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 Beitrag Verfasst: Dienstag 5. November 2024, 23:10 
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YB: Mit dem letzten Aufgebot zum ersten Punktgewinn?

Die verletzungsgeplagten Young Boys streben gegen Schachtar Donezk das erste Erfolgserlebnis in der Champions League an.

Null Tore, null Punkte: Nein, eine Erfolgsgeschichte ist die diesjährige Champions-League-Kampagne der Young Boys bisher bei weitem nicht. Vor zwei Wochen waren die Berner beim 0:1 gegen Inter Mailand zwar nahe am Punktgewinn, letztlich stand YB aber erneut mit leeren Händen da.

Am Mittwoch nimmt das Team von Interimstrainer Joël Magnin den nächsten Anlauf. Auf dem Papier wartet mit Schachtar Donezk im Vergleich zu den bisherigen Gegnern eine einfachere Aufgabe auf die Berner. Wie YB hat der ukrainische Meister in der «Königsklasse» noch kein Tor erzielt. Dank dem 0:0 gegen Bologna zum Auftakt hat das Team, das seine Heimspiele in Gelsenkirchen austrägt, immerhin einen Zähler auf dem Konto.

Auf solche Spielereien will sich Magnin aber nicht einlassen: «Schachtar ist ein Top-Gegner mit vielen ukrainischen Nationalspielern und Brasilianern. Sie spielen sehr stark und einen gepflegten Fussball. Bisher waren sie einfach zu wenig effizient», lobt der 53-Jährige den kommenden Gegner.

U21-Quartett mit an Bord

Gegen Schachtar soll der Fokus auf der Defensive liegen. Just in jenem Bereich hat die Berner Verletzungshexe zuletzt aber in erschreckend regelmässigen Abständen zugeschlagen. Jüngst gesellten sich auch Abdu Conté und Jaouen Hadjam in das proppenvolle YB-Lazarett. Acht Abwehrspieler fehlen verletzt, Magnin stehen in Gelsenkirchen nur noch drei (!) gelernte Verteidiger zur Verfügung.

«Wir müssen diese Herausforderung annehmen. Hinten haben wir keine grosse Wahl.» Aus der Not heraus hat Magnin für alle Fälle vier Spieler aus der U21 mitgenommen. In der Super League hat das Quartett noch keine einzige Minute absolviert, Magnin kennen sie jedoch aus seiner Zeit aus dem Nachwuchs.

Lewin Blum ist einer der verbliebenen (Profi-)Abwehrspieler. Der 23-jährige Rechtsverteidiger erzielte vor einem Jahr in der Gruppenphase das 2:0 gegen Roter Stern Belgrad, das gleichbedeutend mit dem europäischen Überwintern war.

Gegen Schachtar dürfte er aufgrund der Personalnot für einmal die linke Seite beackern. «Mein rechter Fuss ist sicher besser, aber meinen linken kann man auch brauchen», blickt Blum auf den möglichen Positionswechsel voraus. Für ein Erfolgserlebnis sei ohnehin eine «geschlossene Teamleistung» gefordert. «Egal welcher Spieler auf welcher Position spielt.»

umindest im Sturm kann YB wieder auf die Dienste von Joël Monteiro zählen. Der Stürmer, der am Samstag gegen den FCZ nach einem Schuhwurf vom Platz geflogen war, hat vom Klub gemäss Magnin «eine kleine soziale Aufgabe bekommen». Auf die Champions League hat seine Spielsperre keinen Einfluss.


https://www.srf.ch/sport/fussball/champ ... unktgewinn

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 5. November 2024, 23:12 
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YB braucht den ersten Sieg

Die Young Boys stehen in der Champions League mit dem Rücken zur Wand. Alles andere als ein Sieg am Mittwoch in Gelsenkirchen gegen Schachtar Donezk bringt den Schweizer Meister nicht weiter.

Drei Spiele, null Tore, null Punkte. Die Young Boys verzeichneten einen veritablen Fehlstart in die Champions-League-Kampagne. In Anbetracht der bisherigen Gegner und der Verfassung der Berner ist dies jedoch keine Überraschung. Gegen Aston Villa (0:3) hielt der Schweizer Meister zumindest in der Anfangsphase gut mit, gegen den FC Barcelona (0:5) war er chancenlos, gegen Inter Mailand (0:1) unglücklich.

Schon nach der Auslosung war klar, dass dem 4. Spieltag und der Partie gegen Schachtar Donezk eine grosse Bedeutung zukommen wird. Auch wenn YB-Trainer Joël Magnin relativiert und nichts von zusätzlichem Druck hören will: «YB will jedes Spiel gewinnen, auch das gegen Schachtar.» Doch der Druck ist da. Sollte YB erneut als Verlierer vom Platz gehen, dürften die zur K.o.-Phase berechtigten ersten 24 Plätze bereits nach der Hälfte des Pensums ausser Reichweite sein. Selbst ein Punkt wäre wohl zu wenig.

Einer, der beim letzten Berner Sieg in der Champions League seine Füsse im Spiel hatte, ist Lewin Blum. Der 23-jährige Aussenverteidiger erzielte vor einem Jahr in der Gruppenphase das 2:0 gegen Roter Stern Belgrad, das gleichbedeutend mit dem europäischen Überwintern war. «Das war ein schöner Moment, ein spezieller Abend. Solche Nächte wünscht man sich immer», sagt Blum.

Am Mittwoch dürfte Blum gesetzt sein in der Viererkette. Schliesslich ist er einer der wenigen verbliebenen fitten Abwehrspieler. Acht Verteidiger stehen Joël Magnin nicht zur Verfügung. «Wir müssen die Situation akzeptieren und das Beste daraus machen», so der Trainer. Im Kader fungieren gegen Schachtar einige U21-Spieler. Diese kennt Magnin gut.

Wie schon in der Vorsaison übernahm der U21-Coach die Geschicke der ersten Mannschaft interimistisch nach der Entlassung des Cheftrainers. Unter seiner Regie resultierte im Heimspiel gegen Inter Mailand eine späte Niederlage. «Jeder Gegner ist stark in diesem Wettbewerb. Wir haben gegen Inter Mailand gezeigt, dass wir fähig sind, eine gute Leistung zu zeigen. Das müssen wir auch gegen Schachtar machen, um Punkte zu holen.»

Magnin spricht im Plural. Im Duell der beiden noch torlosen Teams zählt nur ein Sieg. Anpfiff auf Schalke ist um 18.45 Uhr.


https://www.bluewin.ch/de/sport/fussbal ... 34596.html

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 5. November 2024, 23:14 
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YB: Kaum in Dortmund, muss BVB-Legende Chappi schon unterschreiben

YB fliegt für das Donezk-Spiel in der Champions League nach Dortmund. Für einmal sind nicht die Spieler die grössten Stars...

Das Wichtigste in Kürze

- YB trifft am Mittwoch in Gelsenkirchen auf Schachtar Donezk.
- Die Berner sind in Dortmund angekommen. BVB-Legende Chappi ist ein gefragter Mann.
- Der heutige Chefscout traf für Dortmund 123 Mal.

YB will morgen (18.45 Uhr) endlich die ersten Punkte in der Champions League holen. Vom Flughafen Belp aus haben die Berner die Mission heute Nachmittag gestartet, nun sind Ugrinic, Benito und Co. in Dortmund gelandet.

Für einmal ziehen aber nicht die heutigen Stars die Blicke auf sich, sondern ein ehemaliger: Stéphane Chapuisat muss schon kurz nach der Landung im Ruhrpott die ersten Autogramme geben, wie YB-Bilder zeigen.

Der heutige YB-Chefscout ist in Dortmund noch heute eine lebende Legende. 1991 wechselt er zu Schwarz-Gelb, ist unter Ottmar Hitzfeld sofort Stammspieler. Der Ex-Nationalstürmer wird zwei Mal Deutscher Meister und holt den Champions-League-Titel. Insgesamt erzielt er für den BVB 123 Tore in 284 Spielen.

YB absolviert morgen das Auswärtsspiel gegen Schachtar Donezk im Stadion des Dortmunder Rivalen Schalke 04 in Gelsenkirchen. In der Ukraine kann aufgrund des laufenden Kriegs nicht gespielt werden.

Die Berner verloren bisher gegen die europäischen Top-Teams Aston Villa, Barcelona und Inter Mailand. Schachtar holte gegen Bologna ein Remis, gegen Arsenal und Atalanta Bergamo gab es keine Punkte.


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-ka ... n-66857145

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 6. November 2024, 12:14 
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Schachtar Donezk - BSC Young Boys

YB wird von rund 800 Fans unterstützt

Die Young Boys sind heute ab Belp nach Dortmund geflogen und dort am Nachmittag gelandet. Für das Champions-League-Spiel vom Mittwoch in Gelsenkirchen gegen Schachtar Donezk (18:45 Uhr) stehen folgende 22 Akteure zur Verfügung:

Die drei Torhüter David von Ballmoos, Marvin Keller und Dario Marzino, die 15 Feldspieler Filip Ugrinic, Lukasz Lakomy, Cedric Itten, Kastriot Imeri, Ebrima Colley, Meschack Elia, Cheikh Niasse, Alan Virginius, Loris Benito, Zachary Athekame, Lewin Blum, Sandro Lauper, Silvere Ganvoula, Darian Males, Joël Monteiro sowie die vier Nachwuchsspieler Rhodri Smith, Lorin Jetzer, Jashar Dema und Keeto Thermoncy.

In der Arena auf Schalke in Gelsenkirchen werden am Spieltag rund 800 YB-Fans unsere Mannschaft unterstützen.

Am Mittwoch ebenfalls im Einsatz steht das U19-Team. Es wird bereits um 12:00 Uhr im Parkstadion in Gelsenkirchen auf Schachtar Donezk treffen.


Als YB gegen Schachtar 2016 einen grossen Coup landete

Schachtar Donezk war 2016/17 Gegner der Young Boys in der Champions-League-Qualifikation und der klare Favorit. Aber den Bernern gelang nach dem 0:2 in Lwiw der grosse Wurf im Rückspiel.

Wenn YB in der UEFA Champions League am Mittwochabend (Gelsenkirchen, 18:45 Uhr) auf Schachtar Donezk trifft, werden automatisch Erinnerungen wach – schöne Erinnerungen an zwei Begegnungen im Rahmen der Qualifikation für die Königsklasse 2016/17.

Es ist der 26. Juli 2016, als die Berner nach Lwiw (zu Deutsch: Lemberg) reisen, einer Universitätsstadt im Westen der Ukraine. Dort trägt Schachtar zu jener Zeit seine Heimspiele aus, weil in der Donbass-Region, zu Schachtars Heimatstadt Donezk gehört, seit 2014 Kriegszustand herrscht.

Donezk ist ein Team gespickt mit individueller Qualität. Und es ist die Mannschaft, die den Ton angibt. Der Gast aus der Schweiz, trainiert von Adi Hütter, beansprucht viel Glück und einen starken Yvon Mvogo im Tor, um zur Pause lediglich 0:1 in Rückstand zu liegen. Vor lediglich 5'000 Zuschauenden in der EM-Arena von Lwiw handeln sich die Young Boys nach 56 Minuten eine zusätzliche Hypothek ein. Milan Vilotic sieht die Gelb-Rote Karte – und Schachtar erhöht in Überzahl auf 2:0.

Hütter spricht hinterher von einem «Kampf mit ungleichen Waffen», erst recht nach dem Platzverweis für Vilotic. Aber er verspricht, dass YB acht Tage später alles riskieren werde. In der Öffentlichkeit ist der Glaube an den Coup überschaubar. Das lässt sich auch daran ablesen, dass die Kulisse im Rückspiel mit 9’365 Menschen bescheiden ist.

Aber: Wer den Abend im Wankdorf verbringt, wird entschädigt. Und wie! Nach torloser erster Halbzeit übernimmt Yuya Kubo die Hauptrolle. Innerhalb von sechs Minuten erzielt der Japaner zwei Tore, womit YB das Defizit aus dem Hinspiel wettgemacht hat. Bei beiden Toren war Miralem Sulejmani auf der linken Seite massgeblich an der Vorbereitung beteiligt.

Nach 90 Minuten steht es 2:0, nach der Verlängerung immer noch. Damit wird ein Penaltyschiessen fällig. Guillaume Hoarau macht den Anfang, der Gast zieht nach, Kubo bewahrt die Nerven, dann pariert Mvogo einen Elfmeter. Florent Hadergjonaj verschiesst zwar, aber Yaroslav Rakitskyi trifft nur die Latte. Alain Rochat erhöht auf 3:1, Marlos verkürzt, und Milan Gajic ist es, der für die Entscheidung sorgt. Sein 4:2 bedeutet, dass YB den Coup landet, mit dem kaum mehr jemand gerechnet hat.

«Ich bin wahnsinnig stolz auf meine Mannschaft», sagt Adi Hütter hinterher, «das ist der schönste Moment, seit ich in Bern bin. Es ist alles aufgegangen, der Traum geht weiter.»

Dieser Traum platzt im Playoff gegen Borussia Mönchengladbach. Nach dem 1:3 in Bern verliert YB in Deutschland 1:6. Die europäische Reise geht in der Saison 2016/17 in der Europa League weiter.


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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 6. November 2024, 12:33 
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CEO von YB-Gegner Schachtar

Palkins Klub ohne Heimat: «Fifa hat zerstört, was wir aufbauten»

Ein Klub ohne Zuhause: Seit Russlands Annexion der Krim 2014 kann Schachtar seine Heimspiele nicht mehr im Heimstadion in Donezk austragen. Die Reise ging von Lwiw nach Charkiw, Kiew über Warschau nach Hamburg. Am Mittwoch «empfängt» Schachtar im Rahmen der Champions League die Young Boys in Gelsenkirchen. SRF hat mit Klubchef Sergei Palkin gesprochen: Was bedeutet es, stets den Krieg im Hinterkopf zu haben? Zerstört die Fifa gerade den ukrainischen Fussball? Und welche Erinnerungen hat er an die Pleite gegen YB vor sieben Jahren?

SRF Sport: Schachtar hat seit rund 10 Jahren kein echtes Heimspiel mehr bestritten. Was waren die grössten Herausforderungen auf dieser Odyssee?

Sergei Palkin: Es waren sehr schwierige Jahre. 2014 mussten wir nach Lwiw ausweichen, dann nach Kiew. Die zweitgrösste Challenge war, als Russland 2022 einmarschierte – ein Albtraum. Wir fragten uns nicht mehr, wie oder wo wir Fussball spielen sollten. Sondern wie wir überleben können. Wir fragten uns: Wie retten wir die Menschen im Klub? Wie bringen wir ausländische Spieler und Staff-Mitglieder aus dem Land? Eine sehr schwierige Aufgabe, die grösste Challenge in der Geschichte unseres Klubs, aber auch unseres Landes.

Danach haben wir versucht, unserem Volk zu helfen. Wir eröffneten rund um Lwiw Unterstände für Flüchtende aus dem Süden der Ukraine. Viele kamen ohne etwas. Wir boten ihnen Essen und Medizin an, mentale Unterstützung. Dann musste es auf dem Fussballfeld weitergehen. Wir wussten: Wenn wir die Meisterschaft nicht fortsetzen, könnte der ukrainische Fussball sterben. Weiterzumachen war die richtige Entscheidung.

"Es war ein sehr starkes Zeichen von YB."
Autor: Palkin zum Veto der Berner des Transfers von Meschack Elia nach Russland

Wie wichtig war und ist es, dass Sie allen Widerständen zum Trotz weitergekämpft und -gespielt haben?

Für uns ist es das Wichtigste, der ganzen Welt das Signal zu schicken, dass der ukrainische Fussball lebt. Zugleich wollten wir ganz Europa und der Welt zeigen, was in der Ukraine passiert. Bevor wir unsere Meisterschaft wieder aufgenommen haben, absolvierten wir viele Freundschaftsspiele in ganz Europa. Es sind zwei Paar Schuhe, ob man in der Zeitung liest, was passiert, oder es von Menschen aus der Ukraine persönlich erfährt. Es war sehr wichtig, Unterstützung von der EU und der gesamten demokratischen Welt zu erhalten.

Wir hatten die Rolle, allen zu zeigen, wie sie unser Land unterstützen können. Und das haben wir ziemlich gut gemacht, wir haben eine starke Botschaft verbreitet. Wichtig: Wenn wir über Unterstützung reden, ist damit nicht nur finanzielle Hilfe oder Waffen gemeint. Auch nur schon Worte helfen uns. Nach dem Beginn des Kriegs wurde bei Spielen der englischen Premier League auf den Anzeigetafeln «We stand with Ukraine» eingeblendet. Für uns war das zentral: dass uns Menschen aus Demokratien ihren Support zusicherten. Insofern haben wir unser Ziel erreicht.

Sie gingen im Herbst auf die Fifa los. Grund waren die neuen Transferregeln nach Kriegsbeginn. Hat sich der Weltverband dort nur um ausländische Spieler und Funktionäre gekümmert?

Die Fifa hat den «Anhang 7» eingeführt. Es geht nicht darum, was dieser festlegt, sondern wie dieser eingeführt wurde. Wir versuchten, die Fifa zu erreichen, wollten uns mit ihnen an einen Tisch setzen. Doch die Fifa hat nie reagiert. Niemand fragte uns nach unserer Sicht. Natürlich müssen wir ausländische Spieler und Trainer unterstützen. Doch das gilt auch für Ukrainer und ukrainische Klubs. Bei Schachtar hatten wir schon im Vorfeld mit allen ausländischen Akteuren die weiteren Schritte festgelegt, individuelle Lösungen gefunden. Nicht nur mit den Spielern, auch mit deren Familien und Agenten.

Dann kam der Fifa-«Anhang 7». Das hat alles, was wir aufgebaut haben, komplett zerstört. Die Spieleragenten haben realisiert: Sie können schnell reich werden. Ihre Spieler sind frei und können überall hin wechseln. Die Fifa hat damit nur die Agenten unterstützt, nicht die Spieler. Die Fifa sagt immer: «Wir sind eine Fussballfamilie.» Die ukrainischen Klubs waren zu diesem Zeitpunkt kein Teil dieser Familie. Als «Anhang 7» eingeführt wurde, enthielt er eine Menge Fehler.

Welche Erfahrungen machte Schachtar mit dem «Anhang 7»?

Ich kann dazu zwei Beispiele nennen. Bei Kriegsbeginn kam Real Madrid auf uns zu und sagte: Wir wissen, dass wir Vinicius Tobias gratis haben könnten. Wir wollen aber mit euch ein Leihgeschäft machen, Leihgebühr bezahlen und wenn er zu uns passt, kaufen wir ihn euch ab. Tottenham hingegen holte Manor Solomon kostenlos. Ein Jahr später verkauften sie ihn an Fulham, wir sahen keinen Cent. Es sind zwei Seiten einer Medaille. Verschiedene Klubs verhalten sich unterschiedlich.

"Für mich ist es ein grosser Irrtum, wenn Leute sagen, Politik und Sport sollten unabhängig voneinander funktionieren."

Die Young Boys untersagten kürzlich Meschack Elia den Wechsel zu einem russischen Klub – aus politischen Gründen. Schätzen Sie diese Form der Solidarität?

Das weiss ich definitiv zu schätzen. Wir befinden uns alle zusammen im Kampf mit Russland, in allen Aspekten des Lebens. Nur so können wir diesen Krieg gewinnen. Es war ein sehr starkes Zeichen von YB.

Der FC Sion hingegen verpflichtete im Herbst den Russen Anton Mirantschuk. Klubpräsident Christian Constantin meinte, man dürfe Politik und Sport nicht vermischen ...

Für mich ist es nicht richtig oder angebracht, wenn Klubs russische Spieler verpflichten. Ich mag das nicht. Die Sanktionen gegen Russland sollten in allen Belangen gelten. Für mich ist es ein grosser Irrtum, wenn Leute sagen, Politik und Sport sollten unabhängig voneinander funktionieren. Es ist ein Teil der Beziehungen zu Russland. Nach der Krim-Annexion wollte die ganze Welt gute Beziehungen zu Russland wahren. Und was war Russlands nächster Schritt? Die vollständige Invasion der Ukraine. Wenn wir jetzt allen russischen Sportlern die Teilnahme gestatten, ist das ein weiterer Schritt, dass wir in der Zukunft alle gegen Russland verlieren können. Wir müssen in allen Bereichen des Lebens stark bleiben.

Blicken wir auf das Duell mit YB: Schon 2017 stand Schachtar den Bernern in der 3. CL-Quali-Runde gegenüber und scheiterte im Penaltyschiessen. Welche Erinnerungen sind Ihnen geblieben?

Wir hatten gerade erst Paulo Fonseca, der jetzt die AC Milan coacht, als Trainer verpflichtet. Er versuchte das System vom bekannten 4-3-2-1 in ein 4-4-2 umzumodeln. Doch wir hatten nicht die passenden Spieler dafür. Das war ein Fehler, deshalb verloren wir. Wir kehrten dann zum alten System zurück und wurden wieder stärker. Das ist mir im Gedächtnis geblieben: diese Systemumstellung, die bei uns Probleme verursachte.

Was für ein Spiel erwarten Sie am Mittwoch?

Wir müssen gewinnen, sonst geht es für uns europäisch nicht weiter. Auch ein Unentschieden reicht nicht. Von dem sportlichen Standpunkt her erwarte ich ein sehr interessantes und hartes Spiel.

Das Gespräch führte Pascal Roganti, Mitarbeit Dominik Steinmann.


Was ist der «Anhang 7»?

Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine passte die Fifa ihre Statuten an. Im vorübergehenden «Anhang 7» («Annexe 7») wurde u.a. festgelegt, dass ausländische Spieler und Trainer ukrainische Klubs ablösefrei und auch ausserhalb des Transferfensters verlassen dürfen.


https://www.srf.ch/sport/fussball/champ ... -aufbauten

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 6. November 2024, 12:37 
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Schachtar Donezk: Team ohne Heimat – das ist der heutige Gegner von YB

Seit über zehn Jahren trägt Schachtar Donezk ihre Spiele nicht mehr in der eigenen Stadt aus. In der Champions League dient Gelsenkirchen als Spielstätte des heutigen Gegners von YB. Die Geschichte über ein kriegsgebeuteltes Team ohne richtige Heimat.

Am heutigen Mittwochabend (18.45 Uhr) startet für YB das vierte Champions League-Spiel dieser Saison. In Gelsenkirchen treffen sie allerdings nicht auf den eigentlich dort ansässigen FC Schalke 04, sondern auf den ukrainischen Vertreter Schachtar Donezk.

Aufgrund des anhaltenden Ukrainekrieges trägt der Klub seine Spiele der Champions League im deutschen Ruhrpott aus. Bereits in der letzten Saison wurden die Heimspiele in der Königsklasse von Schachtar in Deutschland ausgetragen. Damals im Volksparkstadion in Hamburg.

Win-win-Situation für beide Vereine

Die Heimspiele in der Liga trägt der 15-fache ukrainische Meister im Westen des Landes in Lwiw aus. Vor dem Kriegsbeginn im ganzen Land wurden die Spiele noch in Kiew ausgetragen. Mittlerweile ist es aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich.

Die UEFA verbietet seit dem Kriegsausbruch europäische Spiele in der Ukraine. Dadurch ist Schachtar Donezk gezwungen, andere Standorte zu suchen. Nun fiel also der Entscheid auf die Veltins-Arena in Gelsenkirchen. Matthias Thillmann, Vorstandsvorsitzender von Schalke, freut sich über die Partnerschaft:

«Wir sind stolz, dass wir Schachtar Donezk unterstützen und unser Stadion als Spielort für die Partien in der Königsklasse zur Verfügung stellen können. Darüber hinaus bietet das Mietverhältnis auch auf wirtschaftlicher Ebene einen Mehrwert für unseren Klub. Insgesamt entsteht hier eine Win-win-Situation für beide Vereine – wir freuen uns sehr auf die Spiele und die Zusammenarbeit.»

Auch der Generaldirektor von Schachtar Donezk, Sergei Palkin, ist glücklich darüber, die Spiele wieder in Deutschland austragen zu dürfen:

«Wir freuen uns, dass wir unsere Spiele in der UEFA Champions League in einem der besten Stadien Deutschlands austragen können. Die positiven Erfahrungen der letzten Saison zeigen, dass Schachtar eine starke Unterstützung durch die Fans in diesem Land hat, sowohl durch die Einheimischen als auch durch die ukrainischen Flüchtlinge. Dieser Faktor hat für unseren Klub eine grosse Bedeutung.»

Gemeinsame Bergwerkgeschichte mit Schalke

Die Regionen Donezk und Gelsenkirchen verbindet eine lange gemeinsame Geschichte in der Bergbau-Industrie. Dies sprach auch Schachtar-Trainer Marino Pusic im Vorfeld des ersten Heimspiels gegen Atalanta Bergamo an: «Es ist ein grossartiges Stadion, ein Klub mit einer grossen Geschichte. Wir haben viele Gemeinsamkeiten wie die Bergbau-Historie. Wir sind dankbar, dass wir hier sind.»

Es werden dieses Jahr nicht ganz so viele Fans wie im letzten Jahr in Hamburg erwartet, aber besonders beim Spiel im Dezember gegen Bayern München erhoffen sich die Verantwortlichen beider Mannschaften ein gefülltes Haus. Für die Spieler des ukrainischen Vertreters ist es trotzdem eine schöne Geschichte, nicht in einem leeren Stadion die Heimspiele auszutragen, sondern wie gegen Atalanta vor über 21'000 Zuschauern.

Seit dem Ausbruch des Krieges im Jahr 2022 können Spieler aus Russland und der Ukraine ablösefrei in ein anderes Land wechseln. Sergei Palkin äusserte sich öffentlich durchaus verärgert über diese Regelung, auch weil sie bis in das Jahr 2025 verlängert wurde, obwohl der Fussballbetrieb in der ukrainischen Liga weiterläuft. Das grösste Problem für Palkin in dieser Situation ist das finanzielle:

«Es hat uns eine Menge Geld gekostet. Spieler sind gegangen und wurden dann bei anderen Klubs angestellt und weiterverkauft.»
Sergei Palkin

Aus Sicht von Palkin werden die ukrainischen Teams in der Transfer-Debatte genau gleich behandelt wie die russischen Teams. Ein weiteres Problem war, dass noch Transferzahlungen an andere Teams ausstanden, als sich die FIFA bei Schachtar meldete. Daraufhin antwortete Palikin: «Leute, wie soll ich das bezahlen, wenn ihr unsere Spieler ablösefrei gehen lasst und wir kein Geld einnehmen können?»

Ein Jahrzehnt ohne Heimat

Seit zehn Jahren spielt Schachtar nicht mehr im eigenen Stadion. Die Donbass Arena wurde 2009 eröffnet und an der Europameisterschaft 2012 wurden insgesamt fünf Spiele ausgetragen, unter anderem das Halbfinale zwischen Spanien und Portugal.

Im September 2014 wurde das Stadion nach zwei Bombenexplosionen in unmittelbarer Nähe stark beschädigt und konnte bisher nie vollständig renoviert werden. Seither hat Schachtar an über zehn verschiedenen Standorten ihre Heimspiele bestritten.

Über Jahre wurde die eigentliche Heimstätte von Donezk als Hilfsgüterausgabe genutzt. Im Stadion hätten über 50'000 Zuschauer Platz. Von der UEFA erhielt das damals hochmoderne Stadion eine Fünf-Sterne-Bewertung und gehört damit in die höchste Stadion-Kategorie und wäre somit für die Austragung von einem Champions League-Finale zugelassen.

2022 starb ein Trainer im Krieg

Als die Russen im Februar 2022 den Angriff auf die gesamte Ukraine starteten, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Schachtar nach Donezk zurückkehren kann, stark gesunken und es ist kein Ende in Sicht für das heimatlose Team. Zu Beginn des Angriffskriegs kam es zum nächsten Schock für das Team. Ein Nachwuchstrainer wurde von einer russischen Granate getroffen und verstarb daraufhin.

Trotz des Krieges wurde der Ligabetrieb in der Ukraine im August 2022 wieder aufgenommen. Immer wieder müssen die Spiele aufgrund von Bombenalarmen unterbrochen werden und müssen die Spieler und Mitglieder des Staffs in einen Luftschutzbunker, bis die Gefahr vorbei ist. Jedes Stadion, welches aktuell zugelassen ist, muss in unmittelbarer Nähe über einen Bunker verfügen.

Milliardenschwerer Präsident

Seit fast dreissig Jahren ist der ukrainische Milliardär Rinat Achmetow Präsident bei Schachtar. Achmetow gilt als reichster Ukrainer. Als im Januar 2023 der ukrainische Superstar Mychajlo Mudryk für 70 Millionen von Donezk nach London zum FC Chelsea wechselte, teilte der Präsident mit, dass 25 Millionen davon an ukrainische Soldaten und ihre Familien fliessen würden. Auf der Website des Vereins teilte Achmetow damals mit:

«Das Geld wird zur Deckung verschiedener Bedürfnisse verwendet – von medizinischer sowie prothetischer Behandlung und psychologischer Unterstützung bis hin zur Erfüllung spezifischer Wünsche.»

Bisher einen Punkt gesammelt

In der Champions League konnte Schachtar Donezk bisher einen Punkt sammeln. Gegen den FC Bologna erkämpften sich die Ukrainer einen Punkt. In den darauffolgenden zwei Spielen gab es gegen Atalanta Bergamo und Arsenal eine Niederlage. Nun treffen sie heute auf die Berner Young Boys. Für beide Teams ist ein Sieg schon fast Pflicht, wenn man von der K.-o.-Phase weiterträumen möchte.

Der grösste Traum bleibt allerdings, für Schachtar Donezk irgendwann zurück in die Heimat zurückzukehren und nicht mehr von Stadion zu Stadion zu wandern.


https://www.watson.ch/sport/fussball/54 ... ner-von-yb

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 6. November 2024, 12:39 
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Aber das Berner Kader macht Sorgen

50'000 Berechnungen zeigen: Verlieren ist für YB verboten

YB läuft auf dem Zahnfleisch. Für das Schachtar-Spiel musste das Kader mit U21-Spielern aufgefüllt werden. Just in jenem Match, den man gewinnen muss, um die Chance auf das Weiterkommen zu wahren.

Wie das so ist im überhitzten Fussball-Business werden für alle Eventualitäten Rechnungen, Hochrechnungen und Wahrscheinlichkeits-Rechnungen angestellt. Erst recht, wenn ein Wettbewerb neu und deshalb mit vielen Unwägbarkeiten beladen ist. Wie im Fall der neuen Ligaphase der Champions League. Alle fragen sich: Wie viele Punkte braucht es, um unter die ersten Acht zu kommen? Wie viele für Platz 24, der für die Achtelfinal-Playoffs berechtigt?

Die Datenanalysten von Opta Sports haben die Ligaphase 50'000-mal simuliert und errechnet, dass 17 Punkte immer reichen, um in den Top 8 zu landen. Und 15 Punkte in 73 Prozent der Fälle. Diese Zahlen sind für YB irrelevant, das werden die Berner nicht mehr stemmen. Doch wie sieht es mit Platz 24 aus? Da reichen elf Punkte hundertprozentig. Zehn zu 99 Prozent. Und neun zu 69 Prozent.

U21-Spieler im Kader, weil so viele verletzt sind

Schaut man sich das YB-Restprogramm an, so ist klar: gegen Schachtar, das zudem keinen Heimvorteil hat, stehen die Berner unter Siegzwang. Dann müssen sie auch Roter Stern im Wankdorf schlagen. Und aus den anderen drei Spielen gegen das derzeit sehr starke Atalanta Bergamo sowie in Stuttgart und bei Celtic Glasgow irgendwie auf zwei, drei Punkte kommen.

Schwierig. Aber nicht unmöglich. «Als YB wollen wir alle Spiele gewinnen, in die wir steigen», sagt Trainer Joël Magnin. «Auch hier. Und wir haben gegen Inter Mailand gezeigt, dass wir zu guten Leistungen fähig sind.»

Was die ganze Sache natürlich massiv erschwert, sind die vielen Ausfälle in der Defensive. In der Innenverteidigung bedeutet das Fehlen von Camara, Zoukrou und Pfeiffer zwei Dinge: Erstens hat Captain Loris Benito keine Möglichkeit, Schonungsphasen einzulegen und das eine oder andere Spiel auszulassen. Selbst in der Nationalmannschaft ist er eine Option, um den verletzten Nico Elvedi in den entscheidenden Nations-League-Spielen zu ersetzen.

Und zweitens muss Mittelfeldspieler Sandro Lauper bis auf Weiteres hinten spielen. Gegen Inter Mailand, Basel und den FCZ hat er das exzellent getan. Immerhin zeichnet sich ein Hoffnungsschimmer am Horizont für das Spiel in Lugano (16.30 Uhr) ab: Ali Camara könnte schon dann sein Comeback geben. Dasselbe gilt für Jaouen Hadjam. Das ist auch bitter nötig, denn YB muss sein Kader für den Auftritt gegen Schachtar mit U21-Spielern auffüllen.

Als Blum Mann des Spiels war ...

Und neben Hadjam fällt ja auch der zweite Linksverteidiger Conté aus. So wird Rechtsverteidiger Lewin Blum wohl hinten links spielen. Das ist die naheliegendste Lösung. Auch wenn Magnin sagt, dass es entweder Blum oder Athekame sein wird. Doch bei Blum gibts ja diesen Lewin-Moment als grossartige Erinnerung. Das Game-Winning-Goal in der Champions League gegen Roter Stern letzte Saison, als die Berner auch unter Siegpflicht standen, um europäisch zu überwintern. Blum wurde dann auch gleich zum Man of the Match gekürt. Und das Beste am Ganzen. Das Tor hat er mit … links gemacht.

Der Berner erinnert sich: «Das war ein sehr schöner Moment an einem speziellen Abend, der mir geblieben ist. Solche Nächte wünscht man sich natürlich immer.» Und der linke Fuss? Er sei so trainiert worden, diesen immer einsetzen zu können. «So kann ich mit dem linken durchaus umgehen. Aber klar ist der rechte der Stärkere.»

Wie auch immer. Ob links oder rechts. Ob U21- oder Nati-Spieler. Ob in der Meisterschaft gesperrt oder nicht. Für YB gibt es an diesem Abend auf Schalke nur eine Zahl: die drei. Drei Punkte.


https://www.blick.ch/sport/fussball/cha ... 94886.html

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Spielt YB gegen Schachtar vor leeren Rängen?

Auf YB wartet in der Champions League eine spezielle Affiche. Gegen Schachtar Donezk spielen die Berner in der Veltins Arena auf Schalke.

Das Wichtigste in Kürze

- Heute Abend um 18.45 Uhr trifft YB auf Schachtar Donezk.
- Die Partie findet wegen des Ukraine-Kriegs in Gelsenkirchen statt.
- Einige hundert Berner Fans nehmen die Reise auf sich.

Mit null Punkten aus drei Spielen liegt YB in der Champions League auf dem vorletzten Platz. Nur Slovan Bratislava ist wegen des schlechteren Tor-Verhältnisses hinter den Bernern klassiert.

Heute Mittwoch bietet sich dem Meister aber die bisher grösste Chance auf Punkte. Schachtar Donezk blieb bisher ebenfalls ohne eigenes Tor, hat aber dennoch einen Zähler mehr auf dem Konto. Die Ukrainer holten ein 0:0-Remis in Bologna.

Im bisher einzigen Duell traf YB 2016 in der CL-Quali auf Donzek. Zwar setzte man sich damals im Rückspiel im Penaltyschiessen durch, scheiterte dann aber in den Playoffs an Gladbach.

Wie bereits in den Jahren zuvor muss Schachtar seine europäischen Heimspiele wegen des Ukraine-Kriegs im Exil austragen. Nach Hamburg gastiert man heuer in der Veltins Arena auf Schalke.

Nur wenige Fans von YB auf Schalke

Das bisherige einzige «Heimspiel» verloren die Ukrainer gegen Atalanta deutlich mit 0:3. Gut 21'500 Zuschauer verfolgten die Partie. Eigentlich passen über 62'000 Fans ins Stadion.

Kann YB in Gelsenkirchen auf eine riesige Unterstützung zählen?

Leider nicht. Nur gut 700 Fans der Berner nehmen die Reise auf sich. Das dürfte auch mit den schwankenden Leistungen des Meisters in dieser Saison zusammenhängen.

Trainer Joël Magnin muss für das Spiel gleich auf acht (!) verletzte Verteidiger verzichten. Gegen den FCZ musste auch noch Abdu Conté ausgewechselt werden, er fällt mehrere Wochen aus.

Schachtar fast in Vollbesetzung

Bei Donzek sind abgesehen von Ersatz-Goalie Tymur Puzankov keine gewichtigen Ausfälle bekannt.

Der grosse Star der Ukraine heisst Georgiy Sudakov und spielt im offensiven Mittelfeld. Der 24-fache Nationalspieler bringt es in 116 Spielen für Schachtar auf beeindruckende 28 Tore und 21 Vorlagen. Sein Marktwert beläuft sich auf rund 35 Millionen Franken.


https://www.nau.ch/sport/fussball/spiel ... n-66856746

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 6. November 2024, 15:55 
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YB-Gegner spielt auf Schalke

Schachtar Donezk – die Heimatlosen vom Donbass

YB-Gegner Schachtar Donezk «feiert» dieses Jahr ein trauriges Jubiläum: 2014 spielte der ukrainische Meister letztmals zu Hause. Seither ist er der FC Heimatlos.

Lemberg, Charkiw, Kiew in der Ukraine. Warschau, Hamburg, Gelsenkirchen in Europa. Das waren seit 2014 die Haupt-«Heimspiel»-Orte von Schachtar Donezk. «Insgesamt hatten wir sogar mehr als zehn Heimspielorte», sagt Sportchef Darijo Srna, Ex-Kroatien-Star (134 Länderspiele), der 2003 eine neue Heimat in Donezk fand. «Wir kennen die Bedeutung des Wortes Heimat gar nicht mehr», so der Uefa-Cup-Sieger 2009 weiter. Das eigentliche Heimspielstadion wäre die 2012 für die gemeinsam mit Polen ausgetragene EM eröffnete Donbass-Arena. Doch lange konnte man sich nicht daran erfreuen. Zwei Jahre später lässt das russische Ungeheuer den Donbass militärisch annektieren. Die Arena wird zerschossen. Seither kann dort nicht mehr gespielt werden.

Derzeit heisst die nationale Heimat der Orangen Lemberg. In der Champions League muss das Team das Land verlassen. So hat es die Uefa festgelegt. In einem Kriegsland wird nicht gespielt. Das aktuelle Refugium heisst Arena auf Schalke. Wo Schalke 04 derzeit tristen Zweitliga-Fussball bietet: Die einstigen Eurofighter, die 1997 den Uefa-Cup holten, sind Drittletzte. Der letzte Champions-League-Auftritt von Königsblau: Februar 2019. Damals verlor S04 gegen Manchester City im Achtelfinal-Hinspiel 2:3.

Bergbau als gemeinsames Wesensmerkmal

Und nun ist also wieder Königsklasse in der Veltins-Arena. Das erste Spiel im 2600 Kilometer von der Heimat entfernten Stadion verlor Schachtar am 2. Oktober gegen Atalanta Bergamo, den aktuellen Uefa-Cup-Sieger. Beim 0:3 hatten die Ukrainer keinen Stich gegen den formstarken Dritten der Serie A. Trotz der immer wieder ertönenden «Ukraina! Ukraina!». Unterstützt von vielen blau-gelben Fahnen mit der Aufschrift «Peace not War».

Coach Marino Pusic (53), ein Holland-Bosnier, er war Coach von Twente Enschede und Assistent in Alkmaar und bei Feyenoord, zeigt sich nichtsdestotrotz dankbar: «Es ist ein grossartiges Stadion, ein Klub mit einer grossen Geschichte. Wir haben viele Gemeinsamkeiten, wie die Bergbau-Historie. Wir sind dankbar, dass wir hier sind.» Auf den Rängen trifft sich – friedlich – ein wildes Gemisch von knapp 22'000 Menschen bestehend aus Donezk-Fans, Tifosi, Schalke-Supportern und neutralen Zuschauern. Es passen dreimal mehr rein.

In Hamburg kamen 45'000

Es ist eine bescheidene Zahl verglichen mit jenen in der letzten Saison, als gegen Barcelona, Porto und Royal Antwerpen jeweils über 45'000 ins Hamburger Volksparkstadion kamen. «Vielleicht liegt es an der frühen Anstosszeit um 18.45 Uhr», mutmasst Pusic. «Aber wissen Sie: Wir müssen so oft in leeren Stadien spielen, da war es etwas Besonderes für uns. Und die Atmosphäre war toll, ich freue mich auf die nächsten Spiele hier.» Auch wenn drei der vier Gegner nicht dieselbe Strahlkraft haben wie zum Beispiel Barça: YB ist europäisch eine graue Maus. Auch Frankreichs Sensations-Teilnehmer Brest.

Voll sein wird es nur einmal. Gegen die Bayern am 10. Dezember. Doch halt! Vielleicht auch nicht. Denn die aktive Fanszene der Bayern hat zu einem Boykott des Spiels aufgerufen, weil die Ukrainer ein dynamisches Pricing betreiben. Sprich: Die Kategorie 1+ kostet gegen YB 56, gegen Bayern 179 Euro. Die Kategorie 4 gegen YB 23.50, gegen die Münchner 80. Das sei eine «unverhältnismässige Verteuerung im Vergleich zu den anderen Heimspielen von Schachtar auf Schalke.» Der Appell der Südkurve: «Bayern-Fans, lasst euch nicht verarschen!»

Fifa verarscht die Ukrainer

Dabei muss man die Ukrainer verstehen. Sie müssen sich permanent nach der Decke strecken. Und die Fifa leiste dem Vorschub. «Die haben unsere Spieler nach Kriegsbeginn einfach ablösefrei wechseln lassen», sagt Generaldirektor Serhij Palkin gegenüber «T-Online». Wie die Russischen übrigens auch. «Das hat uns viele Millionen gekostet! Die ausländischen Spieler haben Verträge bei anderen Vereinen unterschrieben, die sie dann einige Zeit später verkauft haben. Das ist unfair. Sie haben diese Spieler nicht ausgebildet, nicht entwickelt und dennoch viel Geld für sie bekommen. Und die Fifa hat das auch noch unterstützt.» Die ukrainischen Vereine seien nicht mal zu Gesprächen zur Lösung der Probleme eingeladen worden, führt Palkin weiter aus. «Wir haben versucht, mit der Fifa in Kontakt zu treten, aber die haben uns einfach ignoriert. Das ist eine Schande!»

Umso erstaunlicher, wie kompetitiv dieses Schachtar dennoch ist. Neben dem 0:3 gegen Atalanta gabs ein knappes 0:1 bei Arsenal und ein beachtliches 0:0 in Bologna bei Freuler, Ndoye und Aebischer. Damit hat Schachtar ein Pünktchen mehr als YB. Aber eines gemeinsam mit den Bernern: null geschossene Tore.


https://www.blick.ch/sport/fussball/cha ... 93237.html

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 6. November 2024, 17:09 
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Vorteil für YB?

«Schachtar hat für die Anreise zu diesem Heimspiel etwa zwei Tage»

Schachtar spielt heute in der Champions League gegen die Young Boys. Das «Heimspiel» der Ukrainer findet kriegsbedingt jedoch in Gelsenkirchen statt. Für Schachtar ist der Weg dahin umständlicher, als für die eigentlichen Gäste aus Bern. Insider Thomas Grimm klärt auf.

Thomas Grimm, sie waren von 2007 bis 2009 Präsident der Young Boys und von 2018 bis 2020 Präsident des ukrainischen Fussballverbandes. Schauen sie heute besonders auf die Partie zwischen Schachtar Donezk und YB?

Thomas Grimm: Ich schätze beide Vereine sehr dafür, was sie in der Vergangenheit geleistet haben. Die Ausgangslage ist von der mentalen Voraussetzung natürlich völlig unterschiedlich. YB kommt aus einem sicheren Land, kann zum Spiel hinfliegen und wieder zurückfliegen. Bei Schachtar ist es völlig etwas anderes. Ich habe einen grossen Respekt vor den Spielern, wenn ich sehe, unter welchen Belastungen sie diese Leistungen bringen.

Das Spiel gegen YB findet in Gelsenkirchen statt. Das ist aus Sicht von Schachtar logistisch bestimmt nicht einfach?

Genau, man kann ja nicht fliegen in der Ukraine. Wenn sie nach Gelsenkirchen reisen, fahren sie zuerst mit dem Bus bis nach Lemberg und dann von Lemberg im Zug in eine polnische Grenzstadt, wo sie dann den Flieger nehmen nach Düsseldorf. Das bedeutet, sie sind ungefähr zwei Tage unterwegs. Das ist logischerweise keine ideale Vorbereitung für ein Champions-League-Spiel, das ist für jeden nachvollziehbar.

Also sehen Sie die Young Boys als Favoriten?

Nein, ich sehe Schachtar im Vorteil, weil YB mal gut mal schlecht spielt. Zudem hat Schachtar eine gewisse Erfahrung mit Exilspielen. Seit 2014 haben sie nicht mehr zu Hause in Donezk gespielt. Ich drücke beiden Mannschaften die Daumen, hoffe aber auf Schachtar, weil das Geld für sie noch wichtiger ist in der jetzigen Situation.

Was ist für die Spieler von Schachtar die grösste Herausforderung, wenn man Champions League spielt, aber zu Hause solche schrecklichen Dinge passieren?

Ich kann nicht in die Köpfe der Spieler schauen. Aber es ist klar, dass man nicht in der Ukraine leben und den Krieg ausblenden kann. Das ist gar nicht möglich. Man ist jeden Tag konfrontiert. Sie müssen einfach das Beste daraus machen.

Ist es ein Wunder, dass sich Schachtar trotz der Situation noch auf den Fussball konzentrieren kann?

Ich glaube, das ist etwas, was sie sich mit der Zeit aneignen mussten. Sie wissen auch über den Vorteil, den sie haben, wenn sie mal ausserhalb von möglichen Raketen sind. Das ist sicher der Punkt, den sie als professionelle Spieler dazu bringt, das bestmögliche zu geben. Auch für die Leute, die in der Heimat sind und nicht ausreisen können. Auf der anderen Seite sind die Gedanken natürlich immer bei der Familie zu Hause. Ob nicht irgendetwas passiert, ob sie eine schlechte Nachricht bekommen haben, wenn das Spiel fertig ist.

Die Gedanken sind also sowieso bei den Angehörigen?

Ja klar, speziell bei Auswärtsspielen. Wenn in Kiew oder anderen Städten, in denen sie wohnen, bombardiert und angegriffen wird, dann ist sofort der Gedanke bei den Angehörigen. Wie geht es meiner Frau, wie geht es meinen Kindern? Das lässt sie nicht los, das ist ja gar nicht möglich.


https://www.bluewin.ch/de/sport/champio ... 35610.html

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