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 Beitrag Verfasst: Dienstag 6. Juni 2023, 11:01 
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Wie YB die letzte Sehnsucht stillt: Wer den Cup gewinnt, will genau so einen Gegner und so ein Spiel

Die Young Boys besiegen den FC Lugano in einem unterhaltsamen Final 3:2. Raphael Wicky gewinnt als erst dritter YB-Trainer das Double – und glaubt zu wissen, was vom Finalgegner in Zukunft zu erwarten ist.

Zwei Spieler des FC Lugano kippten um, als seien sie Statisten in einer Saloon-Schiesserei. Allan Arigoni und Kreshnik Hajrizi hatten es nicht geschafft, das 3:1 für YB zu verhindern, sie sahen, wie Meschack Elia ins Tor traf, fielen hin, blieben liegen. Aus, Ende. Finito.

Und sie standen wieder auf.

Es war eine Geschichte dieses Cup-Finals 2023: wie der FC Lugano zurückkam, wieder und wieder, immer wieder, fast immer. Angekurbelt von Mattia Croci-Torti, diesem unverwechselbaren Trainer, der an der Seitenlinie umhertigerte, mit schier unerschöpflicher Energie.

Zur Pause lagen die Tessiner 0:2 zurück, kurz nach der Pause trafen sie zum 1:2. Sie erspielten und erkämpften sich weitere Chancen, in der 85. Minute hätte das 2:2 eigentlich fallen müssen. Jhon Espinoza kam gleich zweimal zum Abschluss, der YB-Trainer Raphael Wicky dachte sich: «Hoffentlich ist da noch irgendwo ein Gelber, hoffentlich hält der Goalie den, es gibt einen Abpraller, und du hoffst wieder: Hoffentlich ist da noch einer irgendwo», und da war einer, irgendwo, es kam zum Gegenstoss, das Treffen im Saloon, 3:1 statt 2:2.

Als Arigoni und Hajrizi am Boden lagen und YB feierte, als gebe es kein Morgen und keine weiteren zehn Minuten mehr, stand Croci-Torti fast zähnefletschend am Rand, voller Ungeduld, dass es weitergeht, mit Spiel und Aufholjagd.

Der Cup-Final war zum Spiel der Rechtfertigung stilisiert worden

Man müsste meinen, in den letzten Jahren sei jede erdenkliche Sehnsucht der Young Boys gestillt worden. 2018 erstmals seit 32 Jahren Meister, in einem unvergesslichen Spiel; Teilnehmer an der Champions League; vier weitere Meistertitel; und 2020 der Cup-Sieg, erstmals seit 33 Jahren. Aber jener Cup-Sieg: unter Corona-Atmosphäre, null Zuschauer, null Stimmung.

Ein Erfolg wie an diesem Sonntag Anfang Juni fehlte: der Cup-Sieg vor vollen Tribünen, im eigenen (Kunstrasen-)Haus, gegen einen Gegner, der weiss, was er will.

Unter Croci-Torti ist Lugano fast schon zu einer Cup-Mannschaft geworden, Finalsieger 2022; als wäre das Tessin das neue Wallis, das sich den Kampf um den Cup zur Identität gemacht hat, wie einst der FC Sion. In Bern kamen plötzlich wieder Tessiner an ein Fussballspiel, die es unter dem Jahr nicht zu geben scheint, alles in allem mehr als 10 000. Der Zuschauerdurchschnitt in der Meisterschaft betrug 3342 – im Cup-Final aber stand da eine Wand, so weiss und gross und stark, dass das Team nie auf die Idee gekommen wäre, vor dem Ende aufzugeben.

Wer den Cup gewinnt, will genau so einen Gegner und so ein Spiel, ein intensives Spiel, ein hartes Spiel; gegen einen Trainer wie Croci-Torti, der nur unwesentlich temperamentvoller wirkte als der Antipode Wicky. Der YB-Coach ist noch nicht oft so emotional gesehen worden, früh schon kommentierte er fast jedes Foul und sicher jede Verwarnung. In gewissen Kreisen war dieser Cup-Final zum Spiel der Rechtfertigung stilisiert worden, nach dem Motto: Der Meistertitel mit einem fast unendlich grossen Vorsprung sei ja gut und recht – aber wenn YB nicht das Double gewinne, sei der Erfolg in dieser Saison erheblich geschmälert.

YB hatte die Lehren gezogen aus der Cup-Final-Niederlage 2018

Aber so viel Bedeutung darf einer einzelnen Partie kaum gegeben werden. Es sagt vieles aus über die Unberechenbarkeit von 90 Minuten, dass Wicky nach Albert Sing (1958) und Gerardo Seoane (2020) erst als dritter YB-Trainer das Double geschafft hat. Er hat vieles richtig gemacht, in dieser Saison und in diesem Final, und YB hat vieles richtig gemacht. Die Berner hatten schon dreimal gefeiert in den vergangenen Wochen: Ende April, als sie sich gegen Luzern frühzeitig den Meistertitel sicherten; Ende Mai, als sie den Meisterpokal erhielten; und dazwischen mit einem Umzug durch die Stadt, Anfang Mai schon, um den Cup-Final nicht mit einem Meisterfeier-Kater austragen zu müssen.

Diese Lehre hatten sie aus dem Jahr 2018 gezogen, als sie das Endspiel gegen den FC Zürich verloren hatten, emotional nahezu entleert. Wie bewusst YB sogar schon die Feierlichkeiten plant, zeigt auf, wie viel Routine in diesem Apparat steckt, mit Christoph Spycher, dem damaligen Sportchef und heutigen Verwaltungsrat mit den Fäden in den Händen; mit Steve von Bergen, dem damaligen Captain und heutigen Sportchef; mit etlichen weiteren Dauerbrennern, etwa: Jean-Pierre Nsame.

Der Stürmer ist immer und immer wieder dabei: Er schoss das entscheidende Tor auf dem Weg zum Meistertitel 2018, er traf im Cup-Final 2020, er machte sich schon dreimal zum besten Torschützen der Meisterschaft – und er erzielte auch im Cup-Final 2023 zwei Tore, das 1:0 und das 2:0. Aber Nsame brauchte fast sechs Jahre, um einen Cup-Sieg in einer solchen Atmosphäre zu erleben – Marvin Keller reichten nicht einmal vier Monate. Keller war dieser Goalie, von dem Wicky in der 85. Minute hoffte, dass er «den» hält, erst 20 Jahre alt, mit der Erfahrung aus drei Super-League-Spielen.

Der gegnerische Trainer Wicky weiss, was beim FC Lugano dahintersteckt

Die Young Boys hatten ihn Mitte Februar quasi sicherheitshalber vom Challenge-League-Klub Wil verpflichtet, aus den Goalie-Erfahrungen der letzten Monate. Immer wieder fiel ein YB-Keeper verletzt aus; David von Ballmoos, die Nummer 1, fehlt ohnehin schon länger, vor einer Woche vermeldete YB auch den Ausfall von Anthony Racioppi, der Nummer 2. In den letzten beiden Saisons brauchte YB den Einsatz von sage und schreibe sieben verschiedenen Goalies.

Kellers Einsatz zeigte, wie sehr YB aus Fehlern zu lernen scheint. Womöglich war der Cup-Final das Duell der zurzeit lernfähigsten Schweizer Klubs. Im Augenblick seines bisher grössten Trainer-Erfolgs als Double-Sieger sagte Wicky, er habe schon vor längerem gesagt, wie gefährlich der FC Lugano werden könne – denn er kenne die Eigentümer, er wisse, was dahintersteckt. Wicky weiss es, weil er sozusagen einst selber dahintersteckte, als Trainer des US-Klubs Chicago Fire, der wie der FC Lugano dem Milliardär Joe Mansueto gehört.

Lugano wird wieder aufstehen. Obwohl der Cup-Final vorbei ist.


https://www.nzz.ch/sport/yb-mit-dem-cup ... duced=true

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 6. Juni 2023, 11:03 
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Missgeschick in den Katakomben

YB-Spieler haut den Pokal an die Decke

Das Double ist perfekt. YB gewinnt nach der Meisterschaft auch den Cup und feiert den 3:2 Erfolg gegen Lugano. In den Katakomben entgehen die Berner aber einer kaputten Trophäe nur knapp.


https://www.blick.ch/sport/fussball/cup ... 38380.html

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 6. Juni 2023, 11:04 
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Nach YB-Cupsieg

«Es ist einfach wunderschön»

Nach dem Cupsieg und dem dritten Double der Vereinsgeschichte ist die Freude bei den YB-Anhängerinnen und -Anhängern riesig. Das sagen die Fans zum Match, zum Double-Gewinn und dazu, wie sie den Cupsieg feiern.

Einladung von Stapi Alec von Graffenried

Der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried freut sich ebenfalls und betont gegenüber BärnToday, wie hoch der Erfolg einzustufen sei: «Es ist erst das dritte Double von YB. Zwei davon haben sie aber in der Neuzeit mit der aktuellen Zusammensetzung geholt. Das zeigt die besondere Leistung vom ganzen Team. YB ist unterwegs wie nie zuvor in der Geschichte. Das stimmt mich für die Zukunft zuversichtlich.»

Für den Stapi ist klar: Seine Tür steht den YB-Spielern immer offen: «YB hat im Erlacherhof eine Dauereinladung. Es ist zwar nicht einfach, alle Spieler zusammen zu bekommen. Aber wenn sie mal einen Motivationsschub brauchen, dürfen sie jederzeit vorbeikommen.»


https://www.baerntoday.ch/sport/fussbal ... -151852838

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 6. Juni 2023, 11:06 
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Christian Fassnacht: «Je länger ein Abend geht, desto ekliger wird es, aus dem Pokal zu trinken»

Die Young Boys gewinnen einen spannenden Cupfinal gegen den FC Lugano mit 3:2. Wir haben nach der Partie mit verschiedenen Protagonisten von YB und Lugano gesprochen.


https://www.20min.ch/video/je-laenger-e ... 3740203176

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 6. Juni 2023, 11:23 
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YB holt sich Double

Wicky über verrückten Cup-Fight: «Wir hatten grosse Probleme»

Der Cupfinal zwischen YB und Lugano hatte es in sich. Die Berner wurden ihrer Favoritenrolle gerecht, mussten sich den Titel in einem spektakulären Spiel aber regelrecht erkämpfen. Das wissen auch Spieler und Trainer.

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

- YB gewinnt den Cupfinal gegen Lugano nach einem verrückten Spiel mit 3:2.
- Lugano meldete sich nach einem zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand zurück. Zur Leistung seiner Mannschaft in der 2. Halbzeit meint Lugano Coach Croci-Torti: «Wir haben Weltklasse gespielt.»
- Das Spiel hätte auf beide Seiten kippen können. Am Ende sichert sich YB aber das Double nach einer «fantastischen Saison», wie YB-Coach Wicky sagt.

Die Berner Young Boys sind Cupsieger. Während die Berner in der Meisterschaft durchmarschierten, mussten sie sich den Cup-Pokal hartnäckig erarbeiten. In den ersten 45. Minuten gingen die Hauptstädter gegen Lugano mit 2:0 in Führung. Die Tessiner kamen aber zurück, und wie.

Lugano nahm nach dem Seitenwechsel das Zepter in die Hand, drückte den Schweizermeister in dessen eigene Platzhälfte und schoss in der 53. Minute durch Mattia Bottani den Ausgleich. «Wir brauchten Zeit, uns anzupassen», sagt YB-Spieler Filip Ugniric im Interview mit «SRF» zur Druckphase des Titelverteidigers und fügt an: «Wir wurden etwas passiv.»

Croci-Torti: «Wir haben Weltklasse gespielt»

Letztendlich reichte die Leistung der Young Boys dennoch für einen 3:2-Sieg und den damit verbundenen Cuptitel. «Du gewinnst nicht, indem du schön spielst, sondern indem du mit Herz spielst. Und das haben wir gemacht», meint Ugrinic.

Mit viel Herz hat aber auch Lugano gespielt. Die Mannschaft von Mattia Corci-Torti hat allem voran nach dem Seitenwechsel alles rausgehauen: «Wir haben Weltklasse gespielt», sagt Croci-Torti zur 2. Halbzeit seiner Luganesi. Wenig habe für den Cupsieg gefehlt, der Stolz überwiege aber. Abschliessend sagt der Lugano-Coach: «Wir haben fast diese grosse Mannschaft geschlagen.»

Raphael Wicky: «Zwei Titel, schöner geht es nicht»

Eine grosse Mannschaft, die auch dank einer Top-Leistung von Keeper Marvin Keller den Cupsieg feiern darf. «Es war ein Spiel, das auf beide Seiten kippen konnte», meint Keller. Diese Aussage würde wohl auch YB-Coach Raphael Wicky unterschreiben. Der 46-jährige Walliser meint: «Wir hatten grosse Probleme.» Lugano habe in der 2. Halbzeit sehr stark gespielt. In der Endabrechnung aber nicht genügend stark, um dem Meister auf dem Weg zum Double ein Bein zu stellen.

Die Berner Young Boys sichern sich dank dem 3:2-Sieg in einem verrückten Cupfinale ihr drittes Double in der Vereinsgeschichte. «Die Mannschaft hat eine fantastische Saison gespielt. Zwei Titel, schöner geht es nicht», sagt Wicky. Mit dem Ende des Cupfinals ist auch die Saison für Lugano und YB vorbei – ein Saisonfinale, an das sich manch Fussballromantiker zurückerinnern wird.


https://www.bluewin.ch/de/sport/fussbal ... 65013.html

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 6. Juni 2023, 11:25 
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YB - Special vom 05.06.2023

Das YB - Special als Abschluss der Saison 2022/23 mit den Feierlichkeiten, entscheidenden Spielen, dem historischen Gewinn des Double und vielen Stimmen rund um den BSC Young Boys.


https://www.telebaern.tv/yb-special/yb- ... -151835016

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 6. Juni 2023, 11:27 
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YB-Spieler nach Double

«Das sind Emotionen, die uns niemand mehr nehmen kann»

Mit einem Sieg gegen Lugano ist YB nicht nur Schweizer Meister, sondern auch Cupsieger. Die Freude über das dritte Double ist bei den Spielern riesig. Was sie und ihr Trainer Raphael Wicky zu sagen haben, erfährst du im Video.


https://www.baerntoday.ch/sport/fussbal ... -151852736

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 6. Juni 2023, 11:34 
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YB-Fans feiern nach Cup-Sieg Besitzer Hans-Ueli Rihs

Nach dem Cup-Sieg seiner Young Boys gegen Lugano (3:2) mischte sich YB-Besitzer Hans-Ueli Rihs unter die Fans. Und musste minutenlang Hände schütteln.

Das Wichtigste in Kürze

- Besitzer Hans-Ueli «Jöggi» Rihs freut sich mit seinen Young Boys mit. Und wie!
- Bei den YB-Fans ist Rihs beliebt, nach dem Cup-Sieg musste er lange Selfies machen.

Seit die Brüder Andy und Hans-Ueli «Jöggi» Rihs im Jahr 2008 die Aktien von YB übernommen haben, steht der Verein auf sicheren Beinen. Damals wurden laut Medienberichten gegen 60 Millionen Franken investiert.

Als sein Bruder Andy im Jahr 2018, unmittelbar vor dem Gewinn des Meistertitels, unerwartet verstarb, übernahm Hans-Ueli Rihs die Verantwortung. Mittlerweile hält er alle Aktien der Young Boys. Das war auch der Wunsch seines Bruders.

«Jöggi» Rihs gilt als eher zurückhaltend und ist vor allem bei wichtigen Spielen im Wankdorf anzutreffen. So auch am Sonntag beim Cup-Sieg gegen den FC Lugano (3:2).

Die Fans im Stadion zeigen sich dankbar gegenüber seinem Investment und haben «Jöggi» Rihs mittlerweile ins Herz geschlossen.

Nach der Pokalübergabe musste Rihs den YB-Fans jedenfalls minutenlang Hände schütteln und Selfies machen (siehe Video).


https://www.nau.ch/ort/bern/yb-fans-fei ... s-66511393

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 Beitrag Verfasst: Freitag 9. Juni 2023, 10:40 
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Sie verewigte den YB-Sieg auf der Cup-Trophäe

Handgraveurin Nach dem Schlusspfiff des Fussball-Cupfinals begann ihre Arbeit erst.

In der linken Hand die Lupe, in der rechten Hand den Stichel. So flimmerte Nicole Grüninger aus Winterthur nach dem Fussball-Cupfinal am Sonntagnachmittag über die Bildschirme des Schweizer Fernsehens. Die Aufgabe der 39-Jährigen: den Sieg der Berner Young Boys in der knapp hundertjährigen, rund sieben Kilogramm schweren Sandoz-Trophäe verewigen.

Dieser Pokal war für sie ein aussergewöhnlicher Auftrag. Grüninger ist fasziniert von dieser von Hand gefertigten und voluminösen Silberware, die über und über mit den Namen der Siegermannschaften versehen ist. «In diesem Handwerk stecken so viele Geschichten, das berührt mich.»

Der Fussballverband fragte sie dafür an, nachdem sie via Mundzu-Mund-Propaganda empfohlen worden war. Denn Grüninger ist eine von schweizweit nur noch ganz wenigen Handgraveurinnen und sie setzt hauptsächlich schmucke Kundenideen um. Wie beispielsweise jenen Ring, den sie während des Gravierens am Finger trug.

Grüninger sah zudem die Chance auf «ein bisschen Adrenalin» abseits des routinierten Alltags. Denn die Arbeit an einem Tisch im Innern des Berner Wankdorf-Stadions musste schnell gehen. Nicht länger als zehn Minuten hatte sie Zeit. Danach musste der Pokal zu den feiernden Fussballern. Eine Herausforderung war auch die Trophäe. Denn normalerweise lasse sich ein Werkstück wenden und drehen, erklärt Grüninger. «Hier war das nicht möglich und die zu gravierende Stelle zudem nach innen gewölbt.»

Der Stichel musste «superscharf sein»

Aus Sicht der Graveurin hatte mit Bern die richtige Mannschaft gewonnen. «Ich bin natürlich neutral, aber so musste ich in dieser kurzen Zeit deutlich weniger gravieren.» Denn unter dem bereits vor langer Zeit eingravierten «BSC Young Boys» war noch Platz für die Siegessaison «2022/23». Unter dem gravierten «FC Lugano» hingegen war der Platz schon aufgebraucht. Sie hätte also an einer neuen Stelle auf dem Pokal sowohl Teamname als auch Jahreszahl gravieren müssen.

Für die Gravur hatte sich Grüninger extra einen Stichel angefertigt, damit diese im selben Stil daherkommt wie die vorherigen auf der Trophäe. Dieser Stichel, der das Silber in Spänen abträgt, musste «superscharf» sein, wie die Graveurin sagt. Die Kraft wendet sie aus ihrer Hand auf. «Silber ist ja ziemlich weich.» Tremblieren nennt man diese Gravurart in der Fachsprache.

Die grösste Herausforderung sei es gewesen, die Nerven zu behalten. «31’500 Menschen und ein Filmteam habe ich im Alltag beim Gravieren nicht um mich herum», sagt Grüninger. Ein Fehler, etwa durch Ausrutschen, sei nicht dringelegen. «Zu Beginn waren meine Hände etwas zittrig.» Dann habe aber der Fokus eingesetzt. «Und alles funktionierte reibungslos.»


https://www.landbote.ch/sie-verewigte-d ... 8182577108

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