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 Beitrag Verfasst: Sonntag 3. April 2022, 20:54 
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«Es war ein wunderschönes Tor, okay, aber kaufen können wir uns dafür nichts»

Taulant Xhaka spricht nach dem 2:2 gegen die Young Boys von einer verpassten Chance, schaut aber auch auf den gewahrten Abstand, um Platz 2 zu halten.

Taulant Xhaka, was sagen Sie zu Ihrem wunderbaren Tor?

Taulant Xhaka: Das ist ein wunderschönes Tor gewesen, okay, aber dafür können wir uns nichts kaufen. Das Unentschieden fühlt sich eher wie eine Niederlage an, weil wir über neunzig Minuten gesehen es wirklich verdient gehabt hätten, mit drei Punkten vom Platz zu gehen.

Was hat gefehlt?

Nicht viel eigentlich. Vorne vielleicht die Entschlossenheit, ein bisschen die Erfahrung für den sauberen Abschluss. YB hat zwei Torschüsse und macht daraus zwei Tore. Deshalb fühlt es sich wie eine Niederlage an.

Der Punkt nützt Ihrer Mannschaft nichts, vor allem mit Blick auf Zürich.

Was Zürich macht ist mir, ehrlich gesagt, scheissegal. Wir hatten uns vorgenommen, die drei Punkte aus diesem Spiel zu holen, und wir haben im Kampf um Platz zwei jetzt mal den Abstand zu den Young Boys gewahrt.

Warum hat es denn nicht gelangt für den Sieg?

Wir hätten vorne einfach sauberer spielen müssen. Ganz einfach.

Immerhin haben Sie nach vier Jahren mal wieder in der Super League getroffen.

Ja, das ist schön, aber ich kann damit nicht zufrieden sein. Wir wollten unbedingt gewinnen, und das ist uns leider nicht gelungen.

Es ist auch eine verpasste Chance gewesen, um das Selbstwertgefühl etwas aufzupolieren.

Eine verpasste Chance, endlich mal wieder gegen YB zu gewinnen, ist es. Absolut. Aber wir haben genügend Selbstvertrauen. Wir haben zuvor drei Mal hintereinander in der Liga gewonnen. Wir haben uns gegen YB viel vorgenommen, wollten von Anfang an parat sein und meiner Ansicht nach sind wir klar die bessere Mannschaft gewesen.

YB ist allerdings in der zweiten Halbzeit aufgekommen. Warum hat es nicht gereicht für den ersehnten Sieg?

Wir hätten, wie gesagt, vorne einfach sauberer spielen müssen, mal schiessen, die Aktionen klar abschliessen. Das haben wir zu wenig gemacht.


https://www.bzbasel.ch/sport/basel/fc-b ... ld.2271915

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 3. April 2022, 23:55 
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FCB holt einen Punkt gegen YB

Der FC Basel verpasst trotz zweimaliger Führung den Sieg gegen die Young Boys. Basel und YB trennen sich im Joggeli 1:1.

Es wäre der ideale Zeitpunkt gewesen für den FC Basel, um nach 21 Monaten wieder einmal die Young Boys zu schlagen. Zum einen stand ein Gegner gegenüber, der in den letzten vier Partien nur zwei Punkte gewonnen hatte, und zum anderen erspielte sich der FCB an diesem Sonntagnachmittag ein deutliches Chancen-Übergewicht. Es hätten für die Gastgeber mehr als nur die beiden Treffer von Taulant Xhaka zum 1:0 (41.) und von Sebastiano Esposito zum 2:1 (71.) herausspringen müssen. Xhaka, der erstmals seit vier Jahren in der Super League traf, drückte seine Enttäuschung im TV-Interview mit «blue» aus: «Es fühlt sich wie eine Niederlage an.»

YB zweimal zum Ausgleich

Vor allem die Minuten vor dem ersten Ausgleich von YB in der 61. Minute waren für den FC Basel ärgerlich. Er stand dem zweiten Treffer deutlich näher als YB dem Ausgleich. Esposito traf nur den Pfosten, bevor im Gegenzug Edimilson Fernandes mit einem abgefälschten Schuss glückhaft zum 1:1 traf. Und auch nachdem ein brillanter Freistoss von Esposito zur zweiten Führung der Basler geführt hatte, gab es die überraschende Berner Antwort. Der eingewechselte Wilfried Kanga setzte sich im Duell mit Fabian Frei durch und traf sieben Minuten nach dem 1:2 zum erneuten Ausgleich.

Fehlende Souveränität beim FCB

Die Young Boys mögen nur noch zeitweise an den kraftstrotzenden Serienmeister erinnern. Allzu oft fehlte auch in Basel die Souveränität und die Abgeklärtheit, um in den wichtigen Momenten das Richtige zu tun – sowohl vorne als auch hinten. Aber zumindest die Moral und den Biss haben die Berner nicht verloren. Sie meldeten sich zweimal fast aus dem Nichts zurück. Und das unter einmal mehr erschwerten Bedingungen. Bereits nach weniger als einer Viertelstunde musste Abwehrchef Fabian Lustenberger durch den 18-jährigen, auf diesem Niveau fast gänzlich unerfahrenen Aurèle Amenda ersetzt werden.

Telegramm

Basel – Young Boys 2:2 (1:0)

25’760 Zuschauer. – SR San. – Tore: 41. Xhaka 1:0. 61. Fernandes (Elia) 1:1. 71. Esposito 2:1. 78. Kanga (Mambimbi) 2:2.

Basel: Lindner; Lang (85. Lopez), Frei, Pelmard, Tavares; Xhaka, Burger (71. Kasami); Ndoye (85. Males), Esposito, Millar; Tschalow (71. Stocker).

Young Boys: von Ballmoos; Blum (64. Maceiras), Lustenberger (12. Amenda), Zesiger, Garcia; Fernandes (75. Niasse), Lauper; Mambimbi, Sierro (64. Kanga), Elia (75. Moumi Ngamaleu); Siebatcheu.

Bemerkungen: Basel ohne Hajdari (gesperrt), Szalai, Essiam, Petretta, Padula (alle verletzt) und Pavlovic (krank). Young Boys ohne Petignat, Sulejmani, Fassnacht, Lefort, Rieder und Monteiro (alle verletzt). 59. Pfostenschuss Esposito. Verwarnungen: 49. Lang (Foul). 57. Sierro (Foul). 64. Mambimbi (Foul). 84. Amenda (Foul). 92. Kasami (Foul). 94. Pelmard (Foul).


https://telebasel.ch/2022/04/03/fcb-hol ... nel=105110

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 Beitrag Verfasst: Montag 4. April 2022, 00:00 
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Das 2:2-Remis zwischen dem FC Basel und YB offenbart, weshalb der FC Zürich für beide ausser Sichtweite ist

Die langjährigen Dominatoren des Schweizer Fussballs vermögen den Rückstand auf den 1. Platz nicht wirksam zu reduzieren. Derweil die Führung des FC Basel von Unruhe erfasst bleibt, sind in den YB-Reihen rätselhafte Krisensymptome auszumachen.

Der Speaker sucht den Superlativ, wo er zu finden ist. Die sehenswerten Tore des FC Basel werden über die Lautsprecher wahlweise als «Hammerkischte» und «Hammergoool» bezeichnet. Taulant Xhaka jubelt nach seinem platzierten Schuss zum 1:0 derart ausgelassen, dass danach unter den Fotografen die Frage gestellt wird: «Wer hat den tollen Jubel im Bild?» Und ja, auch der direkte Freistoss Sebastiano Espositos zum 2:1 lässt sich sehen. Der YB-Goalie David von Ballmoos knickt ein, der grösste Teil des Publikums jubelt.

Der Sieg und etwas näher an den FC Zürich heran? Nein. Es passt zu diesem zuerst faden, in der zweiten Halbzeit lebendigen Nachmittag, dass die bis zur Pause erschreckend dürftig spielenden Young Boys den Match doch noch zum 2:2 ausgleichen. Dazu ist eine feine Einzelleistung des Stürmers Wilfried Kanga dienlich. 2:2 – alles bleibt so, wie es ist. Die zwei von 2010 bis 2021 die Super League dominierenden Klubs lassen diffuse Eindrücke zurück.

Unruhiger FC Basel, rätselhafte Young Boys

Beide haben den Trainer gewechselt, beide kommen aber seither nicht besser in Schwung, weder der FC Basel in 6 Spielen mit Guillermo Abascal noch YB in deren drei mit Matteo Vanetta. Wenn man da etwas finden will, kann man sich in Details verlieren und etwas herbeizureden versuchen. Warum bei YB phasenweise die ganze Mannschaft zu kriseln scheint, ist schwierig zu ergründen. Nicht hilfreich ist, dass der YB-Captain Fabian Lustenberger wegen einer Verletzung früh ausgewechselt werden muss und seiner persönlichen Leidensgeschichte das nächste Kapitel hinzufügt.

Mehr als 25 000 Personen sind im Stadion. Sie sehen, dass der grosse Rückstand auf den FC Zürich kein Zufall sein kann, hüben wie drüben. Der FC Basel bringt in der jungen Ära des Mitbesitzers David Degen die Unruhe im Klub nicht weg und sucht mittlerweile einen CEO, einen Sportchef und vielleicht auch einen Trainer. Das ist viel, irgendwann müsste sich der personelle Wellengang beruhigen, da kann David Degen noch so energiegeladen jeden Stein umdrehen.

Es droht sogar Gefahr durch den FC Lugano

Die Führung der Berner ist stabiler, aber auf dem Rasen steckt der Wurm drin. Mittlerweile heisst die Losung des Serienmeisters: den 3. Rang und den Platz in der Conference League verteidigen. Doch sie spüren den Hauch des FC Lugano im Nacken. Solche Saisonziele sind für sie gewöhnungsbedürftig, zumal sie sich zuerst noch vergegenwärtigen müssen, was die Conference League überhaupt ist.


https://www.nzz.ch/sport/super-league-2 ... ld.1677855

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 Beitrag Verfasst: Montag 4. April 2022, 16:19 
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Nach dem 2:2

Mit dieser Serie gilt es für YB zu brechen

In der Liga war YB zuletzt vor über sieben Jahren so lange ohne Sieg. Unklar ist, wie lange Captain Fabian Lustenberger ausfällt.

Eine kleine Zeitreise, wir schreiben den 22. November 2015. YB, das ist im Angriff Alexander Gerndt, im Mittelfeld Sékou Sanogo, im Tor steht Yvon Mvogo, an der Seitenlinie Adi Hütter in seiner Berner Frühphase. Ein 1:1 in Sitten, wieder kein Sieg, es ist das fünfte Mal in Folge, dass ihn YB verpasst.

So lange ist es her, dass die Young Boys in der Liga zum letzten Mal über fünf Spiele hinweg ohne Sieg blieben. Nach dem 2:2 beim FCB am Sonntag warten sie weiter auf einen Erfolg. Interessanterweise sind es gerade auch die Leistungen gegen den Konkurrenten aus Basel, an denen sich der sportliche Niedergang der Young Boys in dieser Saison ablesen lässt. Im August gab es ein 1:1, bei dem YB überlegen war, im Dezember folgte ein 1:1, bei dem YB Vorteile hatte, im Februar gewann der Meister gegen den Herausforderer beim 3:1 ein Spiel, das er eigentlich nicht hätte gewinnen dürfen. Und jetzt dieses 2:2, ein schmeichelhafter Punktgewinn für die Berner.

Was in den Voten im Verein auffällt, ist eine fast unerschütterliche Ruhe, die nach fünf Spielen ohne Sieg irritieren mag, die aber womöglich auch das Einzige ist, was YB in dieser Situation bleibt. «Ich rede immer von verlorenen Punkten, wenn wir Remis spielen», sagte etwa Mittelfeldspieler Sandro Lauper. «Das ist der erste Schritt auf unserem Weg, in diesem letzten Viertel noch viele Punkte zu holen», meinte Trainer Matteo Vanetta.

Camara könnte mit Schiene spielen

Er muss in seiner Kaderplanung noch immer grosse Flexibilität an den Tag legen. Jordan Lefort hat sich an der Schulter verletzt, fällt länger aus, ob Fabian Lustenberger am Samstag gegen Lausanne fit ist, bleibt weiter unklar. Der in Basel früh ausgewechselte Captain hatte vor ein paar Tagen schon Probleme am Oberschenkel, konnte dann Ende Woche ohne Beschwerden trainieren. Im Spiel zwickte es ihn plötzlich erneut. Wieder auf der Bank sass Mohamed Camara, der nach seinem Unterarmbruch vorerst mit einer Schiene für Teileinsätze bereit ist.

«Die Matchvorbereitung fiel uns auch schon einfacher», gestand Vanetta am Sonntag ein – die Aussage dürfte auch vor der Partie gegen Lausanne noch ihre Gültigkeit haben. Ein Heimspiel gegen den Tabellenletzten bietet Aussicht genug, die Negativserie zu beenden und im Rennen um die europäischen Plätze dringend benötigte Punkte einzufahren. Den dritten Platz haben hinter YB auch Lugano und St. Gallen im Auge, beide spielen im Cup-Halbfinal. Gewinnt einer von ihnen den Final und wird dazu Dritter, würde den Young Boys auch Rang 4 reichen. Den Europacup verpasst haben sie zuletzt 2013.

Die sieglose Phase 2015 übrigens fand mit einem 2:1 gegen St. Gallen ein Ende, zweimal legte Miralem Sulejmani auf. Der Serbe ist der Einzige aus dem aktuellen Kader, der bereits damals mit dabei war – er könnte am Samstag nach überstandener Oberschenkelverletzung vielleicht wieder mittun.


https://www.bernerzeitung.ch/mit-dieser ... ew_user=no

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 Beitrag Verfasst: Montag 4. April 2022, 16:21 
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YB-Remis beim FCB

Ein Hin und Her von zweifelhafter Qualität

Aus einer turbulenten Partie in Basel nehmen zunächst stark verunsicherte, sich später leidenschaftlich wehrende Young Boys einen Punkt mit. Nach dem 2:2 bleibt YB Dritter.

Wäre es zu viel des Guten gewesen? Ob sich Cheikh Niasse auch mit diesem Gedanken herumgeschlagen hat, ist nicht überliefert, sicher ist nur: Der Abschluss des eingewechselten YB-Akteurs gerät in der 94. Minute zu wenig druckvoll, FCB-Goalie Heinz Lindner kann parieren, im St.-Jakob-Park bleibt es beim 2:2.

Es ist der Schlusspunkt einer Partie, deren Unterhaltungswert sich ziemlich konträr zu ihrer Qualität entwickelt hat. Dass gerade die Young Boys in Basel nicht mit der breitesten Brust antreten würden, durfte nach den letzten, für sie so unbefriedigenden Wochen niemanden überraschen – wie ungeordnet sie das Spiel dann angegangen sind, erstaunt hingegen schon.

YB-Interimstrainer Matteo Vanetta lässt im mehr als Prestige- denn Direktduell firmierenden Spiel beim FCB in einem ungewohnten 4-2-3-1-System spielen, mit Jordan Siebatcheu als alleinigem Stürmer, mit der Absicht «auf den Seiten unsere Schnelligkeit noch stärker auszuspielen», wie er später erklärt. Davon ist lange Zeit nichts zu sehen, die vermeintlichen offensiven Impulsgeber Meschack Elia und Felix Mambimbi sind mit Defensivarbeit beschäftigt, der FCB bestimmt das Spiel

Ein Abwehrduo der Marke «Tresor»

Und der aller Wahrscheinlichkeit nach entthronte Meister YB steigt auch nach zwei Wochen Länderspielpause ersatzgeschwächt in eine Partie, in der es für ihn mehr um Rang 3 als um den Anschluss an den FCB geht. Im Abschlusstraining verletzte sich Jordan Lefort an der Schulter, nach 11 Minuten muss Captain Fabian Lustenberger mit Oberschenkelproblemen vom Feld. Die Young Boys müssen Ausfälle weiterhin in einer solch hohen Kadenz verkraften, dass man das Pech allein als Grund schon bald nicht mehr anführen mag.

Für Lustenberger kommt der 18-jährige Aurèle Amenda ins Spiel. Unter der Woche war der Bieler noch als Captain mit dem U-20-Nationalteam unterwegs, in Basel erlebt er für YB seinen zweiten Einsatz nach den fünf Minuten ebenfalls gegen den FCB im Februar.

Mit dem ebenso robusten Cédric Zesiger bildet der 1,94-Meter-Hüne ein Abwehrduo der Marke «Tresor» – es bleibt indes bei der physischen Imposanz der Berner Defensive. Amenda fügt sich mit einem Foul ein, Basels Sebastiano Esposito sieht den folgenden Freistoss von Lewin Blum mit der Schulter geblockt. Der FCB aber hat Fahrt aufgenommen, Dan Ndoye überläuft auf der linken YB-Seite Mal für Mal den in dieser Phase schwachen Ulisses Garcia, im neu formierten Zentrum tun sich Edimilson Fernandes und Sandro Lauper schwer, Vincent Sierro fühlt sich als Spielmacher sichtlich unwohl, vorne hängt Siebatcheu in der Luft. Kurzum: Es ist eine Halbzeit zum Vergessen für die Young Boys.

Dass sie zur Pause nur mit 0:1 zurückliegen, ist für sie zu diesem Zeitpunkt die vielleicht beste Nachricht. Es ist eine Basler Flanke kurz vor dem Seitenwechsel, die Fernandes direkt zum sträflich freistehenden Taulant Xhaka köpfelt, der lange verletzte FCB-Antreiber trifft dann mit präzisem Schuss zur Führung.

«In der ersten Halbzeit spielten wir pragmatisch», vermag es Vanetta zu formulieren, «wir waren uns einig, dass wir uns mehr zutrauen müssen», sagt Zesiger.

Dass bei YB nach dem Ausscheiden im Meisterrennen schlicht nicht mehr genügend intrinsische Motivation für das letzte Saisonviertel vorhanden ist, kann das Gros der Spieler in der zweiten Halbzeit immerhin in Ansätzen widerlegen. Erst trifft Esposito für den FCB noch den Pfosten, dann greift YB plötzlich nach dem Prinzip Hoffnung an – und kommt aus dem Nichts zum 1:1. Fernandes zieht aus der Distanz ab, sein Schuss wird von Wouter Burger ins Tor gelenkt.

Der Ausgleich beflügelt die Young Boys und verunsichert den FCB. Jetzt häufen sich beim Heimteam die Fehlpässe, YB formiert sich mit dem eingewechselten Wilfried Kanga wieder mit zwei Angreifern und erlebt seine beste Phase des Spiels. Lauper zielt von der Strafraumgrenze aus zu hoch, wenig später lanciert Goalie David von Ballmoos mit seinem Abschlag Kanga, der auf dem Weg zum Tor verstolpert.

Heisst der YB-Held einfach Kvasina?

Auf der anderen Seite foult Fernandes den Basler Liam Millar, Esposito platziert den fälligen Freistoss aus etwa 18 Metern massgenau in die linke Ecke – 2:1. Und nur sechs fehlpassreiche Minuten später lanciert Mambimbi wiederum Kanga, der es diesmal bedeutend besser macht, Nationalspieler Fabian Frei versetzt und zum zweiten Mal ausgleicht für YB. «Gerade das nehmen wir mit», sagt Vanetta später, wohlwissend um das angeknackste Selbstvertrauen seines Teams.

Der Vergleich der beiden Schweizer Fussballschwergewichte ist spätestens in der Schlussphase ein Hin und Her von zweifelhafter Qualität. Wieder patzt der FCB im Mittelfeld, Siebatcheu lupft aus spitzem Winkel, Lindner wehrt zum Corner. Dann pfuscht YB, der eingewechselte Valentin Stocker ist im Strafraum völlig frei, von Ballmoos hält stark.

Weil Niasse in der Nachspielzeit die letzte Möglichkeit vergibt, bleibt es beim 2:2, und es stellt sich nach einer wilden Partie in Basel die Frage, ob der YB-Held des Tages vielleicht nicht doch Marko Kvasina heissen könnte. Der österreichische Stürmer trifft in Luzern spät zum 2:2-Ausgleich für den FCL, so holt an diesem Wochenende auch Lugano nur einen Punkt und bleibt punktgleich mit YB.


https://www.bernerzeitung.ch/ein-hin-un ... 7902433059

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 Beitrag Verfasst: Montag 4. April 2022, 16:24 
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04.04.2022

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Die Einzelkritik

YB-Noten: Diesmal sticht der Joker

Beim 2:2 in Basel erleben die Young Boys zwei sehr unterschiedliche Halbzeiten. Offensiv kommen die Impulse von der Bank.

David von Ballmoos – Note 5

Ein undankbarer Abend für den Goalie, der nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Fabian Lustenberger die Captainbinde erbt: Erst muss er Xhakas Geschoss, dann Espositos präzisem Freistoss auf dem Weg ins Tor hinterherschauen – auch wenn er nach dessen fast identischem Tor im Spiel vom vergangenen August schon vorgewarnt war. Kurz nach der Pause rettet von Ballmoos dann gegen Tavares, kurz vor Schluss gegen Stocker, dazwischen lanciert er gedankenschnell Kanga.

Lewin Blum – Note 4

Physisch anspruchsvolles Spiel für den Youngster, der auf der rechten Seite in seinen offensiven Aktionen zunächst vor allem aufläuft. Espositos ersten Freistoss wehrt er mit der Schulter ab, bis zur Pause klärt er noch zwei weitere Male im Strafraum. Gegen Esposito sieht er bei dessen Pfostenschuss nicht gut aus, sonst bleibt er bis zu seiner Auswechslung defensiv solid, offensiv etwas harmlos.

Fabian Lustenberger – ohne Note

Steigt bereits nach dreissig Sekunden in ein Kopfballduell mit Tschalow und hält sich danach den Rücken. Bleibt auch später mit dem Griff zum Rücken liegen, vom Platz aber muss er in der 12. Minute mit wegen Problemen am Oberschenkel.

Cédric Zesiger – Note 4

Wieder Licht und Schatten beim zuletzt formschwankenden Zesiger. Bügelt einmal gegen Tschalow aus, klärt später nach einem FCB-Freistoss. Im Spielaufbau aber ist der robuste Seeländer oft zu überhastet, vor Stockers Torchance zudem zu zögerlich.

Ulisses Garcia – Note 4

Startet eigentlich ganz gut in die Partie, weil sein früher Freistoss nur knapp übers Tor streicht. Aber auf links wird er immer wieder von Ndoye überlaufen und auch er hat Ungenauigkeiten in der Spielauslösung drin. Seinem guten frühen lässt er einen guten ganz späten Freistoss folgen – Niasse vergibt am Ende die Ausgleichschance.

Edimilson Fernandes – Note 3

Unglücklicher Auftritt des Schweizer Nationalspielers. In der ersten Halbzeit verspringt ihm Ball um Ball, er geht zwar aggressiv, nicht immer aber sehr koordiniert zu Werke. Mit dem Kopf klärt er einen Ball im eigenen Strafraum direkt zu Xhaka, der zur Führung trifft. Den zweiten Durchgang startet er mit seinem Tor nach einem Ablenker, später foult er noch Esposito vor dessen Freistosstor.

Sandro Lauper – Note 3,5

Schwacher erster Durchgang vom Konolfinger, im Aufbauspiel unterlaufen auch ihm grobe Fehler. Nach einer Eckballvariante steht er eigentlich gut und einschussbereit, trifft aber den Ball nicht richtig. Dann aber legt der Mittelfeldspieler zu, hat die Chance zum 2:1, ist dann am 2:2 beteiligt.

Felix Mambimbi – Note 4,5

Wie alle Berner in der ersten Halbzeit enorm fehleranfällig. Wie viele Berner aber später mit mehr Energie – gut sein Zuspiel auf Kanga vor dem 2:2 sowie auf Siebatcheu bei dessen guter Chance zur Führung.

Vincent Sierro – Note 3

Vermag in der Rolle des zentralen Spielmachers nicht zu glänzen. Zum Abschluss der ersten Halbzeit schlägt er noch einen guten Ball auf Fernandes, dazu den einen oder anderen gefährlichen Corner. Im zweiten Durchgang lässt er sich von der neu gewonnen YB-Energie nicht anstecken – nach 63 Minuten muss er für Kanga weichen.

Meschack Elia – Note 5

Punkto Einsatz und physischer Widerstandskraft der beste bei zunächst sehr dürftigen Young Boys. Verzeichnet nach 41 Minuten den ersten Torabschluss von YB. Steht am Ursprung des Ausgleichs, ebenso leitet er Laupers gute Chance ein. Nach 75 Minuten ist für ihn Schluss.

Jordan Siebatcheu – Note 3,5

Ihn hätte man nach all den Reisestrapazen mit dem US-Team womöglich auf der Bank erwartet – aber es ist ja nicht so, dass Trainer Vanetta eine grosse Auswahl hätte. Siebatcheu ist schon im angestammten 4-4-2-System zu oft ein Phantom bei YB – in der Regel erzielt er dann aus dem Nichts ein Tor. In Basel hängt er im 4-2-3-1-System noch mehr in der Luft – den obligaten Treffer verpasst er beim seiner Möglichkeit in der 80. Minute. Zuvor legt er einmal gut auf für Lauper.

Aurèle Amenda – Note 4,5

Zweiter Einsatz für den 18-jährigen Bieler in der ersten Mannschaft – und keine einfache Ausgangslage für ihn. Der Youngster foult zwar nach 20 Sekunden Esposito, zum Glück für ihn ausserhalb des Strafraums. Ansonsten lässt er sich wenig zuschulden kommen, er spielt robust, manchmal riskant. In der Nachspielzeit hilft er mit, dass Niasse noch zur grossen Chance kommt.

Wilfried Kanga – Note 5

64. Minute für Sierro. Kam in den letzten Partien immer als Joker – diesmal sticht er. Belebt das Spiel sofort. Verstolpert zwar die Chance nach von Ballmoos’ Abschlag, trifft dann aber elegant und mit dem schwächeren linken Fuss zur Führung und hat dazwischen noch eine Kopfballgelegenheit.

Quentin Maceiras – Note 4

64. Minute für Blum. Comeback für den Walliser nach der Innenbandverletzung Mitte Februar. Stoppt einmal Millar, fällt ansonsten weder auf noch ab.

Cheikh Niasse – ohne Note

75. Minute für Fernandes.

Nicolas Ngamaleu – ohne Note

75. Minute für Elia.


https://www.bernerzeitung.ch/yb-noten-d ... 0985784098

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