|
Schaffhauser Nachrichten, 15.08.2005
Endlich erster Saisonsieg geschafft
Erstmals nach 44 Jahren konnte der FC Schaffhausen die Young Boys aus Bern besiegen. Das 3:2 war trotz allem verdient.
von Daniel F. Koch
Fussball - Die Jubeltour der Spieler des FC Schaffhausen entsprach der Bedeutung des Sieges. Zunächst liessen sich die überglücklichen Spieler von den Fans auf der Gegengeraden feiern. Dann baute sich die Mannschaft vor dem Totomat auf, um im Sitzen mit den Fans der Bierkurve die Sieger-«La Ola» zu zelebrieren, ehe die Fussballer am Absperrgitter die dankenden Hände der Fans abklatschten.
Selten einmal erlebte man auf der Breite eine derart spontane Freude, wie am Samstag nach dem Sieg gegen das hoch favorisierte Team der Young Boys aus Bern. Es war nicht nur der erste Saisonsieg, nein, die 3620 Zuschauer wurden auch Zeuge eines historisch zu nennenden Sieges gegen die Bundeshauptstädter. Letztmals schaffte es der FC Schaffhausen am 27. August 1961, gegen den Traditionsclub zu gewinnen. Seither floss viel Wasser den Rhein herunter.
Die Zuschauer erlebten ein animiertes und spannendes Spiel, bei dem die Schaffhauser die lange vorsichtig und zaudernd auftretenden Gäste um den Spielmacher der Schweizer Nationalmannschaft, Hakan Yakin, gut im Griff hatten. Gefährlich wurde es vor dem Tor des erstmals nach seiner Verletzung von Beginn weg spielenden Marcel Herzog, wenn Yakin seine sehenswerten Flanken auf seine Kollegen zirkelte. Nach der verdienten Pausenführung durch Todisco, der einen Pfostenschuss von Rama abstaubte (36.), erhöhten die Berner den Druck. Ein sehenswerter Freistoss von Pirmin Schwegler, der unhaltbar im Torwinkel einschlug, brachte nach einer Stunde Spielzeit den Ausgleich. Zehn Minuten später traf der immer besser spielende FCS-Goalgetter Milaim Rama zum 2:1, die Vorarbeit leistete der gut spielende Truckenbrod und der Sekunden zuvor eingewechselte Ursal Yasar. Wie stark bestückt die Gäste waren, konnte man vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit sehen, als Yakins Vorlage von Neri zum Ausgleich im Gehäuse von Herzog landete. Nicht wenige Schaffhauser Fans fluchten mehr oder weniger laut. Sollte nach der guten Leistung wieder nur ein Remis herausspringen? Doch die Schützlinge von Jürgen Seeberger zeigten den unbedingten Siegeswillen. Carlos da Silva traf in der Nachspielzeit zum verdienten 3:2 für Schaffhausen: und schenkte den Schaffhauser Fans den ersten Glücksmoment der noch jungen Saison. Allerdings mokierten sich die Berner darüber, dass die Gastgeber sich unfair benommen hätten (siehe unten). «Wichtig war für uns, dass wir gegen eine Topmannschaft mit Hakan Yakin, der bei stehenden Bällen seine Klasse zeigte, und Neri, dem immer gefähr- lichen Stürmer, reagierten und immer wieder den Weg nach vorne suchten», so Schaffhausens Trainer Jürgen Seeberger, dem die Erleichterung über den ersten Dreier der Saison im Gesicht geschrieben stand.
Seinem Gegenüber war klar, dass die Niederlage auf der Breite den Druck auf ihn erhöhen werde. «Ich möchte um etwas Geduld bitten», so Zaugg. «Wir spielen zum vierten Mal mit sieben Neuen. Da braucht es etwas Zeit, bis die Mechanismen innerhalb der Mannschaft funktionieren.»
_________________ For Ever
|