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 Beitrag Verfasst: Samstag 14. Oktober 2017, 22:00 
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Siegtor in der Nachspielzeit!

Leader YB stolpert auf der Pontaise

Die Young Boys verlieren auswärts in Lausanne mit 1:2. Die dominanten Berner werden in der Nachspielzeit eiskalt abgeduscht. So schliesst der siegreiche FC Basel in der Tabelle bis auf 5 Punkte zum Leader auf.

Das Spiel: Die Young Boys spielen, kontrollieren und … kassieren den ersten Gegentreffer! Wie bitte, wer bitte? Francesco Margiotta! Mit seinem sechsten Saisontor stellt der Italo-Stürmer die Partie auf den Kopf. Der Leader zeigt sich unbeirrt und spielt weiter nach vorne. Nur die Anzeigetafel will den Spielverlauft lange nicht widerspiegeln – eine triste Null steht bei den Gästen. Daran ändert sich erst rund 20 Minuten vor Schluss etwas: Christian Fassnacht erzielt den hochverdienten Ausgleich. Kommt jetzt die YB-Viertelstunde? Nein – die Lausanne-Nachspielzeit! Mit dem letzten Angriff treffen die Waadtländer und siegen erstmals seit einem Jahr wieder zuhause. Die Pontaise steht kopf!

Die Tore:
1:0, 40. Minute | Erste echte Chance, erstes Tor! Torgarant Francesco Margiotta erzielt seinen sechsten Saisontreffer. Entgegen dem Spielverlauf, aber wunderschön: Nach einem Doppelpass mit Campo hebt der Italiener die Kugel klug über YB-Goalie Von Ballmoos. Steht wohl etwa so im Lehrbuch.
1:1, 67. Minute | Dauerbrenner Assalé zirkelt das Leder punktgenau auf den Kopf von Christian Fassnacht. Der 1,85-Flügel steigt höher als die Lausanne-Abwehr und drückt den Ball runter ins nahe Eck.

2:1, 92. Minute | Der eingewechselte Ex-YB-Spieler Zarate geht im Berner Strafraum völlig vergessen und nickt per Kopf zum 2:1 ein.

Der Beste: Samuele Campo, der Lausanne Regisseur ist mit seinem linken Fuss allen Bernern überlegen. Herrliche Vorlage zum 1:0.

Der Schlechteste: Leandro Marin, der Lausanner Aussenverteidiger wird immer wieder überlaufen und kommt auch beim Gegentreffer zu spät.

Das gab zu reden: Gabriel Torres hat sich diese Woche mit Panama für die WM qualifiziert. Auf der Rückreise musste der Lausanne Stürmer mit Entsetzen feststellen, dass sein Pass abgelaufen ist. Torres ist erst am Freitagabend in Lausanne eingetroffen – darum verzichtete Lausanne-Trainer Fabio Celestini auf den WM-Fahrer.

So gehts weiter: Die Young Boys haben eine lange Reise in die ukrainische Hauptstadt vor sich. Dort werden sie am Donnerstag von Dynamo Kiew (21.05 Uhr) empfangen. Die Waadtländer spielen am Sonntag auswärts gegen den FC St.Gallen (16 Uhr).

***********************************

Lausanne – YB 2:1 (1:0)

Pontaise. – 4640 Fans. – SR: Fähndrich (3).

Tore: 40. Margiotta (Campo, Asllani) 1:0. 67. Fassnacht (Assalé) 1:1. 92. Zarate (Kololli) 2:1.

Lausanne: Castella (5); Marin (3), Monteira (4), Maniére (5), Rochat (4); Tejeda (4), Maccoppi (4); Campo (5), Geissmann (4), Asllani (4); Margiotta (5).

YB: Von Ballmoos (4); Mbabu (5), Nuhu (3), Von Bergen (4), Lotombo (4); Moumi (3), Sow (4), Sanogo (4) Fassnacht (5); Assalé (4), Nsame (3).

Einwechslungen
Lausanne: Pasche (72.für Tejeda). Kololli (74.für Marin). Zarate (77.für Margiotta).
YB: Fehlanzeige!

Bemerkungen: Lausanne ohne Gétaz, Mesbah (verletzt), Torres (nicht im Aufgebot). – YB ohne Hoarau, Bertone, Seferi, Sulejmani (verletzt), Benito, Marzino (U-21).

Gelbe Karten: 19. Nsame, 87. Zarate, 87. Von Bergen (Unsportlichkeit), 31. Mbabu, 45. Maccoppi, 80.Pasche, 84. Sanogo (Foulspiel).

https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 61114.html

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 Beitrag Verfasst: Samstag 14. Oktober 2017, 22:04 
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Zarate schiesst seinen Ex-Klub ab

YB spielt, YB kombiniert, YB kreiert Chancen, YB sucht den Abschluss, YB dominiert – aber Lausanne gewinnt. Ausgerechnet gegen die Berner beenden die Westschweizer eine Serie von 18 Heimspielen ohne Sieg. Und ausgerechnet Zarate schiesst in der Nachspielzeit das Siegtor gegen seinen Ex-Klub.

Ein Dämpfer für die Young Boys: Der Tabellenführer unterliegt in Lausanne mit 1:2. Ausgerechnet der ehemalige YB-Spieler Gonzalo Zarate stellt in der Nachspielzeit das Spiel auf den Kopf – und beendet damit einige Serien.

- Lausanne ist seit dem Samstagabend nicht länger die Mannschaft, die nur auf fremden Plätzen gewinnen kann. Nach 18 Spielen ohne Sieg auf der Pontaise konnten die Waadtländer den Fluch ablegen.

- Die Young Boys sind nicht länger die Mannschaft, die gegen Lausanne nicht verlieren kann. In den letzten elf Duellen mit LS hatten die Berner neunmal gewonnen und zweimal unentschieden gespielt.

- Die Young Boys sind auch nicht mehr die Mannschaft, die unaufhaltsam von Sieg zu Sieg eilt und als Super-League-Leader die Verfolger immer mehr distanziert. Für die Mannschaft von Trainer Adi Hütter – er verzichtete interessanterweise auf jegliche Einwechslung – war die Niederlage in Lausanne ein Dämpfer nach vier Siegen und dem jüngsten 6:1 daheim gegen St. Gallen.

In den mehr als zwölf Monaten, in denen sie daheim bestenfalls unentschieden spielten, hatten die Lausanner viel Pech gehabt mit späten und extrem späten Gegentoren oder gelegentlich auch mit Fehlentscheiden. Sie hätten manchen Heimsieg verdient gehabt. Einen grossen Teil des Pechs haben sie nun in Form von Glück zurückbekommen. Tatsächlich entsprangen die beiden Tore den einzigen Chancen, die man als solche bezeichnen konnte. Beim 1:0 kurz vor der Pause fanden Samuele Campo und Francesco Margiotta viel Raum für ein schönes Durchspiel vor. Beim 2:1 – es war eine Co-Produktion der eingewechselten Benjamin Kololli und Gonzalo Zarate – sprang YB-Verteidiger Kasim Nuhu auf Kolollis Flanke ins Leere. Lausanne kam also trotz deutlicher Unterlegenheit zum überraschenden Sieg. Mit dem Corner nach 74 Minuten konnten die Waadtländer im Cornerverhältnis auf 1:10 verkürzen.

Die Berner bauten nach einer überzeugenden Startphase etwas ab. Aber sie spielten nach dem aus ihrer Sicht unglücklichen Rückstand mit Geduld und Druck weiter, wie es einer Topmannschaft gut ansteht. Das 1:1 durch einen Kopfball von Christian Fassnacht war nach 67 Minuten überfällig. Die Young Boys müssen sich nur dafür kritisieren lassen, dass sie aus der Überlegenheit zu wenig sehr gute Chancen herausholten.
Telegramm

Lausanne - Young Boys 2:1 (1:0)

Pontaise. – 4640 Zuschauer. – SR Fähndrich. – Tore: 40. Margiotta (Campo) 1:0. 67. Fassnacht (Assalé) 1:1. 92. Zarate (Kololli) 2:1.

Lausanne: Castella; Marin (74. Kololli), Monteiro, Manière, Rochat; Tejeda (72. Pasche), Maccoppi; Campo, Geissmann, Asllani; Margiotta (77. Zarate).

Young Boys:Von Ballmoos; Mbabu, Nuhu, von Bergen, Lotomba; Moumi Ngamaleu, Sow, Sanogo, Fassnacht; Assalé, Nsame.

Bemerkungen:Lausanne ohne Gétaz, Mesbah (beide verletzt) und Torres (nicht im Aufgebot). YB ohne Hoarau, Bertone und Seferi (alle verletzt). YB ohne Auswechslung (!). – Verwarnungen: 19. Nsame (Unsportlichkeit), 31. Mbabu (Foul), 45. Maccoppi (Foul), 80. Pasche (Foul), 84. Sanogo (Foul), 87. Zarate (Foul), 87. Von Bergen (Unsportlichkeit).


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/10657193

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 15. Oktober 2017, 23:18 
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YB-Noten: Auffällig, anfällig

Die Young Boys erspielen sich in Lausanne ­viele Gelegenheiten, lassen wenig zu. Und verlieren dennoch 1:2.

David von Ballmoos: Note 4,5
Der Goalie bekam keine Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Bei den Gegentoren machtlos.

Kevin Mbabu: Note 4,5
Der rechte Verteidiger war offensiv einmal mehr auffällig, oft am gegnerischen Strafraum. Rettete gegen Campo in extremis. In der Nachspielzeit führte ein Missverständnis Mbabus mit Nuhu und Fassnacht zum 1:2.

Kasim Nuhu: Note 3
Eigentlich souverän und stark, mit einigen Offensivszenen. Beim ersten Gegentor agierte der Innenverteidiger aber zaghaft, beim zweiten kommunizierte er ungenügend und sprang zu allem Übel unter dem Ball hindurch.

Steve von Bergen: Note 3,5
Der Captain zählte in der ersten Saisonphase zu den konstantesten und stärksten YB-Akteuren. Am Samstag leistete er sich beim 0:1 eine Nachlässigkeit, als er Torschütze Margiotta zu viel Raum gewährte. Vor dem 1:2 zudem mit unnötigem Foulspiel am Strafraum. Beim Gegentor traf den Innenverteidiger allerdings keine Schuld.

Jordan Lotomba: Note 5
Spielte gegen die letztjährigen Teamkollegen die Nervensäge: Suchte als linker Verteidiger konsequent die Eins-gegen-eins-Situationen, meist mit Erfolg. Zuweilen im Ballbesitz überhastet.

Nicolas Ngamaleu: Note 4,5
Rückte für den leicht verletzten Miralem Sulejmani in die Startaufstellung. Nach blasser Vorstellung in der zweiten Halbzeit deutlich verbessert. Aktiv, setzte sich oft durch und ging mehrmals in den Abschluss.

Sékou Sanogo: Note 5
Sorgte für einen Schreckensmoment, als er während der ersten Halbzeit am Boden liegen blieb. Der enorm wichtige Ivorer konnte weitermachen und war in der zweiten Halbzeit der Motor im Mittelfeld. Trieb den Ball unermüdlich nach vorn.

Djibril Sow: Note 4
Trat in Abwesenheit Sulejmanis die ruhenden Bälle. Mit ein paar guten, aber auch missglückten Standards. Bemüht, mit klugen Ideen. Jedoch nicht fehlerfrei.

Christian Fassnacht: Note 4,5
Der Flügel liess in Lausanne wie schon vor zwei Wochen gegen St. Gallen gute Chancen aus. Doch er erzielte erneut einen Treffer (den 5. in dieser Saison). Nach der Pause einer der aktivsten Berner. Vor dem 1:2 nachlässig.

Roger Assalé: Note 4,5
Strotzt vor Selbstvertrauen. Der ivorische Wirbelwind traute sich Abschlüsse aus unmöglichen Positionen zu. Er war fast nicht vom Ball zu trennen, ein steter Gefahrenherd. Bereite das 1:1 mit mustergültiger Hereingabe vor, nachdem er kurz zuvor allein vor dem Tor kläglich verfehlt hatte.

Jean-Pierre Nsame: Note 3,5
Es war nicht der Abend des Kameruners, im Sturmzentrum mit wenig Präsenz. Vergab in der ersten Halbzeit aus guter Position. Legte zweimal vorzüglich für Sturmpartner Assalé auf.

Noten: 6 = herausragend; 5 = gut; 4 = solid; 3 = ungenügend; 2 = schlecht; 1 = sehr schlecht


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/17470647

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 15. Oktober 2017, 23:24 
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Goldenes Händchen bleibt im Hosensack

YB erleidet in Lausanne einen Rückschlag. ­Trainer Adi Hütter nimmt beim 1:2 in Lausanne keinen Wechsel vor. Dabei steht er nicht im Verdacht, passiv zu coachen. Das wirft Fragen auf.

Immer wieder blickt Thorsten Schick zur Auswechselbank. Am Samstagabend läuft in Lausanne die Schlussphase, angeleitet von Konditionstrainer Martin Fryand, wärmt sich der österreichische YB-Flügel an der Seitenlinie auf, dehnt, sprintet, hüpft. Nach intensivem Anrennen mit Chancen fast im Minutentakt ist Christian Fassnacht nach Vorarbeit von Roger Assalé kurz zuvor mit einem Hechtkopfball der Ausleich für die Berner gelungen.

Immer wieder blickt Thorsten Schick zur Auswechselbank. Am Samstagabend läuft in Lausanne die Schlussphase, angeleitet von Konditionstrainer Martin Fryand, wärmt sich der österreichische YB-Flügel an der Seitenlinie auf, dehnt, sprintet, hüpft. Nach intensivem Anrennen mit Chancen fast im Minutentakt ist Christian Fassnacht nach Vorarbeit von Roger Assalé kurz zuvor mit einem Hechtkopfball der Ausleich für die Berner gelungen.

Der Tabellenführer braucht bei den Romands, die im eigenen Stadion ein Jahr lang ohne Sieg sind, aber einen weiteren Treffer, damit er die Reise in die Westschweiz als gelungen betrachten kann. Doch Schick, der Offensivspieler, wartet, wartet und wartet – vergebens: Hütter nimmt nicht einen einzigen Wechsel vor. Und weil sein Team kein Tor mehr erzielt, aber nach einer Fehlerkette durch einen Kopfball des früheren YB-Spielers Gonzalo Zarate in der Nachspielzeit verliert, wirft das Coaching des Österreichers Fragen auf. Er sagt: «Ich habe keinen Grund gesehen, zu wechseln. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir schon mal so unverdient unterlegen waren.»

Hütters starke Wechselbilanz

Adi Hütter steht nicht im Verdacht, ein Trainer zu sein, der passiv mit seinen Wechselmöglichkeiten umzugehen pflegt. Letzte Saison nahm er in 36 Partien der Super League 102 Spie­lertausche vor, einzig Basels früherer Trainer Urs Fischer und Lausannes Fabio Celestini machten häufiger von der Möglichkeit Gebrauch.

Und Hütters Rochaden zeigten oft Wirkung: 18-mal erzielte ein eingewechselter Spieler ein Tor – der Bestwert in der vergangenen Saison. «Als Trainer stellt man sich ständig die Frage: Wie kann ich das Spiel verändern?», sagt Hütter. Der Trainer findet etwa, Offensivkraft Jean-Pierre Nsame habe nicht den besten Tag erwischt. «Aber ich nehme beim Stand von 1:1 nicht einen Stürmer heraus, der zuletzt oft getroffen hat. Und der mit seiner Physis zudem gefährlich ist bei Flanken», sagt der 47-jährige Trainer.

Sulejmanis Verletzung

Adi Hütter hatte in letzter Zeit mehrmals gemeint, sein Kader sei stark, aber nicht breit besetzt. Die Partie in Lausanne zeigte, warum: Neben den länger verletzten Guillaume Hoarau, Taulant Seferi und Leonardo Bertone sowie Loris Benito (der wieder genesene linke Verteidiger spielte in der U-21 durch) fehlte kurzfristig Miralem Sulejmani. Der Flügel hatte im Abschlusstraining einen Schlag auf den Fuss bekommen, die Blessur ist nicht gravierend, der Serbe dürfte die bevorste­hende Reise im Europacup nach Kiew mitmachen können.

Ohne Sulejmani blieben Hütter im Waadtland zwei offensive Auswechselspieler. Der zuletzt wenig überzeugende Flügel Thorsten Schick, der heuer in der Super League erst einmal in der Startaufstellung gestanden hat. Sowie der 19-jährige Pedro Teixeira, der ein grosses Talent ist, bisher jedoch nur im Cup bei Old Boys Basel zum Einsatz kam. Die Qual der Wahl hatte Hütter nicht, sein Team stellte sich in der Offensive fast von allein auf.

Celestinis Einfluss

Dennoch wäre die Niederlage in Lausanne vermeidbar gewesen. YB hatte die harmlosen Romands bis auf eine Phase vor der ersten Halbzeit im Griff. Die Reaktion nach Francesco Margiottas Führungstreffer (40. Minute) war zudem beeindruckend. Die Berner schnürten das Heimteam in dessen Hälfte ein, sie kamen zu 17:8 Schüssen, 12:1 Eckbällen. «So ist Fussball: Es gewinnt nicht immer das bessere Team», sagt Fabio Celestini.

Der 41-Jährige kann an diesem Abend jedoch für sich in Anspruch nehmen, das bessere Händchen als YB-Trainer Adi Hütter bewiesen zu haben: Nach dem Ausgleich von YB brach Celestini mit drei Rochaden in fünf Minuten den Spielfluss. Und auf Flanke des eingewechselten Benjamin Kololli erzielte der eingewechselte Gonzalo Zarate in letzter Minute den viel umjubelten Siegtreffer.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/16642541

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 15. Oktober 2017, 23:25 
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Kein Silberblick im goldenen Herbst

Ausrutscher wie am Samstag in Lausanne (1:2) darf sich YB nicht viele erlauben. Dass Trainer Hütter für einmal keine Auswechslung vornahm, wirft Fragen auf.

Die Welt der Young Boys war keine andere, aber ein bisschen durcheinandergeraten war sie schon, als in Lausanne ein sonniger Tag und ein turbulenter Abend zu Ende gingen. Gonzalo Zarate wusste noch nach Spielschluss, nach diesem 2:1 seines Kleinclubs gegen den Leader aus Bern, kaum, wie ihm geschah, und neben ihm trotteten die zuletzt so stolzen Young Boys niedergeschlagen vorbei.

Er, Zarate, verschmäht einst bei YB, ein Überbleibsel aus der Ära um Ilja Kaenzig, deren Spuren sie bei Gelb-Schwarz gewissenhaft verwischt haben, er hatte zum Sieg und seinen Ex-Verein damit ganz empfindlich getroffen. Besondere Befriedigung verschaffte das dem Argentinier nicht. «Ich habe schon im April für Vaduz gegen YB getroffen, damals sogar in Bern. Aber ich bin einfach zufrieden, dass wir gewonnen haben. Denn da, wo wir in der Tabelle stehen, zählt jeder Punkt.»

Dort, wo Lausanne ist, auf dem sechsten Platz, das ist noch immer weit weg von dort, wo YB nach wie vor steht: an der Spitze. Auch wenn Basel nach dem 4:0 in Lugano auf fünf und der FCZ mit einem 3:1 bei Thun auf drei Punkte aufgerückt sind. Ein Ausrutscher, nichts passiert so weit. Doch weil es für YB in den nächsten Wochen viele Gelegenheiten gibt, auszugleiten, gerade auch auf fremden Plätzen, ist Vorsicht geboten.

Noch an der Pressekonferenz auf der Pontaise war Trainer Adi Hütter darum bemüht, die Stärken seiner Mannschaft hervorzuheben, die sich am Samstagabend ja durchwegs offenbart hatten. «Ich habe eine sehr gute Leistung von meinem Team gesehen. Aber es gewinnt nicht immer die bessere Mannschaft.»

Zwei kurze, kapitale Auszeiten

Tatsächlich hatte sich YB nach der Länderspielpause gut ausgeruht auf die Reise an den Léman begeben und war die Aufgabe mit der nötigen Ernsthaftigkeit angegangen. Hütter konnte auf seiner Absenzenliste den einen oder anderen Namen streichen, Benito ist genesen und spielte in der U-21, Lotomba war in der Startformation. Die Langzeitverletzten Hoarau, Bertone und Seferi fehlten nach wie vor – und Sulejmani fiel kurzfristig mit einer Fussverletzung aus. Was bei der YB-Performance zum mustergültigen Auftritt eines Leaders fehlte, war die Konsequenz im Abschluss.

Möglich wäre mit den Räumen, welche die Young Boys über weite Strecken vorfanden, einiges gewesen. Assalé, zuletzt stark vor des Gegners Tor, versprang der eine oder andere Ball, dasselbe galt für Fassnacht, der einzig bei seinem Kopfballtreffer zum 1:1 erfolgreich war.

An einem solchen Tag, an dem sich das Toreschiessen so zäh gestaltet, möchte man gegen einen Gegner, der zuletzt zu Hause doch sehr harmlos aufgetreten war, immerhin den einen Punkt mitnehmen. YB war mit der druckvollen Schlussphase dem Sieg nah – dass es nach dem späten Patzer in der Abwehr nicht einmal ein Remis wurde, ist eine herbe Enttäuschung. Torwart David von Ballmoos, übers ganze Spiel hinweg kaum geprüft und doch zweimal geschlagen, wollte nicht über einzelne Reihen sprechen: «Natürlich rege ich mich auf, Lausanne hatte keinen Stich bis zu dieser Chance in der Nachspielzeit. Aber wir haben als Mannschaft verloren.» Und Captain von Bergen bekräftigte: «Weder die Offensive noch die Defensive ist allein schuld. Mal schiessen wir sechs Tore, dann nur eins. Und heute wurden wir hinten für eine kurze Unachtsamkeit hart bestraft.»

Genau genommen waren es zwei kurze Auszeiten, die sich die Young Boys gegen Lausanne leisteten. Beim 0:1 stand Mbabu etwas weit weg von Schütze Margiotta, von Bergen machte gleichzeitig einen Schritt nach vorne. Und beim Siegtreffer von Zarate stieg Nuhu hoch, aber nicht hoch genug – Fassnacht liess den Schützen ziehen.

Hütter sah übers ganze Spiel und auch in der Schlussphase, als seine Mannschaft den Gegner einkesselte, keinen Anlass zu wechseln. «Ich wüsste nicht, wen ich hätte austauschen sollen, wir waren da sehr gut unterwegs.» Das stimmt, auf der anderen Seite muss man sich auch überlegen, wen er hätte bringen können. Als schnelle Offensivkräfte boten sich einzig der in der Super League noch nicht erprobte Teixeira und der in dieser Saison unauffällige Schick an. Weitere Verletzungen würden die Kadersituation bei den Young Boys momentan drastisch verschärfen. Entsprechend dürfte Hütter intern auf Verstärkungen im Winter pochen.

Gefahr der Ablenkung

Für YB geht es mit straffem Programm weiter. Das ist einerseits ein Belastungstest im physischen Sinne, andererseits ist das Pendeln zwischen den drei Wettbewerben auch mental anspruchsvoll. Die Gefahr der Ablenkung ist vorhanden, mit einem Auge da, mit dem anderen dort, erst wartet die Reise nach Kiew zu Dynamo, dann im Cup eine Partie, in der YB nicht nur nicht verlieren, sondern auch keine Anzeichen von Schwäche offenbaren darf. So erwartet das zumindest das Publikum beim Vergleich mit dem FC Münsingen. Zwischen den Terminen hin und her zu schielen, empfiehlt sich für YB nicht. Mit Silberblick fährt es sich schlecht in diesen goldenen Herbsttagen.


https://www.derbund.ch/sport/fussball/K ... y/17452982

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 Beitrag Verfasst: Montag 16. Oktober 2017, 08:03 
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16.10.2017

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YB: Viel Ärger und ein Fluch

Die YB-Spieler zeigen sich nach dem 1:2 in Lausanne selbstkritisch. «Das zweite Gegentor darf niemals fallen», sagt Steve von Bergen.

Der Kontrast könnte nicht grösser sein: Während die Lausanner den 2:1-Sieg ausgelassen feiern, als hätten sie soeben den Abstieg verhindert, schleichen die Young Boys bedröppelt vom Platz. Nach Wochen der Ungeschlagenheit mit vielen Hochs erleidet der Tabellenführer einen Rückschlag.

«Eigentlich ist es unglaublich, dass wir diesen Match verlieren», sagt Captain Steve von Bergen. «Denn wir liessen fast nichts zu, bekamen aber zwei Gegentreffer.» Und Torhüter David von Ballmoos meint: «Diese Niederlage ist extrem bitter.»

Die YB-Spieler sind sich einig, dass die Niederlage selbst verschuldet war. «Wir hätten unsere Chancen nützen müssen», sagt von Ballmoos. «Wir befanden uns während der zweiten Halbzeit permanent in Lausannes Hälfte, kamen zu vielen Gelegenheiten, gewannen jeden Zweikampf», sagt von Bergen. «Und das zweite Gegentor darf so niemals fallen.»

Das Ende zweier Serien

Nach einem Einwurf kam Benjamin Kololli in der 92. Minute zum Flanken, Gonzalo Zarate konnte aus kurzer Distanz einköpfen – obwohl mit Kasim Nuhu, Kevin Mbabu und Christian Fassnacht drei YB-Akteure in der Nähe standen. «Uns gelang es nicht, die Konzentration bis zum Schluss hoch zu halten», sagt von Bergen. «Das ist sehr ärgerlich.»

Währendessen geniessen die Lausanner den Moment. «Dieser Sieg ist für uns enorm wichtig», sagt Zarate, der von 2012 bis 2015 für YB spielte. Teamkollege Samuele Campo meint: «Endlich haben wir den Fluch abgelegt.» 18 (!) Partien waren die Westschweizer zuvor zu Hause ohne Sieg geblieben.

Die Young Boys verloren derweil in der Super League zum ersten Mal auswärts. «Sofort abhaken und weiterar­beiten», sagt Steve von Bergen. Für die Berner geht es Schlag auf Schlag weiter, am Donnerstag steht die wegweisende Partie in der Europa League beim Gruppenersten Dynamo Kiew an.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/21571470

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