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 Beitrag Verfasst: Montag 24. Juli 2017, 08:23 
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Der FC Basel gibt sich demonstrativ entspannt

Der Serienmeister FC Basel um den neuen Trainer Raphael Wicky entgegnet der Niederlage in Bern gelassen. «Wir werden reagieren», lautet das Fazit. Auch Marco Streller weist die Sorgen von sich.

Verlieren will gelernt sein. Letzte Saison leistete sich der FC Basel nur zwei Niederlagen, beide in Bern (1:3 und 1:2). Im Stade de Suisse müssen die Serienmeister am späten Samstagabend auch den Fehlstart und das 0:2 gegen YB erklären. Raphael Wicky, der neue Trainer, sagt: «Es war ein enges, kampfbetontes Spiel, ich kann meinen Akteuren keinen Vorwurf machen. YB hat ein starkes Team, zwei tolle Aktionen entschieden.»

Marco Streller, der neue Sportchef, meint: «Das war ein intensives Spitzenspiel, und für mich war klar, dass jene Mannschaft gewinnt, die das erste Tor erzielt.» Ricky van Wolfswinkel, der neue Torjäger, erklärt: «Es ist hart, gleich gegen YB auswärts zu starten. Der Gegner hat uns das Leben schwergemacht.»

Wicky wie ein Sportstudent

Trotz des Rückschlags in Bern hinterlassen die FCB-Protagonisten keineswegs den Eindruck, nervös zu sein. Selbst wenn sie wie Wicky, Streller und van Wolfswinkel erst seit ein paar Wochen in der Verantwortung stehen, die Basler Meisterserie zu verlängern. «Wir werden reagieren», sagt Wicky, «das ist eine schöne Herausforderung für uns.» Der Walliser Jungtrainer – schlank, sportlich gekleidet und mit modischer Brille – erinnerte an der Seitenlinie an einen eifrigen Sportstudenten. Er versuchte, Ruhe auszustrahlen, in der Hitze der Emotionen gelang ihm das nicht immer. Zumal es sein Team nie schaffte, die Kontrolle über das Geschehen zu erlangen.

Wicky hatte in der Vorbereitung taktisch einiges experimentiert, doch die Dreierkette hinten sowie Matias Delgado in einer sehr defensiven Gestalterrolle packte der Coach in Bern dann doch nicht aus. Er nominierte sein Team im gewohnten 4-2-3-1-System und änderte diese Ausrichtung erst in der Schlussphase.

Insgesamt war es ein erstaunlich harmloser, schwacher Auftritt des helvetischen Giganten. Spielerisch gelang den Baslern wenig, ihnen unterliefen viele leichte Fehler, einzig der wie immer leidenschaftliche Flügel Renato Steffen lehnte sich an alter Arbeitsstätte entschlossen gegen die Niederlage auf.

Streller: «Keine Sorgen»

Natürlich bleibt der FC Basel trotz des 0:2 in Bern der grosse Ligafavorit. «Ich mache mir keine Sorgen», sagt Marco Streller, «das war doch nur ein Spiel.» Er sei sehr entspannt, erklärt der sehr entspannt wirkende Sportchef einmal, denn er wisse um die Qualität im Team des FCB. «Man darf nicht vergessen, dass auch YB eine gute Mannschaft hat. Und Fussballer, die mit indivi­dueller Klasse jederzeit ein Spiel entscheiden können. Wie heute.»

Ob die sachlichen Voten und die abgeklärte Haltung der Basler mit dem Zustand des Vereins korrespondieren, werden die nächsten Wochen zeigen. So schnell verliert ein Serienmeister, der seit 2010 stets triumphierte, sein Selbstverständnis und sein Selbstvertrauen nicht. Und doch könnte die Niederlage in Bern den FCB zumindest ein bisschen ins Grübeln gebracht haben.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/30735338

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 Beitrag Verfasst: Montag 24. Juli 2017, 08:26 
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Systemumstellung vor dem ersten Ernstkampf – fehlt beim FC Basel der Mut?

Wieder verliert der FC Basel in Bern. Wie bereits letzte Saison zweimal. Dabei hätte dieses Jahr doch alles anders werden sollen. Stattdessen stellte Trainer Raphael Wicky just auf das erste Saisonspiel das System wieder auf das letztjährige um - obwohl der FCB in den Testspielen stets in einem neuen spielte.

Marco Streller gibt sich abgeklärt nach der 0:2-Auftaktpleite gegen Hauptkonkurrent YB am Samstag: «Es ist ja klar, dass Enttäuschung da ist, wenn man verliert. Aber wir analysieren das jetzt und bleiben ruhig.» Einer der zentralen Punkte dieser Analyse, so viel ist klar, wird die Aufstellung sein.

In der Vorbereitungsphase hat Raphael Wicky viel experimentiert, liess im ersten Spiel gegen Rosenheim ein 4-1-4-1 spielen, dann gegen Wil ein 4-2-3-1 und zuletzt begann er dreimal in Folge mit einem 3-1-4-2. Im Fischer-System gegen Wil spielte man 0:0, danach folgten drei Siege gegen Xamax (2:0), Athletic Bilbao (3:2) und Sporting Lissabon (3:2).

Trotzdem entscheidet sich Wicky gegen YB für das 4-2-3-1 und man fragt sich: warum nur? Wicky selbst sagt: «Das Team hat zwei Jahre so gespielt, es fühlt sich sehr wohl in diesem System. Wir haben in der Vorbereitung auch mit Dreierkette gespielt, aber ich wollte vor dieser Kulisse Kontinuität drin lassen.»

aggressivem Pressing so aus dem Konzept, dass dieser kaum zu Chancen kommt. Zugleich kommen die Young Boys mit fortschreitender Spieldauer zu mehr Gelegenheiten.

Dann das 1:0 durch Ravet. Sehr wohl eine schöne Einzelleistung, doch Steffen lässt ihn zu leicht gewähren, Zuffi lässt sich übertölpeln und Xhaka ist nicht nah genug bei seinem Partner im defensiven Mittelfeld, müsste früher nach innen schieben.
Delgado findet nicht ins Spiel

Wenig später reagiert Wicky. Er wechselt Blas Riveros und Mohamed Elyounoussi aus und bringt dafür Eder Balanta und Kevin Bua. Zugleich stellt er um auf Dreier-Abwehr und Doppelsturm. Oder in nackten Zahlen ausgedrückt: 3-1-4-2. Delgado zurück vor die Abwehr, Bua zusammen mit Van Wolfswinkel ganz vorne. Sportchef Marco Streller: «Nach der Systemumstellung waren wir wirklich spielbestimmend.»

Und dann schiesst Miralem Sulejmani diesen so provokativ unter die Latte gestreichelten Freistoss. Ein Stich ins FCB-Herz. «Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch immer den Eindruck, dass etwas möglich ist. Aber dann war es einfach extrem schwierig, gegen 10 Mann auf den letzten 30 Metern durchzukommen und etwas Zählbares rauszuholen», sagt Trainer Wicky.

Kein Tor zwar, aber der FCB wirkt jetzt dominanter, zielstrebiger, wenn auch ein bisschen konteranfälliger. Das dürfte auch an der Systemumstellung gelegen haben. Wie auch der Ausfall von Matias Delgado. So wenigstens der Eindruck.

Zuletzt spielte er in den Testspielen immer weiter hinten, direkt vor der Abwehr. Er begann sich gerade langsam mit seiner neuen Rolle anzufreunden, da kommt der Wechsel. Und er scheint ihm nicht wirklich gut zu bekommen. Delgado kann keine Akzente setzen, hat letztlich gar Glück, dass er nicht mit Gelb-Rot vom Platz muss.
Den Mut verloren

So fragt man sich, warum den FCB vor diesem so wichtigen Spiel plötzlich der Mut verlassen hat, den Mut, so richtig auf neue Ideen zu setzen, jetzt, da es erstmals um Punkte ging. Nicht nur, weil das Team zuletzt häufiger mit Dreierkette gespielt hat.

Auch weil man ein Zeichen sendet. Das Zeichen ist: Wir sind auf Sicherheit bedacht. Nicht aus Angst vor dem Gegner, aber aus Respekt wohl doch. Man passt sich in gewisser Hinsicht an.

Dabei hat man zuvor so bewusst eigene Akzente gesetzt. Angefangen bei der Entlassung von Fischer und der Verpflichtung von Wicky. Dann die Abgänge von Doumbia und Janko, der Transfer von Van Wolfswinkel. Die Integration von Schmid, Pululu und Manzambi aus dem Nachwuchs. Frisches Blut. Neues System.
Noch alles entspannt

Bis zu Tag X, bis zum Spiel gegen YB. Plötzlich wieder 4-2-3-1. Warum? «Mit ein Grund war, dass der wir überzeugt sind, dass es einfacher ist auf die Dreier-Abwehr umzustellen als umgekehrt», erklärt Streller.

Aufgegangen ist der Plan nicht und deshalb kann man wohl davon ausgehen, dass Wicky gegen Luzern von Anfang an in «seinem» System spielen lässt. Denn eines ist sicher: Der FCB will schleunigst weg aus dem Tabellenkeller.

«Ich bin relativ entspannt», behauptet Marco Streller zwar, schüttelt zuvor aber heftig den Kopf, als er gefragt wird, ob er sich Sorgen mache. So abgeklärt man sich gibt, die Anspannung steigt.


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/fu ... -131549979

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