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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Dienstag 5. Oktober 2021, 00:44 
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Young Boys im Höhenflug

Selbst dem früheren YB-Trainer läuft es hervorragend

Die Berner haben unter David Wagner Fahrt aufgenommen. Was der Trainer veränderte – und was das mit seinem Vorgänger zu tun hat.

Dem einen läuft es so gut, dass einzig der Torjubel des eigenen Spielers ein kleines Ärgernis ist. Der andere wählt, als er erzählt, wie zufrieden er mit den letzten Wochen gewesen sei, das Wort «extremst».

Der eine ist Gerardo Seoane. Mit Leverkusen hat der Trainer wettbewerbsübergreifend fünfmal in Folge gewonnen, Bayer liegt mit den grossen Bayern nach sieben Spieltagen an der Tabellenspitze der Bundesliga. Am Sonntag siegten die Leverkusener in Bielefeld 4:0, Doppeltorschütze Patrik Schick feierte zum Missfallen Seoanes vor den gegnerischen Fans provokativ mit Muskelmann-Pose.

Der andere ist David Wagner, Seoanes Nachfolger bei YB. Sein Team hat sich in den vergangenen Wochen in einen kleinen Rausch gespielt, es erzielte in Lausanne und Genf sechs Tore, besiegte in der Champions League das grosse Manchester United. Nach verhaltenem Start sind die Young Boys in sämtlichen Wettbewerben auf Kurs.

Die Beispiele von Seoane und Wagner erzählen, weshalb die Berner seit bald vier Jahren die dominante Kraft im Schweizer Fussball sind. Sie sind Meister darin, Umbrüche zu moderieren. Weil sie a) wissen, wer sie sind und wie sie auftreten wollen. Und weil sie b) immer wieder das richtige Personal finden, um die vordefinierte Philosophie umzusetzen. Seoane folgte auf Adi Hütter, Wagner auf Seoane. Ein Leistungsabfall? Nicht erkennbar.

Der grösste Unterschied zu Seoane

Nach dem 6:0 in Genf am Sonntagabend sagt Christian Fassnacht, mit drei Treffern die überragende Figur, dem Team gelinge es immer besser, die Ideen des Trainers umzusetzen. Um dann sogleich nachzuschieben, dass grundsätzlich vieles gleich sei wie unter Seoane. Die womöglich grösste Differenz sei, sagt der Offensivspieler auf entsprechende Nachfrage, dass Wagner den eigenen Ballbesitz etwas höher gewichte als sein Vorgänger. Unter Seoane sei das Ziel gewesen, möglichst rasch vertikal zu spielen, sagt Fassnacht. «Zu Beginn der Saison hatten wir kleine Probleme. Aber unsere Entwicklung ist sehr gut.»

Seoane bevorzugte das 4-4-2-System, das Hütter in Bern implementiert hatte. Wagner setzt bisher vornehmlich auf dieselbe Formation, wobei er sich in der Champions League gegen Manchester United und Atalanta sowie beispielsweise in der zweiten Halbzeit in Genf für ein 4-2-3-1-System entschied.

Diese Aufstellung hat nicht nur den Vorteil, dass sie dank des verstärkten Zentrums die Ballzirkulation erleichtert. Sondern sie gibt den Flügeln auch mehr offensive Freiheiten, was dazu führt, dass auf einer relativ dünn besetzten Position der Kandidatenkreis erweitert wird. Zumal Wagner den Eindruck erweckt, dass er sowohl Miralem Sulejmani wie Marvin Spielmann keine grössere Rolle zutraut. In Bergamo spielte Meschack Elia auf der rechten Seite, Felix Mambimbi sorgte in Genf nach seiner Einwechslung auf dieser Position für viel Schwung. Es wird spannend zu verfolgen sein, ob sich die Tendenz verstärken wird.

Vier YB-Spieler im Schweizer Nationalteam

Vorerst steht die zweiwöchige Länderspielpause an. YB-Goalie David von Ballmoos wurde am Montag nach dem Ausfall von Gregor Kobel fürs Schweizer Nationalteam nachnominiert. Mit ihm, Fassnacht, Michel Aebischer und Ulisses Garcia stehen für die Partien gegen Nordirland und Litauen vier YB-Spieler im Aufgebot von Trainer Murat Yakin. Nicolas Ngamaleu (Kamerun), Mohamed Camara (Guinea) und Christopher Martins (Luxemburg) befinden sich ebenfalls auf Länderspielreise, wie auch die Schweizer U-21-Nationalspieler Mambimbi, Fabian Rieder und Alexandre Jankewitz.

Der Rest des YB-Kaders erhält diese Woche frei. Nach der anstrengenden Phase mit sieben Spielen in drei Wochen sei eine Verschnaufpause für Körper wie Psyche wichtig, sagt Wagner. «Ein paar Tage Abstand tun uns gut. Dann freuen wir uns auch wieder, dass es weitergeht. Vor uns steht eine richtig coole Sache.»

Nach dem Unterbruch startet YB gegen den FC Luzern, und dann kommt es im Heimspiel gegen Villarreal in der Champions League schon zu einem weiteren Höhepunkt. Derweil empfängt Seoanes Leverkusen Bayern München zum Spitzenspiel. Ein Kalender voller Highlights – es ist ein Merkmal erfolgreicher Teams.

https://www.bernerzeitung.ch/selbst-dem ... 8592719223

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Sonntag 10. Oktober 2021, 12:23 
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«Man fühlt sich manchmal leer ...»

YB-Stars reden über Gefühle

«Wie geht's dir?» – Am internationalen Tag der psychischen Gesundheit reden fünf YB-Stars über ihre Emotionen.

Heute am internationalen Tag der psychischen Gesundheit lancieren YB und die Stiftung Pro Mente Sana zur Förderung der psychischen Gesundheit die Aktion «Wie geht’s dir?». Marcel Wisler, Co-Leiter Gesundheitsförderung & Kommunikation bei Pro Mente Sana: «Jede zweite Person ist selbst betroffen oder Angehöriger einer Person, die psychisch belastet ist. Wir wollen erreichen, dass in der Schweiz mehr über psychische Gesundheit geredet wird. Denn leider ist es noch immer ein grosses Tabuthema.»

Auch Spitzensportler äussern sich oft erst nach ihrer Karriere über psychische Probleme, da ihre Angst vor beruflichen oder medialen Konsequenzen, welche die Karriere gefährden können, zu gross ist. Dabei wären sie eigentlich ideale Vorbilder, um zur Enttabuisierung von psychischen Erkrankungen beizutragen.

Nun gehen die YB-Profis Cédric Zesiger, Jordan Siebatcheu, Ali Camara, Fabian Rieder und Wilfried Kanga mit gutem Beispiel voran, setzen sich mit verschiedenen Emotionen auseinander und reden in Video-Clips über ihre Gefühle. Zesiger verrät, weshalb er sich manchmal leer fühlt. Der Nati-Spieler: «Nach grossen Anstrengungen und Erfolgen kann es sein, dass man sich manchmal leer fühlt. Die Motivation schwindet, und man fragt sich, weshalb man das überhaupt macht. Ich bin froh, dass ich Menschen kenne, die einem in solchen Situationen helfen.»

Camara lobt Mental-Trainerin

Sein Verteidiger-Kumpel Henry Camara verrät zum Thema Sicherheit, dass die Mental-Trainerin eine grosse Hilfe sei. «Sie ist eine grosse Unterstützung und trägt viel zu einem guten Teamgeist bei.» Kanga sagt, wofür er dankbar ist, und Stürmer Siebatcheu spricht über den Jubel: «Das ist meine liebste Emotion. Das Adrenalin. Die Freude. Die Fans. Das Team. Es gibt fast nichts Besseres, als diese Emotionen zu teilen.»

Die Clips laufen bis am 17. Oktober auf den Social-Media-Kanälen von YB und werden im Heimspiel gegen Luzern vom 16. Oktober im Wankdorf ausgestrahlt. Nach der Partie reden YB-CEO Wanja Greuel und Marcel Wisler in einem Talk über die Wichtigkeit von psychischer Gesundheit.

Das ist «Wie geht’s dir?»

«Wie geht’s dir?» ist eine Kampagne der Deutschschweizer Kantone und der Stiftung Pro Mente Sana im Auftrag der Gesundheitsförderung Schweiz. Die Kampagne zeigt auf, wie die psychische Gesundheit gefördert werden kann, und will die Bevölkerung dazu motivieren, über Gefühle zu sprechen, auch über negative. Denn nur wenn auch über Belastendes offen gesprochen werden kann, werden Hilfe und Unterstützung möglich und können Erkrankungen bestenfalls vermieden werden. Impulse zur Stärkung der psychischen Gesundheit: Auf der Webseite wie-gehts-dir.ch und in der «Wie geht’s dir?»-App.


https://www.blick.ch/sport/fussball/man ... 98140.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Dienstag 12. Oktober 2021, 00:08 
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YB-Diamant Aurèle Amenda – unter Wagners wachsamen Augen

In den Nachwuchsabteilungen des BSC Young Boys wird seit einigen Jahren erstklassige Arbeit geleistet. Einer, der demnächst den Sprung in den Profitrakt vollziehen könnte, ist Aurèle Amenda. Das Feedback, welches den hoch veranlagten Innenverteidiger aus der Berner Führungsetage erreicht, ist durchweg positiv. David Wagner ist aufmerksamer Beobachter.

Felix Mambimbi, Michel Aebischer, David von Ballmoos und Fabian Rieder – das aufgeführte Quartett ist einst dem Nachwuchs des BSC Young Boys entwachsen und gehört nun zum festen Bestandteil des Profikaders. Die Liste ist beliebig mit Spielern, die inzwischen europaweit ihrem Beruf nachgehen, erweiterbar. Die hervorragende Arbeit, die in der so genannten Youth Base, dem Nachwuchsprojekt des amtierenden Schweizer Meisters verrichtet wird, ist absolut vorzeigbar.

In den aktuellen Teams gibt es viele Greenhorns, die den prominenten Beispielen nacheifern. Eines davon ist Aurèle Amenda. Unter dem neuen Trainer der Schweizer U19-Auswahl Bruno Berner ist die YB-Eigenproduktion eine der wichtigsten Säulen. Amenda trat somit auch die Reise zum U19-Turnier in Kroatien an, das bisher ein 4:0 gegen Bulgarien sowie ein fulminantes 3:3 gegen den Gastgeber hervorbrachte. Amenda führte sein Team in der ersten Begegnung als Captain an und bekam Berners 90-minütiges Vertrauen. Gegen Kroatien ist dem YB-Juwel eine Pause verordnet worden.

YB plant mit Aurèle Amenda

An der Papiermühlestrasse verfolgt man einen langfristigen Plan mit Amenda. Der 18-Jährige durfte bis anhin mehrmals mit der ersten Mannschaft trainieren und war auch Teil der Reisegruppe, die sich im Sommer ins Trainingscamp ins Berner Oberland aufmachte. Die Rückleuchten der arrivierten Kräfte im Berner Profiteam sind für Amenda inzwischen sehr gut zu erkennen. Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis David Wagner den Nachwuchsmann fest in seinem Kader integriert.

Das Feedback von Trainer Wagner und der gesamten sportlichen Führung um YB-Vorstand Christoph Spycher sowie vom Schweizer Fussballverband fällt nach 4-4-2.ch-Informationen äusserst positiv aus. An dem Youngster signalisieren inzwischen auch Vereine aus dem Ausland Interesse. Für Amenda war das Verlassen der gewohnten Umgebung aber zunächst keine Option. Das Team um den Jungkicker vom Bielersee hofft auf ein Fortführen der positiven Entwicklung sowie die baldige Integration in der ersten Mannschaft der Young Boys.

Beobachter attestieren Amenda ausreichend Potenzial, um schon bald den Sprung in den Erwachsenenbereich vollziehen zu können. Zu den hervorzuhebenden Attributen gehören Amendas Schnelligkeit, ein hohes Mass an Ballgefühl sowie eine tolle Übersicht. Veranlagungen, die Amenda definitiv als eines der spannendsten Abwehrtalente der gesamten Schweiz auszeichnet.

https://www.4-4-2.com/super-league/yb-b ... agner-lob/


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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Freitag 15. Oktober 2021, 16:30 
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YB-Spuren auf der ganzen Welt

Bobadilla scharrt in Rio, Letellier trainiert mit den Stars

Wer sie waren, was sie wurden: Sie alle spielten einst für die Young Boys – und sind noch immer im Geschäft. Eine Rundschau mit früheren YB-Ausländern.

Alexandre Letellier: Der Reservist drückt die Bank beim Weltclub

Es ist eine ereignisarme Winterpause, jene vor dem ersten Titelgewinn der Young Boys seit 1987. Kein Transfer bahnt sich an, dann verletzt sich Goalie David von Ballmoos an der Schulter. Oldie Marco Wölfli steht bereit, doch ein Backup für ihn fehlt. Aus Frankreich kommt Alexandre Letellier, damals 26 Jahre alt, Ligue-1-erprobt. Der Franzose mit dem schiefen Blick macht seinen Job, hält Wölfli den Rücken frei. «Wenn er sich zum Duschen bereit macht, denkst du, du seist an einer Kunstausstellung», sagt die Nummer 1 einmal über die Nummer 2, sagt Wölfli über den von Kopf bis Fuss tätowierten Letellier.

Nach verrichtetem Dienst und gewonnenem Titel geht der Franzose im Sommer 2018 zurück in die Heimat. Im vergangenen Sommer kehrt er zu seinem Jugendclub PSG zurück, wo er hinter Gianluigi Donnarumma, Keylor Navas und Sergio Rico vierter Torwart ist. Jüngst sitzt er in der Champions League gegen Manchester City immerhin auf der Bank – und sieht, wie Lionel Messi mit Letelliers früherer Rückennummer, der 30, sein erstes Tor für die Pariser erzielt. Training, Bank, Training, Bank – Letelliers Goalieleben gleicht ein wenig der YB-Winterpause von 2017/18: eher ereignisarm.

Felix Bastians: Der Sprinter schaffte es auf den letzten Drücker in die Regionalliga

Von der «deutschen Winnermentalität» verspreche man sich einiges, so sagte es der damalige YB-Sportchef Alain Baumann im Sommer 2008, als bei den Young Boys dieser Felix Bastians unterschrieb. Der damals 20-jährige Deutsche ist schon früh ein Wandervogel, setzte sich im Nachwuchs von Borussia Dortmund nicht ganz durch, spielte auf gleicher Stufe auch für den englischen Traditionsclub Nottingham Forest.

Der Sohn eines 100-m-Läufers bespielt bei YB als Verteidiger die linke Aussenbahn. Martin Andermatt ist sein Förderer, auch wegen ihm haben ihn die Young Boys verpflichtet. Nach drei Runden in der neuen Saison ist Andermatt weg und Vladimir Petkovic da. Der setzt auf eine Dreierabwehr, Bastians ist ihm dort zu offensiv. Nach einem Jahr wechselt er zu Freiburg, steigt dort zum Leistungsträger auf, versucht es bei Hertha, steigt dort in die 2. Liga ab.

In China wagt er ein Abenteuer, in Belgien bei Waasland-Beveren trifft er auf die Berner Michael Frey und Leonardo Bertone – und steigt wieder ab. Im Sommer 2021 steht er vertragslos da, kommt im letzten Moment schliesslich bei Rot-Weiss Essen in der Regionalliga unter.
Litt bei YB unter dem Trainerwechsel von Andermatt zu Petkovic: Felix Bastians.

Yuya Kubo: Das einstige Spekulationsobjekt kickt jetzt in den USA

Er kam als Spekulationsobjekt – und ging als verdienter Stammspieler. Dazwischen schreibt Yuya Kubo bei den Young Boys eine schöne Geschichte. Im Herbst 2012 verpflichtet ihn der damalige CEO Ilja Kaenzig, die Idee ist, dass Kubo gar nie in Bern landet, sondern direkt weiterverkauft wird. Der spätere Sportchef Fredy Bickel fällt aus allen Wolken, als Kubo im Sommer 2013 tatsächlich in Bern auf der Matte steht.

Aber der Japaner zahlt sich für YB aus. Er ist sofort Stammspieler, erreicht mit den Young Boys die Europa League, und auch wenn er dort im Sechzehntelfinal 2015 gegen Everton gegen Romelu Lukaku einmal bemitleidenswert aussieht, so zieht er durchwegs internationale Aufmerksamkeit auf sich.

Im Januar 2017 wechselt Kubo für 3,5 Millionen Euro nach Belgien zu Gent. Dort setzt man mehr schlecht als recht auf ihn, er wird nach Nürnberg ausgeliehen, bevor er 2020 in die USA zu Cincinnati geht. Kubo spielt, aber das Team aus Ohio wird mit ihm Letzter in der Eastern Conference, steht auch in der aktuellen Saison am Tabellenende.

Erol Bekirovski: Der Verwandlungskünstler ist Trainer und Coiffeur

Es ist noch im letzten Jahrtausend, als Erol Bekirovksi Gelb-Schwarz trägt. Es sind schlimme Zeiten für YB: Abstieg 1997, Aufstieg 1998, Abstieg 1999, Geldnot, Konkursstimmung. Bekirovski ist beim spärlichen, aber treuen Anhang zwar Publikumsliebling, aber hat bald einmal genug. Er wechselt, Thun, Tessin, Italien, weg aus Bern. So weit, so gut.

Bei Waldhof Mannheim in der 2. Bundesliga taucht 2002 ein gewisser Erol Bekir auf. Es ist Bekirovski, ganz in der Tradition des früheren YB-Polen Piotr Nowak, der in Deutschland mal als Peter Keller für Verwirrung sorgte.

Bei Bunkeflo in Schwedens Dritter Liga ist Bekirovski alias Bekir später Spielertrainer. Und überrascht 2016 mit einem Engagement als Manager beim Erstdivisionsclub Bechem United in Ghana. Nach seiner Rückkehr nach Schweden arbeitet er wieder auf seinem angelernten Beruf als Coiffeur in Malmö. Und trainiert dazu Amateurteams – noch immer als Erol Bekir.

Raul Bobadilla: Der Stier schnaubt jetzt in Brasilien

«Er ist reifer geworden», sagte YB-CEO Ilja Kaenzig im Januar 2012 bei der Vorstellung von Raul Bobadilla. Es ist mehr Hoffnung denn Erkenntnis, weil klar ist, dass der damals bei Mönchengladbach gescheiterte Argentinier auch in Bern eine gewisse Unberechenbarkeit mit sich bringen würde. Zwei Millionen Franken kostet er die Young Boys, daneben einiges an Nerven.

Nach seiner Ankunft wohnt er wochenlang im Hotel, zufälligerweise eines mit integriertem Casino. Auf dem Rasen brilliert er vor allem auf internationaler Bühne, in der Europa League schiesst er Udinese mit drei Toren im Alleingang ab. In einem seiner letzten Spiele für YB in Lausanne sieht er fünf Minuten nach seiner Einwechslung Rot für eine Tätlichkeit. Kurz darauf wechselt er zum FCB, wo er abermals neben dem Platz für Schlagzeilen sorgt, als er mit 111 Stundenkilometern geblitzt wird – innerorts.

Bei Augsburg erhält er noch eine Chance in der Bundesliga, dann zieht der in Buenos Aires geborene Paraguayer nach Argentinien. Mittlerweile spielt er in Brasilien bei Fluminense Rio de Janeiro. Von einer Ausgangssperre für den schnaubenden Stier ist in der Stadt voller Verführungen bis dato nichts bekannt.

Seydou Doumbia: Die Silvesterrakete ist vielleicht schon ausgebrannt

Für 250’000 Franken kommt er 2008 von Kashiwa Reysol aus Japan zu YB und erlebt nach seinem Wechsel zuvor von der Elfenbeinküste nach Asien den zweiten Kulturschock innerhalb von wenigen Monaten, für 15 Millionen geht er zwei Jahre später zu ZSKA Moskau. Seydou Doumbia ruft beim Berner Fussballpublikum eine Zeit lang die ganz grossen Gefühle hervor. Er wirkt sympathisch unbeholfen, als Hobby gibt er in einem Steckbrief «Schlafen» an. Auf dem Platz aber ist Doumbia eine Naturgewalt. Teamkollege Eudis sagt nach den ersten Testspielen ehrfürchtig: «Seydou ist ein Flugzeug» – nach seinen mitreissenden Sprints und 50 Ligatoren in zwei Saisons ist der an Silvester 1987 geborene Ivorer dann vor allem als «Rakete» bekannt.

Die grosse Karriere ist angerichtet, kommt aber nie so ganz ins Rollen. Moskau, Rom, Basel, später Lissabon, Girona, Sion: Doumbia steht höchstens mal an der Schwelle zum grossen Fussball. Anfang 2021 unterschreibt er bei den Hamrun Spartans auf Malta, absolviert dort nur sechs Spiele. Der Vertrag ist aufgelöst, Doumbia seither ohne Club. 200 Tore hat er in 400 Spielen geschossen. Aber er ist 33 Jahre alt, vielleicht ist es das gewesen. «Et puis voilà quoi», wird er sich sagen.

Alexander Farnerud: Der Schwede hat noch nicht genug von der Schweiz

Interessiert ist YB damals am südkoreanischen Posterboy Koo Ja-Cheol, als Neuzugang vorgestellt wird schliesslich der schwedische Schweiger Alexander Farnerud. Gemessen wird er an den Leistungen seines Landsmannes Robert Prytz, der YB 1986 in der Rückrunde zum Titel führte. Erfüllen kann Farnerud diese Erwartungen nicht. Der Linksfuss macht sich zwar durch ein paar sehenswerte Tore und seine Lockerheit beliebt – der «Berner Zeitung» gibt er einmal ein Interview bei Ikea, in dem er verrät, dass er ursprünglich hatte Journalist werden wollen und schon eine Ausbildung dazu angefangen habe.

2013 zieht er weiter zu Torino, erleidet dort in drei Jahren zwei schwerwiegende Knieverletzungen. Zu seinen acht Länderspielen kommt nie mehr eines dazu, in seiner Heimat spielt er für diverse Clubs weiter, das Ende einer erfüllten Karriere ist nah. Im Sommer dieses Jahres folgt dann, was niemand mehr für möglich gehalten hätte: Farnerud, mittlerweile 37 Jahre alt, kommt zurück in die Schweiz, spielt für den FC Chiasso in der Promotion League. Im Tessin trifft er auf François Affolter, einen weiteren verlorenen YB-Sohn. Und wir fragen uns: Ist Farnerud jetzt der Posterboy des Mendrisiotto?

Shi Jun: Nach dem Schweizer Abenteuer konzentriert er sich auf Kung-Fu

Seine Ankunft im Sommer 2005 verzögert sich um mehrere Wochen. Einerseits lassen Papiere aus China auf sich warten, andererseits sucht YB via Website verzweifelt einen Übersetzer. Schliesslich trifft Shi Jun in Bern ein, und es wird eines der ungewöhnlichsten Kapitel in der langen Geschichte von kickenden Söldnern bei den Young Boys.

Shi Jun ist Stürmer, trifft als solcher aber das Tor nicht besonders oft. «Spieler aus einem anderen Kulturkreis brauchen Zeit, vielleicht braucht er ein Jahr», sagt der damalige Sportchef Marcel Hottiger entwaffnend ehrlich. In Bern bewegt sich der grosse Chinese nie ohne Dolmetscher, die Integration verläuft schleppend. Beim Teamevent mit YB fährt alles «Shi», auch Jun macht mit, steht zum ersten Mal auf Langlauflatten.

Die Kommunikation bleibt schwierig. Sturmpartner Thomas Häberli gesteht einmal, dass er ihm bei Flanken lieber den Vortritt lasse. Nicht nur, weil Jun grösser ist, sondern auch, weil die Absprache schier unmöglich sei. «Ich will ja nicht in seinen Ellbogen laufen.»

Shi Jun bringt es beim Anhang immerhin zum einzigartigen Kosenamen «Schischueh», dann verlässt er YB im Winter 2007. Nach ein paar Spielen für den FC Luzern geht er zurück nach China. Diverse Clubs aus der chinesischen Super League leihen ihn immer wieder aus, meist in die dritte Division im Riesenreich. 2013 tritt er zurück, gibt 2016 den Rücktritt vom Rücktritt – und spielt seither wieder in der dritten Liga, bei Hebei Kung-Fu.


https://www.bernerzeitung.ch/bobadilla- ... 8853441977

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Samstag 16. Oktober 2021, 10:08 
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Drängendes rund um YB

Warum holen die Young Boys Loris Benito nicht zurück?

Sportchef Christoph Spycher hat wichtige Pendenzen erledigt. Einige Fragen bleiben offen – bei Captain Fabian Lustenberger und Michel Aebischer gibt es eine Tendenz.

Garcia und Lauper haben verlängert – was macht Aebischer?

Diese Pendenzen genossen bei Spycher Priorität. Nächsten Sommer wären die Verträge von Sandro Lauper und Ulisses Garcia ausgelaufen. Beide sind für YB wichtige Spieler, beide wurden von Nationaltrainer Murat Yakin aufgeboten. Garcia kam unter dem neuen Coach schon zu drei Einsätzen für die Schweiz.

Am Freitag können die Young Boys vermelden, dass der Linksverteidiger bis 2024 verlängert. Lauper, der sich nach fast zweijähriger Leidensgeschichte Anfang Jahr eindrücklich zurückmeldete, gar bis 2025. «Es freut uns sehr, dass sie ein klares Bekenntnis zu YB abgegeben haben», sagt Spycher. «Wir sind sehr stolz, wie sich die beiden entwickelt haben; sie sind längst Führungsspieler geworden und passen mit ihrer Art perfekt zu YB.»

Bleibt für Spycher eine weitere wichtige Pendenz. Der Vertrag von Michel Aebischer läuft 2022 aus, sein Wert hat zuletzt noch einmal zugenommen. Bei YB ist er der Chef im Mittelfeld, im Nationalteam überzeugte der Freiburger beim 0:0 gegen Italien. In Aebischers Fall war im Sommer schon vieles besprochen, dann zogen sich die Verhandlungen in die Länge. Nun ist mit einer zeitnahen Entscheidung zu rechnen – mit Tendenz zur Vertragsverlängerung.

Auch die Verträge von Lustenberger und Sulejmani laufen aus. Wie ist der Stand der Dinge?

Nach Achillessehnenriss fällt Fabian Lustenberger seit 6 Monaten aus. Allmählich neigt sich die Leidenszeit dem Ende zu, er dürfte 2021 zumindest ins Mannschaftstraining zurückkehren. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, schon jetzt ist klar, dass die festgeschriebene Option, durch die der Kontrakt automatisch um ein Jahr verlängert worden wäre, nicht ausgelöst wird. Sie ist verknüpft mit einer gewissen Anzahl absolvierter Partien. Sorgen um seine Zukunft muss sich der Innenverteidiger aber nicht machen. Die Young Boys signalisierten ihrem Captain schon in den ersten Wochen nach seiner Verletzung, dass das Interesse auf Fortführung der Zusammenarbeit gross sei. Möglich, dass der Vertrag schon erneuert ist, bevor der 33-Jährige sein Comeback gibt.

Bei Sulejmani hingegen besteht (vorerst) kein Handlungsbedarf. Er hat unter Trainer David Wagner einen schweren Stand, kommt nur auf 265 Einsatzminuten mit einem Tor und einer Vorlage. Sulejmani könne mit seiner Situation natürlich nicht glücklich sein, sagt Spycher und meint: «Miralem ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass sich seine Situation rasch verbessern kann. Auf dieses Ziel muss er hinarbeiten.»

Wann kehren Zesiger und Nsame zurück?

Cédric Zesiger war unter Wagner der grosse Aufsteiger der ersten Saisonphase, sein Lohn: Er debütierte Anfang September im Nationalteam. Doch just im ersten Spiel nach der Länderspielpause verletzte er sich am Fuss, abgesehen von einem Mini-Einsatz gegen Manchester United fällt er seither aus. Die Young Boys gehen davon aus, dass der Innenverteidiger auch in der nächsten 3-wöchigen Tranche, die mit der Heimpartie am Samstag gegen Luzern beginnt und 7 Spiele umfasst, nicht zur Verfügung stehen wird. Und dass er erst nach der nächsten Länderspielpause sein Comeback geben kann.

Joël Monteiro, der Anfang Jahr verpflichtet wurde und eigentlich als Alternative im Sturm hätte aufgebaut werden sollen, fällt bis mindestens Ende Jahr aus. Jean-Pierre Nsame, der wie Lustenberger ein Achillessehnenriss erlitt, dürfte in der Winterpause ins Mannschaftstraining zurückkehren.
Warum hat YB den vereinslosen Loris Benito nicht längst verpflichtet?

Seit er Ende August seinen Vertrag in Bordeaux auflöste, ist der Schweizer EM-Teilnehmer ohne Club. Der Verteidiger, der YB 2019 verliess, lebt nun wieder bei seiner Mutter, trainiert beim FC Aarau und hält sich in einem Fitnesszentrum in Bern fit. Die Frage liegt auf der Hand: Warum nutzen die Young Boys die günstige Gelegenheit nicht und verpflichten den 29-Jährigen ablösefrei? Sportchef Christoph Spycher sagt, für einen ehemaligen Spieler wie Benito stehe die Tür bei YB immer offen. «Aber eine Verpflichtung muss Sinn ergeben. Derzeit sehen wir keinen Handlungsbedarf, es müsste schon zu Veränderungen im Kader kommen.»

Weshalb bewertet YB die Vorgänge im Schweizer Nationalteam als «extrem positiv»?

Spycher wertet Yakins Startphase als «extrem positiv». Im ersten Aufgebot des Nationaltrainers standen nach Nachnominierungen 5 YB-Spieler, zuletzt waren es 4. «Ich erachte dies als wichtiges Zeichen für die Schweizer Vereine», sagt Spycher, der 47 Länderspiele absolvierte. «Und die Spieler wissen: Bringen sie in der Liga gute Leistungen, bringt sie das ins Notizbuch des Nationaltrainers.»

Wann kann sich U-21-Überflieger Nico Maier etablieren?

Er kann am Flügel spielen, dort, wo Trainer David Wagner vorab auf Christian Fassnacht und Nicolas Ngamaleu setzt und Sulejmani und Marvin Spielmann nicht das Vertrauen des Trainers geniessen. Es bestünde für Nico Maier also die Möglichkeit, in der Hierarchie aufzusteigen. Oder?

Der 21-jährige Offensivspieler debütierte im Frühling in der Super League, spielte in seinem zweiten Einsatz beim 2:1 gegen Sion gross auf. Dann verletzte er sich, und just als es in der Sommervorbereitung darum ging, sich bei Wagner zu empfehlen, brach die Verletzung wieder auf. Nun stimmen der Gesundheitszustand und die Form. In der Promotion League hat er in 5 Partien 6 Treffer erzielt. Spycher sagt, Maier habe ein spannendes Potenzial. «Aber er erlebte unter Dave Wagner verletzungsbedingt einen unglücklichen Start.» Wichtig sei, sagt der 43-Jährige, dass Maier weiter an seiner Physis arbeite und gesund bleibe. «Dann wird irgendwann seine Chance kommen.»


https://www.bernerzeitung.ch/droht-dies ... 0659563154

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 20. Oktober 2021, 09:57 
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YB geht es wieder blendend

Welch einen Unterschied ein Jahr macht!

Vor einem Jahr ärgerten sich die Young Boys über die Behörden und sprachen von Existenzängsten. Nun investieren sie in Abteilungen wie den Frauenfussball – auch dank den Millionen aus der Champions League.

Der 19. Oktober 2020. Die zweite Corona-Welle rollt über das Land, und die Young Boys grollen. Der Kanton Bern ist vorgeprescht, hat Grossveranstaltungen verboten – nach nur einem Spiel, bei dem der Club ein Drittel der Stadionkapazität ausschöpfen durfte. Gemeinsam mit dem SC Bern entscheidet sich die YB-Geschäftsleitung zu einem offenen Brief an die Behörden, sie schreiben zum Entscheid: «Wir sind nach wie vor bestürzt, wir sind verärgert und enttäuscht.» Ein paar Tage später sagt YB-Verwaltungsratspräsident Hanspeter Kienberger im Interview mit dieser Zeitung, sofern die 1000er-Zuschauerregel bis in den Frühling Bestand halte, «dann wird es auch für uns existenziell».

Der 19. Oktober 2021. Die vierte Welle ist abgeflacht. Hinter YB liegt das Heimspiel gegen Luzern, zu dem trotz wunderbarem Ausflugswetter und der Konkurrenz durch den SCB, der nur leicht zeitversetzt in der Postfinance-Arena spielt, über 26’000 Zuschauer kommen. YB bewegt, begeistert oft. Als hätte es Geisterspiele und Existenzängste nie gegeben.

Welch einen Unterschied ein Jahr macht!

YB-CEO Wanja Greuel sagt: «Wir haben viel Geld verloren. Wir haben viel Geld verdient. Das zeigt, wie volatil dieses Geschäft ist. Wir sind deshalb gut beraten, unseren Weg weiterhin ruhig und bedacht zu gehen und Reserven zu schaffen.»

YB schreibt wieder schwarze Zahlen

2020 ging der Umsatz der Young Boys um 33 Millionen auf 49 Millionen Franken zurück, der Club machte nach zwei Jahren mit Gewinnen von rund 20 Millionen einen Verlust von 5 Millionen Franken. Diesmal ist schon im Oktober klar, dass YB schwarze Zahlen schreiben wird, obwohl die Zuschauerbeschränkungen erst im Juli gelockert wurden und die Young Boys keinen Spieler für einen Millionenbetrag verkaufen konnten.

Greuel redet jetzt nicht von finanziellen Polstern wie in den Krisenzeiten des Vorjahres, sondern von Investitionen. Der CEO denkt an Digital- und Infrastrukturprojekte und den Frauenfussball.

YB will auch in diesem Bereich wachsen. Ab November wird die langjährige Nationalspielerin Sandra Betschart die Frauenfussball-Abteilung leiten, sie ist Greuel direkt unterstellt. «Wir fangen erst an», sagt Greuel, und es klingt wie eine kleine Drohung. Auf die Frage, ob die wiederentdeckte Lust am Frauenfussball, nachdem dieser Sparte bei YB jahrelang ein Stiefkinddasein zukam, mit Imagegründen zu erklären sei, redet Greuel lieber von der Entwicklung der Sportart, von der medialen Abdeckung, die dank dem Schweizer Fernsehen nun gewährleistet sei. Die Frauen-Abteilung soll dereinst selbsttragend sein.

So geht das bei YB. Greuel muss jetzt nicht mehr an die Solidarität von Fans uns Sponsoren appellieren. Es geht nicht darum, die Gegenwart mit Kurzarbeit und Lohnkürzungen zu bewältigen. Es geht um die Gestaltung der Zukunft. Der Unterschied? Neben der pandemischen Lage und den rund 5 Millionen Franken, welche die Berner als À-fonds-perdu-Beiträge vom Staat erhalten haben, sind es vor allem die «sehr grossen Summen», wie Greuel sie nennt, die sich in der Champions League verdienen lassen.

Der Sieg, der 5 Millionen Franken einbrachte

Der 19. Oktober 2021 ist auch der Tag vor dem zweiten Heimspiel in der Königsklasse, in der YB allein für die Teilnahme an der Gruppenphase eine Startprämie von knapp 17 Millionen Franken erhielt. Gegen Villarreal wird das Wankdorf am Mittwochabend wie gegen Manchester United ausverkauft sein. Beim 2:1-Erfolg über die Engländer brachte YB das volle Stadion inklusive Einnahmen aus der Gastronomie knapp 2 Millionen Franken ein, dazu kam die Punkteprämie der Uefa von 3 Millionen. Macht 5 Millionen Franken an einem Abend – was mehr als der Hälfte des Jahresbudgets des FC Thun entspricht.

Es sind irrwitzige Dimensionen, die anhand solcher Beispiele greifbarer werden. Natürlich ist die Champions League für die Spieler, den Club, die Fans der sportliche Höhepunkt. Aber sie erlaubt es YB vor allem, im Eiltempo die Folgen der Pandemie hinter sich zu lassen und den strukturellen Vorsprung auf die nationale Konkurrenz auszubauen. Diese muss zum Teil trotz staatlicher Unterstützung nach wie vor jeden Franken umdrehen.

Das führt zu einem Thema, das Greuel umtreibt. Seit 2019 sitzt er im Führungsgremium der European Club Association (ECA). Und war lange der Kampf gegen die Reform der Champions League das bestimmende Thema in der Vereinigung, wird nun über die Competitive Balance debattiert, das Gleichgewicht in den Wettbewerben, das immer stärker zugunsten der Grossen verloren geht.

Kommt bald eine Lohnobergrenze?

Deshalb soll ein Salary Cap eingeführt werden, ein Vorschlag lautet, dass ein Verein maximal 70 Prozent seiner Einnahmen ins Kader stecken darf. Wobei das vielen Vertretern zu wenig weit geht, weil jene Clubs, die ihre Einnahmenseite mit Zuschüssen der Investoren aufpumpen können, immer noch bevorteilt wären. Greuel etwa wünscht sich eine harte Gehaltsobergrenze, dass die Lohnsumme also europaweit bei einem fixen Betrag gedeckelt ist. Er sagt, er hoffe, dass ein vorbildlich geführter Club wie Bayern München auch künftig mit staatlich finanzierten Vereinen wie Paris Saint-Germain (Katar), Manchester City (Vereinigte Arabische Emirate) und neu Newcastle United (Saudiarabien) mithalten könne. Der Ausgang des Machtkampfs ist offen.

Und so bewegen sich die Young Boys im Herbst 2021 wieder einmal zwischen den Welten. In der Champions League sind sie die Kleinen, welche die Grossen ärgern. In der Super League wird ihnen die Rolle des Grossen zuteil, der stärker als auch schon von den Kleinen genervt wird. Und es stellt sich trotzdem die Frage, ob in der Super League auf Dauer ein fairer Wettbewerb gewährleistet ist oder ob auch hierzulande irgendwann mit Regularien die Competitive Balance gefördert werden sollte.

Wohin das führt?

Greuel hat sich abgewöhnt, Prognosen zu erstellen. Wer hätte schon vor einem Jahr geglaubt, dass YB im Oktober 2021 schon wieder so gut dastehen würde?


https://www.bernerzeitung.ch/welch-eine ... 1359045919

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