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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 8. August 2012, 15:50 
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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 9. August 2012, 08:13 
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YB steht in der Pflicht

Die Young Boys müssen im Rückspiel der 3. Qualifikationsrunde zur Europa League gegen Kalmar ein 0:1 wettmachen. Deshalb forciert Martin Rueda die Offensive.

Die jüngste Europacup-Geschichte der Young Boys ist nicht gerade reich an ruhmreichen Kapiteln. Fast immer bedeuteten in den letzten fünf Jahren bereits die Vorrunden Endstation. Einzig 2010/11 sorgten die Berner für Aufsehen auf der europäischen Bühne.

Nach dem Scheitern gegen Tottenham im Playoff zur Champions League schlug sich das Team von Vladimir Petkovic in der Europa League bemerkenswert und musste erst im Sechzehntelfinal Zenit St. Petersburg den Vortritt lassen. In der Vorsaison, voller Ambitionen unter Christian Gross, bildete Braga im Playoff zur Europa League den Stolperstein.

YB ist gefordert

Noch ist der Uefa-Koeffizient der Berner so gut, dass sie im Playoff Ende August mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit gesetzt wären. Um diesen Wert auf die Dauer nicht zu schmälern, ist YB auf ein gutes Abschneiden im Europacup angewiesen. Ausserdem würde das Erreichen der Gruppenphase zusätzliches Geld in die Kasse spülen, womit bei den Transferaktivitäten wieder etwas mehr Spielraum vorhanden wäre. Das wissen die Spieler, die heute gegen Kalmar FF in der Pflicht stehen. Das 0:1 aus dem Hinspiel ist keine zu unterschätzende Hypothek.

Scott Sutter hat klare Vorstellungen davon, wie die Aufgabe gelöst werden kann. «Bei uns muss alles schneller gehen. Wir müssen frecher agieren, mehr Risiko nehmen», fordert der Aussenverteidiger. Auch Martin Rueda weiss um die Bedeutung dieser Partie. Aus diesem Grund gehen seine Planspiele in der Vorbereitung in Richtung Forcieren der Offensive. «Wir sind gefordert, deshalb ist es gut möglich, dass wir diesmal mit zwei Stürmern in einem 4:4:2 beginnen werden», gibt der YB-Trainer am Vortag des zweiten Duells mit Kalmar Einsicht in seine berlegungen.

Hohe Erwartungen an Bobadilla

Mitspielen bei diesen Gedanken dürfte der Umstand, dass Raúl Bobadilla wieder richtig fit ist und von Beginn weg eingesetzt werden kann. Als Sturmpartner bieten sich Emmanuel Mayuka oder der junge Michael Frey an. Eine andere Option wäre das Vorziehen eines offensiven Mittelfeldspielers neben dem wuchtigen Argentinier. Ein Sturmduo würde bedeuten, dass dahinter nur der zuletzt in Genf fehlende Christoph Spycher und Alexander Farnerud das Zentrum bilden – wohl in einer Art Rhombus, mit dem laufstarken Schweden in der offensiveren Rolle.

Auf den Aussenbahnen im Mittelfeld wären getreu dem Rotationsprinzip diesmal wieder Raphaël Nuzzolo und Christian Schneuwly an der Reihe. Beide hatten sich allerdings im Hinspiel gegen die robusten und athletischen Schweden schwergetan.

«Ein cleveres, kontrolliertes, aber nicht kopfloses Spiel»

Weil YB heute Tore braucht, ruhen die Hoffnungen primär auf Bobadilla. «Ich weiss, dass viel von mir erwartet wird», sagte der Stürmer beim Comeback vor Wochenfrist, «ich bin vorne aber auf die Unterstützung der Mitspieler angewiesen, um zu Chancen zu kommen.» Auch der YB-Trainer relativiert die Rückkehr seines Goalgetters.

«Er ist wichtig vorne im Zentrum, weil er immer torgefährlich ist und Bälle halten kann», erklärt Rueda, hält es aber für vermessen, «jetzt zu denken, dass mit Bobadilla alle Probleme gelöst sind. Diese sind immer Sache der ganzen Mannschaft.» Und von dieser will er heute ein «cleveres, kontrolliertes, aber nicht kopfloses Spiel sehen».

Bis gestern wurden 7000 Tickets für das Rückspiel abgesetzt. Die YB-Verantwortlichen hoffen, dass das Team heute von einer fünfstelligen Zahl an Zuschauern unterstützt wird. Aus Kalmar werden nur etwa 40 Supporter erwartet.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/YB ... y/24483774

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 9. August 2012, 08:15 
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Mit zwei Stürmern, Eiern und Balance

Martin Rueda, Trainer der Young Boys, kündigt gegen Kalmar ein 4-4-2-System an – und aggressive, mutige Berner.

Es ist Europacup – und weniger als sonst gehen hin. Bis gestern Mittag wurden rund 7000 Tickets für die Partie YB - Kalmar von heute verkauft, bei den Young Boys hofft man auf eine fünfstellige Zuschauerzahl. Weil die fast 15000 Dauerkartenbesitzer keinen Gratiseintritt geniessen, werden Europacupspiele im Stade de Suisse in der Regel ja von weniger Besuchern frequentiert als Super-League-Begegnungen.

Mit einem Aufstieg in die nächste Qualifikationsrunde kann YB aber heute den nächsten Schritt bewerkstelligen, um in der Gruppenphase dann gegen Teams wie Inter Mailand oder Liverpool möglicherweise vor vollen Rängen antreten zu dürfen. «Wir müssen die Balance halten und dürfen dem Gegner keine Räume zum Kontern lassen», sagt YB-Trainer Martin Rueda nach der 0:1-Hinspielniederlage in Kalmar. Er sei sicher, dass die Spieler begriffen hätten, wie er das am Sonntag nach dem enttäuschenden 1:1-Remis in Genf gegen Servette mit den «fehlenden Eiern» bei seinen Akteuren gemeint habe. «Und wenn Spieler direkt nach dem Spiel sagten, sie seien zufrieden mit der Leistung, dann wissen sie mittlerweile, dass es so nicht reicht.»

Letzte Konsequenz fehlt

Unter den YB-Spielern war Ruedas harsche Kritik selbstverständlich ein Thema – man kann es ja durchaus persönlich nehmen, wenn einem die Männlichkeit abgesprochen wird. Scott Sutter lacht, wenn er auf die Eierdebatte angesprochen wird. «Die Botschaft ist angekommen. Und es ist ja unbestritten, dass uns die letzte Konsequenz fehlt.» So schlecht aber seien die Vorstellungen nicht gewesen. «Wir spielten bis zum Strafraum ansprechend», findet Sutter. Mit dieser Einschätzung bekommt er keinen Ärger mit seinem Vorgesetzten, denn Rueda erklärt: «Ich habe mir unsere Partien am TV angeschaut. Wir kombinieren teilweise wunderschön, die ersten 15 Minuten in Kalmar waren sogar hervorragend. Aber es fehlte an Druck vor dem gegnerischen Tor. Wir werden aggressiver und mutiger spielen.»

Veskovacs Wert fürs Team

Und deshalb kündigt Rueda eine Veränderung des Systems an. Er gilt als Freund der 4-4-2-Formation, und genau so werden die Young Boys laut dem Trainer heute gegen Kalmar spielen. Als Partner Raúl Bobadillas sind Emmanuel Mayuka oder Michael Frey möglich. Und die Flügelspieler sollen offensiv orientiert sein, denn «die zwei Stürmer müssen ja gefüttert werden», sagt Rueda.

Christoph Spycher und Alexander Farnerud sollen derweil die Zentrale im Aufbau bilden. Der Däne Michael Silberbauer hat sich von seiner Fussblessur, die er am Sonntag erlitt, ebenso erholt wie Dusan Veskovac von Magen-Darm-Problemen. Silberbauer dürfte heute zweite Wahl sein, der robuste, relativ schnelle Dusan Veskovac aber wird eine entscheidende Figur sein, um die flinken Kalmar-Offensivkräfte zu neutralisieren. Mit Ausnahme des langzeitverletzten Josh Simpson (Beinbruch im Mai) stehen Rueda alle Akteure zur Verfügung. «Wir werden weiter rotieren», sagt er. Und Sutter, rechts hinten ein Bestandteil der personellen Wechsel, findet: «Natürlich ist es gut, wenn man ausgeruht ist. Doch ein Fussballer will immer spielen.» Aber, sagt Sutter weiter, es sei sowieso entscheidend, ob es dem Team läuft. «Wird man für eine Partie rausrotiert und wir verlieren dann, tut das doppelt weh.»

YB - Kalmar. 19.30 Uhr, Stade de Suisse. – So könnten die Young Boys spielen: Wölfli; Sutter, Nef, Veskovac, Raimondi; Schneuwly, Farnerud, Spycher, Nuzzolo; Mayuka, Bobadilla. – YB ohne Simpson (verletzt).

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/29188386

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 9. August 2012, 08:22 
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Dringend gesucht: Der Osterhase und ein Chef

Fussball · YB fehlen Führung und Leidenschaft. Trainer Martin Rueda nimmt vor dem Rückspiel in der Qualifikation zur Europa League gegen Kalmar Christoph Spycher in die Pflicht.

Was ist der Unterschied zwischen YB auf Rang 5, GC auf Rang 6, beide 1 Sieg, 2 Remis und 1 Niederlage, beide 5 Punkte.

Der erste Blick täuscht. Es gibt einen markanten Unterschied.

Die Grasshoppers haben eine miserable Saison hinter sich. Sie haben reagiert, Vero Salatic aus Zypern zurückgeholt, ihn zum Captain gemacht und zum unverzichtbaren Chef erklärt. An der Seite von Salatic wirkt jeder im Team einen Kopf grösser, solider und mutiger.

YB ist ein Team auf der Suche nach seiner Identität. Und vor allem: ein Team ohne Chef.

Würgen und Zwingen als Qualität

Am letzten Sonntag hat Trainer Martin Rueda nach dem 1:1 in Genf zum ersten Mal in dieser Saison Klartext gesprochen. Er forderte «mehr Eier» im YB gegen Kalmar (19.30 Uhr) zum ersten Mal die Gelegenheit, seinem Chef zu zeigen, dass es die Botschaft verstanden hat. Es gilt, aus dem Hinspiel einen 0:1-Rückstand aufzuholen.

Die Fragen lauten: Hat der Osterhase mitten in seinen Ferien einen kurzen Abstecher nach Bern gemacht? Sind die «Eier» angekommen? Rueda sagt: «Es geht darum, auch einmal ein Tor zu erzwingen, einen Ball reinzuwürgen.» Genau das fehlte bisher bei YB. «Wir sind zu oft der Schönspielerei verfallen.»

Die Hoffnung hat zwei Namen. Erstens: Raul Bobadilla. Der Argentinier musste in der Meisterschaft seine verbleibenden Sperren aus der vergangenen Saison absitzen (Wutausbruch gegen den Schiedsrichter), zusätzlich hat ihn ein Handbruch gestoppt. Zweitens: Christoph Spycher. «Sein Fehlen haben wir in Genf teuer bezahlt», sagt Rueda. Spycher litt unter einer Knieverletzung, nun ist er zurück – und das ist wichtig für YB.

Der 34-Jährige ist der Mann, der die vakante Chef-Rolle bei YB ausfüllen soll. «Er muss aus sich rauskommen und das Team an der Hand nehmen», sagt Rueda, «er kann das.»

Spycher ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. «Primär gilt: Damit ein Team funktioniert, müssen alle fighten», sagt er. «Aber es gibt Typen, die das Zepter mehr in die Hand nehmen. Die in schwierigen Momenten auch einmal Tacheles reden. In so einer Rolle sehe ich mich.»

«Aber», warnt Spycher, «einen Schalter, den wir jetzt einfach umlegen können, gibt es nicht, sonst hätten wir das ja auch schon nach den ersten schlechten Leistungen tun können.» Mag sein. Es ist trotzdem Zeit für den YB-Befreiungsschlag.

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 9. August 2012, 11:00 
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Auf folgenden Webseiten sollte es heute einen Stream von YB vs. Kalmar geben (vor allem für diejenigen interessant, welche sich in den Ferien befinden).

http://www.oleoletv.com/watch/live/stre ... ar-ff.html

http://eurorivals.net/live-europa-leagu ... young-boys

http://livetv.ru/de/eventinfo/128596_young_boys_kalmar

http://www.sportlemon.tv/c-1.html

http://www.thefirstrow.eu/watch/134613/ ... ar-ff.html

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 9. August 2012, 13:14 
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sutter - veskovac - nef - raimondi
spycher
gonzalez - farnerud - schneuwly
boba - mayuka

yb - kalmar 3:0

tore: boba, farnerud, mayuka


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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 9. August 2012, 17:00 
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09.08.2012

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YB – Kalmar

Sutter: «Trainer darf mehr Eier verlangen»

Mit einer 0:1-Hypothek steigt YB ins Rückspiel (19.30 Uhr im Live-Ticker auf Blick.ch) gegen Kalmar. Damit die Playoffs der Europa-League-Qualifikation doch noch erreicht werden, sollen die Berner heute dorthin gehen, wo es wehtut.

Nach dem 1:1-Remis am vergangenen Sonntag bei Servette sagte Martin Rueda in Olli-Kahn-Manier: «Tore fallen im Strafraum. Da müssen wir Eier zeigen.» Klingt simpel.

«Der Trainer hat das Recht, dies zu verlangen, dass wir aggressiver sind und vermehrt dahin gehen, wo es wehtut», erklärt Verteidiger Scott Sutter, der sich als einer der Eiermänner sieht. «Zumindest bin ich einer, der immer alles gibt, auch wenn ich mal nicht das beste Spiel mache.»

Sutter erwartet wie schon im Hinspiel in Schweden ein defensives Kalmar, das auf Konter lauert. «Wir müssen deshalb schnell spielen, uns Chancen erarbeiten und diese dann ausnützen», gibt er die Marschroute vor.

http://www.blick.ch/sport/fussball/euro ... 77016.html

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 9. August 2012, 22:11 
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Beiträge: 1036
so, geit doch!!! super uftritt, sehr souverän ä rundi witer, hät i ouso nid erwartet, das mues i ganz ehrlech zuegestah.


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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 9. August 2012, 23:02 
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Beiträge: 738
hatte nicht ewartet das kalamer einen dermassen schwachen auftritt hinlegt. lag bestimmt auch an yb, dass die schweden während 90 minunten nie zu ihrem spiel fanden. yb hatte den gegner 90 minuten voll im griff, wobei man sagen muss, dass das zweite tor früher hätte fallen sollen.

jetzt bitte gegen den fcz nicht gleich wieder mit einer schlechten leistung alles verbocken!


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 Beitrag Verfasst: Freitag 10. August 2012, 08:14 
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10.08.2012

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Mit Mut und Traumtoren ins Glück

Überzeugend und souverän hat sich YB gegen Kalmar 3:0 durchgesetzt – und die Playoff-Spiele zur Europa League erreicht.

Martin Rueda ist ein gerissener Trainer. Mit grosser Überzeugung hatte er am Mittwoch angekündigt, YB im Rückspiel der 3.Qualifikationsrunde zur Europa League im 4-4-2-System aufstellen zu wollen. Gestern agierten die Berner in einer 4-1-4-1-Formation, und am Ende der Veranstaltung erklärte Rueda nach dem 3:0-Heimsieg gegen Kalmar: «Ich möchte meinen Spielern ein Kompliment machen. Sie haben heute alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.»

Mayukas Volleyschuss

An einem wunderbaren Sommerabend erschienen 10124 Zuschauer im Stade de Suisse, es war keine grossartige Kulisse, aber zumindest eine stimmungsvolle. Die YB-Fans sangen mit Ausdauer und Begeisterung, für sie sind kontinentale Begegnungen Festspiele. Das Geschehen auf dem Rasen unten dagegen entsprach lange eher nicht einem aussergewöhnlichen Vergnügen. YB war bestrebt, die Vorgaben Ruedas nach mehr Leidenschaft und Mut umzusetzen, teilweise aber fand sich die Equipe immer noch im seit Saisonstart vorherrschenden Trott. Es wurde hübsch und direkt kombiniert, aber es mangelte vorerst an Tempo.

Immerhin gelang YB ein Start nach Mass, was die Nerven der Berner Beteiligten beruhigte. Raphael Nuzzolo schlug in der 7. Minute die präzise, lang gezogene Flanke, und der zuletzt formschwache Emmanuel Mayuka erzielte mit einer herrlichen Direktabnahme in die entfernte Ecke den Führungstreffer im Stil eines formstarken Torjägers. Damit war die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel sehr früh aufgeholt. Die Gäste aus Schweden hinterliessen gleichwohl nicht den Eindruck, ihre Offensivbemühungen forcieren zu wollen. Das limitierte Kalmar agierte abwartend, defensiv, zögerlich, es entwickelte sich keine hochklassige, aber eine spannende Partie.

Raimondis Schusstechnik

Und die Young Boys leisteten sich zwar einige Fehlpässe und offenbarten vor der Pause manchmal einen Kreativstau, aber sie steigerten sich beträchtlich. Nach dem Seitenwechsel wirbelten die Berner, sie griffen über die Flügel an, links und rechts, die Angriffe wurden schneller und ideenreicher vorgetragen. In der 67.Minute verpassten Mayuka (nach Doppelpass mit Raúl Bobadilla) sowie Scott Sutter knapp das 2:0. Selbst die Aussenverteidiger stürmten jetzt beherzt, und nach dem rechten Abwehrspieler Sutter kam zwei Minuten später der linke Verteidiger Mario Raimondi zu einer guten Gelegenheit. Der Routinier verfügt über eine glänzende Schusstechnik, was er bei seinem scharfen Flachschuss zum 2:0 prächtig demonstrierte.

Noch immer präsentierte sich die Situation für YB indes delikat, ein Tor hätte Kalmar gereicht, um dank der Auswärtstoreregel die Playoff-Spiele zur Europa League zu erreichen. Es benötigte allerdings ziemlich viel Fantasie, um sich vorstellen zu können, wie diese harmlose Mannschaft einen Treffer hätte erzielen wollen. Eine Viertelstunde vor Spielende aber war es Sebastian Andersson, der Torschütze aus dem Hinspiel, der das 2:1 nur um wenige Zentimeter verpasste.

Spycher verschoss Penalty

Ins Zittern jedoch gerieten die Young Boys nicht mehr, sie hatten Ball, Gegner und Match im Griff. Christoph Spycher verschoss zwar in der 77.Minute einen Penalty, den Alexander Farnerud mit einem starken Sololauf herausgeholt hatte. Doch nur fünf Minuten später füllte Bobadilla seine Rolle als Vorkämpfer exzellent aus, als er nach einem wuchtigen Antritt mit einem abgefälschten Schuss das 3:0 erzielte.

Am Ende also überzeugend qualifizierte sich YB für die letzte Hürde vor der Europa-League-Gruppenphase. «Wir hätten im Hinspiel höher gewinnen müssen», sagte Kalmars Trainer Nanne Bergstrand. «Heute war YB in allen Belangen viel besser.» Ihren Gegner für die Playoff-Partien am 23. und 30.August erfahren die Young Boys bereits heute Mittag. Sie sind erneut gesetzt und vermutlich favorisiert, aber es drohen auch bekannte Vereine wie Feyenoord Rotterdam als Gegner.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/13222415

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