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 Betreff des Beitrags: Re: Benno E. Oertig
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 14. April 2011, 11:16 
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14.04.2011

Zitat:
Benno E. Oertig über seinen Auftritt am KMU-Unternehmerforum, das Geldverdienen mit Fussball und die aktuelle Meisterschaft

«Visionen können belastend werden»

Der Freienbacher Benno E. Oertig machte die Intrum Justitia zur grössten Inkassofirma Europas. Seit gut zehn Jahren kümmert er sich als Verwaltungsrat der Young Boys und des Stade de Suisse auch intensiv um den Schweizer Fussball. Den ON gibt er ein exklusives Interview.

Obersee Nachrichten: Am Sonntag lieferten sich die Young Boys und Basel ein spannendes Spiel. Wie erging es dabei dem Zuschauer Benno E. Oertig?

Benno E. Oertig: Ich bin bei allen YB-Spielen sehr emotional. Das Spiel gegen Basel war noch dramatischer und emotionaler als sonst, was auch am Schiedsrichter lag. Ich war schon als Kind grosser YB-Fan. Wir hatten hier in der Oberseeregion nie NLA-Mannschaften. So kam ich auf YB. Das war ab 1963, YB hatte damals eine sensationelle Mannschaft.

Sie sind in Uznach aufgewachsen. Für Fussballfans aus der Oberseeregion stellt sich heute die Frage, ob man den FCZ oder GC unterstützt. War dies damals anders?

Benno E. Oertig: Am Obersee waren wir damals nicht Zürich-freundlich. Die Geschichte lehrte uns, dass die Zürcher gefährliche Angreifer sind. Man dachte damals so, obwohl wir den gleichen Dialekt hatten wie die Zürcher. Es gab hier grosse YB-Fanklubs, die bis heute bestehen.

«Waren am Obersee nicht Zürich-freundlich»

Jetzt hat YB zwölf Punkte Rückstand auf Basel und sieben auf Zürich. Was liegt für YB noch drin?

Benno E. Oertig: Dank den internationalen Einsätzen haben wir gelernt, besseren Fussball zu spielen. Wir sind psychisch und physisch stärker geworden. Ich bin überzeugt, dass wir unter den ersten drei abschliessen können und in der nächsten Saison wieder international dabei sind.

Das tönt jetzt sehr bescheiden. Letzte Saison war YB zu dieser Zeit weit voraus und gab den Titel noch aus der Hand. Warum soll es heuer nicht umgekehrt laufen?

Benno E. Oertig: Von der Struktur her wäre der Meistertitel im letzten Jahr nicht angemessen gewesen. Der zweite Platz war ein Zufallsprodukt, weil wir Doumbia hatten. Wir mussten wieder lernen, ohne ihn zu spielen. Das ist uns ein halbes Jahr lang fast nicht gelungen.

Trotzdem: Die Hauptstadt will endlich wieder Titel gewinnen. Wann wird es so weit sein?

Benno E. Oertig: Die Erwartungen sind sehr hoch. Mit YB wollen wir aber Schritt für Schritt an die Spitze und uns finanziell nicht überfordern. Das ist vernünftiger, als wenn eine Vision zur Belastung wird. In den nächsten zwei Jahren sollten wir in der Lage sein, den Titel zu gewinnen. Wir haben ja nicht umsonst Ilja Kaenzig als CEO, Hansruedi Hasler als Technischen Direktor und Stéphane Chapuisat als Chefscout geholt.

Am Zürichsee ist man neidisch auf die Berner. Die Zürcher Fussballklubs haben kein richtiges Stadion, die Rapperswil-Jona Lakers haben Probleme. Wir würden uns freuen, wenn Sie auch hier Ihr Know-how einbringen könnten!

Benno E. Oertig: Ich kam 1999 als Bau-Investor nach Bern. Freunde von mir hatten damals die Initiative zum Stade de Suisse ergriffen. Zum einen war es der Generalunternehmer Bruno Marazzi, zum anderen Adolf Ogi, die mich anfragten. Es ging vor allem darum, wie man ein solches Stadion finanzieren kann. Für mich war es ein ganz normales Immobiliengeschäft.

«Ich möchte Sport und Wirtschaft zusammenbringen»

Sie sind kein Mäzen, sondern ein Investor. Wenn man Ihre Vorgeschichte als erfolgreicher Geschäftsmann nicht kennen würde, könnte man Sie für blauäugig halten. Mit einem Fussballklub lässt sich doch kein Geld verdienen!

Benno E. Oertig: Doch, es ist möglich! Wir investieren ins Stadion, und das Stadion generiert Umsatz, damit können wir eine gesunde Situation schaffen. Das hat in den letzten fünf Jahren ohne Mäzene funktioniert. Der grosse Unterschied zu den anderen Vereinen ist: Uns gehört das Stadion, das Catering und die Event-Agentur. Das alles ist konsolidiert in einer Sport und Event Holding AG, die jährlich 60 bis 70 Mio. Umsatz macht.

Andere Vereine sind froh, wenn ihnen die Stadien nicht gehören. So muss der Staat die Defizite decken.

Benno E. Oertig: Das verstehe ich überhaupt nicht. Bei uns kommt der Umsatz durch die Gestaltung des Stadions. Wir haben zum Beispiel mit 2800 VIP-Plätzen die meisten der Liga. Damit setzen wir pro Platz und Saison 3500 bis 23000 Franken um. Wenn der Sportverein das Stadion nur mietet, gibt es weniger VIP-Plätze, viele Einnahmen gehen an Dritte.

«Das Konzept bei YB entstand aus einer Not»

YB arbeitet also cleverer als die anderen, bei denen jeweils Ende Jahr die Mäzene Millionenlöcher stopfen müssen?

Benno E. Oertig: Das Konzept bei YB entstand aus einer Not: Weil die Stadt Bern damals kein Geld hatte, überliess sie den Bau des Stadions der Wirtschaft. Es ist sehr wichtig, dass die drei Komponenten Sport, Wirtschaft und Politik gut und vernünftig zusammenspielen. Das war und ist in Bern der Fall.

Ein Teil im Puzzle der YB-Erfolge ist die Nachwuchsarbeit. Was tun Sie in diesem Bereich?

Benno E. Oertig: Es geht nicht nur darum, gute Spieler zu bekommen, sondern auch Buben und Mädchen einen Lebensinhalt und eine Lebensschule zu geben. Bis zur U21 haben wir 650 Kinder und Jugendliche. Ab 13 Jahren helfen wir ihnen auch bei der Gestaltung ihres weiteren Lebenslaufs. Der Nachwuchs ist für mich einer der wichtigsten Gründe für mein Engagement.

Was empfinden Sie, wenn Sie die verfahrene Stadion-Situation in Zürich anschauen?

Benno E. Oertig: Wenn es in Zürich etwas Konkretes gäbe, würde ich es unterstützen. Die ganzen Erfahrungen geben wir sehr gerne weiter. Es geht ja um die Attraktion des ganzen Schweizer Fussballs und nicht nur um YB.

YB war nicht Ihr erstes Engagement im Sport?

Benno E. Oertig: Mein erster Erfahrungswert war der Bobfahrer Gusti Weder. Ihn begleitete ich von seinen Anfängen als Bremser bis zum Olympiasieg. Ich unterstützte auch den Golfer André Bossert und ein Segelschiff, das an der Whitbread-Regatta um die Welt teilnahm.

Nun geben Sie den ON eines Ihrer seltenen Interviews und treten in zwei Wochen am KMU Unternehmerforum Obersee auf. Wie ist es dazu gekommen?

Benno E. Oertig: Mein grösstes Anliegen ist es, den Sport und die Wirtschaft zusammenzubringen. Der Sport ist ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor und wird leider von vielen unterschätzt. Schauen Sie mal an, was während der Fussball-WM an der Börse passiert ist: Nach dem Sieg gegen Spanien ging der SMI in die Höhe, nach der Niederlage gegen Chile in die Tiefe. Zugesagt habe ich auch, weil ich von hier komme. Ich bin in Uznach aufgewachsen und habe die kaufmännische Lehre bei Vögele Schuhe absolviert. Nachher arbeitete ich in diesem Haus (Oertig zeigt auf die Redaktion der ON am Rapperswiler Hauptplatz) als Substitut am Bezirksgericht.

Am KMU Unternehmerforum Obersee werden Sie zum Thema Kommunikation referieren. Was dürfen wir erwarten?

Benno E. Oertig: Sport muss gut erklärt werden. Das bedeutet, dass wir bei YB alle Kommunikationskanäle ausschöpfen. Die Spieler müssen geschult sein und wissen, wie man mit Journalisten und Fans spricht, ohne ihr individuelles Profil zu verlieren. YB hat auf Facebook 10 000 Fans, die unser Profil gut finden und sich dort engagieren. Dazu kommt der Multiplikationseffekt. Diese Kraft ist enorm. Wir haben von Anfang an auf eine gute Kommunikation gesetzt. Unsere Website ist zweimal ausgezeichnet worden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Benno E. Oertig
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 14. April 2011, 12:03 
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Von der Struktur her wäre der Meistertitel im letzten Jahr nicht angemessen gewesen.


aber hallo! :evil:


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 Betreff des Beitrags: Re: Benno E. Oertig
 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. Mai 2011, 10:46 
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Blick, 10.05.2011

Oertig: «Nicht teuer»

Benno Oertig, VR-Präsident von YB und bekennender Anhänger von Christian Gross, hat den Trainer gekriegt, den er schon immer wollte. Und das sei nicht mal so teuer gewesen. «Geld war für Gross nicht die Motivation, in Bern zu unterschreiben. Christian hat sogar enorm Rücksicht auf unser Budget genommen. Sein Engagement ist extrem erfolgsabhängig.»

Dennoch ist Gross natürlich der Topverdiener bei YB. Oertig, für CEO Ilja Kaenzig der Chef-Stratege hinter dem Gross-Deal: «Christian hat schliesslich die grösste Verantwortung. Die wirtschaftliche Kette schliesst sich bei ihm.» Apropos Budget: Gross kenne jenes für Spielerverpflichtungen ganz genau. «Er weiss, was möglich ist und was nicht.»

Die (1,5 Millionen Franken teure) Entlassung von Vladimir Petkovic – für Oertig trotz allem ein Trainer mit Perspektive – habe keine Kosten ausserhalb des Budgets generiert. «Bei einem Vertrag, wie ihn Vlado hatte, ist eine Rückstellung eine buchhalterische Verpflichtung. Diese ins Budget zu nehmen, war eine zwingende Vorsichtsmassnahme.» Mit anderen Worten: Das YB-Budget sah eine Entlassung von Petkovic von Beginn weg vor!

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 Betreff des Beitrags: Re: Benno E. Oertig
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 27. Juli 2011, 09:28 
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27.07.2011

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«Wir haben derzeit kein Interesse, das Stadion und YB zu verkaufen»

Benno Oertig, Stade-de-Suisse-Verwaltungsratspräsident, spricht im ersten Interview seit langem über seine Ziele mit den Young Boys und dem Stadion, den neuen Trainer Christian Gross und den früheren CEO Stefan Niedermaier, das Budget des Vereins und die Zukunftsaussichten. Und er äussert sich zur scharfen Kritik an seiner Person in der Vergangenheit.

Herr Oertig, die Entwicklung bei YB dürfte Ihnen gefallen.
Benno Oertig: Ich bin sehr zufrieden, wie sich die Situation sportlich und im gesamten Stadionbetrieb präsentiert. In den letzten Monaten ist enorm viel passiert, und ich denke, wir sind auf gutem Weg, unsere Ziele zu erreichen.

Ist es für Sie auch eine Genugtuung, diese Entwicklung zu sehen, nachdem Sie teilweise sehr scharf kritisiert worden sind, auch von dieser Zeitung?
Ich bin nicht nachtragend. Ich halte mich lieber an Fakten. Die Berichterstattung über mich war gerade in Ihrer Zeitung nicht immer fair und meiner Meinung nach manchmal sogar unter der Gürtellinie. Aber mir geht es um die Sache, und das ist YB. Deshalb ist es für mich wichtig, was die Leute bei uns über mich denken.

Was sind Ihre Beobachtungen?
In unserem Betrieb hat es jede Menge motivierte, aufgestellte, fähige Leute, die unseren Visionen vertrauen. Als ich im Mai 60 Jahre alt wurde, schenkten mir die Angestellten ein grosses Bild, auf dem in englischer Sprache stand: «Die 3. Phase der Entwicklung ist für uns die Erntezeit.»

Für Ihre Sprüche vor einem Jahr bei der Installierung von YB-CEO Ilja Kaenzig, bei den Young Boys komme nun die «Phase 3» und eine «Bayern-München-Hochphase» wurden sie belächelt...
...aber eigentlich ist genau das eingetreten, was wir damals gemeint haben. Wir haben im Fussballbereich die Voraussetzungen geschaffen, um langfristig Erfolg zu haben. Das ist jetzt die viel zitierte Phase 3. Nun geht es bei YB und im Stadion vor allem um den sportlichen Ertrag. Und es ist unser Ziel, nachhaltig so erfolgreich zu sein wie Bayern München. Natürlich können wir uns von den Dimensionen her nicht mit München vergleichen. Aber die Bayern sind für uns ein Vorbild. Wir möchten in jeder Funktion die besten Leute haben, und ich denke, es ist uns gelungen, ausgezeichnete Fachleute zu verpflichten. Man muss dann fischen, wenn es Fische im Teich hat.

Wie meinen Sie das?
Ilja Kaenzig war vor einem Jahr für uns verfügbar, er kennt sich im Fussballbusiness aus wie kaum ein zweiter Schweizer, er ist fantastisch vernetzt und besitzt langjährige Bundesliga-Erfahrung bei Leverkusen und Hannover. Über unseren Technischen Direktor Hansruedi Hasler müssen wir uns nicht lange unterhalten, er hat in den letzten Jahrzehnten bewiesen, dass er sehr, sehr viel von diesem Geschäft versteht. Er ist die absolute nationale Kapazität im Nachwuchsbereich. Wir haben eine wunderbare Scoutingabteilung mit Stéphane Chapuisat sowie Ingo Winter. Und mit Christian Gross haben wir nun den besten und erfolgreichsten Schweizer Trainer der Gegenwart.

Also war es für Sie bereits vor einem Jahr, bei der Entlassung des ehemaligen Stadion-CEO Stefan Niedermaier, klar, diese Leute in naher Zukunft zu verpflichten?
Wir wussten, dass wir die entscheidenden Positionen mit Experten aus dem Fussball besetzen müssen. Aber wir waren lange vom ehemaligen Trainer Vladimir Petkovic überzeugt, eigentlich bis in diesen Frühling und mehreren enttäuschenden Resultaten in Serie. Und weil ich schon immer sehr viel von Christian Gross hielt und ihn bereits einmal nach Bern holen wollte...

...wann war das?
Im Sommer 2008, als er aber in Basel einen schönen Vertrag erhielt. Es war immer mein Wunsch, Christian Gross als YB-Trainer zu verpflichten. In diesem Frühling bot sich diese Gelegenheit, auch weil wir mit Kaenzig, Hasler und Chapuisat eben Leute haben, die Gross kennt und von denen er überzeugt ist.

Wie man hört, waren Sie die treibende Kraft hinter der Verpflichtung von Christian Gross.
Ich bin als Verwaltungsratspräsident des Betriebs in einer verantwortungsvollen Position. Und für mich war im Frühling klar, dass wir auf der Trainerposition die bestmögliche Lösung benötigen, und das ist Gross. Es ist aber nicht so, dass ich die anderen überreden musste. Jeder weiss, was für ein erfolgreicher, guter, leistungsorientierter Trainer Gross ist. Er hat frischen Wind in den Verein gebracht. Wir wollen die Nummer 1 in der Schweiz werden, deshalb ist es wichtig, den besten Coach zu haben.

Sportlich ist YB in der Tat beeindruckend aufgestellt. Können Sie aber nicht verstehen, dass die Art und Weise des Rauswurfs von Stefan Niedermaier und der Zeitpunkt, wenige Tage vor den Champions-League-Qualifikationspartien gegen Tottenham, im letzten August in Bern auf einiges Unverständnis stiessen?
Nein. Wir haben klar kommuniziert, dass wir uns sportlich weiterentwickeln wollen. Stefan Niedermaier wurde normal gekündigt, und ich habe auch nicht viele negative Reaktionen erhalten, mit Ausnahme von gewissen Medien, die uns und mich ständig kritisiert haben. Im YB-Umfeld, bei den Sponsoren und ganz allgemein erfahre ich zum Glück grosse Wertschätzung für das, was wir hier ermöglicht haben.

Stefan Niedermaier war nicht nur im Betrieb sehr beliebt und hat nicht alles falsch gemacht.
Aber in den letzten Jahren lief in meinen Augen einiges nicht wie gewünscht, wir haben gerade sportlich keine Fortschritte gemacht und den Meistertitel 2009 geradezu fahrlässig verspielt, als Beispiel sei nur das Theater um Gilles Yapi erwähnt. Das hätte man anders lösen müssen. Dann wären wir sehr wahrscheinlich Meister geworden. Zudem bin ich nicht sicher, ob man Seydou Doumbia bereits hätte verkaufen müssen. Es sind Managementfehler geschehen, die uns Geld gekostet haben. Aber ich will nicht im Detail darauf eingehen – das ist vorbei, wir schauen nach vorne, auch wenn es schon weh tat, was wir teilweise über uns lesen und hören mussten.

Aus Ihren Worten hört man heraus, dass Sie sich von uns nicht entsprechend gewürdigt fühlen.
Ich halte mich eigentlich lieber im Hintergrund auf und gebe selten Interviews. Aber vielleicht ist das hier der richtige Zeitpunkt, um auch einmal zu sagen, was wir mit dem Stadionbau und bei YB aufgestellt haben. Wenn ich daran denke, wie es in diesem Verein vor 12 Jahren ausgesehen hatte, bevor wir einstiegen, dann ist es schon erstaunlich, was sich hier entwickelt hat. Damals kamen vielleicht 3000 Leute an die YB-Spiele, heute sind es rund 22'000 Zuschauer im Durchschnitt. Das freut mich extrem. Und, ja, mit den Gebrüder Rihs ist es mir gelungen, zwei Milliardäre nach Bern zu holen, die sich zwar als Investoren sehen, aber längst ein gelb-schwarzes Herz haben.

Andy Rihs ist als Radfan bekannt und hat mit Fahrer Cadel Evans und seinem Team BMC gerade die Tour de France gewonnen.
Natürlich steckt er sehr viel Herzblut in den Radsport. Aber Sie können mir glauben, er ist wie sein Bruder Hans-Ueli Rihs ein riesiger Fussballfan. Auf dem Teamwagen von BMC war während der Tour de France ein grosser YB-Kleber. Auch Andy und Hans-Ueli Rihs wünschen sich nichts mehr als einen Meistertitel der Young Boys.

Haben Sie das den Spielern auch gesagt?
Ich habe vor der Saison eine kleine Ansprache gehalten und an alle Fussballer appelliert, immer alles zu geben. Aber man kann einen Titel nicht fordern. Fussball ist ein unberechenbares Geschäft, ein Zufallstor in der Nachspielzeit kann über einen Meistertitel entscheiden. Deshalb würde ich nie einen Titel verlangen oder sagen, wir werden ganz sicher Meister. Das wäre grossspurig. Wir wollen professionell und nachhaltig eine Struktur aufbauen, die es uns erlaubt, sportlich und wirtschaftlich das beste Schweizer Team zu werden. Noch sind wir nicht so weit wie Basel.

Warum nicht?
Erstens hat der FCB durch seine Erfolge in der jüngsten Vergangenheit einen Vorteil. Er nimmt auch jetzt durch die Champions-League-Teilnahme einen grossen Betrag ein. So weit sind wir in Bern noch nicht. Und zweitens wird Basel alimentiert (von Geldgeberin Gigi Oeri, die Red). Bei den Young Boys gibt es kein Mäzenatentum. Wir sind sehr stolz, durch die in der Schweiz einmaligen und fantastischen Strukturen mit dem Stadion in unserem Besitz einen gesunden Betrieb zu unterhalten.

Kann ein Fussballklub in der Schweiz überhaupt rentieren?
Es geht ja im Fussball nicht darum, einen möglichst hohen Gewinn zu erzielen. Aber es ist in der Tat sehr schwierig, einen Fussballklub rentabel zu führen, übrigens nicht nur in der Schweiz. Wenn ich höre, was Vereine wie Barcelona, Milan oder die englischen Klubs jährlich für Verluste schreiben oder wie hoch deren Schulden sind, und da reden wir von Hunderten von Millionen Franken, frage ich mich schon, wo die Chancengleichheit bleibt.

Wie könnte man das ändern?
Der Europäische Fussballverband Uefa lanciert nun das Financial Fairplay, wonach in einigen Jahren grob zusammengefasst kein Verein mehr ausgeben darf, als er einnimmt. Das tönt fair, aber ich bin gespannt, ob man das auch bei den Grossen durchsetzen kann. In der Schweiz ist es eigentlich nur möglich, ohne Verluste über die Runden zu kommen, wenn es gelingt, immer wieder Fussballer mit Gewinn weiterzuverkaufen. Und wenn man regelmässig eigene Nachwuchsleute heranzieht. In diesem Bereich erwarten wir in Zukunft bei YB noch erhebliche Fortschritte.

Bei YB spricht man ja nicht übers Geld. Können Sie verraten, wie hoch das Budget des Vereins ist? Und wie beispielsweise das letztjährige Ergebnis ausfiel?
Ach, das Budget, da werden in der Schweiz ja bei allen Vereinen Mischrechnungen präsentiert. Da werden nicht Äpfel mit Äpfeln verglichen. Im gesamten Betrieb haben wir uns beim Budget mittlerweile der 50-Millionen-Franken-Marke genähert. Was das genau für das Budget von YB bedeutet, ist wirklich enorm schwierig abzuschätzen. Ich denke, es liegt ungefähr bei der Hälfte, also bei etwa 25 Millionen Franken. Im Übrigen verliefen die letzten Jahre, auch dank ausserordentlicher Transfererlöse...

...die teilweise die frühere Vereinsführung ermöglichte...
...genau, es war ja auch nicht alles falsch, was früher lief. Aber heute sind wir einfach in jeder Hinsicht und gerade im sportlichen Sektor wie beispielsweise auf dem Transfermarkt besser aufgestellt und arbeiten sehr zielgerichtet und gut. Im Übrigen sind auch unsere Sponsorenerträge wie die Zuschauerzahlen zuletzt weiter gestiegen.

2010 soll es trotz des Verkaufs von Seydou Doumbia für über 10 Millionen Franken zu ZSKA Moskau finanziell nicht so gut ausgesehen haben. Darum mussten in diesem Sommer offenbar auch Fussballer wie Senad Lulic und Thierry Doubai unbedingt verkauft werden.
In der Regel verliefen die letzten Saisons finanziell ausgeglichen. Es gab ein Jahr, in dem wir deutlich Verlust machten. Aber noch einmal, ich will nicht zu viel kritisieren, was früher nicht gut war. Ich schaue in die Zukunft, sie sieht sehr verheissungsvoll aus. Doch ein Schweizer Verein wird immer seine besten, talentiertesten Kräfte verkaufen müssen, wie wir zuletzt Lulic und Doubai . Wir müssen ja auch immer den laufenden Betrieb finanzieren.

Die neue Crew mit den arrivierten und teuren Fachleuten wie Gross, Kaenzig, Hasler und dem Stadionchef Thomas Gurtner und dem kaufmännischen Leiter Daniel Seiler kostet bestimmt auch einiges.
Selbstverständlich sind derart gute Leute nicht preiswert. Aber wir haben rund 1,5 Millionen Franken an Löhnen eingespart, weil es uns gelungen ist, überzählige Fussballer loszuwerden, die noch auf der Lohnliste standen. Heute agieren wir auf dem Transfermarkt wesentlich bewusster als früher. Ich kann Ihnen versichern, dass die Lohnkosten nicht höher als vor einem Jahr sind.

Das fällt schwer zu glauben...
...es ist aber so. Und heute sind die Gelder viel sinnvoller investiert. Zudem sind viele Verträge bei YB leistungsabhängig.

Und wer hat den Verlust, den Sie vorher erwähnten, bezahlt?
Das waren die Investoren. Niemand muss sich sorgen, dass wir YB fallen lassen. Wir möchten einfach nicht, dass es jedes Jahr zu einem solchen Verlust kommt. Doch wenn ich sehe, wie hier in jedem Bereich kompetent gearbeitet wird, dann bin ich überzeugt, dass sich unsere Vorwärtsstrategie ausbezahlen wird. Es ist ein Glücksfall, engagieren sich hier Persönlichkeiten wie Andy und Hans-Ueli Rihs. Sie sind etablierte und sehr sportfreundliche Geschäftsleute und keine unsauberen Spekulanten.

Es halten sich hartnäckig Gerüchte, dass die Rihs-Brüder und Sie den Verein verkaufen wollen und deshalb mit aller Macht die Champions League anpeilen, damit der Betrieb mehr Wert hat.
(lacht) Von diesen Gerüchten habe ich auch schon gehört, aber ich kann Ihnen versichern: Sie stimmen nicht. Wir haben derzeit absolut kein Interesse, das Stadion und damit YB zu verkaufen. Im Gegenteil, wir wünschen uns nichts mehr, als mit dem Verein Erfolge zu feiern. Selbstverständlich aber überlege ich mir ständig, was passieren wird, wenn wir nicht mehr da sein werden.

Und wie sehen Ihre Pläne aus?
Ich träume seit langem und immer noch von einer Berner Lösung. YB sollte dereinst einheimischen Investoren gehören, vielleicht kann man auch irgendwann an die Börse gehen. Aber das ist Zukunftsmusik. Wissen Sie, ich war schon immer ein Visionär, so war das auch mit der Phase 3. Wer keine Ideen und Pläne hat, der entwickelt sich nicht weiter. Ein Verkauf des Stadions wäre zudem sehr kompliziert, das geht nicht einfach so von heute auf morgen.

Wie lange möchten Sie sich denn noch bei YB und im Stade de Suisse engagieren?
So lange wie möglich. Wir sind hier, um in jedem Bereich alles zu unternehmen, damit YB und das Stade de Suisse fit für die Zukunft sind. Und wenn ich jetzt gesehen habe, wie sich Andy Rihs in Paris über den Triumph von Cadel Evans an der Tour de France gefreut hat, wird mir warm ums Herz. Das möchte ich auch erleben. Meine Begeisterung für den Fussball und YB ist ungebrochen.

Sie gelten als impulsiver, leidenschaftlicher Anhänger.
Ich bin seit meiner Jugend ein begeisterter YB-Anhänger, sowieso gefällt mir die Region Bern sehr, ich habe meinen Zweitwohnsitz in Schönried. Deshalb fand ich es schön, fand unser Vorsaisontrainingslager diesmal in Gstaad statt. Warum muss man immer ins Ausland gehen, wenn es auch in der Nähe wunderschöne Orte gibt? Es würde mir wahnsinnig viel bedeuten, im Stade de Suisse einen Titel zu feiern. Selbst, wenn ich nicht berndeutsch spreche (lacht).

Spüren Sie manchmal zu wenig Akzeptanz wegen Ihres Dialekts und Ihrer Herkunft?
Nein, das nicht gerade, aber ich bin halt hier der Zürcher, obwohl ich ja eigentlich ein Ostschweizer bin (lacht). Wenn ich aber sehe, was bei anderen Vereinen gerade abläuft, ist es vielleicht für die Young Boys doch besser, einen St.Galler an der Spitze zu haben.


Zur Person

Benno Oertig ist als Verwaltungsratspräsident der Stade de Suisse AG der Vorgesetzte von YB-CEO Ilja Kaenzig – und der Mann mit dem meisten Einfluss im Betrieb. Der seit wenigen Wochen 60 Jahre alte Oertig ist seit 1999 bei den Young Boys engagiert. Seit Mai 2002 gehört ihm zusammen mit den Gebrüder Andy und Hans-Ueli Rihs, die heute zu 88 Prozent beteiligt sind, das Stade de Suisse – und damit die Young Boys.

Oertig lebt mit seiner Familie in Freienbach und Schönried, spielt gerne Golf (Handicap 13,7) und fährt leidenschaftlich Velo und Ski – und Autorennen (sechs bis acht internationale Kurse im Jahr auf einem VW R Clubsport). Der Weinliebhaber wurde vermögend als Regionaldirektor von Europas führender Inkassofirma, der Intrum Justitia. Heute ist der St.Galler mit einem Pensum von rund 25 Prozent noch Senior Advisor der Länder Deutschland/Schweiz/Österreich der Intrum-Gruppe und Verwaltungsratspräsident der Intrum Justitia Finance Services AG. Zudem engagiert sich Oertig im Immobilienbereich mit Schwerpunkt verdichtendes Bauen. Sein Aufwand für YB beläuft sich auf ungefähr 50 Prozent, wobei Oertig «keinen Rappen» verdient. Er steht regelmässig im Dialog mit den Führungskräften.

Dieser Zeitung verweigerte Benno Oertig, der sowieso selten grössere Interviews gibt, monatelang ein Gespräch, weil er enttäuscht war über die Berichterstattung im letzten August nach der Entlassung des früheren YB-CEO Stefan Niedermaier.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/28855407

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 Betreff des Beitrags: Re: Benno E. Oertig
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 27. Juli 2011, 14:20 
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Zudem bin ich nicht sicher, ob man Seydou Doumbia bereits hätte verkaufen müssen.


Zitat:
Doch ein Schweizer Verein wird immer seine besten, talentiertesten Kräfte verkaufen müssen, wie wir zuletzt Lulic und Doubai . Wir müssen ja auch immer den laufenden Betrieb finanzieren.

widerspruch im gleichen interview herr oertig. wie soll ein spieler welcher zweimal hintereinander torschützenkönig wurde noch gehalten werden?


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 Betreff des Beitrags: Re: Benno E. Oertig
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 28. Juli 2011, 08:05 
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28.07.2011

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«Die Zustände in der Stadt Bern bezüglich Fussballfelder sind ein Armutszeugnis»

Benno Oertig, der Stade-de-Suisse-Verwaltungsratspräsident, findet deutliche Worte zu Brennpunkten wie dem Kunstrasen und den Sicherheitskosten. Er ärgert sich manchmal über die Behandlung durch die Stadt Bern, träumt von einem Luftkissendach in der Arena und schwärmt vom Produkt Fussball.

Nach dem gestrigen Interview nimmt Benno Oertig, der Stade-de-Suisse-Verwaltungsratspräsident, heute im zweiten Teil des ausführlichen Gesprächs Stellung zu Stichworten rund ums Stadion. Der 60-jährige Ostschweizer äussert sich als starker Mann bei YB und im Gesamtbetrieb sehr pointiert über ...

... den Naturrasen: «Es ist klar, dass wir in Zukunft nicht mehr auf den Kunstrasen setzen wollen. Fussball sollte auf natürlichem Untergrund stattfinden. Es wird unter Hochdruck daran gearbeitet, dass wir bald einen Naturrasen im Stade de Suisse verlegen können. Aber die Umsetzung ist sehr schwierig, weil uns die Trainingsmöglichkeiten fehlen. Derzeit trainieren mit der ersten Mannschaft, der U-21 und der U-18 drei Teams auf dem Kunstrasen. Auch andere Teams sind oft im Stade de Suisse. Sobald wir bezüglich Trainingsplätze eine Lösung gefunden haben, kommt der Naturrasen.»

... die Suche von YB nach Trainingsplätzen: «Ich finde, die Zustände in der Stadt Bern bezüglich Fussballfelder sind ein Armutszeugnis. Und seit Jahren verändert sich nichts. 2004 gabs im Stadtrat eine Motion, dass YB bessere Trainingsmöglichkeiten erhalten soll. Passiert ist nichts. Derzeit sind wir mit einigen Gemeinden in Verhandlungen, um zwei bis drei Plätze zu benutzen oder zu bauen. In der Not ziehen wir halt irgendwann weg von Bern und bauen während drei, vier Jahren irgendwo einen Campus. Das würde zwar der Sache YB keineswegs gerecht, aber wenn es in der Stadt Bern nicht vorwärtsgeht, dann müssen wir anderswo weiter schauen.»

... die Trainingsplätze auf dem Neufeld: «Heute muss ich sagen: Es war leider ein Managementfehler, rund drei Millionen Franken ins Neufeld zu investieren. Die Idee war, mit einem Campus unsere Probleme bei den Trainingsplätzen zu lösen. Aber die Realität sieht anders aus: Wir können nicht bestimmen, wie es läuft, weil die auf dem Neufeld beheimateten Vereine verständlicherweise andere Interessen haben als wir. Es ist ärgerlich, hat sich die Situation im Neufeld unerfreulich entwickelt.»

... die Allmend als mögliches YB-Trainingszentrum: «Es wäre die beste Lösung, wenn wir auf der Allmend drei Plätze und Garderoben bauen könnten. Es hat so viel Platz da, und es liegt gleich auf der anderen Seite der Papiermühlestrasse beim Stadion. Aber offensichtlich ist das nicht möglich, weil die Anlage der Allgemeinheit gehört. Das ist schön und gut, aber in anderen Ländern und auch schon in anderen Städten der Schweiz erhält ein Fussballverein mehr Unterstützung durch die Politik. Ich bin sicher, dass es eine Lösung geben könnte auf der Allmend, die allen gerecht würde. Aber es ist kompliziert und dauert lange, bis es endlich zu einer Entscheidung kommt.»

... die politische Unterstützung der Stadt Bern: «Manchmal frage ich mich, ob die Politiker der Stadt Bern wissen, was sie an YB haben. Man sollte einmal ausführlich über die Wertschöpfung reden. An jeder Partie sind über 20000 Zuschauer dabei, wobei im Stadion, rundherum, aber auch in der Stadt sehr viel Geld umgesetzt wird. Wir sind ein grosser, wenn nicht sogar der grösste Faktor dieser Stadt im Unterhaltungsbereich. Das ist auch Kultur. Subventioniert aber werden wir nicht, das wollen wir auch nicht werden – doch teilweise behindert man uns. Es ist verantwortungslos, wie sich gewisse Leute gerade im Wahlkampf profilieren wollen und populistische Äusserungen von sich geben. Ich finde, man könnte YB in der Politik durchaus ein bisschen mit Freude begegnen und auch Stolz zeigen, was hier in den letzten Jahren aufgebaut wurde.»

... die Debatte über Sicherheitskosten an den YB-Spielen: «Auch in diesem Bereich fühle ich mich manchmal wie im falschen Film. Offensichtlich ist es gerade Mode, von uns zu verlangen, mehr als die 60'000 Franken jährlich an die Stadt Bern zu bezahlen für Polizeieinsätze während der YB-Spiele. Aber wir beteiligen uns bei europäischen Partien mit zwei Franken pro Zuschauer, letzte Saison waren das 200'000 Franken. Der entscheidende Punkt ist für mich aber: Die Öffentlichkeit und damit der Steuerzahler hat sich nicht mit einem Rappen am Stadionbau in Bern beteiligen müssen. Wird eine Arena gebaut, ist das weltweit selten der Fall. Damals hat man abgemacht, dass wir für die Sicherheit, und damit ist auch die finanzielle gemeint, im Stadion verantwortlich sind, die Stadt Bern aber für jene ausserhalb. An diese Abmachung sollte man sich halten, auch wenn es für Politiker angenehm ist, mit Forderungen an uns Stimmung zu machen.»

... seine Visionen: «Es wäre schön, wenn es irgendwann eine Berner Lösung geben würde und YB sowie das Stadion im Besitz von Leuten aus der Region wären. Ausserdem wäre es fantastisch, wenn die Arena wie das Einkaufszentrum den gleichen Eigentümern gehören würde. Da könnte man sehr gut Synergien schaffen. Es ist ja bereits jetzt eine wunderbare Erlebniswelt mit einem Fitnessklub, einer Disco, den vielen Läden und der Arena, um nur einige Attraktionen zu nennen. Aber auch ein Ca sino oder ein Hotel könnte ich mir vorstellen. Und vielleicht gibt es im Stadion mal eine öffentliche Eisbahn im Winter. Möglichkeiten sind viele vorhanden, um noch mehr Dinge anzubieten.»

... ein Dach im Stade de Suisse: «Ein Stadiondach ist ein Traum von mir. Wir haben das einmal konkret abgeklärt. Die Umsetzung sollte meiner Meinung nach realisierbar und finanziell möglich sein. Ein Dach würde uns grossartige Möglichkeiten bieten. Man könnte in den Wintermonaten viele Veranstaltungen wie grosse Boxkämpfe, Konzerte, Eishockeyspiele oder ein Tennisturnier durchführen. Die Organisatoren von «Wetten, dass...» haben zum Beispiel früher Interesse signalisiert, eine Sendung hier zu produzieren, falls es eine Überdachung geben würde. Der Kostenpunkt eines Daches würde rund 20 Millionen Franken betragen, wobei das genau evaluiert werden müsste. Ich stelle mir eine Art Luftkissendach vor, welches man in jeder Farbe erstrahlen lassen könnte: gelb-schwarz bei YB-Spielen, rot-weiss bei Länderspielen oder ein Sternenhimmel bei einem Konzert.»

... das Nationalstadion: «Wir besitzen alleine schon durch unsere geografische Lage sehr gute Argumente, den Cupfinal und Länderspiele auszutragen. Der St.-Jakob-Park in Basel ist zwar ein wenig grösser, aber bei uns hat es deutlich mehr VIP-Sitze. Das ist ein grosser Pluspunkt für uns. Und natürlich würde es uns helfen, wichtige Partien in Bern austragen zu können, wenn wir wieder einen Naturrasen hätten.»

... die Vorgänge in der Super League: «Meiner Meinung nach ist es an der Zeit, dass eine Interessengemeinschaft der vernünftigen Schweizer Vereine gegründet wird. Der FC Sion und sein Präsident Christian Constantin schaden mit den ständigen Drohungen und Klagen dem Ansehen des Schweizer Fussballs. Und was bei Xamax passiert, kann niemand gut finden. Es wäre ein Desaster in jeder Hinsicht, wenn es in Neuenburg mitten in der Saison zum grossen Knall kommen würde. Das Image der Liga würde leiden, der sportliche Wettkampf wäre verfälscht, es wäre bitter für Xamax – und finanziell ein Debakel. Wenn die zwei Heimspiele in dieser Saison gegen Xamax ausfallen würden, wäre das für uns bei je rund 20'000 Zuschauern ein sehr beträchtlicher Einnahmenverlust. Wer würde das bezahlen? Ich hoffe, die Liga beruhigt sich wieder, denn sie ist ein sehr attraktives Produkt. Das hat man jetzt auch beim neuen, lukrativeren TV-Vertrag gesehen. Und ich bin überzeugt, dass die Super League in ein paar Jahren noch viel mehr wert sein wird.»



http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... ier_id=841

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 Betreff des Beitrags: Re: Benno E. Oertig
 Beitrag Verfasst: Freitag 29. Juli 2011, 09:35 
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Tschäppät kontert Oertigs Vorwürfe

Stade-de-Suisse-Verwaltungsratspräsident Benno Oertig kritisierte in einem Interview die Stadt Bern bezüglich der Trainingsmöglichkeiten für die Young Boys. Nun nimmt Stadtpräsident Alexander Tschäppät Stellung.

Der Stade-de-Suisse-Verwaltungsratspräsident Benno Oertig sagte gegenüber der Berner Zeitung, dass die Zustände in der Stadt Bern bezüglich Fussballfeldern ein Armutszeugnis seien und dass es nicht vorwärts gehe. Stadtpräsident Alexander Tschäppät meint auf Anfrage von Bernerzeitung.ch/Newsnetz: «Es kann doch nicht Aufgabe der öffentlichen Hand sein, einem kommerziellen Unternehmen, wie es das Stade de Suisse ist, Trainingsmöglichkeiten zu finanzieren.» Insbesondere, wenn da Löhne im siebenstelligen Bereich ausbezahlt würden.

Tschäppät ist sich der Probleme mit den Trainingsmöglichkeiten bewusst. Man sei intensiv im Gespräch mit YB, um Möglichkeiten zu finden. «Es ist einfach schade, dass Benno Oertig nun über die Medien Stimmung macht», sagt Tschäppät. Die Stadt investiere jährlich 25 Millionen in den Breitensport und momentan seien 10 neue Fussballfelder in Planung. Vorwärts gehe es insofern langsam, weil solche Projekte in der Schweiz durch Abstimmungen und Einsprachen ihre Zeit dauern.

Kommerz eliminierte Felder

Im alten Wankdorf habe der BSC Young Boys neben dem Hauptspielfeld sehr wohl über genügend Trainingsmöglichkeiten verfügt. Doch der Stadionbetreiber habe mit dem Bau des Stade de Suisse den Platz verkommerzialisiert und so verschwanden auch die zwei zusätzlichen Fussballfelder. Der Fehler könne nicht bei der Stadt gesucht werden, auch die Fehlinvestition im Neufeld sei einzig die Entscheidung von YB gewesen – eine unternehmerische Entscheidung des Clubs.

Dass auf der Allmend keine Plätze und Garderoben für YB zustande kommen werden, ist Oertig und Tschäppät klar. «Die Allmend ist heilig, da würden viele andere Sportler und Leute, die hier ihre Freizeitaktivitäten pflegen, intervenieren», sagt Tschäppät. Zudem würde die Öffentlichkeit auch noch ausgeschlossen werden, weil YB Felder mit Sichtschutz, Zäunen und Flutlicht installieren würde.

Die Mannschaft müsse nicht unbedingt innerhalb der Stadt trainieren, meint Tschäppät, sondern könnte auf andere Plätze ausserhalb der Stadt Bern ausweichen, doch da sei die Situation auch nicht besser. Tschäppät schlussfolgert: «Je mehr Plätze wir haben, umso entlasteter sind andere und so wird die Situation auch für YB einfacher.»

YB in Zürich?

Die Aussage von Oertig, dass Politiker der Stadt Bern nicht wüssten, was sie an YB hätten, nimmt Tschäppät gelassen: «Ich bin 59-jährig und seit 55 Jahren YB-Fan. Glauben Sie mir, ich weiss, was ich an YB habe!» Es sei doch ein Geben und ein Nehmen: YB bringe Geld, das sei ganz klar. Dafür komme man dem Klub mit moderaten Sicherheitskosten und beim öffentlichen Verkehr entgegen.

YB müsse aber auch wissen, was es an der Stadt Bern habe. Es profitiere auch von der Sportstadt, die hohen Zuschauerzahlen seien nicht erst da, seit Benno Oertig bei YB arbeite, sondern eine Tradition. Die Drohung, dass YB aus der Stadt ziehe, könne er nicht ernst nehmen. Ob auch noch so viele Zuschauer kommen würde, wenn YB beispielsweise in Zürich spielen würde, stellt Tschäppät in Frage.


http://www.bernerzeitung.ch/region/bern ... ier_id=841

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 Betreff des Beitrags: Re: Benno E. Oertig
 Beitrag Verfasst: Freitag 29. Juli 2011, 09:45 
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Bundesamt für Sport widerspricht Oertig

Fussball · Benno Oertig, der Stade-de-Suisse-Verwaltungsratspräsident, erklärte gestern in dieser Zeitung, der Steuerzahler habe sich nicht an den Stadionbaukosten beteiligt. Laut dem Bundesamt für Sport stimmt das nicht.

Das zweiteilige Gespräch am Mittwoch und Donnerstag in dieser Zeitung mit Benno Oertig, dem Stade-de-Suisse-Verwaltungsratspräsidenten, hat für viel Wirbel gesorgt. Oertig beschwerte sich ja unter anderem, YB erhalte teilweise zu wenig Unterstützung von der Stadt Bern und aus der Politik. So sagte der 60-Jährige beispielsweise: «Der Steuerzahler hat sich nicht mit einem Rappen am Stadionbau in Bern beteiligen müssen.» Laut dem Bundesamt für Sport (Baspo) entspricht diese Äusserung des St. Gallers Benno Oertig nicht den Tatsachen. «Der Bund hat sich im Rahmen des nationalen Sportanlagenkonzepts (Nasak) an den von der damaligen Trägerschaft für das Stade de Suisse Wankdorf ausgewiesenen Baukosten für die sportliche Nutzung von 70 Millionen Franken mit einem Beitrag von 10,2 Millionen Franken beteiligt», sagt Kurt Henauer, Kommunikationsmitarbeiter beim Baspo, im Auftrag des Bundesamtes.

20 Prozent öffentliche Gelder

Das Baspo teilte gestern zudem mit, der Grosse Rat des Kantons Bern habe damals aus dem Sportfonds rund 4 Millionen Franken für den Bau des Stade de Suisse in Bern bewilligt. Insgesamt seien also 14,2 Millionen Franken oder rund 20 Prozent der gesamten Baukosten von der öffentlichen Hand aufgebracht worden, erklärt Kurt Henauer.

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 Betreff des Beitrags: Re: Benno E. Oertig
 Beitrag Verfasst: Freitag 29. Juli 2011, 15:50 
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«Der Steuerzahler hat sich nicht mit einem Rappen am Stadionbau in Bern beteiligen müssen.» Laut dem Bundesamt für Sport (Baspo) entspricht diese Äusserung des St. Gallers Benno Oertig nicht den Tatsachen.

eigentlich ein wenig peinlich, dass herr oertig dies nicht weiss. :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: Benno E. Oertig
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 12. Juli 2012, 15:24 
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Oertig schmeisst hin!


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