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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Samstag 21. September 2013, 08:48 |
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21.09.2013  Zitat: YB-Bickel: «Wir haben keine Strafanzeige gegen Erich Vogel eingereicht»
Fussball-Manager Erich Vogel sitzt seit rund einer Woche in Untersuchungshaft. Er ist angeblich in einen Fall involviert, in dem Fredy Bickel Erpressungsvorwürfe gegen einen Spielervermittler erhebt. Bickel will aber Vogel nicht angezeigt haben.
Seit gut einer Woche sitzt mit Erich Vogel (74) eine der schillerndsten und kontroversesten Figuren der Schweizer Sport-Szene in Untersuchungshaft. Der Anwalt des langjährigen Fussball-Managers rechnet erst im Oktober mit einer Freilassung.
In den für nationale Fussball-Verhältnisse aussergewöhnlichen Fall sind diverse Parteien involviert. Am gleichen Tag wie Vogel ordnete die Zürcher Staatsanwaltschaft auch die Festnahme eines Spielerberaters aus der Innerschweiz an - die Strafanzeige gegen den früheren Agenten hatte der YB-Sportchef Fredy Bickel eingereicht. Und für den schlagzeilenträchtigen «Primeur» sorgte der «Blick», der sich seit Monaten mit Bickel in einem zivilrechtlichen Clinch befindet. http://www.aargauerzeitung.ch/sport/fus ... -127195633
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shalako
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Verfasst: Samstag 21. September 2013, 08:50 |
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21.09.2013  Zitat: Der Fussball-Funktionär Erich Vogel in U-Haft
Wie im Krimi
Nach der Anzeige von YB- Sportchef Fredy Bickel führten polizeiliche Ermittlungen zur Untersuchungshaft. Die Affäre geht auf Vorfälle aus dem Jahr 2002 zurück, die der «Blick» im Januar aufgewärmt hat.
Erpressung, geheime Dokumente, polizeiliche Ermittlungen, Hausdurchsuchungen, Gefängnis – die Ingredienzen des jüngsten Stückes, das der Schweizer Klubfussball schreibt, erinnern an einen veritablen Krimi. Doch der Reihe nach.
Am Freitag bestätigte der Zürcher Staatsanwalt Michael Scherrer eine Geschichte im «Blick», dass der 74-jährige Erich Vogel seit vorletztem Donnerstag in Zürich in Untersuchungshaft sitzt. Vogel war zuletzt ohne festes Mandat, doch nach jahrzehntelanger Erfahrung als GC- und FCB-Sportchef, als Manager, Berater oder TV-Experte gilt Vogel noch immer als Mann im Hintergrund, der viele Fäden im Fussballgeschäft in den Händen hält. Nun führt die Zürcher Staatsanwaltschaft eine Untersuchung wegen des Verdachtes auf versuchte Erpressung. Grund für die Untersuchungshaft ist Verdunkelungsgefahr.
Ursache ist eine Anzeige wegen versuchter Erpressung, die der YB-Sportchef Fredy Bickel via seinen Anwalt Anfang September eingereicht hat. Sie richtete sich aber nicht gegen Vogel, sondern gegen einen Spielervermittler, der nun ebenfalls in Untersuchungshaft sitzt. Der 47-jährige Spielervermittler könnte versucht haben, bei Bickel für die Herausgabe von belastenden Dokumenten Geld zu verlangen. Unklar ist, in welcher Beziehung der 47-Jährige zu Vogel steht. Dass die Ermittlungen zu Vogel führten, legt jedoch die Vermutung nahe, dass die beiden geschäftlich verbunden sind und Vogel beispielsweise die Dokumente als Pfand für Schulden aufbewahrt haben könnte. Alte Geschichte
Bickel und den Spielervermittler verbindet eine alte Geschichte, die auf Bickels erstes Engagement bei YB zurückgeht. Im Zusammenhang mit Bickels Entlassung 2002 spielte dieser eine wichtige Rolle – der Spielervermittler wollte damals bei YB ins Geschäft kommen. Dabei soll es zu Unterschriften Bickels unter Verträge gekommen sein, die der YB-Sportchef nicht eingehalten haben soll. Bickel wurde damals offiziell wegen Kompetenzüberschreitungen entlassen. Treibende Kraft hinter dem Rauswurf war der damalige YB- und Stadion-CEO Pedro Jauch. Ein Gericht stellte später aber fest, dass sich Bickel nichts Rechtswidriges hatte zuschulden kommen lassen.
Dass die elf Jahre zurückliegende Geschichte nun wieder aktuell wird, liegt am «Blick». Als Bickel im Januar vom FC Zürich zurück zu den Young Boys wechselte, wärmte das Boulevard-Blatt die Affäre in einer dreiteiligen Serie mit angeblich neuen Dokumenten wieder auf. Kronzeuge in dieser Serie war der 47-jährige Spielervermittler, der unter anderem auch im Umfeld der Yakin-Brüder tätig war. Die Bickel gemäss «Blick» inkriminierenden Dokumente dürften ebenfalls vom inhaftierten Spielervermittler stammen.
Zivilklage am Handelsgericht
Bickel und die Young Boys reagierten nach der Publikation der Serie mit einer Zivilklage am Zürcher Handelsgericht gegen den «Blick». Diese Verhandlung steht aus, doch die Vermutung liegt nahe, dass in diesem Rechtsstreit auch die Papiere eine Rolle spielen könnten, die der Spielervermittler dem «Blick» im Januar zugespielt hatte und mit denen er nun Bickel im Sinne einer versuchten Erpressung konfrontiert hat.
Nächste Woche sollen Vogel und der 47-jährige Spielervermittler einvernommen werden, danach wird der Staatsanwalt über das weitere Vorgehen entscheiden. Spannung ist also garantiert. Wie in einem Krimi.
U-Haft nur im Falle dringenden Tatverdachts
Peter Eggenberger ⋅ Die Untersuchungshaft ist die schärfste Waffe, welche die Strafverfolgungsbehörden zur Ermittlung eines Sachverhalts zur Verfügung haben. Sie ist deshalb an strenge Voraussetzungen gebunden. Sie darf nur angeordnet werden, wenn der dringende Verdacht besteht, dass die zu inhaftierende Person eine Straftat von einer gewissen Schwere begangen hat. Die zuständigen Strafverfolgungsbehörden haben in der Causa Vogel die im Zeitpunkt der Inhaftierung zur Verfügung stehenden Erkenntnisse als derart belastend eingeschätzt, dass sie die Untersuchungshaft als notwendig erachtet haben. Im Strafverfahren geht es um den Vorwurf der Erpressung. Für diesen Tatbestand wird im Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren angedroht. Sie ist damit ein Verbrechen, die schwerste Kategorie von Straftaten.
Neben dem dringenden Tatverdacht braucht es für die Rechtmässigkeit einer Untersuchungshaft noch einen weiteren Anordnungsgrund. Dieser ist entweder die Gefahr der Flucht einer beschuldigten Person oder das Bestehen der sogenannten Kollusionsgefahr. Im Fall der Kollusionsgefahr soll durch die Untersuchungshaft verhindert werden, dass die Ermittlung des Sachverhalts beeinflusst wird, zum Beispiel durch Zerstören von Beweismitteln oder Einwirken auf Zeugen. Die Untersuchungshaft wird daher in aller Regel gegen sämtliche Betroffenen gleichzeitig angeordnet, wenn es mehrere Verdächtige gibt. Das ist auch im Fall Vogel so geschehen. Die Untersuchungshaft ist zeitlich nicht unbegrenzt möglich. Die Strafverfolgungsbehörden unterliegen dem Beschleunigungsgebot. Sie müssen den Sachverhalt so rasch als möglich abklären, unter anderem mit Einvernahmen der Inhaftierten. Sobald ihr Zweck erfüllt ist, ist die Untersuchungshaft aufzuheben. Durch ein Geständnis kann ein Inhaftierter die Dauer der Untersuchungshaft verkürzen.
Auch für Untersuchungshäftlinge gilt bis zur Rechtskraft eines Schuldspruchs die Unschuldsvermutung. Die Tatsache, dass Vogel und der Spielervermittler in Untersuchungshaft sitzen, heisst daher nicht zwingend, dass sie eine Straftat begangen haben. Aber die Lage ist ernst. http://www.nzz.ch/aktuell/sport/fussbal ... 1.18153929
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shalako
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Verfasst: Samstag 21. September 2013, 08:52 |
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21.09.2013  Zitat: Erich Vogel (74) in U-Haft
Nach dem 3. Treffen klickten die Handschellen
Erich Vogel (74) und ein Spieler-Agent sitzen in U-Haft. Der Fall hängt eng mit YB-Sportchef Fredy Bickel zusammen. BLICK erzählt den Krimi.
Es ist der 30. August, als der YB-Funktionär O.N. (Name geändert) zum Handy greift. Er schreibt ein SMS an den Spieler-Agenten. «Ruf doch Fredy an», schreibt der Vertraute von YB-Sportchef Fredy Bickel (48).
Der Spieler-Agent und Bickel haben kein gutes Verhältnis mehr. Es geht um eine Geschichte aus dem Jahr 2002 (siehe Box). Bickel sucht unter anderem ein Papier, das er gar nie unterschrieben haben will. Der Spieler-Agent weiss, wo das Original ist. Es ist ein Papier, das für den YB-Sportchef in einem laufenden Gerichtsverfahren vielleicht lästig sein könnte.
Bickel verabredet sich mit dem Spieler-Agenten zu einem Treffen. Am Dienstag, dem 3. September 2013, setzen sie sich das erste Mal in Zürich zusammen.
Annegret Lautenbach, die Anwältin des Beraters, erzählt, wie Erich Vogel ins Spiel kam.
Sie sagt: «Die Dokumente, welche mein Klient besass, waren bei Erich Vogel gelagert. Es geht um Dokumente von 2002 und um damals vereinbarte Spielertransfers.»
Der Spieler-Agent und Bickel verabreden ein zweites Treffen für den Dienstag, den 10. September. Dieses Mal sitzen sie im Büro des Spieler-Agenten in der Innerschweiz zusammen.
Nach dieser Zusammenkunft wird ein drittes, verhängnisvolles Treffen organisiert. Man verabredet sich für den Donnerstag, den 12. September. Der Spieler-Agent geht in diesem Moment davon aus, dass er nach Bern fahren muss. «Es war eine Falle»
Doch am Vorabend beordert Bickel den Spieler-Agenten nach Zürich, ins Büro seines Anwalts. Man müsse noch Vereinbarungen unterschreiben. Der Spieler-Agent nimmt einen Arbeitskollegen als Zeugen mit.
Annegret Lautenbach, die Anwältin des Spieler-Agenten: «Bickels Anwalt legte meinem Klienten einen Vertrag vor, den mein Klient unterschrieb. Es war eine Falle.»
Der Spieler-Agent soll 131 000 Franken für seine Dokumente bekommen. Als er und sein Begleiter nach Hause wollen, wartet vor der Türe bereits die Polizei. Es klicken die Handschellen. Die beiden werden verhaftet. Auch Erich Vogel wird festgenommen und sein Haus durchsucht. Der Begleiter des Spieler-Agenten wird als Einziger nach einigen Stunden freigelassen.
Der Spieler-Agent sitzt im Gefängnis von Dielsdorf, Erich Vogel im Gefängnis Zürich am Helvetia-Platz. Beide sitzen womöglich bis zum 14. Oktober in Untersuchungshaft. Die Original-Dokumente hat die Polizei offenbar beschlagnahmt. Was wird nun mit diesen Papieren passieren?
Das heisse Dokument
Im Jahr 2002 wurde ein Vertrag aufgesetzt, wonach der Spieler-Agent ein exklusives Vorkaufsrecht für alle damaligen YB-Akteure bekommt. Bei einem sich anbahnenden Transfer könnte er betreffenden Spieler zu einem mindestens 20 Prozent tieferen Preis vorzeitig übernehmen. Auf YB-Seite unterschrieben Bickel, damals Geschäftsführer, und der damalige Präsident das Papier. Im Gegenzug floss ein Darlehen von 300 000 Franken. Allerdings nicht an YB, sondern an den damaligen Präsidenten. Bickel bestritt stets, das Papier unterschrieben und vom Darlehen gewusst zu haben.
BLICK hat die Geschichte um Bickel im vergangenen Januar zum Thema gemacht. Und in einer mehrteiligen Serie die Vorfälle aus der ersten YB-Zeit von Bickel nochmals aufgerollt. Die Berichterstattung ist Gegenstand eines hängigen Prozesses zwischen Bickel und BLICK. http://www.blick.ch/sport/fussball/nach ... 49572.html
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shalako
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Verfasst: Samstag 21. September 2013, 08:54 |
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20.09.2013  Zitat: «Blick» – Bickel - YB - Vogel
Die Umstände der Festnahme Erich Vogels
Die Festnahme des langjährigen Sportfunktionärs Erich Vogel steht offenbar im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit zwischen dem «Blick» und dem YB-Sportchef Fredy Bickel.
Seit Donnerstag letzter Woche sitzt der 74-jährige Erich Vogel in Untersuchungshaft. In verschiedenen Funktionen war Vogel über viele Jahrzehnte hinweg im Schweizer Fussball tätig, hauptsächlich bei den Grasshoppers. Nun führt die Zürcher Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen Vogel wegen versuchter Erpressung. Aufgrund von Kollusionsgefahr sitzt er in Untersuchungshaft. Vogel nicht angezeigt
Wie Sacha Wigdorovits, der als Berater für den YB-Sportchef Fredy Bickel tätig ist, am Freitag gegenüber der NZZ präzisiert hat, reichte Bickel gegen Vogel keine Strafanzeige ein, sondern einzig gegen einen 47-jährigen Spielervermittler aus der Zentralschweiz. Dieser wurde gleichentags wie Vogel verhaftet. Es wurden auch Hausdurchsuchungen durchgeführt. Über die Gründe, wieso auch gegen Vogel ermittelt wird, kann nur spekuliert werden. Eine mögliche Erklärung ist die, dass es zwischen Vogel und dem Spielervermittler geschäftliche beziehungsweise finanzielle Verstrickungen gibt.
Publik gemacht wurde Vogels Verhaftung am Freitag vom «Blick». Das ist deshalb brisant, weil die Zeitung einen Rechtsstreit mit Bickel und dem BSC Young Boys führt, der Auslöser für Vogels Verhaftung sein dürfte. Die Führung von YB hatte im Juli am Zürcher Handelsgericht eine Zivilklage gegen den «Blick» eingereicht mit der Forderung, die Zeitung habe eine Artikelserie von Januar 2013 zurück zu ziehen und sich dafür zu entschuldigen. In den Artikeln wird YB-Sportchef Bickel schwer beschuldigt, wobei die Vorwürfe auf 2002 zurück gehen, als er erstmals für den Berner Fussballclub tätig war.
In dieser zivilrechtlichen Auseinandersetzung spielen Dokumente eine wichtige Rolle, die in den Händen des jetzt verhafteten Spielervermittlers sein sollen – oder eben in den Händen von Erich Vogel. Gemäss Auskunft von Staatsanwalt Michael Scherrer erfolgte die mutmasslich versuchte Erpressung Anfang September, worauf Bickel Strafanzeige eingereicht hat. Welchen Inhalts die Erpressung war, bleibt offen. Die naheliegendste Erklärung ist die, dass der Spielervermittler von Bickel Geld für die Herausgabe der Dokumente verlangt hat. Personelle Verflechtungen
Nächste Woche sollen die beiden Verhafteten einvernommen werden, danach wird Staatsanwalt Scherrer über das weitere Vorgehen entscheiden. In der Angelegenheit gibt es verschiedene personelle Verflechtungen. So war Bickel in den 1990er Jahren bei GC Assistent des damaligen Sportchefs Vogel. Bickels Berater Wigdorovits wiederum war ehemals Chefredaktor des «Blick», dem auch Vogel während Jahrzehnten eng verbunden war. http://www.nzz.ch/aktuell/sport/fussbal ... 1.18153784
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shalako
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Verfasst: Samstag 21. September 2013, 08:56 |
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21.09.2013  Zitat: Der Getriebene
1000 Ohren, bestens vernetzt und kaum greifbar: Der 74-jährige Erich Vogel ist ein Mann mit vielen Gesichtern.
In seinem Leben als Fussballmanager gab es für Erich Vogel keinen Stopp. 74-jährig ist er im Januar geworden. Angestellt in einem Club war er zuletzt schon lange nicht mehr, die Grasshoppers hatten ihn 2009 entlassen. Auch als Berater von GC-Präsident André Dosé hatte er in den vergangenen Monaten an Einfluss verloren.
Ein Getriebener aber blieb Vogel trotzdem. Reiste an Wochenenden von Stadion zu Stadion, kommentierte für den Teleclub, sass bei Spielen gleich welcher Liga neben alten Freunden und zog vorbei an alten Feinden. Von beiden hat er genug.
Vogel ist als Metzgerssohn im Zürcher Industriequartier aufgewachsen. Der Vater schickte ihn mit 13 zu den GC-Junioren, weil er den sozialen Aufstieg verfolgte. Erich studierte später an der Universität Zürich Literatur, Soziologie und Theater. Er wäre Direktor des Schauspielhauses geworden, wenn es den Fussball nicht gegeben hätte, hat Vogel einmal gesagt. Es gab für ihn den Fussball.
Wo Vogel war, war Unruhe
Vogel spielte sich bei GC bis ins Kader des NLA-Teams, kam aber nie zu einem Punktspieleinsatz. Er war zwischen 1966 und 1976 Trainer bei den Grasshoppers, von den C-Junioren bis zur ersten Mannschaft, ab 1980 arbeitete er sich hoch zum einflussreichsten und erfolgreichsten Schweizer Fussballmanager – mit profunden Kenntnissen und besten Beziehungen. Er führte den kleinen FC Aarau mit Trainer Hitzfeld ins Hoch, er war Titelsammler beim grossen GC der 90er-Jahre, er war in Basel bei der Wende vom Krisen- zum Siegerclub dabei.
Nur galt meist auch das: Wo Vogel war, war auch Unruhe. Waren undurchsichtige Geschäfte, Freund- und Feindschaften. Waren oft finanzielle Probleme wie bei GC, wo er im Sommer 1999 zum zweiten Mal gehen musste und der Club mit 18 Millionen überschuldet war. Basels ehemaliger Präsident René C. Jäggi sagt: «Sobald es ums Geld ging, war er als Manager überfordert.» Unter Jäggi war Vogel einst Sportchef.
Erich Vogel ist: intelligent, belesen, redegewandt, unterhaltsam, viel wissend, emsig. Erich Vogel kann auch sein: einschüchternd, verletzend, schikanierend, rechthaberisch, durchtrieben. Er funktionierte immer strategisch, mit Netzwerken, von denen er sich tragen liess und die er selbst mittrug. Vogel pflegte Kontakte zu den Wichtigen und Mächtigen, weil er immer wichtig und mächtig sein wollte und es oft war, vor allem bei GC, das trotz vieler interner Widerstände immer wieder Hilfe bei ihm suchte.
Wenn es ihm nützte, streute Erich Vogel seine Wahrheiten, die für andere Lügen waren. Er scharte Verbündete um sich, bei vielen Clubs waren es die Gleichen. Er war ein Mann mit 1000 Ohren: Er sorgte dafür, dass ihm zugetragen wurde, was in der Trainerkabine passierte, innerhalb der Mannschaft und in den Präsidentenbüros. Er war stets informiert über alles im eigenen Verein – und bei der Konkurrenz. Aber eines war Vogel offensichtlich nicht: greifbar. «Wie eine Sphinx» sei er, ist das Bild, das Jäggi zeichnet: «Man weiss nie genau, was er denkt.» Und auch: «Er ist kaum zu fassen und sehr schwer zu führen.» Jäggi bezeichnet ihn als «schlechten Kommunikator» und «Intriganten», aber auch als «genialen Networker» mit dem «absoluten Musikgehör für den Fussball» und als «Türöffner».
Ein Satz könnte ihn einholen
Manchmal wurden bei Vogel aus Verbündeten auch Abhängige, weil er etwas wusste, was er nicht hätte wissen sollen. Und manchmal wurden aus seinen Verbündeten Feinde, weil sie nicht mehr tun wollten, was Vogel verlangte. Viele jedoch hatten Angst davor, sich mit ihm anzulegen.
Vogel scheute sich nicht, Konflikte auszutragen, mit rechtlichen Schritten zu drohen oder auch zu klagen. Er tat das unter anderem auch gegen den «Tages-Anzeiger», der ihm bei einem Transfer Urkundenfälschung vorgeworfen hatte. Der Fall endete mit einem Vergleich.
«Ich habe einige Fehler gemacht», antwortete Vogel in einem «Weltwoche»-Interview, als er gefragt wurde, weshalb sein Image so mies sei. Und er sagte in diesem Gespräch über seine Managerpraktiken im Fussball auch: «Halbwahrheiten, Notlügen, Schummeleien bis zur Lüge – das liegt durchaus drin.» Der Satz, er könnte ihn jetzt einholen. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/26456746
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shalako
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Verfasst: Samstag 21. September 2013, 08:57 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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21.09.2013  Zitat: Erpressungsopfer oder auch Fallensteller?
Die undurchsichtige Geschichte um Fredy Bickel, Erich Vogel, einen umtriebigen Spielervermittler und zwei Dokumente.
Es ist eine undurchsichtige Geschichte, die seit über einem Jahrzehnt immer wieder hochkocht. Alles dreht sich um zwei – vielleicht mehr – Dokumente aus dem Jahr 2002 um den damaligen wie heutigen Manager der Young Boys, Fredy Bickel. Ein umtriebiger Spielervermittler aus der Innerschweiz, der unter anderem mit den Yakin-Brüdern geschäftete, spielt neben Bickel die zweite Hauptrolle. Er und der bekannteste Manager in der Schweizer Fussballgeschichte, Erich Vogel, sitzen nun seit einer Woche im Kanton Zürich in Untersuchungshaft. Vorgeworfen wird ihnen, sie hätten versucht, Bickel zu erpressen.
Alles begann mit einem Brief («persönlich/vertraulich») vom 22. November 2002: Bickel und der damalige YB-Präsident Heinz Fischer gewähren darin dem Spielervermittler ein «exklusives Vorkaufsrecht für sämtliche Spieler, die beim BSC Young Boys unter Vertrag stehen». Der Vermittler darf jeden Akteur, der YB verlässt, «zu einem um mindestens 20 Prozent tieferen Einstandspreis vorzeitig übernehmen». Im Gegenzug leiht der damalige Schwiegervater des Spielervermittlers dem YB-Präsidenten Fischer persönlich 300 000 Franken. Die Details werden, kaum ist die Tinte trocken, publik. Der Skandal ist perfekt.
Bickel und Fischer müssen YB zwei Tage vor Weihnachten 2002 verlassen. Eine Strafuntersuchung gegen sie wird zwar bald eingestellt (Begründung: Anschuldigungen «haltlos»). Trotzdem werden die Vorwürfe immer wieder aufgewärmt, wenn Bickel einen neuen Job antritt. 2004 ist er Sportchef beim FC Zürich, als der ominöse Vertrag mit dem Vorkaufsrecht den Weg in den «Blick» findet. Bickel muss sich in einer mehrstündigen Sitzung beim FCZ rechtfertigen. Er bezeichnet das Dokument als Fälschung, worauf er dann aber nicht beharrt. Im Namen des Spielervermittlers lässt er ein Communiqué aufsetzen, in dem bestritten wird, dass es das Vorkaufsrecht gegeben habe. Der Spielervermittler dementiert postwendend.
Bickel klagt und zeigt an
Danach macht der Spielervermittler, der gerne teure Autos fährt, mit einer wenig glücklichen Hand bei Geschäften von sich reden – zuletzt vergangenes Jahr mit dem Konkurs einer Betreibergesellschaft eines Badi-Restaurants im Fricktal, bei der auch der heutige Basel-Trainer Murat Yakin beteiligt war.
Im Januar 2013 – Bickel ist seit kurzem erneut bei den Young Boys – kommt der «Blick» wieder mit den alten Vorwürfen. Bickel und YB-Investor Andy Rihs reagieren auf die «massive Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte» mit einer Klage beim Handelsgericht, die noch hängig ist. Das Boulevardblatt resümiert gestern: «Was als normale Recherche und Beschaffen von Beweismitteln begann, entwickelt sich nun zu einem einzigartigen Krimi.» Der «Blick» suche «krampfhaft nach Beweisen gegen Fredy Bickel, die es dummerweise nicht gibt», sagt dagegen der PR-Berater von YB, Sacha Wigdorovits (der selber früher «Blick»-Chefredaktor war). Am 11. September 2013 erstattet Bickels Umfeld Strafanzeige gegen den Spielervermittler. Kurz davor hatten sich die beiden in der Kanzlei von Bickels Anwalt Daniel Glasl getroffen. Der Spielervermittler setzt dort seine Unterschrift unter einen neuen Vertrag. Dieser soll ihm 131 000 Franken für die Originalunterlagen von damals garantieren.
«Dokumente lagerten bei Vogel»
Was sich vor der Unterzeichnung genau abgespielt hat, ist Gegenstand der Strafuntersuchung wegen versuchter Erpressung – und umstritten. Die Anwältin des Vermittlers, Annegret Lautenbach, schildert es so: «Mein Klient sagt, dass Fredy Bickel sich interessiert zeigte an den Dokumenten, die über zehn Jahre alt sind und bei Erich Vogel zuhause lagerten. Es sei zu Verhandlungen gekommen und zu einem Deal, wie er in der Fussballwelt üblich sei.» Die Unterlagen «in der Sache, über die man 2002 den Deckel hielt, seien offenbar für Bickel von einer gewissen Wichtigkeit». Lautenbach, die gestern den Spielervermittler in der Untersuchungshaft besuchte, sagt: «Möglicherweise wurde mein Mandant in eine Falle gelockt. Er kennt den Grund dafür nicht.»
YB-PR-Berater Wigdorovits hingegen sieht in Bickel das «Opfer eines Erpressungsversuchs»: Der Vermittler habe den YB-Sportchef aufgefordert, ein Couvert mitzubringen, wenn er nicht wolle, dass Unterlagen erneut beim «Blick» landeten. Zudem habe er von seinen 131 000 Franken Schulden erzählt, fast hälftig bei Vogel und beim Ex-Schwiegervater. Die Zürcher Staatsanwaltschaft wertet nun Protokolle der Telefonüberwachung bei den Beschuldigten aus sowie Schriftstücke, die sie bei ihnen daheim und in einem Innerschweizer Büro sichergestellt hat. Nächste Woche kommt es zur Einvernahme weiterer involvierter Personen. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/24184704
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shalako
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Verfasst: Samstag 21. September 2013, 08:58 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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21.09.2013  Zitat: Diffuse Rollen und Raum für Spekulationen
Ex-GC-Sportchef Erich Vogel sitzt in Untersuchungshaft, ebenso ein Spielervermittler, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Erpressung an YB-Sportchef Fredy Bickel. Die Hintergründe sind unklar.
Es ist eine unschöne Geschichte, die gestern Morgen publik geworden ist, und sie könnte im Schweizer Fussball noch weite Kreise ziehen. Die Boulevardzeitung «Blick» konnte am Freitagmorgen den schlagzeilenträchtigen Primeur für sich beanspruchen und die Verhaftung von Ex-GC-Sportchef Erich Vogel, der im Schweizer Fussball weitum vernetzt ist, und einem Spielervermittler bekannt geben. Daraufhin war viel Raum für Spekulationen frei, Fakten sind bis anhin folgende bekannt: Die Zürcher Staatsanwaltschaft IV, welche sich normalerweise mit Kapitalverbrechen wie häuslicher Gewalt oder Sexualverbrechen beschäftigt, hat am 12.September die Verhaftung von Erich Vogel und besagtem Spielervermittler angeordnet. Zur Festnahme kam es wegen dringendem Tatverdacht der Erpressung und Verdunkelungsgefahr, daher wurde auch eine Untersuchungshaft bis zum 14.Oktober angeordnet, wie die Staatsanwaltschaft bekannt gab. Nächste Woche kommt es zur Einvernahme der Beteiligten, bis auf weiteres gilt die Unschuldsvermutung.
Beim verhafteten Spielervermittler handelt es sich laut diversen Quellen um Peter Bozzetti, der in regelmässigen Abständen, meist via den «Blick», durch einen seit 2002 andauernden Konflikt mit Fredy Bickel für Furore sorgte. Angeblich soll sich Bozzetti damals bei YB, als Bickel in seiner ersten Amtszeit als Sportchef (1999–2002) tätig war, diffuse Vorkaufsrechte für YB-Spieler gesichert haben. Opfer der Bozzetti vorgeworfenen Erpressung soll nun ebenfalls Bickel geworden sein. Die Young Boys bestätigten die Anzeige von Bickels Anwalt Anfang September bei der Zürcher Staatsanwaltschaft, verweisen aber auf das laufende Verfahren und nahmen gestern zu diesem Fall nicht weiter Stellung. Sacha Wigdorovits, Bickels Berater in dieser Causa, präzisierte gegenüber der Sportinformation (SI): «Wir haben keine Strafanzeige gegen Erich Vogel eingereicht, sondern nur gegen den Spielervermittler.» Die im «Blick» erstmals genannte Zahl von 131'000 Franken, welche der laut Insiderkreisen hoch verschuldete Bozzetti von Bickel gefordert haben soll, bestätigte Wigdorovits ebenfalls gegenüber der SI.
Vogels Rolle noch unklar
Unklar bleibt indes die Rolle von Erich Vogel. Der langjährige Sportchef von GC und später auch von Basel und dem FC Zürich ist auch heute noch eng mit den Grasshoppers verbunden, bis 2009 war er noch Vizepräsident. Brisant: 1992 stieg Fredy Bickel bei GC ins Fussballgeschäft ein und war dort unter anderem auch Assistent Vogels. Dieser wiederum betreute einige aufstrebende Schweizer Fussballmanager und -berater als Mentor, dazu zählte offenbar auch Peter Bozzetti.
Die ganze Dimension der Affäre ist derzeit noch schwer zu erfassen. Dass die Geschichte ihren Ursprung aber irgendwo in den Geschehnissen bei YB von 2002 hat, scheint auf der Hand zu liegen. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/14646584
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Haribo
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Verfasst: Samstag 21. September 2013, 11:09 |
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Registriert: Mittwoch 5. Mai 2004, 15:29 Beiträge: 1036
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Zitat: YB-Bickel: «Wir haben keine Strafanzeige gegen Erich Vogel eingereicht» 
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Hauptstadt
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Verfasst: Samstag 21. September 2013, 23:30 |
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Registriert: Donnerstag 6. Mai 2004, 14:28 Beiträge: 6742
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shalako
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Verfasst: Sonntag 22. September 2013, 00:08 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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22.09.2013  Zitat: Bickel schrieb an den Spieler-Agenten «Bedingung ist, dass Du mir alle Unterlagen gibst» Erich Vogel und ein Spieler-Agent in U-Haft. Der Vorwurf: Sie hätten YB-Sportchef Fredy Bickel erpresst. Die beiden Beschuldigten wurden sogar abgehört. SonntagsBlick druckt exklusiv den heissen Schriftverkehr, den Bickel und der Spieler-Agent vor der Verhaftung führten. Am 12. September 2013 werden Erich Vogel (74) und der Spieler-Agent (nennen wir ihn Mister X) verhaftet. Die grosse Frage: Wie ist der Ablauf bis zur Verhaftung? Und: Wer hat mit wem in dieser Sache Kontakt aufgenommen? SonntagsBlick liegt der Kontakt zwischen Fredy Bickel und dem Spieler-Agenten auszugsweise vor. Er beginnt mit einem SMS von YB-Assistenztrainer Harry Gämperle an Mister X. Gämperle wohnte zu Bickels erster YB-Zeit mit diesem in einer Wohngemeinschaft, arbeitete später mit ihm beim FCZ, bevor ihn Bickel nun wieder zu YB holte. Und er ist der Trauzeuge des Spieler-Agenten! Gämperle nimmt auf Anfrage keine Stellung zum SMS-Verkehr. SonntagsBlick weiss: Er schreibt am Freitag, dem 30. August 2013, an Mister X: «Hallo, ruf doch heute noch Fredy an! Lg Harry» Der Spieler-Agent bestätigt das und sagt, er sei allerdings noch bis 20 Uhr besetzt und werde Bickel danach kontaktieren. Um 21.11 Uhr bittet Mister X Bickel um Rückruf. Und um 21.31 Uhr schreibt er schon an Gämperle: «Hat geklappt. Wir haben abgemacht. Danke für Deine Hilfe.» Die Antwort Gämperles: «Gut.» Man könne ja gemeinsam in Luzern bei Gelegenheit etwas trinken, schreibt man sich. Der Spieler-Berater fliegt nach Spanien, will am Montag, dem 2.September, zurückkommen. Für den nächsten Tag hat er sich mit Bickel verabredet. Man trifft sich am 3. September im Büro von Bickels Anwalt in Zürich. Auf der Fahrt dorthin schreibt der Spieler-Agent um 8.49 Uhr: «Stau bei Brunau, verspäte mich 10 Minuten.» Bickel antwortet: «Kein Problem.» Es ist das erste von drei Treffen. Am Tag darauf, um 19.10 Uhr, schreibt Bickel: «Ich wäre Dir sehr, sehr dankbar, wenn wir unseren nächsten Termin ab kommendem Montag machen könnten. Ich habe von Donnerstag bis Montag seit längerer Zeit eine Auslandreise gebucht. Ist dies machbar? Gruss, Fredy». Mister X. schreibt am Sonntag: «Hallo Fredy. Bitte teile mir mit, wann wir uns sehen können. Montag oder Dienstag. Ich bin in Meggen oder Zug. Und werde mich an diesen zwei Orten mit Dir treffen. Einmal kam ich zu Dir, jetzt wechseln wir. Alleine versteht sich. Zwei-eins-Situation gibts nicht mehr. Höchstens noch Rihs (Besitzer von YB und des Stade de Suisse, Anm. der Redaktion), Bickel und ich. Sonst nix. Am Freitag habe ich den ultimativ letzten Abgabetermin gesetzt. Erwarte Deine Nachricht.» Das heisst, dass sich Mister X nicht noch einmal Bickel und seinem Anwalt allein gegenüber sehen will. Bickel antwortet: «Nach neusten Informationen Termin sicherlich erst am Dienstag. Betreffend Ort und Zusammensetzung erwarte ich eine weitere Antwort von Rihs/Glasl (Anwalt von Bickel, Anm. der Redaktion).» Am Montag, dem 9. September, teilt Bickel mit: «Nach Absprache mit meinem Anwalt können wir uns – wie von Dir gewünscht – morgen Dienstag unter vier Augen treffen. Du sagst, wann und wo. Bedingung ist aber, dass Du mir alle Unterlagen, die Du bezüglich dieser Geschichte hast, mir in Kopie abgibst, damit ich diese anschliessend meinem Anwalt vorlegen kann. Bitte bestätige mir dies und gib mir Zeit und Ort vom Treffpunkt bekannt.» Der Spieler-Agent schlägt die Lobby eines Zuger Hotels vor. Bickel pocht nochmals auf die Unterlagen. Mister X schreibt: «Das weiss ich noch nicht. Bespreche das mit Vogel. Er hat mit Glasl gesprochen heute. Wenn ich vor Gericht aussagen muss, will ich keine Dokumente mehr im Umlauf wissen. Sonst würde ich mich selber belasten. Und das brauche ich sicher nicht.» Bickel antwortet: «Zudem darf ich gemäss Glasl ausdrücklich nur kommen, wenn Du mir bestätigst, die Unterlagen in Kopie abzugeben. Ansonsten müssen wir – da kann auch Vogel dabei sein – uns beim Anwalt treffen. Sorry. Wie weiter?» Der Spieler-Agent: «Keine Ahnung. Du bist mein Ansprechpartner. Du warst es schon vor 11 Jahren. Daran hat sich nichts geändert für mich. Sonst bereitet Ihr Eure Verteidigung auf meinen Dokumenten vor. Die Du dann gratis hast. Und ich muss vor Gericht aussagen als Zeuge. Für den BLICK. Und das passt mir alles nicht. Aber ich bespreche mich mit Erich (gemeint ist wohl Vogel, Anm. der Redaktion).» Bickel: «Ich warte auf Deine Antwort. Aber, ich habe klare Anweisungen und werde mich auch daran halten!» Der Spieler-Agent: «Das verstehe ich. Aber ich denke, es ist in Deinem Sinne, dass Du die Originale plus meinen Meineid unterschrieben als Original hast. Und wenn ich dann vor Gericht aussagen muss, bist Du auch darauf angewiesen, dass ich richtig aussage. Denke ich mal. Aber wie gesagt. Es ist mir egal am Ende, für wen ich mich stark mache. Aber sympathischer bist Du mir auf jeden Fall als der BLICK. Aber zur Not frisst der Teufel Fliegen ...» Abends um 16.41 Uhr legt der Spieler-Vermittler X nach: «Ist ok mit den Papieren, Du bekommst sie bis auf eines. Das zeige ich Dir nur. Und dafür gibt es keinen VERHANDLUNGSSPIELRAUM. Kommst Du oder nicht?» Bickel: «Also. Ok, machen wir es so. Ein Dokument kann ich sehen, von allen übrigen Papieren erhalte ich Kopien. Richtig? Aber ich will Dich nicht an einem öffentlichen Ort treffen, schon gar nicht in einer Hotellobby. Ich schlage vor, dass Du um 15.00 Uhr zu mir an die x-strasse nach x kommst. Es ist die Wohnadresse meiner Freundin, ich bin um diese Zeit alleine dort. Danke. Fredy» Mister X darauf: «Nein das geht nicht. Dann gehen wir zu mir ins Büro.» Bickel bestätigt den Termin um 23.42 Uhr. Der Agent um 00.12 Uhr: «Gut, Fredy, freue mich. Bis morgen. Pfuus guet!» Es ist das zweite Treffen, das in der Innerschweiz stattfindet. Zwischenzeitlich, unter dem Datum des 11. September 2013, erstattet Bickel Anzeige wegen Erpressung. Zugleich macht er mit Mister X für Donnerstag, den 12. September, das dritte, verhängnisvolle Treffen ab. So schreibt der Spieler-Agent: «Hallo Fredy. Bin meinen Tag für morgen am Planen. Bin um 15 Uhr im Eleven mit meinen Unterlagen. Höre ich nichts Gegenteiliges von Dir, erwarte ich Dich mit Deinem Couvert. Inhalt ist ja bekannt.» Es geht offenbar um die 131 000 Franken, die Bickel zahlen soll. Der antwortet um 17.46 Uhr, man solle sich bei seinem Anwalt treffen: «Soeben Bescheid bekommen. Ist alles ok für morgen Donnerstag. Aber, Du und ich müssen uns um 15.00 Uhr bei Herrn Glasl in Zürich treffen. Dies, da wir dort noch Vereinbarungen unterzeichnen müssen. Bis morn, Gruess Fredy.» X ahnt wohl nicht, dass die Polizei schon eingeschaltet wurde und der Spieler-Agent wie auch Erich Vogel abgehört werden, als er um 22.28 Uhr schreibt. «Das ist so für mich in Ordnung, Fredy. Werde um 15 Uhr bei Glasl sein. Guet Nacht.» Am anderen Tag findet das Treffen statt – beim Verlassen der Anwaltskanzlei klicken die Handschellen. Das heisse Dokument Im Jahr 2002 wurde ein Vertrag aufgesetzt, wonach der Spieler-Agent ein exklusives Vorkaufsrecht für alle damaligen YB-Akteure bekommt. Bei einem sich anbahnenden Transfer könnte er betreffende Spieler zu einem mindestens 20 Prozent tieferen Preis vorzeitig übernehmen. Auf YB-Seite unterschrieben Bickel, damals Geschäftsführer, und der damalige Präsident das Papier. Im Gegenzug floss ein Darlehen von 300 000 Franken. Allerdings nicht an YB, sondern an den Präsidenten. Bickel bestritt stets, das Papier unterschrieben und vom Darlehen gewusst zu haben. BLICK hat die Geschichte um Bickel im vergangenen Januar zum Thema gemacht. Und in einer mehrteiligen Serie die Vorfälle aus der ersten YB-Zeit von Bickel nochmals aufgerollt. Die Berichterstattung ist Gegenstand eines hängigen Prozesses zwischen Bickel und BLICK. «Kein finanzielles Angebot von BLICK»In der zweiten August-Hälfte schreibt ein BLICK-Mitarbeiter an den Spieler-Agenten Mister X. Darin geht es nur um die Anfrage für ein Telefongespräch. Mister X antwortet erst nach Mitternacht, dass das in Ordnung gehe. Hintergrund ist eine Recherche: Mit YB-Sportchef Fredy Bickel (48) befindet man sich in einer juristischen Auseinandersetzung. Unter anderem geht es um eine Vereinbarung von 2002 (siehe Box), die Bickel nie unterschrieben haben will. BLICK vermutet, dass Mister X diese hat, und bittet ihn, zumindest eine Kopie auszuhändigen. Am Telefon sagt der Spieler-Agent: «Ich muss überlegen, wo sich die Dokumente befinden.» In einem weiteren Gespräch sagt er zuerst: «Bei mir zu Hause habe ich die Unterlagen nicht gefunden.» Er sagt dann: «Das Dokument liegt bei meinem ehemaligen Schwiegervater. Ich werde es beschaffen. Aber Ihr wisst, dass das kostet?» BLICK lässt sich allerdings nicht auf diesbezügliche Diskussionen ein. Das bestätigt auch Annegret Lautenbach, die Anwältin des Spieler-Agenten: «Mein Klient sagt, BLICK habe sich nach dem Vorhandensein von Dokumenten erkundigt, aber ein finanzielles Angebot habe er vom entsprechenden Mitarbeiter der Zeitung nie erhalten.» Die Akten liegen allerdings gar nicht beim ehemaligen Schwiegervater, sondern bei Erich Vogel (74). http://www.blick.ch/sport/fussball/bedi ... 50331.html
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