball/Ich-verspuere-Doumbia-gegenueber-eine-Verantwortung/story/15993170
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shalako
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Verfasst: Freitag 16. April 2010, 21:51 |
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spox.ch, 16.04.2010 YB-CEO Niedermaier: "Das Stadion ist unser Mäzen". Stade de Suisse CEO Stefan Niedermaier spricht im Interview über das Modell YB, seinen Einfluss auf den Klub und die Gründe für den sportlichen Erfolg. Ausserdem äussert sich der in Muri wohnhafte Familienvater über die Vorteile des von der Stadt unabhängigen Stadions und über den Spielerberater Jean-Bernard Beytrison, der zehn YB-Spieler berät. Herr Niedermaier, Sie gelten in den Medien als der starke Mann bei YB ...: Niedermaier: Es gibt in jedem Unternehmen eine Person, die die Fäden in der Hand hält und alles koordiniert. Meine Aufgabe ist es, zwischen Betrieb, Finanzen und Sport zu koordinieren. Jedes Unternehmen hat seinen Chef, aber im Sport wird das ganz gerne mal aufgeblasen, warum auch immer. Dann frage ich anders, wie sehen Sie Ihren Einfluss auf den Klub? Mein Einfluss ist rein betriebswirtschaftlich. Ich muss unseren vier Aktionären berichten, dass wir uns im Rahmen unseres Budgets bewegen und am Ende des Jahres kein Geld verlieren. Sie wollen doch nicht behaupten, Sie hätten keinen Einfluss auf den sportlichen Bereich? Etwa die Transferpolitik der Young Boys? Grundsätzlich ist es so: Die wirtschaftlichen Aspekte eines Transfers muss ich verantworten, die sportlichen hingegen nicht. Wir haben ein Gremium, das sich jeden Dienstag zusammensetzt, bestehend aus Vladimir Petkovic, Alain Baumann, Stéphane Chapuisat, meiner Finanzchefin und mir. Wir unterhalten uns jede Woche über die Entwicklungen im Kader und in der Mannschaft sowie die Saisonplanung 2010/11, Verträge etc. Innerhalb dieses Gremiums vertrete ich mit meiner Finanzchefin die finanziellen und administrativen Belange. Das Sportliche entscheiden die anderen. Ob ein Spieler gut ist oder nicht, muss ich nicht beurteilen. Ich muss nur dafür sorgen, dass wir nicht zu viel für ihn ausgeben. Weil Sie die Finanzen ansprechen – seit Ihrem Einstieg bei YB 2005 stieg der Umsatz von 28 auf 38 Millionen Franken. Wie haben Sie das geschafft? Zum einen hat sich die Mitgliederzahl grossartig entwickelt. Mitglieder sind bei uns all diejenigen, die ein Saisonabo haben. Das ist zum einen gut für die Planungssicherheit und die Liquidität, auf der anderen Seite zahlen die Abonnenten natürlich geringere Preise als Einzelbesucher. Als ich anfing, hatten wir einen Zuschauerschnitt von rund 14 000, heute sind wir bei über 22 000. Und wenn die Auslastung höher wird, müssen die Leute auch die teuren Tickets kaufen. Daneben haben wir auch im Marketing im VIP-Bereich grosse Sprünge gemacht. Welche Rolle spielt das Stade de Suisse für den wirtschaftlichen Erfolg? Das Stade de Suisse Wankdorf ist der zentrale Punkt des Vereins. Die Mannschaft kann jeden Tag auf dem Platz trainieren, auf dem sie auch spielt. Das kann nicht jeder Verein der Axpo Super League. Daneben ist das Stadion unser Mäzen, mit dem wir gutes Geld verdienen können. Neben dem Fussball auch mit Konzerten und Konferenzen. Wir hatten im letzten Jahr 90 000 Menschen auf Konferenzen hier. Sie können heute durch jeden Raum des Stadions marschieren, jeder ist ausgebucht – und das ist fast jeden Tag so. Und das Geld, das Sie aus Konzerten und Konferenzen einnehmen, fliesst in den Fussball? Wir haben den grossen Vorteil, dass bei uns Stadiongesellschaft (Stade de Suisse AG, Red.) und Klub (BSC YB Betriebs AG, Red.) eine wirtschaftliche Einheit bilden. Dadurch gibt es keine Abhängigkeiten wie normalerweise zwischen Lieferanten, Kunden oder Mietern. Wirtschaftlich sind wir ein Unternehmen, und alle Zahlungsströme laufen an einer Stelle zusammen. Egal ob Einzelticket, VIP-Loge, Sponsoring-Einnahme oder Raummiete. Findet letztlich nicht dennoch eine Quersubventionierung des Fussballs statt? Wir können Geld aus anderen Bereichen in den Fussball investieren oder eben umgekehrt. Ob ein neuer Kunstrasen nun eine Klub- oder eine Stadion-Investition ist, ist bei uns nicht wichtig, wir sind eine Einheit. Wir sind im Vollbesitz des gesamten Stadions und können daher vermarkten, was wir wollen. Wir müssen nicht die Stadt Bern fragen, ob wir diese oder jene Treppe vermarkten dürfen. Was sind für Sie die grossen Vorteile dieser operativen Einheit Klub/Stadion? Die schlanke Organisationsstruktur. Wir haben da nur eine Finanzabteilung und ein Reporting. Unser Berichtswesen unterscheidet nicht zwischen YB und Stade de Suisse. Das ist unseren vier Aktionären an der Spitze auch egal. Wie wichtig war es vor diesem Hintergrund, dass sich die Stadt Bern finanziell nicht am Stadionbau beteiligte? Das war, wenn Sie so wollen, der Ausgangspunkt für unsere jetzige Unabhängigkeit. Das ist auch der grosse Unterschied etwa zu Zürich. Jede Form von Veranstaltung, die im Stade de Suisse stattfindet, wird von den gleichen Leuten gemanagt, ob der FC Basel kommt oder AC/DC. Würden Sie sagen, dass das Modell YB/Stade de Suisse Vorbildcharakter hat? Ich denke schon. Auch deshalb, weil keine öffentlichen Gelder verbraucht werden. Wenn wir ein Konzert veranstalten, dann machen wir das streng nach wirtschaftlichen Kriterien. Andere Klubs könnten sich unser Modell natürlich nur zum Vorbild nehmen, wenn das Stadion, in dem sie spielen, nicht der Stadt gehört. In Deutschland gibt es ja ähnliche Strukturen. Die Allianz-Arena beispielsweise gehört dem FC Bayern München. Langfristig kann man von der Öffentlichkeit nicht verlangen, dass sie den Fussball finanziert und auch das Risiko des Fussballs trägt. Die Immobilie Stade de Suisse ist daher ein grosser Wert, und er gehört uns. Auch sportlich erlebte der Klub in den Jahren seit Ihrem Einstieg einen Aufschwung.Wo sehen Sie die Gründe dafür? Vladimir Petkovic. Es ist natürlich nicht nur er, aber er hat einen riesengrossen Anteil am Erfolg. Petkovic ist ein extrem guter Psychologe, er verfügt über eine grosse natürliche Autorität, ist dabei sehr bescheiden und konzentriert sich ausschliesslich auf den Fussball und den Erfolg. Das unterscheidet ihn von anderen Trainern, welchen Wagen sie fahren. Er ist sehr fokussiert und hat eine sehr feine Sensorik für seine Mannschaft. Der Coach hat auch dazu beigetragen, dem Klub durch eine gesunde Offenheit, Bodenständigkeit und Zugänglichkeit eine gewisse Sympathie einzuhauchen, und das weit über die Berner Kantonsgrenze hinaus. Dazu kommt, dass wir hungrig sind und viele Leute es uns gönnen würden, wenn wir jetzt mal wieder etwas Richtiges zu essen bekämen ... Sie sprachen von der Unabhängigkeit YB's. Spielerberater Jean-Bernard Beytrison berät mittlerweile zehn YB-Spieler.Besteht zu ihm nicht eine Abhängigkeit? Es hat seine Vor- und Nachteile. Wir haben in den letzten drei Jahren gute Erfahrungen mit Beytrison gemacht. Er hat uns nie schlecht beraten, an den Transfers von Doumbia, Yapi und Doubai war er massgeblich beteiligt. Wenn ein Spieler aus dem Elend der Elfenbeinküste nach Bern kommt, dann braucht er Führung, und Beytrison ist in diesen Belangen sehr bemüht. Wenn die Mannschaft schlitteln geht, besorgt er ihnen schon mal die Skihosen. Für uns ist es natürlich auch ein Vorteil, sich nicht mit 24 Beratern herumschlagen zu müssen. Ich habe aber auch immer gesagt, dass es eine Grenze gibt, denn irgendwann entsteht das Potenzial für Unmut in der Mannschaft. Was sind Ihre Ziele mit YB in diesem und in den nächsten Jahren? Dieses Jahr wollen wir Meister werden und nach Möglichkeit dieses oder nächstes Jahr Champions- League-Gruppenspiele bestreiten. Auf lange Sicht wollen wir YB nachhaltig als europäische Marke etablieren, unsere finanzielle Unabhängigkeit bewahren und jedes Jahr einen europäischen Wettbewerb bestreiten. Wo wir in den letzten zehn Jahren etwas gesündigt haben, das war die Förderung des eigenen Nachwuchses. Unser Ziel muss es sein, die eigene Akademie so zu fördern, dass jedes Jahr ein bis zwei Perlen des Aufstieg in die erste Mannschaft schaffen. Ging es den Young Boys jemals so gut wie heute? Es ist zumindest das erste Mal, seit ich dabei bin, dass alles synchron läuft – der wirtschaftliche und der sportliche Erfolg greifen jetzt ineinander. Die Kraft, die wir momentan auf der Wassermühle haben, war noch nie so gross. Und die finanzielle Unabhängigkeit, die wir haben, ist im Schweizer Fussball schon eine starke Leistung. VitaName: Stefan Niedermaier Jahrgang 1962, geboren und aufgewachsen in Thun (BE). Zivilstand: verheiratet, zwei Kinder. Ausbildung: Nach einer Lehre zum Elektromechaniker arbeitete Niedermaier für verschiedene internationale Firmen und bildete sich während eines einjährigen Studiums in Frankreich auf dem zweiten Bildungsweg zum Master of Business Administration (MBA) weiter. Berufliche Tätigkeiten: Vor seinem Einstieg bei der Stade de Suisse AG war Niedermaier von 1999 bis 2005 im Raum Stuttgart tätig. Zunächst als CEO der ehemaligen Swisscom-Tochtergesellschaft Tesion, danach als Gesellschafter der Datagroup GmbH, einer EDV-Firma mit zirka 200 Mitarbeitern. Seit August 2005 ist Niedermaier CEO der Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG und Verwaltungsrat der BSC Young Boys Betriebs AG. Stefan Niedermaier wohnt in Muri (BE). http://www.spox.ch/spx-news-detail.aspx?newsid=192794&navi=10
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shalako
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Verfasst: Dienstag 18. Mai 2010, 09:14 |
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Der Bund, 18.05.2010 «Wir dürfen uns nichts vormachen»Die Schmach sitzt tief. Bei YB ist nach der Schlappe in der Finalissima Wundenlecken angesagt. YB-Chef Stefan Niedermaier übt nach der verlorenen Finalissima verhaltene Selbstkritik. Stefan Niedermaier, die Niederlage gegen Basel muss Ihnen wehgetan haben? Nach dem Spiel herrschte bei uns eine Art Lethargie, die Enttäuschung schien alle zu lähmen – vom Angestellten, der hilft, das Stadion sauber zu machen bis zu unserem Grossaktionär Andy Rhys. Ich sagte unseren Leuten: «Jetzt ist noch Zeit, traurig zu sein. Aber Morgen wird die Seite umgeblättert.» Wie viel haben Sie von der Finalissima mitbekommen? Nicht wirklich viel. Wenn wie am Sonntag über 30'000 Zuschauer im Stadion sind, bin ich vorwiegend mit organisatorischen und repräsentativen Aufgaben beschäftigt. Das wenige, was ich vom Match gesehen habe, hat mich nicht aus den Socken gehauen. Mit dem neuerlichen Scheitern in einem Alles-oder-nichts-Spiel hat YB sein Verliererimage gefestigt. Gibt Ihnen das nicht zu denken? Wir dürfen uns nichts vormachen. Wir haben es am Sonntag einmal mehr nicht geschafft, das Gegenteil zu beweisen. Doch den Meistertitel haben wir nicht in diesem Match verloren. Wann dann? Es war ein schleichender Prozess, der sich über die ganze Rückrunde hinwegzog. Eingesetzt hat die Abwärtskurve meiner Meinung nach bereits mit der Knieverletzung von Marco Schneuwly Ende November. Sein gerissenes Kreuzband war der erste Riss im vorher so schönen Bild. Dann folgte der unschöne Abgang von Ghezal vor dem Cup-Out gegen Lausanne. Das hinterliess Spuren bei der Mannschaft, wie es kurz darauf auch die Diskussionen um Yapis Wechsel zu Basel taten – auch wenn sie dies nicht wahrhaben wollte. Wir verloren innert Kürze drei sehr wichtige Exponenten der Mannschaft. Das konnten wir auf die Länge nicht kaschieren. Hat es YB verpasst, genügend neues Personal zu engagieren in der Winterpause? Wir haben versucht, die Lücken so gut zu stopfen, wie es ging. Wir holten Lingani, Lustrinelli und Bienvenu. Doch man darf nicht vergessen, dass wir in der Rückrunde viele Verletzte hatten. Das hatte der FCB auch. Stimmt nicht. Basel hatte sehr prominente Verletzte wie Frei und Streller. Bei uns dagegen fielen der Reihe nach Raimondi, Schneuwly, Lingani, Doubai, Degen und Sutter für längere Zeit aus. Zudem kränkelte Doumbia längere Zeit Stichwort Gilles Yapi: Obwohl sein Abgang intern bereits im Januar bekannt war, wartete YB einige Wochen, bis es den Wechsel kommunizierte. Das brachte unmittelbar vor dem Rückrundenstart viel Unruhe in den Verein. Moment. Yapi sagte uns bereits im November, dass er uns verlässt. Der Transfer mit Basel wurde erst im Februar fixiert. Alles andere waren Gerüchte. Im Herbst war Yapi der unbestrittene Chef. Nach Bekanntgabe des Klubwechsels ist er in der Hierarchie nach hinten gerutscht. Hätte man ihm nicht den Rücken stärken sollen, statt ihn quasi zu degradieren? Konsequenterweise hätten wir im Winter bereits einen Schnitt machen müssen. Das hätten wir wohl auch gemacht, wenn Doubai nicht lange Zeit verletzt gewesen wäre. Heisst das die sofortige Trennung von Yapi? Das wäre im Prinzip die konsequente Entscheidung gewesen. Yapi war nach Bekanntwerden des Transfers nicht mehr der gleiche Fussballer wie zuvor, was auch immer die Gründe gewesen sein mögen. Dennoch war es wohl besser, ihn einzusetzen, weil wir in einem personellen Engpass waren. Es gibt ohnehin einiges aufzuarbeiten bei YB. Wie sieht Ihre Analyse einen Tag nach Saisonende aus? Was heisst Analyse? Dass wir Spycher, Jemal und Lulic holen, haben wir nicht gestern entschieden. Die Analyse läuft bei uns permanent. Es ist kein Zufall, dass wir jetzt auf Routine und Erfahrung setzen, denn wir brauchen noch mehr Leadership im Team. Während der nun abgelaufenen Saison haben Sie verkündet, YB wolle unbedingt einen Titel holen. Halten Sie weiterhin an dieser Kommunikationsstrategie, die bei Anhängern und Sponsoren Erwartungen schürt, fest? Mit unserem Stadion, unserer Mannschaft und unseren zahlreichen treuen Fans müssen wir den Anspruch haben, jedes Jahr um den Titel spielen zu können. Der FC Basel ist zurzeit das Mass aller Dinge. Doch in zwei, drei Jahren werden einige Basler Schlüsselspieler wie Frei, Huggel und Chipperfield ihren Zenit überschritten haben. Mit Basel mithalten kostet aber viel Geld. Dank den Aktionären ist es möglich, weiter in die Mannschaft zu investieren. Das Geld aus dem Transfer von Doumbia wird zum grossen Teil für den Erwerb von neuen Spielern eingesetzt. Im Februar legten wir die Strategie für die kommenden fünf Jahre fest. Doubai, Hochstrasser, Affolter, Degen haben wir mit Mehrjahresverträgen an uns gebunden. Auch das kostet eine erhebliche Summe. Stimmt es, dass ein renommierter Stürmer verpflichtet werden soll? Wir sind mit verschiedenen Stürmern in Kontakt, aber die haben alle auch noch Angebote anderer Klubs. In welchen Dimensionen bewegt sich die Transfersumme? Im siebenstelligen Bereich. Wenn die Mitbewerber Teams aus der Bundesliga oder Frankreich sind, kann YB überhaupt mithalten? Wenn der Spieler eine klare Vorstellung hat, wie er seine Karriere planen will, wenn er die Schweiz als Sprungbrett sieht für eine grössere Liga, dann hat YB eine Chance. Dann geht es nicht um das schnelle Geld, sondern um die kontinuierliche Entwicklung eines Spielers. Das letzte Beispiel ist Doumbia. Werden die Young Boys genug stark sein für die Qualifikationsspiele der Champions League, die im August stattfinden? Unser Ziel ist es, die Champions League zu erreichen. Sollten wir das nicht schaffen, müssen wir zumindest die erste Qualifikationsrunde überstehen, damit wir in die Playoff-Spiele gelangen. Scheitern wir da, sind wir nicht in der Champions League – aber in den Gruppenspielen der Europa League. Auch da lässt es sich Geld verdienen. Im Geschäftsbericht des FC Basel ist zu lesen, dass er für die Europa League von der Uefa 6 Millionen Franken erhielt. http://www.derbund.ch/sport/fussball/Wir-duerfen-uns-nichts-vormachen/story/31797696
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