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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 22. Oktober 2020, 08:16 |
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22.10.2020  Zitat: Start in der Europa League: YB spielt gegen Gruppen-Favorit AS Roma
Nach dem Aus in der Champions League spielen die Young Boys am Donnerstag in der Europa League gegen den Gruppen-Favoriten AS Roma. Nachdem der Kanton Bern am Sonntag Grossveranstaltungen verboten hat, wird am Donnerstag vor maximal tausend Personen gespielt. https://www.telebaern.tv/telebaern-news ... -139556668
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 22. Oktober 2020, 08:17 |
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22.10.2020  Zitat: "Ein grosser Match, der nicht die Kulisse erhält, die er verdient"
Die Auftakt-Partie der Europa League gegen die AS Roma sollte zum ersten Saisonhöhepunkt der Young Boys werden. Für Sportchef Christoph Spycher rückte das Spiel zuletzt jedoch etwas aus dem Fokus.
(sda) Christoph Spycher, wie stark freuen Sie sich auf den Europacup-Auftakt am Donnerstag, im Wankdorf gegen die AS Roma?
Christoph Spycher: "Die Vorfreude wird vor allem am Donnerstag gross sein. Die letzten Tage waren aufgrund der Entscheide vom Sonntag intensiv, es gab viele Nebenschauplätze. Darum konnte ich mich bislang nicht wirklich freuen. Wenn es aber näher auf das Spiel zugeht, wird schon Freude aufkommen. Es ist ein grosser Match für uns, der leider nicht die Kulisse erhält, die er verdient."
Sie erwähnen den letzten Sonntag. Wie haben Sie diesen Tag erlebt?
"Als ein Wechselbad der Gefühle. Ich habe ein Tennisturnier meines Sohnes besucht, daneben die Bundesrats-PK via Liveticker verfolgt. Als ich die Tennis-Halle später verliess, erfuhr ich, dass der Kanton Bern einen anderen Entscheid getroffen hat."
Jetzt gilt für die Berner Profiklubs wie die Young Boys, den FC Thun, aber auch den SC Bern, die SCL Tigers oder Langenthal eine Zuschauerbegrenzung von maximal 1000 Personen. Am Mittwoch haben nun weitere Kantone nachgezogen. Wie beurteilen Sie den Entscheid der Berner Behörden?
"Für mich war das Vorpreschen ein Schock. Wir empfinden natürlich grossen Frust, haben dies am Montag auch so kommuniziert, zumal wir nicht angehört wurden, um über gemeinsame Lösungen zu diskutieren. Nichtsdestotrotz gilt es nun nach vorne zu schauen und Lösungen zu finden."
Wie hat die Mannschaft den Entscheid aufgenommen? Wird er innerhalb des Teams überhaupt thematisiert?
"Es ist ein grosses Thema. Als ich am Montag kurz in der Garderobe war, habe ich gemerkt, wie sehr es die Spieler beschäftigt. Sie haben sich sehr darauf gefreut, dieses Europa-League-Spiel vor Zuschauern austragen zu können. Bereits die Partie gegen Vaduz mit Publikum war für die Spieler ein Höhepunkt. Zuletzt haben sie natürlich gehofft, dass es in diese Richtung weitergeht, sie die Emotionen weiter mit den Zuschauern teilen können. Die Kehrtwende führt auch im Team zu vielen Fragen. Anderseits bleibt uns natürlich auch nicht verborgen, dass die Fallzahlen markant in die Höhe schnellen."
Fragen hätte YB gern auch von den lokalen Behörden beantwortet gehabt. In einem offenen Brief wendeten Sie sich gemeinsam mit dem SC Bern an die Kantonsregierung. Haben Sie schon Reaktionen darauf erhalten?
"Es gab sehr viele positive Reaktionen, unsere Position wurde verstanden. Wir wollen nun aber nicht noch mehr Öl ins Feuer giessen und suchen lieber den direkten Dialog als eine öffentliche Debatte. Wir bauen darauf, dass man sich beim Kanton bewusst ist, was die aktuelle Situation für uns bedeutet."
Das wäre?
"Es sind für alle Menschen sehr schwierige Zeiten. Aber man sollte immer auch Mass bewahren und an die Konsequenzen für die Direktbeteiligten denken. Den Berner Profiklubs wurde vom einen Moment auf den anderen die wirtschaftliche Grundlage entzogen."
Betrachtet man die zurückliegende Transferperiode von aussen, entsteht nicht zwingend das Gefühl, dass bei allen Super-League-Klubs das Geld wegen Corona knapp ist. Befürchten Sie, dass sich dieser Eindruck in der Öffentlichkeit etabliert hat?
"Die personellen Entscheide waren auch eine Frage der Perspektive. Die Klubs haben eine gewisse Öffnung in Aussicht gestellt bekommen und diese in ihre Planungen einfliessen lassen. Vom Worst-Case-Szenario auszugehen war kein gangbarer Weg, da man in diesem Fall kein konkurrenzfähiges Team mehr stellen könnte. Somit war es für alle Klubs eine Gratwanderung. Natürlich war es nicht der Sommer für die ganz grossen Investitionen. Aber selbst ein grosser Name bedeutet nicht zwingend, dass man über das Ziel hinausgeschossen hat."
Wie steht es um Ihre Zufriedenheit mit dem aktuellen YB-Kader?
"Wir haben eine hohe Qualität im Kader. Aber letztlich kommt es nicht nur darauf an. Wir haben nach der Verletzung von Christopher Martins und der Operation von Michel Aebischer im Mittelfeld bereits einen kleinen Engpass. Aber auch hier gilt es, nicht zu jammern, sondern das Beste aus der Situation zu machen. Die Ausfälle hatten zur Folge, dass der 18-jährige Fabian Rieder aus dem eigenen Nachwuchs in Genf zu seiner Super-League-Premiere kam. Und er hat seine Aufgabe hervorragend gelöst."
Reicht die Qualität für einen Sieg gegen die Roma?
"Die Römer sind der klare Gruppenfavorit. Sie haben grosse Klasse. Dennoch ist es für uns eines von sechs Spielen, das wir erfolgreich gestalten wollen. Wir spielen zuhause und wollen alles in die Waagschale werfen, um zu punkten. Dafür brauchen wir aber sicher eine Topleistung."
Young Boys - AS Roma. - Donnerstag, 18.55 Uhr. - SR Del Cerro (ESP).
Young Boys: Von Ballmoos; Hefti, Camara, Zesiger, Lefort; Fassnacht, Sierro, Lustenberger, Moumi Ngalameu; Elia, Nsame.
AS Roma: Lopez; Bruno Peres, Kumbulla, Ibañez, Spinazzola; Cristante, Villar; Carles Perez, Pellegrini, Mchitarjan; Mayoral.
Bemerkungen: Young Boys ohne Spielmann, Lauper, Petignat, Martins (alle verletzt), Garcia (Isolation). AS Roma ohne Mancini (gesperrt), Mancini, Smalling und Zaniolo (alle verletzt), Calafiori und Diawara (Isolation). https://www.bielertagblatt.ch/sport/akt ... r-verdient
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 22. Oktober 2020, 08:19 |
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22.10.2020  Zitat: Getrübter Saisonhöhepunkt für die Young Boys
YB startet heute gegen die AS Roma in die Gruppenphase der Europa League (18.55 Uhr live auf «blue Sport» und SRF zwei). Im Vorfeld absorbieren politische Entscheide die Berner Kräfte. Ein guter Start wäre für die Fussball-Schweiz aber wichtig.
Anfang Monat mutete rund um das Wankdorf alles so schön an wie ein Panorama-Foto der Berner Alpen. Erstmals seit Monaten fand in Bern ein Fussballspiel vor einem veritablen Publikum statt, den 1:0-Sieg des Meisters und Cupsiegers gegen Aufsteiger Vaduz verfolgten 11'660 Zuschauer live im Stadion. Und selbst der europäische Fussballverband UEFA stellte für die Europacup-Wettbewerbe eine Öffnung für Zuschauer in Aussicht. Dann zogen am Sonntag erneut dichte Wolken am Horizont der Young Boys auf, die den Klub und sein gesamtes Umfeld grossflächig einnahmen.
Die Berner Kantonsregierung limitierte Grossveranstaltungen auf maximal 1000 Besucher, nur eine Stunde nachdem der Bund in seiner Pressekonferenz von einem solchen Einschnitt abgesehen hatte. Für die Berner Profiklubs ein überraschender und ebenso schwerer Schlag. Statt den ersten Höhepunkt der jungen Fussball-Saison vor fast 10'000 Zuschauern auszutragen, kehrt bei Meister und Cupsieger YB die Tristesse auf die Ränge zurück. Den Europa-League-Auftakt gegen die AS Roma werden nur 600 Fans vor Ort verfolgen können.
Unterstützung könnte die dominierende Kraft des Schweizer Fussballs im Europacup derweil dringend benötigen. Dies gilt nicht nur für die Auftakt-Partie gegen die Roma, den vermeintlich härtesten Brocken der Gruppe. Die Römer, 2018 bis ins Halbfinal der Champions League vorgestossen, lassen sich den Sieg in Gruppe A kaum streitig machen. Hinter der Roma wird YB als eines von drei Teams um den 2. Rang kämpfen, ein Kampf auf Augenhöhe.
YB muss für die gesamte Schweiz punkten
Weder der rumänische Meister Cluj noch CSKA Sofia sind den Young Boys überlegen. Die Chancen des Teams von Gerardo Seoane stehen gut, die K.o.-Phase des Europacups zu erreichen. Sofern innerhalb der Mannschaft der Fokus auf den sportlichen Herausforderungen bleibt. Sportchef Spycher sagte gegenüber Keystone-SDA, der Entscheid der Kantonsregierung sei auch in der YB-Garderobe ein grosses Thema gewesen.
Die Nebenschauplätze in Bern sind für den gesamten Schweizer Fussball keine guten Nachrichten. Schliesslich ist YB als einziges Schweizer Team im Europacup vertreten – und damit einzige Hoffnung im Ringen um Punkte im wichtigen UEFA-Länder-Ranking. Mit einer starken Europa-League-Kampagne in der Vorsaison hielt der FC Basel die Schweiz auf dem 17. Platz der Fünfjahreswertung. Ab der Saison 2021/22 erhält so immerhin der Meister noch die Chance, sich für die Champions League zu qualifizieren. Für die restlichen Schweizer Teams heisst die Zukunft nicht mehr Europa League, sondern Conference League.
Selbst dieses Privileg droht der Schweiz abhanden zu kommen, sollte sie im UEFA-Koeffizient weiter abrutschen – eine reelle Gefahr. Die Wolken in Bern, sie drohen sich über die Fussball-Schweiz zu legen. https://www.bluewin.ch/de/sport/fussbal ... 52392.html
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 22. Oktober 2020, 08:23 |
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22.10.2020  Zitat: Die AS Roma hat Priester und Delinquenten als Fans – und ist mehr als magisch – nun spielt die Roma gegen YB
Die AS Roma ist am Donnerstagabend Gegner der Young Boys in der Europa League. Die Römer stellen nicht den grössten Klub Italiens, nicht den erfolgreichsten und auch nicht den reichsten. Aber er ist auf so vielfältige Weise verwoben mit seiner Stadt wie kein anderer.
Es beginnt schon mit den Farben. Die Vereinsfarben Gelb und Rot sind auch die Symbolfarben Roms. In Rottönen sind viele Mauern der Palazzi gehalten. Gelbgolden steht oft die Sonne über der Hauptstadt und über dem Stadio Olimpico – vor allem dann, wenn die Fussballmatches zur klassischen Zeit am Sonntagnachmittag angepfiffen werden. Wer lässt sich da nicht für Gelb und Rot entflammen? Gut, die andere Hälfte der Stadt zieht Himmelblau, zieht Lazio vor. Aber um die Laziali, denen ein Romanista nur zu gerne das Römer-Sein absprechen würde, geht es hier nicht.
Sondern um den Klub, der 1927 aus mehreren kleineren Vereinen zusammengebaut wurde. Die AS Roma kam, wie es sich für die Ewige Stadt gehört, eben nicht aus dem Nichts. Einen regelrechten Stammbaum kann man im Internet finden, mit den vier Gründungsklubs und deren insgesamt neun Vorgängervereinen. Unter ihnen war pikanterweise auch eine SS Juventus, Vereinsfarben: Schwarz und Weiss. Eine Spur vom historischen Rivalen aus dem italienischen Norden findet sich also auch im Gründungsamalgam wieder – es ist nicht das einzige Paradox bei diesem faszinierenden Klub.
Stramme Faschisten
Die Zusammenbauer der ersten Stunde waren stramme Faschisten, das wird in den Chroniken nicht so gern erwähnt. Sie nahmen am Marsch von Mussolinis Schwarzhemden auf Rom teil; zum Teil mussten sie erst Rom verlassen, um nach Rom marschieren zu können. Denn einige waren geborene Römer. Renato Sacerdoti etwa: Mitgründer, zweiter Präsident der Geschichte und Präsident mit der zweitlängsten Amtszeit nach Franco Sensi. Sacerdoti, genannt der «Bankier von Testaccio», nach dem Campo Testaccio, dem ersten selbstgebauten Stadion der Roma, besorgte einst das Geld, um die Schulden der Gründungsklubs zu begleichen, und auch das Kapital für den Stadionbau. Er gilt als einer der Väter des Transfermarkts. Er holte die sogenannten drei Musketiere – drei Spieler vom argentinischen Weltmeisterteam jener Zeit.
Die Fans dankten es ihm mit einem eigenen Schlachtruf: «Solange Sacerdoti ist an unserer Seit, geht es für uns immer weit, und unsere Roma wird strahlen.» Sacerdoti gelang es sogar, die Argentinier einzubürgern. Die verliessen dann aber fluchtartig das Land, als ihnen die Wehrpflicht in der neuen Heimat drohte. Italien zog 1935 gen Abessinien. Und Sacerdoti, obgleich ein Schwarzhemd der ersten Stunde, fiel in Ungnade. Gegen ihn wurde eine Kampagne gestartet, und seine jüdische Herkunft wurde als Waffe benutzt. Ja, Sacerdoti war Jude und Faschist – solche Paradoxa gehören zur Roma. In den 1950er Jahren war er erneut Präsident.
Der Campo Testaccio, Roma-Heimstatt in der glorreichen Periode der 1930er Jahre, wurde übrigens von Silvio Sensi entworfen, dem Vater von Franco, dem Präsidenten der Roma mit der längsten Amtszeit. Die Sensi waren über drei Generationen mit dem Klub verbunden. Francos Tochter Rosella war Präsidentin, die zweite Frau erst in einer solchen Position in Italien. Die erste war Flora Viola, Witwe von Dino, einem weiteren prägenden Roma-Präsidenten. Unter Franco Sensi holte die Roma 2001 zwar den dritten Scudetto, mit einer Traumformation, zu der der ewige Captain Francesco Totti gehörte, als Abwehrchef Brasiliens Weltmeister Aldair, auf Rechtsaussen dessen Weltmeisterkollege Cafu, dazu im Mittelfeld Emerson, ebenfalls Brasilianer, sowie im Angriff Gabriel Batistuta und Vincenzo Montella, zusammen 38 Tore in jener Saison.
Aber Sensis Präsidentenvorgänger Viola hatte die geniale Intuition, vier Wochen vor seinem Tod den damals 14-jährigen Totti zu sich zu rufen und ihm zu sagen: «Wenn du so weitermachst wie bisher, sage ich dem Trainer, dass er dich mit 16 Jahren in der Serie A debütieren lässt.» Totti erzählt die Geschichte in seinem Anekdotenbuch «Un Capitano». Gut zwei Jahre später, Viola war tot, lief Totti, Römer von Geburt, Balljunge im Stadio Olimpico, im Stadion von Brescia zu seinen ersten Minuten in der Serie A auf.
Totti – nur ein Klub im Leben
Es begann eine Karriere, die keinen Vergleich kennt: nur ein Klub im Leben und nicht einmal der grösste im Lande. Totti widerstand der Versuchung des ganz grossen Geldes, war in guten wie in schlechten Tagen der Bannerträger.
Was die Verbindung von Römern und Roma so speziell macht, lässt sich am besten wohl auch mit Totti erzählen. Aufgewachsen im Viertel San Giovanni, auf der Strasse Fussball spielend, mal stundenlang mit den Kameraden, aber ebenso ausdauernd die Technik verbessernd im Spiel gegen die Wand, entschied er sich dann, das Viertel doch zu verlassen, als leidenschaftliche Tifosi zum dritten Mal binnen einer Woche den Teppich vor seiner Haustür stahlen. Der Abtreter von Totti war offenbar eine Trophäe für fussballverrückte Römer.
Wie gefährlich die Euphorie, die Liebe werden kann, musste Totti im Sommer nach dem Scudetto 2001 erfahren. «Die Feier dauerte den ganzen Sommer über an, praktisch bis zum 11. September, als wir uns auf den Champions-League-Match gegen Real Madrid vorbereiteten und als das, was in New York geschah, die ganze Welt änderte», schreibt Totti in «Un Capitano». Nur der Einsturz der Zwillingstürme in New York konnte offenbar die ewige Feier in der Ewigen Stadt beenden.
Zur Feier gehörte auch eine dramatische Flucht vor den Tifosi. Laut Schilderung Tottis hatten sich 5000 von ihnen vor dem Restaurant versammelt, in dem er den Meistertitel feierte. Selbst über die Radiosender wurde die Nachricht verbreitet. Der Restaurantbesitzer wies Totti folgenden Ausweg: ein Sprung von einer Terrasse des Lokals in den Garten der benachbarten päpstlichen Hochschule und dort durch die Vordertür wieder raus. Gesagt, gesprungen. Ein Priester bemerkte allerdings die nächtlichen Eindringlinge. Dessen Zorn jedoch verflog umgehend, als er Totti erkannte. Der Priester umarmte sein Idol, schloss ihm das Tor auf, wo bereits ein Auto wartete.
Die Nacht, auf die die Veteranen unter den Tifosi den Ursprung des Beinamens «La Magica» zurückführen, ereignete sich aber in der goldenen Ära zuvor, der von Trainer Nils Liedholm, Präsident Viola und Spielmacher Falcao.
Der Brasilianer Falcao war als Ballverteiler und Torschütze so genial, dass er von den Tifosi zum achten König Roms ernannt wurde; sieben Könige hatte es in archaischen Zeiten gegeben. Als neunter, zuweilen auch als «letzter König von Rom» wird Totti bezeichnet.
Falcao hatte weitere Meister der Ballzirkulation an seiner Seite: Carlo Ancelotti, Bruno Conti und Herbert «Schneckerl» Prohaska. Die Tore besorgte Roberto Pruzzo, lange Zeit mit 106 Treffern in der Serie A Romas Rekordhalter, bis ihn der «letzte König Roms» in dieser Bestenliste ablöste.
Am 8. Dezember 1982 musste die Roma im Achtelfinal des Uefa-Cups eine Niederlage gegen den 1. FC Köln aufholen. Obgleich der Match bereits um 14 Uhr 30 begann, war es zur Halbzeit so dämmrig, dass das Flutlicht eingeschaltet werden musste. Die auf den Rängen gezündeten Feuerwerkskörper sorgten ebenfalls für etwas Licht, ihr Rauch trübte allerdings den Blick. In der 88. Minute pflückte Falcao im Strafraum den Ball mit der Brust aus der Luft und jagte ihn nach kurzem Aufsetzen mit dem rechten Fuss ins linke obere Eck. Toni Schumacher, kein Geringerer, war geschlagen.
Ein Augenzeuge notierte später: «Der Match endete mitten im Sonnenuntergang, einem jener flammenden Sonnenuntergänge, die es in Rom so häufig gibt. Die Menge verliess langsam das Stadion, fast völlig im Dunkeln. Aber sie zündeten an, was sie gerade zur Hand hatten, Feuerzeuge, Streichhölzer, improvisierte Fackeln – ein unvergessener, ein magischer Moment.»
Väter und Söhne
Gegen die Magie-Erzeuger jener Zeit wirkt die heutige Roma profan. Zentrale Figur ist der eher grobmotorisch veranlagte Bosnier Edin Dzeko, der im letzten wie im vorletzten Transfermarkt zum Verkauf anstand, aber dann doch nicht ging, weil seine Frau Rom nicht verlassen wollte. Die Ikonen Totti und Daniele De Rossi wurden schmählich ins Abseits gedrängt. Die Besitzer stammen nicht aus einem römischen Familienclan, sondern sind Milliardäre aus den USA.
Immerhin lassen sich die Neuen, die Friedkins, häufiger im Stadion blicken als der Vorgänger Pallotta. Und der Sohn Tottis und der Vater De Rossis tragen weiter gelb-rot, der eine als Nachwuchsspieler, der andere als Nachwuchstrainer. Zwei Generationen im Klub, das war schon bei den Conti so. Wenn die Roma-Tifosi den Schlachtruf anstimmen «Magische Roma, du bist der Klub meines Vaters», dann dürfte das biografisch bei vielen von ihnen korrekt sein.
Wenn am Donnerstagabend die Roma in Bern aufläuft, wird am «Knastfilmfestival» in der römischen Haftanstalt Rebibbia der Film «Ich heisse Francesco Totti» gezeigt, nach Vorlage des Buches «Un Capitano». Gesegnet der Klub, der eine Fanbasis hat, die von Priestern an der päpstlichen Hochschule bis zu den Delinquenten von Rebibbia reicht. https://www.nzz.ch/sport/die-as-roma-ha ... 5#register
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 22. Oktober 2020, 08:27 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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22.10.2020  Zitat: Young Boys: Endlich etwas reissen in der Europa League
Die Berner sind fast schon ein Dauergast in diesem Wettbewerb, haben es aber noch nie wirklich weit gebracht. Heute spielen sie zum Auftakt der Gruppenphase 2020/21 im Wankdorf gegen die AS Roma.
Der Qualm hat sich verzogen. Auf dem Quartierplatz vor dem Wankdorfstadion herrscht am frühen Mittwochnachmittag wieder klare Sicht. Auch vor der PostFinance-Arena gleich über der Strasse sind die Schwaden weg. Nachdem am Sonntag der Entscheid der Berner Kantonsregierung, Grossanlässe ab 1000 Zuschauern zu verbieten, die Young Boys, den SC Bern und andere Profiklubs auf dem falschen Fuss erwischt hatte und die Köpfe kräftig rauchen liess, liegt der Fokus der Vereine vorerst wieder auf den sportlichen Herausforderungen.
Im Fall der YB-Fussballer ist diese gross genug. Zum Auftakt der Europa-League-Gruppenphase, in welche die Berner nach dem Out in den Playoffs zur Champions League gegen Midtjylland transferiert wurden, gastiert mit der AS Roma gleich der grosse Gruppenfavorit im Wankdorf. Die Meinungsverschiedenheiten mit den politischen Entscheidungsträgern sollen die Vorbereitung der Mannschaft nicht beeinflussen. «Es ist ja nicht so, dass sich die Grösse des Spielfeldes dadurch verändert hat», sagt YB-Trainer Gerardo Seoane nicht frei von Ironie.
Wichtig auch für das Uefa-Länderrangking
Seine Mannschaft ist die einzige aus der Super League, die im Europacup 20/21 noch nicht ausgeschieden ist und nun versuchen muss, zugunsten des Schweizer Uefa-Koeffizienten möglichst viele Punkte einzufahren und nach dem Absinken im Länderranking auf Rang 17 zu retten, was zu retten ist.
Aber auch für die Young Boys selbst ist es an der Zeit, in der Europa League mal etwas reissen. Sie bestreiten nun zum siebten Mal seit der Saison 2010/11 die Gruppenphase dieses Wettbewerbs. Diese haben sie bisher aber lediglich zwei Mal überstanden. 2011 schieden sie in den Sechzehntelfinals gegen Zenit St. Petersburg, 2015 gegen den FC Everton aus.
Neben der sportlichen ist aber auch die finanzielle Komponente wichtig. Selbst wenn die Berner in den letzten beiden Jahren bei einem Gewinn von 39 Millionen Franken hervorragend gewirtschaftet haben, sind die Einnahmen von Uefa-Prämien in Corona-Zeiten mit den leeren Stadien ein besonders willkommener Zustupf.
Gegen die Roma werden nach dem Entscheid der lokalen Behörden neben den Klub- und Medienvertretern lediglich noch 600 Zuschauer – 300 aus dem VIP-Bereich, 300 Fans – eingelassen. Die Uefa hatte 30 Prozent der Stadionkapazität erlaubt, was in Bern 9500 Fans die Möglichkeit geboten hätte, gegen die Roma dabei zu sein. Nun aber musste das Los entscheiden, welche der 8200 Ticketbesitzer ins Stadion dürfen. Und weil es nicht danach aussieht, als würde sich an der Beschränkung etwas ändern, bleibt den YB-Fans nicht mal mehr die Gelegenheit, sich von der vertrauten Europa League zu verabschieden. Ab der nächsten Saison kann der Meister zwar noch via eine verpasste Qualifikation für die Champions League in diesen Wettbewerb kommen, die drei anderen Europacupteilnehmer aber müssen in der neuen, drittklassigen, Conference League antreten.
Roma: Defensiv homogen und vorne gute Stürmer
Was Seoanes Team Mut machen sollte, ist die Statistik gegen italienische Teams. 2012, 2014 und 2018 gewann Gelbschwarz in der Euro League und in der Champions League gegen Udinese, Napoli und Juventus alle Heimspiele und verlor bei vier Siegen nur zwei Mal. «Die Roma ist homogen und defensiv sehr solide. Sie hat drei gute Angreifer und mit Dzeko einen Goalgetter», ist für Seoane aber klar, wer der grosse Favorit dieser Gruppe A ist. «Dahinter befinden sich mit uns, Cluj und CSKA Sofia drei Mannschaften, die gute Chancen auf den zweiten Platz und das Weiterkommen haben», sagt Seoane.
Dass die Giallorossi mit eben diesem Edin Dzeko, mit Pedro sowie Henrikh Mkhitaryan über exzellente, wenn auch schon etwas in die Jahre gekommene, Stürmer verfügen, weiss auch Cédric Zesiger. «Wir haben einige Videos gesehen und wissen, was auf uns zukommt», sagt der Verteidiger.
Vielleicht wird es auch nicht so arg. Romas Trainer Paulo Fonseca sagt: «Ich werde mein Team im Vergleich zum letzten Serie-A-Spiel auf mindestens fünf Positionen verändern.» Denkbar, dass vom gefürchteten Sturmtrio nur einer in der Startformation steht. https://www.aargauerzeitung.ch/sport/yo ... -139558984
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 22. Oktober 2020, 08:28 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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22.10.2020  Zitat: Europa-League-Auftakt unter schlechtem Stern
YB startet heute gegen die AS Roma in die Gruppenphase der Europa League. Im Vorfeld absorbieren politische Entscheide die Berner Kräfte. Ein guter Start wäre für die Fussball-Schweiz aber wichtig.
Anfang Monat mutete rund um das Wankdorf alles so schön an wie ein Panorama-Foto der Berner Alpen. Erstmals seit Monaten fand in Bern ein Fussballspiel vor einem veritablen Publikum statt, den 1:0-Sieg des Meisters und Cupsiegers gegen Aufsteiger Vaduz verfolgten 11'660 Zuschauer live im Stadion. Und selbst der europäische Fussballverband UEFA stellte für die Europacup-Wettbewerbe eine Öffnung für Zuschauer in Aussicht. Dann zogen am Sonntag erneut dichte Wolken am Horizont der Young Boys auf, die den Klub und sein gesamtes Umfeld grossflächig einnahmen.
Die Berner Kantonsregierung limitierte Grossveranstaltungen auf maximal 1000 Besucher, nur eine Stunde nachdem der Bund in seiner Pressekonferenz von einem solchen Einschnitt abgesehen hatte. Für die Berner Profiklubs ein überraschender und ebenso schwerer Schlag. Statt den ersten Höhepunkt der jungen Fussball-Saison vor fast 10'000 Zuschauern auszutragen, kehrt bei Meister und Cupsieger YB die Tristesse auf die Ränge zurück. Den Europa-League-Auftakt gegen die AS Roma werden nur 600 Fans vor Ort verfolgen können.
Unterstützung könnte die dominierende Kraft des Schweizer Fussballs im Europacup derweil dringend benötigen. Dies gilt nicht nur für die Auftakt-Partie gegen die Roma, den vermeintlich härtesten Brocken der Gruppe. Die Römer, 2018 bis ins Halbfinal der Champions League vorgestossen, lassen sich den Sieg in Gruppe A kaum streitig machen. Hinter der Roma wird YB als eines von drei Teams um den 2. Rang kämpfen, ein Kampf auf Augenhöhe.
Weder der rumänische Meister Cluj noch CSKA Sofia sind den Young Boys überlegen. Die Chancen des Teams von Gerardo Seoane stehen gut, die K.o.-Phase des Europacups zu erreichen. Sofern innerhalb der Mannschaft der Fokus auf den sportlichen Herausforderungen bleibt. Sportchef Spycher sagte gegenüber Keystone-SDA, der Entscheid der Kantonsregierung sei auch in der YB-Garderobe ein grosses Thema gewesen.
Die Nebenschauplätze in Bern sind für den gesamten Schweizer Fussball keine guten Nachrichten. Schliesslich ist YB als einziges Schweizer Team im Europacup vertreten - und damit einzige Hoffnung im Ringen um Punkte im wichtigen UEFA-Länder-Ranking. Mit einer starken Europa-League-Kampagne in der Vorsaison hielt der FC Basel die Schweiz auf dem 17. Platz der Fünfjahreswertung. Ab der Saison 2021/22 erhält so immerhin der Meister noch die Chance, sich für die Champions League zu qualifizieren. Für die restlichen Schweizer Teams heisst die Zukunft nicht mehr Europa League, sondern Conference League.
Selbst dieses Privileg droht der Schweiz abhanden zu kommen, sollte sie im UEFA-Koeffizient weiter abrutschen. Mit Griechenland, Kroatien, Tschechien und Israel sind die direkt hinter der Schweiz klassierten Nationen mit mindestens zwei Teams im Europacup vertreten. Die Wolken in Bern, sie drohen sich über die Fussball-Schweiz zu legen. https://www.aargauerzeitung.ch/sport/fu ... -139561808
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 22. Oktober 2020, 11:04 |
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22.10.2020  Zitat: AS Roma vor Duell mit YB
Ohne Zaniolo muss es der Ü30-Sturm richten
Der Offensiv-Dreizack bei der Roma hat zusammen stolze 98 Jahre auf dem Buckel. Müde ist er deswegen noch lange nicht.
Wenn es um die Erfahrung geht, muss die AS Roma keinen Vergleich scheuen. Das Durchschnittsalter der Mannschaft betrug im letzten Ligaspiel gegen Benevento knapp 29 Jahre. Zum Vergleich: YB stellte bei der Nullnummer gegen Servette am Samstag ein Team, das im Schnitt 3 Jahre jünger war.
Vor allem in der Offensive setzt Roma-Trainer Paulo Fonseca auf die geballte Routine. Captain Edin Dzeko ist bereit 34-jährig, Pedro (33) und Henrikh Mchitarjan (31) sind nur unwesentlich jünger.
Von Englands Topklubs in die Hauptstadt
Doch der Torhunger ist dem Trio noch nicht vergangen, im Gegenteil: Gegen Benevento eröffnete Pedro mit seinem 2. Saisontor das Skore, Dzeko traf jeweils nach Vorarbeit von Mchitarjan doppelt.
Doch nicht nur das fortgeschrittene Alter ist den Dreien gemein, sondern auch der Werdegang. Alle 3 kamen von englischen Topklubs nach Italien:
- Dzeko wurde bereits im August 2015 von Manchester City in die italienische Hauptstadt ausgeliehen. Die fixe Verpflichtung erfolgte ein Jahr später. - Mchitarjan wurde weder bei Manchester United noch bei Arsenal glücklich. Letzte Saison war er noch ausgeliehen, in diesem Sommer wurde er von den «Gunners» definitiv an die AS Roma abgegeben. - Für Pedro gab es in diesem Sommer keinen Platz mehr in der Offensive von Chelsea, nachdem Kai Havertz und Timo Werner verpflichtet wurden. Die AS Roma schlug zu und verpflichtete den Spanier ablösefrei.
Nun will das Trio also bei der AS Roma zeigen, dass es noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Vorläufig dürfte Coach Fonseca auch weiterhin auf diese 3 Spieler setzen.
Pechvogel Zaniolo mit 2 Kreuzbandrissen
Denn mit Nicolo Zaniolo fällt das offensive Toptalent der AS Roma weiterhin aus. Der 21-Jährige hat sich zum zweiten Mal innert kürzester Zeit das Kreuzband gerissen. Mitte Januar verletzte er sich im Meisterschaftsspiel gegen Juventus Turin.
Und kaum war er genesen, zog er sich die gleiche Blessur Anfang September in der italienischen Nationalmannschaft beim Nations-League-Duell mit den Niederlanden zu. Erneut muss er darum mehrere Monate pausieren.
Somit hält sich der Konkurrenzkampf in der Roma-Offensive zurzeit in Grenzen. Doch YB sollte sich deshalb keine Illusionen machen und sich auf die jugendliche Frische verlassen. Denn das Trio hat bereits gezeigt: Alter schützt vor TORheit nicht.
Programm-Hinweis
Verfolgen Sie die Partie zwischen YB und der AS Roma am Donnerstag ab 18:40 Uhr live auf SRF zwei und im Liveticker mit Stream in der SRF Sport App. https://www.srf.ch/sport/fussball/europ ... rm-richten
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 22. Oktober 2020, 13:44 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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22.10.2020  Zitat: Auftakt zur Europa League
YB gegen Roma – erste Blicke täuschen gern
Das aufregendste Heimspiel des Halbjahres verkommt für die Young Boys zu einem stimmungsarmen Vergleich in einer schwierigen Phase.
Es könnte ihnen alles so leicht fallen, den Young Boys. Die letzten Tage des goldenen Monats Oktober, ungeschlagen in der Meisterschaft und am Donnerstagabend (18.55 Uhr) ein Heimspiel gegen die AS Roma als Ouvertüre in einen verheissungsvollen Herbst in der Europa League.
Es fällt ihnen aber auch alles ein bisschen schwer gerade, den Young Boys. Auch winterliche Temperaturen schon im Oktober, zwei Unentschieden und erst drei Tore in der Super League, und am Sonntag der Dämpfer vom bernischen Regierungsrat: Nicht mehr als 1000 Leute dürfen heute im Stadion sein.
Erste Blicke täuschen gern
Es ist wieder Champions und Europa League, etwas verspätet steigt Fussball-Europa in seinen gewohnten Rhythmus. Aber noch immer ist nichts wie sonst, auch die neue Saison steht auf dem ganzen Kontinent stark unter dem Einfluss der Corona-Pandemie. Fussballspiele sind im Kampf gegen steigende Fallzahlen zum Politikum, und die über Monate erarbeiteten Schutzkonzepte innert zwei, drei Wochen wieder bedeutungslos geworden.
Die Uefa führt mit ihren Wettbewerben über die 55 Mitgliederverbände hinweg einen abenteuerlichen Eiertanz auf. Am Dienstagabend in Rennes drängen sich bei der Champions-League-Partie gegen Krasnodar 10’000 Zuschauer auf drei Tribünen, während in London zwischen Chelsea und Sevilla die Schreie der Spieler von den leeren Rängen hallen. Hier gilt das, dort jenes, es ist ein Spiel mit von Woche zu Woche neuen Regeln.
Ein altes Mantra erlebt neuen Zuspruch
Und es sind Zeiten, in denen es Trainer und Spieler umso eifriger mit dem im Fussball so gern bemühten Spiel-für-Spiel-Mantra halten. «Heute befassen wir uns nur mit morgen – so sind wir schon durch die letzte Saison gegangen», sagt YB-Trainer Gerardo Seoane, «und das hilft uns auch jetzt.» Dass sich hinsichtlich der steigenden Infektionszahlen auch im Europacup schnell vieles ändern kann, kommentiert Seoane so: «Richtig schwierig würde es werden, wenn sich auf dem Feld Woche für Woche etwas ändern würde. Aber dort bleibt ja alles gleich.»
Auf dem unveränderten Feld steht YB heute einem Gegner von europäischem Grossformat gegenüber. In der Serie A spricht zwar in diesem Herbst alles vom x-ten Frühling des Zlatan Ibrahimovic und der kleinen Renaissance der AC Milan. Doch mit Pedro, Henrikh Mkhitaryan und Edin Dzeko besitzen die Römer eines der potenziell aufregendsten Offensiv-Trios. Dass es am Donnerstag im Wankdorf-Stadion nur von rund 600 Fans und 400 Offiziellen sowie Medienschaffenden bestaunt wird, ist eigentlich unvorstellbar.
Eine Handvoll italienischer Journalisten will am Mittwochabend von Roma-Trainer Paulo Fonseca dies und das wissen, aber eigentlich nichts über den Wettbewerb. Die Europa League tut sich in Italien immer noch etwas schwerer als in anderen Top-Ligen, zudem spielt die Roma am Montag gegen Spitzenreiter Milan. Von den grossen Namen in der Offensive ist gegen YB in der Startformation deswegen nur mit Mkhitaryan zu rechnen.
27 Abschlüsse werden es gegen die Roma kaum sein
Auch wenn er mit den verschärften Zuschauerbeschränkungen jetzt sehr stimmungsarm ausfallen wird: Der Vergleich mit der Roma ist in der Gruppe mit ZSKA Sofia und Cluj für die Spieler der Young Boys bereits der spielerische Höhepunkt des europäischen Halbjahres. «Die Offensive ist beeindruckend», sagt Verteidiger Cédric Zesiger. «Sie haben eine Top-Mannschaft, sehr homogen, vom Renommee her auf jeden Fall ein Teilnehmer der Champions League», sagt Seoane.
Gegen italienische Vertreter hat YB zu Hause im Europacup gute Erfahrungen gemacht, schon Juventus Turin oder Napoli besiegt. Um auch gegen die Roma erfolgreich zu sein, müssen sie sich im Vergleich zu den letzten Wochen noch einmal deutlich steigern. In der Defensive kann Seoane wieder auf Mohamed Camara zählen, der seine Isolation nach einer Erkrankung am Coronavirus hinter sich hat. Aussenverteidiger Ulisses Garcia darf erst am Donnerstag wieder mittrainieren – und ist noch kein Kandidat fürs Kader. In der Zentrale ist Michel Aebischer nach überstandener Operation am Meniskus zurück. Offensiv liessen die Young Boys zuletzt die Effizient vermissen, auch wenn Seoane sagt, dass er sich mehr Sorgen machen müsste, «wenn wir nicht mehr zu Chancen kämen».
Am Samstag, beim 0:0 in Genf gegen Servette, verzeichnete YB 27 Abschlüsse und hatte 60 Prozent Ballbesitz. «Das wird es gegen Roma nicht geben», sagt Seoane. Um so effizienter müssten seine Stürmer sein. Ein Problem mit der Kaltblütigkeit hat neuerdings der Top-Torschütze der vergangenen Saison, Jean-Pierre Nsame. Der Kameruner kommt noch immer zu seinen Chancen, hat in der Super League aber erst einmal, dafür international schon dreimal getroffen. Hinter ihm bleiben Spieler wie Miralem Sulejmani, im Sommer mit einem Vertrag über zwei weitere Jahre ausgestattet, oder Nicolas Ngamaleu aktuell unter ihrem Rendement.
Auf den ersten Blick scheint Roma für YB heute Abend ausser Reichweite. Aber erste Blicke täuschen gern. https://www.bernerzeitung.ch/yb-gegen-r ... 0495709820
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 22. Oktober 2020, 15:26 |
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22.02.2020  Zitat: Corona-Tristesse statt Fussballfest – dabei ist ein YB-Triumph so wichtig
Die Young Boys starten heute gegen die AS Roma in die Gruppenphase der Europa League. Im Vorfeld absorbierten politische Entscheide die Kräfte des Berner Fussballklubs. Ein guter Start wäre für die Fussball-Schweiz aber wichtig.
Anfang Monat mutete rund um das Wankdorf alles so schön an wie ein Panorama-Foto der Berner Alpen. Erstmals seit Monaten fand in Bern ein Fussballspiel vor einem veritablen Publikum statt, den 1:0-Sieg des Meisters und Cupsiegers gegen Aufsteiger Vaduz verfolgten 11'660 Zuschauer live im Stadion. Und selbst der europäische Fussballverband UEFA stellte für die Europacup-Wettbewerbe eine Öffnung für Zuschauer in Aussicht. Dann zogen am Sonntag erneut dichte Wolken am Horizont der Young Boys auf, die den Klub und sein gesamtes Umfeld grossflächig einnahmen.
Die Berner Kantonsregierung limitierte Grossveranstaltungen auf maximal 1000 Besucher, nur eine Stunde nachdem der Bund in seiner Pressekonferenz von einem solchen Einschnitt abgesehen hatte. Für die Berner Profiklubs ein überraschender und ebenso schwerer Schlag.
SCB-Lüthi legt sich im «Club» mit Berner Regierungsrat an – doch dieser kontert souverän
Nur 600 Zuschauer da
Statt den ersten Höhepunkt der jungen Fussball-Saison vor fast 10'000 Zuschauern auszutragen, kehrt bei Meister und Cupsieger YB die Tristesse auf die Ränge zurück. Den Europa-League-Auftakt gegen die AS Roma werden nur 600 Fans vor Ort verfolgen können.
Unterstützung könnte die dominierende Kraft des Schweizer Fussballs im Europacup derweil dringend benötigen. Dies gilt nicht nur für die Auftakt-Partie gegen die Roma, den vermeintlich härtesten Brocken der Gruppe. Die Römer, 2018 bis ins Halbfinal der Champions League vorgestossen, lassen sich den Sieg in Gruppe A kaum streitig machen. Hinter der Roma wird YB als eines von drei Teams um den 2. Rang kämpfen, ein Kampf auf Augenhöhe.
Thema beschäftigt auch Spieler
Weder der rumänische Meister Cluj noch CSKA Sofia sind den Young Boys überlegen. Die Chancen des Teams von Gerardo Seoane stehen gut, die K.o.-Phase des Europacups zu erreichen. Sofern innerhalb der Mannschaft der Fokus auf den sportlichen Herausforderungen bleibt. Sportchef Spycher sagte gegenüber Keystone-SDA, der Entscheid der Kantonsregierung sei auch in der YB-Garderobe ein grosses Thema gewesen.
Die Nebenschauplätze in Bern sind für den gesamten Schweizer Fussball keine guten Nachrichten. Schliesslich ist YB als einziges Schweizer Team im Europacup vertreten – und damit einzige Hoffnung im Ringen um Punkte im wichtigen UEFA-Länder-Ranking.
Düstere Zukunft
Mit einer starken Europa-League-Kampagne in der Vorsaison hielt der FC Basel die Schweiz auf dem 17. Platz der Fünfjahreswertung. Ab der Saison 2021/22 erhält so immerhin der Meister noch die Chance, sich für die Champions League zu qualifizieren. Für die restlichen Schweizer Teams heisst die Zukunft nicht mehr Europa League, sondern Conference League.
Selbst dieses Privileg droht der Schweiz abhanden zu kommen, sollte sie im UEFA-Koeffizient weiter abrutschen. Mit Griechenland, Kroatien, Tschechien und Israel sind die direkt hinter der Schweiz klassierten Nationen mit mindestens zwei Teams im Europacup vertreten. Die Wolken in Bern, sie drohen sich über die Fussball-Schweiz zu legen. https://www.watson.ch/sport/fussball/84 ... opa-league
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 22. Oktober 2020, 16:43 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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22.10.2020  Zitat: Heute fliegen die Fetzen
YB-Muskelmann Zesiger muss Roma-Riese Dzeko stoppen
Mit zwei Toren schiesst Alvaro Morata Juventus Turin zum 2:0-Sieg bei Dynamo Kiew. Tore, die eigentlich Edin Dzeko hätte schiessen müssen. Der Torgarant in Rom.
34 Jahre alt ist der Bosnier nun. Ein Alter, das offenbar nicht vor Topangeboten schützt. Juve will im Corona-Sommer zuerst Luis Suarez (33) holen, was aber an dessen Schummelei beim Italienisch-Test vor der Einbürgerung scheitert. Dann Dzeko, doch weil Napoli für Arkadiusz Milik (26) überrissene Forderungen stellt, geht auch dieser Transfer bachab. So holt man halt Morata (27) zurück. Und Dzeko, der sich in Rom mit Trainer Paulo Fonseca überworfen hat und in den Augen der Tifosi viel zu viel verdient, bleibt so halt… ewig in der Ewigen Stadt.
Doch warum wollte der Klub mit der Ambition die Königsklasse zu gewinnen, einen 34-Jährigen unbedingt? Es sind die Zahlen, die beeindrucken. In Rom hatte der Mann aus Sarajevo einen einzigen Durchhänger. Das war in seinem Premierenjahr, als er - vom Weltklub Manchester City gekommen - in 31 Serie-A-Spielen nur gerade 8 Tore machte. Nicht der Anspruch eines Dzeko, weshalb die Fans seinen Namen wörtlich nahmen und ihm «Cieco» nachriefen, weil das auf Italienische genau gleich ausgesprochen wird wie Dzeko – und der Blinde bedeutet…
Ex-Coach Spalletti hatte die richtige Nase
Den Klubbossen wars egal. Ende Saison übernehmen sie den zuvor ausgeliehenen Ex-Wolfsburger fix, für 11 Millionen Euro. Der damalige Coach Luciano Spalletti hatte die richtige Nase. Fortan bucht der aktuelle Captain der Roma mit beeindruckender Regelmässigkeit. Und so stehen für ihn nun zu Buche:
- Wolfsburg: 142 Spiele, 85 Tore - Manchester City: 189 Spiele, 72 Tore - Roma: 225 Spiele, 108 Tore - Bosnien-Nati: 112 Spiele, 59 Tore
In Deutschland wird er mit Wolfsburg Meister und Torschützenkönig. In England zweimal Champion. Und in Italien Torschützenkönig. In seiner Heimat, wo er Rekordspieler und Rekordtorschütze ist, gilt er als Legende. Und in Rom, wo er die noch viel grössere Legende als bester Torschütze in einer Saison abgelöst hat einen gewissen Francesco Totti? In der ewigen Roma-Torschützenliste ist Dzeko bereits die Nummer vier. Allerdings ist Totti mit 250 Toren auf Ewigkeiten uneinholbar.
Ü30-Trio ganz vorne soll es richten
Dennoch versagen ihm die Tifosi die ultimative Anerkennung, die ihm längst zugutekommen müsste. Weil er jede Saison mit grösseren Vereinen flirtete wie Chelsea, Inter und zuletzt eben Juve. Oder weil er nicht der Vorzeige-Malocher ist, wie es Totti war, sondern ein grossgewachsener Sturmführer, der eine eigenartige Mischung aus Eleganz, Arroganz und Ungelenkigkeit paart. Oder weil die Fans von einem, der acht Millionen Franken netto im Jahr verdient, einfach jede Saison 29 Tore erwarten wie 2016/17, als Dzeko sich die Krone des Capocannoniere holte. In Rom ist halt alles ein bisschen grösser, verrückter, wichtiger. Dass der Erfolg seit bald zehn Jahren ausbleibt – die Roma holte den Cup zuletzt 2008 und den Scudetto 2001 – ist da irrelevant. Es zählt der Anspruch der Capitale, der Hauptstadt. Und die Sehnsucht.
Das Ü30-Trio ganz vorne – neben Dzeko sind auch Pedro (33) und Mkhitaryan (31) in gesetzterem Alter - soll es richten. Nach einem Fehlstart in die neue Serie-A-Saison (0:3 in Verona) gabs ein 2:2 gegen Juve und zuletzt zwei Siege. Und beim 5:2 gegen Benevento mit zwei Dzeko-Toren waren gar Sprechchöre für den «Schwan aus Sarajewo» zu hören. Auf ihn wartet in Bern ein physisch mindestens ebenso beeindruckender Gegenspieler: Cédric Zesiger, ein Muskelpaket von 1.94 Meter. Der Seeländer freut sich auf das Duell: «Dzeko hat sehr viel Erfahrung, ist physisch stark. Aber ich will zeigen, dass ich auf diesem Niveau bestehen kann. Das wird ein cooles Duell.»
Und die Fetzen werden fliegen! Das ist keine schwierige Prognose bei 1.93 gegen 1.94 Meter. https://www.blick.ch/sport/fussball/eur ... 56960.html
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