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 Beitrag Verfasst: Montag 8. November 2010, 09:34 
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Der Bund, 08.11.2010

Tore als Baldriantropfen

Die Young Boys bleiben ihrer Unkonstanz treu. Nach dem Taucher in Odense besiegten die Berner Xamax mit 4:2. In der Tabelle rückten sie mit auf Rang 4 vor.

Drei Tage nach der enttäuschenden Vorstellung in Odense beim 0:2 in der Europe League, schafften es die Young Boys in Neuenburg, wieder für etwas Ruhe zu sorgen. Erstmals gelangen YB in dieser Saison beim 4:2 gegen Xamax in der Super League mehr als zwei Tore in einem Spiel. Mit dem dritten Auswärtssieg verringerten die Berner den Rückstand auf Leader Basel auf 6 Punkte. «Jetzt sind wir auf Platz vier, es war eine Runde für uns», rechnete Sportchef Alain Baumann vor. Und Vladimir Petkovic bemerkte: «Die Mannschaft hat eine sehr gute Antwort gegeben auf alles was zuletzt passiert ist.»

Spycher mochte nicht reden

Der schlechte Saisonstart in der Super League und die Art und Weise, wie sich die Berner am Donnerstag von den körperlich überlegen Dänen hatten dominieren lassen, sorgte in den Medien für harsche Kritik. Einer der Kritisierten war nach dem gestrigen Erfolg nicht bereit, mit den Journalisten zu sprechen. Dabei war er bis zu seiner Auswechslung wegen Rückenproblemen auf der linken Abwehrseite einer der Protagonisten des YB-Sieges gewesen. Kurz vor der Pause hatte sich Christoph Spycher mit einem Sprint über 30 Meter an mehreren Xamax-Spielern vorbei in den Strafraum gewuselt und ging im Zweikampf gegen Binya zu Boden. Schiedsrichter Busacca entschied sofort auf Penalty, Xamax-Trainer Didier Ollé-Nicolle lamentierte hinterher über ein «sehr hartes Verdikt».

In der 53. Minute lancierte der Routinier mit einem weiten Pass Degen, die gesamte Xamax-Abwehr war ausgehebelt, und der Basler traf in die Torecke. Nur drei Minuten später erzielte Christian Schneuwly, der erstmals in dieser Saison in der Meisterschaft in der Startformation figurierte, nach einem Zuspiel von Bienvenu das 4:1.

Schwächen bei Standards

Es gibt Tage, da gelingt fast alles. Doch die Young Boys vergaben danach durch Schneuwly, Sutter und Mayuka gegen die nun entblösste Neuenburger-Abwehr drei ganz klare Möglichkeiten. Und so kreierte Xamax nach dem Treffer zum 2:4 von Page noch einige Aufregung vor dem Tor des sicheren Wölfli, der nach seiner Oberschenkelverletzung wieder ins Team zurückkehrte.

Fakt ist auch, dass YB bei Standardsituationen anfällig bleibt. Beim ersten Xamax-Tor verlor Nef das Kopfballduell gegen Besle auf einen an der Mittellinie gespielten Freistossball von Nuzzolo. Und kurz nach der Pause verfehlte der aufgerückte Xamax-Verteidiger nach einem Corner von Nuzzolo mit seinem Kopfball den zweiten Treffer nur um Zentimeter. Doch was solls. YB war in Neuenburg nach dem kräftezehrenden Spiel in Odense unter Druck und hat die geforderte Reaktion gezeigt. Und Petkovic, der auf den gesperrten Affolter verzichten musste, lag mit seinen Dispositionen richtig. Denn auch Christian Schneuwly gehörte zu den Pluspunkten in diesem Spiel. Nicht nur, weil er ein Tor erzielte, sondern auch, weil er viele Zweikämpfe gewann und dadurch Bälle halten konnte. Und vom Duo Sutter/Degen liessen «sich Facchinetti und Geiger wie Bébés erwischen» – das zumindest war die dezidierte Meinung von Xamax-Trainer Ollé-Nicolle.

http://www.derbund.ch/sport/fussball/Tore-als-Baldriantropfen/story/12612982

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 Beitrag Verfasst: Montag 8. November 2010, 15:51 
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Aargauer Zeitung, 08.11.2010

YB findet seinen neuen Häuptling

Super League Die Berner Young Boys gewinnen 4:2 und zum ersten Mal seit April 2009 in Neuenburg

Vladimir Petkovic hat in Fachkreisen den Ruf des Superhirns unter den Trainern der Super League. Er bereitet jedes Spiel, und sei es nur eine Cuppartie gegen einen Zweitligisten, akribisch vor. Jedes noch so kleine Detail muss stimmen. Es geschieht äusserst selten, dass der Kroate zweimal in Folge das gleiche Team aufstellt. Petkovic gibt taktische Anweisungen auf hohem Niveau, und nicht immer können seine Spieler diesen folgen. Bei Misserfolg bietet diese Eigenschaft den Kritikern eine gewaltige Angriffsfläche, genauso wie sie in erfolgreichen Zeiten als das «gewisse Etwas» eines guten Trainers gilt.

Vor dem Spiel in Neuenburg stand der YB-Trainer unter gewaltigem Druck. Sein Boss Ilja Kaenzig sagte nach der Niederlage in der Europa League gegen das dänische Team aus Odense: «Langsam stellt sich eine gewisse Machtlosigkeit ein. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als auf bessere Zeiten zu hoffen.» Ein Hinweis darauf, dass Petkovic die Spieler nicht mehr erreicht. Für diesen Grund genug, seine Denkmaschine zu starten und ein neues Erfolgsrezept zu kreieren. Heraus kam ein Positionswechsel von Moreno Costanzo, der Gold wert sein sollte.

Wie Andrea Pirlo

«Ich habe erst kurz vor Spielbeginn erfahren, dass ich vor der Abwehr spiele», sagte Costanzo. Überrascht sei er gewesen, habe sich dann aber auf seine neue Aufgabe konzentriert. «Der Trainer hat mir gesagt, ich soll à la Pirlo spielen.» Wie jener Andrea Pirlo von der AC Milan also, der auf dieser Position seinesgleichen sucht. Nach Spielschluss attestierte sich der 22-jährige Ostschweizer eine gute Leistung. Eine masslose Untertreibung, denn Costanzo war der alles überragende Mann in der Maladière.

Es war imponierend, wie der Schweizer Internationale das YB-Spiel lenkte. Jeder Angriff lief über ihn. Nur er trat die ruhenden Bälle. Zwei davon führten zu Toren: In der zwölften Minute zirkelte YB’s Nummer zehn einen Freistoss genau auf den Kopf von Jemal, kurz vor der Pause verwandelte er einen von Christoph Spycher erzwungenen Foulpenalty souverän. Zu diesem mental wichtigen Zeitpunkt wäre nicht jeder Spieler angetreten, Costanzo aber schnappte sich den Ball, ohne zu zögern. Der Treffer bedeutete die Vorentscheidung in einem Spiel, dessen Verlauf nicht so eindeutig wie das Schlussresultat war. Costanzo, der neue YB-Häuptling.

Wie üblich wollte Vladimir Petkovic nicht die Leistung einzelner Akteure herausheben. «Das Team hat eine sehr gute Antwort auf die zuletzt aufkommende Unruhe gegeben. Das zeugt von der Charakterstärke meiner Spieler.» Auf die neue Rolle von Moreno Costanzo angesprochen, meinte er: «Unser Spiel sollte damit mehr Qualität erhalten. Dass es geklappt hat, haben sie ja gesehen.» Der 47-Jährige war sichtlich erleichtert, dass das Experiment mit Costanzo zum Erfolg geführt hatte. Von der Umstellung profitierte das ganze Team von YB. Sowohl Christoph Spycher auf seiner angestammten Position als Linksverteidiger als auch der neu in die erste Elf gerückte Christian Schneuwly zeigten bemerkenswerte und lange nicht mehr gezeigte Leistungen.

Initialzündung oder Strohfeuer?

Der deutliche Sieg gegen ein uneffizientes Xamax soll aber keineswegs über die längst nicht verschwundenen Probleme der Berner hinwegtäuschen. Unerklärlich, wie YB nach dem 1:1 durch Besle und dem 2:4 durch Page nachliess und den Gegner wieder ins Spiel kommen liess. Gut möglich, dass der Sieg die Initialzündung für die Aufholjagd nach vorne bedeutet. Gut möglich aber auch, blickt man auf die inkonstanten Leistungen der vergangenen Wochen zurück, dass er für YB und seinen Trainer Vladimir Petkovic nur ein Strohfeuer in einer kritischen Phase ist. Am Sonntag wartet der ebenfalls aufstrebende FC Zürich.

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 9. November 2010, 18:06 
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Wohnort: In der Brauerei
Meisterschaft, Xamax - YB 2:4 (1:2)

Auswärtssieg für den BSC Young Boys! Im Stade de la Maladière in Neuenburg wurde Xamax mit 4:2 bezwungen. Ammar Jemal, Moreno Costanzo, David Degen und Christian Schneuwly waren die Torschützen für die Young Boys.

Für das schwierige Auswärtsspiel in Neuenburg nahm YB-Trainer Petkovic Veränderungen in der Startelf vor. Der gesperrte Affolter wurde in der Innenverteidigung durch Jemal ersetzt, Spycher spielte hinten links in der Viererkette. Im Mittelfeld erhielten Christian Schneuwly und Xavier Hochstrasser das Vertrauen, Moreno Costanzo spielte auf der 6er-Position.

YB wusste in der Startphase zu gefallen. Schon früh brachte Verteidiger Jemal die Berner in Führung. Er lenkte einen Freistoss von Costanzo in die Maschen (11.). In der ersten halben Stunde agierten die Berner überlegen. Überraschend gelang den Einheimischen der Ausgleich. Aus dem Nichts traf Besle nach einer Standardsituation mit dem Kopf (33.). Nach diesem Treffer erhöhte Xamax den Druck, und mit ein wenig Glück gerieten die Young Boys nicht ins Hintertreffen. Nuzzolo vergab in dieser Phase eine gute Gelegenheit. Doch noch vor der Pause gelang YB die Reaktion. Spycher wurde im Strafraum von Binya zu Fall gebracht, Costanzo verwertete den Penalty (44.).

Stadion: Maladière
Zuschauer: 5250
Schiedsrichter: Busacca

Tore:
11. Jemal (Kopfball; Costanzo)0:1.
33. Besle 1:1.
44. Costanzo (Penalty; Foul an Spycher) 1:2.
53. Degen (Linksschuss; Spycher) 1:3.
55. C. Schneuwly (Rechtsschuss; Bienvenu) 1:4.
65. Page 2:4.

Auswechslungen:
59. Treand für Fachinetti.
63. Wüthrich für Ismaeel.
72. Raimondi für Spycher
76. Dampha für Mveng.
80. Mayuka für Bienvenu.
88. Doubaï für C. Schneuwly.

Ersatz:
YB: Bürki, De Pierro, Regazzoni, Dussin.
Xamax: Ferro, Sounil, Gashi, Fausto.

Bemerkungen:
YB ohne M. Schneuwly (verletzt), Dudar, Lingani (beide rekonvaleszent) und Affolter (gesperrt). Xamax ohne Kuljic, Gelabert (beide verletzt) und Paito (gesperrt).

Verwarnungen:
21. Mveng (Unsportlichkeit), 44. Binya (Foul).


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